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- :c>'>rbistuswurf von 35,40 Meter. Auch alle Srl'.sein iah bic F. T.-Jugend in Front. Ein- G' egte Fußballerkonkurrcnzcn waren in ihren c' ^evnisscn durch die schwachen Leistungen be­deutungslos. 3it der (Kesamtwertung war also der F. T. einwandfreier Sieger.

Freier

Turn- und Sportverein Wieseck.

L Trotz des heißen Wetters hatte sich am Sonntag die erste Mannschaft obigen Vereins die gleiche Mannschaft der Freien Turner- s cha f t Heuchelheim zu einem Gesellschafts- spiel geladen. Beide Mannschaften traten mit Ersaß an und lieferten sich leider ein Spiel, das fast nichts mit einem Gesellschafts­spiel gemein hatte und sich taum von einem Punktspiel unterschied. Zu allem Glück war em einwandfreier Schiedsrichter (Giehen) anwesend, der das Spiel immer wieder in die richtigen Bahnen lenkte, allerdings muhte er von den schärfsten Strafmahnahmen, dem Platzverweis, dem Heuchelheimer Verein gegenüber Gebrauch machen. Trotzdem boten beide Mannschaften ein technisch hochstehendes Spiel, in dem Wieseck den Steg an sich rih. Besonders die letzten 20 Mi­nuten zeigten diese Mannschaft auf selten ge­sehener Höhe, die dem Sieg dann auch ferne Berechtigung verlieh. Damit rst die Scharte vom vergangenen Sonntag, an dem Heuchelheim die Lorbeeren ernten konnte, wieder ausgewetzt. Aach dem Anstoß griff Wieseck sofort im schärf­sten Tempo an und erzwang eine Ecke, der nach wenigen Minuten das erste Tor folgte. 3n blitz­schnell wechselnden Situationen kamen beide Tore wiederholt in Gefahr, Heuchelheim setzte sich immer mchr in Vorteil und erreichte zunächst ebenfalls eine Ecke. Ein Strafstoß von der Strafraumlinie aus wurde vom Tormann Wie- secks sehr gut gehalten. Endlich kam Heuchelheim zu einein billigen Ausgleich, da der Tormann Wiesecks einen scharfen Schuß hinter der Tor­raumlinie fing. 3ni weiteren Verlauf des Spiels tonnte Heuchelheim wiederum hie Früchte seines fleißigen Trainings zeigen, erreichte aber vorerst nur noch zwei Ecken. Gegen Schluß der ersten Halbzeit erholte sich auch Wieseck wieder mehr, ohne jedoch, außer einer Ecke, zu Erfolgen zu kommen. Aach dem Wiederanstoß sah man zu­nächst Heuchelheim wieder in Front, die vor­züglich arbeitende Wiefecker Hintermann­schaft wurde aber der ungestümen An­griffe Herr, bis es dessen Sturm gelang, ebenfalls wieder gefährlicher zu werden. Wie stark Heuchelheim bedrängt wurde, zeigten die kurz hintereinander gegebenen drei Elfmeter, die teils verschossen, teils gehalten wurden. 3m folgenden Angriff Heuchelheims konnte eine von rechts gegebene Flanke in präziser Weise zum zweiten Tor für Heuchelheim verwandelt werden, das damit wieder führte. Kurz darauf verpaßte Wieseck eine gute Gelegenheit zum Ausgleich. Der Rest des Spiels gehörte fast ausschließlich Wieseck, 5 Ecken und 2 Tore wurden in der Zeit erzielt. Ein abermaliger Elfmeter brachte zunächst den Ausgleich, in der 40. Minute fiel für Wieseck das dritte Tor, das den Sieg be­deutete. Zwei Minuten später schlug ein Ver­teidiger Heuchelheims den Ball mit der Faust aus dem Tor. der Elfmeter hierfür wurde ge­halten. Es folgte abermals ein forscher Angriff Wiesecks, der scharfe Schuß sprang an der Tor- lattc ab. Aach einer weiteren Ecke für Wieseck fand das spannende Spiel sein Ende. Das günstige Eckenverhältnis 7:3 für Wieseck beweist den wiedererwachenden Angriffsgeist der Mannschaft, die nur noch in der Läuferreihe einer Verstärkung bedarf.

Dos vorher stattgefundene Spiel der zwei­ten Mannfchaft des PlahvereinS gegen die 'äs h -Mann schäft Gießens brachte eben­falls für WiescÄ einen Erfolg, indem die Pro­vinz Hauptstadt er 3:1 heimgeschickt wurden. Beide Mannschasten zeigten nichts Hervorragendes. Bei Wieseck siel die Verteidigung stark ab, die bei Gießen der bessere Teil war. ebenfalls deren Mittelläufer, der ein recht ansprechendes Können zeigte. Der beste Mannschaftsteil Wiesecks war die' Stürmerreihe und der Tormann, auf deren Können auch der Sieg zurückzuführen ist. Alle Tore fielen in der zweiten Halbzeit.

Daubringen I - Männer-Turn­verein Marburg I 2:2 (1:1).

£ Am Sonntagvormittag standen sich in Dau- bringen zwei Mannschaften der 2. Klasse gegenüber: der Tabellenführer Marburg und der Benjamin Daubringen. Das erzielte Resultat bedeutet für die letztere Mannschaft einen starken Achtungserfolg, gelang es doch nur wenigen, und dann viel spiel-

erfahreneren Gegnern nur unter den größten An­strengungen, Marburg gegenüber ein gleiches oder ähnliches Resultat hcrauszuholeu. Dcr Spielverlauf: Trotz allem Drängen mar cs Marburg nicht- mög­lich, zu einem Erfolg zu kommen: die sengenden Sonnenstrahlen taten ein übriges, die Mannschaften nicht recht lebhaft werden zu lassen. Zehn Minuten vor Schluß der ersten Halbzeit übernahm Dau­bringen die Führung und munterte dadurch die Marburger etwas auf, die dann auch bald aus­glichen. In der zweiten Halbzeit war es abermals Daubringen, das durch einen schön verwandelten Eckball in Führung ging, und wieder mar dies das Zeichen, dem Spiel eine lebhaftere Rote zu geben. Die Anstrengungen Marburgs wurden zehn Mi­nuten vor Schluß durch den abermaligen Ausgleich belohnt.

Der Auto- und Motorrad-Klub Gissten,

Ortsgruppe des A. D. A. C., errang am Sonntag bei der (Zauwertungsfahrt nach der Edertalsperre den 1. Preis für Motorräder, 2. Preis für Motorwagen sowie den Schloß- Waldeck-Wanderpreis.

Wirtschaft.

* Weitere Besserung auf dem Ruhrkohlenmarkt. Aach Meldungen aus dem Auhrrevier hat im laufenden Monat die lebhafte Geschäftstätigkeit auf dem Auhrkohlen- markt weiter zugenommen, beim Auhrkohlensyn- dikat hat die Abschlußtätigkeit und die Aachfrage eine weitere starke Zunahme erfahren. Die ar- beitstäaliche Kohlenförderung hat jetzt sogar die­jenige des Jahres 1913 überschritten. Es han­delt sich im wesentlichen um Belieferungen des sog. umstrittenen Gebietes. Der Mehrpreis von etwa 5 Am. für Verkäufe fob Rotterdam wird zwar teilweise durch die erhöhten Versandspesen und Frachten wieder ausgeglichen, doch ziehen die Zechen aus der vollen Beschästigung und dem glatten Absatz der erhöhten Förderung Autzen. Die Haldrnbestände sind immer noch nicht merklich zurückgegangen.

* Auf dem Eisenmarkt macht sich die Rückwirkung des englischen Kohlenarbciterstreiks auch weiterhin bemerkbar. Die Folge ist. eine beträchtliche Belebung des deutschen Eisengeschäf- tes. insbesondere in der Weißblech' und Fein­blechindustrie. Auch der Stabeisenmarkt zeigt sich infolge von Auslandsaufträgen etwas stetiger.

* Von der Aga. 3n der Presse ist ver­schiedentlich berichtet worden, der Maschincn-Park der Aga sei veräußert. Diese Mitteilung ent­spricht nicht den Tatsachen. Lediglich das kurz vor dem Konkurs durch Fusion angeschlossene Dinos-Werk, das nicht zur Fabrikation des Aga- Wagens diente, gelangte zur Veräußerung. Der Aga-Wagen wird nach wie vor in Berlin- Lichtenberg hergestellt. Die Fabrikation wird von einer süddeutschen Gruppe bewerkstelligt.

frankfurter Börse.

Frankfurt a M., 20. 3uli Tendenz: sehr fest. Trotz der Verschlechterung der französischen Währung konnte sich die vertrauensvolle Stimmung der Börse verstärken, so daß der heutige Verkehr in fester Hal­tung mit vorwiegend bis zu 4 Prozent ge­steigerten Kursen eröffnete. Das Geschäft, das schon vorbörslich ein lebhaftes Gepräge zeigte, entwickelte sich zu bedeutenden Umsätzen. 3m Vordergründe standen Montan- und Farben-Äktien. Für letztere Stimulierte die Annahme, daß in der demnächst stattfindenden Aufsichtsratssitzung günstige ®rtiärungcrt abge­geben werden. 3. G. Farben konnten infolge­dessen um 6 Prozent anziehen. 3n Verbindung damit waren von Montanakticn Aheinstahl stark gesteigert. Die übrigen Montanaktien lagen 3 bis 4 Proz. höher. El ek t r o akt i en verkehr­ten ruhig und hatten nur bescheidene Besse­rungen aufzuweisen. Auch Bankaktien hatten ruhiges Geschäft bei leichten Kurserhöhungen. Die bisher stark vernachlässigten Schis s ahrt s- aktien wurden von der Aufwärtsbewegung mit- gezogen. Hapag Plus 3 Proz., Aordd. Lloyd plus 2,5 Proz. Von Motoren gingen Daimler um 2 Proz. höher. Juckeraktien schwächten sich dagegen erneut ab. Starkes Interesse bestand für Oelaktien, die um 6 bi« 7 Proz. anziehcn konnten. Deutsche Anleihen leicht befestigt. Von ausländischen Aenten blieben Türken be­vorzugt und wurden höher. Der Freiverkehr konnte von der festeren Strömung nichts profitieren. Decker Stahl 21. Brown Boveri 117, Entreprise 7, Growag 60. Ufa 40, Benz 82,5 Prozent. Der weitere Verlauf war zwar einigen Schwankungen

unterworfen, doch konnte sich die feste Stim­mung behaupten, und teilweise kam es in den führenden Werten zu neuen Steigerungen. Tagesgcld stellte sich auf 5 Prozent. Mon.its- gcld auf 5 bis 6,5 je Adresse. Jndustricakzepte 5.12 bis 5.25 Prozent, Privatdistonten 4,5 Pro­zent. Paris lag im internationalen Devisen­verkehr weiter abgeschwächt mit 232 gegen London. Brüssel lag dagegen be­hauptet mit 213 gegen das Pfund. Mailand stellte sich gegen London auf 147.

Börsenkurse.

Frankfurt a.M.

Berlin

Datum:

0.4825

0.432:

0.45 : 0,485

0.445

96,5

1T7,5*

151,5-

149'

150,

7.5

88,5

lusleben

141

Laurahütt«

iban

81,35

79,9

254.7'

97.5

100

144.7-

140,1'

147

143.4'

Schluß 1-Uhr.

Kurs Kurs

147

143,6-

l«

161'

246*

90,75

138.7'

160*

142,5*

Schluß Anfang

Kurs Kur-;

0.40

97.9

172,5'

161.1'

53.5

100

135,25

121' 7.5

13.7 , 45

173

255* 91,75

0.4375 0,445 0.53

172.1* 162*

89

150*

112,5

120,5

175'

165.6

0,4105

0.4105

0,5005

0.2405

0,4105

137.2' 175' 163'

122,5*

7,45

0,40

0,48

0.245

0,415

0,41

0,41

110,35

81,25

135,4*

88,9

67*

110,5*

135,5*

115

81.8

78

50

64*

110,7*

134.5*

133*

85.75

74* 136.5* 156,5*

189* 189,5* 144,2*

50

64* 108,2* 130,2* 142,2*

19. 7. 20. 7.

247.1*

89

52,85

99

19. 7, | 20. 7,

133

87

73.5 137*

157,5*

137.5*

137,5

145

49,75

67 108' 131.5'

140

70

144' 142,2

50

5% Deutsche Reichsanlethe .

<°/o Deutsche Reichs anleibe 8V3% Deutsche ReichSanlcibr y/e Deutsche ReichSanletbe . Deutsche Sparprämtenanleihe 4e/e Preußische Konlols 4% Hessen

3/» Helsen...........

Deutsche Wertü. Dallar-SInl. dto- Doll-Schav-Anweilug.*)

4*/0 Zolltütteo

6% (Solbmcnfan« .

Berliner Handelsgesellschaft. Lommerz- und Privat-Pank Dann st. imd Nationalbank . Deutsche Bank.........

Deutsche Vereinsbank . . . . Disconto Tsmmandi« Metallbank..........

Mitteldeutsche Treditbank. . Oestccreichische (Kreditanstalt. Weltbank

Bochumer Guß ..... BuderuS . . . .

Caro

Deutsch-Luxemburg

Gelsenkirchener Bergwerke . .

Rükgeeswerke . Scheideanstalt.

Rrebeck Montan .....

Tellus Bergbau. ....

Hamtmrg-Amerika Paket.

Norddeutscher Llovd .

Wette Sllbtu pekberg . nn

-Cont-Gvano.....

sch« Mäher Alabin . . Farbenindusstie, 31.»®.

13,75 | 13,4 - 175.2*

«na- EleHrttitätt-Seseoschast öSnfrafnperie i

Schuckett......

Siemens <fc Halske .....

137j4*

92,25 120*

151*

139,5*

95

121,5* 163*

137.2» 123*

119,7*

159,7*

139'

114,7

Adlerwette Kieper .....

Daimler Motoren. .....

Heyligenstaedt .

Megmn. . ..........

Motorenwerke Wannbeim

33

75

85,5

74,75

85

74.4

86,5

75

84

24,5

43,5

Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Brann . . . Metallgesellschast Frankfurt. Der. Union L-G. .....

Schuhfabrik He»;......

Sichel . Zellstoff Daldhof....... AW WM.::

36 12-5

83

47,5

3

154

65,35 76,25

65

75

84

37,75

66

Berliner Börse.

Berlin, 20. 3uli. Der Zusammen­bruch der französischen Valuta be­herrschte auch heute noch am Devisenmarkt die Erörterungen. 3n Paris haben die Devisen­kurse heute vormittag infolge der ungünstigen Aufnahme des neuen französischen Kabinetts eine weitere Steigerung erfahren. Das Pfund wurde mit 2 3 2 Franken und der Dollar mit 4 7,8 0 Franken bezahlt. Ansätze zu einer Besserung der Frankenvaluta waren bisher nicht zu verspüren. Brüssel lag infolge der energischen Maßnahmen der belgischen Regie­rung zur Besserung der Währung gegen das P s u n d m i t 2 l 5 unverändert. Die Auswirkung der Frankenbaisse auf die Effektenbörse war heute nicht so empfindlich wie am Bortage. Die Bedenken über baä französische D u in» ping infolge des Frankensturzes bildeten zwar auch heute noch einen Hemmschuh, doch zeigte die Spekulation für einige Spezialwerte lebhaftes Interesse. Hiervon konnte die Tendenz der übri­gen Werte ebenfalls profitieren. Bei der Auf- wärtsbewegung hatten 2. G. Farbenaktien die Führung mit einem Kursgewinn vsn 6 Proz. Die führenden Werte des Montanmarktes zogen 3 bis 4 Prozent an auf günstige Be­richte über die augenblickliche Lage in der

rheinisch-westfälischen Montanindustrie. Am Geldmarkt ist die Lage unverändert. Tages-« gclh 4 bis 5 Prozent und darunter, Monatsgeld 5 bis 6 Prozent.

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

Telegraphische Auszahlung.

19 Juli-

20. Juli.

Amtliche Ndlieruua

'Ärmliche Notierung

Geld

Briet

Geld

Brie'

Ämst.-Rotl-

168,67

169.09

166,<iT"

169.12 '

Sueu. Aires

1.706

1.710

1,707 1

1.711

9,48

Bris. Antw-

9,61

9,65

9,44

vibriftiania

91,98

92,22

92,03

92,77

Kopenhagen

111,21

111,49

111,21

111,49

Stockbolm .

112,31

112,62

112,33

112.61

45clfinafor5 Italien. . .

10,55 14,M

10,59

11,08

10,553

13,48

10,593

13,52

London. .

20,403

20,455

20,407

20.459

4.205

Neuhork . .

4,195

4,205

4,195

*Bnri§. . .

8,975

9,015

8,58

8,62

Schweiz . .

61,19

81,39

81,20

81,40

Svaiücn . .

65,92

66,08

65,78

65,84

Japan .. . Rio de Jan.

1,978

1,982

1,981

1,985

0,657

0,659

11,653

0,655

Wien in D-» Deft- abtieft

59,33

59,47

50,31

59,45

Prag ....

12,423

12.473

12,423

12,463

Belgrad . .

7.41

7,43

7,412

7.435

Budapest. .

5,865

5,885

5,868

5,888

Bulgarien .

3,04

3,05

3,04 21,405

3,05

Lissabon

21,405

21,455

21.455

Ädn.

61,37

81,57

81,3 V

81,57

2,315

2,325

2,32

2,38

Silben.

5,09

5,11

5,09

.Ä

Uanada. . .

4,198

4,208

4,198

Cruguav . .

4.225

4.235

4.195

4,205

Banknoten. 1

Berlin, 19. Juli.

Geld

^cier

Amerikanische Note« ..... Belgische Noten ........ Dänische Noten ........ Englüche Noten........ Franzöiüche Note« ...... Holländische Noten ...... Italienische Noten ...... Norwegische Noten......

Deotfch-Oesterr., i 100 Kronen Rumänische Noten......

Schwedische Noten......

Schweizer Noten.......

Spanische Noten.......

Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten.......

4,181

9,61 110,92 20,375

8.95 168,33

14,56 91,72 59,32

112,07 81,10 65,73 12,89

5,82

4,201

9,65 MMS 20,475

8,9!»

169,17 14,64

82,18 59,62

112,63 81,50

66,07 12,45

5,86

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt, 20. Juli. Cs wurde notiert: Wetterauer Weizen 32,50, inl. Roggen 22,50 bis 23. ausl. Hafer 21,50 bis 23, Mats (gelb) 18,25 bis 18,50, inl. Weizemnehl, Spezial 0 43 bis 43,75, Roggenmehl 31,50 bis 32,50. Weizenkleie 9,25, Roggenlleie 9,50. Tendenz: stetig.

Berliner Produktenbörse.

Berlin. 19. Juli. Es notierten per 1000 Kilo. Roggen, märk. (alt und neu), 185 bis 190; Sommergerste 195 bis 208; Wintergerste (neue) 149 bis 159; Hafer, märk., 197 bis 206; Mais (loko Berlin) 174 bis 178; Raps 360; per 100 Kilo: Weizenmehl 38 bis 40; Roggenmehl 27 bis 28,50" Weizenkleie 10,50; Roggenkleie 11,30 bis 11,50; Diktoriaerbsen 33 bis 39; kleine Speise-» erbten 28 bis 32; Futtererbsen 21 bis 26; Pe^ luschken 26 bis 28,50; Ackerbvhnen 23 bis 26; Wicken 32 bis 34,50; Lupinen (blau) 14,50 bis 16,50; Lupinen (gelb) 19 bis 21; Rawskuchen 14,60 14,80; Leinkuchen 19 50 bis 19,80; Trockenfchniyel 10,70 bis 11; Soyaschrot 20,50 Ns 20,80; Kar­toffelstöcken 21 bis 22 Mark.

Büchertisch.

Der Wanderer zwischen Staub und Sternen. Eine Auswahl aus den Schrif­ten von Waldemar BonselS. 370 Seiten 8°. Deut­sche Buch-Gemeinschaft G. m. b. H., Berlin 1926. Hanns Martin Elster schrieb den Prolog Über Weltanschauung und Werk. Und die Dichter­gemeinde, die nach vielen, vielen Tausenden zählt, wird in diesem Buche alles finden, wonach zu suchen sie ein Anrecht hat; beide Gesichter dieses Dichters zwischen Staub und Sternen wird sie finden: Jenes, das kindlich-gläubig auä dem Himmelsvolk" und der'Biene Maja" einen; anschaut, und jenes andere, beschattete, sehnsüch- tige, kämpferische, das mit großen Augen aus den Dagabundenbüchern, ausBlut" und dem Anjekind" auf uns blickt. Beide sind uns ver­traut, beide muh man kennen, wer nur das eine hat, besitzt diesen Dichter nur halb. (Diesen Dich­ter; es gibt Literaturgeschichten von hohem Rang, in denen nicht einmal sein Rome steht. Das min­deste, was hier übersehen wurde, ist, daß Bonfels einer unserer fähigsten, modernen Erzähler ist.) Wenn das neue Buch nichts weiter bewiese, als dies, wäre sein guter Zweck schon erfüllt. Es wird aber weiter wirken. 350

Verantwortlich für Feuilleton i. V.: Dr. Fr. W. Lange.

des Bodens. Der künstliche Dünger, den man reichlich verwendet, kann nur wenig die Dichte heben. Die Dörfer sind zu Weilern »usammen- geschrumpst. Die mehr spitz- als flachgiebeligen Holzhäuser bergen außer den Wohnräumen noch dir Räume für Dreh und Futtervorräte.

Beneiden kann man die Leute hier, weil es feine Wohnungsnot gibt. Es stehen sogar Häuser leer. Glückliche Menschen, die leinen Mieter­und Hausbesrherve rein benötigen. Auch Da­maschke fände hier fein Betätigungsfeld, denn jedermann hat Tetl an Licht, Luft, Grund und Boden. Wie leicht könnte man die in Gießen bis jetzt m. W. ungelöste Frage der Beleuchtung der Hausfluren hier lösen. Durch die Rot der Kriegszeit wurde man gezwungen, die Wasser­kräfte besser auszunutzen. Die Elektrizitätswerke arbeiten so billig, daß die Kosten für die Be­leuchtung belanglos sind. Die glücklichen Men­schen haben feinen Zähler im Hause, der ihnen jede Sünde unbarmherzig aüfkreidet. Die Aus­schalter werden wenig betätigt, denn man läßt das Licht einfach brennen. Die peinlich saubere Hausfrau braucht ihre Wäsche nicht so hastig wie in Gießen zu bügeln. Im e'mfachsten Hause bügelt man elektrisch.

Infolge der großen Ricderfchlagsmengen und der Höhenlage (1100 Meter) hat man sich ganz ans Milch» und Weidewirtschaft eingestellt. Aecker fmfcei man mir in der Größe von Hausgärten bei uns. Man baut etwas Kartoffeln für den Hausbedarf. Alles übrige, Getreide und Frttter- artitel, kauft man. Damit hängt es zusammen, daß man hier trotz der vielen Wasserläuse keine Mühlen findet. Auch das Backhaus fehlt. Hier mußte man ausnahmsweife zur Arbeitsteilung übergehen. Das tägliche Brot kauft man beim Bäcker. Milch und Milchprodukte sind die bib iigsten Rahrungsmritel. Der Auhfernec (Auh- fern Tirol nördlich des Fernpcch) lebt im allgemeinen von Milch und Mehlspeisen. Fleisch ist Festtagskost. Gemüse kennt man kaum. Rur gegen den August hin ist etwas Salat gediehen.

Schließlich wirft auch die Milch einen guten Ge­winn ab. Denn sie wird in den Käsereien zu hochwertigem Schweizerkäse verarbeitet und barum gut bezahlt. Bon den Rückständen werden Schweine gemästet.

Im Sommer zieht der Hirte mit feinem Vieh auf die Alp, mit zunehmender Jahreszeit immer höher hinaus. Er ist gewissermaßen An­gestellter einer Weidegenossenschaft. Die Milch und Butter verkauft er an vorbeiziehende Wan­derer, den Rest verarbeitet er zu Käse. Rur ein kleiner Teil der Milchkühe kehrt allabendlich in die Dörfer zurück. Das übrige, Jungvieh ist es meistens, bleibt den ganzen Sommer über draußen und nächtigt im Freien.

Im Winter, er nimmt den größten Teil des Jahres ein, bietet die Holzfällerei hinreichend Beschäftigung. Forsten in unserem Sinne gibt es nicht. Diese Bäume wachsen wild auf. Es find stets kleinere Bestände an felsigen Berg­hängen. die in Privatbefitz sind. Fast nur kom­men noch Fichten fort, in der Höhe gibt es Zirbelkiefern. Die Buchen sind sehr selten, etwas mehr findet sich die Esche.

Daher muß man Fichtenholz zum Feuern benutzen. In backofenartigen Oefen wird von dem Hausflur aus mit riesigen Scheiten ge­heizt. Rur an wenigen Tagen im Jahre erlischt das Feuer.

Alles was man nur aus Holz Herstellen kann, ist aus Holz gefertigt. Richt nur die Kehr­schaufel, auch die Dachschindeln und die Dach- kandeln sind aus Fichtenholz. Oelanstrich sieht man nur selten, offenbar ist die Oelfavbr im Berhältnis zum Holz zu teuer.

Der Außferner ist sehr kirchlich. Mann und Frau gehen täglich schon frühmorgens zur Bet­stunde. Ertönt die Betglocke. so unterbricht man seine Arbeit, nimmt den Hut ab (den hat man sonst immer auf) und verrichtet fein Gebet. Ist Gottesdienst ober Betstunde, so ist die Straße leer, die Häuser, ja sogar die Läden, sind zu, der

Wirtschaftsbetrieb ist unterbrocheii. Bei beson­deren Anlässen ziehen die Bxrcinc unter dem Borantritt des Musikvercins, den es in jedem Ort gibt, zur Kirche. Frohe Marschklänge er­tönen. man geht feierlich in Viererreihe im Gleichschritt. Wir würden vermuten, inan zöge zu einem weltlichen Fest. Voran die Musikkapelle in angeblich historischer Tracht, dahinter der Echützenverein mit Gewehren, zuletzt der Kriegcr- vcrein mit Fahne. Kurz darauf krachen Böller­schüsse. Man hat auch als Evangelischer feine Freude an diesem wirklichen kirchlichen Leben, an dem Ernst, Der sich mit Frohsinn paart. Durch ein noch fv geistvolle Predigt und bloßes Zuhören ist der Mann dys Volkes weniger zu geistigen Hochgefühlen anzurcgen, als wenn er selber aktiv sich beteiligen kann. Mit welchem Stolz schlug doch da der Zimmermann "hüt dem gewaltigen buschigen Vollbart seine Pauke. Er war sich seiner Mission durchaus bewußt. Die Frauen beteiligen sich an Auszügen nicht, mit Ausnahme von Prozessionen. Sie streuen dann durch das Dors eine Grasstrahe, sie schmücken sinnig und geschmackvoll nach ihrer Art die Altäre mit Enzian und Alpenrosen.

Politik und Weltfragen kümmern den Dauern wenig. Das überläßt er seinen Führern. In Achtung vor Autorität groß gezogen, geht er gern seinen gewohnten Weg. Durch die Schule poli­tischer Klassenhehe ist er nicht gegangen. Er ist monarchisch gesinnt und würde einer Wiederauf- richtung der Habsburger Dynastie sich nicht wider­setzen. Das beweisen Votivbilder für Kaiser Karl, die man in Bauernhäusern findet.

Alnb die Schule! Ich habe lange nach dem Sckrulhause gesucht, bis man mir erzählte, bas kleine scheuerartige Häuschen neben bet statt­lichen Barockkirche sei bie Schule. Gegenwärtig sinb nun 3 Monate Sommerferien. Allerliebst sind übrigens die ortsüblichen Schulranzen, bie praktisch und billig zugleich sind. Es sind kleine Holzkistchen mit einem Deckelchen oben, die die Kinder auf dem Rücken tragen.

Mit Vorliebe gehen die Kinder und dis Jugendlichen beiderlei Geschlechts barfuß. Sie radeln barfuß und stehen barfüßig beim Mähen im nassen Gras. Die sog. Tirolertracht ist nicht einheimisch, sie bürgert sich aber mehr unb mehr ein. Das weibliche Geschlecht kleidet sich neuer­dings ganz nach der Mode. Cntartungserschei-- mmgen wie Bubiköpfe gibts allerdings nicht.

Run zum Schluß einiges über die Beziehun­gen der beiden deutschen Länder. Die Gebildeten, auch die einheimische Presse, verrät dies, lehnen einen politischen Anschluß an Deutschland rund­weg ab. Sic befürchten eine Bevormundung Preu­ßens und wollen sich unter ein protestantisches Rorddeutschland nicht beugen. Der Oesterreicher, so sagt man mir, wird sich niemals unter die Herrschaft der Hohenzvllern begeben. Bismarck ist noch immer der bestgehaßte Mann. Man hat nicht vergessen, daß er gewaltsam ein Klein- Deutschland unter Ausschluß Oesterreichs ge­schaffen hatte. Der Krieg 1866 war eine Ge­meinheit, auch deswegen, weil man die Welschen unterstützte. Bismarck wollte die katholische Re­ligion in Deutschland ausrotten und eine Einheits­religion schaffen. Gewalt hat keinen Bestand. -Unsere Zeit bcweyst cs. Bismarck war daher ein unkluger, kleiner Staatsmann, ja sogar er war ein Mann ohne Charakter. (Seine Briefe hat inan offenbar nicht gelesen.)

Was einem im Derlehr mit gebildeten Oester- reichern auffällt, ist ihr entwickelter historischen Sinn, der bei vielen unserer heimischen politisch Tätigen gefährlich verkümmert ist. Freilich haben wir das Gefühl, daß ihnen vorurteilslose Objek­tivität und Zurückgehen auf die Quellen abgeht. Das Gefühl, von Deutschland zurückgesehl zil fein, ist allgemein lebendig.

Freilich ist durchaus nicht die Bedeutung der Deutschland freundlich gesinnten Großdeutschon zu. unterschätzen. Da diese herrlichen Menschen auf dem Lande aber meist nur mittlere und kleinere Beamte find, ist ihre Bedeutung dort nicht groß. H. S-