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4.

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9 Fortsetzung.

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Lich, den 17. Juli 1926. 6025V

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des Hellen, winterlich-kalten Februartages Zeno Uracher seine Braut zum Altar.

Mächtige Orgelakkorde rauschten bei ihrem Ein­tritte in die Kirche von der Empore herab auf sie nieder und durch den hohen Raum und füllten ihn mit der Wucht und Feierlichkeit ihrer Klänge. Hinter dem Brautpaare kamen die Angehörigen und diesen wieder folgten Geladene und ungeladene Neugierige in großer Zahl. Besonders aber fiel durch die mar­tialische Stattlichkeit seiner grün uniformierten Er­scheinung der Annodomini auf, bzw. der Herr För­ster Dominikus Sanktjohanser, ZenosBeiständer", in dieser schwersten Stunde seines Lebens, wie er, dem nichts heilig war, boshaft sich zu äußern be­liebt hatte.

Die Kirche war voll von Menschen wie beim sonntäglichen Gottesdienst. Dann gab sie der greise Priester zusammen nach altem Brauche . . .

Der weltliche Teil von Zeno Urachers Hochzeits­feier gestaltete sich nicht minder festlich und ein­drucksvoll für manchen Teilnehmer sogar der­maßen, daß es ihm die schwach gewordenen Beine eindrückte.

Der Uracher hatte kurzerhand den ansehnlichen Sternbräusaal für das Mahl und die anschließende Lustbarkeit" bestellt:Werd' schon langen!"

Nun, er reichte zwar aus, es blieb jedoch wirk­lich kein überflüssiger Platz mehr ütrrifl, Weiß ge­deckt und mit Tannengrun geziert, zog sich die Ehrentafel durch die ganze Saallänge. Man trank und schmauste reichlich, die Gesichter röteten sich merklich und immer lauter wurde das Lachen und Redegeplätscher.

Zeno mußte immer und immer wieder Bescheid tun, dem und jenem Antwort stehen, und hatte für alle ein freundliches Gesicht. Am liebsten aber wäre er mit seiner Marianne in das traute Nest am Markt­platze geflüchtet und hätte die fidele, feuchtfröhliche Festgesellschaft sich selbst überlassen. Aus Marian­nens Augen las er Gleiches, sie dachte und fühlte wie er.

Sein stilles, ernsthaftes Wesen scheute insgeheim vor der lärmenden Festlichkeit dieses Tages zurück, dazu gesellte sich ein Tropfen Wermut im Kelch der Freude: aufrichtig-schmerzlich vermißte Zeno unter den vielen an der weihen Ehrentafel einen Veri, den jüngsten Bruder.

(Fortsetzung folgt.)

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cherlei Vorbereitungen für die Hochzeit zu bespre­chen, kam Toni von feinerGeschäftsreise", zurück.

Erstaunt betrachtete Zeno den Bruder, als er mit lautemServus!" eintrat: den Plüschhut nod) auf dem Kopfe, eine Zigarre im Mundo, angetan mit einer schweren modernen Pelzjoppe und rot- gelben Ledergamaschen, in der Hand ein Reise- köfserchen . . . War das der kommende Bauer und Herr auf dem Krummholzerhof?

Wie ein Fremder kam Toni dem Bruder vor, als er sich, nach Wein duftend, zu ihnen an den Tisch setzte.

Wally notürlid) platzte sogleich mit der großen Neuigkeit heraus. Mit strahlenden Augen berichtete sie Toni von des Bruders kommenden Glück. Der hörte sie gelassen an.

Gel, Walln dös is hart, wenn man da zua- fdjaun muaß!'/ war feine Antwort darauf, begleitet von einem bösen, lauten Lachen. Dann streckte er dem Bruder die Hand hin und sagte in geschäfts­mäßigem Tone:

Meine Gratulation!"

Dank' dir schön!" Ein lauer Händedruck, das war alles.

Interesse kam in Tonis Züge erst, als er sich nun an den Vater wandte:

Und wie steht's nachher mit der Uebergab'?" ...

IV.

März war es geworden.

Noch steckten die Berge mit Gipfeln, Graten, Steilwänden, Karen und Schluchten tief im Win­ter: allüberall noch Schnee dort oben, Massen blen­denden, tiefen Winterschnees unter dem hellblauen märzlichen Föhnhimmel und greller Lenzsonne. Tief zu Tal mußte das sehnend über die wächtenoerhan- genen Felsgrate streifende Auge steigen, von den Hochlegern, welche noch bis über die Ohren im Schneeflaumbett steckten, durch schütteren Bergwald zu den Niederlegern, deren Weideböden der tiefe, kühle Hochfrost umgrenzt dann erst wurde es lichter, hob das Frühlingsahnen an.

Der ebene Plan des weiten Talbodens aber liegt als frühlingserobertes Land dampfend und würze- gesättigt im Lichte der seltsam grellen, warmen Märzsonne.

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Leben beginnen, stets in einem Stücke ihres Seins neu geboren werden, mag auch der Schnee des Alters unter keiner Sonne mehr schmelzen.

Und dieser Frühling war der erste nach vier bitteren, schier endlosen Kriegsjahren. Krümmte und wand sich auch da? Vaterland in den schmerzhaften Zuckungen und Erschütterungen der Revolution, schien es vor allem in den großen, menschen- und lcidübersüllten, in Nervosität erbebenden Städten, als sollten die Menschen eines kriegsgewohnten Ge- schlechtes sich nimmermehr zum Frieden zurückfin­den und, vom Feinde entwaffnet, dazu verdammt sein, sich selbst im Bruderkrieg zu zerfleischen, all das war kleine Menschensache gegenüber dem unerschütterlichen Kreislauf der ewigen Natur: es ward Frühling!

Ueberall ein Rühren und Regen, eine zwin­gende Emsigkeit und Beweglichkeit.

Da gibt es allerhand Winterschaden zu beseiti­gen. Hier wird am Dach geflickt, dort am Zaun, überall in den amselbelebten Gärten rührt sich frisches Leden, und die zur sommerlichen Reisezeit von Touristen, Sommerfrischlern undKurgästen" vollgepfropften Gasthöfe kehren ihr Innerstes nach außen.

Wohl nm frühesten aber hatte Junker Lenz sich bei Zeno Uracher und seiner Liede eingestellt; vor Wochen schon saß er mit ihnen an der Hochzeits­tafel.

War das eine Hochzeit!

Die erste wieder seit langen dreißig Jahren auf dem Krummholzerhof, als Vater Uracher feiner Buden Mutter heimgeführt.

Eine echte Uracherhochzeit muh' werden, geht drauf, was mag! Und mich können die Musikanten dann gleich ins Austragsstüberl blasen!" sagte der Urachervater, und er hielt Wort.

Schon in den Morgenstunden krachten Böller, der Ehrensalut der Kriegskameraden. Da schraken die allen Berge aus ihrem Schlummer auf, machten griesgrämige Gesichter und warfen in grimmig= brummigem Echo den Böllerdonnerhall wieder ins Tal zurück.

Als bann aber feierliches Glockengeläute vom hohen Pfarrkirchenturm sich hinzugesellte, da zog sich doch einer nach dem andern die Nebelschlafmütze vom Kopf . . .

Unten aber führte in den Vormittagsstunden

Grüß euch Gott deisamm'!" empfing sie Wally in nicht besonders gnädiger Laune,die Knödel sind schon ganz toagig Sünd' und Schad' dafür! Recht lang Hütt' i fei nimmer g'warf! Und d' Leut' haben a Hunger!"

Gelobt sei Jesus Christus altes Reibeisen!" lachte ihr aber der Bauer wohlgelaunt ins Gesicht. Wenn wir bös g'wußt hätten, bann wären wir gleich in Reichenhall geblieben! Denn, bu kennst mich boch i bin koa Freunb von bie toagigen Knöbel!"

Die Ehehalten steckten kichernd die Köpfe zu­sammen. Der Bauer hatte es allem Anscheine nach darauf abgesehen, die Wally sie hatte heute ihren unguten Tag richtighinaufzutreiben". Das war für die andern dann immer ein Mordsver­gnügen. Und schon legte die Wally springgiftig los:

So da schau her! Aber als alter Bauer sollst bengerft schon wissen, daß die Knödel, je länger" Geh zua, Wally, hol' deine toagigen Knödel!" fiel ihr der Dauer, immer noch lachend, wieder ins Wort. Da beherrschte sie sich und wandte sich wort­los um. Doch da faßte sie Zeno am Schürzen­zipfel.

Laß dem Vater sein' guaten Humor, Wally! Ich will dir dafür hernack) eine Neuigkeit erzählen, baß bu selber lachst!"

Unb wirklich als nadj bem Essen ber Uracher seinen Leuten bie Neuigkeit von Zenos Verspruck) unb balbiger Hochzeit zu wissen machte, ba ver- schwanb alle Gewitterstimmung aus Wallys Mie­nen. Mit Tränen in ben Augen war sie bie erste, welche Zeno unter unbeholfenen, aber befto herz­licheren Glückwünschen bie Hand brückte. Aber aud) bie Schar ber anberen ftanb nicht zurück. Unb gar erst, als Zeno sie alle zu seiner Hochzeit lub, ba schmetterte ber Hartl einen gellenben Juhschrei hin­aus, baß bie Fensterscheiben zitterten. Er als Oberknecht konnte sich bas erlauben.

Gegen 10 Uhr abenbs, als Zeno unb ber Vater längst roieber in ernsthaftem Gespräche beisammen- saßen, an bem auch Wally teilnahm, um bie man»

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Samstag, den Zl.Juli, abends 8'^ Ahr General-Versammlung im Dereinslokal.

Tagesordnung:

1. Jahresbericht, 2. Rechnungsablage, 3. Dorstandswahl, 4. Verschiedenes.

Anträge hierzu sind bis zum 23. Juli an den Vorstand einzureichen. 602TD

Heute Dienstagabend MiWknliioll Mil Mle bei Mitglied Deck,Schützenhaus".