„Sehr wohl. Ich wußte, daß am Abend die Frau Herzogin kommen würde, um da» Dokument zurückzufordern — zu kaufen, nennen wir es so. Ich hielt mich also im Keller des Hauses bereit und als die Frau Herzogin mit ihm im rückwärtigen Zimmer war, schlich ich hinauf und nahm eine höchst vorteilhafte Lauschersielluna hinter der Portiere ein. Da ich aus dem Verlaufe der Unterredung ihr Ende ooraussah, dielt ich meinen Browning parat Als die Sekunde da war, schoß ich. Sie sahen mich nicht, Frau Herzogin — aber er sah mich--Er
[ab meinen Drownina--und er sah mein Gesicht --“ Gloria fuhr auf.
„Daher dieser furchtbare Blick — — 1 0 — — jetzt verstehe ich."
„Er glaubte, mit Ihnen spielen zu können. Und da sah er hinter Ihnen--den Tod! War für
ihn eine sehr unangenehme Ueberraschuna. Ick) habe sehr genau gezielt — —! Doch wozu sict^ in (Erinnerungen verlieren! Sie werden fragen, «ir Walter, warum ich der Frau Herzogin jetzt nicht fofort da» Papier übergab. Ich hätte ihr viel Kummer und Herzensangst sparen können. Gewiß! — Leider --konnte ich es nicht! Ich hatte die Absicht
sofort vorzutreten und mich der Herzogin zur Der- fügung zu stellen — ich wähle absichtlich diesen Ausdruck — — aber in derselben Minute wurden mir die Ereignisse gleichsam aus der Hand genommen. Lord Neville platzte herein, dinier ihm der Schutzmann. Meine Situation wurde kritisch. Ich mußte die beiden schleunigst loswerden. Gab also dem Auge des Gesetzes eins über den Schädel, worauf Seine Lordfchast mit einer Geschwindigkeit ausrifj, die meine helle Bewunderung hervorrief. Ich nahm La» Dalda» die Schlussel au» der Tasche, durchsuchte alle Fächer, steckte den Schlüssel wieder zurück, verließ das Haus, ging an eine Kinokasse, kaufte mir ein Bittet — ich mußte doch ein Alibi haben — und begab mich in meine Garage, wo ich mich in dem Bewußtsein, ein gottgefällige» Werk vollbracht zu haben, zur wohlverdienten Ruh« begab/ (Fortsetzung svlgt-
weises.
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tt AreisousschuBtzuii; m btt ©aufalfen^axie id Vorarbeit geleimt der eigentliche Kreit- ber Warksburg sein» ud (LormftM btt je, begrüßte die 61' Toien, besonders W nens der Stadt Dra»- meister willkommen, le richtete auch der r Gajlvertreier M • Turnergaste, die M Abgeordneten und w und Fachtvarlen
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i»folge der schlechten Wirtschaftslage, dagegen im 3275 vermindert. Insgesamt beträgt die Zahl der KreiszugehöriZen 182 50.'. 284 Vereine besitzen eigene Turnhai en, 478 eigene Turnplätze, 1(8 Vee.nSbü^e.eirn. 13 Iugend^e/ergeN. 547 ^reis vereinen ist im Sommer, 65 Vereinen im Hinter die Wog.ichleit gegc'e.i, das Schlimmen zu pflegen. Auf das inne.e Getriebe des Kreises liSergegenb, betonte S.,ulrat Schmuck, daß man infolge allzugroßer Spe ialisierung an einer Ueberorgani'a ton leide. Rachdrückttchst wies er tele Untecoerbänbe darauf hin, daß sie nur in Ixchnifchen Angelegenheiten selbsränd.ge Te- s-chlüsse fassen dürsten. Es dürfe nicht zu .Maaten im Staate" führen. Ti.' Aus.ragung von Tieijtet- |poften werde vielfach übertrieben. Dieser Modekrankheit gegenüber sei doch im Auge zu bochalien, daß es sich in der D. T. nicht nur um Höchstleistungen und Siege drehe, sondern oiuch erziehliche Aufgaben zu lösen feien, linier der Aersi. erung, daß die Kre.s.ettung im Lahmen der Gesamtbelange des Kreise) auch Verständnis für das Fachtum und die Sonder- ^biele habe, schloß der 1. Kreisvertreier seine im wahrsten Sinne geistvollen Ausführungen unter dem lebhastestcn Beifall des Kreistages rrr.it der Mahnung zur Treue und Einigkeit.
Lebhafter Beifall setzte auch ein, als daraus ter 2. Kreisvertreter, Kommerzienrat Schill ttOsthofen) den
Lhrenbrief der D. I.
an (ßauobertutnroarl Wilhelm Will (Ciefoen) twm Turngau He fen mit Inoden hei /.id/. r An» eikennung für die Verdienste des A iSgezeichneten te>erreich!e. Will dankte bewegt für die seltene Ehrung, die bekanntlich nur wenigen zuteil wird. Schill svrach dünn der Hessischen Regierung für die Zuwendung von 4000 Mark zur Ausbildung von Turnlehrern herzlichen Dank aius
Zum Kreisturnfest 1925 in Dießen ii-urde m 11 geteilt, daß es notwendig sei, der D i e - faener Turnerschaft für die geleistete mühevolle und vorbildliche Arbeit herzlich zu ihanfen, wenn der Abschluß auch größere Der» test« infolge der überaus schlechten Witterung gebracht habe. Um des zukünftige KreiSturn- s est in 1 927 entspann sich eine längere Aus- IDrache Der Kreisvorstand war der Ansicht, v-sn der Abhaltung Abstand zu nehmen mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Loge, die dadurch gewonnene Zeit und die ersparten Mittel für den inneren Ausbau und für die Ausbildung von Kampfrichtern und Turnwarten zu verwenden. Sa der Turntag sich aber für die Durchführung in 1927 aus!prach, wurde das Fest, wie schon kurz berichtet, der Tur-'-rschaft Darm- srtadt einstimmig übertragen, die sich rechtzeitig b araum beworben und auch entsprechende Dorbe- t ntunqen eingeleitet hat. Weiter hatte sich noch b;.e alte Turnerschaft Hanau zur Hebernahme Per Deranstaltung bereit erklärt.
Die von PH. R ö b i g (Rödelheim) oorgetra- q-me Rechnung schließt bei einem Kassen befind von 3513,85 Mark in Einnahme und Aus- (Cibe mit 209909,46 Mark ab. Die mustergültig geführte Rechnung wurde ohne Aussprache ge» n_rhmigt. 3m Doranschlag für das neue ®e- labaftsjahr find in Einnahme und Ausgabe 202 730 Mark vorgesehen, womit sich der Kreis- temtag einverstanden erklärt.
Don den satzungsgemäß ausgeschiedenen Kreisvorstandsmitgliedern wurden wiederge- ivlthlt: 2. Kreisvertreter Schil 1 (Osthofen); Kreisoberturnwart ®g. Frey (Mainz), KreiS- Iclfenroart PH. Röbig (Rödelheim). Als Fech- tuarte wurden bestätigt: für das Fechten: Ott Offenbach), für das DolkSturnen E. Kramb iKreuznach), für den Svielbetrieb A. Reih l Frankfurt a. M.). während die Stelle des Kreis- I fxauentumtoart« vorläufig in Stellvertretung >urch W. Schmidt (Coblenz) verwaltet werden teil. Bei der Wahl der Abgeordneten zum SeutschenTurntag, der im August d. 3. in Bremen stattfindet, wurde im Gegensatz zu dem Beschluß der Kreisausschuhsihung ein Antrag M Aar-DaueS mit 113 gegen 63 Stimmen angenommen, der zum Ausdruck bringt, daß die OJedeilung der Abgeordneten in einer ge- i echten Form vorgenommen werden soll. Der Beschluß deS Kreistags gehl dahin, daß von ter dem Kreis zustehenden Anzahl 9 Abgeordnete auf den KreiSvorstand fallen, die übrigen 2:1 aber so verteilt werden, daß jeder Gau ebne Rücksicht auf seine Stärke vertreten ist. Ser Gau Hessen, der auf seinem ©auturntag tercit« Gauvertreter Pfeiffer und Gauober- taimtoart Will zu Abgeordneten bestimmt hat, tenn infolge der Reuregelung leider nur einen ter beiden nach Bremen entsenden.
Durch gute Vordere tung in der Sitzung des Kre'.SauSschusseS war eS möglich, daß die große
Der Attcefrauenverein in Gietzen
schwärzen und verl eren damit alle Rechte an Kreis und D. T. Wichtig ist auch der Beschluß, wonach d'e Satzungen von Sonderabteil'ingen innerhalb der Vereine dem K eiSgrundgesetz angepaßt werden missen. Der Artrag, d?n Kre s- turntag zu einem früheren Zeitpunkt abzuhalien, wurde abgekbat.
Hm 5 Hhr schloß der 2. Kreisvertreter den in vorzüglichem Turnergeist verlaufenen Turntag mit Dankesworten an die Braubacher und m t dem Wunsche, daß die gefaßten Beschlüsse und anregenden Beratungen der Deutschen Turnerschaft und dem deutschen Daterlande zum Gegen gere chen möchten. Begeistert wurde das „Gut Heill" auf die D. T. ausgenommen.
Anzahl der vorliegenden Anträge verhältnis- mäßig rasch für bie De chlußfassang reif waren. Trotzdem wäre e.ne vollständige D rchberat ng kaum möglich gewesen, wenn eine Anzahl von Anträgen nicht zurückgezogen worden wären. Den Abbauanträgen wrrde nur um Teil zugestimmt; so wurde beschlossen, den Kreisturnt a g nur alle 2 3ahre statt finden und die Gau verbandSseste in Weg'all kommen zu lassen. Dagegen konnte man sich mit einer Verringerung der Zahl der Abgnrrdnrtrn des,Kr:is- parlamentS" nicht einverstanden erklären. Auch die von den Gauen Hessen, Rhein-Rahe und Süd-Rassau eingebrachten Anträge auf Abbau der 6 Gauverbände überhaupt sanden Ablehnung. weil der Kreisturnausschuß von der Maßnahme eine Zerr ißung deS t r'.technischen Gefüges befürchtet. Daß man sich im Kreise den auf die Erziehung und die geistige Ert-lchtigung der 3uaend qetlc,treten wichtigen A fgaben. wie sie in ber 3ugendofleg? und in der Betonung des turner scheu Geisteslebens gestellt fi id. nicht verschließen will. daS bewies die Annahme der Aufbauanträge des Kre'.swaris f.r Geistes- turnen Prof. ®g. Dender (Franks irt a. M.) Es wurde ein Kreisjugendausschuß rr.lt 4. ein Gesangsausschuß mit 2 und ein Wanderau «schuß mit 2 Mitgliedern bestimmt. Bezüglich der Festsetzung der Beiträge und Vergütungen lagen mehrere Spar- an träge vor. von denen aber Annahme nur ber sand,, der bei Fahrten bis zu 30 Kilom'ter die
D. T. anerkannt w. rde, in der gleichen Höhe wie b Sher iestgeseyt. daS heißt auf 1,44 Mk. pro das Saargebiet je- Vorstand ermächt gt. die zu
Erfolg« gezeitigt; folgende Hntemehmungen sind au nennen: Bazare für Kinder Hilfe, Studentenhilfe, Bienenkorb, Blumenlag«, DolkSküche und Skraßens ammlungen.
3m 3ahr« 1922 war der Verein wieder in der Laa«, seinen Zielen entsprechend, den alljährlichen SamariterkursuS aufzunehmen, dessen Hauptinhalt Hnterricht über erste Hilfe bei Hnglückssällen, Belehrung breiter VoHSkrcise über die Grundgesetze der Hygiene ist und der nicht zuletzt Anregung für die berufliche Pflegetätigkeit geben soll. Die SanltätSkolonne gewährt dem Kursus Hnterfunft in ihrem DereinSlokal und die Benutzung der Lehrmittel.
Der B.enenkorb.
Heber den Bienenkorb unter der Leitung von Frau 3ustizrat Dr. Rosenberg sind folgende Angaben von 3nteresse:
Auf Anregung von Frau Geheimrat Dr. Gail, eines Vorstandsmitgliedes des Vereins, wurde der Bienenkorb als Abteilung des Alice- frauenverelnS im Mai 1921 ins Leben gerufen. Die Hot der Zeit hakt« es geboten, den Rentnerinnen eine kleine Erwerbsquelle zu verschaffen. ES wurde ins Auge gefaßt, alle Arten von Handarbeiten, je nach Fähigkeit der Herstellerinnen, anfertigen zu lassen. Gin Versuch, in dauernd« ArbettSverbindung mit größeren Abnehmern, wie Fabrikanten und Grossisten, zu treten, scheiterte an der geringen Bezahlung seitens der Arbeitgeber. Daher mußte man dazu schreiten, auf eigene Rechnung Material anzuschaffen, diese« verarbeiten zu lassen und die gefertigten Waren selbst unter der Hand abzufetzen. 3n den ersten Fahren boten sich hierzu die verschiedensten Gelegenheiten. 3n den Zähren 1922 23 und 24 fand gemeinschaftlicher Verkauf mit dem Rauheirner Alicefrauenverem in den dortigen Kolonnaden statt. Das Ausland hatte während der Inflationszeit großes 3nter- effe für diese Waren. Dank der Deutschen Kolonie in Rotterdam hatte der Bienenkorb jeweils die Möglichkeit, vor Weihnachten 1922 und 23 auf einem dort stattfinden Bazar zu verkaufen. Der Bienenkorb hatte weiter mit einer nach seinem Vorbild geschaffenen Einrichtung in Frankfurt Verbindung angeknüpft; Dort bot sich öfter« Derkaufsmöglichkeit. Ferner hatte er ein 3ahr lang Verbindung mit der Creditgemeinschaft gemeinnütziger Selbsthilfeorganisationen Deutschlands in Berlin. Da die Preise für die Waren au gering bemessen wurden, zog er es vor, durch Verlosung oder bei Gelegenheit eine« Bazars abzusehen.
Der Betrieb wurde 1921 mit einem Kapital von 4000 Dk., das durch Spenden aufgebracht worden war, eröffnet. Lotterie und Auslandspende sicherten die Weiterarbeit im zweiten 3ahre. 3m 3ahre 1923 nahm der geschäftliche Gang der Einrichtung einen solchen Umfang an, daß in Herrn Konrad Schmidt und Fräulein H o ch st ä 11 e r geschulte Kräfte gewonnen werden mußten, die regelmäßig und fleißig dem Bienenkörbe zur Seite stehen. Da auswärtige
3n der Erfüllung h:manitirer Ausgaben in Gießen steht der Allce-Frauenvereln Stotes Kreuz) an hervorragendrr Stell«. Smne rbeit verdient die weitgehende Hnterstühuna der Dürgerschast, damit er durch diese Mithilfe in den Stand gesetzt wird, sich nach jeder Richtung hin weiter zu entwickeln zum Wohle weiter Mitbürgerkreise. Diesem vorbildlichen Verein in unserer Sozialarbelt sei heute d 'rch die nachstehenden Zeilen die öffe.illiche Aufmerksamkeit zugewandt.
Eine Gesamlübersicht.
Der Schweizer Philantrop Henry Dunant (1828—1910), der Urheber des Rot.reuz-Gedan- kens, forderte auf dem 1. 3nternatio-ialen Kongreß in Genf im 3ahre 1834 die Bildung von R o 1 k r e u z - D e r e l n e n, die sich die Förderung der Krankenpflege zur Aufgabe machten. 3n Hessen rief die Großherzogin Alice (1813-1878). eine writausschauendeLandeSmutter. den hessischen Landesfrauenverein, ihr zu Ehren Alicefrauenverein genannt, im Jahre 1869 ins Leben. Der Verein hatte vor- nehmlich ihrer 3nitin1ive feine lebenskräftige Gestaltung zu danken, sie bildete auch den geistigen ONittelpunkt seiner über das Grobherzogtum verbreiteten Zweigvereine. Der Gießener Zweigverein, im 3ahre 1880 gegründet, schlief wieder ein, wurde 1900 zu neuem Leben erweckt und erreichte seine hohe Bedeutung während des Weltkrieges 1914/1918 unter der ziel- bewußten Leitung der bamaliaen Dorsihendrn Frau Berta Gebhardt und der aufopfern- den Hilfe vieler Frauen und Jungfrauen Gießens.
Zur Bekämpfung des Massenelendes des deutschen Volkes und der schweren Schäden nach dem Kriege, besonders zum Kampf in der 3n- flationSZeit mußten sich die kommunalen und privaten Wohlfahrtsvereinigungen die Hand reichen. Das höchste Streben des Vereins war, die Leiden des Mittelstandes zu lindern, und er schuf, neben seinen chnritativen Aufgaben eine soziale Abteilung: Der Bienenkorb, eine Arbeitsgelegenheit für Kleinrentnerinnen, von Frau Iustizrat Dr. Rosenberg geleitet; die Etudentenhilse, von Frau Saritätsrat Dr. S ch l i e p h a k e vertreten. Durch reiche ausländische Spenden, besonder- durch die Opferwilligkeit eines ehemaligen GroßgerauerS, des Herrn Gobel in Brooklin. war es dem Verein möglich. Schmalz, Mehl, Geld, kond. Milch diskret zu verteilen.
Die Ehrung von Hausangestellten, die 20 3ahre in einer Familie tätig waren, fand wieder stall. 3m 3ahre 1925 konnten acht Angestellte mit einer silbernen Drosch« und einem Diplom ausgezeichnet werden.
Das Hessische Rote Kreuz (Landesverein und Alicefrauenverein) eröffnete das im 3ahre 1925 eingerichtete Kinderheim in Bingenheim für Kinder des Mittelstandes am 15. April d. 3. wieder.
Die Arbeitsgemeinschaft der Gießener Frauenvereine hat die schönsten
Fahrtkosten nur für 4. Klasse vergütet haben to.IL Die KretSbeiträge für 1923 wurden nach längerer Aussprache, in der die Forderung der Sparsamke.t mit Rachdruck erhoben, auf der andern Se te aber auch die Gegenleistung der
Mitglied. Für doch wurde Der __________ . „ .
zahlende Steuer nach den jewe ligen Verhält- n'.s en festzufetzen. Mitglieder von Vereinen, die mit den Gaubeiträgen im Rückstände sind, haben nach Beschluß deS TurntageS keinen Anspruch au! Beihilfen auS der Hnfall-Hntrrstützungskasse deS Kreises, auf den KreiSehrenbries und den Ehrenbrief der D. T. Die V.'reine selbst find zu
und au-ländisch« Lntkrstühungen in den letzten 3ahren ausblieben, ermögiichle eine Verlosung im Jahre 1924 dl« Weiterarbeit, und der gute Ersotg des Bazare« im Dezember 1925 (Reingewinn von 3300 Mk.) bildete da« Betriebskapital für da- laufend« 3ahr. Die Zahl der Dienen oeteug in den Jahren 1921. 1922 und 1623 von 80—123. 3m 3ahre 1924. nach der e.abllifierung der Mark, verringerte sich di« Zahl auf <9.
Leiter find die Aussichten für den weiteren Verkauf gering. ES wird beab'ichtigt. wieder einen Verlaufsiag abzuhalien. Die Rachsra.^e nach Arbeit ist wieder größer geworden. D:« Zunahme des B enenschwar nc« ist ein Beweis für die Rolwendigkeit des Weilerbestchen» der Einrichtung, der auch fernerhin große« Wohlwollen entgegtngebradbt werden möge.
D e Slubentenhilfe,
in der Frau Danitätsrat Dr. Schliephake als Vertteterin des Verein- mitwirkt, konnte xum Bedauern des Vorstandes nur in bescheidener Wei'e unterstützt werden. An der gedeihlichen Entwilllung deS großen Werles, dessen erster Vorsitzender bekanntlich Pros. Dr. Eger ist, hat der Alicefrauenverein natürlich daS größte Interesse. Gr hofft, daß diese- Mittel- standsprobienz befriedigend gelöst werden kann und daß unserer akademischen 3ugend ball» sorgloser« Zeiten blühen.
Das Dermoyen des Vereins wird seit nahezu 23 3ahren von Oberbürgermeister Keller als RechnungS'ührer verwaltet. Der Verein ist ihm für sein« Mitarbeit sehr dankbar. Leider ist auch der Verein in seinem Wertvapierbefitz von der 3nflat'on in Mitleidenschaft gezogen worden. Eine Siärkung des finanziellen Rückgrats wäre deshalb sehr zu wünschen. ______ _
Oberhessen.
Landkreis Gießen.
f. Klein-Linden, 19. April. 3n der jüngsten GemelnderatSsihung stand al- erster Punkt die Einrichtung einer Küche für bie Mädchenfortbildungsschule zur Beratung. Da eine Mehrheit dc« Gemeinderats bisher die Mittel dazu abgelehnt hatte, nahmen In dieser Sitzung der Schulvorstand sowie Schulrat Prof. Dr. Alles aus Gießen Veranlafsuno, über Zweck und Ziele der Kücheneinrichtung für unsere weibliche Fügend zu sprechen und zugleich auf die gesetzlichem Vorschriften hinz'.'weisen. Die Lokalfrage ist jetzt In günstigem Sinne gelost. Rach gründlicher Aussprache bewilligte bet Gemeinderat die Mittel In Höh« von 500 bi- 600 Mark zur Einrichtung der Küche. Da bie Gemeinde Allendorf (Lahn) sich jedenfalls an der Einrichtung beteiligen wird, soll über bie Höh« deS Zuschusses mit Allen- borf verhandelt werden. Betreffs der Einführung deS dritten Schuljahre« 1926/27 nahm der Gemeinderat eine ablehnend« Stellung an; es soll den Mädchen überlassen bleiben, sich freiwillig an dem Kochunterricht zu beteiligen. Del guter Beteiligung will bann der Gemeinderat später zur evtl. Einführung de« b ritten 3ahres al« Pfllchtfchuljahr Stellung nehmen. — Bei ber Reuwahl der Beisitzer zum Schulvorst anb wurden die bisherigen Vertreter wiebergewählt. — Wegen ber Reu- b e f e 6 u n g ber Gemelnberechnerstell« lag vom KreiSamt ein Schreiben vor zur Herbeiführung deS Beschlusses, ob bei der Festsetzung der Kaution deS neuen Rechner- Privatinteressen Vorlagen ober nicht, ba laut Einspruch ein Bruder be« Gewählten hierbei mitgettirtt hätte. Der Gemeinderat verneint ba« Bestehen von Privatinteressen. — Beschlossen wurde ferner, von der steuer!ich«n Begünstigung durch Richterheben der Gemeinde-, KrciS- und ProvinAialumlagen zur Belebung der Dauwirtfchaft Gebrauch zu machen. Demnach bleiben Die ab 1926 neuzuerstettenben ®e* bäube auf 5 3ahre von biefer Steuer befreit. — Sin urbargemachtes Grundstück wurde den antragstettenben, verheirateten Erwerbslosen, zur Anpflanzung von Kartoffeln für diese« 3ahr freigegeben. 3m Herbst sollen Obstbäume auf daS Grundstück gesetzt werden. — Ein Gesuch des Kleinkaliberschützenverein S um Erlaubnis zur Errichtung eine« Schieß st and«« an bet Schinderhohl wurde genehmigt.
n. G r o h e n - L l n b e n, 19. April. Die bi«S- jährlgen Abc-Schützen, 63 an ber Zahl, und zwar 25 Knaben und 33 Mädchen, sanden beute Aufnahme in ber Schule.
Die tolle Herzogin.
Roman von E r n ft Klein.
Copyright by Carl Duncker. Vertag. Berlin.
tiS. Fortsetzung Nachdruck verboten
„Und wenn ich mich weigere, blefe» Wort zu gtben?“
James Wood guckte die Achseln.
„Dann würde übermorgen im „Malin" ber Der. hag zu lesen jein, den Lord Burnham und Mr. Mil- ter mit Herrn Karaschin, Doktor Röder und Gros- man» abgeschlossen haben. Ich glaube kaum, daß 5l)re Regierung große Freude an dieser Publikation falben wirb."
Sir Waller nahm ba» Monokel aus bem Auge unb putzte es sehr sorgfältig. Blie» auf bas Glas, polierte es von vorn, polierte es von hinten, blickte nrüfenb durch unb klemmte es wieder ein.
Madame Leonie lehnte mit ber Miene einer Tarne, bie sich königlich amüsiert, in ihrem Fauteuil. (5(oria stand an dem Tische unb ließ kein Auge von 3imes Wood. Alles las er in ihrem Blick — Angst. Verblüffung. Bewunderung--Sir Waller las
e-« aud) und grinste.
„Das fegen Sie bazu. Frau Herzogin?
„Ich--?" Ein eigentümliches weiches Lächeln
z.»g um ihren schönen Äunb. „Soeben, als Sie ein« traten, hat mir Herr Wood dasselbe erklärt. Unb id) glaube — Sir Waller — es bleibt Ihnen nichts oberes zu tun, als diese Bedingung zu erfüllen."
„Scheint mir auch so", knurrte ber Mann von Scottlanb Yard. .Lch gebe bas verlangte Ehren« trort/
,Lhre Hand daraus, Sir Walter?' Und sie hielt ihm ihre Hand hin.
„Meine Hand und mein Wort.'
Und zu James Wood n>enbefe er sich:
„Wer aber bürgt mir dafür, daß die 2Ibmad)ung «ach von Ihrer Seite gehalten wirb?'
„Diese» hier.'
Zufriebenheit, fonbern auch Vertrauen. Hatte also keine Schwierigkeit, hinter bas saubere Planchen zu kommen, ba» sich Las Dalbas ausgeheckt hatte. Er bekam das Original des Vertrage» in bie Hand ober war es nur eine offizielle Abschrift? — — Egal — — er bekam das Papier. Sein Auftraggeber war Herr St. Aubain im Hotel Ritz--“
„Dollstänbig klar!'
„Wie Las Valdas feinen Plan ausführte — darüber, Sir Walter, bitte ich schweigen zu dürfen. Das gehört ja, genau genommen, auch nicht hierher. Ich möchte nur betonen, baß Sie, wenn Sie es gewußt hätten, ibn erst mit ber Hundepeitsche traktiert unb bann niebergeschossen hätten. Ich muß gestehen, baß ich oft baran war, meine RuHe zu vergessen unb ihn grünbllchst burchzubläuen.
„Was natürlich verkehrt gewesen märe."
„Total verkehrt. Ich rufe übrigens die Damen als Zeugen bafür aus, baß Sir Waller mein Vorgehen burdjaus billigt. Doch weiter! Also. Las Dal- bas verschasfte sich bas Dokument unb schrieb es auf einem feiner Briefpapiere ab. Das Dokument sollt« wieder in den Schrank Lord Burnham» zurückpraktiziert werden. Nach getaner Arbeit ist aut ruhen. Las Valdas legte sich schlafen, und ich, ber ich die ganze Zeit unter feinem Bett gelauert, machte mich meinerseits an bie Arbeit. (Ein bißchen Aetyer auf bas Riechorgan bes Grafen — nun ja, der Chock hätte ihm, wenn er plötzlich erwacht wäre, vielleicht übel bekommen können. Ich vertauschte seine Abschrift mit einem leeren Papier, steckte es in dasselbe Kuvert, tat dieses in dasselbe Fach seiner Brieftasche unb verduftete. Dar ein gewagtes Spiel--doch ich hatte nur noch eine andere
Chance--ihn an Ort und Stelle umzubringen.
Aber bas Spiel gelang. Las Balba» hatte es am nächsten Morgen eilig, nach London zu kommen. Er hatte sich tatsächlich eine kleine Verletzung zu- gezogen — bie beste Ausrebe. Das andere misten Sie aus der Aussage bes Chauffeurs Joe Perkins.'
„Stimmt. Doch leider verschwieg der Chauffeur damals ganz die Hauptszene selbst.
Jubelnd, lachend, bebend vor Freude zog Gloria bas Dokument aus bem Busen unb hielt es ihm hin.
„Derbammt!' schrie er. „Regelrecht geleimt! Nun. Frau Herzogin, wenn sogar Sie sich gegen bas hochheilige englische Gesetz verschwören, bann muß ich mich als geschlagen bekennen."
„Was werben Sie jetzt tun?*
Sir Walter äugte sie alle ber Reihe nach an.
„Eine ganze Menge Dinge. Erstens bie Nilpferbe vor ber Tür ba in den Stall zurückschicken. Zweitens meinem Ehef unb Onkel bepeschieren, baß ich den Mörder von Las Valdas zwar gestellt, aber aus sehr triftigen, später noch zu erklärenden Gründen Aostand genommen habe, ihn au verhaften. Drittens um ein Glas Champagner bitten. Viertens diesen Herrn Perkins ober Wood oder TPZ ersuchen, endlich mit feinem Berichte loszufchießen."
Die Gläser klangen zusammen, Sir Walter wurde in aller Form Madame Üsonie, der Konkurrenz aus Alexandrien, vorgestern und James Wood begann:
Es ist nicht viel und nichts Großartiges zu be- richten, Madame LSonie, oberster Chef ber Inter- national Agency Sperazzi & Co., in Alexandrien, beauftragen mich, gewisse Briefe herbeizuschasfen, die Las Valdas zu kaltblütigen Erpressungen be» nutzte. Ich kam mit Ibrahim nach London und brachte es durch ein ausgiebiges Pfundopfer dahin, bah Adams, ber Chauffeur bes Portugiesen, plötzlich an intensivem Heimweh nach seiner Daterstabt Rich« monb erkrankte. Wo er sich, Sir Walter, noch im Schoße seiner Familie aufhalt--*
„Ohne Interesse für mich.'
„Schön, ich fahre fort. Adams präsentierte mich al» Ersatz — ich wurde akzeptiert und fuhr den Grafen noch am selben Tage nach Burr.harn Tower. Obwohl ich den Weg nicht kannte, kam ich doch tadellos dort an. Er war mit mir zufrieden, unb ick tat natürlich mein Bestes, diese Zufriedenheit nicht nur zu erhalten, sondern auch zu vergrößern. Ich bot meine Dienste als Kammerdiener an. Ich plättete Frackhosen unb erteilte Ratschläge in bezug auf bi« Farbe der Krawatte. Ich gewann nicht nut


