Turnen, Sport und Spiel.
Fußball.
V. f. B.
M Dis Scharte vom Docsomttag ist ausge- ti.n unentschiedenes 1:1 gegen die voll- - d ge Mannschaft des Sportvereins Offen v a ch ?u erzielen, soll schon etwas heißen, -uma! Q3. f. D. mit Ersah für die erEranften Spieler Kreft l. und Sieger, sowie für den o.t-j ■- j rts weil nden Mandler antreten mußte. 'S' - -pl - Mannschaft erschien mit: Böckler, Much- t'-r JL, Post, Hausrath, Dickhardt, Balser, Stöf;[er. Dingel. Ritsch und Kleinke. Offenbach kam p- t ci?or auffallend jungen Elf, die den E'm- b-r'mischcn larperlich durchweg unterlegen war, d.cses aber durch Schnelligkeit und Körperbeherr- fchung wieder arfwog. Mit Beginn des Spiels war B. f. B. leicht überlege», ohne jedoch klare Torschusjgelegenheiten herauszuarbeitem Etwa in der M.tte der ersten Spielhälfte kam der Platz- verein^durch ein selten schönes Tor in Führung. Eine Flanke von rechts wurde in feiner Kopfbali- kmnbi nation vor das Offenbacher Heiligtum weitergeleitet und von Dingel ebenfalls öurch Kopfstoß verwandelt. Z^eht erst kam Tempo in das Spie!. Oifenbach taute auf und Gießen schien die Torzahl erhöhen zu wollen. Kurz vor Halbzeit konnten die Gäste für etwa fünf Minuten sich in der Gießener Spirlfe'dhälftr sest'etzen. ohne jedoch zum Erfolg zu kommen. 1:0 für B. f. B. ging es in die Pause. Aach Wiederanstoh gab die Platzels wieder für einige Zeit den Ton an, ohne die in forschem Zug vorgetragenen Angriffe durch einen Torschuß krönen zu können. Einige Male verdarb übertriebene Kombination imStraf- raum des Gegners, die dann regelmäßig von den dazwichrn^ahreuden Svortvereinsverteii i'ern zerstört wurde, todsichere Gelegenheiten, oder die bestgemeinten Schüsse, wie einige von Köhler, Dingel imd Kleinke, gingen scharf über oder neben das Lor. Rach dieser Drangperiode fiel Gießen etwas ab. Die Offenbacher drückten mach- tag auf den Ausgleich, der ihnen dann auch durch den Halblinken gelang. Böckler hätte den mehr geschoben als geschossenen Ball halten müssen, mag aber Wohl von der Sonne geblendet gewesen fein, ihn ein Weniges wäre Sportverein noch der Siegestreffer gelungen. M u ch t a r rettete aber 'n ganz hervorragender Weise noch aus der Borlinie, wahrend Böckler sich an der Strafraumgrenze befand. Die übrigen Angriffe scheiterten an d:r vorzüglichen Abwehr der Hintermannschaft. Allmählich ste'fte B. f. D. das Gleichgewicht wieder her und ließ das Spiel sich bis zum Schlußpfiff des Schiedsrichters offen gestalten, ohne dabei eine Partei besonders im Dorteil zu sehen.
Schiedsrichter Sack zeigte sich als gerechter Spielleiter.
Aus dem Arbeiter-Turn- und Sportbunt),
1. Klasse.
Heuchelheim l — Lollar I 3:1.
£ Auf dem Heuchelheimer Sportplatz stellten sich obige Mannschaften dem Schiedsrichter zum fälligen Berbandssplel. Es wurde ein scharfes Treffen vorausgesagt, denn wollte Leuchelheim ein ernsthafter Bewerber um die Meisterschaft bleiben, so muhte es das Spiel gewinnen, während Lollar nach seinen seitherigen Punktverlusten alles daransetzen muhte, um nicht zu weit an das Tabellenende gedrückt zu werden: zudem verfügen beide Mannschaften über einen starken Osfensivgeist. Dom Anstoß weg drückte Heuchelheim und konnte Lollar während 10 Minuten in feiner Spielhälfte festhalten. Eine Reihe erzielter Ecken wurden von Lollar sicher abgewehrt. Lollar machte sich nun zwar frei und versuchte Gegenangriffe, diese wurden jedoch zumeist schon von der Derleidigung gemeistert. Auch in der folgenden Zeit hatte Heuchelheim etwas mehr vom Spiel und zwang Lollar wieder eine ganze Serie Ecken auf, die aber alle verschossen wurden. Endlich schien es eine Wendung geben zu wollen. Lollar verschuldete einen Handelfmeter, der jedoch von Heuchelheim scharf am Pfosten vorbei ins Aus geschossen wurde. Rumnehr wurde auch Lollar gefährlicher und schuf recht gefährliche Situationen, so daß der Heuchelheimer Tormann seine ganze Kunst aufbieten mußte. Die Situationen wechselten blitzschnell, in der 35. Minute konnte der Heuckelheimer Torhüter einen scharfen Muh noch gerade zur Ecke lenken, zwei Minuten 'pllter schoß Heuchelheim zum zweitenmal einen Handelfmeter, diesmal zum Führungstor verwandelnd. Bis zum Schluß der ersten Halbzeit war das Spiel offen. Lollars Ausgleichversuche blieben aber erfolglos. Auch der Anstoß nach der Pause brachte Heuchelheim sofort nach vorn, nach zwei Minuten mußte Lollar zum zweitenmal
va§ Wettrennen ;um Nordpol.
Von den Nordpolexpeditionen, die für dieses Jahr geplant sind, find bereits drei in den ersten Ansangen der Ausführung begriffen. Die von dem amerikanischen Kapitän G. H. W i l k i n s mit Unterstützung der Detroit Aviation Society unternommene Uprd't.on hat am 31. März im Flugzeug Fatrbanks (Alaska) verlassen und in einem Mündigem Flug Pomt Barrow, den nördlichsten Punkt des ameri- kamschen Kontinents, erreicht. Das Flugzeug, das D0" Leutnant Eielson gesteuert wurde und nur Ka- pitan Wilkrns als Passagier an Bord hatte, hat in bi Stunden eine Strecke zurückgelegt, die auf dem Landwege mit Hilfe des Hundeschlittens mindestens sechs Wochen in Anspruch nehmen würde. Die strecke zwischen Point Narrow und Fairbanks — sie betragt etwa 600 englische Meilen — soll in der nächsten Ze» mehrfach durchflogen werden, um not- wendige Erfahrungen zu sammeln und um in Point Barrom für die eigentliche Expedition die not- wendigen Vorbereitungen zu treffen. Besonders be- !£enSSCrtf 1)05 Flugzeug mit einem Heinen Rundfunksender ausgestattet ist, so daß die Flieger ibre glückliche Ankunft in Point Barrow so- fort durch Funksoruch verbreiten konnten.
sobald die Dorbereitunaen der Wilkins-Expedi- tton ,n Po,n Darrow abgeschlossen sind, werden die Erkundunassluge nach dem Eismeer aufgenommen werden. Das Ziel des ganzen Unternehmens ist der geographische Nordpol, der selbstoer- stündlich ebenfalls überflogen werden soll, als viel- "Ar b'e Erreichung des sog. Cispols, der auf dem 160. Langengrad bei 84 Grad nördlicher Breite oer- mutet wird. Früheren Polarexpeditionen ist es nur gelungen, den Rand des ungeheuren Eiszirkels zu
den Düll aus den Maschen holen. Lollar versuchte nun, unter allen Umständen dem Spiel eine andere Wendung zu geben, konnte auch Heuchelheim zeitweilig in seiner Spielhälfte fest- halten, gab aber leider dem Spiel eine schärfere Rote. Eine ganze Reihe Ecken wurden von Lollar verschossen, bis es ihnen endlich infolge einer Unvorsichtigkeit des Heuchelheimer Torhüters, der den Ball zwischen den Beinen durchrollen lieh, gelang, ein Tor aufzuholen. Bald darauf verscherzten sie sich diesen Erfolg aber wieder, indem sie den Ball in einem Gedränge vor dem Tor selbst einlenkten, so Heuchelheim zum dritten Erfolg verhelfend. Was nun folgte, war n^,t mehr hervorragend, und, nachdem auch noch die von Dollar mitanwesenden Zuschauer im Verein mit Den Lollarer Spielern den sehr korrekten Schiedsrichter zu beeinflussen suchten, brach dieser 10 Minuten vor Schluß das Spiel ab.
Marburg I — Meseck I 1:1. Ecken 4:5.
Ilm ganz sicher au sein, die in der Borschau festgestellte „Serie der unentschiedenen Spiele" fortzusetzen, trat Wicseck in Marburg mit Ersah an. Tatsächlich haben sie das Kunststück fertiggebracht und lieferten abermals ein iln- entschieden, nunmehr das Vierte! Rach dem Anstoß Marburgs ging Wieseck sofort zum Angriff über, drängte Marburg in feine Spielhälfte zurück und tonnte bereits in der siebenten Minute in Führung gehen. Rach einer g-:ten Vorlage des Mittelstürmers war der Linksaußen der Torschütze. Marburg machte sich zwar frei, konnte bis Halbzeit auch drei Ecken erzielen, aber keine Torschüsse anbringen. Auch Wieseck konnte, trotz-' dem das Marburger Tor reichlich bombardiert wurde, nichts mehr erreichen. Rach dem Wiederanstoh lag Wieseck wieder ständig im Angriff. Marburg antwortete mit Gegenbesuchen, beiderseits zunächst erfolglos. Die letzte Viertelstunde spielte Wieseck nur noch mit 9 Mann, wodurch es Marburg gelang, das Ausgleichstor zu erzielen. Das Spiel hatte nicht den Charakter eines Punktspieles, beide Vtonnschaflen lieferten sich einen ruhigen und fairen Kampf, der von den Zuschauern mit großer Spannung verfolgt wurde.
Alsfeld I — Gießen I 0:1.
Mit äußerst knappem Vorsprung tonnte sich Gießen seine sehr notwendigen Punkte in Alsfeld holen, Alsfeld hat sich recht tapfer gewehrt und eine ehrenvolle Riederlaae erlitten. Gießens Anstoß verpuffte sofort, wurde von Alsfeld abgefangen und vor das Gießener Tor getragen. Die Sache stand für Gießen zunächst recht brenzlich, sie hatten indes Glück und konnten alle Angriffe abwehren. Don einer Ueberlegenljeit einer Mannschaft konnte bis jetzt nicht gesprochen werden, das Spiel war noch völlig offen, beide Torhüter hatten gleichmäßig reichlich Arbeit, der fte sich mit viel Geschick entledigten. Gießen erhielt einen Handelfmeter zugesprochen, die Hoffnung, nunmehr in Führung gehen zu können, wurde jedoch von dem Alsfelder Torhüter in glänzender Manier zunichte gemacht. Bei dem Stande 0:0 gings tn die Pause. Rach dem Wiederanstoh sah man ein völlig verändertes Dild. Die Lleberlegenheit Gießens wurde nunmehr bemerkbarer, wahrend Alsfeld immer mehr und mehr abfiel. Rach 10 Minuten schoß der Mittelstürmer Gießens das Führungstor. Ein zwetter Handelfmeter wurde von Gießen nicht verwandelt, und Alsfeld muhte es sich gefallen lassen, immer mehr in seine Spielhälfte zurückgedrängt zu werden. Die noch unternommenen Durchbrüche wurden von der ballsicheren Verteidigung Gießens unterbunden. Aber auch Gießen blieben weitere Erfolge versagt, sodaß sie sich mit diesem mageren Resultat bescheiden muhten. Das Spiel hinterlieh einen guten Eindruck.
2. Klasse.
Alsfeld II — Gießen II 7:1.
Dies Resultat bedeutet eine sensationelle Ueberraschung. Das kommt davon, wenn man seinen Gegner unterschätzt und glaubt, 9 Mann genügen auch einmal. Damit soll nicht gesagt sein, daß Alsfeld allein deshalb gewonnen hat, sondern die Alsfelder Zweite hat sich in ganz hervorragender Weise enttoidelt und einen verdienten Sieg und damit die Punkte eingeheimst. Dis zur Halbzeit waren die 9 Gießener noch in der Lage, einigen Widerstand zu leisten, indem sie das Spiel 'bis dahm 1:0 halten konnten. Dann wars aber auch vorbei. Rach der Pause mußte der Ball sechsmal zur Mitte gegeben werden, die Niederlage Gießens war damit katastrophal. Das Fazit: Die ßeftion mag eine heilsame Lehre sein!
Rodheim I — £eun I 3:0.
Die zweite stleberraschung kommt aus Rod- Heim. Dort schlägt Rodheim, der Anfänger, den alten Kämpen Leun in der einwandfreiesten We.se. Dies Resultat ist für Rodheim ein sehr
beachtenswerter Erfolg und zeugt von einem guten sportlerftchen Geist. Die Gegner lieferten sich in der ersten Halbzeit ein volüg ausgeglichenes Spiel und konnten beiderseits nichts erreichen. Rach der Pause ging Rodheim mehr aus sich heraus und konnte kurz hintereinander drei Tore erzielen, während Leun sich scheinbar auf dem etwas kleinen Rodheimer Platz nicht zurechtfinden konnte. Dieser LImstand mag wohl mitgewirkt haben, daß Leun jeder Erfolg versagt blieb.
Gießen Ila — Fronhaufen I 1:3.
Auch bei diesem Spiel mußte Gcrßen die Punkte abgeben. Fronhausen konnte bis Halb-eit durch einen Elfmeter in Führung gehen und dem nach der Pause zwei weitere Erfolge Hinz fügen. Als 20 Minuten vor Schluß ein Gießener Spieler vom Schiedsrichter mit Platzverweis bestraft wurde, und dieser dem nicht nachkam, brach der Schiedsrichter das Spiel ab.
Marburg II — Vlasbach I.
3n Marburg warteten die Marburger und in Dlasbach die Blasbacher auf ihren Gegner, von denen jeder der Meinung war, das Spiel fände bei ihm statt. Auf diese Weise konnten selbstredend keine Resultate erzielt werden.
Isugendk^asse.
Heuchelheim (Jugend) — Lollar (Jugend) 0:1.
Lollar stellte die weil träfngere Mannschaft, aegen die die schwächeren Heuchelheimer, vor allem der Sturm, recht wenig ausrichten konnten. 3n der ersten Viertelstunde erzielte Lollar bereits das einzige Tor des Spieles, weitere Erfolge blieben ihnen jedoch versagt. Die kleinen Heuchelheimer gaben sich zwar alle Mühe, den kleinen Vorsprung der Lollarer aufzuholen, doch diese verteidigten mit vlel Geschick und — sehr zahlre'ch.
Blasbach (Jugend) — Wieseck (Jugend) 0:5.
Wie erwartet, waren bis Wiesecker die Besseren. 3n der ersten halben Stunde kam den Einheimischen der ungünstige Platz zu Hilfe, Wieseck konnte nur ein Tor erzielen. Rach dem Seitenwechsel drückte sich die Ueberlegenheit Wie- secks in vier weiteren Toren aus. Daß die Wie- secker sehr gute 2ugendmannschaft Sieger blieb, war ja klar, die Frage drehte sich nur um die Höhe des Erfolges.
Gießen (Jugend) — Marburg (Jugend) 7:1.
Auch der Ausgang dieses Spiels war von vornherein nicht zweifelhaft. Die neugegrünfccte Marburger Jugend trat zu ihrem ersten Spiel an, daß sie dabei gleich auf einen Gegner wie die Gießener Jugend traf, war Pech. Begreiflich wäre gewesen, wenn die Riederlage noch hoher ausgefallen wäre, daß dem nicht so war, und daß die Marburger sogar ein Ehrentor erzielen konnten, berechtigt für sie zu den besten Hoffnungen.
Handball.
Sport-Verein „Hessen".
ö. Am Samstagnachmittag fand in Butzbach daS Rückspiel der Handballmannschast gegen den
dortigen Polizei^portverein statt. Rach dem Vorspiel, welches 6:1 für Butzbach endete, zu urteilen, machte man sich wieder auf eine hohe Riederlage gefaßt, man wurde aber angenehm enttäuscht. Die „Hessen" traten mit Ersah für Lühl und Boger in der Aufstellung Völliger Herzog, Schnell, Rehren, Wagner, Wilh. Schneider, Ehrhardt, Kunze, Schäfer, Mohl und Butz an. Butzbach hatte Ersatz für seinen Mittelstürmer. Das Spiel nahm einen für Butzbach vielverspre. enden Anfang, denn g.'eich wurde daS Tor der „Hessen" bedrängt. Torwart und Verteidigung klärten manch heikle Sache, bis das Spiel sich ausgeglichener gestaltet. Ein schöner Angriff Gießens wurde durch Einzelspiel des Mittelstürmers zerstört. Butzbach kam vor, und schon sah Rümmer 1 im Gießener Gehäuse Der Anstoß Gießens scheiterte an der Butzbacher Läuferreihe, die ihren rechten Flügel nach vorne schickte. Gießens Verteidigung stoppie den Angriff. Statt weit nach vorne zu werfen, wurde in der Verteidigung kombiniert, was beinahe zum Verhangn's geworden wäre, denn der an den Gegner verlorene Ball sauste- haarscharf über den Kasten. Rehren brachte den^Dall gut vor, bie linke 6e?e war aber nicht schneTf genug, um erfolgreich eingreifen zu können. Butzbach dagegen erzielte nach schöner Kombination sein znei'es Tor. Jetzt siele Gießen um, Buß ging in die Berie digung zurück und Schne'l halbrechts. Schnell brachte Be egung in detn S urm, ater vorerst bleiben alle Angriffe erfolglos. Butzbach war glücklicher, denn ein ausgehend geglaubter Wurf landete gemächlich im Tor. Die „Hessen* ließen sich nicht entmutigen. Rehren brach auf der rechten Seite durch, und fein scharfer Wurf ging über den Torwart weg ins Tor. Gießen lag noch einige Minuten im Angriff. Dann wurden die Seiten gewechselt. Ohne Pause ging e8 weiter. Die „Hessen" waren nun dauernd im Angriff, die lleberlegenheit war eine ganz erdrückende, aber alles scheiterte an Butzbachs Verteidigung. Mehrere 16-Mete--Würfe brachten auch nichts ein. Schäfer muh mehr den Ball abgeben, wenn er sieht, daß er abgedeckt ist und die Rebenleute freistehen. Mit Einzelspiel ist bei einer guten Verteidigung schlecht durchzukommen. Butzbach kam nicht über Gießens Läuferreihe hinaus, die der beste Teil der Mannschaft war. Schäfer konnte noch einen unhaltbaren Wurf anbringen, dann verletzte sich der Butzbacher Tormann und wurde durch einen Mitspieler ersetzt. Dieser stand feinem Vorgänger in nichts nach, und hielt sein Heiligtum sauber. In den letzten 5 Minuten konnte Butzbach das Spiel wieder etwas ausgeglichener gestalten, am 3: 2-Siand für Butzbach wurde aber nichts mehr geändert. So endete das Spiel mit einem für Butzbach günstigen Resultat. Alle Spieler der „Hessen" waren auf dem Damm und liefen zeitweise zu großer Form auf.
Das Derbandsfußballspiel gegen B. E. 20 Gießen sand nicht statt, da D. E. eS vorzog, nicht anzutreten.
Kreisturntag des Mittelrheinkreises.
Gauoberturnwart Will vom Turngau Hessen erhielt den Ehrenbrief der D. T.
(Eigener Bericht beS Gießener Anzeigers.)
Gpw. Braubach a.Rh., 18. April.
Der Turnverein Braubach hatte den Mittelrheinkreis der Deu.scken Turnerschaft ein- geladen, den 84. Kreisturntag auf der Marksburg abzuhalten, die sich als einzig unzerstörte und in alter Form erhaltene Rheinburg über dem freundlichen alten Rheinstädtchen auf steilem Felsen erhebt. Aus allen Teilen des weiten Kreisgebiets, von der Saar, der Mosel, dem Rhein, dem Spessart und dem Hessengau waren die Turnerführer des 9. Kreises in großer Zahl erschienen.
Am Vorabend der Tagung hatten sie bei dem vorn Tv. Braubach veranstalteten Begrüßungs- abend Gelegenbeit, rheinische Treue und Gastlichkeit und rheinischen Frohsinn kennen und schätzen zu lernen.
Dom Turngau Hessen nahmen die folgenden Abgeordne en teil: Pfeiffer (Wetzlar) Schneider (Butzbach), Will (Gießen), W e n- S e l Meßen), G a ß m a n n (Marburg), T e x t o r (Marburg), Erle (Gießen), Schüler (Wetziar), Paul (Drehen) vom Gau- und Turnausschuß und außerdem Erb, Kling, Rautenberg, Veinig (G.eßen), Lang (Lang-Göns), Wal- t e r (Treis a. d. L.), Schneider (Weylar), Dr. Rau (Butzbach), Dr, Koch, Beck (Ridda),
W e i ß, O ß w a l d, H o f rn a n n (Bad-Rauheirn), Köhler (Friedberg), Wenzel (Grünberg), Oertel (Rieder-Wöllstadt), Bopf lGroß- Eichen.)
Nachdem gestern in der Kreisausschußfiyung und in den Sondersitzungen der Gaukassenwarie schon ein wesentliches Stück Vorarbeit geleistet worden war, nahm heute der eigentliche Kreisturntag um 11 Llhr auf der Marksburg seinen Anfang. Schulrat Schmuck (Darmstadt), der noch jugendliche 71-Lährige, begrüßte die Erschienenen und gedachte der Toten, besonders deS KreiSspielrarts Bär. Ramens der Stadt Braubach hieß deren Bürgermeister willkommen. Herzliche Degrüßungsworte richtete auch der Burghauptmann und der Gauvertreter deS Rhein-Mosel-Gaues an die Turnergäste, die sich aus 300 stimmberechtigten Abgeordneten und 57 Kreisausschußmitgliedern und Fachwarten zu- sammensetzten.
3n seinem von hoher Warte erstatteten Jahresbericht, der wertvolle Gedanken zur Anregung Dorirug, gab der 1. Kreisvertreter ein Dild der vielseitigen Arbeit in der Kreisleitung. Während die Zahl der Vereine von 1405 auf 1479 gestiegen ist, ist ein Zugang an Mitgliedern nur bei den Turnerinnen zu ver eichn-sn: bei den Turnern hat sich die her Mitglieder, wohl
erreichen, während der sog. „Pol der Unzugänglich'' feit" unerreichbar blieb.
Kaoitän Milkins, der bereits früher an der Sie- ohansson-Expedition, an Shakletons Antarktis-Expedition und schließlich (1921) an der britischen antarktischen Expedition nach dem Grahamland teilnahm, also als erfahrener Forscher zu gelten bat, will versuchen, den Stützpunkt seines Unternehmens von Point Barrow nach dem Eisool zu verlegen. Sollte es gelingen, diesen Pol der Unzugänglichkeit zu erreichen (was übrigens als viel schwieriger gilt, als die „Eroberung" des geographischen Nordpols), so will Milkins dieses Land für die Vereinigten Staaten in Besitz nehmen. Sollte die Aufsuchung des Eispols ergebnislos verlausen, so wird die Wilkins-Expedi- tion auf dem Luftwege den Nordpol anfteuern, dort eine Zwischenlandung vornehmen und dann nach Spitzbergen weiterfliegen Die Strecke von Point Barrow in Alaska dis zum Nordpol beträgt etwa 2200 Kilometer, während die Entfernung vom Nord- pol nach der Küste von Spitzbergen etwa 1200 Kilometer beträgt. D e Ausrüstung der Flieger besteht m der Hauptsache aus Waffen, Benzinvorräten und Lebensrnitteln für einige Tage. Sollte ein Zwischen- fall bie Flieger zur Landung zwingen, so wollen ste versuchen, nach der Methode Steohanssons „vom Lande zu leben" b. h sich durch Äagd und Fisch, fang die notwendiaen Lebensrnittel verschaffen, um bann zu Fuß nach Point Barrow zurückzukehren. Nach den Anordnungen bes Kapitäns Milkins soll eine Hllfsexpedition im Falle des Mißglückens erst Zwei Äahre nach dem Start abgeschickt werden. Jedoch hofft Milkins zuversichtlich, daß er seine Auf- gäbe vollkommen zu lösen vermag.
. Die zweite Nordpol-Expedition ist die bes ameri- tonischen Kapitänleutnants Richard E. B y r d die
am 6. April mit dem 3500-Tonnen-Dampfer „Chan- tner von Amerika abgefahren ist, um als erstes RMiel Spitzbergen zu erreichen. An Bord des Schiffes befinden sich ein großes Fokker-Flugzeug uno em kleineres Flugzeug. Von Spitzbergen soll die Fahrt nach Kap Morris Jessup auf Grönland gehen, Don wo aus der Flug nach dem Nordpol unternommen werden soll. Der Flug soll im Monat Mai an- getreten werden, da diese Jahreszeit in den Polar- gegenben erfahrungsgemäß für Flugunternehmun- günstigsten Witterungsoer- halknisie (nämlich Sichtigkeit der Luft) bietet. Die genießt die Unterstützung bes amerika- Nischen Marineministeriums, oerschiedener wissen- schaftlicher Gesellschaften und einiger Industrieller. Ste besondere Aufgabe der Expedition ist, die klimatischen Verhältnisse der Nordpolgegend zu erforschen, die für die Wettergestaltung auf dem amerikanischen Kontinent von besonderer Bedeutung sind.
Als dritter ernsthafter Wettbewerber um den vlorbpol hat sich in diesen Tagen Amundsen an «h11™ !Ort Gegeben. Nach dem Scheitern seines am
Mai d. I. unternommenen Nordpokfluges hat zlmunbfen ein italienisches Luftschiff erworben, das allerbinas nur 19 000 Kubikmeter faßt und mit drei ch-Motoren von je 450 Pferdestärken ausge- ftattet >st. Der Abflug bes Luftkreuzers, der auf den Warnen „Norge" aetauft wurde, ist in diesen Tagen von Rom aus erfolgt, und zwar soll das Luftschiff zunächst 'n Petersburg, wo sich eine Luftschiffhalle oon entsprechender Größe befindet, Quartier beziehen.
dort aus soll in kurzer Frist die Fahrt über bas nördliche Norwegen nach Spitzbergen forta»feht we/den, Amundsen hofft die Strecke SS SoiÄ b -d°mt Barrow (Alaska), die etwa 3400 Kilometer umfaßt, bei einer Stundengeschwindigkeit von 80
Kilometer in 45 Stunde., zurucklegen zu können, während der Vorrat an Benzin und Del für 65 Flugstunden berechnet ist. Als Besatzung werden 16 Mann mitgenommen. Besondere Schwierigketten erblickt man in den Maßnahmen gegen die Einwirkungen der Polarkälte auf das Luftschiff und gegen das Einfrieren der Gasoentile, sowie schließlich bei der Landung in Alaska Wenn alles programmäßig verläuft, wird Amundsen mit feinem Luftschiff „Norge" die Offensive gegen den Nordpol in den ersten Tagen bes Mai unternehmen.
Wie vielleicht erinnerlich, sind für dieses Jahr ferner geplant eine Nordvolexpedition des bekannten Arktisforschers Theodor Lerner (Frankfurt a. M.) ft-wie eine Expedition des Norwegers Storker- s o n, bie im Sommer zu Schiff bis zu den neu« sibirischen Inseln vorbringen, borl überwintern und bann im Frühjahr 1927 mit Hundeschlitten nach dem Cispol Vordringen will. Wie wir dagegen aus bester öueUe erfahren, wird eine arktische Expedition oon Professor Klute (Gießen) für dieses Jahr nicht beabsichtigt und ist auch nicht geplant gewesen.
Die verhältnismäßig große Zahl der Polar-Ex« pebitionen gibt (ebenfalls Anlaß zu der Erwartung, daß die Auffindung des Nordpols nur noch eine ftrage kurzer Zeit sein kann. So sehr die Erreichung dieses Zieles dem menschlichen Sportgeist schmeicheln mag, so liegen die eigentlichen Aufgaben der Forschung mehr darin, die klimatischen und geologischen Verhältnisse der Antarktis naher kennenzulernen und die Probleme des Erdmagnetismus und der Meeres- und Luftströmungen zu klären. Hier ergibt sich ein Arbeitsfeld, das noch vielen Generationen die Möglichkeit reichster Betätigung bietet. W.


