Ausgabe 
19.4.1926
 
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Sandwichsinseln befindet sich

Tätigkeit. Ströme von Lava beginnen

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Aach einem schweren Leiden ist der Bozener Altbürgermeister Julius Perathoner qestor-

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Ge­ber

Fuß Höhe aus dein Krater herabzusließen und gegen die Wälder im Kaubezirk vorzudringen.

An der Grenze zwischen Pern und Bo­livien hat sich ein Zwischenfall zngetragen,

den. Mit ihm ist der Führer des Deutschtum- in Südtirol dahingegangcn.

1. April Da diese den Voi tonnte, MI eilt' einem ? malig ir Mszahli rung de Nachwahl Derstiim und W- rung ni der ber hingegen artiger den, uni belhilsen

aestrcge kreiseS am Äh wurde 1927 : libertra

Der Vulkan Mauna

fühlen sich bekanntlich durch daS französische Internationalisierungsdekret, das nicht aufgehoben, sondern nur in seiner Anwen­dung ausgesetzt ist, bedroht. Die französische Ko­lonie Tunis ist zu Zweidrittel von italienischen und nur zu einem Drittel von französischen Kolo­nisten bewohnt.

Die Lage in Peking.

Der Sie«? Tschaiigisolins.

Paris. 18.April. (Wolff.) DieEhikago Tri- bune" meldet aus Peking, die Stadt befinde sich seit

Die deutschen, österreichischen und ungarischen Korrespondenten in Bukarest stellen von heute ab jede Berichterstattung über Ru­mänien als Protest gegen die Weigerung des Außenministers, mit den Journalisten der ehe­mals feindlichen Länder Fühlung zu nehmen.

Aus aller Welt

Mühlenbrand.

3n Athen fand in der Kachedrale mit großer Feierlichkeit die Eideleistung des Präsidenten der Republik Panga- l o s statt. Die Mitglieder der Regierung und der obersten Zivil- und Militärbehörden, der Erzbischof von Athen, daS diplomatische KorPS und zahlreiche andere Personen wohnten der Handlung bei. Auf der Fahrt von der Kathe­drale zum Palais des Präsidenten wurden Pan- galos begeisterte Huldigungen dargebracht.

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Mitglied

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Kunst und Wissenschaft.

Die internationalen Sludenlenverhandlunge» in Stuttgart.

Die Verhandlungen zwischen den Vertretern des Exekutivkomitees der Confed^rotion Inter­nationale des Etudiants (C. 3. E.) und des Hauptausschusses der deutschen Studentenschaft, die den Zweck haben, das im September 1924 in Warschau abgeschlossene Abkommen ouszu- bauen, wurden fortgesetzt. Don den von der Deutschen Studentenschaft In sechs Punkten niedergelegten Vorschlägen wurden bisher drei Punkte erledigt, und atoar wurde beschlossen, baß von nun an an allen Sitzunaen des Rates der E. 3. E. und der C. 3. E. seihst Vertreter der Deutschen Studentenschaft teilnehmen. De- treffs der Teilnahme eines Vertreters der Deut« schen Studentenschaft an den Sitzungen des Exe­kutivkomitees der C. 3. E. einigte man sich dahin­gehend, bah diese Vertretung nur für Sitzungen in Frage kommt, in denen vorwiegend sachliche AuSlanbarbeit beraten wirb, nicht für solche, in denen rein interne Organisationsfragen der E. 3. E. besprochen werden, lieber die Frage der Teilnahme der Deutschen Studentenschaft an den Internationalen Kongressen dauern die Verhand­lungen noch an.

Deutschlands Vücherexport.

Die Ausfuhr deutscher Bücher zeigt vom Jahre 1913 bis zum Ende 1924 einen Rück­gang von nicht weniger als rund 60 Prozent, wovon die wissenschaftliche Literatur tot Hauptteil bestreitet. Während im Jahre 1913 noch Bücher im Gesamtgewichte von 913 791 Dz. ausgeführt wurden, betrug die Ausfuhr im Jahr« 1924 nur noch 39 264 Dz. Dagegen hat sich die Ausfuhr Frankreichs im Jahr« 1924 gegen 1923 verdoppelt.

lieber vecs"- ' W'. Dereu'-

Die italienische Kolonie in Tunis richtete an den Heimreisen den Mussolini eine Ergebenheitsadresse, in ber betont wird, daß das Recht der italienischen Kolonie in Tunis auf Wahrung ihrer Rationalität durch keine chauvinistischen Machenschaften gefährdet sein dürfe und daß sie sich gerade in diesem Augenblick mit besonderem Vertrauen an Musso­lini als den Träger deS italienischen Rational- bewußtsetnS wende. Di« Italiener in Tunis

sind Strafverfahren wegen Verkaufs von Rezep­ten eingeleitet worden, durch die sich ihre allen Bevölkerungsschichten angehörende Kundschaft Kokain, Morphium, Opium und andere Betäu­bungsmittel beschaffen konnte. Auch ein Advokat ist in die Angelegenheit verwickelt.

Vulkanausbruch auf Hawaii.

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Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 19. April 1926.

In die Sonne!

Zur Reichsgesundheitswoche.

Don Privatdozent Dr. Walter Schultze, Universität Gießen.

Als Energiequelle für alles organische Leben fassen wir die Sonne auf. Unter dem Einfluß des Sonnenlichtes vollziehen sich an der Haut wichtige Veränderungen. Sie wird frisch, glän­zend, ninxmt eine rötliche und später rotbraune Farbe an, die Haut macht einen widerstands­fähigen Eindruck, und Ausschläge und Unnln- lichkeiten der Haut verschwinden häufig.

Mit diesen Veränderungen an der Haut selbst gehen im Sonnenbad auch sonst noch wichtige Veränderungen einher. Es sinkt der Blut­druck. Die inneren Organe werden besser durch­blutet, im Blut selbst tritt eine Vermehrung des roten Blutfarbstoffes auf, und die Zahl der Blutkörperchen vermehrt sich. Die Atmung wird wie im Luftbad tiefer, und das Sauerstoff­bedürfnis steigt. Auch auf das Nervensystem spricht die Sonne an. Es stellt sich eine innere Aufgeräumtheit, Arbeitsfreudigkeit und F.öhlich- keit ein. Richt unerwähnt soll bleiben, daß Wun­den vielfach im Sonnenlicht besser abheilen als unter Verbänden.

Wir sehen also, daß das Sonnenbad ziemliche Wirkungen auf den Körper entfaltet, und daß cs dementsprechend geregelt werden muh. Schwächliche Personen müssen sich erst langsam an Sonnenbäder gewöhnen und sollten sie mög­lichst unter Anleitung eines erfahrenen ArzteS ausführen. Mit Sonnenbädern beginnt man zweckmäßig zeitig im Frühjahr, solange noch nicht allzu starke ultraviolette Strahlung vorhanden ist, mit einer Dauer von wenigen Minuten. Lang­sam wird die Zeit des Sonnenbades gesteigert, indem man es auch so einrichtet, daß jede Körper- feite etwa gleich lange dem Sonnenlichte aus­gesetzt wird. In unseren Breitengraden nimmt etwa von April bis September mit steigender Sonne die ultraviolette Strahlung zu, um mit sinkender Sonne abzunehmen. Beobachtet man dies, so kann man sich vor Schaden durch diese Strahlen gut schützen, denn durch übermäßige Einwirkung dieser Strahlen kommt es zu heftigen Entzündungen, dem sogenannten Sonnenbrand, der sehr schmerzhaft werden und auch Fieber ver­ursachen kann.

Eine andere Schädigung durch Sonnenstrahlen ist der sog. H i tz s ch l a g ober S o n n e n st i ch. Er entsteht, wenn zuviel Wärme im Körper gespeichett wird, ohne daß die Haut genügend Wärme abgeben kann. Es kann dies der Fall fein, wenn die Haut zuviel Strahlung aufgenommen hat und durch Ver­dunsten von Schweiß nicht genügend Abkühlung an her Körperoberfläche eintritt. Die meisten Hitzschläge treten allerdings dann auf, wenn die Leute lange angelleidet in der Sonne sind, so daß durch die Kleider nicht genügend Wärme abgegeben werden kann, und es fo zu Warmestauung kommt, die sich in Kopfschmerzen, Benommenheit und anderen schweren Zuständen äußert. Es kann daher nicht genug vor Sonnenbadübertreibung und falscher Technik gewarnt werden, vor allem vor ftunhen« langem Liegen in der prallen Sonne ohne Rücksicht auf Sonnenhöhe, Wasserdampf der Luft, Luftbewegung und ohne Rücksicht auf den Zu­stand der Haut, des Herzens, der Lungen und des Nervensystems.

Vielfach wird durch eine übertriebene Reklame allzusehr auf Lichtbäder mit künstlicher Höhensonne hingewiesen. Demgegenüber müssen wir daran fest« halten, daß diese künstlichen Lichtquellen immer nur als ein Ersatz für das natürliche Sonnenlicht ange­sehen werden müssen. Unsere besten Heilerfolge und Wirkungen haben wir mit Sonnenlicht. Hinaus in Licht, Luft unb Sonne! ist mein Rus zur Reichsgesundheitswoche.

vornotizen.

Tageskalender für Montag. Reichsge und'ellswoche: 815 Ufcc, Reue Aula ter Alniöeqität, Dortrag von Prof. Dr. Bürker

tors angesehen.

Schweres Unglück eines französischen Truppenautos.

Bei einem Manöver ist in U e r a i g (Eifel) ein zum Truppentransport verwandter Kraft­wagen schwer verunglückt. Der Führer des dritten Wagens verlor in den scharfen Kurven der Landstraße die Kontrolle über den m i t 20 Soldaten besetzten Kraftwagen. Dieser rannte gegen die Schutzmauer, die er durchbrach, und e nen steilabfallenden Weinberg hinabstürzte. Rachdem der Wagen sich drei- bis vierma. Überschlagen hatte, durch­schlug er das Dach eines unter dem Weinberg liegenden Hauses. Ein Teil der Soldaten sprang während des Unfalles von dein Wagen ab und kam mit leichteren Verletzungen davon. Zwei Mann waren sofort tot, die anderen sind größtenteils sehr schwerverletzt. Während der Rächt soll em dritter Soldat gestorben sein.

Schweres Aulomobllunglück.

Leipzig, 19. April. (WTB.-Funkspruch.) Hinter dem Bahnhof Böhlen fuhr gestern abend ein Leidiger Äutomobil in den Tagebau der Böhlener D r a u n k o h ke n b e r g- teerte hinein, überschlug sich an dem Drahtseil und stürme die 18 Meter tiefe Böschung hinab. Beide Insassen wurden herausgeschleu- dert. ein Insasse wurde getötet, eine Frau schwer verletzt.

Berliner Selbstmordepidemie.

Mit fünf Selbstmorden und sieben Selbst­mordversuchen hat der gestrige Sonntag für Berlin einen traurigen und erschütternden Re­kord gebracht. Die Zahl der Selbstmorde und Selbstmordversuche hat eine Häufung erfahren, hie bei Beginn des Frühlings in jedem Jahr festzustcllen ist. Der gestrige Sonntag aber Hal diese Selbstmordkurve weit über das Maß der bisherigen Jahre anschwellen lassen.

(Ein Flugrekord.

London, 19. April. (WTB.-Funkspruch.) Ein englisches Flugzeug ist gestern zwischen 6 Uhr morgens und 9.38 Uf>r abends von Croydon nach Rürnberg und zurück ge- Hagen, hat also im ganzen 15'/, Stunden zu einer Reise gebraucht, für die mit anderen Verkehrs­mitteln mindestens 80 Stunden erforderlich ge­wesen wären.

Zollhinterziehung einer elfässischen Automobilfirma.

Die deutsche Zollverwaltung in Kehl ist ausgedehnten Zollhinterziehungen einer elsässi­schen Automobilfabrik, die einen kleinen Touren- toagen, ein Serienfabrikat, in großen Mengen nach Deutschland eingef uhrt hat, auf die Spur gekommen. Die Firma hat es verstanden, die Wagen ohne Einfuhrzoll nach Deutsch­land zu bringen. Die Schädigung .'3 deutschen Zvllfiskus soll sich auf mehrere Millionen belaufen. Vier Zollbeamte der Station Kehl sind als Mitschuldige sestqenommen worden.

Durchstechereien.

Berlin, 1.3, April. (WTB) Bei der Aga- Automobilgesellschaft sind große Veruntreuungen aufgedeckt worden. Ein etwa 30 Jahre alter, aus Düsseldorf gebürtiger Kaufmann Reuter, der einen Altmetallgroßhandel betrieb, hatte sich als Sohn eines rheinischen Großindustriellen ausgegeben und war auf diese Weise in die Ge­schäfte der Aga hineingekommen. Hier verschaffte er sich durch Bestechung von Angestell­ten Preisherabsetzungen und erhielt schließlich nicht nur Altmetall, sondern ganze Maschinen und Messing als Altmetall. Infolge der mit der Verhängung des Konkurses eingetretenen ver­schärften Aussicht kamen die Veruntreuun­gen ans Licht. Daraufhin wurde Reuter, der keine feste Wohnung mehr hatte, in Eharlottenburg festgenommen. Die von ihm erschwindelte Summe beträgt etwa 100 000 Mk.

Entschädigungsklage eines unschuldig verurteilten.

Im Jahre 1911 verurteilte das Schwurgericht in G l a tz den Fleischer Trautmann aus Reu- Hos bei Münsterberg wegen Totschlages an der unverehelichten Sander zu 12 3a hren Zucht­haus. Rach deren Verbüßung wurde Traut- mann im Wiederaufnahmeverfahren frei gesprochen. Der Täter ist vermutlich der Münsterberger Menschenschlächter Denke. Drautmann hat jetzt gegen den FiSkuS eine Zivilklage eingereicht, da dieser die als Ent­schädigung für unverschuldet ver­büßte Strafe beanspruchten 39 000 Mark als zu hoch bezeichnet.

Die kokalnseuche In Paris.

Die Pariser Polizei fahndet eifrig nach Händlern mit Kokain. Gegen etwa zwanzig Aerzte

Rif-Delegierten wurde am Sonntagabend um 7 Uhr beendet. Der Waffenstillstand und die Besetzung wichtiger strategischer Punkte wurden noch nicht be­sprochen, da diese beiden Fragen noch Gegenstand von Vorbesprechungen zwischen den französische, und spaniskven Delegierten bilden müssen. Die Rif- Delegierten haben den Wunsch geäußert, zurückzu­kehren, um mit Abd ei Krim über einige Punkte Rücksprache zu nehmen Die französischen und spa- nischen Unterhändler haben während der ersten Sitzung den Eindruck gewonnen, daß die Ris-Dele- gierten von aufrichtigem Friedenswillen erfüllt sind. Frankreich und die italienischen

Kolonialpläne.

Saucrwcin für Teilung der franzii fischen Mandatsgebiete in Afrika unter Italien und Deutschland.

Paris. 19. April. (TU.) Trotz der Ge- lassenheit, die offizielle Kreise zur Schau tragen, ist die Presse über d i e Reise Mussolinis stark beunruhigt. Die Linkspresse pro­testiert gegen die letzte Kundgebung des Faszis- mus mit einer Heftigkeit, die sich nur Im Hinblick aus den Wiederzusammentritt des Parlaments erklären läßt, das seine Arbeiten am 20. wieder auf nimmt. Don sozialistischer und kommunistischer Seite werden Interpellationen über die Um­triebe des Faszismus in Tunis und die Gründe der Tripolis-Reise Mussollnis ein- gebracht werden. Die Regierung wird voraus­sichtlich die Vertagung der Interpellationen ohne Festsetzung eines genauen Datums beantragen. In Regierunqskreisen ist man sichtlich bestrebt, Reibungen mit Mussolini vorläufig zu vermeiden.

Sauerwein, der für denMatin" eine Gnqukte über den FasziSmus in Rom angestellt hat, veröffentlicht heute ein abschließendes Urteil. Er fordert, daß Frankreich Verständnis für die italienische Politik habe. Für diese Politik sei es notwendig, daß man aufhöre, sentimental zu fein. Man müsse erkennen, daß Italien wie Deutschland einen Ueberschuß an Bevölkerung habe und sich im Aus­land betätigen müsse. Viele Italiener seien in Frankreich beschäftigt, aber das genüge nicht. Deshalb fordere Italien Kolonien. Wenn es Kolonien fordere, die Frankreich erworben habe, unb die es noch durch bluHge Kämpfe beschütze, bann sei keine Verhandlung möglich Aber neben diesen Kolonien gebe es andere, die der Friedensvertrag Frankreich zu gesprochen habe. Frankreichs Kolonial­reich sei für seine 38 Millionen Einwohner mehr als genug, aber

die Verteilung des afrikanischen Mandats könne revidiert werden.

Es wäre nach Ansicht Sauerweins sehr klug, von England unb Frankreich, wenn sie alle diese ab tret en würden. ES stehe nicht Frankreich bas seine Fahnen an allen Ecken der Welt auf« gepflanzt hmbe, zu, noch den Engländern, die Herren eines großen Teiles der Welt feien, alle Wege zu versperren, die sich einem arbeit­samen, stolzen Volke öffnen könnten.

Die Frankreich durch den Friedensvertrag zugestandenen ehemaligen deutschen Ko­lonien könnten zwischen Italien und Deutschland geteilt werden. Frankreich hat an und für sich ein so ungeheures Kolonial­reich, daß es besonders im Hinblick auf seine Geburtenziffer mit Leichtigkeit auf die ehemaligen deutschen Kolonien verzichten könne. Sauerwein schildert dir Lage als äußerst ernst und dringend. Die Bestrebungen Italiens und de« Faszismus dürften nicht unterschätzt werden. Man müsse alles tun, um eine Verständigung zwischen beiden Ländern zu ermöglichen. Italien müsse sich aber . gesagt sein lassen, daß es einen schweren Fehler begehe, wenn es französische Mittel­meer-Kolonien begehre. Zum Schluß beißt es:Wenn Italien unter Hinweis auf seine höhere Geburtenziffer aus Kolonien Anspruch erhebt, die wir erobert haben und durch blutige Feldzüge uns erhielten, so ist jede Aussprache unmöglich Diese Kolonien sind geheiligt. Wenn sie jemand nehmen will, so wird Frankreich sie mit den Waffen verteidige n.

Mussolinis Ankunft in Italien.

Rom, 19 April. (TU.) Mussolini traf am Samstag um 3 Uhr auf dem Schlachtschiff Cavour" im Hafen von Gaeta ein. Er verab­schiedete sich von Admiral S i m o n e 11 i, ton et für die Haltung unb Leistung der Offiziere und Mannschafteil während der Reise höchste An­erkennung aussprach Bei seiner Ankunft wurde er von der Bevölkerung stürmisch begrüßt. Abends um acht Uhr traf Mussolini im Sonderzug in R o m ein. Bei seiner Ankunft wurde er von den Ministern, den Spitzen der faszistischen Partei und einer unübersehbaren Menschenmenge begrüßt. Militärs aller Gattungen und oie saszistische Miliz bildeten Spalier. A!le öffentlichen Gebäude waren illuminiert unb reich beflaggt Rach einer kurzen Begrüßung fuhr Mussolini sofort nach seinerPri- vatwohnung. Aus dem Wege nach dort brachte ihm bie Menge stürmische Ovationen dar. Musso­lini wurde am Sonntag vomKönigin längerer Audienz empfangen und erstattete über seine Reise Bericht. Anschließend empfing Mussolini im Palazzo Chigi den englischen Bot­schafter.

Als am Sonntagvormittag die 3 ugeüb­te e h r e n am Palazzo Chigi borübetAogen, er- sch'en Mussolini einen Augenblick auf Dem histo­rischen Eckbalkon, hielt aber ebenso wie am Samstag, als ihn die begeisterte Menge bet seiner Rückkehr von der Tripolis-Reise stürmisch be­grüßte, leine Ansprache. Die eigentliche Feiet der Rückkehr aus Tripolis wird mit der großen R a t i o n a l f e l e r am 21. April verbunden wer­den unb ihr ein besonderes Gepräge geben, da das Volk in dieser Reise Mussolinis eine Kund­gebung des italienischen Machtwillens erblickt und sie als die Einleitung zu einer neuen Phase ber Kolonialpolitik betrachtet. In dem Programm für die Rationalfeier ist vorgesehen, daß Mussolini eine große Rede über die Reise und ihre Bedeutung hält

g<fd)äftßfi beWdigi mit: Der

fung des Sowjetbotschasters Sara» cha n , andernfalls drohten sie, ihn wegen feiner Um­triebe zugunsten der Kommunisten zu verhaften.

Die internationale Handelskammer.

Eine Rede Dr. Walter Leafs in Essen.

Essen, 17. April. (WTB.) Der Präsident der Internationalen Handelskammer, Dr. Walter Leaf, ist auf seiner Rückreise durch die Lander Mitteleuropas heute nachmittag in Begleitung deS Generallekreiärs der Kammer, D o l l e a n s, in Essen eingetroffen. Beim Abend.sfen im Hotel Kaiserhof entwarf Dr. Leaf nach kurzen Begrüßungs.vorten des Handelskammer, r s den- ten Sengelmann in längerer Rede ein Bild von der Tätigkeit und den Zielen der Inter­nationalen Handelskammer auf dem Gebiet des Ausgleichs ter internationalen wirt­schaftlichen Gegensätze und des Wie­deraufbaus der Weltwirtschaft. Es sei überraschend gewesen, wie rasch schon bei den ersten Versuchen, einen Zusammenschluß der gei­stigen Arbeit auf wirtschaftlichem Gebiet herbei­zuführen, die von den Begründern der Handels­kammer anfangs gehegte Befürchtung sich zer­streut habe, daß Die nationalen Vorurteile sich der gemeinschaftlichen Arbeit hindernd in den Weg stellen könnten. Und doch sei dies im Grunde nicht verwunderlich. Denn Kaufleute seien Partner, nicht Rivalen: für den Kaufmann sei eine politische Grenze eine un­leidliche Schranke, durch die künstlich diejenigen getrennt werden, die zusammenzukommen streben.

Die Brüsseler Tagung der Handelskammer habe dazu betgetragen, der Oeffentlichkeit die Unmöglichkeiten wieder zum Bewußtsein zu brin­gen, große Wertbeträge von einem Land in das andere zu überführen, es sei Denn auf Dem Riege des Güteraustauschs, unb im Zu­sammenhänge damit die Wahrheit der Behaup­tung, daß kein Land, wenn es seine Grenzen der Einfuhr verschließt, auf Eingang der ihm etwa vom Ausland geschuldeten großen Beträge rech­nen kann. Der Redner begrüßte bann Den Ge­danken einer internationalen Wirt­schaftskonferenz. Die Internationale Han­delskammer beanspruche, unbeeinflußt von politi­schen Rücksichten die wirtschaftliche Weltgemein­schaft zu vertreten. Die Internationale Andels- fammer könne sich nicht für die notwendige Der- ringerung ober die Abschaffung bet Zokl- ma u e r n einsehen, ohne der Frage zu begegnen, wie den Folgen schrankenloser Heber- produktion in wirtschaftlichen Depressions- Perioden vorgebeugt werden soll. Eine inter­nationale Organisation zur Steuerung der Produktion werde unerläßlich sein.

Der Kuliskerprozeh.

Berlin, 17. Avril. (WTB.) Der Beginn der heutigen Verhandlung verzögerte sich etwas, da Kutisler nach ber gestrigen Sitzung zusam­mengebrochen war. Auf Anordnung ber Aerzte muhte er das Bett a u s s u ch e n. Der Vorsitzende beauftragte Geheimrat Krauß, sich sofort im Auto zu Kutisler zu begeben und fest- zustellen, ob Kutisker wirklich verhandlungSunfä- hig sei. Der Dorsihende betonte dabei, daß, wenn Kutisker längere Zeit den Verhandlungen nicht beiwohnen könne, er das Verfahren ab» trennen mühte. Rachdem die Aerzte unb bet Verteidiger Kutislers die Erklärung abgegeben hatten, daß Kutisker seine Krankheit nicht über­treibe, vielmehr dem ganzen Prozeß beizuwohnen wünsche, kam das Gericht zu Der Feststellung, daß Kutisker ber gute Wille, zur Verhandlung zu kommen, vom Gericht nicht abgesprochen werden könne und die Verhandlung in der bisheri­gen Weise fortgeführt werben würde. Die Verhandlung wurde Darauf auf Montag vertagt.

Der König von Schweden beim Reichspräsidenten.

Berlin, 17. April. (TU.) Der König Gustas von Schweden, bet gestern auf der Durchreise von Rom nach Sto-iholm hier weilte, stattete gestern nachmittag in Begleitung des schwedischen Gesandten Exz. v. Wirsen dem Reichspräsidenten einen Besuch ab. Abends reifte der König mit dem fahrplan­mäßigen Zuge nach Stockholm weiter.

Kleine politische Nachrichten.

Rach kurzem schwerem Leiden ist der frü­here Präsident des Stattstischen Reichsamtes. Professor Dt. Richard von der Dotght, verstorben.

totem abend unter der vollständigen Kontrolle Tscha na t s o l i n s. Der provisorische Präsident luan Schi - jui habe die Exekutivgewalt über­nommen. Der Einzug der Truppen Tschangtsolins und die Regierungsüvernahme durch Tuan Schi-jui verstoße gegen das gestern dem Friedensausschuß gemachte Versprechen, aber die Besetzung habe so gut wie gar keine Unordnung hervorgerufen. Die ein» rückende Armee hätte Aufrufe erlassen, in denen be­tont werde, sie zögen nur deshalb in die Hauptstadt ein, um die kommunistische Gefahr zu beseitigen. Sie wollten jedoch die Einwohner Pekings nicht schä­digen. Die Tatsache, daß die Armee Kuo- mmschungs Veking vollständig räumte, so schließen sowohl die Aufrufe der Armee wie die Tuan Schi- juia, beweise, daß die Kuomintschunaarmee von Friedensschluß nichts wissen wolle. Die Armee Kuo- mintschung ziehe sich übrigens, so schließt die Mel­dung derCbikago Tribüne", durch den Rankauoaß zurück, da Tschangtsolins Leute anscheinend die Ab- icht, der Armee den Rückzug durch diesen Paß abzu- chneiden, aufgegeben haben. Rach einer Meldung )esReuyork Herald" aus Peking fordern Tschang- tfoün und seine Generale die sofortige Abberu-

bei dem zwei Personen getötet wurden. Die sanbtschaft von Peru in La Paz wurde von Menge mit Steinen beworfen.

3n Elmshorn bei Hamburg ist di« Hafen gelegene Dampfmühle von Koelln, eme der größten Dampfmühlen Rorddeutschlands, vollständig emgeäfchert worden. Das Feuer wurde morgens um 5 Uhr von einem Wächter auf dem dritten Boden entdeckt. Mit Riesengeschwindig- keit breitete sich der Brand trotz raschem und tatkräftigem Eingreifen der Feuerwehr durch den durch drei Stockwerke führenden Elevator über den ganzen Dau aus. Durch die Explosion der korngefüllten Silos wurde ein Feuerwehr­mann lebensgefährlich und ein anderer leichter verletzt. Die völlige Löschung des Brandes wird noch Tage in Anspruch nehmen. Als Entstehungs­ursache wird Heihlaufen eines Eleva-