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Segenenttvurf die- M etaNetag Vie ngebahnte Hofier- otge in eine Ar- durch den Eriah znunAgefetzeS zM »er jetzt schon durch fast ausschliestlichen Arbeitslosenfürsorge her unb Arbeitnch- ) an ber Bedürftig' n Mrsorgecharaklcr ^halten. Auw die echarakterS. die noch aebung hineinragen, llose Verführung herungsgeseh be|ei- .Dersicherungsgesen lialcn Derficherung des Dersichemngs. sozialen Rücksichten stn Gesichtspunkten ber neuen Arbeits sein, als auch die ungsinteressenten zu

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Leistungen und Risikoverteilung die Organisation ber Versicherung ergeben.

Aus diesen Erwägungen heraus sind die einzelnen Vorschläge des Gegenentwurfs gemacht worden, insbesondere wird der § 56 des Ent­wurfes entschieden abgelehnt, weil es nicht an­gängig ist. an die Hergabe von Darlehen die Bedürftigkeitsprüfung zu knüpfen. Solche Dar­lehen kommen nur in Zeiten schwerer wirtschaft­licher Krise und umfassender Arbeitslosigkeit in Frage. Die Vedürftigkeitsprüfung bei großen Arbeitsnachweisen würde also gerade dann ein­setzen. wenn 1OOOO von Arbeitslosen an sich bereits die Unter ftüfcung beziehen. Der Entwurf wendet sich auch dagegen, daß Arbeiter von der Arbeitslosenunterstützung ausgeschlossen sind, die nicht wenigstens ein Drittel des normalen Ar­beitsverdienstes erwerben können. Wenn man diese Arbeitnehmer zu Beiträgen heranzieht, muß man auch entsprechende Unterstützungen zahlen. Mit der Beschränkung der Pflichtarbeit erklärt sich der Gegcnentwurs des Städtetages einver­standen, weil insbesondere in ländlichen Bezirken die Gefahr des Mißbrauches naheliegt. Der Städtctag beanstandet weiter die Beschränkung des Anspruches auf Arbeitslosenunterstützung, wenn diese innerhalb der letzten 12 Monate durch 26 Wochen gewährt ist. Es würde also ein An­gestellter oder Arbeiter, der 30 Jahre Beiträge gezahlt hat, nach 26 Wochen keine weitere Unter­stützung erhalten. Das scheint nicht angängig zu sein. Der Städtetag gibt eingehende Vorschläge für eine bessere Berücksichtigung des Versiche­rungsprinzips. Der Entwurf hat die Kurz­arbeiterunterstützung ganz bei Seite gelassen, was im Hinblick auf die Erfahrungen der letzten Jahre bedenklich erscheint. In Fällen von Wirtschafts­krisen ermöglicht die Kurzarbeiterunterstützung den Betrieben die Erhaltung eines Stammes ge­schulter und eingcarbeiteter Arbeitskräfte. Die Betriebe können zweifellos in diesem Falle nach Ueberwindung der Krise leichter wieder zur Aus­nahme des vollen Betriebes übergehen, als wenn sie ohne Kurzarbeiterunterstühung gezwungen sind, einen großen Teil ihrer Arbeitskräfte aus­zustellen, dazu kommt, daß solche Ausstellungen die Erwerbslosenfürsorge stark belasten, und trotz­dem den einzelnen Arbeiter und seine Familie schlechter stellen, als wenn Kurzarbeiterunter- stühungen gewährt werden. Mindestens , für Krisenzeiten muß deshalb die Kurzarbeiter­unterstützung im Gesetz vorgesehen werden. Ein Mißbrauch der Einrichtung ist durch entsprechende Kautelen zu verhüten.

Der Städtetag fordert außerdem eine Ver­besserung der Bestimmungen über Rotstandsar­beiten, wobei er in der Praxis eine Erleichterung der Verwaltungsarbeiten an strebt.

Die übrigen Vorschläge und Bemerkungen des Städtetages beziehen sich auf die Mittelauf­bringung und die Organisation und kommen am Schluß zu dem Ergebnis, daß es die beste or­ganische Lösung des Arbeitsversicherungsgesehes sein würde, wenn Arbeitsnachweisgeseh und Ar- beitslosenversicherungsgeseh in einem Gesetz orga­nisch verbunden erlassen würde. Diese Lösung würde aber eine Reihe von weiteren Streit­fragen aufrollen und neuerdings die Einfüh­rung der Arbeitslosenversicherung außerordentlich verzögern. Es ryuß aber das Bestreben des neuen Arbeitslosenversicherungsgesehes sein, die Vorarbeit für eine spätere Zusammenfassung der beiden Materien bereits zu leisten und diese Zusammenfassung nicht aus dem Auge zu ver­lieren. Der vom Städtetag ausgearbeitete Ent­wurf trägt diesen Gedanken durch möglichsten Einklang mit der Arbeitsnachweisgeschgebung Rechnung, während der Entwurf der Reichsre­gierung hier Dissonanzen aufweist, die die später notwendige Einschmelzung der beiden Gesetze in eine einheitliche gesetzgebende Regelung er­schweren.

Es besteht für denjenigen, der sich mit den Hauptfragen des Gesetzentwurfes und mit den Vorschlägen des Städtetages beschäftigt, kein Zweifel, daß der Gesetzentwurf der Regierung einer gründlichen Umarbeitung unterzogen wer­den muh.

Ein neuer Beitrag zur Kriegsschuldfrage.

(Von unserem Pariser W. S.-Korrespondenten.) 3m Verlage von Alfred Costes, nie Mon- sieur-le-Prince in Paris, ist soeben ein neues

Sein oder Nichtsein.

Ein Kriminalroman von der Wasserkante.

Don Moritz Schäfer.

25. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Genau stand Mühlfelds Programm noch nicht fest, als er sich zum Stelldichein mit Andrea begab. Nur in allgemeinen Umrissen hatte er seine Pläne zurechtgelegt, für Varianten war je nach den Um­ständen Muße genug. E i n Bedenken hatte er: wenn man Lorenzen schuldig werden ließ, wenn der Ban­kier plötzlich einsah, daß er sich in dem vermeintlichen Freund grausam getäuscht hatte hieß das nicht gerade das Schicksal heraufbeschwören, das Mühl­feld vermeiden wollte? Würde nicht Lorenzen, wenn der Verräter ihn der Depotunterschlagung bezichtigte, den Spieß umkehren und der Behörde den Judas als den größeren Verbrecher denunzieren? Möglich, aber dann war seine Glaubwürdigkeit erschüttert. Beweise gegen Mühlseld waren nicht beizubringen und die Denunziation erschien unter dem Gesichts­winkel eines gemeinen Rachcakies! Immerhin war es geratener, die ganze unliebsame Eventualität durch genialen Schwung aus dem Wege zu räumen. Man brauchte ja nur bei der schönen Beute den Koder anzulegen unb konnte offiziell vor den Be- horoen mit der Beschuldigung der Depotunterschla­gung zuruckhalten. Ja, bei Licht betrachtet, schien diese Lösung sogar besser zu sein! War erst Andrea gefügig, bann würde es genügen, ihrem Mann den Nasenrrng anzulegen, der den Stier falls ihn die Wut packte, in die Knie zwang. Ein Spiel, der Auf­regung des Sportmanns wert! . . .

Und nun, Fedor Mühlfeld, zieh' die Wildledernen cm die schmalen Ehrenfinger und setz den Seiden­zylinder auf dein onduliertes Gelock. Noch ein Schuß new-mown-hay aufs batist'ne Taschentuch, so, jetzt ruf' deinen Kammerdiener unb laß ihn mit Kenner­blick begutachten, ob das Finish des Gentleman er­reicht ist! Noch einen Blick in den Pfeilerspiegel über der karrarischen Marmorkonsolc deines fürst­lichen Vestibüls bann, ihr diskreten Kelims, dämpft den Schritt eures Gebieters, bis die Pforte sich auftut die ihn auf den Weg feiner Schande entläßt. . .

Werk von Pierre Renouvin. Privatdozent an der Pariser Universität, erschienen, betitelt Der unmittelbare Ursprung des Krieges". Dieses Werk rückt die unmittel­bare Schuld Poincaräs am Ausbruch des Krieges in ein ganz neues Licht. Pierre Renvu- vin ist einer der ganz wenigen Franzosen, denen Einblick gewährt worden ist in die Archive des Quai d'Orsay. Rur dadurch ist ihm die Feststel­lung möglich geworden, daß eine der wichtigsten Depeschen des berühmten französischen Gelb­buches. das dort die Rr. 118 trägt, von der fran­zösischen Regierung wissentlich und ab­sichtlich gefälscht worden ist. Es handelt sich um die weltberühmte Depesche des dama­ligen französischen Botschafters in St. Peters­burg, Palöologue, vom 31. 3uli 1914, ein Falsifikat, das übrigens auch eine der wichtigsten Grundlagen bildet in dem Buche PoincarüsSer Ursprung des Krieges", das Poincars geschrie­ben hat, um die ungeheure Schuld, die er auf sich lud, von sich abzuwälzen zu versuchen.

Auf der Seite 146 des Buches von Renouvin heißt es wörtlich:Schon im Morgengrauen des 31. 3uli was der Wortlaut der Mobilmachungs- order in St. Petersburg plakatiert. Palsologue setzte seine Regierung hiervon durch ein sehr kurzes Telegramm in Kenntnis:Die allgemeine Mobilmachung der russischen Armee ist befohlen worden." Dieses Telegramm, das aus St. Peters­burg um 10.43 Uhr vormittags über Bergen nach Paris geschickt wurde, kam dort erst abends 8.30 Uhr an. Während eine gleichlautende Depesche von St. Petersburg nach Berlin von dem deut­schen Botschafter, Graf Pourteles in Berlin schon 11.40 Uhr vormittags anlangte. Die be­stimmte Rachricht von der allgemeinen russischen Mobilmachung war also in Deutschland 9 Stunden f rüher bekannt als die fran­zösische Regierung überhaupt davon Kenntnis hatte."

Diese Depesche Rr. 118 findet man im offi­ziellen Gelbbuch der französischen Regierung nicht, sondern dafür eine ganz andere, 15- 20 Zeilen umfassend, die den Tatbestand völlig auf den Kopf stellt und etwas ganz ande­res besagt als die ganz kurze tatsächliche Origi­naldepesche von Palsologue. Renouvin weist im Einzelnen nach, daß diese Depesche in all ihren Einzelheiten in Paris hergeftelll worden ist. Man erkennt deutlich die Handschrift des Ministerpräsidenten und ' Außenministers B i v i - a n i.

Das Buch beschäftigt sich dann ausführlich mit dem so denkwürdigen Besuch des deutschen Botschafters v. Schoen in Paris am Quai d'Orsay am 31. 3uli 7 Uhr abends. Vi Viani habe, so heißt es, hierbei die Unwahrheit ge­sagt, wenn er dem deutschen Botschafter gegen­über behauptete:Ich bin keineswegs unter­richtet über eine angebliche russische Mobilma­chung. von der Sie sprechen." Poincara hat sich später damit entschuldigen wollen, daß der telegraphische Verkehr zwischen Petersburg und Paris infolge Ueberlastung der Linie stark behindert sei. Renouvin weist nach, daß auch diese Behauptung unzutreffend ist.

Oberhessen.

Landkreis Gießen.

, : Aus dem Busecker Tal, 18. Febr.

Wer heute die Landstraßen durch unser Tal wandert, wundert sich über die ungezählten □Käufe, die an den Straßengräben und Rainen dahinhuschen. Trotz der Bekämpfung dieser Schäd­linge im letzten Herbst und trotz des nassen Win­ters treten sie in großen Mengen auf. Jetzt wäre die rechte Zeit zur Bekämpfung der Mäuse: denn eine Maus am Ende des Winters ist mehrwert" als zehn im Herbst. Wenn sich jetzt die Gemeinden zusam menschlieben und gemeinschaftlich gegen die Schädlinge vor­gehen, so dürfte der Erfolg nicht ausbleiben. Unsere Arbeitslosen, die die Bekämpfung durch­führen könnten, würden zugleich diese Gelegen­heit begrüßen, für einige Zeit Arbeit zu finden.

: Lich, 18. Febr. Die vor längerer Zeit gemeldete Lungenseuch e in hiesigen Vieh­beständen darf als erledigt betrachtet werden. Sie war bekanntlich aufgetreten unter dem Vieh­bestand des Fürstlichen Hofgutes und in der Hosreite des dem fürstlichen Hof benachbarten Landwirts Friedrich Zimmer. Gegenwärtig er­gänzen die Betroffenen wieder ihre Viehbestände.

XX.

Am steilen Ufer der Stolteraa, mit herrlichem Blick auf den buhnengeschützten Strand von Warne­münde, roalbumfäumt, meerumrauscht, lag in be­schaulicher Einsamkeit Ohm Hinriks Haus. Nur drei Zimmer im Parterre unb ein Giebelstübchen, in dem Andrea als Mädchen gewohnt hatte, umschloß der zierliche Bau; aber in den puppenhaften Räumen wohnte die Zufriedenheit, träumte der Genius der guten alten Zeit. Hätte nicht ein Kakadu die tiefe Stille bisweilen mit heiserem Schrei zerrissen, man hätte glauben können, das Häuschen fei ausgestor­ben. Aber es war nach Onkel Ottos und Fink Le- verrenzens Weggang doch noch ein Lebewesen da. Das war ein blinder Neufundländer, den Kapitän Hinriks vor 12 Jahren direkt importiert hatte. Lange Zeit hatte ihm das treue Tier in unerschütterlicher Anhänglichkeit gedient, und noch vor kurzem hatte Pascha die Enten apportiert, die Ohm Otto schoß. Aber jetzt, da ber einst tiefschwarze Rüde das kano­nische Hundealter um ein Beträchtliches überschritten hatte, da ihm die Zeit bereits die Schnauze grau und die Rute weiß zu färben begann, jetzt war's mit seinen Jagdgängen vorbei. Zu einem Kringel zusammengeschmiegt, lag ber Veteran vor dem alten Ledersofa, das in seiner bequemen, breitausladenden Fülle an winterlichen Abenden den Schauplatz des Tabakkollegiums bildete. Ader mochte Pascha auch alt und blind sein so scharf waren seine Sinne noch, daß er als Wache genügte, denn jeder ver­dächtige Laut drang an das Gehör des freuen Tie­res, ließ ihn knurrend vorstehen, um im Notfall Herrchens" Tuskulum mit dem letzten Aufgebot seiner Kräfte zu verteidigen. Ja, der Onkel konnte sich später mit Recht darauf berufen:Wer das Leben auf den Meeren gewohnt ist, der verschließt nichts, zumal wenn er einen Pascha zum Wächter hat!"

Der Kakadu warf dem Hund zuweilen Sonnen­blumenkerne, zuweilen einenSchafskopf" an die Hängeohren. Dann schüttelte sich Pascha wohl zu­weilen und knurrte leise im Traum. Wenn aber den Kakadu die Einsamkeit allzusehr plagte und das Phlegma des Vierbeiners gar zu dumm war, dann ließ er's nicht mehr bei dem ,^Schafskopf" bewen­den. sondern zog fein ganzes Schimpfregister. Unb bäte war nicht klein.

Die Fürstlich« Gutsverwaltung hat in den letzten Tagen große Transporte rwrddeutfchen bunt­scheckigen VieheS bezogen. Der Schulhaus­neubau, der schon viele Jahre für unsere Stadt eine Rotwendigkeit ist, beschäftigt gegen­wärtig wieder die Gemüter. Man kann sich über die Plahfrage nicht einigen. Viele wünschen den ruhig gelegenen Platz in der Verlängerung der Amtsgerichtsstraße, in den sogenannten Röder- gärten. Wieder andere halten den fürstlichen Hopfengarten, hinter dem Schwanensee nach der alten Stadtmauer zu, für geeigneter. Der letzte Platz ist allerdings durch den starken Verkehr der angrenzenden Bahnhofstraß« nicht gerade ruhig gelegen. Einen alten Plan aus früheren Jahren, das Schulhaus auf die große Weide an die neuangelegte Ringstraße zu bauen, wird man wahrscheinlich fallen lassen, denn die Hoch­wasser der letzten Jahre haben diesen Platz oft überschwemmt. Die Schulhausfrage hat allerdings noch viele Gegner, die sich von einer Qlottoenbig- keit des Reubaues nicht überzeugen können.

^ltphe, 18. Febr. Dieser Tage hielt der hiesige Turnverein in der Rühlschen Wirt­schaft seine diesjährige Hauptversanrmlung ab. Bei der Reuwahl des Vorstandes wurde Lud­wig Weber zum Vorsitzenden gewählt. Der Beitrag wurde für aktive Turner auf 30 Pf^ für Zöglinge auf 20 Pf. monatlich, für passive Mitglieder auf 1,20 Mk. jährlich festgesetzt.

Kreis Büdingen.

th. L e i d h e ck e n. 18. Febr. Bei der in unserem Rachbarwalde Rieder- Mockstadt abgehaltenen Holzversteigerung wurden für 2 Rm. Buchenprügel 18 bis 21 Mk., für 1 Rm. Reifer 1 Mk. erzielt.

Kreis Friedberg.

sf. Friedberg, 18. Febr. Die hiesige Kasino Gesellschaft brachte für ihre Mit­glieder die bekannte PossePension Schöller" in vorzüglicher Besetzung und mit großem Bei­fall zur Aufführung Der Abend brachte einen vollen Erfolg, so daß der Winterh ilfe über '300 Mk. zuslietzen konnten. Rach längeren Be­mühungen ist es der Stadt gelungen, für geplante Rotstandsarbeiten Zuschüsse bzw. Darlehen vom Reich und Staat zu erhalten. Es sind vorerst geplant: Herstellung eines Riesel­feldes in ber Elach, (Gemarkung in der Ver­längerung der Langgasse) und Verlegung eines Ringkancttes von der WirtschaftKühler Grund" bis zur Elach. Die Ausschreibung der Lieferung und Arbeiten ist bereits erfolgt, mit der Aus­führung soll sofort begonnen werden. Bedingung bei der Ausschreibung ist, daß die Unternehmer bei der Arbeit einen gewissen Prozentsatz Er­werbsloser mitbeschäftigen. Am hiesigen Polytechnikum hat sich vor kurzem ein Flugwissenschaftlicher Verein gebil­det, der gegenwärtig mit dem Bau eines Leicht­flugzeuges beschäftigt ist. Der Verein beab­sichtigt, demnächst Flugversuche in der Rähe Friedbergs, wahrscheinlich am Hoherodskopfe oder der Herchenhainer Höhe zu unternehmen, auch eine Beteiligung an dem Rhönfluge ist in Aus­sicht genommen. Um wettere Kreise für die Sache zu interessieren, ließ der Verein im Zentral­theater den RosMen-Rhönfilm laufen, der einen interessanten Einblick besonders in das Leben und Treiben auf der Wasserkuppe während der Flugzeit gewährte und die verschiedenen Typen der Flugzeuge ohne und mit Hilfsmotor vor- führte.

Bad-Äauheim, 18. Febr. Die ©utä­te f o r m G. m. b. H. hielt ihre Generalversamm­lung bei gutem Besuch in Frankfurt a. M. ab. Der im letzten Geschäftsjahr auf neue Rechnung oorgetragenc Verlust von ca. 362 000 Mark hat sich in diesem Geschäftsjahr um ca. 200 000 Mark erhöht. Der Grund für den neuen Ver­lust liegt darin, daß in der Geschäftsstelle Würz­burg noch erhebliche Verlustgeschäfte aus dem Jahre 1924 abzuwickeln waren. Die Geschäftsstelle München hatte unter äußeren Einflüssen zu leiden und konnte sich deshalb in diesem Geschäftsjahr nicht erholen, während die Geschäftsstellen Berlin, Kassel und Stuttgart, sowie vor allem die Zen­trale in Bad-Rauheim befriedigend gearbeitet haben. Zur Verlustdeckung stehen zur Verfügung: ca. 87 000 Mk. Kapital und Reserven, ca. 66 000 Matck ausstehende Beteiligungen, ca. 80 000 Mk. Verlustdeckungsbeitrag ausgeschiedener Mitglie­der, insgesamt 233 000 Mk. Der verbleibende Verlust wird durch eine Kapitalserhöhung, die ca.

So sah's in Ohm Ottos Wohnzimmer aus, durch besten geöffnete Fenster jetzt die ozonreiche Luft her­einströmte, so daß außer den Eingeweihten nie­mand wissen konnte, bis zu welcher Beschaffenheit Pfeifentabak Leoerrenzscher Mischung Stubenluft verbessern" kann.

Draußen aber war das Schmuckkästchen des kleinen Besitztums angeheftet. Wie ein blütenum- ranktes Vogelnest hing die von Seedorn und Win­den und japanischem Hopsen bunt übersponnene Veranda vor der Eingangstür. Wer ins Haus wollte, mußte diese Veranda passieren, die an ihrer einzigen gemauerten Wand gar absonderlichen Schmuck trug.

Das war eine Sammlung exotischer Waffen vom Bumerang des Australnegers und dem Wurfkeil der Kaffem bis zum Äffagai der Hottentotten, von der Bola der Gauchos bis zur Schleuder der Turk­menen. All diese mehr oder minder schimmernde Wehr mit Schilden, Lanzen und Pfeilen zum Tableau zusammengestellt, zierte als eigenartige Supraporta die Eingangstür, während die oberen Seiten, rechts und links der Tür, von je einer Gruppe ausgestopfter, fremdländischer Tiere einge­nommen waren. Da sah man links ein Ichneumon und eine Pardelkatze, über denen ein Lämmergeier seine Schwingen breitete, während rechts ein präch­tiger Paradiesvogel über einem jungen Krokodil und einem Pavian thronte. Eine etwas krause und will­kürliche Zusammenstellung, über die jeder zünftige Zoologe den Kopf geschüttelt hätte, die aber in jedem Stück eine Erinnerung an des alten Seemanns Rei­sen durch alle Weltteile in sich schloß. Don der Decke herab aber hing das Hauptschmuckstück der Veranda: ein völlig aufgetakeltes Modell des Transport- dampsersOtto Hinriks".

Noch lag die Sommersonne prall auf den silbern aufblitzenden Fluten des ruhigen Meeres, da nahten sich Schritte der löeranba.Pascha" fuhr auf und ließ ein leise drohendes Knurren vernehmen. Doch gleich daraus wedelte er sreudig und stieg am offenen Fenster hoch.

Die Besucherin ging ins Haus und schmeichelnd begrüßte sie der treue Hund. Sie ließ die Türe offen und Pascha folgte ihr auf die Veranda, wo sie sich in einen Korbsessel niederließ.Pascha!" rief ihm eine wohlbekannte Stimme entgegen,ich bin's, i mein Hundl, deine Freundin Andrea."

600 000 Mk. erbringt, gedeckt. Gleichzeitig wird dem -Unternehmen dadurch neues Betriebskapital zugeführt. Die Bilanz wurde genehmigt. Auf­sichtsrat und Vorstand wurde einstimmig Ent­lastung erteilt

Kreis Alsfeld.

Alsfeld, 18. Febr. Am 29. unb 30. Mai findet hier eine Tagung sämtlicher Zweigvereine deS Vogelsberger Höhenklubs statt. Auch der I u ng - P.H. C.- Verband unter ber Leitung von Professor Bender wird daran teilnehmen.

Starkenburg.

* Darmstadt, 18. Febr. Gestern abend wurde ein vierzehnjäriger Junge in der Alexanderstraße von einem Automobil überfahren. Der Lenker des Autos fuhr davon, ohne sich um den Jungen zu kümmern. Zwei Schutzleute versuchten, das Auto aufzu­halten, was ihnen aber nicht gelang; es konnte jedoch die Rümmer fest gestellt werden. Die Verletzungen des Jungen sind glücklicher­weise nur leichter Ratur.

Darmstadt, 18. Febr. (WSR.) Am 15. Februar waren in Stadt und Kreis Darmstadt insgesamt 5560 stellensuchende Personen vor­handen, von denen 4620 LlnterstühungSempfänger waren. Sowohl in der Stadt, wie im Kreise sind die Zahlen wiederum etwas zurückgegangen.

WER. Offenbach, 18. Febr. Gestern mittag kurz nach 12 Alljr ereignete sich im Haus» Diebererstraße 75 ein blutiges Ehedramc^ dem zwei Personen zum Opfer fielen. Der 38jährige Lehrer Friedrich Michel, der während des Krieges in Konstantinopel als Han­delslehrer angestellt war, heiratete dort eine etwa zehn Jahre ältere Frau mit drei Kindern. Die Ehe war aber nicht glücklich, waS hauptsäch­lich auf den Altersunterschied zucückzuführen sein dürfte. Rach dem Kriege verließ er seine Frau unb kehrte nach Deutschland zurück, im Glauben, daß seine türkische Ehe ungültig sei. Die Frau, die aus guter Familie stammt und Tochter eines türkischen Reeders ist, folgte ihm nach Deutsch­land nach. Das deutsche Gericht erklärte feint türkische Ehe für gültig und verpflichtete ihn zum -Unterhalt seiner Frau und des aus dieser Ehe hervorgegangenen vierten, jetzt achtjährigen Kindes. Das weitere Zusammenleben der Eheleuts gestaltete sich sehr unglücklich und es kam immer wieder zu Streitigkeiten, die gestern ein tragisches Ende nahmen. Im Verlaufe eines neuen sehr heftigen Streites jagte die Frau ihrem Manne eine Kugel in den Hinter­kopf unb brachte sich einen Schuß in die Schläfe bei. Die Frau war sofort tot, wäh­rend der Mann in den Abendstunden im Kran- kenhause feinen Verletzungen erlag.

* Schloß Re ichenber g (Obento.), 18. Febr. Am 150. Jahrestage ber Geburt des Arztes, Raturforschers und langjährigen Präsi­denten der Kaiserlichen Leopoldino Karolinischen Deutschen Akademie Dr. Christian Gottfried Rees von Esenbeck geb. 14. Februar 1776 auf dem Dergschloh Reichen berg, geft 16. März 1858 zu Breslau fand hier im Ölefert- schen Kur- und Erholungsheim eine von Reichels­heimer Herren veranlaßte Feier statt, die den Erschienenen über das Jugendleben, die Ahnen­tafel nach den Quellen des Gräfl. Erbachischen Archivs und die Tätigkeit als Forscher unb Schriftsteller des hervorragenden Gelehrten in einer anerkennenswerten Ausführung berichtete. Auch wurde angeregt, zum dauernden Gedächtnis des berühmten Odenwälders ReeS von Esen­beck hier an seiner Geburtsstätte ein« Gedenk­tafel anzubringen.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

XX Hoh ensolms, 18. Febr. Landwirt und Bauunternehmer KarlRoth ist als D ei - geordneter der Bürgermeisterei Hohensolms durch den Oberpräsidenten bestättgt worden. Die zehn meist kleinen Gemeinden des Hohen- solmsec Landes durften in besonderem Maße in der Grundstückszusammenlegung die Fürsorge des Staates und der Provinz erfahren. Die Bürgermeisterei Hohensolms ist die erste des Kreises Wetzlar, welche in ihrer Gesamtgröhe von 6163,9 Hettar die Zusammenlegung der Fel­der restlos durchgeführt hat.

Pascha legte sich zu ihren Füßen unb ließ sich mit offenbarem Behagen bas alte Fell krauen.

Eine ganze Weile blieb es still. Nur bas Meer raschte leise unb die Bienen summten um die Blüten.

Da knirschte unten der Kies unb abermals fuhr Pascha droyend auf. Doch ein Zuruf Andreas be­ruhigte ihn.Es ist gut, mein Hund. Kusch' dich." Widerstrebenb und doch gehorsam legte sich der Neu­fundländer nieder. Aber er witterte scharf nach der Richtung, von der die Schritte näher kamen, unb sein unterdrücktes Knurren zeigte an, baß sein Arg­wohn nicht geschwunden war.

Obgleich ihr in dieser Stunde ber Sinn wahrlich nichl nach Aeußerlichkstten stand, mußte es Andrea doch auffallen, wie seltsam ber sonst so korrekte Gent seine Kleidung gewählt hatte. Er kam in Cut und Lackschuh, ja er trug sogar den Zylinder! In sol­chem Aufzug hätte er allenfalls bei einem Prome­nadenkonzert in der Stadt paradieren können aber was sollte die Flaggengala am Sttand?

Tief senkte sich der Seidenhut, mit artiger Zu rückhaltung hauchte Mühlfeld einen Kuß auf An­dreas Hand.Ich danke Ihnen, meine Gnädigste, daß Sie zu dem Stelldichein gekommen sind!"

Stelldichein?" In ihrer Stimme war trotzige Abweisung.Das Wott scheint mir beplaziett, Herr Mühlfeld!"

Mille fois pardon! Es sei fern von mir, damit den Schatten einer Vertraulichkeit anbeuten zu wollen."

Also kommen wir, bitte, rasch zur Sache. Warum wünschten Sie biese Zusammenkunft?"

Meine teure Freundin!" Er suchte Andreas Hand zu haschen, die sie ihm schnell entzog.Sie werden mir hoffentlich nicht zürnen, wenn ich

Herr Mühlfeld, Sie versprachen mir, daß ich unter dem Schutz eines Kavaliers stehen werde. Ich hoffe. Sie halten Wort."

Jederzeit, meine Gnädigste, jederzeit. Ich werde ohne Umschweife reden, wenn auch das, was ich Ihnen sagen muß, in dieser Form falt, hart, bru­tal klingen muß."

Diese Tonart ist mir immer noch lieber als die andere."

(Fortfetzung folgt.)