Einzelbild herunterladen

schwere Ausgabe zu lösen, bic ihm durch das Berpalien £>e» Puvtuums noch erschwert wurde, so daß er um ein Haar zum Mittel der Platz-- verweisung greifen mus;te. Er war unparteiisch, pfiff schnell und entschied sicher. Die Leitung des Spiels batte er jederzeit fest in der Hand, und das war die Hauptsache.

Das Ergebnis entspricht unserer Vorbespre-- chung. Bei trockenem Boden hätte sich vielleicht noch die Dorzahl geändert, aller Wahrschein­lichkeit nach das Ergebnis aber nicht. Cs ist müßig, zu suchen, wer einen eventuellen Sieg verdient hätte. Es handelt sich zur Feststellung des Meisters gleichzeitig nm die Feststellung des derzeit Besten, älnd da kann man sich darüber einig sein, daß die beste Leistung seither und am Sonntag der F. C. bot, wenn auch nur mit geringem, so aber doch merklichem Borsprung vor seinem Konkurrenten. Das ist schließlich der Zweck des Sports im allgemeinen, und des Handballs im besonderen, den wirklich Besten im Spiel zu ermitteln. Wir stellen fest, daß das am Sonntag geschah und wünschen dem neuen Meister Glück und Erfolg zum weiteren Streben nach der Meisterschaft.

Das Endspiel um die Bezirkshandballmeister­schaft soll in Kassel (?!) am 31. Januar d. Zs. stattfinden. F. C. müßte also an diesem Tage gegen den Kasseler Meister, voraussichtlich gegen die Iunghenn-Elf, HessenPreußen, antreten.

Kirche und Schule.

ch. L e i d h e ck e n, 18. 3an. Das kirch­liche Leben in unterem Orte im verflossenen Jahre zeigt folgendes Bild: Gemeindeglieder waren es 384: Trauungen fanden statt 1; Tau­fen 8; Beerdigungen 7; konfirmiert wurden 9 Kinder Ende März fand eine Evangelisations­woche durch den Bolksmissionar Pastor H o r st statt: die Borträge waren sehr gut besucht. In 62 Gottesdiensten zählte man 2026 Erwachsene, sowie 2000 Kinder, durchschnittlich je 31.8 Pro­zent. Iugendgottesdienste fanden 11 statt. 'Abendmahlsbesuch 51 Männer, 65 Frauen. Für Werke der Wohltätigkeit gingen ein 221 Mk. Ferner besteht eine Volksbibliothek mit z. Z. 520 Bänden, welche eifrig benutzt werden: sie wird vom Pfarrer geleitet, die Bücher sind Eigentum der Kirche. In unserem Filialorte Blo­feld ergibt sich folgendes Bild: Gemeinde­glieder waren es 253: Trauungen fanden keine statt: Taufen 2: Beerdigungen 11: konfirmiert wurden 4 Kinder. In 60 Gottesdiensten 1698 Erwachsene und 1272 Kinder, durchschnittlich 28,3 und 21,2. Iugendgottesdienste fanden 9 statt. Abendmahlsbesuch 73 Männer und 62 Frauen. Für Liebestätigkeit gingen ein 92 Mk. Die Kirche erhielt elekttische Beleuchtung. Eine Bolksbibliothek besteht auch hier, die vom Bürgermeister geleitet wird.

S ch l i tz, 18. Ian. Im abgelaufenen Iahr 19 2 5 wurden hier 59 Kinder getauft. 29 Knaben und 30 Mädchen (im Borjahre 46 Kinder). Konfirmiert wurden 46 Kinder, 26 Knaben und 20 Mädchen (in 1924 waren es 54 Konfirmanden). Kirchlich getraut wurden 21 Paare, 2 mehr als in 1924. Beerdigt wurden 30 Personen. Am Abendmahl nahmen 1197 Per­sonen teil.

Wirtschaft.

Die Wirtschaftslage zu Beginn des Jahres 1926,

WEN. An der Wende des Iahres 1925 I stand die deutsche Wirtschaft unter dem Zeichen einer Krise, wie sie schwerer und nachhaltiger ' kaum jemals erlebt worden ist. Landwirtschaft und Bergbau, Industrie, Handel und Schiffahrt, kurzum alle Wirtschaftszweige sind von der De­pression erfaßt worden. Kapitalknappheit und Absatzmangel im In- und Auslande sind die beiden Faktoren, die, in enger Wechselwirkung miteinander stehend, die heutige Wirtschaftslage in erster Linie entscheidend bestimmen. Bomehm- lich unter ihrem Einfluß sind die Konkursziffern gerade in den letzten Monaten des Iahres 1925 sprunghaft hinaufgeschnellt, wurden Betriebsein­schränkungen in immer steigendem Maße borge* genommen und hat sich die Lage auf dem Ar- beitsmarkc erheblich verschlechtert.

So schwierig sich nun auch Deutschlands wirt­schaftliche Lage gestaltet hat, und so großer An­strengungen es bedürfen wird, die Krise zu über­winden, so verfehlt wäre es doch, übertriebenen Pessimismus zu hegen. Ist vor allem angesichts der sich überall zeigenden Krisensymptome die Auffassung gerechtfertigt, daß das vergangene Iahr in seiner Bilanz weit ungünstiger abschloß als das Iahr 1924? Unö kann man weiter aus den Krisenerscheinungen der Geg-nwart folgern, daß sich die deutsche Wirtschaft im Stadium eines unaufhaltsamen Niedergangs befindet? Eine um­fassende Betrachtung der mannigfaltigen und kom­plizierten Zusammenhänge in der deutschen Wirt­schaft und ihrer Entwicklungstendenzen wird trotz allem Schweren, das wir gegenwärtig erleben, eine solche Auffassung nicht bestätigen. Die Ur­sachen, die die jetzige Krise hervorriefen, be­standen im Grunde schon im Iahre 1924, sie wurden aber in vollem Grad ihrer Auswirkung durch eine Reihe von Umständen gehemmt. Er­innert sei in diesem Zusammenhang nur daran, daß im Frühjahr 1924 die Reichsbank zunächst Ankurbelungskredite an Produktion und Handel gab, und daß, als die Kreditrestrittionspolitik dann eine erhebliche Erschwerung der Lage brachte, vor allem durch die in der Wirtschaft noch vorhandenen Devisenvorräte und später durch die Auslandkredite der Ausbruch der Krise ver­hindert wurde. Vermeidbar aber war sie auf die Dauer nicht.

Bei voller Würdigung der großen Schwierig­keiten, die sie am Ende 1925 gebracht hat, darf nicht verkannt werden, daß im Ablauf des Wirt­schaftsjahres 1925, das so viele Hoffnungen ent­täuscht hat, immerhin Tatsachen erkennbar sind, die eine allzu pessimistische Auffassung von der zukünftigen Entwicklung der deutschen Wirtschaft nicht rechtfertigen. Was zunächst den Stand der Produktion betrifft, so entspricht er in wichtigen Zweigen etwa der Zeit vor dem Kriege. So bleibt z. D. die Steinkohlenproduktion nur noch wenig hinter der von 1913 zurück, sie erreichte in den ersten elf Monaten des Iahres 1925 durchschnittlich 11,02 Millionen Tonnen gegen 11,73 Millionen Tonnen im Durchschnitt des Iahres 1913 (auf dem jetzigen Reichsgebiet). Die Draunkohlenförderung ist sogar erheblich höher als vor dem Kriege. Die Arbeitsintensität, die gerade in den Inflationsjahren zum Rachteil der deutschen Wirtschaft außerordentlich gering war,

Ijut sich erfreulicherweise auf der ganzen Linie wieder gehoben und näherte sich dem Borkriegs- stand. Bon großer Wichtigkeit ist die Entwick­lung des deutschen Außenhandels; die Passivität der deutschen Handelsbilanz, die im Iahre 1925 ihren Höhepunkt erreicht und dann, nach einem nochmaligen Anstieg uni die Mitte des Iahres, von Monat zu Monat nachgelassen hatte, betrug im Rovernber nur noch 65 Millionen. Ferner ist zu berücksichtigen, daß auch die Kapitallage in Deutschland sich im Laufe des Iahres 1925 etwas gebessert hat, wenn auch bis zu einer Lösung des Kapital- und Kreditproblems in der deut­schen Wirtschaft noch ein weiter Weg ist. Immer­hin zeigt sich, daß die Zinssätze etwas zurück- gegangen sind, und daß die Kapitalbildung im Inland, wenn auch zaghafte, so doch stetige Fortschritte gemacht hat. Betrug di? Summe der Spareinlagen bei den preußischen Sparkassen im Ianuar 1925 nur 482,3 Millionen Mk., so er­reichte sie im Oktober die Höhe von 996,9 Mill. Mark. Daß das Wirtschaftsleben im Iahre 1925 trotz aller Hemmungen durch Kapitalnot und Ab­satzschwierigkeiten nicht ins Stocken geraten ist, das beweisen am besten die Warenumsätze, die ihrem ©efamtumfang nach großer waren als 1924.

Es sei daher noch einmal gesagt: ein Anlaß zu übertriebenem Pessimismus liegt nicht vor. Der deutsche Wictschaftswille und die deutsche Wirtschaftsenergie werden sich, richtig angewendet und in die rechten Bahnen geleitet, wieder zur Geltung bringen, sofern es ge-ingr, den Erzeug­nissen deutscher Arbeit in Zukunft die Absatz­möglichkeiten zu schaffen, deren die deutsche Wirt­schaft zur vollen Kraftentfaltung bedarf.

Ermäßigung der Zinsen für Einlagen. Die Bankvereinigungen haben auf Vorschlag der Stempelvereinigung den Zins­satz für Einlagen von 15 Tagen bis zu einem vollen Monat oder mit entsprechender Kündi­gungsfrist von 7 Proz. p. a. auf 6 Proz. p. a. ermäßigt.

Börsenkurse.

Frankfurt a.M

Berlin

Schtu->. Kurs

1-libr. Mur«

Schlich.! Anfang

Nur»

Mars

Datum: |

18.1.

19. 1.

18. 1

19. 1.

5% Deutsche RcichSanlcibe .

(1,235

-1.230

0.235

0,23

4% Deutsche Reichsanlcihe .

.

0.26

B'/s% Deutsche Reichsanlcthe

0 24

-

0 205

0,2 i

3% Deutsche Rcichsanlcihe .

U.'4

1,3)75

0.3

Deutsche Svarprainienanleihe

0,155

0 155

4°/o Preußische jlonfols . . .

0,25

0 255

0 2125

4% Hessen . .......

0.215

3'/,°/» Hessen ........

0 18

3% Hessen...........

0.24

0 225

Deutsche Wertd. Dollar-Anl.

90.25

91.75

dto. Doll-Schav-Anircisna-':

98,5

98.6

4e/0 Zolltürkcn.......

8 5

8 5

5% Goldmcrikaner ... .

42

I 42,25

Berliner Handelsgesellschaft ^onunerv und Privat-Bank Sannft und yiationalbahf Deutsche Bank. .

Ternsche Bereinsdanl .... Disconto Gommern bit . . . Metallbank ..........

Mitteldeutsche Kreditbank . Lcsterrrichlsche Creditanstalt Weltbank .........

Bochumer Gaß .......

BuderuS...........

Caro ...

Deutsch Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerk« . .

Harpener Bergbau

Kaliwerke Aschersleben....

Kaliwerk Westeregeln.....

Vaurabütte .........

Oberbedarf .........

Phönix Bergbau ......

Rheinslahl .......

Niedert Wiontan....... TelluS Bergbau. .....

Lamburg-Amerika Paket. . . I Norddeutscher Llovd . . . . | Cberamtsche Werke Alblu . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann......

Anglo-Cont-Guano Chemische Mayer Alaptn . .

9- G Jarbcntndustrie, A.-G. Goldscymidt..........

Holzverkohlung Rütgerswerke Schcideanstalt Mg. ElektrtzttätS-Gesellschaft Bergmann Mainkraftwerke Schlickert Siemens 4 Halske ....

Adlerwerke Klcyer ..... Daimler Motoren Hcyligenstaedt Megutn............

Motorenwerke Mannheim

Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgesell maß Frankfurt. Per. Union A^G......

Schuhfabrik Her; . . .... Sichel. . . Wellston Waldhof......

Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . .

144'

1'3,5*

141,5*

101 5'

101,5*

lOl.i*

lOLh-

114 5'

115*

1'4'

114,2'

Hi ,2*

IM 5*

(0

-

-

112,6'

112*

112'

87

88

95.5*

95.5'

9 ,25*

91.85*

6.9

6.8

. 6,9

6,75

0 03t

0,035

*

79*

79

28

87,75

39.75

» 4 u

47*

49,75*

42'

77.4'

76

84,75*

77 76*

83.5

81 25'

85 5*

82,75*

102.5'

102,5*

103..V

l >2,4'

113,5

113

llti-

113'

118

'18

117

116.25

33.5

34.12

33.75

42*

45.75*

43'

72,75*

71,75*

71.9*

71.25'

61

66*

>1,62*

59 5'

81 5

78,75

80

78,5

53

107*

197*

107,5*

106.9

117*

116 7*

117,5'

117,5*

--

-

72,5

72.5

-

58,5

66 25

58

-

.80

in 7*

122'

63

60 5

61

60 5

58

55,5

6 5

67

69

.

90,5

91

92.75*

91*

92.75*

92*

77.5

78.4

77,25'

80

79*

-

70*

70.12*

67.62*

81*

--

83.62*

83,7 4

34

3,5

33 62

Ä

33,75

33,25

33

18

30

32.5

-

*

19

w

»

98.6

98.5

-

55

56

53,5

20.6

20,5

»

2 9

2.9

2,25

91

92

93.25

91

49

49,75

45,75

45

45

-

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

Telegraphische Auszahlung.

18 ftan.

19. Jan.

Amtliche Noli runa

Amtliche Notierung

(Selb 1

Brief

(dclv

Brief

Anm.-r-tou

168.70

169,12

168.58

169,00

«uen.-Aires

1.738

1.742

1,737

1,-48

19,09.

Brss.-Antw-

19 06

19,10

19.055

Christiania.

85,48

85,70

85,34

85,56

.Kopenhagen

104.39

104-65

104,30

104,65

Stockholm .

112,3'1

112,58

U2.22

112,48

Helsingfors

10.545

10,585

10,54a

10.585

Italien. .

London. .

16.93

16,97

16,94

16.98

20,380

20,437

20,394

20,454

Neuyork . .

4,195

4,20'

4,195

4,2)5

Paris. . .

15.74

'5,78

15,80

15,84

Schwei» . .

81 0e5

81.045

81,02

81,22

Spanten.

59,34

59,48

5Ma

69,4

Japan . . . mlo de Jan. Wien in D--

1,865

1,869

1,861 0.630

1,865

') 629

1.631

0.634

Ceft. abgest

59,05

59.15

59.07

59,21

Prag ....

12,421

12,461

12,417

12,457

Beizrad . .

7.42',

7,445

7,432

7,4a2

Budapest. .

0.87

i,89

3,87

».89

Bulgarien

2,815

2,821

21,385

2,395

2,405

Lissabon

21 335

21,225

41,275

Danzig. .

80 82

81.02

80,86

81.06

Konstantin.

2,20

2.21

2,185

2.195

Athen

5 79

6.81

5.79

5-81

Kanada. . .

1.187

1,197

4.187

4.197

Uruguay .

4,31

4,32

4,825

4,335

Banknoten.

Berlin, 18 Jan

Geld

Briet

Amerikanische VZotea.....

',20

4,22

Belgisch? Noten ......

19,00

20 10

Dänische Noten .......

10',19

101,41

(Englische Noten........

20,3)7

20,407

Französische Noten ......

15,78

b 86

Holländische Noten ......

168,38

161.22

Italienische Noten ......

16 95

17,0!

Norwegische Noten..... Deuisch-Oestcrr, ä 100 Kronen

85 29

85 71

48.94

59,24

Rumänische Noten......

Schwedische Noten.....,

112.0l

112.58

Schweizer Noten......

80,97

81,37

Svanische Noten .......

5'M5

59 45

Tschechoslowakische Nat-u . .

12.39

12.45

Ungarisch? Notelt . , , , ,

6,83

ÖiC(

Berliner Börse.

(Eigener Drahtberichk desGießener Anzeigers".)

Berlin, 19. Ian. Der günstige Verlauf der Frankfurter Abendbörse vermochte der heu­tigen Börse feine Anvegung zu geben. Da sich bei Beginn des Geschäftes heraussteAte, daß der Ovderseingang erheblich nachgelassen hat, und die Aus'l'andkäufe ebenfalls zurüc/giegangen waren, schnitt die Spekulation zunächst zu Ab­gaben. Die ersten Kurse lagen daher a[(gemein 1 bis 2 Prozent unter dem gestrigen Niveau. Die Umsätze waren an den Terminmärkten zu­nächst sehr gering, da man die weitere Entwicke- lung der Kupse abwarten wollte. Nur für Canada- Sh ares bestand starkes ^In­teresse, das den Kurs wi-ederum um einige Prozent auf 67,5 steigerte. Es wird bekanntlich gemeldet, daß die im kanadischen Kabinett jetzt ausschlaggebende liberale Partei die Rückgabe des beschlagnahmten deutschen Eigentums begün­stigen wird und daß die Freigabewerte den Zer­tifikat-Inhabern direkt ausgehändigt werden sollen. Die Dividenden-Vorschläge des Schult- heiß-Kahlbaum-Konzerns entsprechen den Erwar­tungen der Börse, dagegen bewirkte die Ver­schiebung des Gewinnverteilungsschlüssels zugun­sten der Schultheiß-Gesellschast eine Erhöhung des Kurses, während Kahlbaum, die sich in der Gewinnverteilung gegenüber dem jetzigen Stande etwas verschlechtert haben, ein leichtes Nachgeben dieses Kurses. Nach Verlauf der ersten Börsen­stunde schritt die Spekulation zu Rückkäufen, namentlich am Montan- und Erdölmarkt, die Kurse zogen durchschnittlich um 1 Proz. an. Hiervon wurde auch die Gestaltung der übri­gen Märkte begünstigt. Der Geldmarkt ist weiter leicht. Tagesgeld 8 Proz. Monatsgeld 81 bis 9' .. Proz. Im Devisenverkehr behielt London gegen Kabel weiter seine Festig­keit. Warschau gegen Kabel 7,40. London gegen Paris 129, . Die Reichsmark lag gegen London etwass chwächer mit 20,42.

Frankfurter Börse.

[Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".)

Frankfurt a. M., 19. Jan. Tendenz schwach, später fest. Die Börse eröffnete vorbörslich in alv geschwächter .Haltung, so daß die im gestrigen Abendverkehr erzielten Kursbesserungen wieder verloren gingen. Die Schwierigkeiten, die dem Zu­sammentritt des neuen Kabinetts begegnen, ver­stärkten die Verstimmung und förderten die Ab­gabeneigung. Der Tendenzumschwung, der in der Hauptsache auf Jnlandverkäufe und auf Abgaben

Mtnlt der ijiingetnM Biigel!

SfliOBl die gastiere!

der Spekulation zurückzuführen war, konnte bald wieder überwunden werden und eine bessere Stimmung gewann die Oberhand. Die Kauf­lust trat bald wieder hervor, zumal auch Ausland­käufe das Geschäft belebten. Die Spekulation schritt zu Deckungen, die sich namentlich auf Che­mie- und Schiffahrtswerte erstreckten. Be­sonders letztere erreichten eine erhöhte Umsatztätig- keit, daneben waren aber auch Chemiewerte stark begehrt. Die übrigen Märkte, die dadurch günstig beeinflußt wurden, verkehrten gleichfalls in fester Haltung. Auf dem Bankenmarkt vollzog sich das Geschäft in ruhigen Bahnen bei fester Tendenz. Zu^keraktien waren etwas gefragt und fester. Am K a s s a m a r k t überwog die feste Haltung, jedoch waren meist nur kleine Kursbesserungen zu verzeichnen. Deutsche Anleihen tagen un­verändert. Schutzgebiet 4,6. Ausländische Renten wiesen nur geringe Veränderungen auf; für Türkenwerte bestand etwas Interesse bei anziehenden Kursen. Der Pfandbrief­markt verkehrte bei ruhigem Geschäft in be­haupteter Haltung. Im Freiverkehr er­zielten Deutsche Petroleum eine Steigerung von 67 auf 76 Prozent, dagegen lagen Benz mit 30 Prozent schwächer. Api 0,4, Beckerkohle 46, Beckerstahl 45, Brown-Boveri 54 Prozent, Entre­prise 12. Growag 48 Prozent, Krügershall 80 Prozent, Ufa 52 Prozent, Ufra 57 Prozent. Der weitere Verlauf brachte bei größerem Ge­schäft für Chemie- und Schiftahrtswerte weitere Steigerungen, so wurden unter anderen Nord­deutscher Lloyd auf 118,5 höher. Chemische Interessengemeinschaft 122,75. Auch für die anderen Märkte wirkte sich die Befestigung recht günstig aus. Der Geldmarkt ist unverändert flüssig. Tagesgeld ist unanbringlich. Monatsgeld 7Vs öis 9Vs Proz. Bankdiskonten 6V4 Proz. In­dustrie-Akzepte 7Vs bis 9 Proz. Der Devisen­verkehr verlies ungewöhnlich ruhig und litt unter allgemeiner Zurückhaltung. Paris ge­gen London 129.. London behauptete gegen Kabel seine Festigkeit mit 4,86* V

Frankfurter Getreidebörse.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers"^

Frankfurt a. M., 19. Ian. Es wurden notiert: Weizen. Wetterauer 25,75 bis 26, Rog­gen, inländ. 17,50 bis 17,75, Sommergerste für Brauzwecke 22 bis 24,50, Hafer, inländ. 18,50 bis 21,50, Mais, gelb 20,75 bis 21, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 41 bis 41,25, Roggenmehl 26 bis 26,50, Weizenlleie 11,10 bis 11,30, Roggenkleie 11,25 bis 11,50. Tendenz stetig.

«Derlinet Produktenbörse.

Berlin, 18. Ian. Die Berliner Amtliche Produttenbörse konnte sich der anhaltenden Ver- Kauungen der Auslandnotierungen nicht ent- ziehen. Das Angebot in Brotgetreide bleibt be­stehen, doch sind die Offerten hier zu hoch. Ledig­lich nur zu niedrigen Preisen kamen vereinzelt Umsätze zustande. Im Zusammenhang zeigte Roggen gegenüber dem Weizen große Wider­standsfähigkeit. März-Lieferung wurde hier je 1 Mk.. Mai-Lieferung je 2 Mk. schwächer, wäh­rend Weizen ca. 3,25 bis 3,50 Mk. nachgab. Gerste ruhig, Hafer unverändert, Mehl still. Cs wurden notiert für 1000 Kilo: Weizen, märf. 245 bis 251, do. Pomm. 245 bis 251, do. März 268 bis 266, do. Mai 273 bis 271, Roggen, märt. 143 bis 150, do. Pomm. 142 bis 149, do. Marz 174 bis 173,50, do. Mai 185 bis 184, Gerste, mark. 180 bis 207, Futtergerste 148 bis 162, Hafer, mark. 160 bis 171, Raps 340 bis 350: für 100 Kilo: Weizenmehl 32,50 bis 36, Roggenmehl 22 bis 24, Weizenkleie 11,25 bis 11,50, Roggenkleie 9,75 bis 10,25, Diktoriaerblen 27 bis 35, kleine Speise- erbfen 22 bis 25, Futtererbsen 20 bis 22, Pelusch­ken 19 bis 20, Ackerbohnen 20 bis 21. Wicken 20,50 bis 23, Lupinen blau 11,75 bis 12,50 do. gelb 13,75 bis 15, Serradelle 18 bis 19, Raps­luchen 15,25, Leinkuchen 23,50 bis 23,60, Trocken» schnitzel 8 bis 8,20, Torfmelasse 8.20 bis 8,50.

BücherLisch.

Professor Dr. Ernst H 0 r n e f f e r -Gießen hat seinen auf der 55. Versammlung deutscher Philologen und Schulmänner in Erlangen ge­haltenen VortragDie klassische Bildung als allgemeine Volksbildung" bet Alfred Töpelmann in Gießen in Broschürenform herausgegeben. 876

Unter Mitwirkung einer Reche bewährter Fachleute hat Iohannes Poeschel im 'Auftrage des Deutschen Luftfahrerverbandes eine sehr in­struktiveEinführung in die Luftfahrt" herausgegeben. (Verlag R. Vo-igtländer in Leipzig.) Unterstützt von zahlreichen Bildern und Karten wird einleitend das Clement der Luftfahrt, die Luft, betrachtet und dann nach einer kurzen Vorgeschichte der Luftfahrt die ein­zelnen Arten der^ Ballonfahrt, der Luftschiffahrt, des Gleit- und Segelflugs und des Motorslugs eingehend besprochen. Luftverkehr und Luftpolitik finden sachliche Darlegungen. Zum Schluß wird die wichtige Frage angeschnitten:Wer soll flie gen lernen? und damit zugleich »uch^per Leser­kreis dieses Buches bezeichnet.

Emden." Meine Erlebnisse auf S. M. SchiffEmden" von Franz Iofef Prinz von Hlohenzcollevn, Oberleutnant z. S. a. D. im Ver­lag von Richard Eckstein Nachf., Leipzig. Ge­bunden 6 Mark. Der Verfasser diente als 2. Torpedooffizier auf derEmden" vom Beginn ihrer Tätigkeit im Kaperkrieg an bis zur Ver­nichtung des Schiffes und war dann mit Kapitän von Müller und dem Rest der überlebenden Be­satzung fünf Iahre lang auf Malta kriegsge­fangen. Unter der gesamten Emdenliteratur ist sein Buch das einzige, das sich auf ein gewissen­haft zusammengetragenes, genaues und alle Taten derEmden" umfassendes Tatsachenmaterial stützt. Dieses glänzend, beinahe wissenschaftlich geschrie­bene, durch die bescheidene Art des Verfassers angenehm zu lesende Werk bringt unbedingte Klarheit in die mehr ober minder abenteuerlichem Schilderungen, die wir bis jetzt kannten. Das Buch kann jedem Vaterlandsfreund und Verehrer unserer früher so stolzen Seemacht wärmstens empfohlen werden. 637

-- Peter Rosegger und fein Hei- matlanb, die schöne Steiermark schil­dert ein prächtig ausgestattetes, wundervoll illu­striertes Buch durch Zusammenstellung von bio­graphischen Notizen aus den Werken des Dichters und Skizzen des Herausgebers Hans Ludwig Roseggers. Das Buch ist ein wertvoller Führer zu einem echten deutschen Volksdichter und zu einem der prachtvollsten Flecken urdeutscher Erde. (Fr. Zillesev. Verlagsbuchhandlung in Berlin.)

823

- e r blaue V 0 ge l". die temperament­volle im Verlage von Otto Elsner und unter der Hauptschriftleitung des Prinzen Emst v. R.ati- b 0 r erscheinende politische und satirische Wochen­schrift, ist auch in ihrer soeben erschienenen .zwei­ten Nummer des zweiten Jahrgangs ihrer Ten­denz. unser politisches, wirtschaftliches und gesellschaftliches Leben in geistreicher und amü­santer Weise zu glossieren, treu geblieben. Für intimere Kenner unseres Gesellschaftslebens und Beobachter parlamentarischen Geschehens bilden die bekannten Beiträge von Sammetpfötchen einen besonderen Anreiz.

Die Kunst", Monatshefte für freie und angewandte Kunst (F. Druckmann A. G., München). Otto Dix ist einer der meistgenannten und interessantesten jungen deutschen Künstler, dessen Gemälde, zwischen Mystik und absoluter Sachlichkeit stehend, auf den Ausstellungen des In- und Auslandes stärkstes Aufsehen erregen: ihm gilt der von Mela Escherich geschriebene, reich bebilderte Artikel des Januarheftes der Kunst", der zum erstenmal eine ergiebige Ana­lyse des Schaffens dieses eigenwilligen Malers gibt. In pikantem Gegensatz zu diesem Stürmer und Dränger von heute stehen die wiedergefun­denen Gemälde, Zeichnungen und Skizzen aus der Pariser Studienzeit des jungen Feuerbach, die Hermann Uhde-Bernays im gleichen Hefte ver­öffentlicht. Gemmen und Kameen aus dem Alter­tum und aus der Neuzeit stellt ein von M. Bern- hart verfaßter, mit zahlreichen Abbildungen aus­gestatteter Aufsatz wirkungsvoll gegenüber. Das Heft enthält daneben auch Aufsätze und Berichte über wichtige aktuelle Kunstbegebenheiten und Kunstfragen.

Raoul G. France,Der Wert der Wissenschaft" (Walter Seifert Verlag, Stuttgart). Das Buch ist 1899 von einem 25jähri- gen Menschen geschrieben worden. DieWissen­schaft", die darin als fragwürdig empfunden wird, ist das Getriebe der Spezialisten; der Menschheitstypus, der darin abgelehnt wird, ist dergelehrte Mensch". Was mit Leidenschaft darin verneint wird, ist der Glaube, daß durch Gelehrsamkeit durch ratio allein die Welt erkannt und der Sinn des Lebens gefunden werden kann. Die Vision des Künstlerphilosophen ist sein Programm, eigentlich eine Selbstverständlich­keit für ein Volk, das einen Goethe seines Stammes nannte und beschämend für eine Gene­ration, die trotz Wilhelm Michel noch immer nicht an den Menschen und an Gott glauben will. 276

Buntes Allerlei.

Ein Kahen-Methusalem.

Die älteste Katze Englands, Iohn Willie, ein Methusalem ihres Geschlechts, der in einem Dorfe im Sornersethire lebte, ist im Alter von 25 Iahren gestorben. Iohn Willie war berühmt als die älteste Katze Großbritanniens und ist deswegen sehr häufig photographiert worden. Das Durchschnittsalter der Katzen wird von Zoo lagen auf höchstens 14 Iahre angegeben, und es ist daher eine überaus stattliche Anzahl von Icchren, die der Katzen-Methusalem auf der Erde verbracht hat. Man kennt in England nur ein 2 Katze, die noch älter gewesen ist. Das war nämlichTim von Dlovinsburh", ein weibliches Exemplar im Gegensatz zu unserem Methusalem, der ein Kater war: diese Katzendame starb vor sieben Iahren im Alter von 29 Iahren.

Rundfunk-Programm

-eS frankfurter Senders.

(Aus der »Radio-Umschau".)

Mittwoch, 20. Januar:

33.30 Uhr: Die Stunde der Jugend. 3.305 Uhr: Nachmittagskonzert des Hausorchesters: Neue Schlager. 66.30 Uhr: Die Bücherstunde. 67 Uhr: Uebertragung von Hamburg: Funkheinzelmanns Kindertheater. 77.30 Uhr:Brotpreiserhöhung, Agrarkrise und Getreidemarkt", Dottrag von Syn­dikus Dr. Schloß. 8 Uhr:Macbeth" von Shake­speare.