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an. 2m Samstag sand im i" der diesjährige gamilien' en- und Kriegerver- isleihmg Halle es verstanden, g einer würdigen Sonrags- aterauffü^rungen, umrahmt djtDonrägtn, guter HHufif, chienenen Zuhörern t\w zu drreiren. Dem Mein eserchm der 1. Vorsitzenden ah Mi, Vbersl a. 2. chak, eine besondere Ehre ze dec Ükrbanbsleiiung dem tÜjöhriges Leslehen zurück- begeisiemden Ansprache, in iben btr Kriegervereine und n heutigen Deutschland hin- en Fahnennagei über- tidmung dieser An im W- banb. Im Anichl- hieran ephake der durch ihre S- >um Lereinsvorstande erwor- tr Kameraden Sürgmnei/ter id llandwin Stiehr, schon, Äer Serfianbsfbren- fesworten verband

"bie Erinnerung an oen m vor nunmehr 55 Jahren mündet wurde. EM beM r ben Verein, die M'noch ,en ülweternnen, die g #rtihau tn und W eV«rbaW6enbeit *

z. Allen.dorf a. b. Lda., 18. 3an. Am Samstag abend fand im Saale des Gastwirts Eberhard Ran.ft die diesjährig: Abendveran­staltung des hiesigen Kriegervereins statt. Die Feier wurde durch eine kernige Ansprache des Vorsitzenden, Wagnermeisters W allen - s e 5s, eingebettet. Zur Verschönerung des Abends trugen einige Drreinsmitglieder, unter chnen besonders die Lehrer Strack undHeil, durch ihre Deklamationen und Klaviervorträge bei. Mit Tanz fand die Feier ihren Abschluß.

> Holzheim. 18. Jan. Dieser Tage sprach hier im Saale des Gastwirts Eames auf Einladung der hiesigen Bruderschaft des Jungdeutschen Ordens Dr. Quermann, ein früherer Flieger- offizier, über das Thema:Frontflieger im Westen". Der Vortrag, der sehr gut besucht war, hatte auch Diele Angehörige und Freunde des Jungdeutschen Ordens ans den benachbarten Orten angelockt. Nach turzer Begrüßung durch den hiesigen Großmeister Beigeordneten Grieb und nach dem gemeinsamen Gelang der ersten StropheO Deutschland, hoch in Ehrem' zeigte Dr. Äuermann an Hand von 1O(i Lichtbildern die aufopfernde Tätigkeit unserer Flieger während des Weltkrieges an der West- front. Nach einer viertelstündigen Pause, die mit gemeinsamen Gesängen und Gesangsvorträgen des GesangvereinsHarmonie" unter der Leitung von Herrn Eames ausgefüllt wurde, zeigte dsr^Redner in einem zweiten "Vorträge, auch in Verbindung mit Lichtbildern, die Entwicklung und Vervollkommnung des Flugzeuges von den ersten Anfängen bis zum großen modernen Ver­kehrsflugzeug. Diese Bllder waren auch am Nach­mittage den Schulkindern« oorgeführt worden. Mit dem Hinweis auf die großen Zukunftsaufgaben auf dem Gebiete des Luftverkehrs und mit der Hoffnung auf eine baldige Befreiung von unseren Fesseln auf diesem Gebiete schloß der Redner seinen lehrreichen Vortrag. Seine Ausführungen wurden beide Male mit reichem Beifall belohnt.

Nrcis Friedberg.

C Friedberg, 18. Jan. Eine Versammlung zur Erläuterung der B a u s p a r k o n t e n, die von Regierungsral Dr. R i n d f u ß im Hotel Trapp in Friedberg abgehalten wurde, war sehr gut be­sucht. Die Bürgermeister hatten sich wohl vollzäh­lig eingefunden, außerdem war zur Versammlung eine stattliche Anzahl Interessenten und Freunde der Sache erschienen. Ein sehr lehrreicher und inter» essanter Ueberblick über die allgemeine Lage auf dem Baumarkt und die Größe und die schädlichen Wirkungen der Wohnungsnot, den Dr. R i n d - fuß gab, zeigte den Zuhörern die große Wichtig­keit, auf dem Gebiete des Wohnungsbaues mehr zu tun, als seither geschehen ist. Was bisher ge­mistet wurde (es wurde ausführlich und übersicht­lich angegeben) reicht nicht aus. Es bleibt der Weg der Selbsthilfe, die Jnlandkapitalsbildung muß ge­fördert werden, wenn bricht durch Bausparkonten (freiwillige Sparmaßnahmen), so durch Sonder­steuer. Wenn die Bevölkerung den Idealismus uufbringt, dann muß es gehen. Bei Besprechung der Konten wurde hervorgehoben, daß es sich um ein soziales Unternehmen handelt und keine Ge­winne gemacht werden. Der Einlagezinsfuß ist niedrig, damit die Darlehen zu erschwinglichen Zinsen abgegeben werden können. Die Sparkassen haften im vollen Umfang. Leicht ist auch mit Hilfe her Konten das Bauen nicht: wenn schon vor dem Kriege jahrelang gespart werden mußte, dann jetzt erst recht. Wenn der nutzlose Verbrauch einge­schränkt wird, dann ist Geld für nötige Ausgaben da, dann ist Kapital für produktive Zwecke aufzu­bringen, das sich dann volkswirtschaftlich, sozial, ethisch und religiös auswirkt. Die Ausführungen wurden sehr beifällig ausgenommen. Landtagsabg. Lux vervollständigte das Bild, gab zu beachtende Anregungen und kam zu dem Schluß, daß sich die Bevölkerung auch auf dem Gebiet des Wohnungs­baues als Sckicksalsgemeinschaft fühlen muß. In der lebhaften Aussprache kamen noch Anregungen und Anfragen, die erledigt werden konnten; fast alle Sprecher betonten, daß hier der rechte Weg zu einer Besserung gefunden zu sein scheint. Im Schlußwort forderte Dr. R i n d f u h auf, in den Gemeinden nun zu werben, damit bald auf Grund von vorläufigen Listen Bausparergruppen gebildet werden können. Reicher Beifall zeigte den Dank der Zuhörer, der ja auch von verschledenen Rednern dem Vater der Schöpfung ausgesprochen wurde.

2$. Bab-Rauheim, 18. (7cm. (7n dem kürzlich hier gebrachten Bericht über die gün­stig e Frequenz unseres hessischen Staatsbades konnten wir die Zahl der Ausländer unter den Badegästen mit 4982 fürs Jahr 1925 angeben. 3n einer amtlichen Be­kanntmachung der Bad- und Kurverwaltung wird nun angegeben, wie sich diese ausländischen Be-

Franziska.

Roman von Liesbet Dill.

47. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

An einem kalten, windigen Oktobernachmit- tag, halb vier, an demselben Sonntag, an dem abends in der Hofvper derRosenkavalier" ge­geben wurde, öffnete sich das breite Tor der Hasseschen Klinik, um einen schwarzverkleideten Wagen herauszulassen, den zwei mit schwarzen Schabracken behangene Pferde zogen. Die wei­ßen Troddeln spielten über einem mit Blumen und Kränzen bedeckten Sarg. Dem Gefährt schLvs- fen sich noch drei Wagen an, ein Coups mit einem jungen rothaarigen katholischen Geistli­chen, ein Landauer mit vier Damen in Trauer­kleidung und eine Droschke, worin die Zofe mit mehreren großen Kränzen sah. Fünf Herren in Pelzmänteln und seidenen Halstüchern, man erkältete sich so leicht auf diesen Feierlichkeiten, gingen hinterher. Brasts Sberkopf mit dem dich­ten Haar schaute bis zur Rasenspitze verhüllt aus seinem Pelzkragen Er war der einzige, der Franziska gdannt. Die anderen gingen an» standshalber mit Die Herren hatten ihre Kra­gen hochgeschlagen, niemand sprach, die Kol­legen muhten ihre Stimme für den Abend scho­nen. Sie kannten die berühmte Rott nur dem Ramen nach Run fang die Octavicm eine rasch herbei gerufene Wiesbadenerin. Die Ebenhausen sah in ihrer feinen Krepptoque, dem Persianer- mantel, den schwarzen Dänischen, die sie in dem großen Muff verbarg, in ihrer aufrechten Haltung, gesund, jugendlich und schlank unter den jüngeren Kolleginnen.

Es war ein stiller Tag, die Straßen leer. In einzelnen Gärten blühten noch Geranien. Der Himmel hing grau und undurchdringlich über der Stadt Als sich der kleine Zug in Bewegung setzte, brach durch die graue Wolken­wand ein matter Sonnenstrahl, welcher die letz­ten Geranien in den Dorgarten der Dillen noch einmal wie Feuer lodern ließ, und die Straße

sncher auf die verschiedenen Erdteile und Ra­tionen verteilen. Kein europäisches Land und auch keiner de« übrigen Erdteile fehlt in der Statistik. Die Höchstzahl entfällt auf Rord- amerita mtt 1099 Besuchern. Es folgen Polen mit 603, Holland rrfit 505, England mit 295, Oesterreich mit 290 Kurgästen urto. Die meisten Staaten weison eine beträchtliche Zunahme der nach Dad-Rauheim entsandten Kur­gäste auf. Ein kleiner Rückgang ist nur bei Afrika, Griechenland, Finnland, Italien, Ru­mänien und ©pairien zu verzeichnen. Beträcht­licher ist der Rückgang bei Bulgarien, während bei Frankreich und Asien die gleichen Zahlen wie im Jahre 1924 verzeichnet sind.

Gambach. 18. Jan. Dieser Tage fand die erste Gemeinderatssitzung im neuen Jahre, die auch die erste des neugewählten Ge­meindeparlaments war, unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Bock statt. Der Gemeinderat war vollzählig versammelt. Zunächst dankte der Bür­germeister den ausgeschiedenen Mitgliedern für ihre treuen Dienste. Darnach verpflichtete er die neu- aewählten Mitglieder. Anschließend erfolgte die Wahl der Kommissionsmitglieder. Das Interesse für die Sitzung des Gemeinderates war bei den Einwohnern sehr lebhaft, daher hatte sich auch eine große Zuhörerschar im Sitzungssaale eingefunden. Der Gemeinderat seht sich zusammen aus: Bürger­meister, Beigeordnete und 3 Vertreter des Bauern­bundes, 2 Vertreter der Mittelstandspartei, 4 Ver­treter der Mittelstandspartei vereinigter Hand­werker und Gewerbetreibender und 3 Sozialdemo­kraten.

Kreis Schotten.

tog. Schotten, 18. Jan. Der neugewählte Kreistag wird am Samstag, 23. Januar, in seiner ersten öffentlichen Sitzung zusammen- treten. Der Parteizugehörigkeit nach haben im neuen Kreistag Sitze: Deutschnationate und Landbund zusammen 13. Deutsche Dolkspartei 1, Deutsche Demokratische Partei 1, Evangel. Volks­gemeinschaft 2, Sozialdemokratische Partei 4. Im bisherigen Kreistag war die Sitzeverteilung folgende: Deutschnationale und Landbund 12, Deutsche Dolkspartei 1, Deutsche Demokratische Partei 3, Sozialdemokratische Partei 5.

Hoherodskopf, 16. Jan. Auf der Hoch­fläche des Oberwaldes liegt jetzt eine Schnee­decke, die nach sorgfältigen Messungen an verschie­denen Plätzen im Durchschnitt eine Höhe von 3 0 bis 40 Zentimeter hat. Der ungewöhnlich heftige Sturmwind, der von Anfang dieser Woche bis vorgestern hier wütete, hat im Bestand unserer ausgedehnten Waldungen schlimm gehaust, beson- ders auf der Nordseite unseres Bergmassivs, in der Gegend derForellenteiche". Hier sind eine ganze Reihe von Schneisen durch umgerissene Fichten­stämme überdeckt und unwegsam gemacht worden. Der Schaden ist beträchtlich.

-8- D o m oberen Vogelsberg, 18. Jan. Der diesjährige Winter ist reich an starkem böigen Sturm. In den hochgelegenen Dör­fern des Dogelsberges hat besonders durch den letzten Sturm manches Dach empfindlich Rot ge­litten. Sv ist auch die neuerbaute Jugend­herberge deS D.H. C. nicht verschont ge- blicben. An einer Seite hatte der Sturm ein» Lücke ins Dach gerissen. Viel schlimmer sind aber bie Sturmschäden in den Wal­dungen. Hier war die Angriffsfläche bedeutend größer, uno so ist auch der Schaden er­heblich. Do find z. B.bei Grebenhain und bei Gedern ganze Schläge Hochwald umgelegt worden. Aber auch im Riederwald, in Fichten» schonungen ufax, ist sehr viel Schaden zu verzeich­nen. Hier sind die Bäume meistens nicht ent­wurzelt, sondern sie sind wie Streichhölzer in halber Höhe ab geknickt. Besonders der junge Fichtenwald auf der Hercherrhainer Höhe hat in dieser Beziehung stark gelitten. Der Weg zum Ehrenmal deS D. H. C. ist durch die Windbrüche vollkvinmen ungangbar. Solche Verheerungen waren in früheren Jahren nicht zu verzeichnen.

Kreis Lauterbach.

K Lauterbach 18. Jan. Die schlechte Wirtschaftslage, die sich nicht nur in einer großen Zahl von Erwerbslosen ausdrückt, sondern auch auf weitesten Devölkerungskreisen, vor allem auf den Kleinrentnern und unverschuldet Armgewor­denen schwer lastet, hat die Bürgemeisterei ver­anlaßt, die Winternothilfe, auf die man im vorigen Winter verzichten konnte, wieder ins Leben zu rufen. Das Hilfswerk hat sich bereits früher in den Jahren der Inflation bewährt, der Winternothilfe-Ausschuh will des­halb auch jetzt wieder die Rot nach Kräften zu lindern suchen, in den dringendsten Fällen wenigstens. Er sammelt Gaben in Geld. Lebens­

mitteln und Delleidungsstücken, die von der Bür- gemeisterei und den Kassen ent gegen genommen werden. Außerdem werden Sammellisten in Um­lauf gesetzt.

Schl i tz, 18. Jan. Die schweren Brand­unfälle, die das Schlitzerland in den letzten Jahren betroffen haben (es sei nur an das große Schadenfeuer inPfordt vor einigen Wochen erinnert), gaben dem Bürgermeister unterer Stabt von neuem Veranlassung, Mittel und Wege zu suchen, wie zu Zeiten der Gefahr am raschesten Hilfe gebracht werden tonne. Die Lage des Schlitzerlandes bedingt es vor allem, daß in S ch'l i tz eine Motorfeuersprihe sta­tioniert fein muß, eine Kreismotorfprihe mit dem Sitz in Lauterbach kann unsere abgelegeneren Ortschaften nicht so rasch erreichen. 3n einer von Bürgermeister Dr. Riepoth einberufenen Versammlung der Schli Herländer Bürgermeister wurde der Plan erörtert und unter allgemeiner Zustimmung gutbeheihen. Sämtliche Bürgermeister haben zugeiagt, ihre Gemeinderäte für dieses Werk der Selbsthilfe zu gewinnen, einige Gemeindevertretungen haben bereits in zustimmendem Sinne beschlossen. Die Motorspritze soll hier in Schlitz, das ziemlich im Zentrum des Schlitzerlandes liegt, aufgestellt werden. Der letzte Brand in Pfordt hat außerdem gezeigt, daß es ein großer Rachteil ist, wenn die öffentliche Fernsprech­halle während der Rächt nicht berruht werden kann. Cs wurde daher beschlossen, mit der hie­sigen PostbehölDe wegen Beseitigung dieses Uebelstandes in Verhandlungen zu treten. Die hiesige Volkshochschule, von Ober- Pfarrer Knodt kurz nach dem Kriege ins Leben gerufen, hat auf dem Gebiet der Dolksbildungs- arbeit schon Vorbildliches geleistet, besonders durch Veranstaltung zusammenhängender Vor­tragsreihen, die in die verschiedensten Gebiete der allgemeinen Lebenslehre und der Wissen­schaft einführten. Auch für diesen Winter wurde in diesen Tagen die Tätigkeit wieder ausgenom­men. Studienassessor Rückert von der hiesigen Realschule i. E. hielt vor zahlreicher Zuhörer­schaft einen sehr anschaulichen und lehrreichen Vortrag über die Wunder des Sternen­himmels. An einer von Oberpfarrer Knodt zur Verfügung gestellten Lichtbilderreihe konnte der Redner die erhabenen Wunder der Sternen­welt trefflich erläutern.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

XX Kinzenbach, 18. Jan. Am Samstag­abend hielt der hiesige Turnverein seine Iay- reshauptoersammlung ab, die sich durch reges Interesse und zahlreichen Besuch der Mit­glieder auszeichnete. Nachdem der Vorsitzende, der Kassenwart und der Pressewart ihre Berichte vor­getragen hatten, fand die Vorstandswahl statt. Bei dieser wurde der seitherige Vorstand fast ausschließ­lich und einstimmig wiedergewählt. Neugewählt wurden Wilhelm B e p l e r als zweiter Turnwart und Louis B e p l e r als Schriftwart. Der Ium- verein kann auf ein Jahr vielseitiger turnerischer Tätigkeit zurückblicken, er hat mehr als 40 Preis? auf den Veranstaltungen des Gaues, Bundes und Verbandes davongetragen.

XX Atzbach, 18. Jan. Die Serbin- dungsstraße Dutenhofen Atzbach, über die nahezu drei Wochen die rauschenden Was­ser der Lahn dahinslutete.n, ist bekanntlich nur zum Teil ausgebaut. Das jüngste Schlammbad der Straße ist durch den jähen Frost in eine unpassier­bare Eisdecke verwandelt worden. Unberechenbaren Schaden aber richtet die Vereisung der Aecker an dem Wintergetreide an. Nachdem die jungen Saa­ten wochenlang im schlammigen Wasser gestanden haben, zerstört nun die Eisdecke die Keimlinge vollends. Es steht schon heute außer Zweifel, daß das gesamte Wintergetreide an den Nie­derungen zu. beiden Seiten der Lahn als ver­loren gelten kann und im Frühjahr u m ge­pflügt werden muß.

Maingau.

WSN. Frankfurt a.M., 18. Jan. Infolge der trostlosen Lage des Arbeitsmarktes hat in der letzten Zeit ein üerft ärtter Zuzug von Personen nach Frankfurt a.Main ftattgefunben, die hier Arbeit oder eine sonstige Erwerbsmög­lichkeit zu finden hoffen. Abgesehen davon, daß auch hier die Zahl der Arbeitslosen oder der ver­kürzt arbeitenden eine bisher noch nie dagewesene Höhe erreicht hat. beftebt bei der zur Zeit außer­ordentlich großen Zahl der Obdachlosen keiner- I e i M ö g l i chk e i t. für planlos Zuziehende eine W ohnung ober auch nur ein einigermaßen ausreichendes Obdach zu erhalten.

herab tarn ein Windstoß, der wie eine unsicht­bare Hand zwischen die Bäume fuhr und ihre gelben Blätter herunterschüttelte, so daß ihre garrze Luft mit einem Male von diesem wir- belnben bunten Blätterregen erfüllt war. Wie bunte Schmetterlinge flatterten die leuchtenden

Was sich einst zwischen ihr und. Franziska ab­gespielt, war ausgelöscht.Der Tod macht alles wieder gut, sagte die Ebenhausen. Man formte Franziska nicht lange gram fein, sie hatte einen Zauber ausgeubt. selbst auf ihre Feinde.Sie war eine große Künstlerin", betonte sie.

gelben und roten Blätter herab auf den schwar­zen Wagen, die Trauerschabracken der Pferde, die mit gesenkten Köpfen langsam einherschritten, unb bedeckten den Weg, den der fleine Trauer­zug nahm.

Die Heine blonde, kurzsichtige Sopranistin im ersten Wagen, die noch vor einigen Tagen im Bureau des Intendanten Weinkrämpse be­kommen hatte, weil man bie Rott hatte kommen lassen, während sie bestimmt auf den Octavian gerechnet hatte, saß begierig der Ebenhausen gegenüber. Sie waren alle gespannt, Räheres über die Kollegin zu erfahren, die das groß­artige, glänzende Leben geführt hatte und von der die Kritiker einst innnig mit Ehrfurcht spra­chen.

Die Ebenhausen enttäuschte bie neugierigen Kolleginnen durch vornehme Zurückhaltung. Ge­wiß, sie hätte vernünftiger leben müssen, Haus­halten mit ihrer Stimme, ihren Rerven unb ihrer Gesundheit. Aber Franziska dachte, ihre Kraft sei unerstchöpftich und unbesiegbar. Doch sie kam mit keinem Wort auf die Krankheit Franziskas zurück, sie gehörte zu denen, die sich das Un­harmonische, Unfreundliche und Llnheimliche fern­halten. Sie saß wie der lebendige Triumph eines ordnungsmäßig geführten Lebens aufrecht im Wagen. Auf ihrem einfachen, reinen, noch immer hübschen Gesicht stand nichts geschrieben, was nicht jeder lesen konnte. Sie würde sicher achtzig Jahre alt werden und noch lange an der Hofoper in den heroischen Rollen auftreten, zu denen sie über gegangen war. Durch ihren wehenden schwarzen Kreppschleier sah sie den bunten Blät­tern zu, bie unaufhörlich herabwirbelten, un­heimlich wie ein Fastnachtstreiben in dieser ern­sten Stimmung des teeren, kalten Herbstnachmit» tags, da man jemand zur letzten Ruhe bestattete.

Aber in manchen Rollen sott sie doch versagt haben", warf bie Soubrette hin.

Ja, in den heroischen," sagte die Eben­hausen,die haben ihr nie gelegen.

Der kleine, starke Geistliche mit dem derben, bäurischen, gesunden Gesicht, der eher einem Komiker als einem Geistlichen ähnlich sah. repe­tierte in seinem Coupä eine Taufrede. Tauf­reden lagen ihm besser. Er hatte Franziska nicht gekannt und wußte nicht viel über sie zu sagen. Es war immer eine heikle Sache mit diesen berühmten Damen unb ihrem großartigen Leben, dessen ehrenvoller Abschluß dann der Geistlichkeit überlassen blieb.

Die Zofe, zwischen auf getürmten Kränzen. Buketten und Palmwedeln, wickelte sich fröstelnd in den Zobelpelz ihrer Herrin und rechnete aus, wie viel ETttschädigung sie fordern sollte für den Ausfall an Lohn unb Geschenken.

Verwandte hatten sich keine gemeldet ern Bruder aus Graz hatte telegraphiert, die Eltern waren tot. So eine Schauspielerin hat ihre Familie ja kaum gesehen.

Am Tor des Kirchhofs ließen dre Herren die Wagen vorangehen, ein trockener Wind trieb ihnen ins Gesicht. Sie kehrten um und gingen zur ©tobt zurück.

Der Pfarrer machte des Windes toegem der ihm durch den dünnen Talar blies, feine Sache kurz. Als er die Erde auf den Sarg geworfen 5atte, sah er sich um, wem er zunächst die Schaufel in die Hand geben sollte, aber es war niemand da. So winkte er der Zofe, unb das alte Mädchen mit dem verlebten Gesicht trat mit zitternden Knien ans Grab und warf rasch und schaudernd ein paar Schaufeln Erde auf den schwarzen Sarg. Sie dachte, daß dort unten ihre Herrin ruhte, die sie noch vve wenig Tagen

Turnen, Sport unb Spiet

S. D. 20 Heuchelheim I gegen V. L. Wetzlar II 3:1.

Dcr Heuchelheimer Sportverein hatte die 2. Mannschaft des B. E. Wetzlar am Sonntag zu Gast: er konnte das Spiel 3.1 für sich beenden. Trotz der Schneedeäe war der Platz in guter Verfassung unb gestattete ein einwandfreies, in jeder Hinsicht spannendes Spiel. Durch Um- bzw. Reueirtstcllung hat der Sturm deS Platz­vereins endlich die nötige Durchschlagskraft ge­wonnen. besonders gut die beiden Austen. In der Läuferreihe gefiel nur der Mittelläufer. Die Verteidigung samt Torwart wie immer sehr gut. D. C. Wetzllr stellte eine Mannschaft mit be­sonders slinlem 6tunn. Der Torwart und die beiden Verteidiger wären ferner noch zu er­wähnen. Rach diesem Sieg Heuchelheims und nachdem es bereits am 10. Januar die 2. Mann­schaft von S. C. 1900 Gießen mit 4:1 heirnge» fchickt halte, hat der B°Meister bewiesen, daß er vor der stärksten A -Mannschaft nicht zurückzu- f<breden braucht und auch in dieser Klasse im kommenden Jahre ein Wort mitreden wird.

Handball.

F. E. 05 Wetzlar Lahnkreismeister.

tz. Die Entscheidung ist gefallen! Am Sonnlag holte sich der Wetzlarer FC. 05 im Spiel gegen den P o l i z eis p o r tverein 1 924 Wetzlar den einen für die Erringung der Meisterschaft noch fehlenden Punkt. DaS Er­gebnis lautete:

unentschieden 1:1.

Der Verlauf des Spieles gibt diesem Re­sultat nur ganz im allgemeinen Recht, im beson­deren nicht, unb zeigte ferner eine derartige! Härte, bah man nicht mehr von einem Spiel, sondern mir noch von einemKamps" sprechen müßte, ttrsache dazu tvar vor allem der Schnee­boden und die Zuschauer, die auf ihre Act warm werden wollten. Wie vorauszusehen, lieh der Schneefall fein schönes Spiel aufkommen. Der Ball klebte zu sehr am Boden unb gab die älrsache zu zahlreichen unschönen Bodenkämpfen, die bann die Gemüter so sehr erregten. Den Spielverlauf selbst sah sich kurz folgender­maßen an:

Mit Anwurf kurz nach 3 tthr (im Spilburg- ötabion) drängt F. C. zunächst wenige Minuten. Dann wird das Spiel verteilt, ohne daß lange Zeit irgendwelche Torchancen beraudg:arbeitet werden. Bei einem plötzlichen Durchspiel nach vorangegangener kurzer Kombination wirst Da- bemasch für die Polizei gut plaziert das Füh­rungstor ungefähr in der Mitte der ersten Halb­zeit. Weiterhin ändert sich an der Spielvertei-- lung vorerst nichts. In ungemein scharfem Tempo geht der Kampf Wetter, in dem die Polizisten mrz vor der Pause bereits etwas nachlassen. Erne Ausgleichschance für den F. C. macht der P. S. B.-Tormann durch eine prächtige Parade zunichte. Kurz nach Seitenwechsel wird F. C.'s rechter Läufer ohne besonders erkennbaren Grund des Feldes verwiesen. F. C. sieht sich vor die Aufgabe gestellt, das Spiel in der zweiten Hälfte mit nunmehr nur 10 Mann durchzuführen. Er löste diese Aufgabe glänzend und konnte in be°> wunderswertem Elan den Spielverlauf die ganze zweite Hälfte übet überlegen von sich aus be- stiTmnen, bis es bann auch Paulus gelang, einen feiner zahlreichen Würfe zum Ausgleich anzubringen. Eine andere Möglic^eit zum Sie­gestor bot sich dem R. A der Polizei, der aber im letzten Augenblick am Schußkreis vom F. 6.- Tormann daran gehindert wurde. Ungleich mehr Aussichten auf Sieg hatte noch der 4 Mann starke F. C.-Sturm, der durch das Aufrücken bei eigenen Läuferreihe energisch unterstützt würbe. Sämtliche Würfe aufs Polizeitor hielt aber der in Hochform arbeitende Hüter. Kapello das Spiel wurde durch zahlreiche Strafwürfe unter­brochen, von denen der F. E. durch scharfes Spiet entschieden die größere Anzahl verursachte. Werui auch nicht der Sieg für Öen Fußballklub war, so war ihm doch der Erfolg, well er im Tempovorlegen und -durchhalten die größere Ausdauer besah. Das ist die Stärke der Elf. Sie ist nicht klein zu kriegen und seit 2 Jahren ungeschlagen!). Des weiteren spielte sich der F. C.--Sturm gegen Schluß immer mehr in sein System rein. Die Polizei lieferte ihr bestes Spiel am Sonntag nicht. Als ihr M.L. das Tempo nicht mehr durchhielt, baute die Elf ab und beschränkte sich, abgesehen von einzelnen Durchbrüchen, auf das Hallen des ersten Halbzeit­ergebnisses. Der E chi edsrichter hatte eine

frisiert und angekleidet hatte, und es durchlief sie kalt. Rach ihr trat die Ebenhausen in würde­voller Trauerhaltung an das Grab, sie neigte den schleieroerbülllen Kopf, sprach ein stilles, kurzes Gebet, warf mit unmutiger Bewegung drei Hände voll Erde hinunter auf den Sorg unb einen Beilchenstrauß für Franziska.Gott geb ihr die einige Ruhe!"

Ein paar Tage später machte Hasse wieder seinen gewohnten Rachmittagsgang nicht wie sonst durch den Schloßpark, sondern schritt an dem Bahnhof vorüber zur Stadt hinaus.

Es war kalt geworden, in der Luft flimmerte es wie erster Schnee. Seine Blicke streiften die Fronten der Häuser dieser kahlen Dorstadt­straßen, die er kaum jemals mit Dewuhtsein gesehen, während er die Zeitung im Auto las.

Was für ein gedankenloses Leben man führte. Immer kahler wurden die Straßen, im­mer nackter die Häuserfronten, Fabrikanlagen, Geschäftshäuser. Grohgeschäste mit breiten Tor­einfahrten mischten sich unter die weihen und grauen und roten Backsteinkasernen, dann kam der Güterbahnhof, und nun sah man in der Ferne schon den Hügel, mauerumschlossen, mit den Lorbeerbäumen an der Pforte und den vielen hellen und dunklen Kreuzen, buschberankt die Blumen bereits int Absterben begriffen.

Die Pforte stand offen. Ein aller Herr, der seinen Pudel Kunststücke ausführen ließ, war­tete am Tor, eine junge Dame in lösendem Trauerschleier schrill vor ihm her. Der Trauer­schleier zeigte ihm den Weg zu den neuen Gräbern, die auf der linken Seite des Hügels lagen, der sich terrassenförmig erhob. Aus dem unteren Friedhof hatte man ältere Kreuze und Denksteine ab genommen und gegen bie Mauer gelehnt. Er konnte im Vorübergehen bk Ramen lesen, die Regen und Schnee halb verlöscht hat­ten. Sie waren vor vierzig Jahren hier mit allen Ehren begraben, jetzt waren ihre Plätz« verfallen, und sie mußten anderen Platz machen.

(Schluß folgt.)