11947 Erwachsene. Der Abendmahlsbesuch stellte fich in 1923 auf 11622. in 1924 auf 11305 Teilnehmer und weift einen bedauerlichen Rückgang gegen die Vorjahre auf; die Durchschnittszahlen betragen in 1923 76 Prozent, in 1924 73,9 Prozent, während fie z. B. im benachbarten Dekanat Nidda fast das Doppelte betragen. An Liebesgaben gingen in 1924 ein: für die Heidenmission 2167 Mark, Innere Mission 6937 Mk., Ev. Bund 1165 Mk., Gustav-Adolf-Verein 1184 Mk., Kirchenkollekten 3187 Mk., Gaden für Arme 1720 Mk., für sonstige Zwecke 4995 Mk., zusammen 21 355 Mk., d. h. 2850 Mark mehr als in 1913, auf den Kopf der eo. Bevölkerung ausgerechnet 0,93 Mk. in 1924 gegenüber 0,83 Mk. in 1913.
Nack dem Bericht wird fast in allen Gemeinden über das Ueberhandnehmen der Festlichkeiten geklagt, ferner darüber, daß ,Hie Festlichkeiten öfters wie früher auf Samstag abend aelegt werden, um den Sonntagmargen zum Ausschlafen und den Sonntagnachmittag zur Nachfeier au benutzen; das schlechte Vorbild der Kreisstadt Büdingen macht Schule". Hier und da zeigt sich auch ein vertieftes und verstärktes Verlangen nach Gottes Wort, nach Gemeinschaft mit Gott, nach brüderlicher Liebesge- m"infchaft und nach rechter Lebensheiligung. Für die Gesundung unseres Volkes ist es nötig, daß diese Gesinnung überall wieder an Einfluß gewinnt und fießt _________
Wirtschaft.
Der Agrarkreditplan der Golddiskontbank.
Es ist überflüssig, über die Notwendigkeit der Kreditzuführung an die schwer ringende Landwirtschaft viele Worte zu Deriieren. Die deutsche Landwirtschaft hat durch die Inflationszeit ihr Betriebskapital verloren, die kurzfristigen und mit viel zu hohen Zinsen belasteten Kredite der ersten StabilisierungSjahre waren keine wirksame Hilfe, nach wie vor besteht ein Mangel an lang befristeten Krediten zu erträglichen Zinssätzen. Ein kurzfristiger etwa l2prozentiger Kredit bedeutet bei der Eigenart des landwirtschaftlichen Betriebes mit seinen langen Umschlagssristen eher eine Gefahr als eine wirkliche Hifte.
Aus verschiedene Weise hat man bereits mehr oder minder wirksame Kredite gegeben. Erinnert sei an die Pfandbrief anleihe der Renten-- banf in Höhe von 25 Millionen Dollar, deren Erlös an die Landwirtschaft gegen hypothekarische Sicherstellung ausgeglichen werden soll. Trotz der neuerlichen Ermäßigung des Zinssatzes auf 10,5 Prozent für den letzten Kreditnehmer scheint dieser Kredit zu teuer, einen Vorteil bedeuten allerdings die langen Lauftristen. Es seien weiter angeführt die Bereitstellung von 60 Millionen Mark zur Stickstoffversorgung, die Dersügbar- machung von 65 Millionen Mark für Zwecke der landwirtschaftlichen Besiedelung und die Bestrebungen zur Erlangung einer Ausfallgarantie des Reiches beim Kalibezug. So wertvoll die zuletzt angeführten Kredite im einzelnen auch sein mögen, eine allgemeine und durchgreifende Hilfe stellen sie nicht dar. Eine solche Hilfe kann nur in der Bersügbarmachung größerer, langfristig gebotener Mittel zu erträglichem Zinssatz gesehen werden.
Das Angebot der Deutschen Golddiskontbank an die Rentenban^reditanstalt, das dieser die Gewährung eines drei- bis fünfjährigen hypothekarischen Zwischenkredits ermöglichen soll, ist ein beachtenswerter Fortschritt in der Lösung der landwirtschaftlichen Kreditfrage. Es sei kurz auf die Entstehung des Planes hingewiesen.
Die Deutsche Golddiskontbank ist aus währungspolitischen Gründen an der Entwicklung der deutschen Landwirtschaft stark interessiert. Man hofft durch Zuführung von Krediten, daß die intensive Bewirtschaftung gefördert und der, für die Gestaltung unserer Zahlungsbilanz so ungünstige Import von Rahrungsmitteln vermindert werde. Es darf als Tatsache unterstellt werden, daß die Tlnterstuhung der Landwirtschaft nicht einseitige Hilfe für einen Stand, sondern Förderung des Bolksganzen bedeutet. Die Gold- diskontbank, die ja praktisch ein durch Personalunion verbundenes Tochterinstitut der Reichsbank ist. will mit der bisherigen Handhabung, der Landwirftchast untragbare Zinslasten aufzulegen, brechen. Ferner soll durch die neue Kreditaktion verhütet werden, daß die Landwirtschaft mit ihrem gesamten Kreditbedürfnis auf den Geld- und Kapitalmarkt drückt und so den Zinsfuß in feiner Entwicklung ungünstig beeinflußt.
Betrachten wir uns den Plan selbst, so taucht zunächst die Frage nach Höhe und Herkunft der verfügbaren Summen auf. Man nimmt an, daß das gesamte Kapital der Golddiskontbank in Höhe von 200 Millionen Mark zur Verfügung steht, dazu kommen die Gewinnnreserven, etwa 10 Millionen Mark, ferner alle die Beträge, die die Golddiskontbank dem Marft und den öffentlichen Stellen in der Form von Schuldscheinen zu verkaufen in der Lage ist. Gs werden also keine Maximalschähungen abgegeben, aber auch ohne das ist ersichtlich, daß es sich um eine bedeutungsvolle Hilfe handelt, allein in Ansehung der beiden oben genannten Beträge. Bei der Frage nach der Herkunft des Geldes sind zwei Hauptquellen zu berücksichtigen. Die eine ist das eigene Kapital der Godldiskontbank, die andere die Aufnahmefähigkeit des heimischen Geldmarktes für den Verkauf der Schuldscheine, denn um solche handelt es sich, wie wir weiter unten sehen werden. Hier ist der Versuch, eine Brücke zwischen dem überströmenden Geld- und dem außerordentlich knappen Kapitalmarkt zu schlagen, außerordentlich bemerlenswert. Insbesondere wird dabei an die Anlage der öffentlichen Gelder gedacht, wobei man freilich etwas im Zweifel sein kann, ob sich dieser Optimismus rechtfertigt.
Rach der Beantwortung der Fragen nach Höhe und Herkunft der Gelder kämen wir zu dem wichtigsten Punkt, den Kreditbedingungen. Es handelt sich um eine Beleihung des Grund unb Dodens bis zu 33»/, Prozent des Wehrbeitrag- wertes. Eine Löschung der Auswertungshypothe- ken ist hierbei nicht Voraussetzung. Die entstehenden Hypothekarschuldscheine lauten auf Reichsmark, es werden hier zum ersten Mal wieder Ilaufelfreie Reichsmark in die Grundbücher gebracht. Die laufenden Zinsen sollen einschließlich aller Derwaltungskoflenbeiträge nicht höher als N/° Prozent sein, an einmaligen Kosten werden nur ö/4 Prozent gekürzt, so daß jeweils 983'< Prozent der betreffenden Summe zur Auszahlung gelangen. Die Zinslasten bewegen sich, unter Berücksichtigung der Tatsache, daß der Durch- schnittssah der Bankkredite noch immer 12' -2 Prozent ist, in relativ erträglicher Höhe. Die zeitliche Begrenzung der Kredithingabe ersieht man daraus, daß nach den Bestimmungen ein
Drittel nach drei Jahren, ein weiteres Drittel nach vier Jahren und das letzte Drittel nach fünf Jahren, vom Beginn der Lauftrist an gerechnet, zurückgezahlt werden soll. Wichttg ist. daß die Kredite auch vor diesen Fristen, nämlich jederzeit zurückgezahft werden können.
Der Landwirtschaft soll durch diese Kredithingabe eine Atempause gewährt werden. Man will dem Landwirt Gelegenheit geben, die „eingefrorenen Wechsel" der Banken und ® erraff en - schäften einlösen zu können. Ferner soll auf Förderung der Produktivität bei der Kveditzu» teilung in erster Linie gesehen werden. Es werden für die Kreditgewährung besondere Richtlinien aufgestellt, wobei man die naheliegende Gefahr eines Schematismus bermeiixm will. Bor allen Dingen will man von einer Kontingentierung und der Festsetzung bestimmter Quoten absehen. Es bleibt abzuwarten, wie die Gvlb- diskvntbank bei der Hergabe verfahren wird, bei der Eigenart und Verschiedenheit der landwirtschaftlichen Betriebe wird es nicht immer leicht sein, Fehler zu vermeiden.
Interessant ist es. daß man in den Kreisen der landwirftchaftlichen Genoftenschaften die bevorstehende Kreditaktion begrüßt, dabei aber darauf hinweift, daß die nunmehr der Landwirtschaft zufließenden Summen nicht zu einer neuen Verschuldung führen dürfen, daß man vielmehr den Zeitpunkt für gekommen erachtet, die kurzfristigen Persvnalkredrte in langfristige Realkredite umzuwandeln. Dieser bereits oben erwähnte Puntt gewinnt an Interesse, wenn man chört, daß die Preußenkasse noch immer 1200 Millionen Mark ländliche Forderungen haben soll. Die Genoftenschaften wünschen bei der Zubringertätigkeit besonders berücksichtigt zu werden, ein Verlangen, das bei dem Hochstand der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften durchaus berechtigt erscheint.
Um Zweifel zu beseitigen, sei besonders betont, daß die Zuführung weiterer Kredite, besonders von Auslandskrediten, durch die laufende Aktion nicht abgeschnitten werden soll. Voraussetzung hierfür wäre freilich, daß fich diese Kredite zu erträglichem Zinssatz abschliehen lassen. Hans M. Müller.
Die Geldbewegung bei der Reichs- hauptkasse im Januar. Nach den Mitteilungen des Reichsfinanzministeriums hak sich für die Zeit vom April 1925 bis Januar 1926 ein Zukchuß- bedarf von 188 835 145 Rm. und für den Monat Januar 1926 ein Zuschußbedarf von 26 191 391 Rm. ergeben. Die schwebende Schuld hat am 31. Januar 1926 einen Stand von 70 847 600 Rm. erreicht.
Berliner Börse.
Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers".') Berlin, 18. Febr. Der Effektenmarkt stand heute unter dem Zeichen mangelnder Beteiligung des Publikums. Die Börse blieb in der Hauptsache unter sich, infolgedessen verlief das Geschäft außerordentlich still. Die Tendenz war unsicher und etwas niedriger, da nach den gestrigen Kursbefserungen Gewinnmitnahmen erfolgten. Während der ersten Stunde konnte man noch nicht einmal in Spezialwerten größere Umsätze beobachten, wie dies sonst an stillen Börsen- tagen der Fall ist. Das Ausbleiben der auswärtigen Käufer wirkte verstimmend auf die Spekulation, die infolge der heutigen Differenzzahlungen kaum Mittel für nennenswerte Käufe frei hatte. Am Montanmarkt touröen die Verhandlungen innerhalb der Vereinigten Stahlwerke A.-G. stärker beachtet, die jedoch entgegen den Erwartungen der Börse ein positives Ergebnis nicht gezeitigt haben. Am Montanmarkt kam daher die Lustlosigkeit am stärksten zum Ausdruck. Später flackerte etwas Interesse für Freigabewerte auf, da fich in den nächsten Monat das amerikanische Parlament mit der Rückgabe des beschlagnahmten deutschen Eigentums beschäftigen soll. Besonders Schiff- fahrtswerte zogen hierauf etwas an. wenn auch ihre Haftung nicht so entschieden fest war, wie an den letzten Dörsentagen. Günstige Ab- sahschahungen im Kalishndikat bewirkten einige Meinung für diese Werte. Im übrigen war die Kursgestaltung recht farblos. Am Geldmarkt war TageSgeld etwas stärker gefragt. Der Satz ist unverändert 41/2 bis 6’A, Proz. Wechselmaterial lag kaum vor. Der Diskontsatz stellte sich auf 6 bis 6* 2 Proz. Privatdiskonten hatten nur unter dieser Rvtiz älmsähe zu verzeichnen. Im Devisen» er kehr war Paris gegen London eine Kleinigkeit gebessert mit 133,50. Die übrigen Valuten sind nicht wesentlich verändert.
frankfurter Börse.
(Eigener Drahtbericht des „(Siebener Anzeigers".) Frankfurt a. M.. 18. Febr. Tendenz: Ruhig. — Die Börse eröffnete an den Aktienmärkten wieder unsicher. Die Llnterneh- mungslust war äußerst gering, weshalb sich bas Geschäft in kleinem Rahmen bewegte. Im allgemeinen bot die Börse das gleiche Bild wie gestern. Aktienwerte, die etwas vernachlässigt blieben, zeigten gegenüber dem gestrigen Stande keine nennenswerten Veränderungen. Geringfügige Besserungen waren jedoch übettoiegenb, so daß die Stimmung als behauptet bezeichnet werden kann. Rur am ausländischen Renten markt konnte sich etwas regeres Geschäft entwickeln. Türken und Russen beanspruchten wieder größeres Interesse. Stark begehrt waren vor allem Zolltürken, Bagdad unb 08er Russen, die neue Steigerungen aufzuweisen hatten. Türkenlose notierten 24. Auch ungarische Renten waren gefragt. Deutsche Anleihen hatten dagegen nur geringes Geschäft. Kriegsanleihen wurden anfangs etwas lebhafter gehandelt, der Kurs mußte aber im weiteren Verlaufe wieder nachgeben (0,440). Am Montanmarkt war die Kursbewegung unregelmäßig. Niedriger wurden Buderus, Glöckner-Werke. Mansfelder und Phönix, gebessert waren: Ilse-Bergbau. Deutsch-Lux und Rheinische Braunkohlen. Farbwerte waren um 1 Proz. gedrückt. Auch am Elektro markt war die Stimmung etwas schwächer. Rur Lahmeyer konnten sich infolge vermehrter Nachfrage steigern. Bankaktien weiter begünstigt. An der Spitze standen Berliner Handel, die in Rachwirkung der guten Bilanz um 0,5 Proz höher gingen. Reichsbankanteile plus 0,5 Prvz. Bahr. Hypothekenbank plus 1.5 Proz. Schiffahrtsaktien waren kaum verändert. Don A u t o a 11 i e n erzielten Kleyer eine weitere Besserung um 0,5 Prvz. Recht fest lagen ferner Zellstoffwerke. Zucker- a 11 i e n neigten eher etwas zum Rachgeben. Der Kassamarkt der Industriepapiere ver
kehrte in uneinheitlicher Haltung. Der Freiverkehr war sehr still. Beckerstahl 45 Proz., Beckerckohle 61. Benz 39, Brown-Boveri 71,5, Growag 54, Krügershall 90,5, Ufa 61 Proz. Im weiteren Verlaufe der Börse setzten sich die Steigerungen am Bankaktienmarfte fort. Hiervon wurde die allgemeine Tendenz günstig beeinflußt, so daß sich die allgemeine Tendenz leicht befestigte. Der Geldmarkt steht weiterhin im Zeichen großer Flüssigkeit. Monatsgeld unverändert 6 bis 81/' Proz je nach Adrefte. Tagesgeld 5i 2 Proz BanDiSkrmten 5’ s Proz. Industrieakzepte 6-V; Proz.
Im Devlfenverkehr war das englische Pftuck» wieder etwas fester mit 4,86' 1fi gegen Kabel. Auch Paris batte gegen London eine geringe Besserung auf 133,50 aufzuweisen.
Börsenkurse.
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Frankfurt a.M.
Berlin
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Hamburg-Amerika Paket. . .
Norddeutscher Llovd . . .
131,5- 135*
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Devisenmarkt Berlin—Frankfurt cu M.
Telegraphische Auszahlung.
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Amtliche Noti runa
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Banknoten.
Berlin, 17 Febr
Geld
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Amerikanische Note».....
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Dänische Noten ....... Englische Noten........ Fran;ösische Noten.....
Holländische Noten .....
Italienische Noten ......
Norwegische Noten......
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Schwedische Noten ...... Schweizer Noten..... .
Spanische 9it>ren ......
Tschechoslowakische Noten .. Ungar,sche Note« ...
1.189
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112,48
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59,43
13.455
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eyr<iitffurtcr Getreidebörse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".)
F r a n k s u r! a. M, 18. Febr. Es wurden notiert: Weizen. Wetterauer 26 bi£26,25. Roggen inländ. 17, Sommergerste für Brauzwecke 20 biS 22, Hafer, inländ. 18.50 bis 21,50, Mais (gelb) 18,50, Weizenmehl, inländ, Spez. 0 40 bis 40,50, Roggenmehl 25,25 bis 25,75, Weizenlleie 9,75, Roggenkleie 10 bis 10,25. Tendenz Ruhig.
Frankfurter Schlachtviehmartt.
(Ctgener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".)
Frankfurt a. M. 18. Febr. Auftrieb: 5 Kühe, 939 Kälber 319 Schafe, 645 Schweine. Es wurden bezahlt für 100 Pfd. Lebendgewicht: Kälber: Feinste Mastkälber 68 bis 72. mittlere Mast- und beste Saugkälber 56 bis 65, geringere Mast- und gute Saugkälber 50 bis 55, geringe Saugkälber 40 bis 45. Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 45 bis 50, geringere Masthämmel und Schafe 35 bis 44. mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merzschafe) 25 bis 34. Schweine: Dollfleischige von 80 bis 100 Kg. 78 bis 80, unter 80 Kg. 72 bis 77, von 100 bis 120 und von 120 bis 150 Kg. 78 bis 80. Marktverkauf: Bei
Kälbern und Schafen reger Handel und aus- verkauft; bei Schweinen gedrückter Handel mtb lleberstand.
Aus dem Amtsverkündigungsblatt.
• Das Amtsverkündigungsblatt Ar. 14 vom 16. Februar enthält: Maul- und Klauenseuche in Eberstadt. - Tanzbelustigungen und öffentliche Lustbarkeiten. — Obst- und Gartenbau. — Aufnahme in die Volksschule. — Aushändigung der Reichsverfassung an die zur gungen in Heuchelheim und Lauter. — Back- Gntlassung kommenden Schüler. — Feldbereini- ordnung der Gemeinde Steinbach. Dienstnachrichten.
Bücherttsch.
Das Fajchingsheft der „Lustigen Blätter" vereinigt eine ganze Reihe schmissiger Bilder und banebüd)encr Erzählchen aus der reichshauptstädli- schen Ballsaison. Sowohl die „Seitensprünge" von Roellenhoft, als auch eine herzbewegende Beschreibung des „Gauklerfestes" von Mühlen-Schulte sollten nicht ungelesen bleiben.
— Sollen wir im Ausland borgen? Gemeinden und industrielle Werke hoben es getan, aber der Widerspruch der Gegner einer solchen Finanzpolitik ist auch heute noch sehr stark. Insbesondere hat die Reichsbank sich gegen die Schuldenmacherei der Länder und Städte gewendet und will nur wirklich produktive Auslandanleihen gelten lasten. Hervorragende Fachleute behaupten, daß die Auslandkredite nur die Löcher stopften, welche burd) Steuern und die Unrentabilität der Betriebe in das Wirtschaftsleben gerissen würden. Einer so scharfen Verurteilung gegenüber weist Dr. Georg Ti schert in einem sachkundigen Aufsatz des Februarhefts von Velhagen & Kl afings Monatsheften darauf hin, daß die Auslandanleihen neue Arbeitsgelegenheit in Deutschland geschaffen hätten. Auch läßt sich beweisen, daß die Anleihen bisher keine inflationistische Wirkung gehabt haben, obwohl die Vermehrung des Notenumlaufs teilweise von den Auslandanleihen, nämlich von der Umwandlung der Auslandanleihen in deutsche Noten, stammt. Eine gewisse preisinflationistische Tendenz ist den Aus- iandanleihen aber nicht abzusprechen, denn sie bringen eine Kredit- und Geldvermehrung. Aber jede Erweiterung des Kredits wirkt preissteigernd. Das hat man schon vor dem Kriege gesehen. Ein Gutes haben die Auslandanleihenzbisher gehabt: sie haben zur Ausgleichung der passiven Handelsbilanz, wo die Einfuhr um einige Milliarden über die Aussicht: hinausging, beigetragen. Mit den Auslandanleihen hat Deutschland den ileberschuß-der Einfuhr über die Ausfuhr beglichen. Auf die Dauer geht das natürlich nicht. Deutschland muß seinen Export steigern. Aber auch dazu helfen die Auslandanleihen.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Mieder ein ruheskörender Hund.
Sonntags, wenn sein Herr zu Hause ist, ist er brau und bellt nur aus besonderem Anlaß. Aber werktags, unter der Obhut des weiblichen Teils seiner Herrschaft, läßt er teben Abend und Morgen feinem Liebeskummer in stundenlanger Bellerei aus und bringt müde Menschen um ihre notwendige Nachtruhe. Liebe Polizei, kümmere dich doch einmal um die sonst so friedliche Gegend des Jahn- Gedenksteins! Wenn du durch deine Organe dem Schnauzer Achtung vor den Verordnungen und der Notwendigkeit des Schlafes für Menschen, die tagsüber arbeiten müssen, beibringen könntest: Der Dank vieler wäre dir sicher!
Ein Ruhesuchender.
Kirchliche Nachrichten.
Israelitische Gemeinden.
Isr. ReligionSgemelnde. GotteSd. l. d. Synagoge (6übanlage). Samstag, 20. Februar 1926. Dorabd. 5.45, morg. 9.00, abds. 6.00 u. 6.40.
Gottesdienst der isr. ReligtonSgesellschaft. (Sabbatfeier, den 20. Februar 1926. Freitag abdS. 5.25, Samstag vorm. 8.30, nachm. 3.30, (Sabbat- ausgang 6. 0. Wochengottesdienst morg. 7.00 und abds. 5.30.
Rundfunk-Programm
deS Arankfnrtrv Senders.
(Aus der „Radio-Umschau".)
Freitag, 19. Februar:
3.30—4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.15 bis 5.45 ülhr: Haussrauen-Rachmittag. Programm u. a.: «Lebensmittel und Vitamine", Vortrag von Frau Emmy Caro. 5.45—6.15 Uhr: Die Lesestunde (Driefliteratur): Aus den Driesen der Günderode. 6.15—6.30 Uhr: Stunde der Franfturter Vereinigung für Heimatkunde. 6.30 bis 6.50 llfjr: 20 Min. Umschau über die Fortschritte in Wissenschaft und Technik — Dortr.: Ing. M. Randewig. 6 50—7 Llhr: Film-Wochenschau. 7 Uhr: Liebertragung aus dem Frankfurter Opernhaus: „Der fliegende Holländer", Romantische Oper in drei Auszügen.


