beutfamen Aufgabe ist gestern begründete Aussicht auf nicht zu fern liegende Verwirklichung des weit- ausfchauenden Planes erstanden. Mögen alle Beteiligten nur in der gleichen tatfreudigen Art wie bisher zum Nutzen ihrer Gemeinden und der gemein* (amen Interessen einträchtig Weiterarbeiten. Dann wird die Saat recht schnell die erhoffte Frucht bringen!
<> Aus dem Kleebachtal, 16. Febr. Zur großen Freude der Einwohner fuhr heute ein mit einer Anzahl Herren aus Gießen besetztes P o st - a u t o einen Teil der Strecke ab, die für die Einrichtung einer Kraftpostlinie durch das Kleebachtal in Aussicht genommen ist. Doller Erwar- tung sieht man der Eröffnung der Linie entgegen, damit die Gemeinden des Kleebachtales endlich einmal ein öffentliches Verkehrsmittel erhalten, das sie schon lange ersehnen.
Oderhesfen.
, Landkreis Gießen
• Großen-Buseck, 17. Febr. Am nächsten Sonntag findet hier der D e le g i e rten ta g des Gesangvereins Sängerkranz zur Vorbereitung des am 10., 11. und 12. Juli anläßlich des 25jährigen Vereinsjubiläums stattsindenden G e - fangswettstreitev statt.
du. Burkhardsfelden, 17.Febr. Hier oer- b r ü h t e sich ein etwa dreiJahrealtesKind eines Bahnarbeiters mit kochender Milch derart schwer am ganzen Körper, daß sofort ärztliche Hilfe herbeigerufen werden mußte. — Der Männer- gefangvercin Liederblüte veranstaltete am Sonntagabend einen Unterhaltungsabend. Unter der Leitung seines Dirigenten Sommerlad aus Beuern brachte der Chor verschiedene Lieder treff- lich zu Gehör: ferner wurden einige Theaterstücke unter der Spielleitung von Hern, Gorr flott gegeben. Sämtliche Darbietungen fanden lebhaften Beifall. Tanz bildete den Abschluß des Abends.
* Steinberg, 16.Febr. Der Gesangverein Jugendfreund veranstaltete am Samstag im Vereinslokal einen Unterhaltungsabend, der sich eines sehr guten Besuches erfreute. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Aufführung der beiden Theaterstücke „Des Glockentürmers Töchterlein" und „Der wilde Horst". Die vortrefflichen Leistungen der Dacheller verhalfen den Stücken zu einer sehr guten Wiedergabe. Das Publikum dankte mit lebhaftem Beifall. Den Rahmen dieser Darbietungen bildeten Musikstücke und einige Chöre des Vereins, die unter der Leitung des Dingenten Heinrich Köhler ausgezeichnet zu Gehör gebracht wurden. Einige besonders verdiente Mitglieder wurden durch die lieber« reichung von Ehrendiplomen ausx^zeichnet.
Kreis Friedberg.
WSN. Friedberg, 17. Febr. Der Pferdemarkt war gut befahren. Auf dem Marktplatz standen etwa 150 Pferde, meist Mittelware, wäh- rend die befferen, namentlich belgische und nieder- rheinische Pferde, etwa 40—50 Stück, in Stallungen untergebracht waren. Der Handel war sehr lang- fam, die Tendenz flau. Trotz einer Anzahl Interessenten wurden nur wenige Käufe abgeschlossen, da die Forderungen hoch, di« Angebote niedrig waren. ®e macht sich eben überall die Geldknappheit bemerkbar. — Dem „Vberhessischen Anzeiger" zufolge ist eine größere Anzahl von L o k o m o t i v- anwärtern tn den letzten Tagen hier abge- baut worden.
— (Sambach, 17. Febr. Mit dem Anlauf von Ackergelänbe beschäftigte sich etne Versammlung der OrtSeinwvhner, die im .RathauSsaale abwchalten wurde. Es handelt sich 'um eine ca. 34 Morgen arvhe in der Gambacher ^Gemarkung liegende Ackerfläche, die zur Zeit von Griedeler Landwirten gepachtet ist. Slnige -Gambacher Landwirte haben sich bereit erklärt, sich an dem Geländekauf zu beteiligen. Eine besondere Kommission soll die weiteren Der- kaufsverhandlungen mit dem Eigentümer, Moritz Dender-- Butzbach, führen. Die Gemeinde follie sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, Ge
lände zu erwerben, das später von Daulustigen gekauft und dann gegen Baugelände an der Butzbacher Straße eingetauscht werden könnte.
C Rieberflorstadt, 17. Febr. Auf den Verbindungsweg von der Alt« nstäd - ter Straße nach dem Friedhof stößt senkrecht ein Graben, der am Weg entlang führt. Dieser Graben bringt das Wasser von einem großen Riederschlagsgebiet. Bei starken Regen, besonders bei Gewittern, schossen die Waifer- maffen über den Weg und drangen in Gärten, Arbeitsplätze, Hofreiten und Keller ein. Dadurch wurden die Anwohner fast jedes Jahr empfindlich geschädigt. Aach einem schweren Gewitter im Sommer 1925 wurde beschlossen, diesen Mißstand abzustellen. Der Verbindungsweg wurde ausgefüllt und chauffiert. Die Seite nach dem Graben zu sollte gemauert werden. Dieser Plan wurde aber abgeändert und der Graben vorher geknickt, so daß er schräg auf den Weg stößt. Außerdem wurde der Durchlaß durch die Straße erweitert. Die Befürchtung, daß das Wasser an einer anderen Stelle übertreten und dort ähnlich schädigend wirken würde, hat sich glücklicherweise bei der diesjährigen Schneeschmelze, die mit starkem Degen verbunden war und sehr viel Wasser brachte, nicht bestätigt. Es konnte festgestellt werden, daß die durchgeführten Maßnahmen die Gefahr beseitigt haben.
Kreis Büdingen.
ow. Ober Widdershcim, 17. Febr. In diesen Tagen besuchte der Vertreter der Baseler Mission für Oberhessen, Missionar Saut aus Frankfurt, unser Kirchspiel. Er hielt am Sonntag Missionsgottesdienste in Ober-Widersheim und dem Filialdorf Borsdorf. In Unter-Widdersheirn wurde am Montagnachmittag eine Missions-Bet- ftunoe gehalten. Bei diesen Gottesdiensten wurden von Kindern mit passenden Versen Gaben der Konfirmanden, des Kindergottesdienstes und des Unter- Widdersheimer Bibelstundenkreises überreicht. An den Abenden der drei Tage führte der Missionar in den drei Kirchspielorten die zahlreich versammelten Gemeindeglieder an Hand vorzüglicher Lichtbilder auf das chinesische Missionsfeld. Es war ein Genuß, die wvhlgelungenen Bilder von Land und Leuten in China zu schauen, und durch die klaren Ausführungen des Redners, der 11 Jahre in China tätig war, wurde das Missionvinteresse neu belebt und gestärkt. Zur Förderung des Missionswerkes wurden 113 Missionvgaben gespendet. Auch Missionsschriften im Wert von 37 Mark wurden in den Gemeinden gern und freudig aufgenommen.
Kreis Lcho-tcn.
* Schotten, 17. Febr. Bei der Jagd - und Flschereiverpachtung des hessischen Forste
amts Schotten wurde folgendes Ergebnis erzielt: Domanialjagdbezirk II (542 Hektar Wald, 6,6 Hektar Feld) Prof. Hahn-Schotten zum Pachtpreis von 485 Mk. jährlich, Fischereibezirk III (Hillersdach) Gastwirt Wilhelm Heß-Frankfurt 70 Mk. jähr- liche Pacht, Fischereibezirk IV (Ridder) Dr. K i l - b i n g c r ; Gießen und Th. Fischer- Hof Zwiefalten , jährliche Pacht 85 Mk. Die neuen Pachtpreise bedeuten gegenüber den Vorkriegspachten einen Rückgang von 50 Prozent.
„?* Ober-Schmitten, 17. Febr. Trotzdem in der Nachkriegszeit von industrieller und privater Seite 22 F a m i l i e n w o h n u n g e n neu gebaut wurden, ist die Wohnungsnot hier noch immer groß. Unerträgliche Wohnungsverhaltnisse zwingen hiesige Bewohner zum Adwan- dcrn in andere Dörfer. So mieteten dieser Tage zwei Familien ein leergewordenes Gutshaus auf dem Neinhäuser Hof, um daselbst Wohnung zu nehmen. Sie wohnen fortan im Kreis Gießen, ihr Weg zur Arbeitsstätte führt durch den Kreis Büdingen, und sie arbeiten im Kreis Schotten. — Seit gestern ist der B r o t p r e i s für den Vierpfünder von 7 0 auf 60 Pf. herabgesetzt. Diese für den Verbraucher erfreuliche Maßnahme darf wohl darauf zurückgeführt werden, daß vier auswärtige Bäcker, die wöchentlich mehrmals mit Brot und Brötchen hierherkommen, einen scharfen Konkurrenzkampf führen. — Der Mannergesangverein veranstaltete am Sonntag einen Bunten Abend, zu dem sich die Mitglieder mit ihren Angehörigen zusammenfanden. Chorgesänge, Solovorträge, Musikstücke, ernste und heitere Darbietungen in wechselnder Folge gaben dem Abend das Gepräge und fanden eine beifallsfreudige Zuhörerschaft. Dankbar sei des Brudervereins aus Eichelsdorf gedacht, der durch seine Lieder und humoristischen Beiträge wesentlich zur Verschönerung des Sängerabends beitrug.
Die „Dicke Elche" In der Försterei Eichelsdorf.
* E i ch e l s d o r f, 17. Febr. Die Alterslast, der Regen und der viele Schnee haben die 1000jährige „Dicke Eiche" in der Tiefenstruth stark beschädigt. Der stärkste Seitenast, 140 Zentimeter unteren und 70 Zentimeter mittleren Durchmessers und von einer Länge von 25 Meter ist am vorigen Freitag abgebrochen und in die 30jährige Eichenschonung „Trautweinseichen" gestürzt. In seinen Tod hat er ^noch viel Jugend mitgenommen. Traurig streckt der Riesenstumpf seine zwei letzten Aeste, von denen auch der eine schon geborsten ist, in die Lust. Die Forstverwaltung will durch Auszementieren versuchen, dieses Wahrzeichen des Eichelbachtals — wenn auch als halbe Ruine — zu erhalten.
Kreis Lauterbach.
—.— Lauterbach, 17. Febr. Der für den 24. Febr. vorgesehene Rinder-undSchweine- markt wurde wegen der dauernd um sich greifenden Maul- und Klauenseuche behördlich verboten.
Preußen.
Kreis Biedenkopf.
T Waldgirmes, 17. Febr. Die Maul- und Klauenseuche nimmt hier weitere Verbreitung. 9 Stück Rindvieh, meistens jüngeres, sind schon gefallen. — Das Schluß- und SchmerzenSstück unserer Wasserleitung, die Kreuzerstrahe, ist jetzt auch beendet bis auf einige Hausanschlüsse, so daß die Straßen wieder sämtlich passierbar find. Feuerspritze und Säugpumpen mußten ihr möglichstes leisten, daß die Arbeiten gemacht werden konnten. Zur Kanalisierung dieser Straße als Rotstandsarbeit hat der Staat eine Beihilfe versagt. Die Hausbesitzer haben sich daher gruppenweise zusammen- getan, um eine Entwässerung ihrer Grundstücke zu bewerkstelligen.
Kreis Wetzlar.
!—! G r o ß-R e ch t e n b a ch, 17. Febr. Für die 14 Orte umfassende Bürgermeisterei Groh-Rechtenbach ist vom Staate eine Wohnungsbaubeihilfe in Höhe von 100 000 Mk. zur Verfügung gestellt worden. Etwa 150 Antragsteller sind daraus zu bedenken.
1—1 Oberkleen, 17. Febr. Der Inhaber der hiesigen Gemeindejagd erhielt dieser Tage die Pachtzeit aus der Hand auf weitere 6 Jahre verlängert. Die Jagd, die bis jetzt einen jährlichen Betrag von 300 bis 400 Mark einbrachte, wurde nun für die Summe von 1800 Mk. verpachtet. Der Pächter, Direktor Roßlothen aus Thüringen, verpflichtete sich sogar, diesen neuen Betrag rückwirkend vom 1. April 1925 zu entrichten. In großzügiger Weise stellte Herr Rohkothen, Direktor eines Technikums, der hiesigen Volksschule einen Lichtbilderappa-- rat zur Verfügung.
Kreis llfiitqen.
!*—! Cleeberg, 17. Febr. Gestern mittag durchfuhr ein mit Vertretern der Stadt Butzbach besetztes Auto unser Dorf. Man wollte sich über die Wegeverhältnlsse der zu errichtenden Au tobus st recke von Butzbach über Pohl- Göns, Rieder- und Ober-Kleen, Cleeberg, Griedelbach nach Drandoberndorf unterrichten. Im allgemeinen stellte man fest, dah einige Wege einer wesentlichen Ausbesserung unterzogen werden mühten. Eine auf den 26. Februar in Butzbach angesetzte Versammlung soll nun über die endgültige Errichtung der geplanten Strecke Beschluß fassen.
DiLlkreis.
bl. Dillenburg, 17. Febr. Die Erwerb s l o s e n z i f f er des Dilltreis es beträgt z. Zt. etwa 2300. Dazu kommen noch 3000 Zuschlagsempfänger. Es ist ein leichter Rückgang festzustetten.
bl. Ri oder scheid. 17. Febr. Die Gemeinde erbaut, anläßlich des Umbaues des Rathauses, auch eine Badeanstalt, die eine Airzahl Brause- und Wannenbäder enthalten soft und ganz neuzeitlich ausgestattet wird.
Kreis Marburg.
II Marburg, 17. Febr. Gestern früh gegen elf Uhr wurde ein junger Landwirt aus Ginseldorf auf dem Waldwege von dort nach Marburg von einem Manne a n g e h a l t e n und um eine Unterstützung gebeten. Als er ihm 10 Pfennig überreichen wollte, versuchte der Wegelagerer, ihm die Börse zu nehmen. Der Landwirt schlug den Mann jedoch mit seinem Knüppel nieder und setzte seinen Weg eiligst fort. Der Niedergeschlagene hatte sich bald wieder erholt und verfolgte mit noch zwei im Walde verborgenen Männern den Landwirt bis in die Nahe der Schießstande. Der Angreifer ist etwa 22 bis 25 Jahre alt, kräftig, Anflug eines Schnurrbarts, 1,65 bis 1,70 Meter groß, Heller Mantel, Helle Patschmütze, Sportstrümpfe.
WSN. Marburg, 17. Febr. Der „Oberhess. Zig " zufolge ist der im Forstbezirk Meißenhain bei
Schach-Ecke.
Bearbeitet von W. Orbach.
2llle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen ufto. sind -u richten an die Schachredartion des »Gießener Anzeigers".
Problem Nr. 49.
Don I. Kotrc.
8
6
5
3
2
4
h
8
7
6
5
4
3
2
1
„Andrews Turnier 1888“. Schwarz.
b c d e f
d e t ' g Weiß.
Weih zieht und seht in drei Zügen matt.
Weih: 9 Steine Kal, Dg3, Tf2, Tf8, Ba4, Bb5 Bc4, Bd3, Bc5.
Schwarz: 6 Steine Kä7, Lh3, Ba5, Bc5, Be7, Bg4
in
1.
e2-c4
1. e7-e5
Sb8-c6
2.
3. Sg8-f6
6. d7-d6
fordert das Bauernkorps
des
ein
schwarzen Königsflügels zum entscheidenden Vorgehen auf. Wie sich später herausstellt, ist dies
Lf8-c5 h7-h6
ins Gedränge. Rochade nach läßt ihm keine 13 14. h2-h3 15. Lg3-h2 16. Lh2xe5
2. Lfl-c4
3. Sbl — c3
4. d2-d3
5. Lcl-g5
6. Lg5-h4
7. Sc3-d5
Dieser Zug
aber kein Vorteil für Weih, sondern eher solcher seines Gegners.
7
8. Lh4-g3
9. Lc4xd5
10. Ld5-b3
11. Sgl -e2
12. d3-d4
13. Ddl-d3
Der Textzug bezweckt wohl die der Damenseite, aber Rubinstein Zeit hierzu.
13. h6-h5!
14. h5-h4
15. Sg6-e2
7. §7-g5
8. Sf6xd5
9. Sc6-e7
10. Se7-g6
11. Dd8-f6!
12. e5xd4
Bogoljubow, welcher seinen Gegner aus dem theoretischen Gleichgewicht bringen wollte, kommt jetzt durch seine eigenartige Partieanlage selbst
Partie Nr. 37.
Gespielt im internationalen Schachturnier Moskau.
Königsläuferspiel.
Weih: Bogoljubow (Ruhland).
Schwarz: Rubinstein (Polen).
4.
5.
Dieser Austausch ist, wie leicht ersichtlich,
erzwungen. 16 16. d6xe5
17. Dd3-b5-f-
Hierdurch glückt es Weih noch, sich einiger- mähen aus der prekären Stellung zu befreien. 17 17. Dfö—c6
18. Db5xc6 18. b7xc6
19. Lb3-a4
20. Se2-cl
21. Sei -d3
19. Lc8-d7
20. F7 — f6
21. Lc5-b6
Die Läuferstellung aus e7 hätte sich hier besser bewährt. 22. c2—c41 Um Schwarz nicht zu dem Durchbruche c6—c5—c4 gelangen zu lassen.
22 22. d4xc3
23. b2xc3
Schwarz hat nun in der c-ßinie einen doppelten Mehrbauer: dieser minimale Vorteil bürste aber den Gewinn keineswegs klarstellen.
23 23. c6-c5
24. La4xd7+ 24. Ke8xd7
25. Sd3-b2 25. Kd7-c6
26. a2-a4 26. c5-c4
Befreit den Stellung, sicher! 27. Sb2xc4 28. Kel-e2 29. Thl-dl 30. TdlXd? 31. Tal-bl 32. Tbl-b4 33. Tb4-b3 34. Tb3-b4
Läufer aus seiner gedrückten aber Weih das Remis.
27. ThS-d8
28. Td8-d7
29. Ta8-d8~ —
30. Td8xd7
31. a7-a6
32. Td7-d8
33. Td8-d7
34. Td7-d8
.Unb remis im 47. Zuge.
Losung des Problems Rr. 48. Don P. T. Deckwtth.
1. Dhl-h2, Kf3 2. Lb6! etc.
1 Kd4 2. Df4! etc.
1 . Ke4, 2. Lc7! etc.
Die Narrenkappe.
Splitter und Sparren vom RedakttvnSttsch.
Der Herr Hosrat.
Der Herzog der „Meininger" hatte einen Untertanen, der sich brennend nach dem „Hofrat" sehnte. Aber er kam nicht. Run hatte besagter Herr einst Gelegenheit, sich in einem irgendwas betreffenden Gesuche an den Herzog wenden zu dürfen. Am Schluß des Gesuches schrieb er, vom HosratSteufer getrieben, ungefähr: „Danz nebenbei gestatte ich mir noch zu bemerfen, daß ich sehr oft von den Leuten mit , Hofrat" angeredet werde. Ich bin es nun aber doch nicht und weih nicht, waS ich mir dabei denken soll."
Das Gesuch kam zurück. Wie es sonst erledigt wurde, ist hier Rebensache, aber neben der klotzigen Anspielung auf den Hofrat, „ich weih nicht, was ich mir £abei denken soll", stand am Rande von des Herzogs Hand geschrieben: „Denken Sie nichts dabei!"
Organisation.
Zwei Bettler wollen trotz der schlechten Zeiten ihr Glück in einer großen Fabrik probieren. Der eine wartet vor dem Eingang, indes der andere es inzwischen durchsetzt, trotz des Widerstandes des Kontorpersonals, in das Allerheiligste, ins Bureau des Direktors zu gelangen.
Der Direktor hört ihn ruhig an, drückt dann einen Stempel auf einen Zettel und sagt zu dem Mann: „Damit gehen Sie jetzt zum Prokuristen."
Der Prokurist sieht das Papier an, drückt einen Stempel darauf und sagt: „Damit gehen Sie zum Kassier."
Der Kassier sieht's an, drückt einen Stempel daraus und sagt: „Damit gehen Die jetzt zmn Portier."
Der Portier sieht das Schreiben an, packt den Bettler am Kragen und wirft ihn, ohne ein Wort zu sagen, hinaus.
Der Kollege außen ruft erfreut: „Du warst lange drin, was hast du bekommen?"
„Bekommen hab' ich nichts, aber eine Organisation haben die Leute — grohartigi"
Dbernburg gelegene Kal krücken mit der dort befindlichen Dolomithöhle als Naturschutz d e n k m a l erklärt worden. Der Eingang der Höhle ist fast ganz verschüttet: jedoch erkennt man schon am Eingang Tropfsteinbildungen. Jedenfalls entspricht die Höhle den Zechsteinhöhlen im Harz. Es kann angenommen werden, daß sie bereits zur Eiszeit bewohnt gewesen war. Auf alle Fälle wäre es ein dankbares Forschungsgebiet, einmal tzn die Räumung der Höhle heranzugehen.
Maingau.
WSR. H ö ch st a. M., 17. Febr. In ihrer Wohnung im Wingertsweb wurde heute morgen die Witwe Thoma mit ihrem achtjährigen Jungen durch Gas vergiftet lot aufgefunden. Die Frau war schon seit längerer Zelt leidend und hat das Kind mit in den Tod genommen, da sie für dessen Zukunft fürchtete.
Kirche und Schule.
Von der Dorfkirche.
i. Wie im vorigen Jahre für das südliche Oberhessen, so hat die „Bereinigung der Freunde der Dorfkirche" jetzt für das nördliche Oberhessen zwei Tagungen für Kirchen- vorsteher eingerichtet. Diese finden statt in Schlitz am 1. März unb in Rieder-Ge- munden am 8. März. Die Predigt in den Grösfnungsgottesdiensten hat der Superintendent von Oberhessen, Oberkirchenrat Wagner, übernommen. Das Referat über das Thema: „Kir- chenvorsteher und Kirchengemeindevertreter und das gottesdienstliche Leben der Gemeinde" liegt in den Händen des Prälaten D. Dr. Diehl.
Zur Herausgabe einer hessischen Kirchengeschichte.
* Seit einer Reihe von Jahren erwarten die Religionslehrer der hessischen 'Volksschulen eine Kirchengeschichte für die Volksschulen Hessens, da der kirchengeschichtliche Anhang zum Eulerschen Katechismus nicht mehr den Anforderungen unserer Zeit entspricht. 3n der vergangenen Woche tagte in D a r m ft a b t unter dem Vorsitz deö Prälaten D. Dr. Diehl eine von der Kirchenregierung mit der Herausgabe einer „Kirchengeschichte" beauftragte Kommission. um über Stosfauswahl und Form der Deröfsentlichung zu beraten. Zunächst soll ein von Prälat D. Dr. Diehl zusammengestelltes „Quellen buch zur K i r ch e n g e s ch i ch t e", das mehr für die Hand des Lehrers gedacht ist, herausgebracht werden. ES soll ein kirchen- geschichtliches Heimatbuch werden. daS jedoch an keiner Stelle unterlassen soll, den Blick auf die
Gesamtgeschichte der evangelischen Kirche hin- zulenken. Rach Erscheinen des „Quellenbuches" soll ein von Quellenstücken durchsetztes Buch für Die Hand des Schülers geschaffen werden.
Aus der Statistik
des cvstl. Dekanats Büdingen.
)( Büdingen, 17. Febr. Aus dem Rechenschaftsbericht des Dekanats Büdingen für 1 9 23 und 1 924 ist hervorzuheben:
Im Innern erneuert wurden die Kirchen auf dem Herrnhag, zu Wenings und Stammheim, in Bergheim wurde eine neue Kirchenorgel angeschafft, neue Kirchenglocken erhielten die Kirchen in Langenbergheim, Rinderbüge» und Usenborn. In Lindheim wurde die elektrische Kirchenbeleuchtung cingesühtt, in Rohrbach eine neue Klrck-enuhr angeschafft, in Enzheim Kirchenheizung angelegt.
Das Dekanat umfaßt 21 Pfarreien mit 40 bzw. 46 Gemeinden, die Zahl der Evangelischen betrug in 1923: 22 686, in 1924: 22 935. 251 Personen leben von der Landeskirche getrennt, darunter 173 Altlutheraner und 78 Angehörige verschiedener Sekten. Zwei Personen traten von der katholischen Kirche, sechs Personen von sonstigen Gemeinschaften zur eogl. Kirche über. Dagegen trat eine Person zur katholischen Kirche, zwei zu sonstigen Gemeinschaften über, zwei vollzogen iijrdn Austritt aus der eogl. Kirche ohne Uebertritt. Die Zahl der evangelisch eingesegneten Ehen betrug 201 bzw. 181, es kamen drei Trauungeverweigerungen vor. Es wurden in beiden Jahren je 516 Kinder getauft, Taufverweigerungen kamen nicht vor, konfirmiert wurden 496 bzw. 485 Kinder, kirchlich beerdigt wurden 262 bzw. 277 Personen. Der Kirchenbesuch der Erwachsenen erfuhr eine kleine Steigerung und stieg von 24 Prozent im Jahre 1917, 1922 auf 26,7 Prozent bzw. 24,7 Prozent im Jahre 1923 bzw. 1924; er betrug an den drei Zählsonntagen 12134 bzw.
Zum fest schmaus
€ i'e?< - Nudeln


