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24. Fortsetzung.
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Sein oder Nichtsein
Ein Kriminalroman von der Wasserkante.
Von Moritz Schäfer.
nierung spielerisch in den Schoß warf, waren keineswegs aus de mUeberfluß geschöpft. Gewiß, die Million war ja damals schon eine entthronte Größe, aber immerhin noch ein Faktor, mit dem man zu rechnen hatte, selbst wenn man Mühlfeld hieß und „white natives“ direkt importierte. Der fchöne, freigebige Fedor war dann auch plötzlich auf der Suche nach einem „Nebenerwerb“, und als ihm Lorenzen die Gefolgschaft verweigerte, bedeutete das nicht nur einen Zusammenbruch kühner Hoffnungen. Freilich dachte er nicht daran, das Projekt aufzugeben: jetzt mußte halt sein Spezi Heinemann an dem Geschäft partizipieren, der erprobte Heinemann aus der Fürsorgeanstalt, der als Schieber sein Meisterstück längst gemacht hatte. Allerdings war Heinemann eine Figur, die man nur der Not gehorchend zu kühnerem Zuge vorschob: aber Fedor hatte keine andere Wahl. Wenn der Mensch xinmal mattgesetzt wurde, was kaum zu befürchten stand, würde sich fein Drahtzieher schon salvieren.
Auch Lorenzen, der Mitwisser der Mühlfeldschen Herzensgeheimnisse, mußte so weit gebracht werden, daß er bürgerlich erledigt war. Ein Zeuge, der selbst von der stolzen Höhe seiner Ehrpusseligkeit herabgestiegen ist, kann von einem Manne, der sein Per- fonalregister fleckenfrei weiß, leicht an die Wand gequetscht werden. Lorenzen mußte im Sinne des Gesetzes straffällig werden, das war Mühlfelds nächste Aufgabe, die er mit aller Energie verfolgte. Er hatte es verstanden, den Bankier die Ueber- lassung des Depots als reinen Freundschaftsdienst aufzureden, und er war entschlossen, jede Formalität, welche die Uebertragung der Wertpapiere schriftlich regelte, als Beleidigung abzuweisen. Aber in seiner Vertrauensseligkeit kam Lorenzen den Plänen Mühlfelds entgegen. Der Depotschein blieb in seinen Händen und bildete eine Waffe, die er anzuwenden dachte.
Lorenzen durfte nicht in die Lage versetzt werden, das Manko aufzubringen, bevor Mühlfelds Früchte reiften. Es galt, seinen Kredit zu erschüttern, seinem geschäftlichen Renommee einen tödlichen Stoß zu versetzen. Mit ausgesuchtem Raffinement verstand es Mühlfeld, die Gerüchte von Lorenzens Insolvenz auszustreuen und zu verbreiten. Zechlins Mißtrauen
mit allen Wassern Gewaschenen, daß der Ehrlichkeitsfanatiker wie jeder Mensch, der auf Superlative eingeschworen ist, leichter als irgendein Dutzendmensch von einem Extrem ins andere taumeln werde, wenn man ihn richtig beackerte. Er wollte dem guten Thomas die Flötentöne schon beibringen, mit denen man die Gimpel auf den Leim lockt! So ganz allmählich wollte er ihn einweihen in die hohe Kunst, ohne Mühe und Schweiß den Besitz zu ungeahnten Potenzen zu erheben. Wollte ihm zeigen, daß ein verschobener Wagen mehr einbringt, als ein halbes Jahr „schuften", und daß es ein Verbrechen fei, Korn zu dreschen, aus dem der Staat dicke Kuchen für sich selber backe. Für diese seine Lehre, die er allein nicht zu rationeller Nutzanwendung führen konnte, glaubte Mühlfeld den Bankier um so eher gewinnen zu können, als er Mühlfeld mehrmals geklagt hatte, daß er, ohne daß feine Buchführung anerkannt werde, zu weit höheren Sätzen in der Steuer veranlagt worden fei, als nach Gesetz und Recht zulässig wäre. Lorenzen hatte einen dauernden Kampf mit der Veranlagungsbehörde durchzuführen, ohne daß der Erfolg auf seiner Seite gestanden hatte. So war er gegen den Fiskus erbittert, und auch die hochmögende Kundschaft reizte ihn oft durch ihre Verständnislosigkeit für durchaus gerechte Anforderungen. Dieser Mann schien Mühlfeld reif zu seinen Zwecken, und als ihm der Augenblick gekommen schien, rückte er mit seinem Plan heraus.
Es war eine schwere Enttäuschung für den Versucher, als Lorenzen standhaft blieb. Die Lebensweise des eleganten Nichtstuers verschlang enorme Summen. Sonjas Erbe unangetastet zu lassen und durch mühelosen Kursgewinn zu mehren, war fein Streben. Was ihm die Einkünfte feines Depots bei Lorenzen und die Spekulationsgewinne einbrachten, hätte zwar hingereicht, eine zahlreiche Familie auch bei verwohnten Ansprüchen einen luxuriösen Haushalt führen zu lassen. Doch die kapriziösen Passionen des Lebemanns, der sich vom Rennstall bis zum Kammerdiener, vom Perserteppich bis zum edelsteininkrustierten Nargileh, von der selbstkomponierten Edelkrawatte bis zum Kapdiamanten seiner kleinen „Mädels vom Chanson" keinen Genuß versagte, verschlangen Unsummen. Die Summen, die er Lorenzen mit dem Lächeln des Grandseigneurs zu dessen Sa-
Dieses Depot seiner Heimgegangenen Freundin brachte Fedor auf die Idee, die er Lorenzen entwickelt hatte. Von dem Grundsatz ausgehend, daß es besser sei, auf dem Dorfe der Erste, als in der Stadt der Zweite zu fein, hatte Mühlfeld seinen Wohnsitz, als er dreißig Jahre alt und etwas bequemer geworden, von Berlin nach Schwerin, und da er dies zu „spießbürgerlich" sand, nach Rostock verlegt. Hier konnte er zur Geltung kommen, hier verschwand seine gepflegte Eleganz nicht in der Menge. Hier war er der Adonis in Reinkultur, und alles, was nicht in „Kohm und Hering" fein Genüge fand, huldigte dem fo glänzend aufgegangenen Stern. Den Besitz Sonjas ließ er in Dänemark liegen, und fein im Inlands sauer genug erworbenes Geld — durch Spekulation, Schiebung und allerlei diskrete Geschäfte, die hart am Staatsanwalt vorbei führten, in der Tat sauer genug erworben — legte er bei Lorenzen an. Der gute Thomas wurde von Mühlfeld mit besonderer Gunst ausgezeichnet. (Einmal galt er was im Lande und war mit feiner Reellität unbezahlbar. Wer seinen „Zaster" hinter Lorenzens Kassengewölben lagern hatte, war eine Persönlichkeit, und der Nimbus strengster Rechtlichkeit, der die Firma umschwebte, warf feinen Strahlenglanz auch auf die Kundschaft. Das waren lauter feiste Gesellen, runde fette Geldsäcke, gewissermaßen eine Brüdergemeinde, in die aufgenommen zu werden als besondere Ehre galt. Später freilich war das anders geworden, da operierte Lorenzen auch mit kleinen Leuten. Oft genug hatte Mühlfeld den Freund gemahnt, er solle doch den Ruf feiner Exklusivität nicht aufs Spiel setzen. Doch der Bankier hatte lächelnd abgew'ehrt. „Wie soll ich denn das machen, lieber Fedor," hatte er gesagt, „ich kann doch die Leute, die mir ihre Spargroschen bringen, nicht abweisen." Er konnte nicht? Nun, so sollte er es jetzt büßen.
Der zweite Grund, warum sich Mühlfeld fo eng an Lorenzen anschloß, war die gute Witterung des
war durch seine^ Initiative geweckt, und die Nachricht, daß die Junker begannen, ihre Gelder zurückzu- ziehen, vernahm er mit innerster Genugtuung. Jetzt ging es an den Lebensnerv des Geschäfts, und selbst wenn der Bankier imstande war, alle Depots zurückzuzahlen, mußte der Rückgang und schließlich die große Pleite kommen . Denn erschüttertes Vertrauen ist untergrabener Kredit, und wenn das nicht zum „knockout" reichte, hatte Mühlfeld einen letzten Stoß in Reserve: das Manko in seinem Guthaben!
Und mit diesem heimtückischen Stoß streckte er gleich zwei Gegner in den Sand: Lorenzen, der ihm durch seine Mitwisserschaft gefährlich wurde, und den als glaubwürdigen Zeugen auszuschalten, ihm Pflicht der Selbsterhaltung dünkte: dann aber auch Lorenzens hochmütig geschwollenes Eheweib. Hei, wie sollte die stolze Hamburgerin um Gnade winselnd vor Mühlfeld im Staub liegen! Wie wollte er ihre königliche Würde beugen, wie die Löwin zum girrenden Täubchen machen! Geduld — jeder Mensch hat seinen Preis! Auch diese stolze Unnahbarkeit war käuflich, und wenn sie den Schilling verschenken würde — was kümmerte es ihn! Sie würde sich verkaufen, um den Gatten zu retten. Ski-ss drum! Wenn der Tor zur Ohnmacht verdammt, wenn er gestrichen war aus der Liste der Unantastbaren, dann konnte man ihm sogar mit der Geste unentwegter Freundschaft die Hand zum Wiederaufftieg reichen! Hatte Mühlfeld nicht zu dem alten Narren, dem starrköpfigen Kapitän Hinriks, von feurigen Kohlen gesprochen? Nun wohl, wenn sich der Niedergebrochene erdreistete, ihn zu verdächtigen, dann würde er in echt menschlichem Mitgefühl Vergeben üben. Mehr noch, er würde die Summe streichen, die jener ihm unterschlagen, und Mittel und Wege finden, ihn wieder auf eigene Füße zu stellen! Mochte er dann seine sogenannte Schande weiter schleppen! Nur kein Posieren mit Ehrbegriffen und solchen Kinkerlitzchen, wenn man satt zu essen hat! Und Sie, Kapitän Hinriks, werden es Herrn Fedor Mühlfeld schon noch Dank wissen, daß er ihr schönes Mündel ein bißchen unter feine starken Fittiche nimmt! O ja, er hält fein Versprechen: die feurigen Kohlen sind schon zur Lohe angeblasen!
(Fortsetzung folgt.)
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Montag, den 22. Februar 1926, vormittags 9*/, Ahr beginnend, soll im Annervder Gemeindewald folgendes Holz versteigert werden:
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des Gräflichen Forstamts zu Laubach.
Samstag, den 20. ds. Mts.» vormittags 101/, Ahr, im Solrnser Hof zu Laubach 1) aus den Distrikten Mushau 2, Peterswald 1 b, 2 a, Aasserwald, Kuhstrauch. Wintersberg 4, Schömberg 3, Baumkircherwald la, 1 b des Försterbezirks Oberhessen — Am. — Scheiter: 400 Buchen 1 und 2. Kl., 2 Eschen, zwei Ahom, 5 Kirschbaum 1. Kl.: Knüppel: 200 Buchen 1. und 2. Kl. 2 Eschen, ein Ahorn, 9 Kirschbaum und Elchen: Stocke: 90 Buchen; Aeisknüppel: 87 Buchen. Aus Peterswald 2a kommen Buchen- knüppel 1. Kl. nicht zum Ausgebot: aus Wintersberg 4, Schömberg 3 u. Peters. Wald 1 b nur Buchenstöcke und Reis- knüppel aus Mushau und Peterswald.
2) aus den Distrikten Wetterauerberg 1, 2 a, Hoherain 1, 3 des Försterbezirks Freienseen - Am. - Scheiter: 20 Buchen 2 Kl., 2 Birken 1. Kl.: Knüppel: 62 Buchen 2. Kl., 1 Grien: Stöcke: 50 Buchen, Reisknüppel: 95 Buchen: Stammreiser: 5 Fichten (teilweise zu Bohnenstangen geeignet). 1525V
Kohlreiser und Lesholz beider Bezirke flächenweise. Blau unterstrichene Aum- mern werden nicht ausgeboten. Auskunft erteilen die Herren Förster Schreiner und Krautwurst zu Glashütte—Altenhain.
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Montag, den 22. Februar l. 3., sollen im Staufenberger Gemeindewald folgende Holzsortimente versteigert werden: 3 Kiefem-Stämme 2. u. 3. Kl. — 2 Fstm. Fichten-Derbstangen 1. Kl. 45 Fstm.
2. „ 15 „ Eichen-Autzscheit für Küfer geeignet — 28 Am.
Eichen-Auhknüppel zu Spalierpfosten geeignet — 6 Am.
13 Stück Eichen-Derbstangen 0,48 Fstm.
Zusammenkunft vormittags 9 älhr auf der Straße Gießen—Marburg auf dem Tiefenbach.
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5. Die führenden Physiologen Professor Dr. Alba und Neuberg schreiben:
Es hat sich erwiesen, daß die Salze durchaus keine unwesentlichen und passiv mitgeschleppien Begleiter der organischen Nährstoffe sind; sie spielen vielmehr eine eminent aktive Rolle bei der Ausnutzung der Gesamtnahrung und gerade der anorganischen Nährstoffe Wenn auch in ganz anderer Richtung als der letzteren, sind auch die Salze Träger von Energie, welche im Körper in Bewegung umgesetzt wird. Diese Erkenntnis ist eine der reifsten Früchte........“
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