fclbcr Landstrab« gegen Morgen ein mit schweren Stämmen beladenes Fuhrwerk angehalten. Es ergab sich, daß man keinen Fehlgriff getan hatte, und dah die beiden Begleiter des Fuhrwerks, Bater und Sohn, das Holz gestohlen harte Während der Bater in Haft genommen wurde, muhte der Sohn mit dem Hol; wieder umkehren und es dort, wo er es geholt hatte, wieder abladen. Bater und Sohn sehen jetzt ihrer Bestrafung entgegen.
WSB. B a d - H o m b u r g. 16. Ma, Gestern ein Junge am Pfahlgraben der 'Römer- besesügungen im Wehrheimer Walde tmDickicht eine männliche Leiche. Sr erstattete An- ;eige. und die Bachforschungen ergaben, dah die Leiche bereits ein Jahr oder noch länger an der Stelle gelegen haben muh. Als ^cdesurfoche wurde Kopfschuß feftgeftefit. Ob BlorD oder Selbsttnvrd vorliegt, und über die Persönlichkeit des Toten lornitc bisher noch nicht« fcftqcfteUt werden
WSR. Höchst a. M, 16. Ma,. Im Arbeiter- feim der Höchster Farbwerke hat sich am Frei- , i,i abend ein Liebesdrama abgespielt. Sin I läbuger Maurer, der mit einem etwas i Itcrcn Mädchen ein Verhältnis unterhielt, dem i. ^Hutter des jungen Mannes die Zustimmung r-r sagte, lam gegen 7 Llhr in die Wohnung des .".tauchens. Bach kurzer Aussvrache ratt bem- I Jbcn zog er einen Bevolver und gab mehrere Schüsse aus seine Braut ab. Während ein Schub den rechten Unterarm des Mädchens i urchbohrte, gingen die anderen fehl. Der Täter richtete, dann die Waffe gegen sich und brachte sich einen Schub in die Schläfe bei, worauf er zusammenbrach. Beide Berichten wurden im städtischen Krankenhaus «ingeliefert.
MrciS Zulda.
WSR Fulda, 15. Mai. Der Kreis- t a g hat in seiner letzten Sitzung den Haushaltsplan. der in Einnahme und Ausgabe mit 976 000 Bkk. abschlieht. angenommen. Ferner wurde die Aufnahme einer kommunalen Anleihe zweck- Förderung der Beubau- t ä t i g k e i t in Höhe von 200 000 Mk beschlossen.
Kreis Hersfclv.
WSB. Hersfrld. 15. Mai. Beim Spähens (Hießen traf der Arbeiter Seih auf offener Straße da- vierjährige Mädchen eines Bachbarn in die Schläfe. Das Kind wurde schwerverletzt im Krankenhaus eingeliefert, wo cs kurz daraus gestorben ist. Der Täter wurde festgenommen.
Wirtschaft.
*’ Die deutsche Reichsbahn im April. Der Eisenbahn-Güterverkehr ist im Monat April nur wenig gestiegen. Arbeitstäglich wurden mit 120 231 gegen 116 809 im März etwa 3400 Wagen mehr angesordert als im Bornwnat. Sine Ver» schlechterung der Wirtschaftslage ist, da die Binnenwasserstrahen den ganzen Wonat über voll leistungsfähig waren, nicht zu beobachten. Der Buhrkohlenmarkt zeigte von etwa Mitte Rpril ab eine leichte Besserung. Die Bautätig- tei! und der Versand von Zement haben bet weitem nicht in dem erhofften Umfange ein- geletzt. An Zugkilometern wurden im Personen- ivilebr im März 28 297 000 (Februar 25 532 000), im Güterverkehr 17 106 000 (Februar 15 445 000) geleistet. Die Verkehrs-Einnahmen sind im März gegenüber dem Januar und Februar gestiegen, ü.i Güterverkehr hauptsächlich infolge des stärkeren Bezuges landwirtschaftlicher Bcdarfsgegen- sländc. Die Gesamteinnahmen belaufen sich auf 336 858 000 Reichsmark, die Gesamtausgaben auf 357 205 000 Reichsmark, darunter der Dienst der Reparations-Schuldverschreibungenauf 49 977 000 Reichsmark. Zur Deckung des Minderertrages mußte erneut der Dortrag aus 1925 in Anspruch genommen werden. Die Ergebnisse bleiben trotz ihrer Besserung gegenüber den Vormonaten hinter den Erwartungen des Boranschlages zurück.
e Friedr. Krupp 21®.. Essen-Ruhr. Da wegen der Kreditnot in der Landwirtschaft in diesem Jahre die 2lbrufe auf Erntemaschinen später cingingcn als sonst, sieht sich die Firma Krupp, tote wir von unterrichteter Seite Horen, veranlaßt. einen Teil der Belegschaft ihrer Erntemaschinenwerkstötten zu entlassen. Die Zeit bi- zur Wiederaufnahme des Dollbetriebcs wird von der Firma zur weiteren Durchführung der
fabrckatorischen Neueinrichtung für serienmäßige Großfertiaung der Maschinen benutzt werden.
• Pyöniff A. G für Bergbau und Hüttenbetrieb (Abt. Hördcr Verein). Wie der DHD. von VertD al tun gefeite erfährt, beabsichtigt man im Zusammenhang mit den Rattonalifierungsmaßnahmen, die durch die Gründung der Vereinigten Stahlwerke 2L G notwendig aeworden find, zum 15. Juni das Blockwalzwerk. das Thomaswerl und da- Thomas- schlackenwerk stillzulegen. Ein entsprechender Antrag an den Demobilmachungskommiftar sei schon gestellt, da etwa 900 Arbeiter einschl Angestellten zur Entlassung kommen müssen. Die übrigen, bei den erwähnten Werken frei werdenden Arbeiter und Angestellten sollen in anderen Betrieben untergebracht werden.
' AG. für Zellstoff- und Papier- sabrikation Aschaffenburg. Die Gesellschaft erzielte im Geschäftsjahr 1925 einschl. Vortrag Einnahmen in Höhe von 5,69 Mill. Mk. (5,84), von denen nach 2lbzug der Uirloften. Steuern usw. ein Reingewinn von 1.29 (1,90) Mill. Rm verbleibt Die Verwaltung beantragt die Verteilung einer Dividende von 8 Prozent (6 Prozent) auf das AK. von 14,4 Mill. Rin. Die Gesellschaft fühtt den günstigen Abschluß auf die ^mstellungs- und Verbesserungsmaßnah' men in der Fabrikation zurück. Zur vollen Beschäftigung der Werke wurde in größerem Umfange das Auslandsgeschäft betrieben.
Arantsurtcr Börse
Frankfurt a. M, 17. Mai. Tendenz: Sehr fest. — Die Börse eröffnete die Woche In sehr fefter und äußer ft lebhafter Stimmung. Die Berufung Dr. Mar x', die Kabinettsbildung zu übernehmen, war geeignet, die vorherrschende vertrauensvolle Stimmung zu steigern und die Kauflust rege zu gestalten. Bon der Entspannung der innerpolitischen Lage profitierten alle Märkte und veranlaßten die Spekulation zu weiteren Deckungen, die zu bedeutenden Kure steige r u n g e n führten. Das Termingeschäft wurde fast ganz beherrscht durch große Käufe in Farbe n- i n b ujt r i e, für welche die Nachfrage eine beständige Zunahme zeigt. Besonders von Berlin sollen viele Kaufaufträge Vorgelegen haben. Die Kurssteigerung zeigte gegenüber der Notiz vom Samstag ein Plus von 51 Prozent. Au chdie übrigen Märkte wurden dadurch günstig angeregt, wobei sich das Interesse vornehmlich auf Schissahrts - und Elekirowerie erstreckte. Erstere erzielten Besserungen non 2 bis 3 Prozent. Am Elektromarkt wurden AEG. um ca. 2, Bergmann mit ca. 4,5, Elektrische Lieferungen um ca. 4, Elektrisch Lickt und Kraft um ca. 34, Schuckett um 3 und Siemens 8t Halske um etwa 34 Prozent höher. Auch einzelne Montanwerie erfreuten sich reger Nachfrage. Befondere Steigerung erzielten Gelsenkirchen plus ca. 4 Prozent. Auch Mannesmann wurden 3 Prozent höher, während Phönix nur ein Prozent gewinnen konnten. Buderus plus 1,25 Prozent, Rheinstahl plus 1,5 Prozent. Auch Bankaktien schlossen sich der festen Strömung an, doch waren hier die Besserungen wesentlich geringer. Der Kq ksa markt der dnbuftriepafliere hatte ruhige» Geschäft bei fester Stimmung. Zucker afften bröckelten weiter mäßig ab. Stark begehrt waren Holzmann. Der Anleihemarkt war gleichfalls durch die bessere Strömung beelnfußt. Kriegsanleihen 0,392,5, Schußgebietsanleihen 5,5. Der Auslandrenten- markt lag ruhig, Türkenrenten befestigt. Am Pfandbriefmarkt waren ebenfalls Kursbeste- rungen zu beobachten. Dagegen blieb der F r e I o e r» kehr unverändert. Becker Kohle 54, Benz 70, Brown Boveri 76, Growag 57, Krügershall 101, Ufa 51, Unterfranken 78. Der weitere Verlauf war trotz bedeutender Umsätze schwankend. Allgemein wurde die Stimmung etwas leichter, doch blieb die feste Grundftimmung bestehen, Harpenwerte gingen etwa um g Prozent zurück. Hie Geldmarktlage ist wenig verändert. Geld bleibt weiter im lokalen Verkehr gesucht. Der Satz für Tagesgeld dürfte unverändert mit 5,5 Prozent notiert werden, Monatsgeld stellte sich auf etwa 5,25 bis 6,5 Prozent, je nach Adresse. Prlvatdiskonten 4,75, Indu- stricakzepte 4,5 Prozent. Im Deolsenoerkehr bildet die Erholung der italienischen Lira das hervorragendste Merkmal. Auf Grund der Interventionstätigkeit der Bank von England konnte sich die Pfundparität der Lira auf 135 senken. Der Frankenkurs ist behauptet bei einer Pfundparität von 150,50. Der Brüsseler Frank stellt sich auf eine Pfundparität von 160. Das englische Pfund setzte feine Befestigung bis auf einen Gegen-
Das lachende Haus.
Roman von Sophie K l o e r ß.
19. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
Als spüre der Mann etwas von ihren Gedanken, sagte er: ,Hch habe alles, meinen die Menschen, was man verlangen kann, und habe doch nicht, was einem Manne das Höchste ist. Meinen Sohn. Und das geht mir immer nach. — Sic wissen — meine Frau ist katholisch. Sie besteht auf der scheinbaren Fortsetzung einer Ehe, die längst keine Ehe mehr Ist. Und so hat sic den Knaben mit sich genommen, und wann werde ich ihn zurückdolen rönnen?"
Rose sah ihn erschrocken an. „Ich dachte. Sie wären geschieden/
„Wenn es nach mir ginge — und es wird auch kommen, einmal gewiß, — aber bis dahin darf ich nicht an neues Glück denken. Denn welchem Mädchen könnte ich zumuten, zu warten, vielleicht jahrelang zu warten, bis der Dust verwischt ist und olle Halbheit einer Liede untergegangen in den langen Jahren?" Er lächelte. „Wie ernst Sie aussehen! Für Sie ist das Leben ^»och ein Maimorgen voll Frohsinn und Sonne. So sollte es bleiben. Und wenn Sic mir bisweilen von Ihrem Reichtum eine Stunde schenken wollen--Ist es unbescheiden? Bitte ich
511 viel?"
„Nein, nein*, sagte das Mädchen und war ganz voll Mitgefühl und Wärme. „Aber ich kann ja doch fo wenig. Ich bin lange nicht so klug und amüsant wie meine Schwestern und lange nicht so schön."
„Daß Sie nicht wissen, was Sie besitzen, das ist Ihr allergrößter Reiz —* Er lachte leicht auf. „Nun wollen wir nicht mehr von mir reden. Ich bin ein schlechter Wirt. Das Eis zerschmilzt, ehe Sie es probierten. Darf ich Ihnen auf füllen? — Und der Wein — schmeckt er nicht ? Es ist 1911er, Sie wissen, der Wein des Sonnenjahres, von dem noch späte Geschlechter reden werden." Und Rose trank und bekam heiße Wangen und ließ sich feine, kleine Schmeicheleien sagen und war liebenswürdig und still-selig.
Als die Frau des Dieners ihr draußen in der Garderobe den Mantel umlegte, sah die sie wieder so wimderllch an und schien etwas sagen zu wollen. Doch als sei es nicht ihre Sache, ruckte sie den Kops zurecht und ließ Rose mit höflichem Gruß gehen.
Komische Person, dachte das Mädchen: was sie nur immer hat?
Es war zur Abwechslung einmal Tauwetter.
Von Ställen und Scheunen tropfte es in hastigem Ticktack. Die Sonne sah über die Dächer und ließ jeden Tropfen aufblitzen, ehe er niederfiel in die Pfützen. Da war er bann untergegangen im Schmutz, aber einen Augenblick lang hatte er doch gestrahlt wie ein Diamant.
Thora sah aus dem Dielenfenster und sah Heider Steffens lange Gestalt, wie er aus dem Stall kam und zur Scheune hinüberging. Er würde gleich in das Haus kommen' denn sie hatte sich höchst eigenmächtig in der Scheune eine neue Bucht abschlagen lassen für ihre Enten. Piepenstebl hatte gegrinst, als er dabei helfen mußte. „Dat Itb hei nich."
„Dat fall hei wull üben."
„Na, beim man tau!"
* Sic sprach selten mit bem neuen Pächter. Sie überließ bas gern der Mutter. Und wenn sie mit ihrem Federvieh Neues unternahm und dabei in fein Revier geriet, ordnete sie einfach an und war tete, ob er aufmurren werde. Bisher hatte er es nicht getan. Auch nicht, als sie auf dem Stallboden den Taubenschlag zimmern ließ. Nur zu Ille -hatte er gesagt: „Bin ich nicht ein Wort wert von Fräulein Thora? Sie könnte doch mit mir Rücksprache nehmen vorher."
„Gott, die hat noch nie mit jemand Rücksprache genommen, wenn sie was will", hatte Ille geantwortet. „Und Polematz jagte ihr auch nichts."
„Polcmatz betrieb alles im Schlendrian. So geht es nicht bei mir.*
Also konnte sie erwarten, daß er einmal einschreiten würde.
Aha, jetzt rief er aus der Scheune nach Piepenstehl. Der kam langsam herangeschussclt. Ein zweiter, energischerer Ruf machte ihm Beine Thora sah beide in der Scheune verschwinden, hätte ihre Stijm men, verstand aber nicht. Jetzt kam Heider heraus und auf das Haus zu. Einen Augenblick hatte sie Lust, sich zur Mutter in die Webestube zu flüchten, wo die Hölzer klapperten: doch sie riß sich zusammen. Schon ging auch die Haustür. Ein Strom von frischer Luft und Wasierfeuchte drang herein.
..Guten Morgen, Fräulein Dunsen."
„Guten Morgen, Herr Steffen.*
wert von 4.86s Dollar fort. Die Mark ist im verändert
Berliner Börse.
Berlin, 17. Mai. Die Lösung der Kabinetts- frage hat die politische Unsicherheit und deren hemmenden Einfluß von der Börse genommen. Da mit Beendigung der Medioliquidation die Spekulation in der neuen Woche freie Hand hatte, setzten bei Börsenbeginn lebhafte neue E n - gagements ein. Die führenden Terminaktien markte, nämlich Farben I. G.. Elektrowette. Schiff fahrtsaktien und neuerdings auch Montanaktien setz ten mehrprozentige fiurs ft ei gerungen durch, die aber der gesamten Börse eine Stützung und Anregung gaben. Die Tendenz gestaltete sich in erster stunde einheitlich freundlicher. Durch anziehende Notierungen zeichneten sich auch Freigabewerte aus, da weiter Meldungen über ernste Bestrebungen vorliegen, die Rückgabe- bill noch in dieser Session zu erledigen. Die durch- greifende Besserung der Stimmung kam auch in den Nebenmärkten zu in Ausdruck. An den Maklertafeln erschienen die in letzter Zeit nicht mehr gewohnten Pluszeichen. Am Devisenmarkt war das interessanteste Ereignis die Steigerung des Pfundkurses, der die Parität gegen Neuyork überschritt. London kabel hotte man mit 4.8, während sich die Parität auf 4365 stellte. Der Sieg ber englischen Regierung in ber Streitfrage tritt somit im Währungskurs Englands deutlich hervor. Die europäischen Valuten lagen wieder schwächer, und zwar London gegen Brüssel mit 164, London gegen Paris mit 161, London gegen Mailand mit 138,5. Die Geldmarktlage ist unverändert leicht. Tagesgekd 4 bis 6 Prozent und darunter
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„Fräulein Lunsen, ich komme da eben in die Scheune und finde gleich am Tor eine Bucht abgeschlagen. Wie Piepenstehl mir jagt, soll sie für Enten dienen. Ich darf Sie wohl bitten, die anderswo anbringen zu lassen. Dort an ber Tür müssen bie Eggen liegen. Sie wissen, bie haben da schon immer ihren Platz gehabt, und ich kann sie nicht anders unterbringen. Die Enten können doch ganz gut im Hühnerstall bleiben."
„Der Hühnerstall wird mir zu eng, wenn das Jungvieh auskommt. Ich hab' mir Fasanen bestellt, bie müssen in den Hühnerstall."
„Sie wissen doch gar nicht mit Fajanenzucht Bescheid."
„Das lassen Sie meine Sorge sein!"
„Sie haben doch auch so Arbeit genug1 Und bie Neuanschaffungen — wissen Sie, Fräulein Thora, ick wollte schon lange mal ein ernstes Wort mit Ihnen reden."
„Ich habe bie Milch auf bem Feuer. Einen Augenblick!"
„Lassen Sie sich nicht stören, ich hab' schon eher auf bem Herb gesessen." Er folgte ihr in die Küche. Frau Margrit, bie die Stimmen gehört und bie Worte verstanden hatte, fühlte sich nicht veranlaßt, dazuzUtOmmen.
„Haben Sie Mutter Piepenstehl nicht zur Hilfe? Ich sah sie vorhin wieder am Katen murksen."
„Es geht zu Ende mit der alten Mau, ihrer Mutter. Sie kann sie nicht allein lassen. Wir werden auch so fertig.“
,La, ich möchte wissen, womit die Bunsens nicht allein fertig würden. Auch mit ihren Pächtern. — Aber wissen Sie, nun mal im Ernst: Glauben Sie. daß Ihre Mutter sich diese vielen Neuanschaffungen leisten kann?"
„Ob? — Na, das ist doch Mutters Sache."
„Sie sieht recht ein bißchen schmal unb blaß aus, finden Sie nicht? — Und wenn man die Töchter reden hört, bann sehen die immer goldene Berge in der Zukunft, aber die Sorgen des Tages, die sehen sie nicht."
„Das ist unsere Sache und nicht Ihre."
„Als ich Kiekvondiek übernahm, sprach ich mit meiner Tante, unb sie sagte: ,Du fährst gut, wenn bu den Hof mitpachtest, er liegt fo dicht mit Gottesgabe zusammen, Felder unb Weiden zum Teil form* llch durcheinander — für dich wirtschaftet sich hat
Devisenmarkt Verla—Staelhid a. TR.
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5.88B
Frankfurter Schlachtviehmartt.
5 r a n lf u r t a. M.. 17. Wai. A»u f t r । eßt 1616 Rinder (darunter 514 Ochsen, 53 Vulleu, 1048 Färsen und Kühe), 1287 Kälber, 120 Schaff 4626 Schweine. Rinder (Ochsen): Voll- fleischige ausgewachsene höchsten Schlachttoeris 56 bis 63, junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 48 bis 55, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 40 bis 47, (V ul len) . vollsleischige ausgernästele Färsen höchsten Schlachtwerts 48 bis 54. vollfleischige jüngere 40 bis 47; (Färsen und Kühe): vollsleischige ausgemästete Färsen höchste« Schlachtwerts 55 bis 60, vollfleischige ausaemä- stete Kühe höchsten Schlachtwetts bis zu sieben Jahren 46 bis 53, wenig gut entwickelte Färse« 44 bis 54, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 35 bis 42, mäßig genährte Färsen und Kühe 30 bis 43, gering genährte Färsen und Kühe 15 bis 29. Kälber: Feinste Mastkälber 75 bis 82, mittlere Mast- und beste Saugkälber 65 bis 74, geringere Mast- und gute Saugkälber 57 bis 64, geringe Saugkälber 50 bis 54. Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 45 biS 50, geringer« Masthämmel und Schafe 40 bis 44. — Schweine Vollsleischige von 80 biS 100 Kilogramm 76 bis 78, unter 80 Kilogramm 73 bis 75, von 100 bis 120 Kilogramm 76 biS 78, von 120 bis 150 Kilogramm 76 bis 78, Fettschweine über 150 Kilogramm 76 biS 78. unreine Dnuen und geschnittene Eber 60 biS 70. — Marktverkauf: Rinder bei ruhigem, Kleinvieh unb Schweine bei regem Handel auSverkauft. Rächst er Viehmarkt: Freitag, den 21. Mai.
rantfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 17. Mai. Es wurden notiert: Weizen (Wetterauer) 29.50 bis 29.75, Roggen (inländischer) 19 bis 19.25, Sommergerste für Vrauzweckc 22 biS 24. Haser (inländischer) 22 bis 23.50, Mais (gelb) 17.75, Weizenmehl (inländisches Spezial 0) 41.75 bis 42.25, Rogaen- mehl 28 bis 28.25, Weizenkleie 9.50, Roggcnlleie 11, SMen 28 bis 36, Sinsen 40 bis 70, Heu (süddeutsches, gut, trocken) 9. Weizen- und Roggenstroh 6 bis 6.50, Tveber (getrocknet) 15 bis 1550. Tendenz: Ruhig.
Maizena,;'^.
das Kraftmehl and Gebäck
günstiger, als wenn bu Gottesgabe allein hast. — Aber ich möchte, daß bu den Vorteil nicht allein hast, baß er auch Frau Bunsen zugute kommt/ — Unb meine Ansicht war bas auch."
„Wir wissen, baß Sie gut wirtschaften. — Trotz Grän unb bem Stammtisch '
„Danke."
„Unb bem Kegelklub unb den ©fatobeiiben."
„Nochmals Dank."
„Unb Mutter steht sich ja besser, wenn sie die höhere Pacht bekommt. Unb baß Sie vierteljährlich zahlen, bas ist ihr doch eine Erleichterung."
„So ? Unb was ist aus ber Neujahrspacht geworben? Im Rechnen habe ich immer eine Eins in ber Schule gehabt. — Viel mehr ist schon ausgegeben, als bie gebracht hat."
„9ft bas Ihre Angelegenheit ober unsere?"
Heider Steffen ließ für einen Augenblick bie Augen unverwandt auf bie Stiefelfpitzen gerichtet. ..Ja, ja. Meine Angelegenheit ist das auch. — Fräulein Thora, es könnt? doch alles anders fein. Wenn Sie sich doch entschließen könnten — ich bin doch jetzt so gestellt —. ich könnte Ihrer Mutter die Sorgen vom Halse halten. Ich könnte Ihnen alles schaffen, was Sie wollen. Ich —"
„Ob ich mir nicht dachte, daß es fo kommen würbe!"
„Sie fallen jetzt nicht antworten. Denn Sie find nun einmal darauf eingeschworen: Ich will keinen Mann, ich bin mir selber Manns genug und zimmer' mein Leben allein. — Ich weiß das ganz genau. — Aber überlegen Sie sich meine Worte. Sie finden nicht fo leicht einen, ber Sie fo lieb hat wie ich. Und wenn ich feine schönen Worte machen kann, irh kann Ihnen ein gutes, warmes Leben schäften, bas ist mehr. — Aber ich will warten. Bis Sie mir jagen: Ich will Ihre Frau werben."
..Warten Sie lieber nicht!"
„Doch. Nur — von selber müssen Sie es jagen. Fragen tu’ ich nicht wieder. — So, unb wo sollen nun die Enten hin?"
Sie gingen zusamemn hinaus in die Scheune, unb die Mutter sah sie vom Fenster aus und dachte: Hat er seine Sache zmn Ziel geführt? Ader es sah sich gor nicht fo an.
Fortsetzung joigM


