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Dem Ver-

noch nicht

Oberlahnkreis.

WSR. Weilburg, 15. Mai. Die ordent­liche Generalversammlung der Vereinsbank Weilburg genehmigte sämtliche Punkte der Tagesordnung und wählte die ausscheibenden Aust sichtsratsmitglieder wieder. Dos 62. Geschäfts- japr ist als günstig anzusehen. Das eigene Ver­mögen beträgt 140 000 Rm., die Spareinlagen und Guthaben betragen 260 000 Rm. Der Rein­gewinn stellte sich aus 20 024,80 bei einem Ge­samtumsatz von 26 000 000 Rm., gegenüber 15 686,65 1924, bei einem Gesamtumsatz von 14 000 000 Rm. Die Mitgliederzahl stieg auf 2050,

0 Sräoened, 15. Mai. An einem hiesigen Neubau stürzte der Arbeiter Senloub aus Waldhausen vom Gerüft. Der Mann erlitt einen Armbruch und verschißene Verletzungen am Körper. Er wußte dem Krankenhause in Weilburg zugeführt werden, da er am Vormittag des Unglükkstages erst seine Frau dorchin hatte überfiihcen müssen. Zehtz Kinder müssen nun einstweilen die elterliche Fürsorge entbehren.

DillkreiS.

bl. Dillenburg, 15. Mai. Besonderes Augen­merk hat die Kreisverwaltung des Dillkreises in der letzten Zeit der Ausbildung von Hand­arbeitslehrerinnen zugewandt. Um die Leh­rerinnen auch mit den neuesten Arbeiten bekannt zu machen, wurden 40 Damen zu einem Kursus ent­sandt, der vom 8. April bis 11. Mai im Auftrag der Regierung abgehalten wurde. Was von den Schülerinnen bei der seitherigen Prüfung gezeigt wurde, verdiente alle Beachtung. Zu wünschen ist jetzt, daß das Gelernte recht rege praktisch verwendet wird.

1562t. Dillenburg. 15. Mai. Der 60 ^ahre alte Schuhmachermeifter Pfeifer aus dem benachbarten EibelStirchen. der am M ttwoch- abend hier geschäftlich zu tun hatte, stürzte plötzlich vom Rade und war sofort tot. Ss wurde festgestellt, daß ein Schlaganfall feinem Leben ein Ende gemacht hatte.

hat schwere Verletzungen am Kopfe da- vongetrogen und wird voraussichtlich einige Zeit ar­beitsunfähig bleiben. Der andere rft glimpflicher da­bei weggekommen.

Kreis Lchotte».

ld. Aus dem Vogelsberg, 15. Mai. Die ehedem so alltäglich aussehenden Straßen der Vogelsberger Landstädtchen haben in den letzten Jahren durch Erneuern des Ver­putzes in lebhaften Farben ein anziehendes Gewand angelegt. Die Vogelsberger Dörfer, in denen Fachwerk und geschindelte Giebel dem Dorsbilde sein Gepräge geben, folgen bei I n - st a n d s e y u n a d e r H ä u s e r nicht dem städti­schen Vorbild, sondern wählen gedämpftere Farben, für Vollen dunkelbraun, fürs Schin­delwerk graublau, graugrün oder silbergrau. Es muß allerdings festgestellt werden, daß Fach­werk am schönsten wirkt, wenn von im Lause der Zeit dunkel gewordenen Eichenbalken sich das weihgetünchte Gefach scharf abhebt.

Kreis Alsfeld.

rmr dort gereicht wurde, bestand in Süßwaffer- ftschen, einem Mittelgang von Eiern der Wild­ente, in Fett gedünsteten Dinsensprossen und köst­lichen Fleischkloßen. Die größte Delikatesse für die Eingeborenen von Rordaustrnlien sind Ei- dechsen, die am Speer geröstet werden, während in Alaska kein Diner ohne eine leckere Vären« lende vollständig ist. 3n Bochara, dem Land der schönen Frauen und der kostbaren Teppiche besteht das Hauptgericht stets in einem großen gerösteten Schaf, das in sitzender Stellung auf einer Schüssel gereicht wird, und dem jeder Gast mit dem dort landesüblichen krummen Messer zu Leibe geht, indem er sich große Streifen von Rucken und Rocken heruntersäbelt. 3n Turkestan, dem riesigen Land im Herzen Astens wo noch so viele seltsame Sitten sich erhalten habem ich einst bei einem Oberbefehlshaber. Der Vankettsaal war mit den herrlichsten Seiden drapiert, der Tisch mit unbeschreiblichen Kostbar- & -7^ flef^nnüdt. Dos Hauptgericht bestand in Haifischflossen, die mit Soße serviert wurden und glänzend schmeckten. Dann kamen Tauben- tl*r ot« mit Pilzen gedünstet waren. See- fcpneden mit vielen Hunderten von Veinen, in Kalk konservierte Eier je älter das Ei, desto größer der Leckerbissen ein Gemüse von See- gras und Bambuswurzeln und gerostete Ratten. Auch religiöse Vorstellungen können bei dem Genuß solcher Leckerbissen mitwirken. 3n einem buddhistischen Kloster tn den Gebirgen nördlich von Tibet, wo sich alle sieben 3ahre zahlreiche Pilger versammeln, wird an dem großen Festtag eine besondere Suppe gekocht. Die Brühe bro­delt in großen Kesseln, bi« 7 bis 8 Fuß tief und ebenso breit sind, und um diesem Gericht seine höchste Würze zu verleihen, badet sich der älteste und heiligste der Mönche in der brodelnde« Suppe und wird so ein Teil von ihr Es ent­steht dann ein wildes Gedränge zu diesen riesi­gen Suppenterrinen, berat der Genuß dies« Speise reinigt nicht nut von allen Sünden, son­dern verschafft auch die sicher« Anwartschaft auf die ewige Settgkrit."

Streik Limburg.

Limburg, 15. Mai. Schloß Dehrn, das nn Zwangswege zur Versteigerung gelang war, ist. nachdem der Zuschlag erteilt wurde, zum Preise von 111 000 Mk. in den Besitz deS Rassauisa,en Zentralwaisenfonds überaegangen.

WER. Limburg, 16. Mai. 3n Burg­schwalbach bet Zollhaus ist das zweijäh­rige Töchterchen des Landwirts Grund auf tragische Art ums Leben gekommen. Grund war mit dem Abfahren von Jauche be­schäftigt. Als er wieder ein Faß voklgepumpt hatte, rief man ihn zum Frühstück ab. wobei er leider vergaß, das Faß zuzudecken. Das zwei­jährige Kind, das in der Rähc spielte, scheint der Grube zu nahe gekommen und hinein ge­stürzt zu sein. Als der Vater wegfahren wollte, sah er ein Aermchen in der Grube und muhte zu seinem Schrecken die Leiche seines Kindes aus der Grube herausziehen.

Kreis Westerburg

/ Westerburg, 15. Mm. Wegen des starken Auftretens der Maul- und Klauenseuche wurde der für Dienstag, 18. Mai, in W a l l m e r v d festgesetzte Viehmarkt verboten. Im Gteinbrudj Sauerbornswies der Westerbur- g e r B a s a l k i n d u st r i e ist die ^tkt»eiterschast wegen Lohndifferenzen in den Streik getreten.

Qbcrweftertvaldkreis.

Kreis Friedberg.

w Rieber-Florstadt, 15. Mai. In seiner jüngsten Sitzung regelte der Gemeinderat als ersten Punkt die F a s e l h a l t u n g. Die Gemeinde zahlt für die Haltung eines Bullen jährlich 456 Mk. und gibt dem Halter noch das Heu und Grummet von einem Morgen Ge­meinbewiesen. Die Submission für Verle­gung einer Wasserleitung brachte sehr verschiedene Forderungen. Bei einer Höchstforde­rung von 4 Mk. pro laufenden Meter mit Liefe­rung konnte die Arbeit dem Wenigstnehmenden, der sie für 1.50 Mk. ausführen will, übertragen werden. Allgemein war man erstaunt über den großen Unterschied in der Forderung. Die pflanz des Kraftwagenbetriebs für 1 925 wurde durchgesprochen und gutgeheißen. Der Zweckverband hat sich so gehalten, wie man von vornherein angenommen hatte. Auch die große Arbeitslosigkeit, die im vorigen Herbst einsetzte und dem Autobetrieb eine Minder­einnahme an Arbeiter-Wochenkarten brachte konnte den Abschluß nicht wesentlich beeinflussen.' Der Ankauf eines weiteren Personenwagens wurde begrüßt. Der Wagenpark umfaßt jetzt «in Lastauto mit Anhänger, das auch zur Per­sonenbeförderung benutzt wird, einem Personen- vmnibus mit Anhänger und weitere drei Per­sonenautos. die je etwa 30 bis 35 Fahrgäste fassen. Endlich ist der Blitzableiter auf bet neuen Schule wieder angebracht worden. Wahrend des Krieges wurde die Kubferleitung abgenvmmen und zu Heereszwecken verwendet. Da seither nur die Auffangstange stand und die Ableitung fehlte, bestand erhöhte Gefahr für die beiden Familien, die das Haus bewohnen, und die über 200 Kinder, die dort Unterricht haben. Reben der Kirche, dem Schloß und dem Wohngebäude auf dem Mönchhof ist die neue Schule das höchste und vollständig freistehende Gebäude.

Kreis

bs. Aus der mittleren Weiterau, 15. Mai. Bon einer Baumblüte des Kernobstes kann hier nicht gesprochen werden. In einzelnen Gemarkungen war kein blühender Obst­bau m zu sehen. Teilweise sind die Bäume krank, teilweise sind sie dürr geworden, alles Folgen des verheerenden Winters 1923-24. Besonders an der Straße Dorn-AsienheimAssenheim kann man ein« Menge Baumleichen im tragföhigston Alter an­treffen. In manchen Gemarkungen sind fast alle Zwetschenbälime am Düirrwerden. Nur einzelne Dörfer, z. B. Berstadt, konnten von einem Blüten« fegen sprechen, allerdings war dort die vorjährige Obsternte sehr gering, und immer sind es nur ein­zelne Sorten, die einen guten Ertrag versprechen, wie Gelber Edelapfel und verschiedene Reinetten. Bei den Stachel- und Johannisbeeren kann man ähnliche Erscheinungen beobachten wie bei den Obst­bäumen. Der ewige ober Luzerneklee steht gut und ist dem Bauersmann ein willkommener Er­satz für den fast vollständig ausgewinterten deut­schen Klee. Die Imker klagen über schlechte Entwicklung der Bienenvölker. Wäh­rend sonst schon die Honigräume bezogen wurden, klagt man jetzt über geringe Volksstärke. Die Som­merfrucht zeigt hie und da gelbe Spitzen, bedingt durch die naßkalte Witterung.

Kreis Büdingen.

y. K o h d e n , 14. Mai. Am Himmelfahrttag sand hier auf der Altenburg ein sehr stark besuchtes Dolksfeft statt, auf dem abends ein junger M e n s cd von hier ohne Grund auf zwei Burschen von Nidda, die entgegen seiner Aufforderung keine R u n d e B i e r bestellten, so heftig e i n s ch l u g, daß der eine blutüberströmt weggeschafft und in ärztliche Behandlung genommen werden mußte. Er

-er. B ü ß f e l d , 15. Mai. Dem Alsfelder Rei teruerein als Hauptoerein darf sich der aus den Orten Bühfeld, Burg-Gemünden und Bleidenrod re­krutierende Di e i t e r u e r e i n als Zweigverein bald würdig zur Seite stellen. Obwohl dieser neue Ver­ein nur aus 14 Mtgliedern erst kurze Zeit besteht, entfalten diese doch eine sehr rege Tätigkeit; sie sind fleißig mit dem Trainieren von Roß und Reiter beschäftigt.

t. Renzendorf, 15. Mai. Gegenwärtig wird unser Bahnhof nach Westen hin bedeutend e r = weitert. Es soll dort ein Verladeplatz für Langholz eingerichtet werden. Bisher mußte das Langholz fast ausnahmslos auf den beiden be­nachbarten Bahnhöfen Alsfeld und Wallenrod ver­laden werden. Seit einigen Monaten wird der Bahnhof außerordentlich stark durch die Basalt- teinindustrie in Anspruch genommen. Die Mitteldeutsche Hartsteinindustrie hat in Brauer- ch w e n d umfangreiche Brüche angelegt und be-- choftigt gegen 100 Arbeiter. Es werden Pflaster­steine, Klopfsteine, Grob- und Feinkies hergestellt und hier verladen. Ein Lastauto mit zwei An­hängern und fünf Pferdegespannen sind damit be­schäftigt, die Steine von dem Bruch bei Brauer- fchwend nach dem Bahnhof zu schaffen. Tag für Tag werden 20 bis 24 Waggons verladen. Zum größten Teil werden die Steine nach Holland verfrachtet. Viele Arbeiter aus den umliegenden Ortschaften, die sonst arbeitslos' wären, finden hier Beschäftigung.

Rheinhessen.

WER. Worms, 15 Mai. Gestern früh gegen 1 24 Uhr brach in der Kaserne in der Mainzer Straße Feuer aus, durch das der Dachstuhl des Gebäudes mit großen Lager­vorräten fast vollständig vernichtet wurde. Der mit 5 Motorspritzen herbeigeeilten Feuerwehr gelang es nach über einstündiger ^^Eeit, das Feuer auf seinen Herd zu be- Ichränken. Der Sachschaden ist beträchtlich. Zwei Feuerwehrleute trugen erhebliche Brandwunden davon.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

Q W e tz l a r. 15. Mai. Gestern nachmittag ge­rieten die Schmiedelehrkinge Friedrich Knorz aus Garbenheim, 16 Iahe alt, und Wilhelm Schäfer aus Niederkleen, 17 Jahre alt, die bei einem hiesigen Meister in der Lehre standen, in der Werkstatt wäh­rend der Abwesenheit des Meisters in Streik. In dessen Verlauf schlug Knorz dem Schäfer m i t einem Hammer auf den Kopf. Etwa eine Stunde später klagte der geschlagene Schäfer über Unwohlsein, auch trat Erbrechen ein. Der junge Mensch wurde zum Arzt geführt, der eine G e Hirn- erschutterung infolge des Schlages feststellte und die Ueberführung des Verletzten in das Kran­kenhaus anordnete. Hier ist der junge Mensch heute morgen an den Folgen des Hammerschla­gesgestorben.

kz. Wetzlar, 14. Mai. Zur Durchführung der Re>chsgesundheitswoche, die mit dem gestrigen Tage ihren Abschluß fand, hatte sich auch hier ein Ortsausschuß unter der Leitung von Sani- tatsrot Dr. H e u b a ch gebildet. Dank des Entgegen- kommens hiesiger und auswärtiger Aerzte, Schulen und Vereinen konnte ein wohldurchdachtes Pro­gramm aufgestellt werden, das an verschiedenen Abenden eine ganze Reihe wertvoller Vorträge und Lichtbildervorführungen bot. Den Auftakt der Steicte: qesundheitswoche bildete ein Eröffnungsakt auf dem

'weder herunterfiel, bis sich der Besitzer entschloß, ».'s Rad einer Dickwurzmühle auf der Mauer am iiibringen. Nun sieht man die Tiere infolge der Verspätung mit verdoppeltem Eifer Baustoffe her- be>tragen. Trotzdem ist das Nest noch nicht fertig- gestellt, während die Störchin schon zu legen be­ginnt. Infolgedessen ist das erste Ei durch das Nest hinburH herabgefallen. Ohne Zweifel ist das Neu- iniftreten des Storches in unserer Gegend darauf zu rückzuführen, daß durch die Braunkohlengrube sich mehrere Teiche und versumpfte Stel­len gebildet haben. Auch sollen die Wiesen- gründe an der Horloff durch die feuchten Jahre viel nasser geworden fein und damit wohl eine reichere Nahrungsquelle für den Storch. Unser Dorf wird gegenwärtig von den Masern heim- gesucht. Die Halste der schulpflichtigen Kinder liegt an der Krankheit darnieder. Sie nimmt jedoch einen gutartigen Verlauf.

liefe die ganze Stadt zusammen und gerinne an meinem Weg und verwandle sich von süß in sauer. 3ch erreichte dos Freie, aber auf der Landstraße traten mir Menschen in den Weg. um auszuspeien und ihre Blicke wie Dornen vvr- zuweisen. älnd kaum, daß ich erschöpft am Strande stand, wo eine Menge, noch bewegt von dem Abschied der Auswanderer, nicht auseinander­zugehen vermochte, kaum daß ich im Boot faß und mit raschen Ruderschlagen zum Schiff ent­floh, das seine rohe, mächtige Stimme wieder erhob, da sah ich einen bärtigen Mann in gelber Zacke und geblümtem Turbän ans ilfet eilen, ©in Stein von feiner Hand flog mit schwereni Schwung nach mir und beschüttete mein Gesicht mit Rässe.

Seltsame Leckerbissen in selt­samen Ländern.

Daß dieGeschmäcker" in den verschiedenen Zonen verschieden sind, ist eine alte Tatsache, und Reisende erzählen uns nicht selten von merk­würdigen Gerichten, bei denen die europäische Zunge schaudert. Aber das Seltsamste, was Wohl bisher aus dem Bereich der exotischen Küche berichtet worden ist, erzählt Oberstleutnant Etherion, der besonders durch seine Reisen in Olfien bekannt geworden ist, in einem Londoner Vlatt.3n China gehören bekanntlich getrocknete Ratten zu den Leckerbissen," schreibt er.Man erzählte mir, daß sie das Haar wieder wachsen lassen, wenn man zur Glatze neigt, während eine gekochte schwarze Katze gegen Fieber gut ist. 2lber das Hauptgericht bei einem chinesischen Bankett, dem ich beiwohnte, war eine Schüssel mit neugeborenen Weißen Mäusen, die lebendig serviert, in Shrup getaucht und tote Austern heruntergeschluckt wurden. Gern flüchtet man von den weihen Mäusen, schwarzen Katzen und far­cierten Hunden Chinas nach dem Lob Rar-Ge- biet zu den Grenzen der Mongolei, wo die natür­liche Gastfreundlichkeit der Bevölkerung den Be­sucher mit den erstaunlichsten Kochkünsten er­freut. Die Speisenfolge bei ebiem Diner, das

Domplatz, der bewies, welches Interesse die Beoölke- mng Wetzlars der Vekanstaltung darzubringen ge­willt war. Im Nomen der Reichsregierung eröffnete Bürgermeister Dr. K ü h n die Reichsgesunoheils- woche und nües auf die Bedeutung der Gesundheit der einzelnen und der Gesamtheit hin. Im Laufe der Woche fanden Veranstaltungen statt, die alle unter der Devise standen^Wie bleibe ich gesund?" Abendvorträae, die die verschiedensten Gebiete der (gesundheitspflege bei Säuglingen und Erwachsenen, Unfallverhütungen in gewerblichn Betrieben, So­ziale Versicherungen, Zahnpflege, Bakterien als Freunde imb Feinde des Menschen. Wesen und Kri­tik der .Kurpfuscherei, sowie des ärztlichen Sektierer­tums behandelten, waren durchweg stark besucht und boten eine reiche Fülle von anregenden Belehrungen, die man gern mit noch House nahm. Wertvolle Filme unterstützten und goben bildliche Erläuterungen der Vorträge, ober zeigten für sich oklein den Weg zur Erlongung und Wahrung der Gesundheit. Wie die Gesundheitspflege durch Turnen und Sport in rechter Weife betrieben werben kann, zeigten bie vom Stobt- amt für Leibesübungen veranstalteten Vorführungen imb bie von ben Schulen vorgesiihrten Spiele, Rei­gen, Turn- unb Sportübungen auf bem Stabion der Spilbnrg. Auch bie in bem stäbtifchen Hallen­bad vorgeführten Uebunqen im Schwimmsport nnb die Rettung Ertrintenber sonben bas Interesse ber Bevölkerung. Die Ausstellung für Gesundheitspflege, veranstaltet über Geschlechtskrankheiten, Tuberkulose, Säuglingspflege, Gemerbekronkheiten, Zahnpflege war äußerst reichhaltig und vielseitig. Von ben Tagen ber Reichsgesunbheitswoche bars man wohl behaupten, baß sie Rang unb Dualität hatten. Möge bie mühevolle Arbeit auch zum Segen ge­reichen.

ch. Lütz eil in ben, 15. Mai. Der Stand bes beutschen Rotklees ist in unserer Ge­markung nur teilweise befriebigenb. Durch Mäuse­fraß würbe manche Saat bis auf ben letzten Halm vernichtet, so boß auch in biefem Jahre für viele Lanbwirte keine günstigen Futteraus­sichten bestehen.

XX Aus bem Kreise Wetzlar, 15. Mai. Der Geflügelzuchtverein für denKreis Wetzlar hat sich bie Aufgabe gestellt, burch Ver­breitung guter Keflügelrasfen bie Geflügel­zucht nach Möglichkeit zu heben. Diesem Zwecke bienen u. a. bie Geflügelzuchtstationen, bie ber Ver­ein schon vor bem Weltkrieg eingerichtet hat. Vor allem soll babufd] ben Lanbwirien bie Möglichkeit gegeben werben, bie Leistungsfähigkeit ihres Ge- flügelbestonbes burch Aufzucht von solchen Küken, bie von besonbers guten Zuchtstammen herstommen, zu verbessern.

Indem ich den Gassen folgte, kam ich aber­mals vor die Stadt an den Saum der Daum- gärien und in Sicht bes Meeres. Hier stand eine Schenke. Dünne Sonnenstrahlen spannen un­aufhörlich Goldfäden durch ben Schatten hoher Bäume. Ein paar Leute saßen halb schlafend in bem angenehmen Zwielicht; vor jedem stand nichts als ein Glas reinen Wassers aus der QueNe und ein frischgepflückter Blumenstrauß. Die Hauswand unter der Laube wies unbeholfene Zeichnungen, es waren Fischerboote mit kleinen Flüggen und im Meer nachschleisenden Rehen. Eine Taucherleine hing tief hinab, und in halber Hohe über dem Meeresboden hielt ein Hai einen Menschen im Maul; das Blut stieg wie ein Aauch zur Oberfläche. Hier nahm ich Platz. Der Diener war zur Stelle und fetzte Wasser und Blumen vor mich hin. 3ch trank erquickt und ruhte aus. Die glänzende Muschel lag vor mir und ich hob entzückt das Bündel frischer Moos­rosen, das eine einzige Relke umkränzte, an meine Rase.

Plötzlich brach von fern ein dumpfer Ton die Stille. Er war stark und langgezogen. Es war die Stimme des Dampfschiffs; ein Brüllen, das Bie Luft erzittern machte. Mehrmals brach es ab und erhob sich aufs neue. 3ch wollte wider­stehen, ich hob verzweifelt die Hände nach den Traumen des Morgens; aber jener Ton war ein ©eil um meinen Hals geschlungen und zog mich mit seiner unbändigen Kraft. Der Diener stand nicht weil; ich klatschte in die Hände, um ihn herzurufen, aber der Mensch, ganz bleich ge- ging in das Hans uiid kehrte nicht zurück. Die Gäste hoben verwirrt und böse ihre cm Schlummer gesenkten Köpfe. Ich legte eine

,auf den Teller, stand auf und ging fort einige von den Gästen standen auf; es

?ls Maten sie mir. Als mich tn den saften des Basars die Menschen kommen sahen, erhoben fte sich und traten in die Türen; Last-

^Eben mitten auf der Straße stehen SÄfr K? wir mit den Schultern. Eine schrille Stimme rief rin Wort, unb von allen Veiten kam die «teste Antwort: es schien, als

n Höhn Urb orf, 15. Mat Abenbs gegen 0 st strzte auf Dem Wege von hier nad) Ailertchen ein aus Neuenahr stammender Kann Derart schwer mit seinem Rab, baß er in

lt7 r ü e r (e fc t e m 3 u ft a n b e in bas hiesige Bahnhofhotel gebracht werben mußte. *

unglückten ist bis jetzt bas Bewußtsein zurückgekehrt.

Das Dampfschiff.

Don Alfons Paquet

, Ich ging zu der kleinen gelben Stadt mit den weißen Lurmsäulen und kam in die Rähe des HafenS zurück. Die Häuser empsingen die Mor­genluft mit offenen Türen. Aufs Land gezogene Fischerboote verhauchten ihren kräftigen Duft von Seetang und Harz. Dann folgte ich einer kratze zwischen Gartenmauern mit über hängend en Zweigen und ragenden Daum- spihem Sinter einer Allee begann ein Stadtteil nrft engen Gasten. Bunt geneibet gingen die Menschen zwischen den schattigen Gewölben und den von Händlern sorgsam aufgebauten Hügeln von Oliven. Granatäpfeln, Datteln und Russen, zwischen vollgehäuften Körben mit Getreide und Sefam. Ein Speifenverkäufet. umringt von Schusseln mit roten Latwergen, gesäuerten Käsen. Reis- und Traubenkuchen und strohfarbenen, taschenförmigen Broten, unterbrach, als ich vor- überfam, seinen Handel und wies auf feine Waren. Ich dankte ihm. und bie Leute, die in der Rähe standen, lächelten und ließen ihre Blicke als ein heiteres Zeichen des Willkommens mit mir gehen.

Als ich am Ende der Vasten angelangt war. begann ein Wiesenpfad, der in steiler Ranke den Bergrücken umzog. Bald stand ich oben unter alten Bäumen und am Fuß einer wohlerhaltenen Durg der Kreuzritter, die einmal diese Stadt mit den benachbarten Tälern bes Gebirges zu einer Grafschaft vereinigt hotten. Ich sah auf das Meer. Es glänzte hell mit unaufhörlichen, heißen und geheimnisvollen Witzen, fv daß das Schiss, das weit vom Strand und umringt von Booten lag, ganz schwarz unb klein erschien. Langsam stieg ich auf der andern Seite den FelSriicken durch die stacheligen Büsche in die Schlucht hinab. Dort schoß im Dickicht ein Wildbach wie ein Pfeil der Stadt entgegen: an einer Wühle empfingen ihn die ersten Brückenbogen; er glitt zerteilt hindurch in das gemauerte Bett, breitete sich auf trüben Kieseln wie em Schleier au6 und schlich an Höfen und Treppen der Dkoufärber vorüber.

Kreis Kirchhain.

, II Kirchhain, 15. Mai. Mit einem feia> "che" Akt wurde gestern hier der Grundstein zu einem .Eva ngel ische n Vereinshaus gelegt Die Ansprache hielt Pfarrer Klingel­hofer. worauf Pfarrer Fliege«schmied. Metropolitan Wille, Bürgermeister Grün. Stadtbaumeister Weber, Pfarrer Schmidt. Landrat von Gilsa und Pfarrer Klingel­höf er mit entsprechenden Wünschen Hammer­schläge abgaben. Die Kosten des Baues, die duvch die evangelischen Gemeinden, die Stadt und ftm» füge Beihilfen aufgebracht werden, stellen auf über 30000 Mk

Kreis Marburg.

sch. Marburg, 15. Mai. 3n der Aula der Universität sand heut^ die feierliche Imma­trikulation der in diesem Sommersemefber neu hinzugekommenen Studierenden statt. Es * waren 1143 Studierende, die von dem Rektor verpflichtet wurden und die Immatriku­lationsurkunden erhielten. Die Gesamtzahl der Studierenden ist inztoischien auf 2350 gestiegen.

Im Landratsamt begannen heute unter dem Vor sitz des Vizepräsidenten Dr. Lehmann, Kassel, die Verhandlungen, bett, dos Aus­scheiden der Stadt Marburg aus dem K reise. In dieser Besprechung kam bereits #um Ausdruck, dast von einer Derschmelzung ber Kveise K i rchha i n und Marburg zunächst keine Rede fern kann. Die DsrHrmOlungen werden fortgesetzt.

Muiugu».

Frankfurt a. M., 15. 9HaL <WSN.) Die 3ahl der Arbeitsuchenden ist in der ver­gangenen Woche wieder g e st i e g e n. Zu Be­ginn der Woche standen 23 843 Personen zur Vermittlung; dazu haben sich im Laufe der Berichtszeit 2305 Arbeitslose neu gemeldet so öafi insgesamt 26 148 Arbeitsuchende beim 'Ar­beitsamt vorgemerkt waren. Am Schluß der Berichtswvche standen hiervon noch 24 355 zur Verfügung. Auf dem Stellemnarkt ist eine Aen- derung nicht eingetreten. Auf der sogen. Kaiserplatte beim Forst Haus Mitteldick sind schon seit geraumer Zeit gewaltige Mengen von Holz stammen aufgestapelt, die seinerzeit auf Veranlassung der Franzosen geschlagen werden mußten. In letzter Zeit hatte man nun beobachtet, daß sich die Bestände ver­minderten. Es wurde festgestellt, daß etwa 100 Festmeter Holz verschwunden sind. Da man nicht glaubte, daß die Heinzel­männchen dabei beteiligt waren, ftefite man Be­obachtungen an und erfuhr so, daß nachts Holzfuhren nach Frankfurt stattfanden. Vor wenigen Tagen wurde nun an der Mör-