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auch diesem liebel suchen die Lieferanten dadurch abzuhelfen, daß sie zum Teil recht lange Raten- Zahlungen einräumen. Der Regierungspräsident zu Koblenz hat die im vorigen Jahre erteilte Aus- nahmegenehmtgung zur Verlegung des Arbeits­beginns in Bäckereien von 6 Uhr auf 5 Uhr morgens unter dem Vorbehalte des jederzeitigen Widerrufes bis zum 31. März 1927 verlängert. Alle bestehenden Sondergenehmigungen sind dadurch auf. gehoben. Der Oberpräsident der Nheinprovinz hat Richtlinien für ein beschleunigtes Tuberkulosetilgungsverfahren beim Rindvieh erlassen, die vom 1. April ab in Kraft getreten sind. Nach den Richtlinien kann unter ge­wissen Voraussetzungen für tuberkulöse Rinder auch dann eine Entschädigung gezahlt werden, wenn der Nachweis an Tuberkelbazillen nicht erbracht ist. Die Richtlinien können bei den Polizeiverwaltungen des Kreises eingesehen werden. Wie der Landrat amt- lich bekannt gibt, findet der für den 21. April in Aussicht genommene Frühjahrsbullen, markt wegen des Wiederausbruches der Maul- und Klauenseuche in Wetzlar, Aßlar und Groß- Altenstädten nicht statt. Wenn die Maul- und Klauenseuche erloschen ist, soll erwogen werden, den Markt zu einem späteren Zeitpunkte abzuhalten.

XX Wetzlar, 16. April. Aach dem Jahres­bericht der Landwirtschaftlichen Win­ke r s ch u l e wurde das 34. Schulhalbjahr von 31 Schülern besucht. Dies ist die höchst« Zahl seit Bestehen der Anstalt.

XX A tz b a ch, 16. April. Etwa 8/* Stunde nördlich von Ahbach liegt der geschichtlich be­rühmte Himberg oder Königsstuyl, auf wel­chem in alter Zeit die Lahngauischen Gau­gerichte abgehalten tourbcn. 3n der Aähe dieses Königsstuhls befindet sich noch eine wohl­erhaltene, aus t>em Siebenjährigen Kriege her- rührende Schanze, im VolksmundeSchweden- schanze" genannt. Auch altgermanische Grab­hügel sind oben auf dieser Höhe im vorigen Jahrhundert aufgedeckt worden. Die Ausbeute bestand in Urnen, Knochen und Asche.

X Dutenhofen, 16. April. In unserer Ge­markung ist der R a p s a n b a u noch nicht ausge­storben. Die Aussaat besteht jetzt in voller Blute, so daß die Bienen reichlich Honig finden. Das von einem großen Kranz von Obstbäumen umgebene Dorf prangt jetzt in einem einzigen großen Blü­te n m e e r, da Pflaumen, Dirnen und Zwetschen in prächtiger Blüte stehen.

ch. Lützellinden, 15. April. In unserer Ge­meinde vermißt man noch immer eine Turn­halle, die auch den Vereinen für ihre Veranstal- hingen dienen könnte. Der im Besitz der Gemeinde befindliche Spielplatz konnte wohl durch Hin- zunahme bisher verpachteter Grundstücke wesentlich vergrößert werden, womit die Platzfrage ihre Lö­sung fände. Für eine weitgehende Unterstützung der Vereine in der angedeuteten Richtung, die den bal­digen Bau einer Turnhalle ermöglichen würde, wäre man sehr dankbar. Unsere Straßenbeleuch­tung läßt in der letzten Zeit mancherlei zu wün­schen übrig. Die Einwohnerschaft würde eine durch­greifende Aenderung des jetzigen unangenehmen Zustandes sehr begrüßen.

00 Hörnsheim, 16. April. Die hiesige Ge- meinde beabsichtigt, den Friedhof zu erweitern. Es sind von angrenzenden Grundeigentümern zwei Parzellen angekauft worden, die dem bisherigen Friedhofsgelände zugelegt werden sollen.

<> Niederkleen, 16. April. Das hiesige Pfarrhaus, das Anfang Mai von dem neu- gewählten Pfarrer bezogen werden soll, wird zur Zeit einer gründlichen Instandsetzung unter- zogen.

<> Oberkleen, 15. April. Wer schon ein­mal von hier nach Oberwetz gegangen Ist, wird an her Wegegabelung Oberkleen Oberwetz Griedelbach einen Wegweiser vorgefun­den haben, dem eine Soldatenfigur aufgemalt ist. Es handelt sich um den sogenanntenNapoleon- st o ck", an dem heute jedoch mit Rücksicht auf Wit­terungsschäden nicht mehr viel zu sehen ist. Man er­zählt sich, daß Napoleon aus seinem Rückzüge aus Rußland diese Straße gezogen sei, und zum Anden­ken daran soll man dann vor längerer Zeit seine Figur auf diesen Wegweiser gemalt haben. Wie neuerdings festgestellt wurde, hat der Wegweiser jedoch nicht den geringsten historischen Wert. Alte Leute, die schon vor dem Kriege 1870/71 den frag- licken Weg gegangen sind, erinnern sich noch gut, daß zu dieser Zeit der Wegweiser nichts anderes als feine Zweckbestimmung enthielt. Erst noch dem Kriege von 1870/71, etwa zu der Zeit, zu der zum ersten MaleSedan" gefeiert wurde, soll die Na« poleonsigur erstmalig auf dem Wegweiser gesehen worden fein. Und zwar soll sie damals ein in der Nähe angestellt gewesener Förster, der inzwischen verstorben ist, auf den fraglichen Wegweiser gemalt haben. Immerhin wäre es interessant, etwas Be­stimmtes über die Angelegenheit zu erfahren, falls sich überhaupt etwas darüber nachweisen läßt.

Kreis Biedenkopf.

T Waldgirmes, 16. April. Der Anstreicher Wilhelm Schmidt von hier bestand vor der Prü­fungskommission in Herborn die Meisterprü­fung. Die Maul - und Klauenseuche ist hier erloschen, von heute ab ist die Sperre auf­gehoben.

XX Oberweidbach, 16 April. Obwohl unser Ort, wie viele Hinterlanddörfer, von großen

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Aus der Aufwertungspraxis.

Overheffen.

Matzgebende Gerichts­entscheidungen.

Das Anmeldungsoersahren.

1. Die im Anmeldungsverfahren erlassenen Ent­scheidungen können mit der einfachen Beschwerde an­gefochten werden.

2. Als Personen, denen im Anmeldungsverfahren von der Aufwertungsstelle zuzustellen ist, kommen nur der Eigentümer des belasteten Grundstücks und der ihr vom Gläubiger bezeichnete persönliche Schuldner in Betracht, nicht aber ein Zessionar des eingetragenen Gläubigers; die von dem anmelden- ben Zedenten beantragte Mitteilung an den Zessio­nar wird daher von der Anmeldungsstelle mit Recht abgelehnt.

3. Von dem Anmeldungsverfahren ist zu unter­scheiden das eigentliche Aufwertungsoerfahren; in­wieweit in diesem Verfahren die Zuziehung des Zessionars geboten ist, richtet sich nach der Lage des Falles.

Aus den Gründen:Der Antragsteller hat aller- dings keineAnmeldung" nach § 16 Abf. 1 Ausw. G. eingereicht, sondern einen Aufwertungsantrag ge­stellt, und zwar als früherer Gläubiger einer abge­tretenen Forderung. 3n jedem Aufwertungsantrage muß aber in den Fällen, in denen eine Anmeldung nach § 16 Abs. 1 Aufw. G. vorgeschrieben ist, auch eine Anmeldung erblickt werden. In diesem Sinne hat die Aufwertungsstelle den Aufwertungsantrag auch aufgefaßt und oehandelt, indem sie den An­trag der Antragsgegnerin mitgeteilt hat. Die wei­tere Beschwerde ist hiernach zwar gemäß § 27 FGG. zulässig, sie ist aber nicht begründet.

Nach § 17 Satz 2 Aufw. G. finden, wenn der frühere Gläubiger Aufwertung beansprucht, die Vorschriften des § 16 Anwendung. Nach § 16 Abs. 1 Satz 2 hat die Aufwertungsstelle die Anmeldung dem vom Gläubiger bezeichneten persönlichen Schuldner mitzuteilen. Damit ist der Kreis derjeni­gen Personen, denen die Anmeldung zuzustellen ist, durch eine klare gesetzliche Vorschrift festaelegt. Da der Zessionar (im Falle des § 17 Aufw. G.) zu die­sen Personen nicht gehört, hat die Aufwertungs­stelle mit Recht abgelehnt, ihm die Anmeldung zu­zustellen.

Die Ausführungen der weiteren Beschwerde ver­wechseln das Anmeldungsverfahren mit dem eigent­lichen Aufwertungsverfahren. Im Anmeldungsoer. fahren beschränkt sich die Tätigkeit der Aufwer­tungsstelle im wesentlichen auf die Entgegennahme der Anmeldung, die Mitteilung der Anmeldung an die vorgenannten Personen und die Entgegennahme des Einspruchs; eine Berechnung des Aufwertungs­betrags kommt im Anmeldungsverfahren überhaupt nicht in Frage. Erst wenn sich an das beendete An- meldeverfahren ein Aufwertungsoerfahren ansckließt, was keineswegs immer der Fall zu fein braucht, hat die Aufwertungsstelle die zur Berechnung des Auf­wertungsbetrags erforderlichen Ermittlungen zu veranstalten, und do wird es allerdings im vorlie- genden Falle zur Feststellung des Abtretungsent­gelts notwendig sein, den Zessionar als Zeugen zu vernehmen oder ihn sonst anzuhören." (Beschl. d. KG. v. 16. 7. 25, Rechtspr. i. Aufw. S. 1926, Heft 7, S. 93.)

GesÜlligkeitsdarlehen.

Ein Gefälligkeitsdarlehen ist ein solches, bei dem nicht die Wahrnehmung der eigenen geschäftlichen Interessen, sondern Hilfsbereitschaft das ausschlag­gebende Motiv der Darlehenshingabe bildet. Ge­fälligkeit braucht aber nicht das einzige Mo­tiv zu sein. 3m geschäftlichen Leben werden regel­mäßig Motivaruppen miteinander verbunden, sein (verzinsliches Darlehen aus Gefälligkeit gewährt). Ist die Gefälligkeit das überwiegende Motiv, hinter das die Wahrnehmung der eigenen Interessen zu­

rücktritt, dann handelt es sich nach der Lebensauf­fassung immer noch um einereine Gefälligkeit" (Entsch. d. OLG. Hamburg o. 10. 9. 25 Hans. Zeit­schrift 1925, S. 864).

Langfristige Darlehen sind grundsätzlich Ver­mögensanlagen, insbesondere wenn eine Verzinsung vereinbart ist. (KG. 16. 12. 25, Jur. W. 1926, Heft 2, S. 189.)

Nur diejenigen Darlehen, die reine Gefälligkeits­akte sind, sind keine Dermögensanlagen. (OLG. Breslau 5. 11. 25, Jur. W. 1926, Heft 2, S. 193.)

Ein langfristiges Darlehen kann als Vermögens­anlage angesehen werden. (NG. 23. 11. 25, Jur. W. 1926, Heft 2, S. 193.)

kann der Eigentümer vom Gläubiger gegen Zahlung des Auswertungsbetrags der Hypothek Löfchungs- bewilligung verlangen, wenn die persönliche Forde­rung höher aufgeroertet wird als 25 v. h. des Gold- markbelrags?

Die Frage wird verneint vom OLG. Karls­ruhe (U. o. 11. 11. 25, Jur. W. 1926, Heft 2, S. 149) und vom Reichsgericht (U. v. 11. 11. 25, DRZ. Rechtspr. 57); die Reichsgerichtsentscheidung be­zieht sich nur auf Sicherungshypotheken und läßt die Frage bezüglich der Verkehrshypotheken (Brief- und Buchhypothekcn) offen. Gegenteilige Ansichten f. Mügel, Ges. Aufw. R., S. 261, Durchs. VO. und Ergänzungen S. 263 und die dort erwähnte Litera­tur und Rechtsprechung, ferner OLG. Stuttgart 2. 11. 25 (Rechtspr. i. Aufw. S. 1926, S. 39).

vergleich und Aufwertung der Vergleichssumme.

Ein während der Inflationszeit geschlossener Ver­gleich wird nicht dadurch unwirksam, daß die da­malige AuffassungMark sei gleich Mark" gewech­selt hat. Die Beklagten sind oei Abschluß des Vergleichs nicht von einem falschen Sachverhalt aus­gegangen, sondern nur einer damals allgemein als richtig angenommenen Rechtsmeinung gefolgt. Der Wechsel dieser rechtlichen Auffassung rechtfertigt den Gläubiger, seine in Papiermark ousgedrückte Ver­gleichsforderung jetzt aufzuwerten, gibt ihm aber nicht das Recht, den Vergleich gemäß § 779 BGB. als unwirksam anzufechten. (Urt. d. KG. v. 11. 7. 25, Jur. W. 1926, Heft 1, S. «8.)

Art und Weise der Aufwerkung von Kaufgeld­forderungen.

Bei der Aufwertung von Kaufgeldforderungen nach allgemeinen Grundsätzen aus der Zeit von 1909 bis 1921 (einschl.) ist nicht von der Höchstgrenze von 75 bzw. 100 o. H. auszugehen und dann je nach den Verhältnissen der Hundertsatz festzusetzen. Es ist vielmehr so vorzugehen, daß zunächst der Aufwer- tungssatz ohne Rücksicht auf die Höchst­grenze nach allgemeinen Vorschriften (Jndtvidual- aufroertung) ermittelt wird. Bleibt dann der so ge­fundene Betrag hinter 75 bzw. 100 v. H. des Gold­markbetrags zurück, so ist die Forderung auf diesen Betrag aufzuwerten, übersteigt er den Satz von 75 bzw. 100 v. H., so ist er auf diesen heräbzusetzen (uerql. Nadler, Grundbuchs- und Auswertungs- fragen, S. 99). Nur dieses Verfahren führt zu Er­gebnissen, die eine gerechte und billige Ausgleichung der Interessen beider Teile bewirken und damit dem das Aufwertungsrecht beherrschenden Grundsatz von Treu und ©tauben f§ 242 BGB.) gerecht werden. Es verhindert insbesondere bei Vorkriegsforderun- gen, die durch Hypotheken auf städtischen Hausbesitz gesichert sind, eine zu hohe, für den Eigentümer und Schuldner nicht traabare Aufwertung. (Beschl. d. KG. v. 7. 1. 26, Jur. W. 1926, S.176.)'

Auswertungsverzichl?

Eine in der Zeit vom 15. 6. 22 bis 14. 2. 24 ausgestellte Löschungsbewilligung enthalt nicht schon um deswillen einen Aufwertungsverzicht, weil in ihr gesagt ist, daß vorbehaltlos quittiert und die Lö­schung bewilligt werde. (Beschl. d. KG. v. 1. 10. 25.) ---- - .......

Landkreis Gießen.

Heuchelheim, 17. April. Musikfreunde feien auf die zwei großen Konzerte aufmerk­sam gemacht, die der Gießener Orchesterverein (Dirigent Kapellmeister Herrn. Weller) am morgigen Sonntag in der neuerbauten hiesigen Turnhalle veranstaltet. Der konzertgebende Verein spielt mit etwa 40 Herren. Man beachte die heutige Anzeige.

s. G r o B e n - 2 i n b e n, 16. April. Im Rebstock" fand gestern abend ein 2 icht - bild ervortra gDeutsches Land und deutsche Durgen" statt. Die Mandolinenvereini­gungHüttenberg" verschönte den Abend durch einige Konzertstücke. Einleitend sprach Dr. Kraushaar über das Wandern. Ein Gast aus Ostfriesland, Bildhauer Er von, zur Zeit Leihgestern, trug ein selbstversatztes Gedicht Andacht" vor.

: 2 i ch, 16. April. Dieser Tage wurde im hiesigen Kriegerverein im Saale des Gast­wirts Ludwig Glöckner ein 2 i ch t b i l d e r v o r- trag gehalten überKriegsschauplätze aus dem Weltkrieg". Der Vortragende war Tierarzt Dr. Walter, der Vorsitzende des Bezirks Lich der Kriegerkameradschaft Haisia. Am 16. Msi wird sich der Verein am Befirksfest in Ober-Dessingen beteiligen. Der Schütz en verein 1921 plant die Errichtung neuer Schieß stände von 100, 175 und 300 Meter auf der Ostseite des Rodenschütts", eines kleinen Berges, eine knappe halbe Stunde östlich der Stadt gelegen. Die Pläne dazu, auch die des geplanten SchühenhauseS, hat Architekt R i c o 1 a u s von Gießen entworfen. Der alte Sch'.eßstand auf der Hardt, den der Sicher Fürst einst dem Verein überlassen hat, wird wahrscheinlich in den Besitz des Krieger­vereins übergehen. Letzterer hat seinen Schieß­stand aus der Vorkriegszeit am Albacher See aufgegeben.

: Beuern, 16. April. Nachdem vor einigen Wochen die Maul- und Klauenseuche er­loschen war, ist sie jetzt erneut in einem Gehöft aus- gebrochen. Es wurde aber glücklicherweise nur Sperre des Gehöftes und des Bezirks, in dem das verseuchte Gehöft liegt, angeordnet. Die Zahl der Erwerbslosen ist gegen die letzten Wochen wie­der etwas gestiegen und beträgt gegenwärtig 23 Hauptunterstützungsemvfänger. Einschließlich der unterstützungsberechtigten Zuschlagsempfänger müssen insgesamt 36 Personen über 21 und 17 Personen unter 21 Jahren von der Erwerbslosenunterstützung ihr Leben fristen.

t Grünberg, 16. April. Durch den Aus­fall des gestrigen Diehmarktes infolge der Maul- und Klauenseuche hatte auch der Krämer- mar k 1 empfindlich zu leiden. Auswärtige Käufer waren fast gar nicht erschienen. Der Schützen- verein wird am nächsten Sonntag seine diesjäh­rige schießsportliche Saison eröffnen. Gegenwärtig zählt der Verein 70 Mitglieder. Er will dem Krie­gerverein von Zeit zu Zeit den Schießstand zur Be­nutzung überlassen. Das günstige Wetter bdr letzten Tage yat auf die Entwicklung der Kirschblüte außerordentlich günstig gewirkt. Tausende von Kirschbäumen stehen ä. D. bei Lauter in voller Blüte und geben der Landschaft ein reizvolles Bild. Bei der gestrigen Holzoer st eigerung im hiesigen Stadtwald wurden folgende Preise je Raum­meter bezahlt :Scheiter: Buche 15, Fickten 5,50, Fichten 6, Erlen 4, Knüppel: Buchen 13, Kiefern 6, Fichten 3, Erlen 2,50, Eichen 5, Aspe 3, Stöcke: Buchen 4,5, Kiefern 1, Fichten 2, Reisig: Buchen 2, Kiefern-Knüppel 1, Fichten 1,2, Eichen 1, Aspen 1 Mk,

Kreis Friedberg

$ Aus der We11erau, 16. April. Die landwirtschaftlichen Arbeiten sind bei dem günstigen Wetter gut oorangeschritten. Man ist selten um diese Zeit soweit vorgewesen. Die Frühjahrssaaten, die zeitig beendet waren, und so vorerst noch reichlich Bodenfeuchtigkeit hatten, waren rasch gekeimt und zeigen jetzt bereits einen frischen Stand. Was später gesät worden ist, leidet aber unter der Trockenheit, so daß jetzt der Wunsch nach einem erquickenden Frühlingsregen allgemein ist. Die Bauern sind am Stecken der Dickwurzsamen und am Setzen der Frühkartoffeln, unter denen die Blaue Odenwälder" immer noch die am liebsten angebaute Sorte ist. Unter den Spätkartoffeln wird neuerdings diePreußen" neben derIndustrie" mehr und mehr eingeführt.

Kreis Schotten.

ld. Schotten, 16. April. Rasend schnell steigen in unserer Gegend d i e Preise für Ferkel und Läuferschweine. Während man noch vor acht Tagen sechs Wochen alte Ferkel für 40 Mark haben konnte, werden heute für ein solches Tierchen bereits 50 Mk. gefordert. Für vier bis fünf Monate alte Läufer werden Preise von 100 bis 120 Mk. für das Stück verlangt. Preistrei­bend ist in erster Linie die geringe Zahl der zum Berkaus angebotenen Schweine. Die Züchter behal­ten vielfach ganze Würfe Ferkel, um die noch vor- handenen größeren Mengen Kartoffeln verwerten zu können. Da um diese Zeit Arbeiter und Klein­bauern ihr Schlachtschwein für den Winter er­werben wollen, entstehen bei geringem Angebot und sehr starker Nachfrage Phantasiepreise, die wahr- scheinlich zu einem Ueberangebot von Jungtieren im Nachsommer und einem starken Rückgänge des Prsstes führen.

Gedern, 16. April. Die Gemeindever­waltung beabsichtigt die Anpflanzung einer Weiß­dornhecke auf der einen Seite der Schloß- bergatlee, um dadurch die Blickrichtung nach dem künftigen Kriegerdenkmal, das auf der Höhe des Schloßberges zur Aufstellung kommen soll, möglichst einheitlich zu gestalten. Regierungsbaurat N o d n a g e l - Schotten wurde gebeten, einen Ent­wurf für das Denkmal, das jedenfalls im Laufe des nächsten Jahres zur Aufstellung kommen dürfte, auszuarbeiten. In seiner letzten Sitzung beschloß

der Vorstand des K r i e g e r v e r e i n s , der Grün­dung eines Kleinkaliberschühenvereins näherzutreten.

?" Ober-Schmitten, 16. April. Wie überall, so sinkt auch hier das Häuflein der Veteranen von 1 8 7 0 /7 1 rasch zusam­men. Innerhalb Jahresfrist starben drei von ihnen, zuletzt der 78jährige Wilhelm Schäfer. Jetzt sind nur noch zwei am Leben. Die Hirtendienste in den Dörfern finden kaum noch Bewerber. Seit Jahren schon vermag die Gemeinde keinen Gänse­hirten aufzutreiben. Ein Einwohner des benach­barten Eichelsdorf hütet die Schweine.

Kreis AlsscLS.

-er. Homberg a. d. Ohm, 16. April. Infolge der fast sommerlichen Witterimq der letzten Tage stehen jetzt unsere Kirsch - und Birnbäume mit duftendem Blütenschnee bedeckt weithin leuchtend da; auch der Schwarzdorn steht im vollen Blütenschmucke. Scharenweise stehen Frauen und Mädchen in den Gärten und graben und säen und setzen Frühkartoffel, ebenso sind die Landwirte sehr rührig bei der Frühjahrsaussaat. Infolge der Trockenheit bearbeitet sich der Boden besser als in nassen Jahrgängen, auch können etwaige Nacktfröste dem trockenen Boden weniger schaden. Ein alles er­quickender Regen wäre fetzt sehr willkommen.

Starkenburg.

* Darmstadt, 16. April. In der gestrigen Stadtverordnetenversammlung wurde ein Antrag der Stadtverwaltung, 500000 Mark für Notstandsarbeiten bereitzustellen, an den Finanz- und den Sozialpolitischen Ausschuß ver­wiesen. Für verschiedene Herstellungen in dem vom Staat übernommenen Herrengarten wurden 85 000 Mark bewilligt.

Z M i ch e l st a d t i. O., 16. April. Wie ein Auf­atmen ging es durch die Bevölkerung des hinteren Odenwaldes, als gestern der Beschluß des Er­bacher Kreistags bekannt wurde, wonach in der feit längerer Zeit schwebenden Oberreal- schulfrage eine günstige Lösung gesunden wor­

den ist. Bekanntlich hatte, wie wir kürzlich schon mit teilten, die hiesige Gemeindevertretung den Zuschuß zu den oberen Klassen der Anstalt abgelehnt mit der Begründung, daß die Primen kaum von Michel- ftcMern, sondern vorw'eaend von Auswärtigen be­sucht gewesen seien. Nachdem eine Protestversckmm- lling der Eltern für die Erhaltung der Anstalt einge­treten war und dabei gefordert wurde, den Kreis zu den Kosten heranzuziehen, beschloß der Gemeinderat in einer weiteren Sitzung 25 Proz. der seither ganz getragenen Kosten zu übernehmen. Diesem Beschluß stimmte auch die Sozialdemokratie zu, die sich erst ablehnend verhielt, nachdem ihr die Versicherung ge« geben worden war, daß auch der Volksschule im Falle eines Abbaues dieselben Unterstützungen ge­währt würden. Nachdem nun der Kreis die restlichen 75 Proz. der Kosten übernommen hat, bleibt die An­stalt als V o 11 a n st a 11 bestehen, was für den hinteren Odenwald eine Notwendigkeit ist, denn das verhälMisrnäßiq große Landqebiet^hat nur diese eine ausgebaute höhere Schule, die nächsten Vollanstal- ten sind erst in Darmstadt.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

lU Wetzlar, 16. April Daß das Motor­rad immer mehr Allgemeingut wird, ergibt sich aus der großen Zahl von Motorradfahrern, die sich hier fast jede Woche vor einem Beamten des Dampskessel-Ueberwachungsvereins zu Siegen, der zur Erlangung eines Führerscheines vorgescho­benen Prüfung unterziehen müssen. Unter den Prüflingen befinden sich Angehörige aller Berufs­stände, so z. B. Reisende, Kaufleute, Aerzte, Beamte, Studenten usw. Sogar Arbeiter, die von ihren Wohnorten zu den Arbeitsstätten weite Strecken We^es zurückzulegen haben, schaffen sich, wenn es auch nur ein Leichtmotorrad ist, einenKlapper" an, um bei dem Fehlen eines sonstigen Verkehrsmittels täglich von dem Arbeitsorte nach Hause zurückkehren zu können. Leider stehen die Preise für Motorräder noch weit über Dorkriegshöhe, so daß die Anschas- fung gar manchem Fahrer sehr schwer fällt. Aber

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