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über die Westerburg Sonntag, 18 Avni, im Gemeinsehaiiö, Sirdiilr. 9. ! '"'u B. D. J. Gießen. SÄeäter Sonntag, lS.Avril 26. S nnlog-M-Drff- Zum Andenken au tto Ernst von 7 bii ö'li llbr

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Samstag, 17. April 1926

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberßesten)

Nr. 89 Zweites Blatt

Die Reichsgesundheilswoche.

Mahnworte der Reichsregierung.

Staat und Volksgesundheit.

Don Professor Dr. med. Kuhn, Direktor des Hygienischen Instituts ber Universität

Gießen.

Die Reichsgesundheitswoche soll nach einem mir vorliegenden Aufrufe ein großer Weckruf zur persönlichen Gesundheitspflege werden. Ls soll zum Ausdruck gebracht wer­den, daß die Gesundheit nicht nur für den einzelnen Lebensfreude und Schaffenskraft bedeutet, sondern auch wirtschaftliche Werte schafft. Je mehr die Fürsorgeausgaben für Kranke und Schwache sinken, desto mehr werden Mittel für aufbauende Arbeit frei. Ferner soll der Gedanke verbreitet werden, daß die Gesundheit erarbeitet und gepflegt sein muß, weil vielen von uns der natürliche Sinn und eine gesunde Um­gebung verloren gegangen ist. Man kann die Gesundheit weder beim Arzt noch beim Apo­theker kaufen.

Es ist die sog. kostenlose Hygiene, auf welche in der Gesundheitswoche besonders hingewiesen werden soll, die jeder betreiben kann, dem die einfachsten Regeln der Gesund­heitspflege klar geworden sind, dabei ist be­sonders der Leibesübungen zu gedenken, die neuerdings in unserem Volke vor allem aus sportlichem Interesse, also aus dem Wetteifer heraus, weniger wegen ihres hohen gesund­heitlichen Wertes, gepflegt werden. Da die Gesundheitspflege nicht viel kosten soll, so soll auch die Durchführung der Reichsgesund- heitswoche allen Prunk und alle äußerlichen Feierlichkeiten vermeiden. Mit wenig Mitteln soll eine große Wirkung erzielt werden. Ver­eine und Einzelpersönlichkeiten haben die Führung, unter den letzteren insbesondere die Aerzte und Lehrer. Die Behörden vermeiden es dabei, von oben her einzugreisen.

Wie wir sehen, ist es also das Gebiet der persönlichen Gesundheitspflege, das bearbeitet werden foll, während das große Feld der öffentlichen Gesundheits­pflege weniger in den Rahmen der Ge­sundheitswoche fällt. Und doch scheint es mir notwendig, zu Beginn der Gesundheitswoche über diesen £eil der Hygiene einige Gedanken auszusprechen. Es wird mancher, der von den Veranstaltungen der Gesundheitswoche Kennt­nis nimmt, die Empfindung haben, daß es für viele Kreise unseres Volkes in der jetzigen schweren Zeit unmöglich ist, manche Gebote der Gesundheitspflege zu erfüllen, weil sie völlig verarmt sind und kaum soviel Geld zur Verfügung haben, um das Leben fristen zu können. Was soll der Arzt über die Hygiene der Ernährung vor einem Hörerkreise vor- tragen, der vielleicht aus Erwerbslosen be­steht, von denen die meisten wieder wie zu Kriegszeiten wissen, wie weh der Hunger tut. Welche Regeln der Wohnungshygiene sollen gepredigt werden, wo in allen Städten Hun­derte und Tausende auf eine passende und ge­sunde Wohnung warten, und viele Familien, insbesondere die kinderreichen, zusammenge­pfercht wohnen. Wer will es übernehmen, vor einer Versammlung von arbeitslosen Hand­arbeitern und kaufmännischen Angestellten etwa von der Hygiene der Kleidung zu sprechen?

Hier liegen Fragen vor, die in den Be­reich der öffentlichen Gesundheitspflege ge­hören, wie sie von den Gemeinden, von den Landern und vom Reich geübt wer­den muß. Namentlich die Aufgaben des Staa­tes find von entscheidender Bedeutung. Es ist daher bei der Gesundheitswoche nicht nur zu erwarten, daß alle Vortragenden und alle Vorführungen in Bild und Lichtbild auf die traurige Lage weiter Kreise unseres Volkes taktvoll Rücksicht nehmen, sondern daß auch alle Veranstaltungen dazu dienen, die Wichtig­keit der öffentlichen Gesundheitspflege zu be­tonen. Der Staat muh der erste Hüter der Volksgesundheit sein. Jedem Staatsbeamten muh eindringlich vor Augen geführt werden,

Dem Wohl der Gesamtheit".

Jeder Deutsche hat die sittliche Pflicht, seine körperlichen und geistigen Kräfte so auszubilden und zu betätigen, wie es dem Wohl der @e- amtheit dient. In diesem Sinne wünsche ich den Bestrebungen der Reichsgeundheitswoche besten Erfolg. Möge sie das Verantwor­tungsgefühl deS einzelnen sich selbst und der Gesamtheit gegenüber stärken und dazu bei­tragen. doh die in den schweren Kriegs- und Rachkricgsjahren geschwächten Kräfte unseres Voltes sich wieder zu voller Leistungs­fähigkeit entwickeln!

Reichskanzler Dr. Luther.

Vereitschast und Fähigkeit zur Arbeit".

,Gesundheit ist Lebensglück". Diese Wahrheit, die als Motto über der Reichsgcsund- heitswoche steht, sollte sich jedermann einprägen, denn Gesundheit ist die Voraussetzung fürs Le- bensglüct nicht nur beim einzelnen, sondern die ist auch eine wichtige Lebensbeöingung für die Gesamtheit und für den Staat.

Es ist erfreulich, dah sich in allen K r e i - s e n unseres Volles, ohne LInterschied des Stan­des und der Konfession die Ueberzeugung von der Notwendigkeit und der Bedeutung der Reichs- gesundheitswoche Bahn bricht. Alle sollen, hier mittun. denn schließlich beeinslußt die Gesund­heit eines Menschen und eines Volkes nicht nur deren äußere Kraft, sondern auch die Bereitschaft und Fähigkeit zur Ar­beit. Der Arbeitsprozeß aber ist eine wirt­schaftliche Angelegenheit, die das Wohl aller angeht. So führt die Gesunderhaltung unseres Dolles zur Belebung unserer Wirt­schaft und damit zur Erleichterung von den Lasten, die wir nach außen und innen zu tragen haben.

Ich wünsche, daß der Reichsgesundheitswoche ein voller Erfolg be.chieden sei, und daß sich unser Volk öfter so einmütig, zu einer das allgemeine Wohl betreffenden großen Sache bekennen möge.

Präsident des Reichstages Paul Lobe.

Gesundheitliche Verantwortung

Die Reichsgesuni.heitswoche soll ein gewal­tiger Gewissensap pell an jeden ein­zelnen werden, auf daß er sich seiner gesund­heitlichen Verantwortung nicht nur ge-

daß die Menschen im Staat der wertvollste Besitz sind. Daß alle Einrichtungen wirtschaft­licher, wissenschaftlicher, künstlerischer Art nur der Menschen, der Volksgenossen wegen vor­handen sind, das wird noch viel zu häufig verkannt und übersehen. Wirtschaftliche Ge- sichtspunkte namentlich geben oft da den Aus­schlag, wo biologische Rücksichten, d. h. die Be­lange der lebenden Menschen und die For­derungen der kommenden Geschlechter den Ausschlag geben sollten. Diese Rücksichtslosig­keit und Unklarheit prägt sich so recht darin aus, daß wir häufig auch in amtlichen Schrif­ten dem WorteMenschenmaterial"^ begegnen. Menschen sind kein Material, aber sie werden vielfach, wenn auch oft nur unbewußt, als solches angesehen. Menschen sind das höchste Gql eines Staates, darum sollten wir nur von Menschengut sprechen. Besonders möchte ick) dem Wunsche Ausdruck geben, daß kein Arzt in der Gesundheitswoche das unschöne und herabziehende WortMenschenmaterial" in den Mund nimmt.

Wenn wir die Hygiene in Ansehung der­jenigen Teile des Volkes an denen und für die Gesundheitspflege getrieben wird, ein­teilen, so kommen wir nach der geschichtlichen Entwicklung der Hygiene als Wissenschaft zu einer Dreiteilung. Wir unterscheiden zunächst die Hygiene schlechtweg, wie sie von Petten- kofer, Koch, Rubner, Flügge und anderen be­gründet worden ist. Sie hat das Ziel, mög­lichst viele Einzelmenschen unseres Volkes zu erfaßen, sie gesund zu machen ober zu er­halten.

gen über sich selbst und feiner Familie, sondern auch gegenüber dem Vaterlande bewußt und er Mitstreiter werde in dem gemeinsamen Ringen um die deutsche Volksgesundheit. Gesundheit ist Vorbedingung für volle Arbeitskraft und Arbeitsfreude, wie überhaupt für jede echte Lebensfreude. Rur durch vollwertige Leistungen aber, wie sie lebenskräftigen Völkern eigen sind, können wir den Wieder­aufstieg Deutschlands sichern.

Die Reichsgesundheitswoche soll ferner auch ein Mahnruf sein an alle behördlichen und pri­vaten Stellen, die die Volksgesundheit betreuen, daß sie trotz aller Rot und Schwere unserer Zeit nicht erlahmen in ihren Bemühungen um die Stärkung der Vollskrast und mit verdoppeltem Eifer sich für diese hohen Ziele einsehen.

Hygienische Durchbildung eines ganzen Volkes kann nicht in wenigen Tagen er­reicht werden. Dazu bedarf es jahrelanger hingebungsvoller Aus klär ungs- und Erziehungsarbeit, die indessen nur dann von Erfolg gekrönt sein wird, wenn der Samen der hygienischen Dolksbelehrung aus gu­ten Boden fällt: diesen Boden soll die Reichs» gesundheitswoche vorbereiten.

Unb so hoffe und wünsche ich, dah alle diejenigen, die sich jetzt mit den Behörden zu uneigennütziger Gemeinschaftsarbeit für die Reichsgesundheitswoche verbunden haben, auch fernerhin zusammen geschlossen bleiben, um die Saat, die in der Reichs­gesundheitswoche aufgegangen, weiter zu ent­falten. auf dah gesundheitliches Wif - f e n immer mehr zum Gemeingut unseres Volkes und immer mehr auch zur Richtschnur für ge- fundheitsmähiges Handeln jedes einzelnen werde.

Aus solcher Arbeit wird der Volksgesundheit und damit unserem ganzen Volke reichster Segen erwachsen.

Reichsminister des Innern Dr. Külz.

Eine wichtige Aufgabe der Sozialpolitik.

Erhaltung von Gesundheit und Arbeitskraft ist eine wichtige Aufgabe der Sozial­politik. Reue Gesetze verstärken den Schuh dieser Ledensgüter. Dadurch wird der einzelne aber nicht von der Pflicht der Selbstverantwor­tung und der eigenen Vorsorge befreit. Möge die Reichsgesundheitswoche diese Erkennt­nis verbreiten und befestigen!

Reichsarbeitsminister Dr. Brauns.

Als zweites Gebiet hat sich in ber neueren Zeit, bas ber sozialen Hygiene gebil- bet. Sie erstrebt bie gesundheitliche Hebung ber Lage ganzer Volksschichten, ja bes Volkes in feiner Gesamtheit, sie ist ein Hauptfelb für bie Betätigung ber öffentlichen Gesunbheits- pslege. Ihre Maßnahmen müssen großzügig sein, weil sie bie sozialen Schichten in ihrer Gesamtheit unb oft bas ganze Volk mit einem Schlage erfassen sollen. Die soziale Hygiene, so wie ich sie auffasse, paktiert nicht mit den liebeln, sie sucht nicht nur einzelne Auswüchse zu beschneiben und unschöne Erscheinungen aus bem Gesellschaftskörper bes Volkes in dunkle Ecken zu u-'rroeifen, fonbern sie erklärt ben liebeln, bie am Marke bes Volkes zehren, den Kampf bis aufs Mester; so will sie bie Volksseuchen z. B. an ihren Wurzeln aus- schneiden. Sie sagt nicht: es hat immer Ge­schlechtskrankheiten gegeben unb wirb immer welche geben, fonbern sie weist darauf hin, daß schon manche Seuche, bie unsere Vorfah­ren in Angst unb Schrecken versetzt hat, in unserem Lande zur Sage geworden ist, so die Pocken, die Pest, ber Hungertyphus. Aber sie verlangt vom Staate, baß er zugreift, baß er keine Mittel scheut, um burch solche Ganz­maßnahmen sein Volksgut zu wahren.

Auch ber jüngste Zweig ber Hygiene, bie Rassenhygiene, welche bie Zukunft ber tommenben Geschlechter sicherstellen will, hat ben Anspruch barauf, von Seiten bes Staa­tes jebe Sortierung zu erfahren. Sie will bie gefunden Familien vor bem Aussterben be­wahren unb eine Fortpflanzung von Minder-

wertigen, so von Geisteskranken unb Ver­brechern, verhinbern. Was nützt es bem brut­schen Volke, wenn es Wunder der Technik er­sinnt, unb boch einem schmählichen Untergänge entgegengebt, wie ihn einst bie alten Grie­chen unb Römer erlitten haben? Wir, ile wir in biefem Lande noch bie Trümmer ber Be­festigungen aus ber Römerzeit vor Augen haben, wir hoffen in erster Linie auf eine staatliche Förberung der Rasienhygiene.

Wenn bie Gesundheitswoche nicht nur auf ben einzelnen Mann unb bie cinMnc Frau aus bem Volke einen Einbruck macht, fonbern wenn sie vor allem auch bie Gewissen ber ver­antwortlichen Hüter bes Wohles ber Gemein« ben, ber Sänbcr unb bes Reiches schärft, bann wirb V. von großem Segen fein.

Keine falsche Spar'amkett!

Don Dbcrregierungsrat Dr. ® reger, Reichsgesundheitsoml Berlin.

Diele Menschen lernen den Wert ihrer Gesund­heit erst schätzen, wenn sie dies wertvolle Gut ver­loren haben. Erst dann kommen ihnen dir wirt- fdiaf tlicfccn Folgen des Zusammenbruchs in Gestalt von Aufgaben für Arzt, Apoiheler und Krankenpflege sowie in dem Verlust an Arbeitsein- kommen und Produktionskraft zum Dewußtsein.

Ebenso liegen die Dinge bei der Gemeinde und dem Staate. Einige Beispiele mögen dies erläutern.

Die Choleraepidemie, die während der Monate August bis November 1892 in Hamburg mberrscht hat, verursachte 16 956 Erkrankungen mit 5605 Todesfällen. Alle die wirtschaftlichen und see­lischen Opfer dieser Katastrophe hätten durch recht­zeitige Fertigstellung einer einwandsreien Wasser­versorgung vermieden werden können.

Aehnkich wie die Cholera kann auch der Unter­leibstyphus durch infiziertes Trinkwaffer ver­breitet werden. Die letzte große Trinkwasserepidemie hat sich in Deutschland im Jahre 1919 in der Stadt Pforzheim ereignet, wo unter einer Einwohnerschaft von nur 75 000 Seelen innerhalb weniger Wochen 4000 Personen an Typhus erkrankt sind. Don diesen sind 409 gestorben. Schon früher (1896) war hier eine ähnliche Epidemie mit etwa 900 Erkrankungen aufgetreten. Beidemal hat die mangelhafte Quellwasserleitung der Stadt, durch Jauche verunreinigt, die Masieverkronkungen hervorgerufen. Vergegenwärtigt man sich, daß jeder Tnphuskranke etwa fünf Wochen im Krankenhaus verpflegt werden muß, so kann man sich einen Teil derjenigen Sum­men errechnen, die hätten gespart werden können, wenn man die Kosten nicht gescheut hätte, recht­zeitig das Wasserwerk einwandfrei zu gestalten.

Der Gefamtverlust, den da- teutkfc Ra« tionalvermögen durch Tuberkulose jährlich erleidet, wird auf einen Br'rag geschätzt, der sich zwischen 1 und 2,3 Milliarden Dvldmark bewegt.

Aus gesundheitlichem Gebiete bedeutet aber die größte Derschwsndung an Arbeitskraft und Rationalvermögen das Auftreten von über­tragbaren Geschlechtskrankheiten.

Wenn man auch nicht so weit gehen soll, für Deutschland mit seinen 62 Missionen Ein­wohnern die wirtschaft lick'« n Schäden der Ge­schlechtskrankheiten nach Milliarden wie bei ter Tuberkulose zu berechnen: auf Hunderte von Millionen Goldmark belaufen sie sich sicher. Alle die'e Ausgaben erscheinen nur zu einem geringen Teil in einem Haushaltsplan te5 Staa­tes oder der Gemeinte,

Für den flüchtigen Beobachter find ebenso unsichtbar wie diese großen nationalen Der- luste die w rlschaftlichen Gewinne, die wir ter Vorbeugung verdanken. Sie erscheinen nirgends als Einnahmeposten, und dennoch müs­sen wir sie dankbar anerkennen.

In den Jahren 1871 und 1872 starben im Deutschen Reiche 162111 Menschen an den Pocken (Blattern!. Die Zahl ter Erkrankun­gen betrug l*/< Million. In den letzten fünf Berichtsjahren (19217925) bell es sich dagegen die Zahl der Poe'enerkrcnluvgen (Todesfälle) nur auf 639 (100), 215 (23), 17 (2), 16 (2) und 24 (9). Hier haben wir ein Beispiel dafür, wie es einer vorbeugenden Gesundheitspflege gelin­gen kann, eine gefährliche VvlkSseuche nahezu zum Verschwinden zu bringen.

Die ärztliche Wissenschaft hat längst die Waffen geschmiedet, um viele vermeidbare Krank­heiten auszurotten. Drr Erfolg ist lediglich eine Frage der Aufklärung, der Organi­sation und der vernünftigen Se.dwirtschast. Rur keine falsche Sparsamkeit! Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.

Die Technik auf der Frankfurter Frühjahrsmesse.

Don unserem nach Frankfurt entsandten tech­nischen Mitarbeiter.

II. (Rachdruck Derb.)

Während die Holzbearbeitungsmaschinen toie auch auf den früheren Wessen wieder recht zahl­reich vertreten waren, fehlten die Werkzeug­maschinen für die Metallbearbeitung fast voll­ständig. Lediglich ein paar in nächster Rähe Frankfurts ansässige Firmen hatten die Messe beschickt. Auf dem Stande von Friedrich Schmalh. G. m. b. H. in Offenbach a. M., ist außer im vorigen Herbst der schon erwähnten Sägenselbstschär,er und Spiralbohrerfchleifauto- maten auf den Lauer-Schrnalz-Kleinschleifmotor hinzuweifen, der für Werkbank- und Aufsatz- Echleifapparaten in Frage kommt. Diese viel­seisig ausgebildeten K einschle fvorrichtungen dürf­ten berufen sein, unentbehrliche Hilssmtttel für jeden Betrieb zu werden. Sie dienen als Tckch- ftationen, aus hangende Hand^chlersapparate oder auf Werkzeugmaschinen aufgesetzt zur Dor- nähme von sonst nur mit Speztal-Schlelfmascht- nen auszuführenden Arbeiten. 2lhre außer­ordentliche Vielseitigkeit macht sie be,anders für den Heineren Betrieb wertvoll. Der als Innen­stator und Außenläufer gebaute Motor ist beim Arbeitsgang niemals hinderlich, und die ^chley- täbet können bis auf den letzten Rest aufgeoraucyt werten. Bei Handschleifen liegen seine Hand­griffe axial beiderseits vom Schleifrad, was un­seres Wissens bisher bei keinem anderen Schleif- motor zu finden ist.

Bei den Holzbearbeitungsmaschinen ist zu bemerken, daß sich der elektrische Einzelantrieb wohl vollständig durchgeseht hat. Wir konnten nirgends mehr einen Riemenantrieb erblicken. Genau so ist festzustellen. dah die Verwendung der Echleisarbeit weiter zugenommen hat. Ein großer Forsichritt auf dem Gebiete der Ablang- und Querkreislägen^ ist die von Teichert & Sohn in Liegnih erstmalig ausgestellte Auslegersäge, die schwingende Pendelsägen sowie alle Quer­sägen vorteilhaft ersetzt und in Leistung weit übertrifft. Sie besitzt elektrischen Antrieb. Das Sägeblatt hat einen Durchmesser von 500 Milli­meter und sitzt direkt auf dem Motorwellen­stumpf. Man erreicht einen parallelen Schnitt von 125 Millimeter Höhe und 700 Millimeter Breite. Der Motor ist an einem Rol.ensupport befestigt, dessen Rollen in Kugellagern laufen, was eine spielend leichte Bewegung des Schlit­tens zur Folge hat. Durch eine federnde End- stellung des Supports wird jeder harte Schlag gegen den Ausleger vermieden. 51m ter Blatt» ausnuhung Rechnung zu tragen, befiht der Aus­leger Hoch- und Tiefverstellung mittels Handrad­spindel und Kegelrädern. Die Hochverstellung ist so weit ausgebaut, daß man in einen Längs­te lken auch Querschnitte schneiden kann. Der Motorstumps ist zur Ausnch ne von Sägeblat.ern, Schlitzscheiden oder Anschlagmefsern verlängert. Man kann also auch breite Querschlitze aus- schlagem Vermittels der Schwenkbarleit um die Säule ist man in der Lage, Gehrungen ge­nauestens nach Slala zu schneiden. Die neue Ausleger äge dürfte für alle Tischlereien große Vorteile bieten und wird sich ohne Zweifel rasch verbreiten.

Die Griesheimer Autogen-Terkaufs-G. m. b.H. in Frankfurt a. M. zeigte u. a. ihre Apparate zur autogenen Aluminium - Schweißung. Während früher die Aluminium-Schweißung wegen des sich bildenden A.uminiumoxybs keine brauchbaren Ergebnisse zeigte, hat Griesheim durch fein paten­tiertes Verfahren diese Schwierigkeiten restlos überwunden. Wir sind heute mit diesen Appa­raten in der Lage, einwandfrei jedes Aluminium schweißen zu können.

Auf einem umfangreichen Stand gab die Wäschereimafchinensabrik Rumsch & Hammen in Forst i. L. ein interessantes Bild einer modernen Wäschereianlaoe. Die gezeigten Waschmaschinen, Zentrifugen, Dampf- und Wuldenmangein, die Plättpressen und Bügelmaschinen wurden im Be­trieb vorgesührt und gaben einen Beveis dafür, daß sich auch weitestgehende Mechanisierung vor­teilhaft durchgesetzt hat. Ebenso geht es mit dem Aufbügeln von Kleidern. Es ist noch viel zu wenig bei den Schneidern, Färbereien ufto._ be­kannt, welche enormen Vorteile eine Bügel­maschine bietet. Außer der vielfachen Leistung wird auch eine Qualität des Bügelns erreicht, wie nie bei der Handarbeit möglich ist.

Mit Recht finden die fleinen Eis- und Kältemaschinen in den dafür in Betracht tom­menben gewerblichen Betrieben und auch im Haushalt immer mehr Verbreitung. Wie in so vielem, ist auch hier in dem Elektromotor ein Anwendungsgebiet gesunden. Wir sahen u. a. den Olutoirigor der Efcher-Wyh-Werke in Lindau, der eine vollkommen automatische Kältemaschine für Lebensmittelgeschäfte, Restaurants, Cafes, Konditoreien, Haushaltungen usw. ist. Seit län­gerer Zeit sind schon in den meisten Detail­

geschäften Schnellwagen anstatt der umständlichen Gewichtswagen im Gebrauch. Ein wesentlicher Fortschritt sind nun die Schnellwagen, welche auch gleichzeitig sofort den Preis der auf der Wage liegenden Ware, entsprechend ihrem Ge­wicht, berechnen. Dadurch wird dem Verkäufer eine leicht zu Fehlern Anlaß gebende Arbeit weggenommen, und er kann bei großem Andrang rascher bedienen, wodurch toieter an Personal ge­spart wird. Bei den Rapid - Sek nellwagen mit Preisanzeiger (Srciber.er Wagenbau D m. b. H.) kann der Preis der auf der Wage liegenden Ware für einen PfundpreiS von 0,60 bis 2,20 Mk. sofort abgelesen werden. Restaurateure dürfte es interessieren, daß ein Bierleitunssrrinigungs- apparatRorea" (Hamburg) vorge'ührt wurde, mit dem man die Bierleitungen ohne jegllchen Verlust an Bier oder SiS sauber halten kann. Der ParfümautomatFavorit" dürste einem rech­ten Bedürfnis entsprechen. Der Automat gibt auf billige Weife die Möglichkeit, fich für wenige Pfennige entsprechend zu versehen.

Auf dem Gebieie der Baumaschinen war eine sehr beachtenswerte Steuerung erstmalig zu sehen. Es ist dies der von 3of. Vögele Mannheim. 21.-©. hergestellteJäger-Mischer", der sich in Cornertla und in England schon in vielen Zehntausenden von Maschinen bewährt hat und ohne Zweifel dazu beiträgt, daß bie Baukosten vermindert werden. Eine eigenartige Stellung unb Form der Mischtrommel unb bie fest in blefe eingebauten Mischschausein erzielen in lürzesler Zeit Mischun­gen von hervorragenber Qualität. Ferner baut Vögele mit bem Jäger-Mischer Straßenbetvn- maschinen zur Herstellung von Betoirstraßen.