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zungen gehen bis zu 10 Milliarden Mark) zu beziffernden Vermögensverluste Englands auch in der Weltwirtschaft bemerkbar machen müssen, >ci es in einer gewissen Schwächung tat eng­lischen Wirtschaftskraft, sei es in den Arbeiten, die zum Wiederaufbau erforderlich sind.

Aeuzulassungen zur Frankfur­ter Börse. Zur Frankfurter Börse wurden nunmehr zugelassen die 21 Millionen neuen Stammaktien der H a p a g. Zulassungsantrag zur Frankfurter Börse wurde gestellt für die acht Millionen Goldmark Iprozentige Teilschuldver­schreibungen der M a in r ra f t w e r k e AG- Höchst a. M. Diese sind zum Nennwert bis 1961 rückzahlbar. Bom Oktober 1927 ist eine ver­stärkte Auslosung und Gesomtkündigung zulässig.

Dörlevwrle.

Frankfurt a.M

Berlin

Schlug

' 1-Uhe-

Schluh.

sLafaug

fluro

Kur,

«ar»

ttur*-.

Datum:

15. 12.

16. 12.

15. 12.

' 16- 12.

£>% Deutsche Reichsanleihe .

0.7525

1 0.76

0.7425

_

V'f Deutsche Reichsanleihe .

0.686

0,6875

_

B'/A Deutsche Reichsanleihe

0,69

3% Deutsche RcichSanleide . Deutsche Sparprämienanleihe

0.78

0,45

0.77 0.4275

4% Preußische Sonfoti . . .

4% Hessen...........

0,68

-

0.70

0.69

3V»6/» Hessen..........

1

0,73

3% Hessen...........

0,66

Deutsche Denk». Dollar Anl-

100

99,85

1 ________

dto-Doll.-Schav-Anweisng. .

1

4% äjollturlen.........

i 16.4

16.4

16.3

5% Goldmertkaner......

1 43,ö

1 -

42,75

Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Pnvat-Bank.

265

1 268,5

268

270

l»7

207,75

196,5

1 2'2

Darmst. und Nalionakbank .

£18

1 255,5

251

256

Deutsche Bank.........

«78

178.5

ISO

DiSlonto Commandit ....

168 25

171,5

169.25

170

Dresdner Bank........

157

158.25

MctaUbank...........

168.5

171,5

168.75

170.5

Mitteldeutsche Kreditbank. . Oesterreichische Lreditanstalt.

144

144.75

7.35

_

7,4

e-.

Reichsbank..........

159.25

160

145,5

Bochumer Guß........

167

167

168,5

BudcruL............

104.25

106,5

106,75

106,5

Coro..............

Deutsch.Luxemburg......

167,25

2

167.75

168.25

(Gelsenkirchener Bergwerke. .

169

168.5

169

Harpencr Bergbau......

Kaliwerke Aschersleben. . . .

»8-1

139

142,75

181.62

139.75

182

141.9

.staliwerk Westeregeln.....

153

152.75

151.5

156

Laurahütte...........

72.75

75

74

74

Mannesmann.........

190.12

189

189.25

190

Mans'eldcr...........

130

129 25

132 5

Obcrbedars...........

106.25

109

109.5

Phönix Bergbau.......

125

126

125

126,5

Rheinische Braunkohlen . . .

235

235

236

Rheinstahl...........

Riebeck Montan........

191.75

191,5

190.25

191.5

176 75

174.5

176,5

176

Tellus Bergbau........

101

-

Bereinigte Stahlwerke....

144 6

144.5

144,25

Hamburg Amerika Paket. . .

Norddeutscher Lloyd.....

169.25

165,75

168.5

165,5

163,25

164,9

163

Cheramische Werke Albtu . .

95.25

_

ftementwerk Heidelberg . . .

125

126,25

Philipp Holzmann......

158

153

159,75

Anglo Cont Guano.....

107

_

Chemische Mayer Sklavin. . .

_

Goldschmidt. ......

140

140

139

140,25

Holzverkohlung........

70

fr G Karben-Industrie. . .

309.8

.07

308.5

307,5

Rütgerswerke..........

129

130.5

129

129.5

Scheideanstalt . . ......

168

172

Lkllg. Elektrizitäts-Gesellschaft

156 5

158,5

157.9

158,5

Bergmann...........

152,5

El.ktr. Lieferungen......

148.6

146,25

149

Licht und straft........

153

155

152,25

151

Mainlraitwerke...... .

112

Schlickert............

157.75

158

.56,75

156.25

Siemens <fc Halske......

190

191.5

193.5

Adlcrwcrke stleyer......

105

106.5

104.75

105,5

Daimler Motoren.......

83 75

83,75

84,75

82,25

Heyligenstacdt.........

37,5

Mcgni».............

50.5

_

51,62

Mannheimer Motoren ....

35.4

frankfurter Armaturen . .

16 1

.stonscrvcnsabrik Braun . .

58 '

Mctallgescll chast Frankfurt.

170 1

174

Pct. Union A.-G........

118.5

-

118.5

Schuh'adrik Herz . .

58-

58.25

-

Sichel..............

4,5

Zell stoss Aschaffenburg ....

Zcllston Wnldhos.......

144,25

<25

146

227.5

142.9

2-4.4

226.5

Zuckerfabrik Frankenthal . .

Zuckerfabrik Waghäusel . . .

101.5

126.75

126.25

102

126 '

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

Telegraphische Auszahlung.

Banknoten.

15. Dezbr.

16 Dezbr.

Amtliche Geld

Roll rung Briei

Amtliche Rotierung

tSeld

Brief

Amst-Roli

167,87

188,29

167,83

168,25

Bucn.-Aire^

1.717

1.721

1.718

1,722

Brss.-Antw

58,39

58,63

58.39

58,53

Chnstianio

106,02

106.28

105.79

106.05

Kopenhagen

111,86

112,04

111.79

112,07

Stockholm

112,14

112.42

112,12

H2.40

HclsingsorS.

10,557

10,597

10,557

10,597

Italien. . .

18.62

18 67

18,88

18,92

London. . .

20,358

-'9,408

20,363

20.413

Neuvork . .

4.197

1.207

4,1955

4.2055

Parts...

16,57

16,70

16,85

16.89

81,32

Schweiz . .

61,14

bl.34

61,12

Spanien .

64,04

64,3'1

63.69

64,15

frapan . . . IHlo be fran Wien in D--

2,045

2.049

2,055

2.059

0.94

1.26

9,495

0.497

Lest, abgest

69,17

59,31

59,18

69,22

Prag ....

Belirad .

12,43

>2,47

12,424

12,461

7,402

7.422

< .395

7,415

Budapest. . Bulgarien

o,867

5.887

3,875

o,895

3.032

3.042

3,032

3,042

Lissabon . .

21,575

-1,625

21.495

21,545

Danzig. . .

bl,47

81,67

81,47

61,6/

Konst tfitin.

2.112

2.125

2,115

2,125

Athen. . .

5,34

5,36

5.34

Canada .

4.191

1,201

4.191

4.201

llru uan . .

4.250

4.265

4.25

4,26

Cairo . . .

20.889

20.941

20.88<

20,941

Berlin, 15 Dezbr

Geld

Briet

Amerikanische Note«.....

Belgische Noten........

Dänische Noten..... . .

Englische Noten........ Französische Noten......

Holländische Noten...... frlalirnische Noten......

Norwegische Noten......

Deutsch Lesterr., 5 ioo Kronen Rumänische Noten......

Schwedische Noten......

Schweizer Noten.......

Spanische Noten.......

Tschcchoilowakische Noten . , Ungarische Noten.......

4.187

58,40

111,67

20,32

16,75

167,50

18.6?

105,7-i

59.02

2.-0 111.82

-1.06

64,05

13,41

4,207 58,70

112,13 20,42 16,83

168,34 18,77

106,30

69,32

2,24 112,38

81.46 64.07 12.47

Frankfurter Börse.

(Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeiger-".) Frankfurt a.M., 16. Dez. Tendenz: un- emhei.ltch, Spcz.alaecte fest. Die Effektenbörse wurde heute von Spezialbewcgungen ge­tragen, die bereits gestern Abend in Erschei­nung traten. Bevorzugt waren Commerzbank, die durch den Berkaus des ihr gehörenden Pas­sage-Kaufhauses in Berlin neue Barmittel in Höhe von 7 Mill. Mk. erhielt. Außerdem ver­weist man aus das relativ niedrige Aktienkapital. Commerzbank setzten «in Prozent höher ein und stiegen im Verlaufs rasch um weitere 5 Prozent. Daneben blieben Darmstädter achucht, ebenfalls auf das niedrige Aktienkapital n, und konnten sich um 5,5 Prozent befestigen. Am Montan- markt hielt die Nachfrage nach Stahlvereins. Aktien an, die trnfct 145 Prozent er­

öffneten, wobei hauptsächlich Termin- Deckungen noch mitspielten. 3m übrigen lagen Montanaktien eher schwächer. 3n Verbindung mit 3. - G. - Farben verloren Rheinstahl 2 und Riebect 1 Prvz. Kaliaktien lagen im Hinblick auf die bevorstehende endgültige Ratifizierung! des deutsch-französischen Kaliavlommens fest. Westeregeln 152,75, Aschersleben 142,75 Proz. Die Werte der Metallbankgruppe zeigten zunächst uneinheitlich: Haltung. Elektro- a k t i e n schwächten sich zumeist ab. Widerstands- fähig blieben die Aktien der Siemens-Gruppe. Schlickert plus 1,5 Pro,z. Am Chemiemartt wurden 3.-G.-Farben von der Spekulation nach wie vor vernachlässigt und Letzten rund 3 Proz. niedriger ein. Bon A u t o a k t i e n lagen Kleher, in denen wieder starke Berliner Käufe auftraten, weiter fest (plus 3,5 Prozent) da- gegen Daimler abgeschwächt (minus 1,25 Prozent), da in diesen Werten die Rückdeckun- gen der Leerverkäufe beendet zu sein scheinen. Baustvffaktien gut behauptet. Süddeutsche Zuckeraktien unverändert. Am Renten­markt bröckelten die Kurse leicht ab. Schutz­gebiet 15,4, Ablösungsanleihe 324. Auslän­dische Renten zeigten keine wesentlichen Ber- änderungen. Anatolier I 315/8, Anatolier II 30,5. Der Freiverkehr blieb still. Growag 69, Ufa 34 Prozent. 3m weiterer! Verlaufe trat, ausgehend Dom Montanmarkt, eine größere Geschäftsbelebung mit ausgesprochen f e st e r Tendenz ein. Mannesmann 196. Stahl­verein 145,5, 3. G. Farben 310,5 rozent. Am verein 145.5, 3. - G. - Farben 310,5 Prozent. Am geld 6, Monatsgcld 6,25 bis 6,75 für erste Adressen und 8 bis 8,5 Prozent für zweite Adressen. 3m Devifenverkehr waren wesentliche Veränderungen nicht zu verzeichnen. Mailand fester mit 103,25 gegen London. Lon­don-Kabel 4,8525. Die Reic^mark stellte sich gegen Kabel auf 4,2020 und gegen London auf 20,3925.

Berliner Börse.

Berlin, 16. Dez. Während vormittags noch mit einem freundlichen Verlaufe der Börse ge­rechnet wurde, brachte bei Beginn des Verkehrs ein Kurseinbruch in Kanada-Shares eine unerfreuliche Erscheinung. 3m Freiverkehr gab das Papier nach dem gestrigen Schluhkurs von 85,25 sprungweise auf 65 bis 67 nach. Der Vorgang wirkte sich natürlich auf die allgemeine Tendenz verstimmend aus. Die Llnternehmungs- lust ließ erheblich nach, und es kam zu neuen Kursschwankungen, die nach beiden Sei­te!! durchschnittlich 0,5 Prozent betrugen. Ver­hältnismäßig freundlich notierten Montan- und Elektrowerte, sowie ein großer Teil der Nebenwerte. S ch i f f a h r t s a k t i e n brök- kelten dagegen leicht ab, auch Chemiewerke gaben nach. 3. G. Farben 307,5 Prozent. Am Terminmarkte wurden heute die Aktien der Vogt- ländischen Glanzstoff-Werke, Th. Goldschmidt A.-G. und des Essener Steinkohlenwerkes neu eingeführt. 3n Da nlaktien entwickelte sich lebhafteres Geschäft. Darmstädter und Commerzbank konnten um je 4 Prvzeirt anziehen. Dir übrigen Werte dieses Gebietes hatten Kurs­besserungen von 1 bis 1,5 Prozent aufzuweisen. Heimische Renten ruhig und vorwiegend behauptet. Am Geldmarkt blieb Tagesgeld immer noch stark gefragt zu 5 bis 6,5 Prozent. Monatsgeld war zu 7 bis 8 Prozent stark ge­sucht und sehr schwierig zu haben 3m De­visenverkehr sind keine bedeutenden Ver­änderungen zu verzeichnen London gegen Kabel leicht befestigt. Die Reichsmark stellte sich gegen Kabel mit 4,2030 etwas schwächer.

Frankfurter (Äetrcidebörfc.

Frankfurt a. M., 16. Dez. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 29 bis 29,25, Rog­gen, inländ. 24,25 bis 24,50, Sommergerste für Brauzwccke 24,50 bis 26,50, Hafer, inländ. 19 bis 19,50, Mais (gelb) 19,50, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 40,50 bis 41,50, Roggenmehl 35 bis 36, Weizenkleie 11,75, Roggenkleie 12. Tendenz stetig.

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 15. Dez. (SH.) Auch heute zeigte sich im Berliner Produktengeschäft keinerlei Be­lebung. Die Tendenz, die am Vormittag Nei­gung zur allgemeinen Befestigung zeigte, war bei Beginn des amtlichen Verkehrs unentschieden. Die Zurückhaltung des 3nlandes bei der Abgabe von Offerten dehnt sich aus, während andererseits das Ausland in seinen Forderungen williger bleibt. 3nt Lieferungshandel trat etwas Deckung für Dezember-Weizen hervor, so daß der erste Kurs 50 Pfennige höher eröffnete, Frühjahrs- inonate bis eine Mark niedriger. 3n Roggen war die Tendenz bei gleichfalls kleinem Angebot ziemlich behauptet, März etwas höher. Von Futtergctreide ist Gerste bei sehr hohen Forde­rungen verkäuflich, in geringen Sorten dagegen kaum abzusehen. Aehnlich ist die Lage für Hafer. Mais behauptet, bei ansehnlichen Hmsähen. Dec Mehlabsah ist nach wie vor sehr schleppend. Cs notierten (1000 Kilogramm): Weizen, mär­kischer, 268 bis 270 Mark: Roggen 232 bis 237: Sommergerste 217 bis 245: Wintergerste 192 bis 205: Hafer, märkischer, 175 bis 185; Mais, loco Berlin 195 bis 199; (100 Kilogramm): Weizenmehl 35 bis 38; Roggenmehl 32,25 bis 34,50; Weizenkleie 13; Roggenkleie 11.80 bis 12; Vikloriaerbscn 54 bis 61; kleine Eveiseerbsen 32 bis 34: Futtererbsen 21 bis 24; Peluschken 20 bis 22; Ackerbohnen 21 bis 22; Wicken 22 bis 24; Lupinen, blau, 14 bis 15; Lupinen, gelb, 14,50 bis 15; Serradelle, neu, 20 bis 22 50- Rapskuchen 16,20 bis 16.30; Leinkuchen 21 bis 21,30; Trockenschnihel 9,60 bis 9.80; Soyaschrot 19,30 bis 19,90; Kartoffelflocken 26.60 bis 27 Mark.

Frankfurter Schlachtvichurarkt.

Frankfurt a. M., 16. Dez. Auftrieb: 90 Rinder. 1450 Kälber, 585 Schafe. 809 Schweine Kalber: Beste Mast- und Saugkälber 76 bis 80, mittlere ONast- und Saugkälber 68 bis 75 geringe Kälber 60 bis 67. Schafe: Qliaft» lämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 40 bis 43. mittlere Mastlämmer, ältere Mast­hämmel und gut genährte Schafe 34 bis 39 fleischiges Schafvieh 30 bis 33. Schweine- Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 76 bis 77, vollfleischige Schweine von ca. 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 76 bis 77, von ca. 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 76 bis 78. von 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 75 bis 77. fleischige Schweine von ca. 120 bis 160 Pfund Lebend­gewicht 72 bis 75. Marktverlauf.- Kälber bei anfangs lebhaftem, später abflauendem, Schafe bei regem Handel ausverkauft. 3n Schweb nen langsames Geschäft und Heberstand.

Buntes Allerlei.

Gespenskerbäome.

Ein in unseren forstlich so sorgsam gepflegten Wäldern seltenes Naturschauspiel erleben zur Zeit die Wanderer, die sich in den Kiefernwäldern der Umgebung Berlins verspätet haben. Bald nach Eintritt der Dunkelheit beginnen einzelne Stämme in einem unwirklich anmutenden. milchig phosphorcfzierenden Lichte zu strahlen, fo daß man bei völliger Dunkelheit ihre Llrnrisse auf weite Entfernungen scharf abgezeichnet erkennt! Diese Erscheinung ist eine Folge des großen Zchrleulcn-Raupenfraßes, der vor zwei Fahren die Kiefernwälder Ostdeutschlands bis in die Mark hinein verwüstet hat. Diele kahl geftessene Stämme, die man noch zu retten hoffte, sind inzwischen abgestorben. Der Specht und das Wet­ter haben die Docke abgeschält, und auf dem Dast. der das tote Holz mit einem dünnen Heberzug bekleidet, haben sich Pilze angesiedelt, welche das gsspensterhafte Leuchten Hervorrufen, wie man es sonst gelegentlich in hohlen Kopf­weiden und an in Mooren lagernden Holzstücken beobachten kann. Unzählige Sagen der Ver­gangenheit sind ja durch solche Erscheinungen veranlaßt worden, und man kann annebmen, daß derartige Bäume früher in den deutschen Wäl­dern bei nächtlichen Wanderungen in so großer Zahl zu beobachten waren, daß sie wohl geradezu zum Bilde des unheimlichen Waldinneren gehört haben mögen. Don ihrer Wirkung auf ängstliche Gemüter kann man sich einen Begriff machen, wenn man sie in größerer Menge zu Gruppen vereinigt sieht, wie man es jetzt besonders gut im staatlichen Forst von Erkner in dec Nähe von Hvhenbinde beobachten kann. Hebcigens leuch­ten sie nicht an allen Abenden gleichmäßig kräf- tig, sondern der Grad der Phosphoreszenz scheint vom Welter abzuhängen. lind zwar benötigen die Leuchtpilze augenscheinlich einen gewissen Grad von Luftfeuchtigkeit, der aber nicht zu stark sein darf, denn bei trockenem Wetter geht die Erschei­nung ebenso zurück wie bei anhaltendem Regen. Trockener Frost bringt sie zeitweilig zu voll­kommenem Erlöschen. Wahrscheinlich wird das in unseren kultivierten Forst gebieten so seltene Naturschauspiel nicht sehr lange zu sehen sein. Die diesjährige Auslichtung hat in den meisten Förstereien begonnen und wird wohl im Laufe dieses Winters mit sämtlichen Gespensterbäumen der Groß-Berliner Wälder aufräumen.

Tttifj Sherlock Holmes.

Die englischen Polizeibehörden haben be­schlossen, die Zahl der weiblichen Detektive zu vermehren, und so eröffnet sich der englischen Frauenwelt eine neue aussichtsreiche Laufbahn. Die Nützlichkeit der Frauen im Sicherheitsdienst hat sich als sehr groß erwiesen, und man will daher allmählich die weiblichen Polizeimannschaf- len in ihren Rechten und Pflichten wie in ihren Bezügen den männlichen gleichstellen. Miß Sher­lock Holmes, die das schwierige Amt eines Detek­tivs ausübt, wird aus der weiblichen Schuhmann- schast ausgewählt, die den allgemeinen Sicher- heits- und Fürsorgedienst versieht. 3hre Aus­bildung ist ziemlich langwierig. Sie hat zunächst eine Prüfungszeit von etwa einem 3ahr durchzu­machen, in der sie die notwendigen Kenntnisse der Polizeiordnung und der Rechtsvorschriften erhält. Dann wird sie mit einzelnen Sonderausgaben be­traut und in verschiedenen technischen Dingen ausgebildet, wie im Fingerabdruck-Nehmen, in der Photographie, im Verfolgen von Spuren usw. Der weibliche Detektiv ist bisher hauptsächlich bei der Verfolgung und Aufklärung von Verbrechen verwendet worden, die von Mitgliedern des eige­nen Geschlechtes begangen wurden, aber man hat jetzt das Tätigkeitsgebiet von Miß Sherlock Holmes bedeutend erweitert, da man gefunden hat, daß sich auch in anderen Fällen Frauen bis­weilen besser bewähren als Männer. Der Typ, der sich zur Detektivin eignet, wird in einer offi­ziellen Mitteilung umschrieben:Nicht die essig­saure alte 3ungfer oder die Fanatikerin in mitt­leren 3ahren, sondern die junge, freundliche Frau, die ihren Menschenverstand und ihre Herzensgute für das Schicksal ihrer Schwestern anwendet." Die Detektivin muß von der Pike an ihre Lauf­bahn beginnen; sie hat zunächst Patrouillendienst, wird dann in der Fürsorge beschäftigt, und wenn sie ihre Ausbildung vollendet hat, vielleicht auch über Universitätsbildung verfügt, dann kann sie es auch zu den höheren Stufen des Polizeioffiziers bringen.

Büchertisch.

Günther H. Wahnes: Freund­liches Begegnen. Goethe, Minchen Herz­lieb und das Frornrnannsche Haus 272 Seiten 8°, 32 Bilder auf Tafeln. Leinen 6.50 Mk. Fr. Frommanns Berlag, Stuttgart und 3ena. Neben ihrem dichterischen und philosophischen Schaffen führten die Großen der klassisch-roman­tischen Epoche ein bürgerlich-menschliches Dasein, in dem ihre Geistigkeit ihren menschlich-erfreu­lichen Niederschlag fand. Einen Sammelpunkt solch gehobenen Lebens bildete u. a. das Haus des Buchhändlers Frommann. Außer Goethe, der der Familie in naher Freundschaft dauernd verbunden war, gingen dort Hegel, Tieck, 3ean Paul, Schelling, Schlegel und viele andere ein und aus, die alle in persönlichen Aeuherungcn oder in Briefen die frohe Freizügigkeit, die ur­bane Gastlichkeit der Familie Frommann rühm­ten und ihr ein dankbares Erinnern wahrten. Die freundschaftlich-herzliche Zuneigung, die Goethe zu Minchen Herzlieb trug und die ihre Gestalt in den 17 Sonetten, in der Ottilie der Wahlverwandtschaften fand, bildet den zarten Unterton der Schilderung dieser Zeit. Ungewollt ist bas Buch ein Loblied auf das Rutsche Bürgerhaus geworden. Das Buch ist auch das Zeugnis einer Zeit, die wie die unsere voll äußerer Not und Bedrängnis war und die es trotzdem über sich gewonnen hat. das Geistige über das Materielle zu stellen und deshalb in mehr als einer Hinsicht uns Vorbild ist. 837

Als Zweig des bekannten Volksverbands der Bücherfreunde (Wegweiser Verlag G. m. b. H. Berlin-Charlottenburg 2) tritt nun die Welt- geist - Bücher - Derlagsgesellschaft mit einer Reihe wertvoller, gut ausgestatteter und dabei recht billiger Werke an die Öffentlichkeit. Die Auswahl umfaßt alle Literaturen der Welt und trifft jeden Geschmack. Auch aus denGeisteswissen- schakten sind schon wertvolle Einzelschristen er­schienen. Die erzählende Literatur erfreut sich be­sonderer Pflege. So liegen uns von nordischen Dichtern Werke von Geijerstam. Hallström und Lie vor, die moderne deutsche Literatur ist ver­treten mit VickiBaum, Hegeler. Isolde Kurz, Ornpteda, Schlaf u. a. Don Franzosen bemerkt man Novellen von Zola und Dalzac, Reiseskizzen

von Loli, von älterer deutscher Literatur sind be­sonders Storm, die Schweizer Gotthrlf und Kel­ler, Mörite, Hoffmann und die Francois ver­treten. Die schmucken Dändchen dürften sich auch zu Geschenlzwecken vorzüglich eignen. 795

Wilhelm 3äger, Kriegeslärm und W a l d e s st i l l c. Ein Zeitbild aus dem 17. 3ahrhundert. herausgegeben von Karl Essel­born. Heppenheim a. d. Bergstraße, Ekkehart-Ver­lag 1926. 3m Nachlaß unseres auch sonst als Erzähler hervorgetretenen oberhessischen Lands­manns Wilhelm 3äger (geboren 1822 in Schlitz, gestorben 1892 in Darmstadt) fand für die Ge­schichte von der Liebe des Kupferstechers Felix Druckenstein zu feiner Vase Susanne, der Tochter des Damastwebers und Ratsherrn Matthias Hor­nung zu Worms. In sie verwebt ist die Zer­störung von Worms im 3ahre 1689 und die Ver­wüstung der Pfalz durch Ludwig XIV. Bei der Anschaulichkeit der Schilderung der geschichtlichen Vorgänge und der warmen, zu Herzen.gehenden Darstellung von Menschenliebe und -leid war es kein übler Gedanke Esselborns, auch jetzt noch die Erzählung zu veröffentlichen. 3hr schlichter, ge­mütvoller Ton macht sie besonders geeignet zum Volksbuch und zur Lektüre für unsere Heranwach­sende Fügend. Ein Abriß des Lebensganges des Verfassers und ein äleberblick über die zugrunde liegenden geschichtlichen Ereignisse vom Heraus­geber erleichtern das Verständnis wesentlich 3ns- befonbere_ für die erwähnten Kreise sei das vom Verlag hübsch ausgestattete Werk als Weihnachts­gabe warm empfohlen.

3n der BücherreiheDeutsche Stadt Deutsches Land", die Erich Kohr er seit einigen 3ahren herausgibt (in der Deutsch«L Verlags- Aktiengesellschaft. Berlin W.9). ist alS Band 13 em Werk überDas Land Hessen seine Entwicklung und seine Zukunft" erschienen. DaS Buch, dem Staatspräsident Ellrich ein Geleitwort auf den Weg mitgab. legt in einer Reihe von Aufsätzen und Bildern entschieden Zeugnis für den deutschen Charakter des Landes Hessen ab, dec in mehreren Aussätzen zielbewußi und klar betont wird. Nicht minder deutlich tritt die kul­turelle und wirtschaftliche Verbundenheit mit dem gesamten Deutschtum und dem Reich in Erschei­nung, und die Bedeutung, die die hessische Wirt­schaft im Gesamtbild der deutschen Wirtschaft für sich in Anspruch nehmen darf. Dem Herausgeber ist es gelungen, die kompetentesten und sach'undig- sten Mitarbeiter auf allen Gebieten zu gewinnen. Von den allgemeinen Aussätzen sind die Arbeiten überHessenland - Deutsches Land" von Direk­tor Dr. Dieterich, überKulturleben in Hessen" von Oberregierungsrat Henrich, überHessische Dildungsanstalten" von Ministerialrat Dr. Löhlein, überHessische Museen" von Ge­heimrat Dr. Back, überDie Kirchen in Hessen" von Geheimrat Walbe. überBur­gen und Schlösser" von Prof. Bronner, und Museen" von Geheimrat Dc. Back, überDie Kirchen in Hessen" von Geheimrat Wald«, über Burgen und Schlosser" von Prof. 'Bronner, und über die eigenartigen Mundarten von Prof. Dr. Hans Reis besonders erwähnenswert. Weinbau, Weinhandel und die 3ndustrie in Hessen kommen nicht zu kurz und werden in einer Reihe von sachkundigen Artikeln behandelt. Dr. Hamann schildert die Bedeutung dec Landwirtschaft in Hessen, Oberforstrat Dr. Urstadt führt den Leser in die hessische Forstwirtschaft ein. 3n einer Reihe von gut illustrierten Aussätzen werden die größeren hessischen Städte behandelt. Darmstadt. Bingen, Gießen. Mainz, Nauheim, Offenbach und Worms, nach allen Gesichtspunkten sowohl nach ihrer kulturellen 'Bebüutung wie nach ihrer geschichtlichen Entwicklung, das Bild der Städte wie ihre wirtschaftliche Arbeitsleistung. Von be­sonderem Reiz sind einige Aufsätze, die die vielen markanten kleinen Städtchen des hessischen Staatsgebietes behandeln. Mehr als 150 Abbil­dungen, teilweise ganzseitig, und einige Kunst­beilagen geben allen diesen Aufsätzen vertiefte Wirkung und erhöhen das 3ntereffe. 823

Das von Professor Loceh gegründete Handbuch der Forstwissenschaft, das der bekannte Freiburger Professor HeinrichWe­ber soeben in vierter verbesserter und erwei­terter Auslage im Verlag der H. Laupp'schen Buchhandlung in Tübingen herausgibt, schreitet rüstig fort. Mit den soeben vorliegenden Lie­ferungen Nr. 21 und 22 hat der erste Band seinen Schluß erhalten. Er umfaßt in sechs Ab­schnitten Grundlegung, Gliederung und Methode der Forstwissenschaft, die Bedeutung des Waldes und die Aufgaben der Forstwirtschaft, Wald- schonheitspflege. Forstliche Standortslehre, Forst­zoologie und -botanif. Für die Bearbeitung sind, wie seither die führenden Fachleute der deutschen Forstwissenschaft gewonnen, so daß das Hand­buch auch in dieser neuen Auslage das unent­behrliche Hilfsmittel für den Forstwissenschaftler sowohl, wie für den Mann der Praxis, nament­lich natürlich auch für die Studierenden unserer Hochschule bilden wird.

Die Ku n st", Monatshefte für bildende Kunst. (Berlag F. Bruckmann, München). DaS Dezemberheft beginnt mit einer Veröffentlichung über die tiefe gedankenvolle Kunst des Dänen Edvard Muno), der dieses 3ahr in den großen deutschen Ausstellungen in umfassenden Kollek- Brachert, Radierungen von höchster Delikatesse tionen vertreten war. Schöne Plastiken von H. von F. Heubner schließen sich an. Als Proben künstlerischer Landlchaftsphotographie sind herr­liche Blätter aus dem Brückmannschen Sizilien- Werk von P. Hommel und Hugo v. Hofmannsthal wiedergegeben. Folgt ein Aufsatz über die wun­dervolle, eines dec ganz seltenen künstlerischen Ereignisse darstellende Gartenbauausstellung der Dresdner 3ahresschau; köstlich unter den vielen Abbildungen, besonders der Brunnen von Poel- zig. Dem zeitgemäßen ThemaBilliges Bauen" ist der Aufsatz überDas Haus des geistigen Arbeiters" auf der Düsseldorfer Ausstellung ge­widmet, dec in Gießen besonders internie­ren wird, da dec Bau als Heim eines hiesigen Professors hier seinen endgültigen Standort er­halten soll.

Rundfunk-Programm.

Freitag, 17. Dezember.

3.30 bis 4: Die Stunde der 3ugend. 4.30 bis 5.45: Hausfrauen-Nachmittag. Programm u. a.; ODie deutsche Dichter Weihnachten feierten, Vortrag von August Kruhm. 5.45 bis 6.05: Die Lesestunde. 6.15 bis 6.45:Theaterkritik, Theater. Publikum", Vortrag von Dr. Ludwig Marcuse. 6.45 bis 7.15: Beamlenfortbildungskursus:Testa­ment und Erbfolge", Vortrag von 3ustizinspektor Heinz Biehn. 7.15 bis 7.45: Italienischer Sprach­unterricht. 8.15: Dramatischer Abend. 10.30 bi- 11: Weihnachtswoche des armen Kindes.

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