das eigentliche Meisterschaftsturnen an den Geräten, das sich glatt obwiclelte. Die gezeigten Leistungen zeigten eine außerordentliche Höhe. Bon jeder Stufe wurden folgende drei ersten Sieger mit Diplomen ausgezeichnet.
Turner, Oberstufe.
1. Otto Kreiling, Wieieck 304 Punkte. 2. Karl Leib, Launsboch, 293. 3. Willi Winter, Launs- bad), 285.
Mittelstufe.
1. Adolf Benner, Wiefeck 294 Punkte. 2. Alb. Winter, Lounsbach 293. 3. Heinrich Bitten- d o r f, Launsbach 289.
Unterstufe.
1. Willi Wagner, Laimsbach und Heinrich Brück, Burkhardsfelden 305 Punkte. 2. Gustav Pfaff, Launsbach, 301. 3. Adolf Kreiling, Wiefeck 290.
Turnerinnen, O b e r ft u f e.
I. Emma Mandler, Heuchelheim 247 P. 2. Anna Balser, Gießen 240. 3. Anni Höst, Giesten 235.
Unterstufe.
1. Emilie Linden st ruth, Heuchelheim 245 Punkte. 2. Anna Pfaff, Krofdorf, Anna Jung, Krofdorf und Auguste Reichel, Heuchelheim 229. 3. Emma Nesscldrcher, Heuchelheim >227.
Am Nachmittag fand dos Meisterschafts- Bereinsricgenturnen statt. Hierbei konnten die beiden von L a u n s b a d) gestellten Riegen die zwei ersten Plätze belegen, und zwar die Riege l mit 6084 Punkten den ersten, die Riege ll mit 584 Punkten den zweiten Platz. Die auswärtigen Turnergäste und die Einwohnerschaft Annerods vcr- lebten anschließend noch einige frohe Stunden, auch fotzt liest es sich der Launsbacher Verein nicht nehmen, mit einem Schauturnen an allen Geräten a»f- zumarten.
Fußball.
B. f. V.
(=») DaS Samstagnachmittagspiel gegen V. f. 2t. Butzbach gewann die Platzmannschaft trotz reichlichem „Ersatz" mehr als verdient mit 2:1. 3n stärkster Aufstellung wäre das Resultat mit Bestimmtheit höher ausgefallen, zumal tocim man berücksichtigt, dost cs B i ckh a r dt, P i t s ch, Kleinke und FlachSkamp waren, die fehlten. Besonders P i t s ch hätte als Mittelläufer es sicherlich verstanden, die Feldüberlegenheit zu Torerfolgen auszunuyen. Jedenfalls gibt das knappe Torverhältnis keineswegs auch nur annähernd das Stärleverhältnis beider Mannschas- ten wieder. Trotzdem war es vom Spielausschuß richtig, sich durch Beueinstellungen bei weniger wichtigen Privattreffen eine gewisse Mcrnnschafs- referve zu schaffen. Bei allen Spielern der B. i B.-Mannschaft war eine erfreuliche Wirkung des bisher gepflegten gymnastischen Trainings deutlich festzustellen, was der fast eine volle Halbzeit dauernde Endspurt am besten bewies. Fußballerisch waren es gewih keine überragenden Leistungen, die gezeigt wurden, da der Mittelläufer es nicht verstand, planvoll und systematisch aufzubauen. Bei planmäßiger Besetzung aller Posten und des damit wiederkehrenden flachen Spielfystcms dari die Mannschaft, gestützt auf die gute körperliche Verfassung des einzelnen, mit Ruhe und Zuversicht der schweren Berbandsserie entgegensetzen. - Die ersten zehn Minuten liehen für Gießen einen hohen Sieg erwarten. Butzbach hatte sich noch lange nicht gefunden, als der 23. f. B-Sturm mehrere klare Chancen herausgearbeitet hatte, die iedoch sämtlich verpaht wurden. Langsam fetzte sich dann aber Butzbach durch sein ungemein forsches Spiel durch und trug eine Reihe gefährlicher Angriffe, von denen einer zum Erfolg führte, vor. Während es durch seinen enormen Giser bis zur Pause dieses Resultat halten und das Spiel ziemlich offen gestalten konnte, war cs mit beiden nach der Pause vorbei. D. f. B. bekam sicht ich Oberwasser. Seine bessere Technik lam durch immer gröher werdende Heber- legenheit deutlich zum Ausdruck. Zeitweise setzte sich der Sturm fan t Läuferreihe im gegnerischen Strafraum fest, ohne jedoch den Ausgleich erzielen zu können, da Butzbach sich mit allen Mannen an der Verteidigung feines Heiligtums beteiligte. Hierbei zeigte dessen Hüter ganz hervorragende Leistungen, wofür ihm das verhäft- nismähig zahlreich erschienene Publikum lebhaften Beifall zollte. Fas: sah es aus wie ein Sviel auf ein Tor. die bestgemeinten Schüsse wurden jedoch stets eine Beute des glänzenden Tormannes
Die Krummhölzer.
♦iRoman aus ten bayerischen Bergen.
Bon Michael Wagner.
32. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
Schweigend schritt er neben dem allerlei ungereimtes Zeug daherrcdenden Mädchen die Strohe entlang. In der Ville empfing ihn die angstschloi ternÖc Eenta mit einem Redeschwall. Der Förster liest sich sogleich an dos Unglückszimmer führen. Vor dessen Tür jebod) stand er dann allem. Die beiden Frauen hielten sich ängstlich in einiger Entfernung.
„Halloh!" rief der Förster mit Stentorstimme und trommelte mit bei Fäusten an die verschlossene Tür.
Kein Ton, kein Geräusch antwortete von drinnen. Sanktjohanser mirmelie etwas Unverständliches. ,
„A Beil her!" befall er dann kurzerhand.
Das Mädchen eilte weg, um die Holzart zu holen. Einige Minuten päter war die Tür aus den Angeln gehoben und dcr Weg ins Zimmer frei.
Hellauf schrien'die grauen, die sich hinter dem Förster in den Raum bängten.
„itastt's doch dös ©-plärr!" verwies sie -sanft johonser barsch. Dann rat er näher.
Zwischen zwei umgistürzten Stühlen lag Tom Urachers schwere, mossue Gestalt am Boden, die Arme weit ausgestreckt, daneben die Waffe.
Schrecklich stierten b? glasigen Augen aus bem schier bis zur Unkenntlichkeit verzerrten Antlitz ...
Schweigend kniete dck Förster neben der Leiche nieder und machte sich ar der blutbefleckten Brust zu schaffen.
„Tot!" sagte er ernt. Sich wieder erhebend, setzte er hinzu: „Die Polizei muh sofort benachrichtigt werden, ebenso )er Doktor. Und bann — holt's den Zeno! I bleit einstweilen beim Toten!"
Froh, bem Schreckenstause zu entrinnen, machte sich das Mädchen sogleich auf, in den Markt zu eilen. Auch Eenta verlich schaudernd das Totenzimmer, verstört, händerirgend und jammernd.
„Keine Sttmd' bleib ich mehr da!" zeterte sie.
oder e.nes feiner zahlreichen Vordermänner. Enk lich gelang eS Mandler, gleichzuziehen und kurz darauf Sieger, den Sieg 'icherzustellen Hätte der Mittelläufer in richtiger Erfassung der Situation, anstatt den Sturm Lleberkomninativn treiben zu lassen, in kluger Taktik das sich auf engem Raum abwickelnde Spiel durch entsprechende Vorlagen auSeinandergezoaen und damit den Stürmern größere Aktionsfreibeit geschaffen, so wäre das Tressen mit diesem Ergebnis nicht beendet worden.
Das Spiel deS nächsten Tages in Fulda gegen die dortige ..Germania" ergab bet fast gleicher Aufstellung das Bild des Vortages, mit bem Unterschied, dast der hier wesentlich stärkere Gegner es verstand, einige Schwächen auszunüyen und bis zur Pause drei Tor: vorzulegen. dem B. s. B. nur eins durch Sieger entgegensetzen formte. Dabei war von einer spielerischen Heber- legenheit des Gegners nichts zu merken. Ledige lich die richtige Erfassung der Lage, nämlich das Erkennen der Schwäche in der Mitte der Gäste- mannschast, lieh die selbst nicht an einen Sieg glaubenden Donifaziusstädter zum dreimaligen Erfolg kommen. Erst nachdetn Kreß I. sein Verbleiben auf dem Mittelläuserposten als nutzlos angesehen und auf eigenen Dun sch nach der Pauke mit Köhler wechselte, trat sofort eine für D. f. B. günstige Wendung ein. Rach ständiger äleberlegenheit gelang es Ätcf) I als Linksaußen durch rasanten Schuh unhaltbar ein- zusenden, so das Resultat auf 2:3 verbessernd. Trotz weiterem besseren Spiel und fortgesetzten'. Drängen Giehens gelang es nicht mehr, das, gemessen an der Gesamtleistung, unverdient verlorene Spiel wenigstens auf ein Unentschieden zu (teilen.
Wetzlarer Sport.
Fußball-Liga: F. E. gegen D. C. 2:2 (2:0).
t). Am Samstagabend begannen die seit Jahren unterbrochenen Lokalkämpfe mit dem Spiel der 2. Mannschaften auf dem F. C.-Platz. Zunächst waren die B. C.er im Vorteil, den sie sich mit 3:1 Toren verschafften. Es gelang ihnen auch, dies Torverhältnis bis 10 Minuten vor Schluß zu halten. Da erzielten die andauernden 5. 6.er mit zwei Toren den Ausgleich 3:3. Ein drittes Tor für den F. C. gab der Anparteiische nicht. F. C. verschoß zudem noch einen Elfmeter. Herr Klier war dem Spiel ein gerechter Leiter. Am Sonntagvormittag ab 9 ilpr wurden die Spiele fortgesetzt. Die 2. Jugendmannschaften beider Vereine trafen sich. Mit dem 5:1-Ergebnis gewannen die körperlich stärkeren' B. C.er. In dem anschließenden Kampf der dritten aktiven Mannschaften blieb wieder F. C. zur Abwechslung mit 4:0 Sieger. Leider trat hier die Rivalität der beiden Lokalgegner durch allzu körperliches Spier unschön in Erscheinung, so daß der Schiedsrichter nach und nach 5 Spieler (2 B. C er und 3 F. C.er) vom Platze stellen mußte. Da das Treffen auch spielerisch nicht befriedigte, erübrigt sich ein näheres Eingehen darauf. Erst das Ligaspiel (F. C.-Dezirksliga und B. C.-Kreisliga) zeigte, aber auch nur gegenüber den anderen Spielen, besseres Fußballkönnen, ohne im ganzen zu gefallen. Gleich nach Beginn wurde F. C. linker Läufer W. W ö r n e r verletzt. Eigentümlicherweise gestattete D. C. das Einstellen eines Ersatzmannes nicht. Schon kurz nach Anfang kam F. C. durch Unsicherheit des D. C.-Tormannes zu einem billigen Erfolg, indem der Tormann den Ball verlor. Aus einer ähnlichen Situation heraus erhöhte F. C. seinen Vorsprung auf 2:0, 3m allgemeinen zeigte F. E. reiferes Können und taktisch besseres Spiel und Verständnis. F. C. hielt sich in dieser Zeit mit nur 10 Mann sogar gut. Auch nach der Pause schien sich an dem Torverhältnis nichts ändern zu wollen. Der Charakter des Spiels blieb derselbe. Zeitweise auf- kommende Härte unterband der Schiedsrichter Zutt. Gießen, gleich. Als der rechte Lauser D. C.s sich trotzdem nicht fügen wollte, mußte er vom Platz. Wer nun man meinte, daß jetzt mit je 10 Mann auf beiden Seiten F. E. im Vorteil sein würde, sah sich getauscht. B. C. ging zum Endspurt über und erreichte durch schönen Schrägschuß des H. L. und aus einem Gedränge heraus Ausgleich und Anentschieden. Auffällig war der bei allen Spielen der gc^en früher doch sehr schwache Besuch. Die von Spiel zu Spiel schwächer gewordenen Leistungen sind der Grund dafür. In dem vorangegangenen Jugendspiel der 1. Jugendmannschaften gewann D. C. in letzter
„3s a gar net nötig!" erwiderte trocken Sanktjohanser ...
Kaum eine halbe Stunde später kam als Erster Zeno. Zum erstenmal betrat er des Bruders Haus. Der Förster ging ihm entgegen und begrüßte ihn mit einem Händedruck.
„'21 Unglück, Zeno!" sagte er gepreßt, — 's is alles seinen Gang gangen!"
Stumm, tief ergriffen von dem grausigen Verhängnis, stand Zeno vor der Seidjc seines Bruders.
„Der Herr gib ihm die ewige Ruh!" sagte er dann, tief 'Atem holend.
„— Und 's ewige Licht leuchte ihm!" gab der Förster zurück, fügte aber dann auf seine Art noch bei: „Von mir aus gnua! — I trag niemand nix übern Tod 'naus was nach!"
Kein Wort wurde weiter zwischen den beiden Männern gesprochen. Schweigend nahmen sie Platz. Zeno preßte die Fäuste an die hämmernden Schlafen.
Arzt und Polizei erschienen und walteten ihres Amtes, was angesichts der Klarheit des Falles nur mehr bloße Formalität war. Tot — Selbstmord durch Erschießen.
Motiv — vermutlich geschäftliche Schwierigkeiten.
Centn wurde verhört. Dann bat sie — verschwinden zu dürfen. Man gestattete es ihr. Sichtlich erleichtert zog sie sich zurück, um einzupacken.
Bald fand sich aud) der Beauftragte der Lank ein. Erbleichend nahm er aus Zenos Munde den Bericht über das Vorgefallene entgegen. Er zuckte die Achseln: „Konkurs! Hauptgläubigerin dürfte meine tfirma fein!"
Auf Zenos Ersuchen klärte er ihn mit dürren Worten über die Sachlage aus: Moriggl und fein Kumpan hatten die Spekulation als Beauftragte für ihre eigene Tasche gemacht und verschwanden mit den desraudierten Kapitalien. An Toni und Bullinger blieb die Schadener'atzforderung der Bank hängen. Allerdings zu beinahe zwei Dritteln auf Tonis Nachlaß, als dem Hauptbeteiligten.
Schweigend hatte Zeno zugehört
Als aber der Beamte darauf hinwies, daß als Sicherheit .Herrn Urachers sämtliche Liegenschaften {ungierten", da war es ihm. als griffe eine eiskalte Faust nach seinem Herzen. Nur mühsam konnte er
Minute mit 2:1. nachdem bei den langen 1:1- Stande mehr geredet alS gespielt worden war. Beide Mannschaften zeigten wenig sportliche Erziehung und spielerisch mit einigen wenigen Ausnahmen feinen nennenswerten Fußball.
1. F. C. Nürnberg - F. S. V. Frankfurt 5:1 (3:1).
2ün Samstagnachmittag sand in Frankfurt ein Freundschaftsspiel zwischen dem früheren Deutschen Fußballmeister F. C. Rürnberg und unserem Mainbezirksmeister. Fußbalftportverein Franlsurt statt. Die ungefähr 4000 bis 5000 erschienenen Zuschauer bekamen einen schönen Fußball zu sehen. Besonders Rürnberg ist in großer Form und erbrachte durch seinen Sieg mit 5:1 über den Mainverein den Beweis, daß er zu den spielstärksten Vereinen Deutschlands gehört. Rürnberg geht gleich nach Anstoß zum Ängriss über und letzt sich eine Zeitlang tn die Hälfte der Eivheimischen fest. Schon in der vierten Minute konnte Schmidt I. seinem Verein die Führung geben. Fuhbvllsportverein findet sich nur langsam zusammen und muh in der 22. Minute es sich gefallen lassen, daß die Gäste die Torzahl auf 2:0 für Rürnberg erhöhten. Dadurch angefeuert, kommt nun Fußballsportverein auf und konnte in der 27. Minute durch seinen Mittelstürmer Dretteville ein Tor auf- holen, was zugleich auch das Ehrentor für die Einheimischen bleiben sollte. Rürnberg ist wie- herum leicht überlegen und Hochgesang konnte in der 41.Minute das Ergebnis auf 3:1 stellen. Mit diesem Ergebnis geht es in die Pause nachdem Rürnberg ein ihm zugesprochener Elfmeter verschossen hatte. Auch nach der Halbzeit ist Rürnberg im Vorteil und kann in der 34. Minute das vierte Tor erzielen, und zwar durch Hoch» gesang, dem Schmidt II. das fünfte anreihen konnte und sonnt das Endresultat auf 5:1 für die Gaste stellte.
Jugend Klein-Linden — 2. Mannschaft Rod- heim a. d. Dieber 1: 0 (0:0).
f Die körperlich bedeutend stärkere 2. Mannschaft Rodheims trug auf dem Klein-Lindener Platze gegen die Jugend Klein-Lindens ein Freundschaftsspiel aus, wobei letztere den Sieg mit obigem Resultat davontrugen. Gin ganz überraschendes, wenn auch knappes Resultat noch infofern, als Rodheims Torwächter als Ersah aus der 1. Mannschaft antrat. Die Jugendmann- schast Klein-Linden setzte der größeren und stör- keren Schußtätigkeit der Rodheimer ein flinkeres und vor allem bedeutend besseres Kombinationsspiel entgegen. Der Torwächter war auch in bester Form und klärte verschiedene gefährliche Momente durch sicheres Eingreifen. Eckenverhältnis 5: 3 für Rodheim.
Schwimmen.
Gießen gewinnt den Rückkampf gegen Kassel.
Das Ergebnis des gestern in Kaffel ausgetragenen Rückkampfes Gießen — Kassel ist ein beredtes Zeugnis für die sportliche Verbesserung der Mannschaft des Gießener Schwimm- Vereins. 2m Vorjahre verlor der Gießener Schwimmverein knapp im ersten Zusammentreffen mit d er Kasseler Mannschaft, während die Wiederholung des Kampfes am 25. Juli d. Is. in Gießen ein unentschiedenes Ergebnis zeitigte. Runmehr hat gestern der G. S. D. in erster Linie eine Folge des trotz ungünstiger Witterung eifrig betriebenen Trainings - den Sieg an seine Farben geheftet, ein um so beachtlicherer Erfolg, als die Kasseler den Vorteil der eigenen Bahn für sich hatten und auch die Hauptstütze der Kasseler, der Freistilschwimmer B r e h m e, dem Austrag der deutschen Strommeisterschasten eigens ferngeblieben war. um die Entscheidung im Städtekampf für Kassel 'icherzustellen.
Bei günstigerem Wetter als letzthin in Gießen gingen die Wettkämpfe in der vorzüglichen Schwimmanlage des Kasseler S. V. von 1898 vor sich. In den Staffeln waren die Gießener diesmal bei weitem überlegen, und die große Freistilstaffel ging verloren, während sie sich im Waserballspiel nicht recht zufammenfinden konnten.
Von den drei Gießener Damen, die sich ebenfalls an einigen Wettkämpfen beteiligten, konnten Frl. Mandler und Frl. H a n d r i ck siegreich sein.
ein wehes Aufstöhnen unterdrücken. Besorgt musterte dcr Annodomini den jungen Freund. Er wußte am besten, was diese Botschaft für Zeno bedeutete.
Der Bankbeamte empfahl sich wieder. Er müsse sogleich seiner Firma Bericht erstatten und im übrigen auch noch Herrn Bullinger in Rosenheim aufsi'chen.
„Sagen Sie Ihrer Direktion — man wird versuchen müssen, die Angelegenheit zu regeln, ohne sie aufs äußerste zu treiben!" sprach Zeno mit heiserer Stimme, als der Beamte sich verabschiedete...
Wieder waren die beiden Männer allein bei bem Toten. Sic betteten die Leiche aufs Lager und gingen daran, die Spuren der schrecklichen Tat zu beseitigen. Alles still, schweigend, als wagten sic cs nicht, die düstere Ruhe des Todes zu stören. Rur einmal fragte der Förster gedämpft
„Und der Vater, Zeno?"
„Die Mariann' ist zu ihm 'nauf — cs wird nimmer lang dauern", erwiderte Zeno leise, mit ab- gewandtern Gesicht.
Draußen auf bem Korridor huschten Schritte hin und her, flüsterten weibliche Stimmen. Eenta und das Mädchen packten mit hastigen Händen große Koffer, leerten Kasten und Schubladen.
Kaum, daß es die zwei Männer beachteten, als Eenta flüchtig den Kopf zur Tür hcreinstecktc, um ihnen mitzuteilen, daß sie nun mit bem Mädchen abreise. Denn auch dieses wollte nicht mehr im Hause bleiben. Ihre Adresse werde sie, Eenta, demnächst brieflich mitteilen.
Dabei vermied sie es ängstlich, nach der mit einem Leinentuch bedeckten Leiche dessen zu schauen, der sie auf seine Ar? liebte.
Zeno nickte nur stumm. Ihn ekelte. Der Förster aber konnte seinen aufsteigenden Grimm nicht länger an sich halten:
..Bloß guat is, daß der Tote nir mehr hört und sieht!" grollte er, — könnt' leicht sein, daß ihm schlecht würde!"
Schwere, wuchtige Schritte kamen die Treppe herauf, gefolgt von einem leichteren--
Zeno eilte zur Tür, öffnete sie: Der Vater stand vor ihm — groß und breit, barhäuptig, das bleiche Gesichi von tiefen, harten Falten des Kummers durchfurcht. Hinter ihm Marianne.
2m Folgenden die einzelnen Ergebnisfe:
Große Freistil - Staffel 10x50 Meter 1 Kassel 5 Min. 46 Sek, 2. Gießen 6 Mia. 2 Set Kassel geht nut dem ersten Mann. Brehm c. IN Führung, ohne sie wieder abzu- qefccn Anerkennung verdient hier die Leistung des jugendlichen Rau. der sich von Brctzn^e nur wenig nehmen ließ.
Mädchen • Brustschwimmen 100 Meter 1. Lcnka H a n d r i ck. Gießener 6. D., 1 Min. 48.6 Lek.. 2. Kassel 1 Min. 55 Sek.
Dru st st as f e l 3 1 00 Mel er: l. Gießen 4 Min. 33.2 oel. 2 Kassel 4 Mm. 35.2 Sek. Di - Staffel wird durctz den Schlußmann Pascoe entschieden, her das wenige von den Vorder- leutcn Verlorene glatt auf&olt und. ohne sich auszugeben, das Rennen fiebert «GießenerMannschaft Schneider, Eck. Pascoe.»
Freistilstaffel 4' 1 00 Meter: 1. Gießen 5 Min. 16 Sek.. 2. Kassel 5 Min. 17.2 Sek. Hier zeigt sich Gießens Stärk'. Seine in bester Zeit schwimmende Mannschast kann den Kasselern, hie gerade dieses Rennen für fich buchen wollten, das Rachsehen geben. Insbesondere ® ck und Rau zeigten hier ihre gute Form. (Mannschast: Pascoe, Gaebler. Rau. Eck.» — Bredme, der in diesem Rennen sicher fein Bestes gab, konnte an der Entscheidung nichts ändern.
Lagenstaffel 4 5 0 Meter: 1 Gießen 2 Min. 33,4 Sek. 2 Kassel 2 Min 38 Sei Wie hier in Gießen wird durch Pascoes Schwimmen ein Vorsprung gesichert, den seine Vereins- kameraden noch vergrößern. (Mannschaft: Pascoe, Gaebler. Eck. Ra u.)
D a m e n j u g e n d rü ck e n s ch w i m in e n 100 Meter. 1. Frl. Mandler 1 Min. 48.6 Sek., 2. Kassel 1 Min 58 3 Sek.
Damenjuoendbrustfchwimmen 100 Meter. 1. Frl. Friedrich- Kassel 1 Min. 45 Sek., 2. Frl. Schüler- Gießen 1 Min. 46,3 Sek.
Große Vru st staffel 1 0x5 0 M e te r: 1. Gießen 6 Min. 59.5 Sei.. 2 Kassel 7 Min. 7.2 Sek. Gießens ausgeglichene Mannschaft, deren Durchschnitlszeii von 42 Sek. als gut zu bezeichnen ist, kann dieses Rennen leicht gewinnen. Die Schlußleute lassen cs bei verhaltenem Schwimmen bewenden. Mannschaft: Holzigel. Stahl. E. Müller Mertens Zimmer, Herrn. Kraft, Schneider, Hch. Kraft. Pascoe, Eck.
Wasserballwettspiel: Die Gießener Mannschaft (Hch. Kraft, Krämer, Holzigel. Pascoe. Schneider, Eck, E. QN ü I- l e r) ist dem spielstarken Gegner nicht gewachsen. Der Vorteil ist um so mehr auf Kassels Seite, als das Wasserballspiel dort im Mittelpunkt des Trainings fleht und die Spieler fast ausnahmslos frisch und verstärkt durch ihren Be- rufstrainer Piesel ins Wasser gebt. Mit 5:0 Toren verzeichnet Kassel einen verdienten Sieg.
Das Gesamtergebnis, der einwandsreie Sieg Gießens mit 8:6 Punkten, verdient jedenfalls Beachtung und berechtigt zu den besten Hoffnungen für die Kämpfe des Winters.
Radsport.
Dreier-Mannschaftsfahren um den Goldenen Bundespokal. Sieger: Gießener Radfahreroerein 1885 1. INannsch.
Wie vorausgesehen. wurde dieses Rennen ein Kampf zwischen dem Radf. Verein 1885 und dem Rad-Club ©ermania Gießen. Ohne wesentliche Defekte wurde das Rennen von sämtlichen Mannschaften durchfahren und ergab einen einwandfreien Sieg der 1. Mannschaft des Gießener Radf. Vereins 1885. Schon in der 1. Runde einen Vorsprung von 20 Sek. herausholend, vergrößerte die Mannschaft ihren Vorsprung bis zutn Ziel aus zirka 4 Min. und bewältigte die 100 Kilometer in einer Fahrzeit, die nicht allein im Vund Deutscher Radfahrer, sondern auch darüber hinaus Achtung verdient. 100 Kilometer aus dieser bergigen Strecke unter 3 Stunden wollen gefahren sein. Die siegende Mannschaft fuhr eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 34,8 Kilometer in der Stunde Aber auch der 2. Sieger, die Mannschaft des Rad-Clubs Germania Gießen, fuhren ein großes Rennen Die Fahrzeit von 2 Std. 58 Min. ist ebenfalls sehr gut. Allen Mannschaften die das schwere Rennen durchfuhren, ist Achtung zu zollen, erreichte »doch selbst die letzte siegende Mannschaft eine Durchfchnitts-
„Grüß Gott, Vater!" wollte Zcno sagen, doch er brachte die drei Wörtlein nicht über die Lippen. Unsägliches Weh schnürte ihm die Kehle zusammen beim Anblick des weißhaarigen Vaters, bem ein grausames Geschick nun im Alter, am Ziele eines Lebens voll härtester Arbeit, unmenschliche Sorgenlasten aufbürbete.
So wechselten Vater und Sohn nur einen stummen Händedruck.
Während Marianne, Tranen in den Augen, an Zenos Seite trat, ging Vater Uracher mit schleppenden schweren Schritten auf bas Lager bes Toten zu. Seine schwielige, braune Hand schlug bas Leinentuch zurück.
Wie versteinert starrte er hernieder, sekundenlang ...
Kein Wort sprach der Alte. Stell aufgeridjtet stand er so, wie ein verkörpertes trotziges Sichauf- bäumen jjcgen all bas Unheil.
Totenstille lastete in bem Raume. Nur vier Menschenherzen pochten heiß unb wild.
Dann aber wankte die markige Gestalt, ein Zittern und Schultern burchbebte sie. Mit beiden Fäusten griff er in das weiße Leinentuch — ein er- schütterndes Aufstöhnen — und schwer wie eine stürzende mächtige Eiche brach der alte Uracher am Totenbette Tonis in die Knie nieder.
Das Schickial hatte den noch im Aster Kraftvollen mit entsetzlichem Axthieb gefällt.
Er hörte nichts von tzen Trostworten der drei Getreuen, die sich um ihn bemühten ...
Der Raum, die Welt versank vor seinen brennenden Augen in bodenloses Nichts und Finster — nur eines war und blieb: der tote Sohn mit bem entstellten Gesicht.
Da brüllte er wie ein wildes Tier in gräßlich gellenden Schreien seine namenlose Pein hinaus ...
* e
Drüben im Ort standen aufgeregte Gruppen von Menschen auf den Straßen und Gassen. In allen Häusem unb Stuben zischelte man vom Unglück der Uracher und von Tonis schrecklichem Ende durch eigene Hand:
„Die Krummhölzer sind auf d' Gant kommen!" —
(Fortsetzung folgt)


