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nimmt uns in Empfang, beschenkt uns mit Blu­men und geleitet uns zu den Wagen, die in ihrem bunten Blumen- und Flaggenschmuck ein ichönes Bild bieten. Durch die endlose, mit deutschen und ameritanischen Flaggen, prächtig geschinüctte Market-Street geht es in langer * Reihe zum Rathaus. Zu beiden Setten des

Wagenzuges staut sich die Menschenmenge, re­gungslos. und ab und zu ein freundliches Ge- licht, ein Wink 3m Laufe unseres Aufenthaltes sand ich dann die Erklärung.3a, wie konnten wir denn wissen, was für Menschen ihr seid!" erhielt ich aus Befragen ganz offen zur Ant- wort. Was England während des Krieges an Lügen in die Welt gesetzt hatte, saft noch zu fest. Hnb deshalb auch das plötzliche Hm- schlagen der Stimmung. 3e näher der City Hall, desto freundlicher die Mienen, und als wir in Gruppenkolonnen in das Gebäude einrückten, brach der Bann: die Menge klatschte und ju­belte uns zu. Am Fuße einer Freitreppe, die mit Menschen Vicht besetzt war. befanden sich die Ehrenplätze für den Kommandanten, die Offiziere und Vertreter der Stadt. Hier wurde die Be­satzung derHamburg" nom Bürgermeister will­kommen geheißen. Der Generalkonsul und der Kommandant sprachen dann ebenfalls unter leb­haftem Beifall. Unter den Hurrarufen der Menge stiegen wir dann wieder in unsere Wagen und lieften uns in der Stadt herumfahren, um nach den Spuren des alten, sagenumwobenen, golde­nen Frisko zu suchen. Was wir fanden, war wonnig. Man zeigte uns einige alte Gebäude, die das grofte Erdbeben im Jahre 1906 verschont hatte. Was heute zu sehen ist. ist alles nach dem Erdbeben aufgebaut worden, und so bietet die Stadt nichts Altertümliches: sie ist eine ganz

moderne Groftstadt. DeS Abends wurde im Wawnsield-Theater eine Ertravorstellung für uns gegeben, echt amerikanisch, mit Charleston, Revolverschuft und Akrobatik. Das war der erste Sag in San Franzisko, und so reihte sich Tag an Tag, ähnlich wie in Los Angeles, mit Aus­flügen und Festlichkeiten. Uns zu Ehren fand im Präsidio eine Parade amerikanischer Truppen statt. Cs marfchierte ein Bataillon, bestehend aus drei Infanterie-Kompagnien und einer Fahr- abteilung, auf. Der Kommandant schritt in Be­gleitung des amerikanischen Oberst die Front der Truppen ab und dann marschierten diese an uns vorbei in dem üblichen kurzen Schritt. Unseren Parademarsch lennt man nicht. Zum Sch lüft die Wagen, mit Maultieren bespannt, in guter Ordnung. Am Tage unseres Auslaufens schickte man uns zum Abschied Blumen an Bord und ganze Körbe voller Obst, wundervolle Melonen und Kirschen. Der Bürgermeister von San Fran­zisko kam mit einigen Vertretern der Stadt an Bord, schritt unsere Front ab, verabschiedete sich von den Offizieren und bestieg dann fein Doot, das uns noch eine kurze Otredc folgte. Und dann ging es durch das goldene Tor hinaus in die offene See.

Schön waren die Tage in Los Angeles und San Franzisko: doch schön ist auch ein Tag auf hoher See, wenn die Sonne vom wolkenlosen Himmel strahlt, eine frische Brise die See schürzt, so daft sich die weiften Schaumköpfe im munteren Spiel jagen, wenn die Möwen mit dem plumpen, grauen Rumpf und den langen, schmalen Flügeln in pfeilschnellem Fluge vorüberschießen, wenn einem frischer Seewind um die Ohren pfeift und in der Ferne ein schönes Ziel winkt: Honolulu.

Turnen, Sport und Spiel.

Die lange Strecke.

Der Raine Rurrnis hat in der ganzen Sportwelt die letzte Zeit beherrscht, und durch ihn und seine gewaltigen Leistungen ist die Auf­merksamkeit in viel höherem Maß, als daS vor­her der Fall war, auf die lange Strecke gelenkt worden. Bon 3000 Meter an rechnet man in der Leichtathletik die Läufe (im Gegensatz zur kurzen und mittleren Strecke) als eine besondere Gruppe, die nach oben hin dann eigentlich keinerlei Begrenzung mehr hat. Rekorde werden allerdings offiziell nur bis zur Strecke des Ma­rathonlaufes, dieser gewaltigen Energieprüfung über 42,200 Kilometer, geführt. Man sagt nichts Reues, wenn man darauf hinweift, daft Deutsch­land im internationalen Sport in der langen Strecke keinerlei Rolle zu spielen vermag. Wir haben noch nie bedeutende Langstreckler gehabt und haben auch in der Zeit allgemeinen Auf­schwungs unserer Leichtathletik gerade die lange Strecke vernachlässigt. Es soll hier nicht unter­sucht werden, was die Gründe dafür sind, son­dern wir wollen uns der Hoffnung hingeben, daft die bereits unternommenen Schritte, auch hierin vorwärts zu kommen, von Erfolg gefront werden.

Wenn nachfolgend vom Training und der Technik der langen Strecke gesprochen wird, so ist nicht gemeint, was man im allgemeinen unter einem Dauer lauf versteht. Dieser ist lediglich eine Gesundheitsübung, der sich jemand nach Ge­fallen oder Veranlagung unterzieht, oder durch die er einen bestimmten Zweck erreichen will, während hier vom Wett- und Kampflauf die Rede ist. gleichgültig ob auf Bahn, Straße oder im Gelände.

Das Training des Langstreckenläufers beginnt in zweierlei Form, einmal als Zweckgymnastik, einmal als Waldlauf. Die größere Bedeutung kommt hierbei naturgemäß dem Waldlauf zu, einer Uebung. die bezüglich ihres gesundheitlichen Wertes, ihrer Durcharbeitung des ganzen Kör­pers. ihres hohen Inhalts an erziehlichen Mo­menten jedem, gleichviel welchen Sport er treibt, gar nicht genug empfohlen werden kann. Aller­dings darf man nicht gedankenlos im Wald Herumlaufen, wenn man sich vor Rachteilen 'schützen will. Insbesondere ist dafür zu sorgen, daft der Körper immer warm bleibt, und zwar nicht allein durch die Bewegung, sondern auch durch gegen feuchte und kalte Luft schützende Kleidungsstücke. Man beginne das Training mit Läufen von etwa 15 bis 20 Minuten Dauer,

laufe langsam, achte dafür aber um so mehr darauf, daß die Beine elastisch arbeiten und daß der Lauf durch Armbewegung unterstützt wird. Gleich wichtig ist die Atenttechnik, die man sich von Beginn an aneignen muß. Rach Gewöhnung an die Strecke, wozu etwa zwei bis drei Wochen gehören, dehne man die Laufzeit allmählich auf das Doppelte aus und versuche gleichzeitig, das Tempo etwas zu beschleunigen. In diesem Sta­dium des Trainings beginne man bereits damit, kürzere Strecken im schärferen Tempo einzu­streuen in die borgenermmene längere Strecke. Die Hbr lasse man dabei vollkommen aus dem Spiel und richte sich vielmehr danach, wie man sich nach dem Trainingslauf der einen ober der anderen Art fühlt. Daraus lernt man mehr und bereitet sich besser vor, als wenn man ver­sucht, jedesmal die vorherige Zeit zu drücken. Mit fortschreitendem Training, welches, sobald die Bodenverfassung es zuläftt, zweckmäßig auf die Aschenbahn verlegt wird, treten dann die gleichen Anforderungen an den Langstrecken­läufer wie an den Mittelstreckler, d. h. er muß auf Schnelligkeit wie auf Länge trainieren. Run erst kommt die Zeit, wo man hie und da die Zeit nimmt?-um fein Tempo genau kennen zu lernen, wie man es für die jeweilige Strecke braucht. Auch hier muß aufs schärfste davor gewarnt werden, sich im Liebereifer zu viel zu- zumuten.

Wie bei jedem Sportzweig, so soll sich auch für die lange Strecke al« Kampfwettbewerb nur entscheiden, wer dazu veranlagt ist oder die Energie in sich fühlt, durch Fleiß vorwärts zu konnnen. Sehen wir uns die bedeutenden Sportleute auf diesem Gebiet an. so wird man. je länger die Strecke ist. um so mehr beobachten können, daß der Prozentsatz der Aesteren zu- nnnmt Die lange Strecke ist denn auch nichts für Iugendliche, sondern wird am besten von denen gepflegt, die das Wachstum beendet haben, deren Körper ausgereift ist. Hnb wenn man weiter fragt, welche Strecke, oder wie lange jemand laufen soll, so lasse er sich die Antwort am besten von den Organen geben, die bei Lang­streckenläufen die Hauptrolle spielen, nämlich von Herz imd Lunge, und dazu noch von den Dein- und Rumpftnuskeln.

Weltrekord beim Rhönsegelflug- Wettbewerb.

In den letzten Tagen startete der Flieger Kegel auf feinem eigenen Hochdecker bei star­

Wolfs" Blockadebruch.

Vor zehn Iahren. im Herbst 1916, verließ der HilfskreuzerWolf" den Kieler Hafen, steu­erte um Island, fuhr um das Kap der guten Hoffnung in die Inselwelt der Südsee hinein und fügte auf seiner Fahrt, der längsten See­reise. die je ein Schiff unternahm, durch Kaper- frieg und Minenlegen dem Feinde erheblichen Schaden zu: über 300 000 Tonnen wurden ver­senkt, für 40 Millionen Schiffsladung nach der Heimat gebracht und alles das, obwohlWolf" ein schwaches, langsames Schiff war. Von den abenteuerlichen Reisen dieses zähen Hilfskreu­zers er bl t F. Wischehky, der die Fahrt mit­gemacht bat, in seinem reich illustrierten Buch Das schwarze Schiff" (Union Deutsche Verlags­anstalt in Stuttgart). So berichtet er über die Stunden, daWolf" durch die englische Blockade brach:

Das Ivar ein Sturm aus Rordwest, Wind­stärke 10! Die Klappen der Geschütze wurden eingedrückt und mußten mit schweren Balken abgestüht werden, an Schießen war sowieso nicht mehr zu denken. Die Rachtrtttungsboje wird von der See abgerissen, ihr Leuchttörper entzündet sich. Die Rettungsboote müssen eingeschwungen werden. Die Hellen Seen schlagen über Deck, die Brücke steht unter Wasser. Das viel zu tief beladene Schiff arbeitet schwer. Ruckartig wird es von der See hin und her gestoßen, man muh sich ordentlich festhalten. Alles, was nicht see­fest gezurrt ist, rollt und fällt hinunter.

Plötzlich sprang der Wind auf Südwesten um, erreichte Stärke 11 und 12. Die See ist weiß. Man muß mit aller Kraft brüllen, wenn man sich verständigen will. Wir haben keinen trockenen Faden mehr am Leibe trotz Südwester und Oelzeug. An Weiterfahren ist nicht zu denken, wenn nicht alles kaputtgeschlagen werden soll. Wir drehen, deshalb bei und warten hier vor der Dänemarlsstraße, bi« der Sturm ausgetobt bat. Die Ausguckposten klammem sich fest an der Reling und versuchen die Dunkelheit, oie schon feit halb vier Uhr nachmittags uns einhüllt wir sind auf 68 Grad nördlicher Breite, mit

ihren Augen zu durchdringen. Es muß hier doch irgendwo ein Engländer sein! Sollte denn die ganze Blockade nur englischer Blusf fein?

Sie konnten die Augen kaum mehr aufhalten, das Salzwasser biß gehörig darin. Aber es kam kein Engländer. Hatten eure Helfer euch nicht gemeldet:Der Wolf ist los?" War euch zu schlechtes Wetter heute, liebe Feinde? Bleibt ruhig zu Hause, wir finden schon alleine den Weg. So jubelten wir, während der Sturm in den Masten heulte. Er Pfeift in allen Tonarten um die Ecken des Kartenhauses, singt an allen Türen und bläst durch sämtliche Knopflöcher . . . huiiiii . . . huumiiii. Endlich kommt die Ablösung für die beiden Offiziere der Wache auf die Drücke. Die Wachübergabe geht schnell.

Am 7. Dezember sieht endlich ein blaues Fleckchen Himmel durch die Sturmwolken hin­durch, und bald flaute ab. Wir dampften mit Kurs Westnordwest bei völlig ruhigem Wetter in die Dänemarkstrafte hinein. Der F. T.-Ver- kehr englischer Kriegsschiffe wurde deutlich be­obachtet, doch konnten wir ihre chiffrierten Tele­gramme nicht lesen. Die Leute in der F. T.- Station waren zeitweise ganz aufgeregt.Ieht ist er ganz nahe. Das ist wieder derselbe Kreuzer. -- Der kommt hierher!" sagten sie, dann lauschten sie weiter. Aber bald beruhigten sic sich wieder. Es ist ja nicht möglich, von der Lautstärke der aufgefangenen F. T.--Zeichen auf die Entfernung der gebenden Station zu schlie- ften.

Am 9. Dezember 1916 war die See spiegel­glatt. Kein Lüftchen regle sich, totenstille, ster­nenlose Rächt. Gegen elf Hhr morgens fing« bläulich zu dämmern an. Leicht wiegen sich geister­hafte weifte Gestalten auf der flachen Dünung an uns vorüber, es sind Eisschollen. Manche sehen aus wie alte Männer, Pilze, Lohengrins Schwan mit einem Rachen. Dläulich weih leuchten sie durch das tiefdunkle Dian, in das alles getaucht war. Wir steuerten vorsichtig durch die glas­harten Gesellen hindurch. Der Trupp der Eis­geister ist vorüber. Hell strahlte der volle Mond dicht über dem Horizont. Das Meer legt einen Panzer an, einen Panzer aus Eisschuppen, und der Mond spiegelt sich nach Herzenslust darin:

ken Westwinden und vermochte nach etwa einer Stunde trotz Gewitters glatt in Gompertshausen bei Hildburghausen zu landen. Die_ Luftlinie zwischen Start und Ziel beträgt 6 5 Kilo- m c t e r. Kegel hat damit eine n e u e Strecken- Welthöchstleistung ausgestellt. Der bis­herige Rekord wurde mit 24,4 Kilometer von □Beb ring seit vergangenem Herbst gehalten. Im Fliegerlager auf der Rhön herrscht Clubei- ftimnuing.

Handball.

HandbaAweAspiel

der Städtemannschasten.

Koblen;-Gießen 6:2 (2:1).

Zum ersten Male trat die Gießener Städte - mannschaft in ihrer Heimatstadt einem auswär­tigen Gegner gegenüber. Die Städtemannschast aus Koblenz hatte die weite Reise nicht gescheut, um hier ein Freundschaftsspiel au^ufrageu. Eine für Gießener Verhältnisse immerhin zahlreiche Zuschauerzahl hatte sich auf dem Waldspielplatz des V. f. D. eingefunden. Don vornherein sei festgestellt, daß das Spiel nicht restlos befrie­digen tonnte. Richt der Ausgang des Spieles etwa war die Ursache: Gießen mußte gegen Koblenz verlieren, denn diese waren die bes­sere Mannschaft, die, nachdem sie sich an den grasigen Doden gewöhnt hatte, ein schönes, flüs­siges Spiel zeigten. Sie waren in Schnelligkeit und im Ausnuhen der Augenblickslage den Ein­heimischen überlegen. Auch ihr Stellungsspiel war ansprechend. Zum Lobe der Hnfercn kann angeführt werden, daft sie das Spiel offen spiel­ten und daß sie zufammenspielen können, viel­leicht lag aber in der Lieberkombination ein Fehler, daft nicht allzu viele Zähler gebucht werden konnten. Der andere Punkt, der das Spiel zu einem glatten Versager stempelte, war der Schiedsrichter. Einerseits übertrieben pein­lich genau in Kleinigkeiten, war er andererseits in entscheidenden Momenten von einer seltenen Großzügigkeit. Vor allem entging ihm der Sinn dieses Freundschaftsspieles vollkommen, denn sonst hätte es nicht zur Herausstellung eines Spielers kommen dürfen: eine entschiedene, ver­warnende Zurechtweisung hätte denselben Er­folg gehabt, denn die Autorität des Schieds­richters war in feinem Falle in Gefahr, viel­mehr kann man dem Benehmen der Spieler bei­der Mannschaften nur ein gutes Zeugnis aus- steilen. Das Ergebnis mit 6:2 für Koblenz ist etwas zu überzeugend, doch auch dies kann in sehr innige Beziehung zur Schiedsrichter- frage gesetzt werden. Immerhin hat mit dem Siege von Koblenz die besser spielende Mann­schaft gewonnen.

Handball in Gießen.

Tur», und Sportverein Sußboch IRännerfurn- vcrein Gießen (D. T.) 6:5 (4:3).

Q Gestern hatten die Handballspieler des Männer-Tumvereins die sieggewohnte Butz­bacher Elf, die schon seit Iahren den stolzen Meistertttel des Gaues Hessen innehat, zu Gast. Zum ersten Male konnte auf dem unter sehr schwierigen Verhältnissen und unter außerordent­lichen Opfern hergerichteten Platz im Schissen- bergertalc gespielt werden. Das Gefühl auf eigenem Boden zu spielen, gab der heimischen Mannschaft den Mut, einen so starken Gegner, sicher den besten des Gaues, zu verpflichten. Das Spiel, nicht nur das erste auf dem neuen Platze, sondern auch für beide Mannschaften das erste nach der Sommerpause, war äußerst flink und schön für Spieler und Zuschauer. Schon das Ergebnis legt Zeugnis dafür ab, daft zwei völlig gleichwertige Mannschasten ihre Kräfte maßen. Zwar war die Spielweise durchaus nicht gleich: bei Butzbach war das. Spiel auf zwei völlig überragende Spieler, die der Mannschaft Stühe und Rückhalt waren, zugeschnitten: bei Gießen sah man ein gleichmäßig verteiltes Zu­sammenspiel, bei welchem die zwei bis drei schwachen Punkte wenig mitzuwirken vermochten.

Gießen kann durch zwei hübsche Erfolge in Führung gehen. Ein Dreizehnmeterball bringt Butzbach den ersten Erfolg, dem bald darauf der zweite und somit der Ausgleich folgt. Wie­derum nimmt Gießen die Führung: Butzbach zieht gleich und jagt den 4. Treffer ins Reh. Mit 4:3 zugunsten der Gäste endet die erste Spielhälfte. Butzbach geht nun mächtig ins Zeug und kann seine Heberlcgcnbeit mit einem Stande

das gleißt und flimmert, das blitzt und glänzt wie gülden Geschmeide und Edelgestein. Stille ringsherum, das Gis rauscht an der Bordwand Run steigt der Mond wieder höher und ver­schwindet hinter den Wolken. Es ist elf il&r vor­mittags. Die Sonne schickt ihre leuchtenden Strah­len flach übers Wasser zu uns nach dem Rorden herauf, sieht über den Horizont, sagt uns freund­lichGuten Morgen" und verschwindet wieder, und alles ist eingetaucht in bläuliche Dämmerung.

Vier Hhr nachmittags. Ich komme auf die Drücke, um die Wache zu übernehmen. Alles sieht nach Dackbord voraus angestrengt durch die Dop­pelgläser.Was ist denn da?" frage ich den wachhabenden Offizier.Also, da ist Land, hier mitten in der Dänemarkstrafte Land?" sagt er. 3a, tatsächlich Land es schienen schneebedeckte Felsen zu fein nein, ein Eisberg ists. Toten­stille ... Eisschollen treiben langsam vorbei. Da liegt der Riese:Kommt mir nicht zu nahe, denkt an Titanic!" scheint er zu warnen. Wir weichen ihm int Dogen aus. Während er sich anfangs dunkel vom Horizont abhob, leuchtet er nun im tiefdunklen Dian der Rächt in eisiger Majestät gespenstisch zu und herüber. Der Mond bricht wieder durch die Wolken und überstrahlt hell das glitzernde Eis. Dunkel hebt sich der Eisberg gegen den Mondscheinhimmel ab gleich einer neuen Insel Helgoland, und schließlich verschwindet er in der Dunkelheit. Rauschend durchschneidet sich unser Schiff seine Dahn durch das dichte Eis. Es sind 20 Grad Kälte: das Wasserthermometer zeigt 2 Grad. Ob wir' festfrieren?

Am 10. Dezember in der Frühe verlassen wir das Gis und sind nun im freien Ozean.Durch! Durch die Blockade!" sagten wir strahlend. DaS war ein schönes Gefühl, ein Gefühl her Er­leichterung : Wir sind im freien Ozean! Das entschädigte für all die Enttäuschungen und die harte mühevolle Arbeit, die uns derWolf" in her Heimat gekostet hatte. Man knüpfte das Oelzeug auf, lüftete den Schal, atmete tief und merlle plötzlich wie müde man war. Geschlafen hatte wohl feiner während der letzten Woche.

von 6:3 deutlich bewerfen. Gießen wrrd zwar nie eingeschnürt, immer und immer neue Angriffe werden angelegt und hübsch vorgebracht. Doch reichlich vom Pech verfolgt, vermögen die Stür­mer nichts Zählbares zu erreichen. Sieben sichere Torgelegenheiten werdenversiebt". Eine Um­stellung bringt den Männerturnern wieder die Oberhand. Zwei Tore find das Ergebnis und der Ausgleich war öfters sehr nahe. Mit 6:5 bleiben, die Butzbacher als die Glücklicheren Sieger. Ein Lob verdienen die beiden Tormänner, von denen: feiner dem andern nachsteht, sie haben beide sehr schwere Sachen gemeistert. Im übrigen hat das Spiel gezeigt, daß es keine Hnrnöglichkeit ist, bem Gaumeister nahezukommen.

Das Sviel wurde von Turner Kaiser, Turnverein 1846 Gießen, unbedingt korrekt und einwandfrei, vielleicht nur ein wenig weich, ge­leitet. Die Spieler machten ihm fein Amt nicht allzu schwer, eine Tatsache, die mit Freude fest- gestellt sei.

Turnen.

Die D. T.-Meisterschasten in Dudeldorf.

Die Meisterschaften der 'Sc u t schen Turnerschaft brachten am Sonntag in Düssel­dorf folgende Meister: Marathonlauf: Tietz- T. S. V. Friesen, Berlin 2:42:13,6. Weithoch­sprung: Mor g c n ft e r n-T. V. Leipzig-Gönnewih 1,60 3,20 Meter. Steinstoßen, bestarmig: Lingnau -- Eintracht Dortmund 9,87 Meter, beidarmig: L in g n a u - Eintracht Dortmund 17.87 Meter (neue D. T.-Höchstleistung). Schleuderballwerfen: Hehnen - Oldenburger

Turnerbund 62,85 Meter. - Schlagballwerfen: Schulz- Lübz 104,10 Meter. Turnerinnen: Diskuswerfen: Fr. Collmih - T. V. Rieder­lehme 26,64 Meter. Weitfprung: Frl. Mül­ler- Mainz 5,33 Meter. Schwimmen: 100 Meter Brust Turner-nncn Frl. Krutwig- Donn und Frl. R i e ck e - Kiel 1: 40,4. 400 Meter bei. Turner: Höchel-AT. V. Drenier- havcn 6:5,8. - 100 Meter Turnerinnen 1. Inn­rer- Kassel 12,3 (neue Delth öch stlei stung). Hochsprung: Kunze- Berlin-Schöneberg 1,805. Kugelstoßen Turnerinnen: Fr. Goll- m i h-Riederlehme 10,12. - 400 Meter: Dräu- nig ° T. V. Dresden 50,2 (neue D. T.-Höchst­leistung). Speerwerfen: Kern-Mainz 52,82 Meter. 1500 Meier: Thiede-T. D. Dies­dorf 4: 12. 4 100 Meter Turnerinnen: Ham­burger Turnerbund 62 5,21 (D. T.-Höchstleistung). 4 100 Meter Turner: T. F. C. Ludwigs­hafen 44,1. Weitsprung: Scheck-Tg. Stutt­gart 6.88 Meter. Hochsprung Turnerinnen: Müller-Mainz 1.48 Meter. - 200 Meter: Lammers- Oldenburg 22.8. Diskuswerfen r Lingnau - Dortmund 43,40. 5000 Meter: S ch a u e n b u r g - T. V. Hüxe 14:6,2. Stab hochspmng: D eu s ch - Braunschweig 3,73 Itter (D. T.-Höchstleistung). Schwedenstaffel: Kölner T. V. 43 2: 3.8. Kugelstoßen: Schwalb - Lot­tern 13,52 Meter. 110 Meter Hürden: Anton - Berlin 15,9 (D. T.°Höchstleifkung). 3x1000 Meter: A. T. D. Berlin 8:9,9. Kreisstaffel: Brandenburg 4:32. Zehnkampf: Mönch- Marburg 1043.

Vezirksmeisterschaftsturnen der Arbeiterturner in Annerod.

eboten, die sicherlich

merinnen fanden bei

begann unter Leu

Am Sonntagvormiktac

hing des Dezirksturnwart Amend - Krofdorf,

nermnen aus den Dezirksdereinen eingefunden hatte. Umrahmt von Gesangsvorträgen des Ge­sangvereins Heiterkeit-Am^rod unter Leitung seines Dirigenten Groft-Isviefeck wurden nun turnerische Darbietungen ' . '' ' '

bem Turnsport neue Jrerttde zugeführt haben.

ußungen der Krofdorier T den Zuschauern sehr stärkest Beifall.

£ Als Abschluß bet reist turnerischen Ver­anstaltungen für bas laufende Iaht sand am Sonntag in Annerod das Bezirksmttste.rschafts- turnen statt. Verbunden war damit am Sams­tagabend eine Werbeveranftaltung, zu der sich bereits eine größere Anzahl Turner und Tur-

Hebungcn der Bezirksriege die gymnastischen Hebungen der Turnerinnen

Heuchelheims und schließlichpie rhythmischen Stab-

Sowohl die Auswahl bei Hebungsstoffes als auch dessen ausgezeichnete Vorführung toaren als mustergültig zu bezeichien. Die rhythmischen Freiübungen der Turneri men Krofdorfs, die ~ an Barren und Reck,

Eine Vese lsgung

sonst schnell am nächsten Auch bei der Hmschaltu

g auf die schwächeren Fahrer selbst eine Hn-

der Schernwe

Iebcr Automobilsahrs einen gefährlicheren Äuget wenn er in der Dunkely werfet eines entgegenlonj Führer rücksichtslos die abfteHt, geblendet wird: weiter nichts übrig, als

! fergefahr.

er weiß, daß es kaum iblick für ihn gibt, als rit durch den Schein- tnenden Aickos, dessen starken Lampen nicht s bleibt ihm meistens anzuhalten, weil er Baume landen könnte.

Lampen entsteht für den , sicherheit dadurch, daft fern Auge zur Anpassung

an die geringere Beleuchtung 3 bis 5 Sekunden braucht, während der er eine Strecke von 40 bis

sehen, zurücklegen muß.

70 Meter ohne recht zu

geführt hat, scheint wir Es besteht, wie dieHm

Quellen berichtet, in bu Benutzung blauer und

orangefarbener Gläser.

nach Belieben vor den

icintoerfem fuhr,

Es sind schon viele Virßiche gemacht worden, diesem Hebelftanbe abjuBelfen, aber erst ein neues Verfahren, das der Ar erikaner Chambers ein-

farbenen heraus. Am sind nun zwei Glasschei

Windschutz des Wagens en angebracht, eine blaue

Blaufcheibe, in bet die Orangescheibe einz suchssahrten tonnte mc

ntgcgengefetjten Richtung schalten ist. Bei ben CBer» n unter solchen Dedingun-

lid) Abhilfe zu bringen, hau" nach amerikanischen

gen an einem entgegenkommenden Wagen die Rummern erkennen usid auch die Personen, die

im Innern des Wagens sahen, obgleich dieser selbst mit offenen E>

und eine orange, die Uuu, v«.,l

Ausblick des Fahrers geschaltet werden können, wobei sich automatisch Zugleich eine Glasscheibe von gleicher Farbe aift) vor die Scheinwerfer

Das farbige Glas läßt nur "Lichtstrahlen gleicher Farbe passieren und fängt die anderen, bcstcnders die komplementär-

schiebt. So erscheint bed Fahrer durch die gleich- farbene Scheibe der Äeg so hell, als läge er in weißem Licht da. lKommt ein Wagen mit Scheinwerfern mit Kotiplementärlicht entgegen, so sieht er diesen wohl im Licht seiner Schein­werfer, wird aber du ch die des Gegenfahrers nicht geblendet. Hm befc Möglichkeit zu haben, müßte für jede Land!raße eingeführt werben, daft beim Befahren n< h der einen Richtung die