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Nr. 190 Zweites Blatt «' ."21 »«ane «iffHwn! i vom Deutschtum der Bukowina.

Einen erfreulichen Beweis dafür, wie gerade der Kampf um »das Bolkstum das deutsche Bewußtsein nicht zu schwächen, sondern im Gegen­teil im selben Maße, in dem etappenweise wesent­liche Rechte genommen werden, zu stärken im­stande ist, hat in der letzten Zeit das Deutschtum der Bukowina geliefert.

Dieses deutsche Siedlungsgebiet des groh- rumänischen Staates umfaßt rund 70 000 Seelen während die Zahl der Gcsamtbrvölkerung der Bukowina bei einer Gesamtoberfläche von 10 441 Quadratkilometer rund 820 000 Seelen beträgt und seht sich aus den drei sprachlichen Gruppen der Schwaben, Deutschböhmen und Zipser Sachsen zusammen, die sich seit dem Jahre 1774, als Oesterreich in den Besitz der Bukowina kam, hier ansiedelten und trotz des un­gewöhnlichen Döllergemisches es wohnen in der Bukowina Rumänen, Ukrainer, Polen. Ria- oyaren, Juden, Tschechen und Zigeuner ihre Eigenart und ihre Mundart rein erhielten. Auch heute noch sind die Schwaben vor allem Land­wirte, während die Deutschböhmen ebenso wie die Zipser Sachsen neben ihren kleinen Wirt­schaften in der Holzindustrie Verwendung suchen, die Zipser Sachsen außerdem seit dein Rückgang des Bergbaues als Holzflößer eine bedeutende Rolle spielen.

Dieses Deutschtum der Bukowina hat von allen deutschen Siedlungsgebieten der heute im großrumänischen Staate zusammengefaßten Län­der unter den politischen und wirtschaftlichen Veränderungen seit 1918 vielleicht am schwersten zu tragen gehabt. Es ist vor allem der Kampf um die deutsche Schule, der sich wie ein roter Faden durch die junge Geschichte der deut­schen Organisationen für die Bukowina hindurch­zieht. In der österreichischen Zeit hatten sich die Bukowiner Deutschen über einen M.mgel an Schu­len nicht zu beklagen, zumal da das österreichische Rcichsvolksschulgeseh Har bestimmte, daß dort, wo eine völkische Minderheit 40 schulpflichtige Kinder nachzuweisen vermochte, eine Klasse für die betreffende Ration errichtet werden mußte. Dis zum Jahr 1922 war der Stand der deutschen Schulen, soweit Schulkinder deutscher Rationali­tät in Betracht kamen, im allgemeinen unge­schmälert geblieben. Seit diesein Zeitpunkt ober setzte eine systematische Rumänisierung ein, die das deutsche Schulwesen mit der Vernichtung bedrohte. So betrug die Gesamtzahl der deut­schen Schulklassen im Jahr 1914 auf dem flachen Land (Czernowih-Stadt nicht mitinbegriffen) 376. Rach dem Umsturz fiel naturgemäß eine ganze Reihe von deutschen Klassen in jenen Orten, die keine nennenswerte deutschsprechende Bevölkerung ausweifen, sofort weg, und nur in den Gemeinden mit vorwiegend deutschem Charakter blieben die deutschen Volksschulen bestehen.

Anfang .1926 bestanden einschließlich von Czernowih-Stadt nur mehr 19 Schulen mit 67 Klassen, während die übrigen rumänisiert wur­den: die Zahl der diese rumänisierten Schulen besuchenden deutschen Kinder beträgt nach An­gaben des deutschen Dolksrates für die Buko­wina rund 5000. Dazu muß außerdem bemerkt werden, daß auch die noch vorhandenen deutschen Schulen infolge des starken Hervortretens des rumänischen Sprachunterrichtes eigentlich utra­quistische Schulen sind. Roch viel schlimmer als mit der Volksschule steht es mit der Mit­telschule. Von den zahlreichen deutschen Mit­telschulen, die früher in der Bukowina bestan­den, ist nur eine einzige Anstalt deutsch geblieben, und zwar das zweite Staatsgymnasium in Czer­nowitz, das aber heute ebenfalls ausgesprochen utraquistisch ist.

Bei dieser Lage der Dinge ist es um so erfreulicher, wenn man feststellen kann, wie sehr das Bukowiner Deutschtum bemüht ist. aus eigener Kraft die schweren Wunden zu heilen, die ihm durch die Verhältnisse geschlagen wurden. So hatte drr VereinDeutsche Mittel­schule" nach der Rumänisierung des deutschen Staatsgymnasiums in Radautz in dieser Stadt, in der über 6000 Deutsche wohnen und die auch in nächster Umgebung zahlreiche Gemeinden mit starker deutscher Einwohnerschaft zählt, ein deut-

war bringt die Leipziger Technische Messe Herbst 1926?

Don Dipl.-Jng. Mangold.

(Nachdruck verboten.)

Wenn es der Leipziger Messe gelungen ist, ihre großen Aufgaben seit nunmehr 1000 Jahren stets zum Besten einer allgemeinen Volks- und Weltwirtschaft zu erfüllen, so verdankt sie das vor allem dem Umstand, daß sie sich stets den Federungen der Zeit anzupassen verstanden hat. So wurde aus dem Heinen Grenzmarkt des 10. und 11. Jahrhunderts jener großartige Waren- austauschplatz des spä'.eren Mittelalters, der sei­nen Höhepunkt in der Zeit des Frühkapitalismus erlebte. Seit der Mitte deS vorigen Jahrhunderts sehen wir dann, wie !ie sich klar und bestimmt den Forderungen der modernen Wirtschaft an» paßt und ihre äußere Form vollständig ändert. Während bis dahin das Messegeschäft eine direkte Warenmesse war. auf der die Kaufleute aus aller Herren Länder ahrlich drei Mal einen mehr oder minder großen Warenvorrat brachten, dort verkauften und vieleicht dafür andere Waren mit nach Hause normet, ändert sich dies unter der Entwicklung der Technik und Industrie. Die Messe wurde fast ausschlehlich eine reine Muster­messe, d. h. es werden auf ihr selbst nur noch Muster gezeigt und Bestellung auf Lieferung entgegengenommen, die dann direkt vom Fabri- kattonsort zum Heimat>rt des Käufers gehem Etwas anderes wäre auch heute wirtschatts- und verkehrstechnisch ga: nicht möglich.

Kurz nach dem Kri'ge erhielt öte Leipziger Messe eine neue wichtige Angliederung: 2Xe Technische Messe, die erstmalig im Frühjahr 1920 auftrat und sick in wenigen Jahren so entwickelt hat, daß sie heute die vielen und groben Hallen nebst einem großen Freigelände am Dölkccschlachtdenkmal belegt. Gleichzeitig trat hier zur Form der Mustermesse, die auch auf der Techniken Messe vorherrschend ist, noch die Einzel- und Fachausstellung hinzu. So wird oft eine techniscre Anlage, ehe sie dem Käufer abgeliefert wird, auf der Messe ausge­stellt. Ferner werden in steigendem Maße Grup­pen zu einer Fachausstellung zusammengezogen, Pie nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten geord­net ist. Im übrigen tritt auf der technischen

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Montag, 16. August 1926

! ches Privatrealgymnasium begründet, dessen Fortbestand bei einer Zahl von über 750 schulpflichtigen Kindern in Radautz allein fest gesichert ist. Eine Lebensrage für diele Anstalt ist jedoch die Erlangung des Oelfentlichkeitsrech- tes. Die Verwirklichung dieses Programmpunktes Ware nicht unmöglich, doch gehört als gesetzliche Voraussetzung der Besitz entsprechender eigener Echulräume dazu ihn nun diese Voraussetzung zu verwirklichen, beschloß im letzten Drittel des Monates Juni die Ortsgruppe 'Radautz des Vereines der christlichen Deutschen in der Buko­wina" zusammen mit demRadauher deutschen katholischen Leseverein", für das Privatreal­gymnasium den Dau eines eigenen Gebäudes den gesetzlichen Vorschriften entsprechend aus eigenen Mitteln durchzuführen.

Ebenso erfreulich ist der Aufbauwilie. der sich auf dem Gebiet der nationalen Schutz- vereine zeigt. Die Sorge um die Erhaltung

Messe immer mehr die Dranchenkonzentration hervor. Wir nennen die Gruppe der Baumesse, das Haus der Elektrotechnik, die große Halle der Werkzeugmaschinen, die Kuppelhalle als Estt-Haus (Eisen- und Stahlwaren) und Ein­kaufsstelle für den Eisenhändler und schließlich die Sondergruppe Brennstoff, Kraft und Wärme in der in diesem Frühjahr erbauten Halle XXl usw.

Die Weiterentwicklung der Leipziger Messe ist natürlich damit nicht abgeschlossen und wird sich stets an die Wege der Wirtschaftsentwicklung anschliehen, die vielleicht heute wieder einmal mehr als die Leser ahnen, in einer Umwälzung steht. Rachdem die Technik vor etwa 120 Jahren durch Uebernahme der Ergebnisse naturwissen­schaftlicher Forschung die menschlichen Kräfte Der» hundert- und vertausendfacht hat. sehen wir heute die Ergebnisse der psychologischen Wissenschaften in die Praxis eindringen. Der Ruf nach Typi­sierung und Rormalisierung. ferner die Prin­zipien einer wissenschaftlichen Detriebsführung sind die Begleiter dieses Prozesses. Wie man seinerzeit durch die Maschine die menschliche Leistung ungeheuer steigerte und noch steigert, so ist man in der Lage, die Produktion wiederum dadurch um ein Bedeutendes zu erhöhen, indem man die seelischen Kräfte des Menschen wissen­schaftlich erforscht und dies auf die Praxis an- wendet.

Aehnliche Umwandlungen ergeben sich für den Vertrieb der Ware und für die Gewinnung neuer Absatzmärkte, wenn man die Ergebnisse der Völkerpsychologie und der Geopolitik prak- ttsch ausnuht. Damit ist jüngst begonnen worden. In dem Maße, wie man hier weiterkommt, wird sich auch die Leipziger Messe erneut umstellen. So dürfen wir mit Recht die Leipziger Messe als eine Organisation bezeichnen, die auf der Welt nicht ihresgleichen hat. wenn auch während des Krieges im Ausland versucht wurde, aller­dings ohne Erfolg, sie nachzuahmen. Auf Grund ihres vorzüglichen Aufbaues und ihrer Jnter- nationalität sowohl von Aussteller- als Ein- käuferschaft dient sie der Weltwirtschaft. Jeder, der dem Weltmarkt etwas Wertvolles zu bieten in der Lage ist, findet in Leipzig eine wertvolle Drücke zum Absatz. Der Interessent für die Technische Messe findet hier die einzigartige Ge­legenheit, die verschiedenen Fabrikate, die für

der völkischen Eigenart hatte im Jahre 1897 die Gründung des »Vereins der christlichen 'Deutschen in der Bukowina' veranlabt. Don welch großer Wichtigkeit die Tätigkeit dieses Vereines ist, bt weist der Umstand, daß beinahe gleichzeitig mit den Plänen der Errichtung eines eigenen Schul­gebäudes für das Gymnasium in Radautz die Ortsgruppe Jllischestie desVereins der christ­lichen Deutschen in der Bukowina" beschloß, in ihrem Orte, der einer der größten und reichsten deutschen Gemeinden im Süden der Bukowina darstellt und rund 2000 deutsche Einwohner, durchweg fleißige schwäbische Kolonisten, zählt, ein eigenesDeutsches H a u d zu errichten.

Sv bedeutungslos diese Pläne von Radautz und Jllischestie erscheinen mögen, so wichttg sind sie als Lichtpunkte und als Beweise dafür, daß auch das buchenlündische Deutschtum trotz aller schwerer Rot seit 1918 an der Arbeit ist, seinen Platz an der Sonne zu erkämpfen.

seine Zwecke in Betracht kommen, nebeneinander zu vergleichen und das für ihn Geeignetste her­auszufinden. Ferner gibt die Technische Messe einen Ueberblick über die neuesten Fortschritte und Verbesserungen und damit dem Besucher wertvolle Anregungen für seinen eigenen Be­trieb. Durch Besprechungen mit Ausstellern hört man von deren Erfahrungen. Wie nützlich solch ein Gedankenaustausch mit Fachleuten ist. weiß jedermann.

Während in der Allgemeinen Mustermesse im Innern der Stadt die Frühjahrs- und Herbst­messe infolge des jeweiligen Saisongeschäftes den gleichen Umfang hat, ist dies bei der Technischen Messe nicht der Fall. Hier ist normalerweise die Herbstmesse kleiner als die Frühjahrsmesse, was in der Eigenart der Technischen Messe begründet ist. Dies schließt aber nicht aus, daß auch die Herbstmesse für den Besucher und Aussteller eine große Bedeutung hat und ihr Besuch durchaus gerechtfertigt ist. Auch die diesjährige Herbst­messe wird trotz der schwierigen Wirtschaftslage Interessantes und auch Reues bieten.

Bei der Daumesse ist der ganze vorhandene Raum wieder voll belegt, was ein Beweis dafür ist, daß Baustoffe. Baumaschinen und Heizungs- anlagen in Leipzig ein erfolgreiches Absatzgebiet haben. Außerdem find chr direkt oder innerhalb anderer Gruppen der Messe wertvolle Zweige angegliedert, die im Zeichen praktischer Bau­wirtschaft stehen und heute mit Recht besondere Beachtung finden. Wir nennen die Einrichtung von Schlachthäusern und Kühlräumen, Küchen und Aufbewahrungsräume einer Gastwirtschaft, Backstuben, den Qaöenbau und vor allen Dingen die Herstellung von Garagen für den Kratt- wagen. Dazu kommen noch praktische Lösungen für die Anlage von Sportplätzen und Bade­gelegenheiten, sowie die Lichtreklame in der Großstadt. Zwei in der Halle XXI gegenüber der Daumesse untergebrachte Sonderausstellungen ..Deutsche Ziegelbauausstellung" (Beiter Architekt Höger, Hamburg) und über amerikanische Archi­tektur (veranstaltet vom Dund Deutscher Archi­tekten), dürsten besonderes Interesse finden und auch manchen neuen Weg zeigen. Auch eine deutsche Architelturfchau wird daneben vorhanden sein. 3m Anschluß daran hält der Reichsverband der Deutschen Mauerstein-, Ziegel- und Ton- Industrie seine diesjährige Wanoerversammlung

schaftlich schönen Landes. einer ewig strahlenden Sonne bewohnen diese Stadt lebensfrohe Men- schon, die stolz lind auf ihr sonniges Kalifornien, auf ihr Los AngelcS. Alles sollen wir fennen- lerncn. was Stadt und Umgegend an Schönheit bieten können, und sollen davon der Heimat erzählen. Ausflüge. Bälle und Festlichkeiten neh­men fein Ende Lind waS au( mich einen beson­deren Eindkuä machte, man fühlte sich hier nie verlassen. Stand mau einen Augenblick ratlos an einer Straßenecke, dann konnte man mit unfehlbarer Sicherheit daraus rechnen, daß im nächsten Augenblick ein Wagen vorfuhr ?ia. wollt Ihr mit?" Unb wir wußten, daß mir dem Besitzer des Wagens nichts Lieberes antun konn­ten.Wohin soll ich Euch ßrhren?"Irgend­wohin": es war ja überall schön Unb wenn wir darüber nachdachlen. wem wir all diese Aufmerk­samkeit zu verdanken haben, so ist es letzten Endes immer unsere Uniform, in der wir die Heimat vertreten und auf die wir stolz fein können

Fast hätte ich ein wichtiges Ereignis ver­gessen. Eines schönen Tages drangen wir auch in das Reich der Filmschönheiten ein und konnten sie bei ihrer Arbeit beobachten. Wir sahen unS im Metwo-Grldwyn-Mayer Studio das Ent­stehen eines Filmes an und konnten die Erfah­rung machen, daß die Herstellung eines Films viel Arbeit kostet. Gehorsam müssen die gefeier­ten Filmdiven den Anordnungen des Regisseurs Folge leisten und tun es mit eiserner Disziplin. Wir waren von so viel Schönheit, wie sie hier aus einem Fleck versammelt war, ganz entzückt. Ganz versonnen tat mancher am nächsten Tage seinen Dienst, summte wohl ein Liedchen vor sich hin. Ich hab mein Herz in Hollywood verloren..."

Welch großen Interesses sich auch unser Kreuzer erfreute,, zeigte uns der äußerst rege Besuch. In den Rachmittagsstunden war das Schiff von Booten förmlich umlagert und wäh­rend der Besuchszeit wurde das Fallreep über­haupt nicht mehr leer. Tausende von Menschen strömten an Bord und es war unsere Ausgabe, etwas Ordnung in den Trubel zu bringen, den Besuch im Schiffe zu führen und auf die vielen Fragen Auskunft zu geben. Man sah eS ihnen an, sie hatten sich eine andere Vorstellung uon unserer neuen Marine gemacht. Wenn die Sichrr- heitswache beim An- und Donbordgehen von höheren Offizieren antrat, einen guten Gewehr­griff machte, oder die Posten ablösten, konnten sie stundenlang zusehen und sagten dann ganz erstaunt:Das ist ja noch so wie früher!" Unb als dann die für Los Angeles festgesetzte Zeit viel zu schnell vorübergegangen war, wir den Anker zur Weiterfahrt lichteten, da beglcitet:n uns viele Boote:Glückliche Reise und auf bal­diges Wiedersehen." Lange noch sah man sie winken: wir schieden ungern von dieser schönen Stadt. Sie hätten uns gern noch einen Tag länger gehalten, doch den Skagerraktag, den wollten mir für uns allein haben, den wollten mir auf hoher See feiern. Am Dortopp wehte unsere alte Kriegsflagge und unser Kommandant sprach zu uns von der ruhmreichen Schlacht, vom Siegen und Sterben deutscher Männer. Der Tag war für uns dienstfrei.

Schon in den frühen Morgenstunden des nächsten Tages ist Land in Sicht. Bei schönem Wetter passieren wir das goldene Tor, eine enge Fahrstraße, durch die uns der Lotse steuert. Beim Passieren des Gort Poiitt feuern wir den Landessalut, der etwas später vom Präsidio er­widert wird. Dann kommt die Stadt in Sicht. Die Häuser ziehen sich den Abhang hinauf und man kann die schnurgeraden, parallel laufenden Straßen sehen. Wie winzige Käser sehen die auf dem Straßennetz hin- und h^rfahrenden Autos aus. Roch eine Ecke und bann liegen die Türme, die Hochbauten des goldenen Tores vor uns. Dis zu 18 Stockwerken erheben sich ein­zelne Gebäude. Ein Begrühungsdampfer mit Dertretern der Stadt kommt uns entgegen. Der Generalkonsul, der Bürgermeister und andere Dertreter der Stadt, Filmoperateure nicht zu vergessen!, kommen an Bord und begrüßen den Kommandanten. Wir Kadetten machen uns klar zum offiziellen Empfang im Rathaufe. An der Pina hat sich eine große Menge Reugieriger angesammelt. Eine Schar junger Mädchen

während der Messe in Leipzig ab, was wiederum der Keramik-Industrie Anlaß zu erhöhter Be­teiligung gibt. Die Hallen IV, V und VIII (Ar­maturen, Gas und Gasverwertung, Rahrungs- mittelgemerbc, sowie Elektro- und Radiotechnik, Fahrzeuge und Zubehör, Großmaschinen und Kraftfahrzeuge) werden ungefähr in dem glei­chen Umfange wieder belegt fein. Besonders weisen wir auf Fortschritte in Maschinen für das Rahrungsmittelgewerbe und Radioapparate zum Empfang großer Wellenlängen (1300 Meter deutsche Welle) hin. Die Schuh- und fieber» messe ist diesesmal von Halle VII nach Hatte XIII verlegt worden. Die Werkzeugmaschinenschau (Halle IX) stellt erst im kommenden Frühjahr wieder aus. jedoch werden Werlzeugmaschinen in Halle XI zu finden fein. Das Haus der Elektro­technik ist geöffnet, die Ausstellungen werden aber in kleinerem Umfange zur Frühjahrsmesse stattfinden.

Doll belegt wird die Halle XI und das vor ihr liegende Freigelände fein, wo neben den Werkzeugmaschinen. Textilmaschinen auch Kar- tonnagemaschinen, bann Pumpen. Kompressoren und Gebläse, Schneide» und Schweißanlagen, Hüttenprodukte ulw. zu sehen sind. Die Förder­technik stellt neben Fahrzeugen aller Art auf der Freigelände vor Halle Xi aus.

Mit der Unterbringung des gesamten Eisen­warenhandels in der großen Kuppelhalle XII mit ihren Anbauten, die schon seit 1924 dem Eisen- und Stahlwaren-Jndustrieverband. Sitz Elberfeld (Esti-Messe), ein würdiges Heim bietet, ist ein großer Schritt vorwärts auf dem Wege zur Dranchenkonzentration getan. Ohne Zweifel werden diese Bestrebungen in Einkäufer- wie Ausstetterlreisen nur begrüßt werden Hier ist auch die Gruppe Kolonialbedarf iArbeitsgemein­schaft für Auslands- und KolonialtechnikAko- tech" Berlin) zu finden.

Halle XVIII enthält wieder die erweiterte Rohstoffausstellung von Sowjet-Rußland und außerdem noch eine Ausstellung des Deut­schen Ersinderschutzverbandes-München, während Halle XXI wiederum die Sondergruppe Drenn- stosfe und Wärme birgt. Hier sind besonder- Anlagen zu Abdampfverwertung, sowie feuer* und säurefeste Schamotte für die chemische In­dustrie zu erwähnen.

Kreuzer Hamburg in Los Angeles und San Franzisko.

Don einem Seekadetten des Kreu­zers Hamburg erhält dieDanziger Zeitung" folgende lebendige Original- schilderung über die Aufnahme des deutschen Schiffes und seiner Be­satzung in den Städten Los Angeles und San Franzisko.

Gern denke ich an die schönen Tage von Los Angeles und San Franzisko zurück. Den Hitz- kessel von Mittelamerika hatten mir hinter uns, mir liehen manchen Schweißtropfen zurück, denn eine Hitze von 30 bis 35 Grad wird auch einem Kadetten zu viel. Wir wünschten uns Kühle, und als es falt wurde, so kalt, daß wir ganz erbärm­lich froren, denn das Thermometer sprang von 35 Grad auf 16 Grad, da sehnten wir uns zähne- llappernd nach der warmen SonneMittelanserikas zurück.

Kalt und trübe das Wetter, frierend läuft der Signalkadett auf der Brücke auf und ab. Run müssen wir doch bald da sein, aber es ist nichts zu sehen, graue Rebelschwaden nehmen jede weitende Sicht. Doch, das da muß Land fein! Ein Blick durchs Glas, ein Sah zum wacht­habenden Offizier: Zwei Strich an St.-B. Land." Der lacht, er hat es schon längst gesehen, aber so geht es dem Signaltadetten immer. Und plötz­lich teilen sich die Rebelschwaden, endlich scheint einmal wieder die Sonne, hell leuchten die weißen Felsen der Insel. Es ist Kathalina, das schöne Eiland, wo Los Angeles im Sommer badet.

Eins der im Hasen liegenden amerikanischen Linienschiffe kommt uns entgegen. Unser Salut für den an Bord befindlichen Admiral wird er­widert. Dann sind wir endlich so weit, daß wir einlaufen können. Schon weit draußen empfangen uns zahlreiche Boote, mit Flaggen ausgeschmückt. Mit stürmischen Hurras werden wir begrüßt. Auf einem der Boote hat eine Kapelle Platz gesunden, die mit der unseren wetteiferte. Lilles, was nur ein Boot erreicht hatte, kommt uns entgegen. Ein altes Mütterchen mit einem großen Blumen­strauß, der wohl dem Kommandanten zugedacht ist. So wie sich nur die geringste Gelegenheit bietet, sind die Boote längsseit und das Deck voller Menschen. Mit kühnem Satze erreicht ein Filmoperateur das Fallreep, schwingt sich an Deck, baut seinen Apparat auf, und alles, was sich in seiner Rähe abspielt, kommt auf den Film. Man ist seines Lebens nicht mehr sicher.

Die übergroße Begeisterung macht uns viel Spaß. Ehrlich erfreut sind wir, als uns ein groß­artiges Programm vorgelegt wird, das für jeden Tag unseres Aufenthaltes nach dem Dienste Aus­flüge, Bälle, Essen usw. Vorsicht. Gleich den zweiten Tag geht es los. Wir kommen an Land. Da stehen schon zwei Wagen für uns bereit. Wir brauchen nur einzusteigen und das übrige dem Wagenführer zu überlassen. Cs ist doch ein herr­liches Gefühl, sich in die weichen Polster zu schwingen, wie es der Seekadett eigentlich nicht tun darf, und sich ins Ungewisse fahren zu lassen, und um die Augen recht weit aufzutun und alles

Schöne, was das sonnige Kalifornien bieten kann, aufzunehmen Ueber glatt asphaltierte Straßen jagen wir dahin. Auto hinter Auto, trotz rasender Schnelligkeit wickelt sich der Verkehr glatt ab. Ein Oelfeld breitet sich zu beiden Seiten aus, ein Bohrturm neben dem anderen, wie ein Spar­gelfeld sieht es aus. Die Pumpen sind in Tätig­keit und fördern das Raß zutage, aus dem die Millionäre wachsen. Schmutzig ist die Arbeit an den Pumpen, der Oelgeruch verpestet die Luft. Endlich ein frischer Lufthauch, die Bohrtürme liegen hinter uns: statt dessen Wiesen und Vieh­herden, die an die heimatliche Riederung er­innern. In Los Angeles gibt es wundervolle Milch, die beste der Welt, wie man uns immer wieder versichert. Ueberhaupt gibt es nichts, was anderswo schöner und besser wäre: davon ist man hier überzeugt. Die Wiesen wechseln mit Obstfeldern. Für die meisten ist solch ein Obst­feld ein ungewohnter Anblick. Unwillkürlich denkt man an die Zeiten, als man Mutters sorgsam behüteten Obstgarten plünderte, und hier reiht sich Daum an Daum, dicht beseht mit den schön­sten Früchten: wir hätten alle davon nach Her­zenslust nehmen können, und es wäre immer noch fein Ende gewesen.

Eine große Halle, da wandern die Apfelsinen, wie sie in Kisten aufgestapelt vom Felde kommen, in die Wäsche, rollen von Maschinenkraft ge­trieben auf den langen Sortiertisch Rur die guten, reifen Früchte entgehen den Händen der Sortierer, sehen ihren Weg fort und landen je nach Größe in einem bestimmten Fache. Auch hier ist der Aufenthalt nur kurz. Flink zugreifende Hände hüllen die Frucht in Seidenpapier und nebst vielen anderen verschwindet sie in der Versandliste, um nach einer längeren Reise irgendwo ihren Zweck zu erfüllen.

Wir fahren auf einer vollständig ausgebauten Straße dahin: Asphalt, zu beiden Seiten ein Fußsteig, Telephon und elektrische Leitung; da­hinter aber ödes Grasland. Ja, was soll denn das?Das wird noch werden", erhalten wir zur Antwort und das ist eine Zauberformel; denn es wird auch. Wo vor einem Jahre nur die nackte Straße zu sehen war, da stehen heute hübsche, kleine Häuschen, nett und sauber. Jedes ein Original für sich, ganz nach dem Geschmack des Besihers gebaut, mit einem wohlgepflegten Rasen davor, oder einem Palmenbaum, der das ganze Häuschen beschattet und es noch winziger erscheinen läßt. Man wird nicht müde, jedes in seiner Eigenart zu bewundern. Die Straße weitet sich, die kleinen Häuschen weichen größeren Ge­bäuden, statt des grünen Rasens Gärten, Park­anlagen. Wir sind in Passadena, dem Mlllionärs- viertel. Ehrfurchtsvoll spricht der Amerikaner den Ramen aus. Keine Prachtbauten, hübsche, wohnliche Villen haben die Oelkönige sich hier erbaut, so recht zum Ausruhen von der Jagd nach dem Dollar.

Das ist Los Angeles. Und unter der Ein­wirkung ihrer Schönheit, des fruchtbaren, land­