sie
So backt man Schokoladentorte mit MONDAMIN
werden konnte. Nach befand sich die „An-
Badeanstalt angesprochen mündlicher Pleberlieferung
irgend jemand etwa an der notwendigen Solidarität, die dle Welt des Islam mit der Welt des Okzidents verbindet, zweifelt, ja wenn er sogar die tragischen Stunden, in denen die fran- zösisch-mufelmanische Freundschaft a u f den Schlachtfeldern Europas mit Blut besiegelt worden sei, übersehen sollte, so würde sicher der Anblick der heutigen Versammlung, in der die muselmanische und französische Elite zu ein und derselben Feier vereinigt sei, diesen Zweifel verschwinden lassen.
Auf der Tagesordnung stehen: eine allgemeine Aebersicht über die auswärtige Politik, über die Reichsverteiüigung, über die Entwicklung des Verkehrs innerhalb des Reiches, über den Meinungsaustausch zwischen den Regierungen der einzelnen Teile des Reiches und über die Ansiedlung in plebersee.
Wichtig;
Vor dem Änrühren Mehl mit MONDAMIN vermischt mehrmals durchsieben I
Aus aller Welt- Anrundseris Rückkehr. Amundsen und seine Gefährten wurden, als
200 gr. Zucker rührt man mit 4 Eigelb, 1 Prise Salz und etwas nbgeriebener Zitronenschale dickschaumig. Man siebt 175 gr. Mehl mit ’/« Packet Mondamin~Backpulver gut durch, gibt 125 gr. geriebene bittere Schokolade zu der schaumigen Masse, zieht den steifen Schnee des Eiweiss und 100gr. geschmolzene Butter darunter und füllt sie in eine Springform, in der man sie langsam 45 Minuten bäckt. Am folgenden Tage wird der Kuchen in 3 — 4gleichmässige Scheiben geschnitten, zwischen die man eine Vanillecreme nach folgendem Rezept füllt, die nahezu abgekühlt sein muss. Vanillecrcme bereitet man von 1 Liter Vollmilch mit 3 Eigelb, 80 gr. Mondamin, 150 gr. Zucker und 1—2 Päckchen Mondamin-Vanillin- Zucker und schlägt sie auf dem Feuer bis zum Kochen, dann wird rasch der steifgeschlagene Eierschneo darunter geschlagen.
2.U, älniversitäts-Gottesdienst. Am Sonntag, 18. Juli, vormittags 11>, älhr, findet in der Reuen Aula ein älniversitäts- Gottesdienst statt, zu dem in erster Linie die Angehörigen der Llniversität eingeladen sind. Selbstverständlich hat aber auch jeder andere Zutritt. Die Predigt hält Prof. Dr. Cordier.
Kleine politische Nachrichten.
Die hessischen Landtagsfraktionen d«S Bauernbundes, der Deutschnationalen und der Deutschen Volkspartei haben beim Landtage einen Antrag eingebracht, in dem die Regierung ersucht wird, dem Landtag sofort einen Gesetzentwurf vorzulegen, wonach die hessische Verfassung vom Dezember 1919 derart abzuändern sei, daß sich der Landtag außer durch Volksabstimmung gemäß der seitherigen Bestimmung der Verfassung auch aus eigenem Recht auflösen kann. *
Wte das WTB. erfährt, wird die älnter- suchung und weitere Beweisaufnahme der Germersheimer Vorfälle, die vom Reichs- kommiffar für die besetzten Gebiete eingeleitet wurden, nunmehr in erster Linie von der bayerischen Regierung geführt werden. Die bayerische Regierung gedenkt nach Abschluß der Beweisaufnahme von sich aus die nötigen diplomatischen Schritte zu unter nehmen. Es verlautet. daß ihr die Initiative zugestanden worden ist.
stätigt, was die Ermitllungci bereits ergeb n hatten, daß ein vorheriges Verbrennen der Lerche versucht worden war. Es wurden verhaftet der Besitzer des Hauses, in dem die Leiche gefunden wurde, namens Schröder, ferner ein gewisser Fischer und der Kaufmann Haas, stellvertretender Direktor der L. Haas A.-G. in Magdeburg, die eine Maschinenhandlung und Kesselschmiede unterhält. Helling soll angeblich im Besitz von Kenntnissen gewesen sein, die der Firma Haas Rachteile und alnannehmlichteiten hätten zufügen können, wenn sie bekannt geworden wären, zumindest in finanzieller Beziehung. Aus diesem Grunde wurde Helling in ein Privatauto gelockt und ermordet. Einer der Täter soll bereits ein Geständnis abgelegt haben.
Line neue Rheinbrücke in Köln.
Die Stadtverordnetensitzung stimmte einmütig dem Plan der Stadtverwaltung, eine seste Brücke über den Rhein zwischen Köln und Mülheim zu bauen, zu. Die Stadtverwaltung erhielt die Ermächtigung, die Grunderwerbskosten bis zur Höhe von 10 Millionen und die Baukosten bis zur Höhe von 12 Millionen Reichsmark vorschußweise aus der Kasse der außerordentlichen Bedürfnisse zu zahlen und später durch eine Anleihe zu decken.
Las deutsche Dundesturnsest in Wien.
Zu dem deutschen Bundesturnfest in Wien sind bis jetzt 35 000 auswärtige Turner ein* getroffen. Abends fand ein F a ck e l z u g statt, an dem 100 000 Personen teilnahmen. Auf dem Rosenplah hielt Regierungsrat Dr. Brenner aus Linz eine Ansprache, in der er u. a. ausführte: Wir haben Danner und Fahne treu bewahrt und übergeben sie der Dundesleitung mit der Bitte, sie künftigen Geschlechtern aufzubewah- ren als Symbol unseres Glaubens, daß sich alle deutschen Staaten Europas zu einem großen Alldeutschland zusammenschließen mögen. Möge der Traum unseres Turnvaters Jahn sich erfüllen von der Einheit des deutschen Volkes. Ein Volk, ein Land — das walte Gott!
Das deutsche Eigentum in Polen.
(£me Note der Reichsregieruug.
Berlin, 15. Juli. (TU.) Die'polnische Regierung hat durch ein Gesetz vom 14. Juli 1920 alle nach dem Waffenstillstand geschlossenen Verträge das durch den Artikel 256 des Versailler Vertrages ihr zugesprochene deutsche Reichs- und Staatseigentum für nichtig erklärt und auch den aus älterer Zeit stammenden Pachtverträgen über Staatsgrundstücke die Anerkennung verweigert. Aus Grund dieser Vorschrift hat sie 4036 Ansiedlungsgüter, die nach dem 11. Rovem- 6er 1918 von der preußischen Ansiedlungskommission an deutsche Ansiedler aufgelassen worden waren, als polnisches Staatseigentum behandelt und 219 Domänenpächter unter Be- fchlagnahme ihrsch Gesamtinventars ohne Entschädigung vertrieben. Ebenso hat sie den Verträgen, wodurch die Ansiedlungskommission alle ihre Rentenrechte an Gütern int abgetretenen Gebiet der Danziger Dauernbank übertragen hatte, die Anerkennung verweigert. In seinem am 25. Mai 1925 verkündeten Urteil, in dem die Beschlagnahme des Stick ft osfwerkes Chorzow in Ost- Oberschlesien für unzulässig erklärt wird, hat nun der ständige internationale Gerichtshof im Haag Grundsätze aufgestellt, die nach deutscher Auffassung die Aufrechterhaltung des polnischen Standpunktes sowohl hinsichtlich des Eigentums der Ansiedler und Domänenpächter, wie hinsichtlich der Rentenrechte unmöglich machen. In einer dieser Tage durch die deutsche Gesandtschaft in Warschau überreichten Rote ist der polnischen Regierung jetzt vorgeschlagen worden, über die Auswirkungen des Urteils baldigst in diplomatische Verhandlungen einzutreten, sowie mit diesen Verhandlungen die Klärung der übrigen Meinungsverschiedenheiten zu verwinden, die über die Auslegung des Artikels 256 des Versailler Vertrages entstanden sind.
Drei neue Torpedoboote.
In Wilhelmshaven fand am Donnerstag der Stapellauf von drei Torpedobooten statt, die auf die Warnen „Seeadler", „Greif" und „Albatros" getauft wurden. Ihre Ausmaße find nur klein, zu klein, um die Boote als Torpedobootzerstörer an- sprechen zu können, die sie von Rechts wegen sein müßten. Damit die Neubauten aber möglichst hinter den Erfordernissen unserer Zeit, vor allem aber hinter denen der Ententcstaaten zurückbleiben, hat der Friedensvertrag schon für entsprechende Baugrenzen geformt und Wasserverdrängungen vorgeschrieben, die jebe Modernisierung unserer winzigen und überalterten Flotte unmöglich machen. Auch die Stundengeschwindigkeit ist genau festgelegt, die schon deswegen gar nicht überschritten werden kann, weil der beschränkte, zur Verfügung stehende Raum den Einbau großer Maschinen nicht gestattet. Dennoch wird natürlich versucht werden, innerhalb der gezogenen Grenzen aus den neuen Booten einiger- • maßen leistungsfähige Glieder unserer Flotte zu machen. Eins allerdings hat uns auch der Friedensvertrag nicht wehren können: in den Neubauten die Erinnerung an ruhmreiche Taten und schlacht- und sieggewohnte Schiffe unserer alten Marine wachzuhalten. Schon das am 4. März 1926 vom Stapel gelassene Typboot „Möwe" läßt die Erinnerung an die kühnen Kreuzerfahrten der raschen „Möwe weiterleben. Mit dem „Seeadler" wird die Kaperfahrt des Grasen Luckner lebendig, während „Greis" und „Albatros" an heftige gegen eine Uebermacht geführte Gefechte tapferer blauer Jungen gemahnen, die mit ihren Schiffen untergingen, und deren Ruhm in den Namen der neuen Boote ewig fortleben wird.
Die Konferenz der baltischen Außen- m i n i st e r ist zum Abschluß gekommen. In allen Fragen konnte Uebereinjtimmung erzielt werden. Es wurde vor allem beschlossen, auf den russi- sch en Garantievorschlag zur gleichen Zeit und gleichlautend ju antworten. Wie verlautet, will sich auch Polen dieser Note anschließen.
Die Eröffnung der britischen Reichskonferenz ist auf den 5. Oktober festgesetzt.
Aus der Provinzialhauptstadt.
Gießen, den 16. Juli 1926.
75 Jahre Gießener Burschenschaft „Germania".
Als eine der ältesten Gießener studentischen Korporationen begeht in diesen Tagen die G i e- ßener Burschenschaft „Germania" die Feier ihres 75jährigen Bestehens. Aufs engste verknüpft mit der Entwicklung Gießens als Hochschulstadt in den vergangenen 7 Jahrzehnten, sieht die „Germania" an ihrem Ehrens tage auf ein reiches Stück Geschichte im allgemein burschenschaftlichen und studentischen, sowie aber auch im lokalen Sinne zurück.
Die Gründungszeit des Bundes liegt in den gärenden und bewegten Jahren um die Mitte des vorigen Jahrhunderts, in einer Zeit, wo die burschenfchaftliche Bewegung eine weit über den Rahmen allgemein studentischer Verhältnisse hin- ausgehende Rolle zu spielen hatte.
Lange vor dem heute offiziell geltenden Gründungsjahr der „Germania", dem Jahr 1851, schon sehr bald nach der 1815 in Jena erfolgten Gründung der ersten deutschen Burschenschaft, setzte in Gießen die burschenschaftlicke Bewegung ein, die dann für die erste und weitere Entwicklung des burschenschaftlichen Gedankens überhaupt von hervorragender Bedeutung geworden ist. Das Wirken der „Gießener Schwarzen" und die 21 amen alter Gießener Burschenschafter, wie Sollen, Weidig und Welcker, schließen allein ein Stück nicht nur burschenschaftlicher, sondern allgemeiner, insbesondere politischer Geschichte in sich.
Eine von den Genannten schon in den Jahren zwischen 1817 und 1820 ins Leben gerufene Bur- schenschaftliche Studentenvereinigung, „Die christlich deutsche Germania" ist der erste, offiziell bekannte Zusammenschluß Gießener Burschenschafter, und gegen sie wendet sich wie gegen alle ihre Rachfolgerinnen der schärfste Kampf der Behörden, die in ihr eine politische Verschwörervereinigung zu sehen glaubten. Teils im geheimen, tetls wenigstens zeitweise geduldet, bestanden derartige Vereinigungen, die eine auf der andern auf bauend, dann in den nächsten Jahren fort, bis im Sorrnnersemester 1851 eine Anzahl Studenten die „Verbindung" Germania — der Rame Burschenschaft war aufs strengste verpönt — gründeten, nachdem sie die Vorarbeiten unter dem Ramen einer Kneipgesellschaft „Rassauer Hof" im Jahre vorher geleistet hatten.
Dem jungen Bund waren die ersten Jahre des Bestehens nicht leicht, besonders seiner politischen Einstellung wegen — getreu dem leitenden burschenschaftlichen Gedanken arbeitete auch die „Germania" am damals unverstandenen Gedanken eines großen einigen Deutschen Reiches — und vor allem seitens der Tlniversitätebehörde hatte die junge Burschenschaft viel zu leiden. So wurden in diesen ersten Jahren an Stelle des aufs schärfste verfolgten schwarz-rot-gold die schwarz-rot-grünen Farben getragen, die noch heute die „Germania" als Ehrenband führt.
Trotz diesen Kämpfen um den eigenen Bestand trat schon sofort nach ihrer Gründung die Gießener „Germania" unter den damals an deutschen Hochschulen bestehenden Burschenschaften hervor, vor allem durch ihre Bestrebungen, dem altburschenschaftlichen Grundsatz folgend, eine Vereinigung sämtlicher deutschen Durschenschaften herbeizusühren. Diese Versuche, die besonders im Jahre 1856 stark betrieben wurden, hatten nicht vollen Erfolg, doch kam es nach einigen kleineren, Zusammenschlüssen 1858 auf Betreiben der Gießener „Germania" zur Gründung deS sog. Rord- deutschen Kartells, einer Vereinigung mehrerer Burschenschaften, die in den weiteren Jahren, mit wenigen Unterbrechungen fortbestand und die für die innere Gestaltung der heute bestehendsn „Deutschen Burschenschaft", bekanntlich des größten studentischen KorporationSverbandes, mit von grundlegender Bedeutung geworden ist.
stalt" auf dem rechten Lahnufer, etwas unterhalb der .Pulvermühle". Später erst, als weitere Kreise Interesse an der Sache fanden, wurde die Anstalt nach dem linken Ufer, an die Stelle, wo sie sich heute noch befindet, verlegt und bert immerhin noch anspruchslosen Bedürfnissen entsprechend ausgebaut.
Ihre heutige, allen Erfordernissen entsprechende Erweiterung erhielt sie vor drei Jahren durch Anfügung eines längst zum Bedürfnis gewordenen Familien- bzw. Frauenbades. Vorher konnten nur die Knaben der Mitglieder bis zum 14. Lebensjahre das Bad ohne Entrichtung einer Sondergebühr mitbenuhen, ältere Söhne waren beitragspflichtig. Heute ist es möglich daß Mann, Frau und Kinder beiderlei Geschlechte dort baden fönnen. Geräumige, Helle mit Spiegeln und Bildern ausgeschnrückte Hallen, die sogar mit an» beimelndem Fensterschmuck in Wettbewerb mit demjenigen der Häuser in der Stadt zu treten scheinen, bieten den Badenden angenehmenAuseni» halt. Das Luftbad bietet Raum zum Liegen, Turnen, Stemmen, für die Kleinsten zum Sandplanschen. und die ausgedehnte Wasserfläche Platz für eine große Anzahl Schwimmer und Richtschwimmer. Die Gründer des Vereins würden sicher ihre Freude an der Anlage haben, wenn, sie noch lebten.
Im Jahre 1837 legte sich der Verein Satzungen zu, die im Jahre 1861 vervollkommnet wurden. In diesen Satzungen wurde wiederholt strenge Sittsamkeit und sonst einwandfreier Lebenswandel zur Voraussetzung der Mitgliedschaft gemacht. Zu Besuch hier weilende Freunde konnten eingeführt und ihnen das Baden ohne Entgelt gestattet werden. Studenten hatten als außerordentliche Mitglieder das Recht zur Benutzung des Bades. Heute zählt der Verein rund 800 Mitglieder einschließlich Frauen.
Am nächsten Sonntag, 18. Juli, soll aus Anlaß des 90jäßrigen Bestehens des Vereins eine Festlichkeit stattsInden, und zwar Wettschwimmen am Pormittag und Volksfest im Luftbad am Rachmittag, bestehend in Kinderspielen, Preis- schießen, humoristischen Wasserspielen, Konzert usw. Hoffentlich gestattet die Witterung der Veranstaltung einen zahlreichen Besuch
Vornotizen.
— Tageskalender für Freitag. Volkshochschule: 8 Uhr, Singsaal der Oberreal* schule, Hörer-Versammlung.
— Deutschnationaler H a nd- lungsgehilfen-Verband. Man schreibt uns: Am Sonntag, 18. Juli, veranstaltet der D. H. D., Ortsgruppe Gießen, einen Familienausflug nach der Hardt-Terrasse. Mit dem Aus- , flug find Kinderbelustigungen und sonstige Veranstaltungen verbunden. (Siehe Anzeige.)
Wettervoraussage.
Tagsüber wieder kräftige Erwärmung und erneutes Auftreten von Gewittern bei östlichen bis nördlichen Winden.
Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 29,4, Minimum 16,1 Grad Celsius. Riederschläge: 34,4 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 17,0 Grad Celsius.
Für uie inneren Verhältnisse der „Germania" sind im folgenden dann das Jahr 1862, das die Gründung der zweiten Gießener Burschenschaft, der „Alemannia", brachte, und 1863, wo endlich die „Germania" seitens des Senats die offizielle Anerkennung fand, bestimmend, Jahre einer geruhigen Entwicklung, die dann durch den Deutsch- Französischen Krieg unterbrochen wurde. Vor allem aber die Reichsgründung, die dem alten Durschenschafterideal d e Erfüllung brachte, war auch für die „Germania" ein Höhepunkt, der sich bann in den in den achtziger und neunziger Jahren solgenden Gründungsbewegungen der Allgemeinen deutschen Burschenschaft, an der die ..Germania" tätig Anteil nahm, auswirkte. Gelegentlich der Feier des 50jährigen Stiftungsfestes im S. S. 19 0 1 wurde das Germanenhaus ein« geweiht, als eigenes Heim der Burschenschaft, die bis dahin in den verschiedensten, heute teils verschwundenen, teils kaum noch bekannten Alt- Gießener Lokalen getagt hatte.
Das jüngste und naturgemäß am tiefsten in das Leben des Bundes einschneidende Ereignis war der Weltkrieg, der viele Germanen zu den Fahnen rief und in dessen Verlauf über zwanzig Angehörige der Burschenschaft den Treuschwur, den sie als junge Gießener Germanen dem Vaterland geleistet, mit dem Heldentod besiegelten.
Die Kriegs- und Rachkriegs^ahLe mit all ihren Wandlungen und Tlmwälzungen sind wie an allem studentischen und korporativen Leben auch an der „Germania" nicht spurlos vorbei- gegangen, ohne jedoch die reiche und bewährte Tradition des Bundes im wesentlichen zu beeinflussen. ilnö wenn in diesen Tagen, so wie vor sieben Jahrzehnten in Alt-Gießens Gassen die roten leuchtenden Mützen mehr wie sonst das Straßenbild beleben, so ist das ein Ausdruck dessen, wie fest das schwarzrotgoldene Band alle umschlingt, die nicht in frohen Burschentagen es trugen und mit welchem Stolz die Gießener „Germania" ihren Ehrentag begehren können.
90 Jahre Männer-Vadeverein Gießen.
Im Jahre 1836 vereinigten sich eine Anzahl Gießener Bürger zu dem Zwecke, an Stelle des wilden Badens in der Lahn, das zu allerlei älnzuträglichkeiten geführt hatte, geregelten Badebetrieb zu setzen. Da ihnen nur geringe Mittel äu Gebote standen, waren die Einrichtungen des Bades sehr einfach. Eine Bretterbude mit Sih- bänken und Kleiderhaken war alles, was als
grüßt. Im Laufe des Rachmittags mußten sie sich immer wieder auf dem Balkon des Hotels zeigen, um die Huldigungen der Menge entgegenzunehmen. Am Abend veranstalteten die Sportvereine ein Fest für die Polarflieger, bei dem der Verteidigungsminister die Festrede halten wird. An den Festlichkeiten nehmen u. a. der italienische, der amerikanische und der schwedische Gesandte teil. Am morgigen 54. Geburtstage Arnundsens wird ein Volksfest veranstaltet werden, auf dem Frithjof Ransen die Festrede halten wird.
Die Hochwasserschäden in Thüringen und Sachsen.
Vertreter der thüringischen Regierung und der Kreis- und Gemeindebehörden besichtigten die von dem Mntoettet betroffenen Gebiete in Thüringen. Der „D. A. Z." zufolge beträgt der Schaden in Rord-Thüringen weit über 2'/s Millionen Mark. In West- und Süd-Thüringen wird der Schaden auf über 3 Millionen geschäht. Im Eichsfeldgebiet beläuft er sich auf über eine Million. Rach der „D. A. <V‘ betrügt der Schaden in der Kreishauptmannschaft Bautzen rund 1 800 000 Reichsmark.
Unwetterschäden in Gelsenkirchen.
Bei dem schweren Gewitter ging über die Gegend von Gelsenkirchen — Katernberg eine Windhose hinweg, die schweren Schaden anrichtete. Auf dem benachbarten Flugplatz wurde von der großen Tribüne des Trabrennvereins, die erst kürzlich erbaut wurde, das Dach fast gänzlich abgedeckt. Die Trümmer des Daches wurden bis hundert Meter weit geschleudert. Die schweren Balken und Eisenträger waren wie Streichhölzer geknickt. Auch von der alten Tribüne wurde ein Teil des Daches abgedeckt. Der Sturm richtete auch in Katernberg an verschiedenen Häusern erheblichen Schaden an. Auf der Gelsenkirchen—Essener Provinzialstraße wurden ebenfalls die Dächer mehrerer Häuser fort- gerissen. In dem Wäldchen gegenüber der Rennbahn entwurzelte der Orkan zwei mächtige Buchen.
Schwere Gewitter In Oberäslerreich.
Linz, 16. Juli. (WTB.-Funkspruch.) Im Gebiet der Enns und des Steyr-Tales ging gestern nachmittag ein äußerst heftiges Gewitter nieder. Die dortige Dundesstraße wurde auf drei Kilometer in eine Steinwüste verwandelt. Aus einem Häuschen auf einem Berghang wurden eine Frau mit einem Kinde durch das Fenster hindurch fortgeschwemmt. Bei Ternberg überraschten die Fluten mehrere Personen in einem Hause, die trotz angestrengtester Hilfeleistung ertranken. Heute gehen wiederum schwere Gewitter in Oberösterreich nieder. Mehrere Gehöfte wurden durch Blitzschlag eingeäschert.
Großes Fischsterben im Spreewald.
Wie in anderen Gegenden Deutschlands, so sind auch die Gewässer des Spreewalds infolge des jetzt langsam fallenden Hochwassers von einem großen Fischsterben betroffen worden. Das Eindringen fremden, verunreinigte«» Wassers hat ungeheuren Schaden unter der Fischzucht des Sprcewalds hervorgerufen, äleberall sieht man Massen von Fischteichen auf dem Wasser treiben, an deren schleuniger Beseitigung im Hinblick auf die bei der herrschenden Hitze drohenden Gefahren mit allen Kräften gearbeitet wird. Der Schaden ist für die durch die Vernichtung der Heuernte ohnehin schwer getroffene Bevölkerung des Sprcewalds besonders empfindlich.
Große Waldbrände in Kanada.
Die Hitzewelle in Kanada verursachte mehrere große Waldbrände, durch dir besonders in Brttisch-Columbien und in den Alberta-Provinzen beträchtlicher Schaden angerichtet wurde. Vier Automobilisten sanden den Tod in den Flammen. In dem Hafen von Vancouver sind 15 Brände ausgebrochen, die Stadt Whitecouri in der Provinz Alberta ist vom Feuer schwer bedroht.
Vorsicht beim Obftessen.
In Rammelsbach (Psalz) trank ein fünfjähriges Mädchen nach dem Genuß von Stachelbeeren Wasser. Unter heftigen Schmerzen starb das Kind nach kurzer Zeit.
Aufdeckung eines Mordes nach einem Jahr.
Seit einigen Tagen waren in Magdeburg Plakate angeschlagen, auf denen eine große Belohnung für die Auffindung des am 10. Juli 1925 verschwundenen Buchhalters Hermann Helling ausgesetzt wurde. In dieser Angelegenheit teilt nunmehr der Polizeibericht mit, daß in Groß-Rottmersleben im Schröderschen Hause die Leiche Hellings gesunden wurde. Es wurde be*
bei strahlendem Wetter an Bord eines Dampfers von Canada in Oslo ankamen, in herzlicher Weise empfangen. In Barkassen fuhren die Polarflieger zur Landungsbrücke, wo ein Empfangspavillon errichtet war. Hier entbot ihnen der Storthingpräsident Ranbro den Willkommensgruß. Amundsen dankte sichtlich bewegt. Viele Tausende von Menschen hatten sich in den Straßen am Hafen angesammelt. Rach dem Empfang auf der Brücke fuhren die Polarfahrer durch die reichgeschmückten Straßen, überall jubelnd begrüßt, zum Schlosse. Dort wurden sie vom König und vom Kronprinzen begrüßt. Amundsen gab dem Könige die Flagge zurück, die das tKönigspaar Anrundsen anläßlich seines Polar- fluges übergeben hatte. Der König überreichte hierauf Kapitän Wistirgs das Kommandeurkreuz des St. Olafsordens und den übrigen Teilnehmern das Ritterkreuz des Ordens. Vom Schlosse aus fuhren die Fahrer alsdann nach dem Grandhotel, überall von den Menschenmassen begeistert be-


