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sie

So backt man Schokoladentorte mit MONDAMIN

werden konnte. Nach befand sich dieAn-

Badeanstalt angesprochen mündlicher Pleberlieferung

irgend jemand etwa an der notwendigen Soli­darität, die dle Welt des Islam mit der Welt des Okzidents verbindet, zweifelt, ja wenn er sogar die tragischen Stunden, in denen die fran- zösisch-mufelmanische Freundschaft a u f den Schlachtfeldern Europas mit Blut be­siegelt worden sei, übersehen sollte, so würde sicher der Anblick der heutigen Versammlung, in der die muselmanische und französische Elite zu ein und derselben Feier vereinigt sei, diesen Zweifel verschwinden lassen.

Auf der Tagesordnung stehen: eine allgemeine Aebersicht über die auswärtige Politik, über die Reichsverteiüigung, über die Entwicklung des Verkehrs innerhalb des Reiches, über den Mei­nungsaustausch zwischen den Regierungen der einzelnen Teile des Reiches und über die An­siedlung in plebersee.

Wichtig;

Vor dem Änrühren Mehl mit MONDAMIN vermischt mehrmals durchsieben I

Aus aller Welt- Anrundseris Rückkehr. Amundsen und seine Gefährten wurden, als

200 gr. Zucker rührt man mit 4 Eigelb, 1 Prise Salz und etwas nbgeriebener Zitronenschale dickschaumig. Man siebt 175 gr. Mehl mit/« Packet Mondamin~Backpulver gut durch, gibt 125 gr. geriebene bittere Schokolade zu der schaumigen Masse, zieht den steifen Schnee des Eiweiss und 100gr. geschmolzene Butter darunter und füllt sie in eine Springform, in der man sie langsam 45 Minuten bäckt. Am folgenden Tage wird der Kuchen in 3 4gleichmässige Scheiben ge­schnitten, zwischen die man eine Vanillecreme nach folgendem Rezept füllt, die nahezu abgekühlt sein muss. Vanillecrcme bereitet man von 1 Liter Vollmilch mit 3 Eigelb, 80 gr. Mondamin, 150 gr. Zucker und 12 Päckchen Mondamin-Vanillin- Zucker und schlägt sie auf dem Feuer bis zum Kochen, dann wird rasch der steifgeschlagene Eierschneo darunter geschlagen.

2.U, älniversitäts-Gottesdienst. Am Sonntag, 18. Juli, vormittags 11>, älhr, findet in der Reuen Aula ein älniversitäts- Gottesdienst statt, zu dem in erster Linie die An­gehörigen der Llniversität eingeladen sind. Selbst­verständlich hat aber auch jeder andere Zutritt. Die Predigt hält Prof. Dr. Cordier.

Kleine politische Nachrichten.

Die hessischen Landtagsfraktionen d«S Bauern­bundes, der Deutschnationalen und der Deutschen Volkspartei haben beim Landtage einen Antrag eingebracht, in dem die Regierung ersucht wird, dem Landtag sofort einen Gesetzentwurf vor­zulegen, wonach die hessische Verfassung vom Dezember 1919 derart abzuändern sei, daß sich der Landtag außer durch Volksab­stimmung gemäß der seitherigen Bestimmung der Verfassung auch aus eigenem Recht auf­lösen kann. *

Wte das WTB. erfährt, wird die älnter- suchung und weitere Beweisaufnahme der Ger­mersheimer Vorfälle, die vom Reichs- kommiffar für die besetzten Gebiete eingeleitet wurden, nunmehr in erster Linie von der bayerischen Regierung geführt werden. Die bayerische Regierung gedenkt nach Abschluß der Beweisaufnahme von sich aus die nötigen diplomatischen Schritte zu unter nehmen. Es ver­lautet. daß ihr die Initiative zugestanden wor­den ist.

stätigt, was die Ermitllungci bereits ergeb n hatten, daß ein vorheriges Verbrennen der Lerche versucht worden war. Es wurden verhaftet der Besitzer des Hauses, in dem die Leiche gefunden wurde, namens Schröder, ferner ein gewisser Fischer und der Kaufmann Haas, stellver­tretender Direktor der L. Haas A.-G. in Magde­burg, die eine Maschinenhandlung und Kessel­schmiede unterhält. Helling soll angeblich im Besitz von Kenntnissen gewesen sein, die der Firma Haas Rachteile und alnannehmlichteiten hätten zufügen können, wenn sie bekannt ge­worden wären, zumindest in finanzieller Be­ziehung. Aus diesem Grunde wurde Helling in ein Privatauto gelockt und er­mordet. Einer der Täter soll bereits ein Geständnis abgelegt haben.

Line neue Rheinbrücke in Köln.

Die Stadtverordnetensitzung stimmte einmütig dem Plan der Stadtverwaltung, eine seste Brücke über den Rhein zwischen Köln und Mül­heim zu bauen, zu. Die Stadtverwaltung er­hielt die Ermächtigung, die Grunderwerbskosten bis zur Höhe von 10 Millionen und die Bau­kosten bis zur Höhe von 12 Millionen Reichs­mark vorschußweise aus der Kasse der außer­ordentlichen Bedürfnisse zu zahlen und später durch eine Anleihe zu decken.

Las deutsche Dundesturnsest in Wien.

Zu dem deutschen Bundesturnfest in Wien sind bis jetzt 35 000 auswärtige Turner ein* getroffen. Abends fand ein F a ck e l z u g statt, an dem 100 000 Personen teilnahmen. Auf dem Rosenplah hielt Regierungsrat Dr. Brenner aus Linz eine Ansprache, in der er u. a. aus­führte: Wir haben Danner und Fahne treu be­wahrt und übergeben sie der Dundesleitung mit der Bitte, sie künftigen Geschlechtern aufzubewah- ren als Symbol unseres Glaubens, daß sich alle deutschen Staaten Europas zu einem großen All­deutschland zusammenschließen mögen. Möge der Traum unseres Turnvaters Jahn sich erfüllen von der Einheit des deutschen Volkes. Ein Volk, ein Land das walte Gott!

Das deutsche Eigentum in Polen.

(£me Note der Reichsregieruug.

Berlin, 15. Juli. (TU.) Die'polnische Re­gierung hat durch ein Gesetz vom 14. Juli 1920 alle nach dem Waffenstillstand geschlossenen Ver­träge das durch den Artikel 256 des Versailler Vertrages ihr zugesprochene deutsche Reichs- und Staatseigentum für nichtig erklärt und auch den aus älterer Zeit stammenden Pachtverträgen über Staatsgrundstücke die Anerkennung ver­weigert. Aus Grund dieser Vorschrift hat sie 4036 Ansiedlungsgüter, die nach dem 11. Rovem- 6er 1918 von der preußischen Ansiedlungskom­mission an deutsche Ansiedler aufgelassen worden waren, als polnisches Staatseigentum behandelt und 219 Domänenpächter unter Be- fchlagnahme ihrsch Gesamtinventars ohne Ent­schädigung vertrieben. Ebenso hat sie den Verträgen, wodurch die Ansiedlungs­kommission alle ihre Rentenrechte an Gütern int abgetretenen Gebiet der Danziger Dauernbank übertragen hatte, die Anerkennung verweigert. In seinem am 25. Mai 1925 ver­kündeten Urteil, in dem die Beschlagnahme des Stick ft osfwerkes Chorzow in Ost- Oberschlesien für unzulässig erklärt wird, hat nun der ständige internationale Ge­richtshof im Haag Grundsätze aufgestellt, die nach deutscher Auffassung die Aufrechterhal­tung des polnischen Standpunktes sowohl hin­sichtlich des Eigentums der Ansiedler und Do­mänenpächter, wie hinsichtlich der Rentenrechte unmöglich machen. In einer dieser Tage durch die deutsche Gesandtschaft in Warschau überreichten Rote ist der polnischen Regierung jetzt vorgeschlagen worden, über die Auswir­kungen des Urteils baldigst in diplomatische Verhandlungen einzutreten, sowie mit diesen Ver­handlungen die Klärung der übrigen Meinungs­verschiedenheiten zu verwinden, die über die Aus­legung des Artikels 256 des Versailler Ver­trages entstanden sind.

Drei neue Torpedoboote.

In Wilhelmshaven fand am Donnerstag der Stapellauf von drei Torpedobooten statt, die auf die WarnenSeeadler",Greif" undAlbatros" ge­tauft wurden. Ihre Ausmaße find nur klein, zu klein, um die Boote als Torpedobootzerstörer an- sprechen zu können, die sie von Rechts wegen sein müßten. Damit die Neubauten aber möglichst hinter den Erfordernissen unserer Zeit, vor allem aber hinter denen der Ententcstaaten zurückbleiben, hat der Friedensvertrag schon für entsprechende Bau­grenzen geformt und Wasserverdrängungen vorge­schrieben, die jebe Modernisierung unserer winzigen und überalterten Flotte unmöglich machen. Auch die Stundengeschwindigkeit ist genau festgelegt, die schon deswegen gar nicht überschritten werden kann, weil der beschränkte, zur Verfügung stehende Raum den Einbau großer Maschinen nicht gestattet. Den­noch wird natürlich versucht werden, innerhalb der gezogenen Grenzen aus den neuen Booten einiger- maßen leistungsfähige Glieder unserer Flotte zu machen. Eins allerdings hat uns auch der Friedens­vertrag nicht wehren können: in den Neubauten die Erinnerung an ruhmreiche Taten und schlacht- und sieggewohnte Schiffe unserer alten Marine wach­zuhalten. Schon das am 4. März 1926 vom Stapel gelassene TypbootMöwe" läßt die Erinnerung an die kühnen Kreuzerfahrten der raschenMöwe weiterleben. Mit demSeeadler" wird die Kaper­fahrt des Grasen Luckner lebendig, währendGreis" undAlbatros" an heftige gegen eine Uebermacht geführte Gefechte tapferer blauer Jungen gemahnen, die mit ihren Schiffen untergingen, und deren Ruhm in den Namen der neuen Boote ewig fort­leben wird.

Die Konferenz der baltischen Außen- m i n i st e r ist zum Abschluß gekommen. In allen Fragen konnte Uebereinjtimmung erzielt werden. Es wurde vor allem beschlossen, auf den russi- sch en Garantievorschlag zur gleichen Zeit und gleichlautend ju antworten. Wie verlautet, will sich auch Polen dieser Note anschließen.

Die Eröffnung der britischen Reichs­konferenz ist auf den 5. Oktober festgesetzt.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 16. Juli 1926.

75 Jahre Gießener BurschenschaftGermania".

Als eine der ältesten Gießener studentischen Korporationen begeht in diesen Tagen die G i e- ßener BurschenschaftGermania" die Feier ihres 75jährigen Bestehens. Aufs engste verknüpft mit der Entwicklung Gießens als Hochschulstadt in den vergangenen 7 Jahr­zehnten, sieht dieGermania" an ihrem Ehrens tage auf ein reiches Stück Geschichte im all­gemein burschenschaftlichen und studentischen, so­wie aber auch im lokalen Sinne zurück.

Die Gründungszeit des Bundes liegt in den gärenden und bewegten Jahren um die Mitte des vorigen Jahrhunderts, in einer Zeit, wo die burschenfchaftliche Bewegung eine weit über den Rahmen allgemein studentischer Verhältnisse hin- ausgehende Rolle zu spielen hatte.

Lange vor dem heute offiziell geltenden Gründungsjahr derGermania", dem Jahr 1851, schon sehr bald nach der 1815 in Jena erfolgten Gründung der ersten deutschen Burschenschaft, setzte in Gießen die burschenschaftlicke Bewegung ein, die dann für die erste und weitere Entwick­lung des burschenschaftlichen Gedankens über­haupt von hervorragender Bedeutung geworden ist. Das Wirken derGießener Schwarzen" und die 21 amen alter Gießener Burschenschafter, wie Sollen, Weidig und Welcker, schließen allein ein Stück nicht nur burschenschaftlicher, sondern all­gemeiner, insbesondere politischer Geschichte in sich.

Eine von den Genannten schon in den Jahren zwischen 1817 und 1820 ins Leben gerufene Bur- schenschaftliche Studentenvereinigung,Die christ­lich deutsche Germania" ist der erste, offiziell bekannte Zusammenschluß Gießener Burschen­schafter, und gegen sie wendet sich wie gegen alle ihre Rachfolgerinnen der schärfste Kampf der Behörden, die in ihr eine politische Verschwörer­vereinigung zu sehen glaubten. Teils im ge­heimen, tetls wenigstens zeitweise geduldet, be­standen derartige Vereinigungen, die eine auf der andern auf bauend, dann in den nächsten Jahren fort, bis im Sorrnnersemester 1851 eine Anzahl Studenten dieVerbindung" Germania der Rame Burschenschaft war aufs strengste verpönt gründeten, nachdem sie die Vor­arbeiten unter dem Ramen einer Kneipgesellschaft Rassauer Hof" im Jahre vorher geleistet hatten.

Dem jungen Bund waren die ersten Jahre des Bestehens nicht leicht, besonders seiner poli­tischen Einstellung wegen getreu dem leiten­den burschenschaftlichen Gedanken arbeitete auch dieGermania" am damals unverstandenen Ge­danken eines großen einigen Deutschen Reiches und vor allem seitens der Tlniversitätebehörde hatte die junge Burschenschaft viel zu leiden. So wurden in diesen ersten Jahren an Stelle des aufs schärfste verfolgten schwarz-rot-gold die schwarz-rot-grünen Farben getragen, die noch heute dieGermania" als Ehrenband führt.

Trotz diesen Kämpfen um den eigenen Be­stand trat schon sofort nach ihrer Gründung die GießenerGermania" unter den damals an deut­schen Hochschulen bestehenden Burschenschaften hervor, vor allem durch ihre Bestrebungen, dem altburschenschaftlichen Grundsatz folgend, eine Vereinigung sämtlicher deutschen Durschenschaften herbeizusühren. Diese Versuche, die besonders im Jahre 1856 stark betrieben wurden, hatten nicht vollen Erfolg, doch kam es nach einigen kleineren, Zusammenschlüssen 1858 auf Betreiben der Gie­ßenerGermania" zur Gründung deS sog. Rord- deutschen Kartells, einer Vereinigung mehrerer Burschenschaften, die in den weiteren Jahren, mit wenigen Unterbrechungen fortbestand und die für die innere Gestaltung der heute bestehendsn Deutschen Burschenschaft", bekanntlich des größ­ten studentischen KorporationSverbandes, mit von grundlegender Bedeutung geworden ist.

stalt" auf dem rechten Lahnufer, etwas unterhalb der .Pulvermühle". Später erst, als weitere Kreise Interesse an der Sache fanden, wurde die Anstalt nach dem linken Ufer, an die Stelle, wo sie sich heute noch befindet, verlegt und bert immerhin noch anspruchslosen Bedürfnissen ent­sprechend ausgebaut.

Ihre heutige, allen Erfordernissen entspre­chende Erweiterung erhielt sie vor drei Jahren durch Anfügung eines längst zum Bedürfnis ge­wordenen Familien- bzw. Frauenbades. Vorher konnten nur die Knaben der Mitglieder bis zum 14. Lebensjahre das Bad ohne Entrichtung einer Sondergebühr mitbenuhen, ältere Söhne waren beitragspflichtig. Heute ist es möglich daß Mann, Frau und Kinder beiderlei Geschlechte dort baden fönnen. Geräumige, Helle mit Spiegeln und Bil­dern ausgeschnrückte Hallen, die sogar mit an» beimelndem Fensterschmuck in Wettbewerb mit demjenigen der Häuser in der Stadt zu treten scheinen, bieten den Badenden angenehmenAuseni» halt. Das Luftbad bietet Raum zum Liegen, Turnen, Stemmen, für die Kleinsten zum Sand­planschen. und die ausgedehnte Wasserfläche Platz für eine große Anzahl Schwimmer und Richt­schwimmer. Die Gründer des Vereins würden sicher ihre Freude an der Anlage haben, wenn, sie noch lebten.

Im Jahre 1837 legte sich der Verein Satzun­gen zu, die im Jahre 1861 vervollkommnet wur­den. In diesen Satzungen wurde wiederholt strenge Sittsamkeit und sonst einwandfreier Lebenswandel zur Voraussetzung der Mitgliedschaft gemacht. Zu Besuch hier weilende Freunde konnten ein­geführt und ihnen das Baden ohne Entgelt ge­stattet werden. Studenten hatten als außerordent­liche Mitglieder das Recht zur Benutzung des Bades. Heute zählt der Verein rund 800 Mit­glieder einschließlich Frauen.

Am nächsten Sonntag, 18. Juli, soll aus Anlaß des 90jäßrigen Bestehens des Vereins eine Festlichkeit stattsInden, und zwar Wettschwim­men am Pormittag und Volksfest im Luftbad am Rachmittag, bestehend in Kinderspielen, Preis- schießen, humoristischen Wasserspielen, Konzert usw. Hoffentlich gestattet die Witterung der Ver­anstaltung einen zahlreichen Besuch

Vornotizen.

Tageskalender für Freitag. Volkshochschule: 8 Uhr, Singsaal der Oberreal* schule, Hörer-Versammlung.

Deutschnationaler H a nd- lungsgehilfen-Verband. Man schreibt uns: Am Sonntag, 18. Juli, veranstaltet der D. H. D., Ortsgruppe Gießen, einen Familien­ausflug nach der Hardt-Terrasse. Mit dem Aus- , flug find Kinderbelustigungen und sonstige Ver­anstaltungen verbunden. (Siehe Anzeige.)

Wettervoraussage.

Tagsüber wieder kräftige Erwärmung und erneutes Auftreten von Gewittern bei östlichen bis nördlichen Winden.

Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 29,4, Minimum 16,1 Grad Celsius. Riederschläge: 34,4 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 17,0 Grad Celsius.

Für uie inneren Verhältnisse derGermania" sind im folgenden dann das Jahr 1862, das die Gründung der zweiten Gießener Burschenschaft, derAlemannia", brachte, und 1863, wo endlich dieGermania" seitens des Senats die offizielle Anerkennung fand, bestimmend, Jahre einer ge­ruhigen Entwicklung, die dann durch den Deutsch- Französischen Krieg unterbrochen wurde. Vor allem aber die Reichsgründung, die dem alten Durschenschafterideal d e Erfüllung brachte, war auch für dieGermania" ein Höhepunkt, der sich bann in den in den achtziger und neunziger Jahren solgenden Gründungsbewegungen der Allgemeinen deutschen Burschenschaft, an der die ..Germania" tätig Anteil nahm, auswirkte. Ge­legentlich der Feier des 50jährigen Stiftungsfestes im S. S. 19 0 1 wurde das Germanenhaus ein« geweiht, als eigenes Heim der Burschenschaft, die bis dahin in den verschiedensten, heute teils ver­schwundenen, teils kaum noch bekannten Alt- Gießener Lokalen getagt hatte.

Das jüngste und naturgemäß am tiefsten in das Leben des Bundes einschneidende Ereignis war der Weltkrieg, der viele Germanen zu den Fahnen rief und in dessen Verlauf über zwanzig Angehörige der Burschenschaft den Treuschwur, den sie als junge Gießener Germanen dem Vater­land geleistet, mit dem Heldentod besiegelten.

Die Kriegs- und Rachkriegs^ahLe mit all ihren Wandlungen und Tlmwälzungen sind wie an allem studentischen und korporativen Leben auch an derGermania" nicht spurlos vorbei- gegangen, ohne jedoch die reiche und bewährte Tradition des Bundes im wesentlichen zu beein­flussen. ilnö wenn in diesen Tagen, so wie vor sieben Jahrzehnten in Alt-Gießens Gassen die roten leuchtenden Mützen mehr wie sonst das Straßenbild beleben, so ist das ein Ausdruck dessen, wie fest das schwarzrotgoldene Band alle umschlingt, die nicht in frohen Burschentagen es trugen und mit welchem Stolz die Gießener Germania" ihren Ehrentag begehren können.

90 Jahre Männer-Vadeverein Gießen.

Im Jahre 1836 vereinigten sich eine Anzahl Gießener Bürger zu dem Zwecke, an Stelle des wilden Badens in der Lahn, das zu allerlei älnzuträglichkeiten geführt hatte, geregelten Bade­betrieb zu setzen. Da ihnen nur geringe Mittel äu Gebote standen, waren die Einrichtungen des Bades sehr einfach. Eine Bretterbude mit Sih- bänken und Kleiderhaken war alles, was als

grüßt. Im Laufe des Rachmittags mußten sie sich immer wieder auf dem Balkon des Hotels zeigen, um die Huldigungen der Menge entgegen­zunehmen. Am Abend veranstalteten die Sport­vereine ein Fest für die Polarflieger, bei dem der Verteidigungsminister die Festrede halten wird. An den Festlichkeiten nehmen u. a. der italienische, der amerikanische und der schwedische Gesandte teil. Am morgigen 54. Geburtstage Arnundsens wird ein Volksfest veranstaltet wer­den, auf dem Frithjof Ransen die Festrede halten wird.

Die Hochwasserschäden in Thüringen und Sachsen.

Vertreter der thüringischen Regierung und der Kreis- und Gemeindebehörden besichtigten die von dem Mntoettet betroffenen Gebiete in Thüringen. DerD. A. Z." zufolge beträgt der Schaden in Rord-Thüringen weit über 2'/s Mil­lionen Mark. In West- und Süd-Thüringen wird der Schaden auf über 3 Millionen geschäht. Im Eichsfeldgebiet beläuft er sich auf über eine Million. Rach derD. A. <V betrügt der Scha­den in der Kreishauptmannschaft Bautzen rund 1 800 000 Reichsmark.

Unwetterschäden in Gelsenkirchen.

Bei dem schweren Gewitter ging über die Gegend von Gelsenkirchen Katernberg eine Windhose hinweg, die schweren Schaden an­richtete. Auf dem benachbarten Flugplatz wurde von der großen Tribüne des Trabrenn­vereins, die erst kürzlich erbaut wurde, das Dach fast gänzlich abgedeckt. Die Trümmer des Daches wurden bis hundert Meter weit geschleu­dert. Die schweren Balken und Eisenträger waren wie Streichhölzer geknickt. Auch von der alten Tribüne wurde ein Teil des Daches abgedeckt. Der Sturm richtete auch in Katernberg an ver­schiedenen Häusern erheblichen Schaden an. Auf der GelsenkirchenEssener Provinzialstraße wur­den ebenfalls die Dächer mehrerer Häuser fort- gerissen. In dem Wäldchen gegenüber der Renn­bahn entwurzelte der Orkan zwei mächtige Buchen.

Schwere Gewitter In Oberäslerreich.

Linz, 16. Juli. (WTB.-Funkspruch.) Im Gebiet der Enns und des Steyr-Tales ging ge­stern nachmittag ein äußerst heftiges Gewitter nieder. Die dortige Dundesstraße wurde auf drei Kilometer in eine Steinwüste verwandelt. Aus einem Häuschen auf einem Berghang wurden eine Frau mit einem Kinde durch das Fenster hindurch fortgeschwemmt. Bei Ternberg überraschten die Fluten mehrere Personen in einem Hause, die trotz angestrengtester Hilfeleistung ertran­ken. Heute gehen wiederum schwere Gewitter in Oberösterreich nieder. Mehrere Gehöfte wurden durch Blitzschlag eingeäschert.

Großes Fischsterben im Spreewald.

Wie in anderen Gegenden Deutschlands, so sind auch die Gewässer des Spreewalds infolge des jetzt langsam fallenden Hochwassers von einem großen Fischsterben betroffen worden. Das Eindringen fremden, verunreinigte«» Wassers hat ungeheuren Schaden unter der Fischzucht des Sprcewalds hervorgerufen, äleberall sieht man Massen von Fischteichen auf dem Wasser trei­ben, an deren schleuniger Beseitigung im Hin­blick auf die bei der herrschenden Hitze drohenden Gefahren mit allen Kräften gearbeitet wird. Der Schaden ist für die durch die Vernich­tung der Heuernte ohnehin schwer getroffene Bevölkerung des Sprcewalds besonders emp­findlich.

Große Waldbrände in Kanada.

Die Hitzewelle in Kanada verursachte mehrere große Waldbrände, durch dir besonders in Brttisch-Columbien und in den Alberta-Pro­vinzen beträchtlicher Schaden angerichtet wurde. Vier Automobilisten sanden den Tod in den Flammen. In dem Hafen von Vancouver sind 15 Brände ausgebrochen, die Stadt Whitecouri in der Provinz Alberta ist vom Feuer schwer bedroht.

Vorsicht beim Obftessen.

In Rammelsbach (Psalz) trank ein fünf­jähriges Mädchen nach dem Genuß von Stachel­beeren Wasser. Unter heftigen Schmerzen starb das Kind nach kurzer Zeit.

Aufdeckung eines Mordes nach einem Jahr.

Seit einigen Tagen waren in Magdeburg Plakate angeschlagen, auf denen eine große Be­lohnung für die Auffindung des am 10. Juli 1925 verschwundenen Buchhalters Hermann Hel­ling ausgesetzt wurde. In dieser Angelegenheit teilt nunmehr der Polizeibericht mit, daß in Groß-Rottmersleben im Schröderschen Hause die Leiche Hellings gesunden wurde. Es wurde be*

bei strahlendem Wetter an Bord eines Dampfers von Canada in Oslo ankamen, in herzlicher Weise empfangen. In Barkassen fuhren die Polarflieger zur Landungsbrücke, wo ein Empfangspavillon errichtet war. Hier entbot ihnen der Storthingpräsident Ranbro den Willkommensgruß. Amundsen dankte sichtlich be­wegt. Viele Tausende von Menschen hatten sich in den Straßen am Hafen angesammelt. Rach dem Empfang auf der Brücke fuhren die Polar­fahrer durch die reichgeschmückten Straßen, über­all jubelnd begrüßt, zum Schlosse. Dort wurden sie vom König und vom Kronprinzen begrüßt. Amundsen gab dem Könige die Flagge zurück, die das tKönigspaar Anrundsen anläßlich seines Polar- fluges übergeben hatte. Der König überreichte hier­auf Kapitän Wistirgs das Kommandeurkreuz des St. Olafsordens und den übrigen Teilnehmern das Ritterkreuz des Ordens. Vom Schlosse aus fuhren die Fahrer alsdann nach dem Grandhotel, überall von den Menschenmassen begeistert be-