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iederbeiebung des Arbeitsmarktes, j Deutschland und die Türkei

Die Mahnahmen der Reichsregierung

Mitglied des Dölkerbundsrats geworden sei. Jetzt

mittag fand in

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer "bis zum Nachmittag vorher.

Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 in in Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- Klameanzcigen von 701 in Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20" mehr

Thefrcdaliteur

Dr. Friede Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den An« zeigentcil Hans Füstel, sämtlich in Giefzen.

zwar als zweiter Privatsekretär von Lord Grey bis März 1909. Don da ab war er wieder im Außendienst und 1913 im Haag, dann bis 1919 als älnterstaatssekretär im ägyptischen Fi­nanzministerium. Danach war er Bot­schaftsrat in Washington und Paris, kam 1921 als Tlnferstaatssekrefär ins Auswärtige A m t und ging im März 1925 als Botschafter nach Angora (Türkei) als Nachfolger von Henri Aumbold. Er hat sich in dieser Stellung besondere Verdienste um das Zustandekommen des englisch-türkischen Mossulabkommens erwor­ben. Seit 1924 ist er in zweiter Ehe mit Elizabeth Hvyt, einer Tochter des verstorbenen Aeuyorker Finanzmannes, verheiratet.

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von Marokko die Einweihung der Moschee statt. Cs handelt sich um einen Komplex von Ge­bäuden, dessen Kern die Moschee bildet und der eine muselmanische Stadt im kleinen darstellt. Um die Moschee und ihre Höfe und Gärten gruppieren sich das Krankenhaus, worin die Muselmanen in Paris verpflegt werden uyd eine Reihe anderer Gebäude. Dieser Komplex, der als das muselmanische Institut bezeichnet wird, befindet sich im ältesten Dicrtel von Paris an dem Place du puits de l'ermite. Der Einwei­hung wohnten der Präsident der Repu­blik, der Sultan von Marokko mit großem Gefolge sowie etwa 250 muselmanische Dele­gierte aus Syrien, Algerien, Tunis und Ma­rokko bei.

Der Sultan hielt eine Rede, worin er er­klärte, die traditionelle Achtung des musel­manisch en Glaubens bilde die Grundlage der Beziehungen, die Frankreich mit den islamiti­schen Böllern verknüpft. Der Präsident der Re­publik. Doumeraue. erwiderte hierauf: Wsru,

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Die Finanzsanierung in Frankreich.

Das Ermächtigungsgesetz. Die ersten Sparbeschlüsse.

Paris, 16. Iuli. (TA.) Der am gestrigen Donnerstag unter dem Vorsitz Driands statt­gefundene Ministerrat hat den Bericht Cail- l a u x über die Londoner Verhandlungen und das Abkommen mit Großbritannien sowie über die Sanicrungspläne entgegengenom-

Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags.

Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle.

Monais-kezuarpreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanschlüsse: Schriftleitunq 112, Der« lag und Geschäftsstelle 5L Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Hießen.

Postscheckkonto: Srantfurt am Mainl 1686.

leige behindert wird.

der englische Botschafter in Berlin.

London, 15. Iuli. (WB.) Der englische )2:schaster in Konstantinopel Sir Ronald ? £tn Mat) wurde zum Botschafter in I p er (i n ernannt, der englische Gesandte in peig Sir George Rüssel Clerk zum Botschafter h Konstantinopel.

Sir Ronald Liickrsay ist 1877 als Sohn des :pail of Crawford geboren, entstammt also einer |Ll<n schottischen AoelSfamilie. Er trat als Atta- ce 1898 in den diplomatischen Dienst, wo er in Petersburg, Teheran, Washington inv Paris tätig war, während er 1908 Der- tenhung im Auswärtigen Amt sand und

Paris. 15. Iuli. (DTB.) Heute nach- Anwesenheit des Sultans

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Berlin, 15. Iuli. (Sil.) Zu der in der letzten Zeit vielfach behandelten Frage der Be­kämpfung der Arbeitslosigkeit im Zusammenhang mit dem Arbeitsbeschaffungsprogramm der Reichsregierung wird heute von unterrichteter Seite folgendes ausgeführt:

Die Zahl der Arbeitslosen hatte im Frühjahr dieses Iahres eine Verminde­rung von 300 000 erfahren. Seitdem stag­niert der Arbeitsmarkt. Die Zahl der unter­stützten Arbeitslosen bewegte sich seit dem Früh­jahr zwischen 1,7 und 1,8 Millionen. Im großen und ganzen ist ein Rückgang der Arbeitslosen auf dem Lande sestzustellen, während in großen Städten die Zahl der Arbeitslosen feststehend ist. Eine leichte Besserung ist in der letzten Zeit im Bergbau festzustellen, gleichfalls auch in der Kaliindustrie. In der chemischen In- d u st r i e ist der Arbeitsmarkt erträglich. In der letzten Zeit ist die Textilindustrie in der Zahl der Arbeitslosen stark in den Vordergrund gerückt.

Im allgemeinen läßt sich feststellen, daß in Zeiten der Wirtschaftskrise die Arbeitslosenzahl zuerst bei denjenigen Industrien in die Erschei­nung tritt, die Produktionsmittel produ­zieren. in zweiter Linie erst bei den Industrien, Die Derbrauchsgegenstände Herstellen. Es läßt sich ferner eine erhebliche Schwankung innerhalb der Arbeitslosen feststellen. Don den im De­zember 1925 festgestellten 1000 000 Arbeitslosen konnten im 3uni ds. Is. nur noch 280 000 fest- aeftellt werden. Es hatten somit Dreiviertel der Arbeitslosen inzwischen Arbeit gefunden. Dieses außerordentlich starke Schwanken inner­halb der Zahl der Arbeitslosen wird allgemein als ein g ü n st i g e s Zeichen für die Wieder­belebung des Arbeitsmarktes auf gefaßt.

* Im Rahmen des Arbeitsbefchaffungspro- grammes der Relchsregierung steht nun an erster Stelle die Expvrtkreditversicherung. der Russenkredit und die Aktion der Reichs­regierung zu Gunsten der Reichsbahn. Der von der Regierung der Reichsbahn gewährte 100-Millionen-Kredit wirkt sich bereits vorteilhaft aus. Die Belebung auf dem Arbeitsmarkt der Metallindustrie ist zweifellos hierauf zurückzu­führen. Die in der letzten Zeit mit der Expori- kreditversicherung gemachten Erfahrung«! müssen als günstig bezeichnet werden. Die Schwierig­keiten, die sich in der Abwicklung der Russen­kredite zuerst zeigten, werden jetzt als überwunden betrachtet. Es besteht die bestimmte Hoffnung, daß der gesamte 300 Millionen Mark betragende Russenkredit in vollem Umfange bean­sprucht werden wird und eine befruchtende Wir­kung auf die Arbeitsmarktlage ausüben wird.

Ein wesentlicher Programmpunkt der Reichs­regierung in der Bekämpfung der Arbeitslosig­keit ist ferner die produktive Erwerbs­losenfürsorge. Im Dezember 1925 wurden hierdurch 27 000 Arbeitslose, im Mai 1926 170000 Arbeitslose beschäftigt. Hierbei findet eine starke Auswechslung der Arbeitslosen statt. So werd«! in Sachsen bei der Beschäftigung der Ar­beitslosen diese alle sechs Wochen mit anderen ausgewechselt. Die Reichsregierung beabsichtigte in der ersten Zeit ihr Arbeitsbeschaffungspro­gramm durch Steuermittel zu finanzieren. Run- mehr ist jedoch beschlossen worden, den An­leihemarkt mit hineinzubeziehen und durch Aufnahme von Anleihen das Arbeitsbeschaf­fungsprogramm durchzuführen. Die Steuern sollen nunmehr zur Verzinsung und Tilgung dieser Schuld verwandt werden. Die konkreten Pro­grammpunkte der Reichsregierimg sind:

1. Zusammenarbeiten zwischen der Reichsre­gierung und der Reichsbahn. (Hierbei handelt es sich in erster Linie um den Bauvon neuen Bahnlinien wie z. B. den außerordentlich bedeutungsvollen Dau der Bahnlinie Dortmund Münster, ferner die notwendige Verbesserung und Verstärkung des Aufbaues der Bahndämme);

2. die Vergebung größerer Aufträge durch die R e i ch s p o st (hierbei kommt in Frage die

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Die Kontrollnote.

Die Rote Dr. 24 000 des Generals Walch L)at in England den denkbar ungünstigsten «Eindruck hervorgerufen. Dicht nur deswegen, weil die Engländer überhaupt nicht ge­fragt worden sind, sondern weil sie vor allem befürchten, die durch die Frühjahrs-Erklärung Ser Dotschafterkonferenz praktisch erledigte Ent- waffnungsfrage könnte aufs neue aufge - tollt tverden, dazu noch zu einer Zeit un- irrtttetbar vor dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund. Die Botschafter in Paris erklärten : n Frühjahr, als Deutschlands Aufnahme un» mttelbar bevorstand, Deutschland habe die ihm auferlegt cn Abrüslungsverpslichtungen erfüllt, r.nem Eintritt in den Bund stehe also nach tr.efer Richtung nichts im Wege. Ieht kommen plötzlich die Franzosen und lassen durch ihren Seneral Walch den Streit auss neue aufflammen. Das ist den Engländern sichtlich peinlich, wird texf) dadurch ihr Genfer Kurs nicht nur stark berührt, sondern durch die neuen Angriffe auf Deutschland für die Herbsttagung des Bundes I i ine Situation geschaffen, die unserem Eintritt I 1 erade nicht förderlich ist und dem Dölkerbund selbst höchst gefährlich werden könnte. Der dem Sandoner Auswärtigen Amt nahestehendeD a i- I ( D Telegraph" spart natürlich nicht mit ab- l sglligen Ausdrücken über das Verhalten des Berliner Kontrollgenerals, aus denen deutlich die tarke Verärgerung der Engländer hervorgeht. Leider ist die Rote einen Posttag zu spät be­sannt geworden, sonst wäre sie sicherlich an dem Briefwechsel Caillaux-Churchill, wenn nicht gar U ir dem Abkommen selbst nicht spurlos vorüber- jegangen.

In Berlin selbst wird man sich vorläufig M itit dem Vorstoß Walchs nicht weiter beschäfti- jen. Einmal ist die Angelegenheit zu wichtig, .Is daß sie ohne den zur Zeit in Urlaub be- indlichen Außenminister erledigt werden könnte; -um anderen darf man wohl annehmen, daß uns England nicht böse sein wird, wenn das »Kabinett über die Rote Walchs hinweg zur Tagesordnung übergeht. Das erscheint IHon insofern der gangbarste Weg zu sein, als .4 ein aufgeregter Notenwechsel nur den Franzosen Ä tie Möglichkeit an die Hand geben würde, unS ht den Mittelpunkt einer großzügigen Entwaff- ilingspvopaganda zu rücken und das Ausland & legen uns zu beeinflussen dahin, daß wir tat» ichlich noch mit wesentlichen Teilen der Cr- üllung des Versailler Vertrages im Rückstand äreu. Den Gefallen werden wir ihnen nicht lu.n, sondern erst einmal unsere Aufnahme in K brn Dölkerbund abwarten. Erfolgt diese im ß<rbst, dann wird es uns möglich sein, nicht nur )<rrn Walch M antworten, sondern auch für eine Entfernung zu sorgen, da ja dann o wie so die Kontrolle auf den DölkerbunÄ ibergeht. Das baldige Derschwinden der Kon- Irenfommiffion darf nicht mehr lange auf sich licrtcn lassen, damit endlich eine Einrichtung zu Msistieren aufhört, die nur dem Unfrieden diente umb, wie die neueste und hoffentlich letzte Rote, gezeigt hat, nichts anderes als Friedlosigkeit, Streit, Knechtung und Dersklavung des Wfeilschen Dolkes und endlose Derlängerung dieses Zuistandes woll!«e.

Englands Mißfallen.

men und nach längerer Beratung gutgeHei­st en. Das Ermächtigungsgesetz, das Eaillaux heute dem Finanzkomitee der Kammer vorlegen wird, besteht aus einem einzigen Ar­tikel. Ein Anhang bestimmt den Rahmen, in d«n die Regierung ohne Befragen der Parlamente Derordnungen erlassen, Steuern festsehen, An­leihe- und Kreditverhandlungen einleiten und abschliehen und sonstige Maßnahmen zur Stüt­zung der Währung treffen kann. Der Minister­rat beschäftigte sich sodann bereits mit einzelnen Spar- und Sanierungsmaßnahmen. Es wurden folgende Beschlüsse gefaßt:

1. Sämtliche Deamtenernennungen werden eingestellt.

2. Alle Deu° und Erweiterungsbauten, so­weit sie im laufenden Iahre vorgesehen sind, werden aufgeschoben.

3. Die Minister werden die erforderlichen Anweisungen geben, um die Derminderung ihres Personals auf die Stärke von 1914 vorzunehmen.

4. Sobald der Regierung die nötigen Doll­machten erteilt sind, werden Maßnahmen er­griffen werden, um den Konsum einzu­schränken, der zu übermäßigen Käufen im Ausland führt. , .

Das tnrklsche Mcsscschiff in Hamburg

Hamburg, 15. Iuli. (Wolff.) Heute mor­gen ist der auf einer Werbefahrt durch die euro­päischen Häfen begriffene, von der türkischen Re­gierung als Messeschiff ausgestattete Dampfer Kara Denih" im Hamburger Hafen ein ge­troffen. Zum Empfang des Schiffes hatten sich am Mittwoch der türkische Botschafter in Berlin, Kemal Eddin Pascha, der türkische Land­wirtschaftsminister Sabri Bey sowie mehrere Herren der Botschaft im Flugzmig nach Hamburg begeben. Um 10 Uhr fand an Bord desKara Denih" die offizielle Begrüßung statt. Dach einer kurzen Ansprache des Kommandanten überbrachte Freiherr v. Richthofen vom Auswärtigen Amt Berlin die Grüße der deutschen Reichs­regierung, der Tätigkeit des jetzigen türkischen Botschafters besondere Anerkennung zollend. K c- mal Eddin hieß mit Dankesworien die Gäste willkommen. Hamburgs erster Bürgermeister Petersen entbot dem schönen Schiff und i en Vertretern der türkischen Regierung und tür­kischen Wirtschaftskreise den Gruß der Hansestadt, in der der Besuch der schwimmenden Messe be­sonders lebhaftes Interesse finde. Mle am Wirtschaftsleben der Türkei beteiligten Kreise würden die einzigartige Gelegenheit gern be­nutzen, alte Bande zu erneuern und neue zu lau­fen. Die Gäste wurden empfangen durch dir Klänge des Deutschlandsliedes. Die Repräsen­tanten der türkischen Republik machten aleixnin einen Rundgang durch die Ausstellung und den Bazar des Schiffes, die mit reichhaltigen Aus­lagen von Landes- und Industrieprodukten ein anschauliches Bild von der Arbeit und dem Leben der heutigen Türkei geben. Der DampferKara Denih" bleibt bis Montag im Hamburger Hasen, um dann seine Werbefahrt nach den nordischen Plähen fortzusehen.

Aus Anlaß der Anwesenheit des Messe­schiffes gab der Hamburger Senat am Don­nerstag den türkischen ®ä]ten im Rathause ein Frühstück. Bürgermeister Petersen hieß den Botschafter, den Landwirischaslsminister und die Vertreter der türkischen Industrie in den Räumen des Rathauses herzlich willkommen. Er betonte, daß die Anwesenheit von Vertretern des deut­schen Auswärtigen Amtes und des Reichswirt­schaftsministeriums beweise, daß der Besuch deS Messeschiffes im Hamburger Hasen auch von der Reichsregierung als ein Ereignis gewogen werde, das Deutschland angehe. Die Freundschaft zwi­schen dem deutschen und dem türlischen Reiche habe in friedlichen Tagen reiche Früchte ge­tragen und sich auch in schwerer Zeit voll be­währt. Heute nehme Deutschland Kenntnis von der für den Wiederauf st ieg des türkisch«! Volkes bei der Deubegründimg seiner Staates geleisteten Arbeit, wie sie die Ausstellung dieses Messeschiffes deutlich darlege. Der Bürgermeister schloß mit einem Hoch auf den Präsidenten der türkischen Republik und das türkische Volk.

Der türkische Botschafter in Berlin, General Kemal Eddin Pascha, erwiderte mit herzlichen Worten des Dankes für die Aufnahme und für die Einladung des Senates. Die freundschaftlichen Be- Ziehungen zwischen Deutschland und der Türkei hätten im Jahre vor dem Kriege eine stärkere Be­lebung-Erfahren. Leider sei der Wirtschaftsverkehr nach dem unglücklichen Ausgang des großen Kampfes unterbrochen worden. Aber gerade in der letzten Zeit fei ein neuerlicher Aufstieg der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden befreundeten Völkern festzustellen. Er habe die Hoffnung, daß beide Nationen in Zukunft noch enger Zusammenarbeiten würden als bis- her. Die Deutschen hätten dem türkischen Volke schon viele wertvolle Dienste geleistet. Er sei über­zeugt, daß ohne die deutsche Mitarbeit auf allen Ge- bieten die Türkei noch nicht zu dem Ziele gelangt wäre, das sie sich gesteckt habe. Er erhoffe von dem Besuch im Hanvburger Hasen eine weitere Belebung und Vertiefung der deutsch-türkischen Beziehungen zum Wohle beider Länder. Der Botschafter schloß mit einem Hoch auf den Reichspräsiden, ten, auf die Freie Hansestadt Hamburg und auf das deutsche Volk. Am Donnerstagabend hatte der Bot- schofler zu einem Essen in das Hotel Atlantik ge­laden. Er wird Hamburg am Freitag wieder ver­lassen.

Frankreich und der Islam

Dic Einweihuttgsfcier der Pariser Moschee.

Schwachstromindustrie und der Dau von Hoch­bauten);

3. hat die Reichsregierung die Absicht, auf dem Gebiet des Wasser st raßenbaues ein umfangreiches Programm durchzuführen.

Die ausländischen Arbeiter in Deutschland.

Berlin. 15. Iuli. (WB.) Verschiedene Blätter enthalten Ausführungen über Die Be­schäftigung ausländischer Arbeiter in Deutsch­land, die dringend einer Berichtigung bedürfen. Sie kommen dabei zu folgendem Ergebnis: 1. Behördlich zugclassene landwirtschaftliche Doll­arbeiter mit Legitimation 130 000. 2. In Ländern ohne Legitimationsverfahren 60 000. 3. In Preu­ßen allein von Agrariern versteckte Ausländer ohne Legitimation 148 000. 4. Kinder über 10 Iahren, die die Arbeit von Dollarbeitern leisten 390 000. Zusammen 723 000. Behördlich bewilligte ausländische Industriearbeiter 112 000, Summa 840 000.

Die Zahl der tatsächlich in Deutschland be­schäftigten Ausländer wird aber weiter sogar auf 1 000000 und darüber beziffert. Die­ses Ergebnis ist zweifellos falsch. Richtig ist vielmehr folgendes: 1925 waren in ganz Deutsch­land insgesagit 278 600 ausländische Arbeiter zur Beschäftigung zugelassen oder im Be­sitze von Befreiungsscheinen. Davon entfielen auf die Landwirtschaft 148 000, auf die Industrie 130 000. In diesen Zahlen sind einbegriffen auch die Arbeiter in den Ländern, die dcrs Legi­timationsverfahren nicht kennen, da die Ein­stellung und Beschäftigung ausländischer Arbeiter im ganzen deutschen Reich der behördlichen Ge­nehmigung bedarf.

Die in der Zusammenstellung unter Ziffer 2 angeführten 60 000 landwirtschaftlichen Arbeiter sind daher bereits in Ziffer 1 enthalten. In der Zusammenstellung sind weiter unter Ziffer 3 148000 Ausländer aufgeführt, die angeblich in Preußen ohne behördliche Genehmigung arbeiten. Es mag zutreffen, daß sich im deutschen Reich ausländische Arbeiter befinden, die sich bisher der polizeilichen Kontrolle entzogen haben; ihre Zahl ist aber nur gering und wird dadurch ausgewogen, daß von her behördlichen Zulassung nicht in vollem Umfange Gebrauch gemacht wird. Die Zusammenstellung erhöht weiter in Ziffer 4 die Zahl der ausländifchen Arbeiter um 390 000 Kinder über 10 Iahren. Es widerspricht der Klebung, Kinder unter 14 Iahren als Doll­arbeiter zu rechnen. Die Zahl der Kinder beträgt im übrigen weit weniger in Preußen. Die im Ianuar ds. Is. vorgenommene landwirtschaft­liche Detriebskontrolle hat ergeben, daß auf ettoji zwei Arbeiter über 14 Iahren ein Kind unter 14 Iahren kommt. Dabei hat diese Kontrolle gerade die kinderreichen äusländischen Land­arbeiterfamilien erfaßt, die über Winter in Deutschland geblieben sind.

Die landwirtschaftlichen Arbeiter, die im Frühjahr dieses Iahres als Wanderarbeiter nach Deutschland gekommen sind, haben keine Kinder mitgebracht. Dias Derhältnis der landwirtschaft­lichen Wanderarbeiter über 14 Iahren zu den Kindern unter 14 Iahren ist infolgedessen zur Zeit etwa so, daß auf drei bis vier Erwachsene ein Kind kommt. Hervorzuheben ist noch, daß die oben erwähnte Zahl von 130 000 ausländi­schen Industriearbeitern etwa zu 70 Prozent aus deutsch stämmigen besteht, die nur bedingt als Ausländer anzusehen sind, und die vornehmlich für die Erteilung von Defreiungs- scheinen in Betracht kommen. Alles in allem ist somit sestzustellen, daß die Zahl der beschäftigten ausländischen Arbeiter in Deutschland die Höhe von 278 000 tatsächlich nicht überschreitet, viel­mehr kaum erreicht. Auch diese Ziffer ist aller­dings höher als sie der gegenwärtigen Lage des Arbeitsmarktes entspricht. Das Reich und die Länder sind aber bemüht, eine wesentliche Sen­kung dieser Zahl herbeizuführen.

General-Anzeiger für Oberhessen

vnttk und Verlag vrühl'sche Univerfilätr-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Siegen. Zchristleitung und Seschästsftelle: Schulstrahe 7.

^«s'.eht leider die Möglichkeit, daß die deutsche Regierung unter dem Druck der öffentlichen Mei- uug an einer zweckmäßigen Behandlung der

llr. 164 Erstes Blatt 176. Jahrgang Zreitag, 16. Juli 1926

GietzenerAnzeiger

London, 15. Iuli. (Wolfs.) Zu der Frage trt Abrüstung und der militärischen Kontrolle m Deutschland schreibt der diplomatische Korre- p Dnbent desDaily Telegraph" u. a.: .Sa man in London einen neuen Streit zwischen Z^ntschland und den Alliierten über die Einzel- rten der militärischen Kontrolle und der Ad- :ü.tung für sehr unzeitgemäß hält, hofft nan, daß Deutschland die ihm von dem Dor- tzmden der Kontrollkommission übersandten liefen ohne jede Gereiztheit aufneh- n-tn werde. Dis gestern abend waren die gegen ?sutschland erhobenen Beschuldigungen hier nur nrkutungsweise bekannt. Eine so delikate Frage du die. welche schließlich auf eine Forderung irr Beseitigung des Generals v. Seeckt hinaus- oeimt, ist sogar, wenn ich recht unterrichtot )ie, angeschnitten worden, ohne -daß die bri- is-he Regierung Gelegenheit hatte, die Ange- ^enheit nach allen Richtungen hin zu ?nfen. Es wäre unbedingt notwendig ;eDefen, daß die Kontrollkommission nur nr Einverständnis mit den alli- ecten Regierungen gehandelt hätte. In Lcoadon ist man der Meinung, daß die Dehand- kirg dieser Frage überhaupt besser so lange J^rf (hoben worden wäre, b.s Deutschland