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priL Am Damstag ei • HeNNch« Haiti* die ihm angeschlosfem tsyemeinschast stehenden ai-yvlitischen und wehr-
Vortragende sind dir janS, Di. Jung unb idx Leitung hat Sport- irhen übernommen.
-riedberg.
, April. Anlähllch der <w nben DeichSgesund- ;r folgende Heransialtun' Einleitung und Auftakt Sportverein einen 6tetn- Dore Kreuz veranstaltet mbafle eine Ausstellung i Kindes. Medizinalrat liiätSrat Dr. Ohnacler m erläuternde Aorlrage u5 des ..Helsilchen Ho.es" einen^Lichtblldervoüiag lusgeschmvlzen hat. ahnt Mges. Oben aus den, dert Meter hohen fcater seinen $audH< notiven stehen geb* ilsventile g*‘Ä eie haben nicht die uv
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übet Ml Thema ^Hygrene des täglichen Lebens" und Dr. meb. bent OSkar Kühn einen Lichtbiibervortrag über ..Pflege unb Erhaltung bet Hähne" halten. In den oberen Klassen bet Schulen hält ber KreiSfürsorge-Aczt Dr. Balser belehrenbe Vorträge Über „Sic Hygiene beS täglichen LebenS". Der Verein für Aasenspiele unb ber Arbeiter-Turnverein beabsichtigen bic GesunbheitS oche durch besondere Vorführungen am borauffolgenben Sonntag zu schlichen. — Gestern nachmittag wurde ber Gr unb stein zu ber von ber israelitischen Gemeinbe zu er- bauenben Synagoge an der Wetzlarer Strahe gelegt. Der Vorsteher bet istaelitiscl en Gen einde, Kaufmann Isibor Krämer, hielt dabei eine Ansprache. Die israelitische Gemeinbe war bei dem Alt zahlreich vertreten.
Kreis Büdingen.
lb. AuS dem oberenAiddatal. 15. 4. Die Grippe scheint im oberen Aiddatal sehr zur Unzeit — ihren Einzug halten zu wollen. Ganze Familien sind ertrankt unb rerurleilr zu feiern, während die Feldbestellung in vollem Lange ist. In die FrühjahrSarbeit ist durch die Angst vieler, die fürchten, vor Beenbi- cung der Saatzeit krank zu werden, eine gewisse Hast gekommen. Allerdings ist auch mit Freuden scstzu stellen. dah erkrankte Familien In schönster juJei.c nachbarliche Hilfe erfahren dürfen, da „gute Freunde und getreue Vachbarn" die aller- notwendigsten Arbeiten in Haus, Stall, Garten und Feld erledigen.
nb. Aibba. 15. April. Hier sink) in diesem Monat schon fünf Männer gestorben, die alle über 70 Jahre alt waren Gestern lagen hier glelchzeitg drei der Alten auf dem Totenbette, nämlich der Arresthausverwaltet L 2L Ludwig Diehlmann . 81 Iahte alt, der Mehgermeister Heinrich Lupp, 71 Iahte alt, und der Dahnbeamte L 2t St Ewald, 83 Jahre alt Lupp gehörte viele Jahre dem Stadtvorstanb an unb wat ein eifriges Mitglied des Kriegervereins. Ewald war Cßeteran von 1386. Dah drei Tote gleichzeitig der Bestattung warteten, ist hier bi« jetzt nur selten vorgekommen
Kreis Schotten.
Schotten, 15. April. Hm den Gemeinden des Kreises, die in letzter Zeit stark unter der Plage der Straßensänger. Musitanten il bgL zu leiden hatten, weitere Belästigungen dieser Art zu ersparen, hat das Kreis- amt angeordnet, dah die ortspolizeiliche Genehmigung zum Singen ober Spielen fünf- t i g zu versagen ist. Hoffentlich trägt dieses Verbot dazu bei. einen Mißstand zu beseitigen, ber bereits unerträgliche Formen angenommen hat.
□ ßaubad), 14. April. In der gestrigen Sitzung des Gemeinderats wurden zunächst verschiedene Gesuche um Abtretung von Gemeinde- gclänbe zu Bauzwecken eriedigt. Sodann wurde eingehend die Anlage einer Badeanstalt erörtert Als Ort wurde der sog. „Obersee" unterhalb des Ramsbergs in Aussicht genommen Man denkt auch an die Verbindung eines Luft» unb «Sonnenbad e 5 mit ber Anlage des Ladeplatzes. So günstig die sonstigen Derhällnisse für die Errichtung der gemeinnützigen Anstalt am Obersee liegen, so zweifeln doch einige sehr, dah das aus dem Tiergärtner Teich kommende Bächlein die nötige Wassermenge liefern kann. Man denkt an die Verschmelzung des O i 9 • SB c r e i n s mit dem neu zu gründenden Bade-Verein. Auherdem würde die Anlage verschiedener Wege, insbesondere die Neuerrichtung des alten „Gombachwegs", beschlossen. — Zu Ostern wurden nur 19 Knaben und Mädchen konfirmiert, während sonst 35—40 in ber Regel konfirmiert werden. Die folgenden Jahrgänge sind normal. Im vorigen Jahre wurden 41 Kinder geboren.
lb. Ulrichstein, 15. April. Der Schul- a b b a u , dem Im Kreise Schotten 5 Lehrerstellen zum Opfer fallen, trifft auch unsere beiden Vach- batgcmcinbcn Helpershain unb Äöbbtn- gen, beten zweiklaiiige Schulen mit Beginn des neuen Schuljahres einklassig werden Der Bezirk Ulrichstein besitzt bann, von Ulrichstein abgesehen, nur einklassige Volksschulen. Da die mihliche Verkehrslage der Gegenb um Ulrichstein es fast unmöglich macht, bah ein Kind eine höhere Schule besucht, wird ber Abbau von Lehrerstellen hierzulande besonders bitter empfunden
)—( Ruppertsburg, 15. April. Die Zahl ber Arbeitslosen in unserer Gemeinde wach st noch immer. Zur Zeit erhalten 33
Arbeiter bie Erwerbslosenunterstützung. Insgesamt wurden bis jetzt etwa 2000 Mart aus- aezahlt. Bei verschiedenen Votstan.saröeiten ber Gemeinde — Wegebauten — werden die be- dauernswerten Arbeiter für einige Zeit Beschäftigung finden — Hier wurden 7 Knaben unb 8 Mädchen konfirmiert.
Kreis Alsfeld.
:/: Ober-Ohmen, 15. April. Eine günstige Erwerbsquelle ist für unter Dors dadurch erschlossen worben, bah der Bauunternehmer Heinrich Klein von hier in dem ihm gehörigen, nach Ruppertenrod zu gelegenen Basalt st einbruch nach jahrelangem Stlllstand wieder die Arbeit hat äufne h- men lasten Eine Steinklopsmaschine, die im Bruch Aufstellung gesunden hat, liefert zur Zeit das Deckmaterial für die geplante Neuwalzung der Strohe Mücke—Ruppertenrod. Auch Kleinpflastersteine werden hergestellt. Zur besseren Abfuhr des Materials wird jetzt ein direkter Verbindungsweg des Bruches mit dieser Strohe gebaut. Do in dem Unternehmen eine beträchtliche Anzahl Erwerbsloser Be- so')äftigung gefunden hat, ist ihre Zahl stark gesunken und beträgt zur Zeit nur noch 4—5. Diese wer- den mit Anlegen von Wassergräben und Ausbeste- rung von Wegen beschäftigt. Auch mancher kleine Landwirt mit Pserdegefpann findet durch das Ab- fahren der Steine lohnenden Nebenverdienst. jjür die Anfuhr des Matenals an bic Station Mücke würde sich allerdings diese Beförderung weise au teuer gestalten, weshalb die Beschaffung eines Lastwagens ins Auge gefotzt ist.
iQF Aus dem Ohmtal, 15. Apnl. Dieser Tage wurde ein Lehrling aus Nieder-Ohmen, ber für seinen Meister mit dem Fahrrad nach Homberg gefahren mar. auf der Rückfahrt in oer Nähe von Wäldershausen von einem Land st reicher a n g e f a 11 e n unb vom Rade gerissen, wodurch der junge Mensch erhebliche Verletzungen am Arm erlitt. Der Landstreicher beabsichtigte offenbar, das Fahrrad z u rauben. Auf die Hilferufe des Ucberfaücncn eilte ein in der Nähe arbeitender Landwirt hinAu, worauf der Räuber in den nahen Fichtenwald flüchtete und entkam.
I. Brauerfchwend. 15. April, -linier Friedhof bietet dem Besucher einen unfreundlichen Anblick. Bei einem großen Teil der Gräber stehen die Gedenksteine schief und drohen umzufallen, andere sind schon umgestürzt und zum Tell arg beschädigt. Die Ursache dieser Verwüstungen ist in der Erder- schütterung zu erblicken, die durch die nahe vorbeifahrenden Eisenbahnzüge hervorgerufen wird. Da für eine spätere notwendige (Srtocticrung des Friedhofes Gelände vorgesehen ist, das unmittelbar an die Bahnlinie grenat, so ist leider damit zu rechnen, dah der llebelstand immer größer wird.
Kreis Lauterbach.
WSV. Lauterbach, 14. April. Die Vereinigung .Deutscher Staat" veranstaltete hier drei Vorträge, die leider nur einer beschränkten Besucherzahl zugänglich waren. Zunächst wies in einem Vortrag Pros. Meyer (Würzburg) auf die Gefahren der Großstadt" nicht nur für den Einzclinenfchen, sondern für das gesamte deutsche Volk hin. Aittergutsbesiher Falkenhagen sprach über „öle politischen Ereignisse der letzten Jahrzehnte". Das größte Interesse erweckten die Ausführungen von Prof. W u n d t (eines Sohnes des berühmten Leipziger Psychologen) über den „Begriff der Ehre". Kreisdireltor Dr. Michel ergänzte feine Ausführungen insofern, als er feststellte, datz der Ehrbegriff, tote ihm seine amtliche Tätigkeit betokfen habe, nicht nur in Offiziers- unb Deamtenkreisen, sondern auch in anderen Berufen einschließlich der Arbeite-schäft heute hoch entwickelt sei. Er ermahnte schließlich zu politischer Duldsamkeit.
* Schlitz, 15. April. Der M ä n n e r ge s a n g- uerein .Harmonisches Kränzchen" rüstet sich, am 3., 4. unb 5. Juli sein 70jähnges Bestehen, verbunden mit Preiswettgesana, festlich zu begehen. 25 Vereine aus ber Nähe unb Ferne werben um bie Palme ringen, autzerdem haben noch zehn Gastver- eine ihr Erscheinen zugesagt. Man bars mit einer Beteiligung von etwa 40 Vereinen mit 1400 bis 1500 Sängern rechnen. Seine Erlaucht der Graf von Schlitz genannt von Görtz hat bas Protektorat über bas Fest übernommen, Bürgermeister Dr. Niepoth würbe als Festpräsibent gewonnen. Ein Glanzpunkt des Festes wirb die bengalische De- leuchtung ber Burgen bilben.
Starfeenburg.
• Darmstadt. 15. April. Di« feierliche Eröffnungssitzung der Hessischen Tier- ärztekammer fand am Montag unter der Leitung des Ministerialdirektors Dr. S p a m e r, dem Vorsitzenden der Abteilung für das öfsent- liche Gesundheitswesen im Ministerium des Innern, Darmstadt, statt. Heben den Herren der Abteilung waren sämtliche Mitglieder und deren Ersatzleute anweenb. Die VorstandSwabl ergab alS Kammervorsitzenden (gleich- zci.ia GeschästSstelle) Hohmann. Büdingen. alS Slellvertre.e.der Dr. Wirth, Wörrstadt, als Schriftführer Dr. Keller. Offen bad), und Dr. Ohly. Altenstadt, als Kassen-art.
• Darmstab 1, 15. April. Gestern war bie 21 Jahre alte Elise Merket in Eberstabt in Befleckung eines jjunqen Mannes, ber sich an einem o l o b e r t zu schassen machte. Der Schutz loste sich, das Mädchen wurde in den Hals getroffen. Trotz baldiger ärztlicher Hilfe erlag die Bebau- ernstoerte ihren Verletzungen.
Rheinhessen.
Jugenheim. 15. April. Zu der gemeldeten Bluttat, der der Zugführer A e g - n i tz zum Opfer fiel, ist weiter zu berichten, dah zwei 19jährige Burschen auS Ober« Hilbersheim verhaftet wurden. Sie fuhren in der fraglichen Vacht mit einem Break nach Hause! sie entstammen wohlhabenden Familien, so dah das Fehlen von Uhr und Geldbeutel wohl nur auf die Absicht, zu verschleiern und irre zu leiten, zurückzuführen ist. Besonders auffällig ist es. hab einer der beiden Verhafteten am andern Morgen als erster den Tatort passierte und bei der hiesigen Bürgermeisterei Anzeige erstattete. Die Aussagen der beiden Burschen sind unwahrscheinlich und offenbar verabredet. Eie geben an, der Getötete sei mit seinem Rade unmittelbar vor ihrem Fuhrwerk gestürzt und von ihnen überfahren worden. Dagegen spricht, datz das neue Fahrrad völlig unversehrt war und nid)t das geringste Zeichen aufwies. daS auf einen Slurz deuten läßt. Die Sektion der Leiche ergab, das; der Getötete bis morgens 6 Uhr gelebt hat. Die weitere ilnlerfua,ung wird jedenfalls volle Aufklärung bringen In der großen Erregung, in die die rhe.nhessische Vevöllerung nach dem Vorfall verseht wurde, ist jetzt eine merkliche Entspannung eingetreten, da der Verdacht eines Raubmordes auf flachem Lande nicht mehr in den Bereich der Betrachtungen gezogen werden kann.
spreutzen.
Kreis Wetzlar.
^Wetzlar, 15. April. Die Zahl ber E r • werbslosen ist in den beiden letzten Wochen besonders durch die Inangriffnahme von weiteren Notstandsarbeiten seitens des Kreises, der Stadt und vieler Landgeineinben um f oft 400 zurückgegangen. Besonders hat die Stadt Wetzlar das von be h Stadtverorbnetenkolle- gium beschlossenen Jl o t |t a n b s p r o g r a m m nunmehr voll in Angriff genommen. Hierzu gehört in erster Linie der Ausbau von mehreren Stkahen, wie Gotterstrahe, Philofopbenweg, Nauborner Strahe, Lauerstrahe und Verbindungsweg Geiers- berg-Wuhlgraben. Bei letzterem sind zur Zeit er- hebiiä)e Erdbewegungen im Gange, zu denen eine größere Zahl Erwerbsloser eingestellt werben konnte. Auch bei der Lauerstrahe, deren Fahrbahn nur einspurig gehalten werden soll, ist ein starker Bergrücken zu beseitigen, auf dessen Höhen sich zwei Häuser befinden, bie burch ftar’ Mauerwerk gestützt werden müssen. Im Philosophenweg scheint man von dem Beschluß der Stadtverordneten, den Weg vorläufig nur in zwölf Meter Breite auszubauen, abgewichen zu fein. Wenigstens beuten bie nunmehr zum Teil versetzten Bordsteine auf einen Ausbau in mindestens 15 Meter Breite. Während auf diese Weise erhebliche Mittel auf Bekämpfung der Ar- beitsnot aufgewendet werben, liegt ein anderes, für den gewerblichen Mittelstand besonders wichtiges Gebiet, nämlich bie Bautätigkeit, zur Zeit noch vollkommen barnieder. Die Finanzierung ber von dem Spar- unb Bauoerein für dieses Jahr vorgesehenen 63 Wohnungen scheint doch • größere Schwierigkeiten als gebucht zu stoßen. Von einer privaten Bautätigkeit im Häuserbau ist bis jetzt überhalipt keine Rede. Das ist im Hinblick auf die große Wohnungsnot auf bas lebhafteste zb be
bauern, besonders wenn man noch in Betracht zieht, dah der Verfall der alten Häuser nachgerade katastrophale Formen annimmt.
j Bus dem Hüttenberg, 15. April. So teuer wie in diesem Jahre sind die Ferkel wohl noch nie gewesen, fordert man doch im allgemeinen bei einem Liter von 7—A Wochen bi» zu 50 Mk. je Stück. Dah bei solch hoben Preisen bei weitem nicht Io viel Ferkel angeschasft werden, wie in sonstigen Jahren, liegt auf Der Hand. Gar mancher Arbeiter, der vielleicht auch noch arbeitete» ist, wird es sich bei der Geldknappheit versagen müssen, ein Ferkel anzuschaffen und es zum Hausjchtachlungsschwein heranzumästen. Manche Landwirte fahren auch in den Vogelsberg ober in noch weitere Gegenden unb kaufen dort Ferkel zu weit billigerem Preise al» hier. Es lohnt sich hierbei nicht nur bie Eisenbahn- fahrt, sondern wirb auherdem noch ein schöne» Stück Geld gespart.
<> Aus dem fl l e e b a d) t a l, 15. April. Es ist jetzt wieder bie Zeit gekommen, wo sich die Landwirtsfrauen auf die Suche nach jungen Gänschen begeben. Täglich sieht man Bauersfrauen mit Henkelkörbchen unterwegs, um auf Rach- bardorfern die jungen „Betifebernträger' aufxurau- fen. Für das Stück werden 1—1,20 Mk. bezahlt. — Die letzten Nachtfröste sind für die in voller Blüte stehenden Kirjchbäume von großem Schaden gewesen Wenn auch nicht von einer vollständigen Vernichtung der Kirschenernte bie Rebe sein kann, so bürste ber Frost aber doch erheblichen Schaben angerichtet haben.
Kreis Marburg.
]f Marburg, 15. April. Zwei bekannte, hier tm Ruhestände lebende Offiziere. General- teutnant von Dewitz und Major von Metzerin ck. begehen heute ihr 5 0 j ä h r i g e S M i l i- t ä r j u b i l ä u m. Ersterer, ein früherer Offizier des Marburger Iägerbataillons, war bei .Kriegsausbruch Kommandeur der 77. Inf.-Bri- gade und zuletzt Kommandeur der 231. Inf.-Div. Der Letztere war zuletzt Kommandeur des Ersatzbataillons Jäger 11. — Seit etwa 14 Tagen wird ein blinder Mann namcnS Daniel Zick aus Cappel vermißt. Er wurde zuletzt in der Gegend von Fronbausen gesehen.
sch. N o r b e rf , 15. April. Die Burg N o r d e ck, Stamsitz der Freiherren von Nordeck zur Rabenau, ist jetzt zum Erziehungsheim f ü r schulpflichtige Kinder ausgebaut worden. Die alten Räume sind sehr geschmackvoll eingerichtet unb wiederhergestellt. Durch seine herrliche Lage unb bie moderne Einrichtung dürste Schloß Norbeck eines der idealsten Erziehungsheime sein.
KreiS Usingen.
I—! Cleeberg, 15. April. Da der bisherige Iagdpächter L u ck h a u S, Brand-Oberndorf. aus die weitere Ausübung seines Jagd- rechtes verzichtet hat, kommt die 600 Morgen umfafenbe Waldjagd der Gemeinde Cleeberg zur Veuverpachtung. Die Pachtdauer beträgt neun Jahre Der Wildbestand an Kot- und Rehwild, als auch Stand- und Wechselwild ist gut. DaS Jagdgebiet liegt auf hessischem Toben: somit sink) bic hessischen HoheitSrechle maßgebenb. Da bic 3agb ausgesprochene Waldjagb (sog. Anstanbsjagd) ist, dürfte von Wildschaden kaum die Rede fein.
Maingau.
WEN. Frankfurt a. M., 15. April. Der seit dem vorigen Jahre von ber hiesigen Staatsanwaltschaft weaen Betrugs unb Urkundenfälschung steckbrieflich verfolgte 33 Jahre alte Kauf- mann Wilhelm Scholl au» Frankfurt wurde gestern in Offenbach ermittelt unb festgenommen.
Kreis L mbnrg.
WSN. Limburg, 15. April. Am Dienstagabend gegen 7 Uhr ist bei Staffel das fünfjährige Söhnchen eines Landwirts beim Spielen In bie Lahn gefallen unb ertrunken. Bis jejtzt konnte bie Leiche noch nicht gefunden werden.
Der Hausha!1splan der Stabt Darmstadt.
WSA Darmstadt, 15. April. Oberbürgermeister Dr. G l ä f f i n g informierte die Vertreter der TageSpresse über den nächstjährigen Hau S h a 11Splan der Stadt Darmstadt. Der Vermögensstand der Stadt zeigt ein äußerst günstiges Bild. Doch teilt sie in der allgemeinen Wirtschaftskrise daS Schicksal aller Städte, d. h. bie laufenden Ausgaben unb Ein-
Die tolle Herzogin.
Roman von E r n st Klein.
Copyright by Carl Sünder. Verlag, Berlin.
42 Fortsetzung 'Nachdruck verboten
Großer Jupiter Ammon — batte sich diese Frau verändert! Aus dem Schiffe noch eine tragische, pathetische Figur. Und jetzt — — jetzt! Der Teufel soll mich holen, wenn sie nicht mit mir kokettiert —! wunderte sich ber aus einer Fassungslosigkeit in bic andere fallende Sir Walter.
Eine größere Gesellschaft schob sich an den Nebentisch, ber augenscheinlich für sie reserviert gewesen war. Die Führerin, eine große, schlanke Frau mit kurz geschnittenem, hennagefärbtem Haar, knallroten Lippen unb schwarzen Äugen, bie mit frechen Blicken Gloria musterten.
Sir Walter rümpfte beinahe hörbar bie Nase.
„Wissen Sie, wer das ist, Frau Herzogin? Das ist die weltberühmte Ange de Salfleur!“
Gloria ließ wie von ungefähr einen hochmütig fragenden Blick über den Tisch gleiten. Die Män- rifr, zweifellos passabel gute Gesellschaft — drei jüngere — ein älterer, dicker, unheimlich reich aus- sehender Amerikaner — augenscheinlich der momentane Herr und Gebieter--
„Ader die ist ja alt und häßlich", raunte sie Sir Walter zu.
, Stimmt! Doch, Frau Herzogin, bei ihr ist es der internationale Ruf!"
Gloria lachte.
Die am Nebentische tuschelten unb flüsterten noch miteinander. Scheinbar unmöglich für Männer, in ihrer Nähe zu sitzen unb sich nicht mit ihr zu beschäftigen. „ _
„--Sainsbury--bie tolle Herzogin —'
horte sie ganz deutlich.
Sie waren beim Kaffee angelangt.
Da trat ber Kellner mit einem Tablett heran, auf ber einige Zigaretten lagen — —
„Mabame haben Zigaretten bestellt?
M -?"
„Ja — soeben, Mabame!
Sie sah ben Mann erstaunt an. In seinem La- kaienauge war etwas--unwillkürlich würbe ihr
Blick auf bte fünf Zigaretten gezogen, die er ihr
hinhielt. Schärfer griff ihr Blick hin--war auf
ber einen der Röllchen nicht etwas gefdjrteben?
Sir Walter, der gerade wieder den Saal gemuttert und nicht auf bas Intermezzo geachtet hatte, manbte sich um.
„Was ist — ■—? Zigaretten? Wer hat Zigaretten bestellt?"
.Ich — Sie haben es wohl überhört---
Der Kellner trat zurück. Sie griff sich bie be- zeichnete Zigarette heraus — brehle sie spielerisch zwischen den Fingern. Dabei las sie:
„Sofort! Digue 28, Villa Diane!"
„Bitte, etwas Feuer, Sir Walter!"
Er reichte ihr bas Zünbhölzchen hin. Beugte fick) dabei weiter vor als nötig--die Geschichte mit
den Zigaretten — —! eie hielt sie ganz vorne zwischen Zeige- unb Mittelfinger, rauchte langsam, aber mit tiefen Zügen. Schnell sammelte sich ein breiter Aschenkops--
„Frau Herzogin," raunte er, „Sie vergessen Ihr Versprechen!
„Ich vergeste nichts."
„Dann sagen Sie mir bie Adresse, bie auf ber Zigarette ftanb!"
„Sie sehen Visionen, Sir Walter!"
„Frau Herzogin," sagte er mit jener Schärfe, bie er stets als große Triumphkarte in seinem 21er- mel hatte, darf ich Sie auf etwas aufmerksam machen? Ich sehe vielleicht knabenhaft aus wie der Enkel der neben uns thronenden Ange. 21ber ich bin gar nicht knabenhaft. Ich kann, wenn es nötig ist, eine ziemlich erwachsene Energie entwickeln!"
Gloria lächelte. Doch es war ein überlegenes Lächeln, unb er wußte ganz genau, woran er war — —
Die tolle Herzogin! Sie wollte bas Abenteuer allein auskosten. Der Teufel kenne sich in den Wei- bern aus! Selbst eine Frau wie Gloria Sainsbury konnte der Versuchung nicht widerstehen, ihre Schönheit an einer Gefahr zu messen. War es das Kleid, das die Veränderung hervorgebracht hatte? Ziehen bie Frauen mit einem anberen Äleibe auch eine andere Seele an? Nein — Gloria Sainsbury nicht. „ _,
Also, Teufel — was war es? Lehnte sie sich gegen feinen aufgebrunaenen Schutz auf? Hatte sie noch ein anberes Geheimnis? Jener Blick ber Schwester--! Er erinnerte sich--
„Wie Sie wollen, Frau Herzogin," sagte er endlich. „Aber Sie können mir nicht verbieten, mich für Sie verantwortlich zu halten."
Da sie sah, daß er nachgab, lenkte auch sie sofort ein. Es war nicht Glorias Sache, unnütz zu quälen. Ergebenheit mit überlegenem weiblichen Spott zu lohnen.
„Das tue ich auch nicht, Sir Walter", erwiderte sie mit ehrlicher Wärme. „Ich danke Ihnen für Ihre Hilfe. Werde Ihnen immer danken — — aber ich muß zuerst allein gehen!"
Er zuckte die Slchseln.
„Ich brenne nicht auf Abenteuer — ich habe wahrlich genug davon genossen nnb bin nicht so toll, wie nie Leute von mir sagen, Sir Walter", setzte sie ihr Bitten fort. „Aber bedenken Sie — wer weiß, wenn Sie mitlommcn, ob bie Leute nicht argwöhnisch unb hartnäckig werben. Daß sie mir auf solche Welfe Botschaft zukommen lassen, beutet boch darauf hin, baß Ihre Gesellschaft — nicht er- wünscht ist."
,rSann ich mir benken. Indessen — zugegeben — es hat etwas für sich, Frau Herzogin, was Sie sagen--!"
Er lächelte--. Fuhr fort:
„Ich glaube nicht, daß sich ein Mann so schnell dazu entschließt, Sie umzuorlngen. Und eine Frau, hm--!"
«Ich fürchte weder Frau noch Mann. Hören Sie, Sir Walter — ich gehe jetzt! Bin ich in einer Stunde nicht zurück, kommen Sie nach!"
„Sagen wir in einer halben Stunde."
„Einverstanden."
„Die Abresse?"
„Digue 28, Villa Diane!"
„Das ist links vom Kursaal — ich glaube, hinter bem Hotel Ozean. Halt — Frau Herzogin, mir werden sicher beobachtet — wir müßen eine kleine Komödie spielen. Ich bin ärgerlich, daß Sie fori- gehen. Sie lachen--. So — ja--so ist es
recht!"
Er begann heftig auf sie einzureden. Gestikulierte. Wurde aufgeregt. Sie lachte — lachte--
Dabei wichen feine Augen nicht von dem Spiegel — niemanden sah er.
Endlich erhob sie sich unb warf Ihren Mantel um. Er blieb sitzen und machte ein finsteres Ge-
sicht. Die Gesellschaft am Nebentische stieß sich an unb riskierte halblaute Witze--
Gloria ging langsam burch ben Saal Die Be- rounberung rauschte hinter ihr drein — — man drehte sich ihr entgegen, starrte ihr unverschämt ins Gesicht — — —. Am unverschämtesten bie Frauen —--.
Dann ftanb sie draußen auf der Digue. Dunkelblau war der Himmel, schwarz das Meer, bas rauschend seinen Ewigkeitsgesang sang — — —. Einzelne Spaziergänger waren noch zu sehen--
In Den Hotels verlöschten bie Lichter---.
Sie hatte das Haus bald gefunden. Eine ber vielen, kleinen Dillen, bie sich ba zwischen bie großen Hotels schieben. Dunkel lag sie ba, ein oer- ichlossenes Geheimnis---
Sie preßte bie Hanb auf bas Herz, das ihr bl» in die Kehle fchlug. Streckte bie Hand nach der Klingel aus. Zog sie wieder zurück. Griff endlich zu unb läutete---.
Die Tür flog auf. Heller Lichtschein durch- flutete auf einmal bas ganze Haus — — — im Flur ftanb ein hochgewachsener Mann im Frack —
„Ditte, näher zu treten, Frau Herzogin!" sagte er mit tiefer, wohllautenber Stimme.
Ein eigenes Gefühl überkam sie Sie wußte es sich selbst nicht zu erklären — — — aber biefer junge, elegante Mensch war ein Gentleman. Alle Angst, alle Nervosität fielen mit einem Male von ihr ab.
Sie trat in das Zimmer, besten Türe er vor ihr öffnete.
Ein bürgerlich möblierter Raum. Peluchefau- teuils, Ebenholzmöbel--Lithographien an den
Wänden — — Dor dem geöffneten Fenster, ba» auf eine Loggia hinausging, ein Samtvorhang —--Sie hörte das Rauschen des Meeres
An Sir Walter mußte sie denken, an ihn unb feine Besorgnis — — —! Sie fühlte sich so sicher---1
Der Fremde blieb an ber Türe stehen und mar- tete, bis sie sich umgesehen batte. Al» sie sich zu ihm zurückwandte, lächelte er---.
Welch ein schöner Mensch, gestand sich Gloria Sainsbury. Unb ber ein Verbrecher?---Un
willkürlich öffneten sich ihre Appen zu einem Lächeln der Antrnori---
(Fortsetzung folgt)


