Einzelbild herunterladen

Aus dem Schrifttum fremder Völker

reiches Vorwort boranqefteKt.

815

gerade recht zu Weihnachten kommt.

714

undStereoskop" die besten sind.

710

seinen Fängen läßt.

816

Freiw. Feuek-

Landesverbandes

Papier) ist tadellos.

715

(

*

eines Ehepaars, lebens als das trostlosen Gesetz Ehen gemeinhin Menschen treten

Herman Teirlinck, Das Elfen- beinäfscheu. Ein Roman aus dem Brüsseler

Turnen, Sport und Spiet

gumWettKampfwesenin derD.T.

vo. Der Oberturnwart der Deutschen Lurner- schaft, Schwarze, macht in einer amtlichen Bekanntmachung darauf aufmerksam,daß Ernst gemacht werden wird mit der Einschränkung der Wettkämpfe. Was im Rahmen der gegenwärtig geltenden Bestimmungen möglich ist. wird schon jetzt getan werden: es werden keine über die Kreise hinausgehenden Wettkämpfe genehmigt werden, die nicht Kreisveranstaltungen selbst sind oder deren Bedeutung so groß ist, daß ihnen von einem von einem Kreise allein nicht genügt werden kann. Daß neue, reichsoffene Wettkämpfe genehmigt oder schon bestehende als genehmigungsfrei anerkannt werden, ist ganz aus­geschlossen. Man wolle sich ruhig mit dem Ge­danken vertraut machen, daß für 1927 alle reichs­offenen Wettkämpfe, die nicht schon genehmigt sind, verboten werden."

Um den turnerischen Wettkampf selbst brauche sich, wie Schwarze weiter betont, niemand zu sorgen. Er und die alten Gau- und Kreis­turnfeste würden nur gehoben, wenn eine ge­sündere Auffassung wieder Geltung bekäme. Der Oberturnwart schließt mit dem dringenden Er­suchen an alle Vereine und Gaue, in den neuen Arbeitsplänen für 1927 freiwillig zu streichen, was möglicherweise sonst durch einen Verband gestrichen wird.

dem Äufgeben des Zusammen» einzige Mittel erscheint,dem der Liebeswandlung, dem die erliegen, auszuweichen." Zwei auf den Plan, erfüllt von der

verband der Bücherfreunde. Wegweiser-Verlag G. m. b. H., Berlin 1926. Das Buch faßt die Ergebnisse einer Zndienfahrt zusammen, ist Rück­blick u. Ausbeute zugleich; der Verfasser gibt sich und seinen Lesern Rechenschaft über den geistigen Gewinn, über Gesehenes, Erlebtes, Verarbeitetes von seiner Reife zum Himalaja. Es ist ein buntes, lebendig anschauliches und weitsichtiges Buch ge­worden. Eine Schilderung ohne Einseitigkeit, mit dem Blick für das Vielerlei, das sich bietet, eine Darstellung auch voller Rachdenklichkeit und Kri­tik. Man bekommt von allem Möglichen zu hören, von dem, woran man bei der Vorstellung des Wunderlandes zuerst denkt, und auch von Dingen, die einem unwichtig erscheinen. Land­schaftliches und Wirtschaftliches, Kulturgeschichte, Geographie und Völkerkunde bieten sich in Fülle zu zwangloser, bildkräftiger Schilderung an. Alles wirkt lebendig, vieles wird durch Photographien anschaulich gemacht, nichts liest sich trocken oder doktrinär. Und das Ganze bewahot sehr glück­lich die Sprunghaftigkeit und den farbigen Ku­lissenwechsel der Reisebeschreibung guten Stils. Bergbesteigung Blick in den Urwald Zagd- episoden mit Büffeln, 'Bären. Tigern und Ga­zellen Bilder aus dem Leben der Tempel- inädchen und Rautschgirls Wunder dir Fakire und Schlangenbeschwörer Hochseefischerei, Ele­fantenfang, Hahnenkämpfe dies ist so eine kleine Kostprobe aus dem reichhaltigen Material, das das bunte Buch aus Asien dem Leser bietet. Die verlegerische Ausstattung (Einband, Druck,

Landes-verband der hessischen Freiwilligen Feuerwehren.

(Eigener Bericht desGießener Anzeigers".) In Frankfurt a. M. fand am Sonntag die 3 7. Abgeordneten-Versammlung des

Paul Geraldy: Du und ich. Ueber- tragungen von Franz von Rexroth. Dioskuren- Verlag, Wiesbaden. Geraldy gehört zu der Gruppe von Salondichtern, die durch die flüssige Anmut ihrer Verse und eine gewisse Typck des Erlebens immer wieder o; ;,:?£en und bezaubern. ZnDu unb ich" (Toi ei -loi) gibt er in einer Folge von Gedichten die Stimmungen eines Lie­beserlebnisses, das, in toller Leidenschaft begin­nend, allmählich zur Gewohnheit wird und lang­sam vergeht. Die Form der Gedichte paßt sich diesen Stimmungen an; wildes Gestammel in kurzen, abgerissenen Sätzen ohne Reim nur Rhythmus wechselt ab mit sangbaren Versen leiser Zärtlichkeit oder dem ruhigen Fluh des Sichbesinnens nach dem Erlebnis. Die Uebertra- gungen von Rexroth sind dem Original ausge­zeichnet angepaht; es gibt ein Paar sehr feine Gedichte dabei, von denenDualismus",Trauer"

Gerichtssaai.

Zuchthausstrafe wegen Mordversuchs.

WSR. Wiesbaden, 14. Dez. Das hiesige Schwurgericht verurteilte den 51 Zahrealten Vorarbeiter Michael Hartleib aus Gries­heim am Main wegen Mordversuchs, begangen an einer Frau Kampfer und deren Tochter im Dezember 1919, zu fünf Zähren sechs Mo­naten Zuchthaus und fünf Zähren Ehr­verlust. Hartleib, der wegen allerlei Vergehen, darunter Mordversuch, Körperverletzung und Sittlichkeitsverbrechen bereits vielfach vorbestraft ist, hatte sich im Herbst 1919 sittlich an der Tochter der Frau vergangen und stand unter Anklage. Rach der Verhandlung traf er die Hauptbelastungszeugin und deren Mutter und behandelte beide in blinder Wut mit dem Messer derartig, dah sie noch Zahre lang unter den Fol­gen zu leiden hatten. Als er verhaftet werden sollte, war er geflohen und hielt sich jahrelang unerkannt im Reiche an verschiedenen Orten auf. Erst nach sechs Zähren konnte er ergriffen und unter Anklage gestellt werden. Das Verfahren wegen Notzucht, das damals eingestellt worden war. ist jetzt wieder eingelertet worden, und dürfte Hartleib deswegen noch eine längere Strafe zu gewärtigen haben.

- John Galsworthy: Der weihe Affe. Roman. Historische Uebersehung aus dem Englischen von Leon Schalit. 422 Seiten 8'. Paul Zsolnay Verlag; Berlin. Wien, Leipzig 1926. Zm Rahmen dec deutschen Gesamtaus- gäbe Galsworthys, die Zsolnay herausbringt, er­schien dieser neue Roman, der, obwohl vollkom­men in sich abgeschlossen, ein selbständiges Werk, dieForsyte Saga" fortseht. bis auf weiteres abschlieht und das Schicksal ihrer Gestalteii bis in die jüngste Gegeiiwart hinein verfolgt und entwickelt. Wer Galsworthy nur von der Bühne her. aus seinen starken, Anteilnahme, Mitgehen und eigenes Urteil erzwingenden Dramen kennt, kennt gleichwohl nur ein Stück von ihm. Zm cr- zählenden Wert erst erweist sich vollends die große künstlerische uiid zeitkritische Bedeutung Galsworthys. der von hier ausgesehen, fast als ein universalerer Geist und Schriftsteller dasteht, als fein Landsmann Shaw; zweifellos ist Gals­worthy mit seinem Roman einer der markantesten Köpfe und bedeutsamsten Vertreter zeitgenössischen englischen Sch.isttums geworden. Zumal mit diesem neuen Band, der durch seine Zeitnähe mit dop­pelter Eindringlichkeit zu uns spricht, ein glän­zend auf gefronter,, durchtomponierter Roman, eine weitspannende Spiegelung unserer Zeit, ein Buch, das Bestand haben wird. 571

Eugen Sue:Die Geheimnisse von Paris" (Avalun-Verlag, Hellerau bei Dresden. Preis gebunden 13 Mk.). Eugen Sues berühmte Romane waren vor fast hundert. Zähren die Sensation des Tages, die der litera­rischen Welt erstmals in der Form des Zeitungs­romans serviert wurden. Bald hat man sich daran gewöhnt, über Sue die Achsel zu zucken, ihn als Kitsch, als Schundliteratur abzutun. Was Sue seiner Zeit war, der Künder der großen sozialen Rot, der nicht mit der Ambition des Künstlers, des Dichters auftrat, sondern als Sozial- und Wirtschaftskritiker, der in der Form sensationeller Schilderungen'aus dem Leben seiner Zeit den Finger auf die Wunde legen wollte, das kann er uns heute vielleicht nicht mehr fein, seine Schilderungen sind Historie, aber als solche immer noch grauenhaft interessant genug. Aber in der ursprünglich für sie gewählten Form des Zeitungsfeuilletons sind seine Romane Dichtung, die im Lause der Zeit nichts an ihrer Eindrucks­fähigkeit verloren hat. Der ausgezeichneten, von Bernharo Volles bearbeiteten und mit zahl­reichen Textabbildungen nach Daumier und an­deren zeitgenössischen Künstlern geschmückten Aus­gabe des Avalun-Verlags hat der Greifswalder Romanist, Professor Klemperer ein aufschluß-

Enfros: E. Math. Ladwightr. 42. (9992id

Georg Kühne, Von Mensch und Motor, Farm u n. d W o l k e n k r a tz e r (Ver­lag Z. C. Hinrichssche Buchhandlung Leipzig C 1, Ganzleinen 8,50 Mk.). Diese Reiseskizzen eines deutschen Zngenieure beruhen auf scharfer Be­obachtung des amerikanischen Lebens in seinem erstaunlichen Tempo und seiner außerordentlich vielseitigen Entwicklung, besonders auf allen Ge­bieten der Technik und d:r exakten Wissenschaften. Auch wirtschafts- und sozialpolitisch ist manches außerordentlich interessant gesehen, stets mit dem kritischen Blick des geschulten Reisenden, der nichts als vorbildlich und herrlich hmnimml, weil es nun einmal amerikanisch ist, aber auch über nichts moralisiert, was für deutsche Verhältnisse unverständlich und vielleicht unmöglich erscheint. Das Buch ist außerordentlich lebhaft und inter­essant geschrieben und das rechte Weihnachtsbuch auf dem Gabentisch des berufstätigen Mannes. (800

Lust zum Außerordentlichen, Wunderbaren. Die Tendenz zum älnbegrenzten begleitet sie auf ihrer Alpenwanderung. Interessante Kombinatio­nen werden erwogen. Heber alle Reflexionen hinaus gewahrt man. dah die Ehegatten sich durchaus sympathisch sind. Ob sie nach der ein­drucksvollen Reise wieder ein gemeinsames Leben beginnen, darüber erfährt der Leser nichts.

A. B.

Z m Auto durch Persien. Don Annemarie von Rat hu si ns. (Verlag Carl Reißner, Dresden. Mit 16 Bildern, geb. 5.50 Mk.). - - Die vielgelesene Romandichterin erzählt in diesem Buche sehr fesselnd von ihrer abenteuerlichen Autofahrt durch Persien. Durch erhabene Einsamkeiten, gewaltige Gebirge, Wüsten und Hochebenen geht es in die bezau­bernde Welt des Orients hinein, in Fürstenhöfe, Moscheen usw. Von dem jetzigen Schah von Persien wird die kühne Reisende feierlich emp­fangen. ihr zu Ehren wird sogar eine Parade veranstaltet. Die Schilderung der vielgestaltigen Erlebnisse verrät die erfahrene Schriftstellerin, die so vortreftlich zu unterhalten versteht, daß man das Buch in einem Zuge durchlesen kann. ®inc besonders Bereicherung erfährt dieses Reisewerk durch die gut wiedergegebenen Abbil­dungen. Mit diesem Buche hat die kürzlich ver­storbene Verfasserin ihrer Lesergemeinde noch Ine köstliche Gabe als Andenken geschenkt. 782

Von Ce.h lon jum Himalaja. Ein Reisebuch von Erwin Drinneberg. 356 S., 8° mit 41 Originalaufnahmen des Verfassers. Volks»

wehren statt, die aus allen Teilen des Landes so stark besucht mar, daß der Saal die Anwesenden kaum zu fassen vermochte.

Der Vorsitzende des Landesausschusses, Damm, Friedberg, konnte in seiner Begrüßungsrede den Vorsitzenden der Brandversicherungskammer, den Vorsitzenden des Ausschusses für die Provinz Hessen- Nassau, sowie sonstige Ehrengäste bewillkommnen und den Dank abstatten für die Förderung, die das Feuerlöschwesen bei den Landesbehörden, den Krei­sen und den Geineinden im vergangenen Zahre er­fahren. Das vergangene Jahr sei reich an Dienst- jubiläen langjähriger Mitglieder gewesen, denen die Glückwünsche des Landesausschusses dargebracht wurden; auf der andern Seite habe der Tod eine Reihe verdienter Kameraden abberufen, deren An­denken in üblicher Weise geehrt wurde. Der Vor­sitzende empfahl weiter die möglichste Verbreitung der Hessischen Feuerwehr-Zeitung, die Veröffent­lichung von Brandberichten. Die abwechselnd in den Provinzen abgehaltenen Führerkurse wurden gut besucht und die Arbeitsgemeinschaft der Feuerwehren mit den Sanitätskolonnen als im beiderseitigen Interesse liegend befürwortet.

In der Aussprache kam zum Ausdruck, daß man nicht nur die Kolonnen vom Roten Kreuz, sondern auch die Arbeiter-Samariterkolonnen in die Arbeits­gemeinschaft einbeziehen solle, schon aus dem Grunde, weil die Freiw. Feuerwehren zum größten Teil aus Arbeitern bestehen; natürlich müßte jebe politische Betätigung innerhalb der Feuerwehren und Sanitätskolonnen ausgeschieden fein.

Der Stand der Aachener und Münchener Feuer- versicherungskafse ist im vergangenen Jahre unver­ändert geblieben. Die Aufnahme neuer 2Q e fr- ren in den Landesverband wurde gutgeheißen. Einen recht interessanten Bericht über die Süffel- borfer Feuerwehrwoche erstattete Kreis- feuerwehrinspektor K n a u p, Rimbach. Betreffs der Vergütung für Hilfe lei ft u n g bei Wald- bränben soll dahin gewirkt werden, ^daß die Wehrleute 75 Prozent des Bauhandwerker-Stundcn- lohnes erhalten.

Der Punkt: Fußexerzieren der Feuer­wehren zeitigte nach eingehender Aussprache den Beschluß, daß es beibehalten werden solle, da es als

* An der Spitze stehen

KriigeroIkK

mil den- »nhsejihich wirkenden Zuselz,

Reisen.

Zosef Ponten, Die letzte Reise. Mit vier Bildern von Zulia Ponten um) Her­mann Hesse, Lübeck, Otto Quitzow, Verlag (559). Der Zufall fügte es, bah am selben Tag, da dieses Buch mir zur Besprechung übergeben ward, Hermann Hesse mich besuchte und mir erzählte, wie er dazu gekommen war, Maler zu werden. Zn der Abgeschiedenheit von Montagnola ein­gesponnen trug er das Bild der paradiesischen Landschaft in glühender Seele. Plötzlich drängt es ihn, was sich ihm freiräumlich darstellte, slächenhaft festzuhalten. Er begann zu malen. Rach einigem Schwanken gelangte seine künst­lerische Technik zur Einheit und Harmonie. Aquarell um Aquarell entstand in mehr idealisti­scher als traturalistischer Auffassung. Verkaufte Hesse eines seiner Bilder, war er stolzer darauf y als auf einen Buchersolg. Zosef Pvnten be- * sucht den Kollegen und bittet ihn, einige seiner Bücher zu illustrieren, was Hesse denn auch tat. ' lZü dem BuchDie letzte Reise" gesellen sich zu >en Bildern von Hesse zwei Aquarelle von Julia Ponten, die in ihrer Koloristik und Linien- .ührung Einklang mit der Hesseschen Kunst be­kunden. Die Erzählung schlldert die letzte Reise

humorvollen Frische 'und graziösen Bonhomte vorzutvagen. 650

_ Die zwei Frauen des Valentin ,eeh. Roman von Wilhelm Hegeler. Ganz- etnen geb. 5,50 Mk. (Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart). Dieser Roman gestaltet das Pro­blem, das allen Lebensfragwürdigkeiten unserer Zeit zugrunde liegt: 'die tiefe Verlorenheit un­terer Znstinkte und die Hinfälligkeit aller mensch­lichen Gesetze. Für den Maler Valentin Key bedeutet das in seiner Kunst die völlige Lösung >on der Ratur und der schwere Ümweg durch toi Geist zu ihr zurück. Sein Leben mit den toden Frauen glaubt er dagegen in einer amora- lschen Ankompliziertheit und doch in hoher nenschlicher Verbundenheit genießen und meistern )u können. Er unterschätzt dabei die Persönlich­keit der Frau, wie er ihre moralischen Kräfte überschätzt. Raturgewalten, die er unwissentlich hevaufbeschwört, führen fast zur Vernichtung. Es ist nicht das von der Gesellschaft der Ratur auferlegte Zoch der Einehe, dem er sich schließlich beugt, sondern das Gesetz seines im Tiefsten doch unteilbaren Herzens. Er muh sich für die Frau entscheiden, die ihm geistig verbunden ist. Aber Kamilla wurde Körper durch Giulia. Zm schwesterlichen Teilhqben an Giulias ungebroche­nem Liebesleben wird ihre Sinnlichkeit befreit, die einstmals am Quell der ersten Kindheits­eindrücke verschüttet war. Giulia ist die Erde, in der sich Valentins und Kamlllas Wurzeln wieder mit der Ratur verbinden aber wie ihrer beider Leben in höherer Verbundenheit aufblüht, bleibt die Erde zurück. Was Giulia vertreibt, ist das harte Schicksal der Hagar und zugleich das innere Gebot, das sie zum heimatlichen Boden zurückführr. Geistige Durchdringung und warme Sinnlichkeit schaffen in diesem Buch eine Welt von magischer Wirklichkeit, die schon die lösenden und bindenden Gesetze einer neuen Zeit enthüllt.

769

Das Meer. Roman von Knud An­dersen. (Verlag von Georg W e st e r na nn, Braunschweig, gefrd. 7,50 Mk.) Der Dichter, im September 1890 geboren, mit 14 Zähren zur See gegangen und mehrfach die Welt umsegelt, anfangs der zwanziger Zahre aber aus dem Seemannsdienst ausgeschieden, läßt in diesem Buche den gewaltigen Zauber des Meeres auf den Leser wirken. Mil starker Gestaltungskraft und einem psychologischen Scharfblick, die aus eigenem starken Erlebnis wachsen, läßt uns der Dichter die Entwicklung eines jungen Matrosen erleben, den man als einen geistigen Bruder Peer Gynts bezeichnen könnte. Man folgt diesem Schicksal mit gewaltiger Spannung bis zur letzten Zeile, denn dieses Buch hat der Dichter nicht erdacht, sondern erlebt. Ob er nun das Leben und Treiben in den Hasenstädten mit seinem Abschaum von Menschen auS aller Herren Län­der schildert, oder die prächtige Gestalt des einarmigen Seemannspfarrers, oder ob er auf hoher See den hartnäckigen Kamps gegen die Tücken des Unwetters oder menschlicher Ver­worfenheit, das Ringen von Willen gegen Wil­len, zum erschütternden Erlebnis werden läßt, überall verspüren wir hinter der Dichtung den ganzen Menschen. Dieses Buch ist für die lite­rarischen Feinschmecker eine köstliche Gabe, die

Rundfunk-Programm

des Frankfurter Senders.

(Aus der .Radio-Amschau".)

Donnerstag, 16. Dezember.

12 bis 1 Uhr: llebertragung von Kassel: Mittags» konzert der Hauskapelle unter Leitung von Hans Mainzer Beethoven (geb. 16. 11. 1770) 1. Ouver­türe a. d. OperCoriolan" 2. Andante a. d. 5. Sinfonie 3. Cellosonate op. 102, 1. Satz 4. Suite a. d. Musik zuPrometheus" Mitwir kende: Herr Stein (Cello), Herr Eggebrecht. 3.30 bis 4 Uhr Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr. Konzen des Hausorchssters: A. Boieldieu. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lefestunde. 6.15 bis 6.15 Uhr: Uebcr- tragung von Kassel. Vortrag von Pfarrer Schafft über:Der Ludwigstein als Ausdruck gemeinsamen Lebenswillens der Jugendbewegung. 7.15 bis 7.45 Uhr:Arbeiterdichler II", Vortrag von Alfred Auer- berfr, unter Mitwirkung des Sprechchors des Kul- lurkartells. 8.15 Uhr: Vortragsabend Robert Koppel. 10.30 bis 11 Uhr: Weihnachtswoche des armen Kin- des. Anschließend bis 12.30 Uhr: Tanzmusik.

Geben. Aus dem Flämischen übertragen von Se­verin Rüttgers. Zm Znsel-Verlag zu Leipzig. Zn Leinen 7,50 M>. Herman Teirlinck ist der begabteste Romanschriftsteller der jüngeren flä­mischen Literatur. Zu Felix Timmermans, dem eng mit der flandrischen Erde Perfrunbenen Dich­ter, bildet Teirlinck das Gegenstück. Er ist ein Virtuose der Vielseitigkeit, seine Technik beinahe raffiniert. Sein Werk zeigt uns das neue, moderne Flandern. Der Roman schildert die höhere Bur- geoisie im Brüssel der Vorkriegszeit. Es entrollt sich vor uns das vielgestaltige Leben dieser hybri­dischen Hauptstadt. Das Blut Flanderns strömt in ihren tränten Körper, kämpft duldend oder ver­zweifelt um seine Daseinsbehauptung, um schließ­lich von dem zersetzenden Einfluß seiner franzö­sierten Umgebung besiegt zu werden. Wir erleben das Schicksal einer Frau, gesund an Leib und Seele, ausgestattet mit reidyen Gaben des Her­zens und der stolzen Kraft eines reinen Gemüts, der in ihrem Manne, dem Sohne einer reichen Famllie, der sittliche Verfall gegenübersteht. Mutig versucht sie den geliebten Mann zu retten und chr gemeinsames Glück auf sicherer Grund­lage aufzubauen. Treue Freunde stehen ihr zur Seite, die. unbewußt derselben Gefahr ausgesetzt, alles aufbieten, um das Unheil abzuwenden. Sie versuchen den Mann in gutem Sinne zu beein­flussen, doch die Macht des Dösen erweist sich als stärker. Die Stadt mit ihren lockenden Ge­nüssen, die sich stets unter der verführerischen Maske von Eleganz, Mode oder Kultur ver­bergen, ist ein gefährlicher Feind. Wir finden die Verderbtheit in allen Kreisen und das Laster in jeglicher Form. Der Mann, ein Schwächling, ist diesen Gefahren nicht gewachsen und versucht seinerseits, die sittliche Reinheit seiner Frau, die ihm langweilig und wie eine dauernde An­klage seiner eigenen Verworfenheit erscheint, zu vernichten. Sorge, der Sohn eines Wiener Diplo­maten aus Prag, das Produkt einer überfeinerten Kultur, dessen weltmännische Gewandtheit die rücksichtslose Gier nach dem Genuß raffiniertester Sinnlichkeit verdeckt, ist fein Ideal. Diesem Dä­mon, der mit den: Leben uird mit den Menschen spielt, ist »er verfallen. 3m Kampf zwischen Mann und Frau, der nun eigentlich ein Kampf zwischen der Frau und Sörge geworden ist, geht zwar die Frau zugrunde, jedoch mit dem Trost ihrer ge­wahrten Reinheit und dem sieghaften Gefühl, ihren verloren gewähnten Gatten wiedergewonnen zu haben. 802

Der Wann mit d?m 100 PS", von Pierre Frondaie. (Verlag Ullstein). Einem ver­armten jungen Mann wirft der Zufall ein mär­chenhaftes Glück in den Schoß, das doch nicht echt und von Dauer sein kann, weil es auf einer Lüge gegründet ist. Mit außergewöhnlicher Men­schenkenntnis sind die Figuren dieser Tragi­komödie gestaltet. Der unselige Glückspilz selbst, dessen edle Ratur sich gegen die fast erzwungene älnwahrhastigkit wehrt, bis er am Schluß den lösenden, ehrenvollen Ausweg findet; die strah­lende, verwöhnte, kostbare Frau im pleberschwang ihres ersten wahren Liebesglücks; am meisten Kunst aber ist an die Gestalt desDritten" gewandt, an den betrügenden und betrogenen Ehemann, der sich einbildet, übet den Dingen zu stehen und mit liebenden Menschen boshaft spielen zu können um endlich zu erkennen, daß er der Geprellte ist, und dah die Leidenschaft stärker ist, als seine llägliche Weisheit. Lind noch etwas hat diese glänzend erzählte Geschichte, als der eigentliche Anstifter, aller Verwicklungen wirksam: das ist die unheimliche Macht des Reichtums, der keinen Unbefugten straflos aus

Vorübung zur Gerätefredrenung und Festigung der Schlagfertigkeit nicht entbehrt werden könne, ohne daß es zum mllitärischen Drill auszuwachsen brauche.

Heber die Feuerlöscheinrichtungen auf den Bahnhöfen berichtete Mreisfeuer» wehrinspektor Dickore, Gießen, daß diese viel zu wünschen übrig lassen. Es solle dahin gestrebt wer­den, die Feuerlöscheinrichtungen mit denen der betr. Orte in Einklang zu bringen. Es wurde den Kom­mandanten empfohlen, die nächsten Frühjahrsübun­gen an den Bahnhöfen vorzunehmen, um lieberblicke über die bestehenden Mängel zu gewinnen.

Zu dem Antrag der Freiw. Feuerwehr Arheilgen: Der Landesausschuß wolle dahin wirken, daß der örtlichen Feuerstätten Beschau-Kommission ein Feuerwehrführer angehören muh, wurde beschlossen, daß sich die Weh­ren dieserhalb mit den Kreisämtern in Verbindung sehen sollen, damit die Sache staallich geregelt wird.

Der Antrag der Freiw. Feuerwehr Worms- Die jährlichen Abgeordneten-Versammlun- g e n wechselseitig in den drei Provinzen abzuhallen, wurde abgelehm, da dies wegen der Abgelegenheit vieler Orte zu kostspielig und umständlich sei. Frank- furt, wo seit 40 Jahren die Versammlungen abge^ halten wurden, biete durch seine zentrale Lage die Möglichkeit, daß alle Orte ihre Vertreter entsenden können, doch soll dem Vorstand die Wahl eines anderen Versammlung.lokales empfohlen werden, da, wie die heutige Versammlung bewiesen, der Der- 'ammlungsraum oid zu klein sei, zumal man auch in Zukunft mit der Errichtung weiterer Feuerwehren in Hessen rechnen müsse.

Der Antrag Oppenheim, betr. Festsetzung einheitlicher Abzeichen für längere Dienstzeit wurde dem Landesvorstand über­wiesen. Es haben sich im Saufe der Jahrein dieser Beziehung Mißstände in der Richtung ergeben, daß eine Vereinfachung dringend geboten erscheint, wenn das Ansehen der Feuerwehr nicht beeinträchtigt wer­den soll.

Rach etwa dreistündiger Dauer wurde die Ver­sammlung geschlossen.

Betten

Fprlprn »'raue 2 75

iuUul II Halbdaunen . 4.80

Kopfkissen

Kinderbetten

Gebr. Baer

Gießen -

29 Marktstraße 29 ~

Rarrhont130cmbreit) 2,75

Ddl Lllülll 160cm breit, 3.75

Deckbett

Natten dapokteile