aufsteigender Linie entwickelt, wobei seitens der Konstrukteure stets der Gesi6,tspuntt größbnög- lichster Wirtschaftlichteit im Betrieb maßgebend war. Das Riesenflugzeug, von dem so oft in der Presse geschrieben wird, konnte bis jetzt noch nicht gebaut werden, weil seine Wirtschaftlichkeit noch nicht sicher- gestellt ist. Es muß zunächst versucht werden, die kleineren Flugzeugtypen durchzusetzen, damit das größere, notwendig wird.
Eins Reihe von Schwierigkeiten, die die Wirtschaftlichkeit des Luftverkehrs beeinträchtigen, harren noch der Lösung Dazu gehört die Unmöglichkeit, senkrecht aufzusteigen und senkrecht zu landen. Wertvolle Ländereien müssen deshalb als Flugplätze in Anspruch genommen werden. Es gehören weiter dazu die geringe Möglichkeit der Nebslbekämpfung und die Unmöglichkeit, in grah- Höhe zu fliegen.
Eine große Zahl von Lichtbildern unrerstützte die hochinteressanten Ausführungen des Redners.
Verband hessischer Warmblutzüchter.
Am Sonntag fand in Friedberg eine stark besuchte Versammlung des Verbandes Hessischer Warmblutzüchter statt, die einen sehr anregenden Verlauf nahm. Nachdem über das abgelaufen« Geschäftsjahr Bericht erstattet und mitgeteilt war, daß der Verband im abgelaufenen Jahre insgesamt an 8 hessischen Plätzen zur Prämiierung von Warmblutpferden Oldenburger Schlages 4 silberne Becher und 20 goldene Züchterplaketten zur Verteilung brachte, wurde die Frage der drohenden Auflösung bzw. Einschränkung des Hessischen LandgestütsDarmstadt auf das le^afteste besprochen. Sämtliche Versammlungsteilnehmer waren sich darin einig, daß diese Maßnahme zum völligen Ruin der Hessischen Landespferdezucht führen müsse, da auch eine genossenschastäche Hengsthaltung für die hessischen Verhältnisse in keiner Weise geeignet sei. Die Versammlung faßte einstimmig den Beschluß, bei den maßgebenden Behörden gegen die beabsichtigte Auflösung des Hessischen Landgestüts v o r st e l l i g zu werden und die Regierung zu ersuchen, dieses für alle landwirtschaftlichen Kreise katastrophale Vorhaben nicht zur Ausführung zu bringen.
Der Vorsitzende des Verbandes, S. E. E r b- g r a । Alexander z u Erbach.Erbach, wies auf die im Herbste 1927 in Darmstadt geplante Hessische Landwirtschaftliche Landesausstellung hin und forderte die Züchter auf, diese Veranstaltung möglichst reichhaltig zu beschicken, um dort darzutun, welchen Aufschwung und welchen Bestand an gutem Zuchtmaterral die Hessische Warmblutzucht erreicht hat. Als erfreuliches Merkmal für den beginnenden Aufschwung in der Hessischen Warm- blutzucht kann festaestellt werden, daß man beschloß, wenn irgend möglich schon anfangs kommenden Jahres mehrere gute Zuchtstuten aus dem Oldenburger Hochzuchtgebiet nach Hessen einzuführen.
Oberhessen.
Landkreis Gietzen.
t Grünberg, 14. Dez. Rach der Viehzählung am 1. Dezember d. 3. waren in Grünbe.g vorhanden 108 (104) Pferde, 590 (560) Stück Rindvieh, 443 (217) Schafe, 556 (456) Schweine, 252 (280) Ziegen und 2891 (2842) Stück Federvieh. Die einaeklammerten Zahlen geben das Ergebnis der Zählung vom 1. Dezember 1925 wieder.
ri. Li ch, 14. Dez. Schwestern und Kinder der Anstalt in Klo st er Arnsburg zogen dieser Tage durch die Straßen unserer Stadt, um milde Gaben zu sammeln für das Arnsburger Rettungshaus, das 50 Mädchen zu versorgen hat, zu deren Unterhalt die von den Fürsorgestellen g-^ahlten Pflegegelder nicht aus- reichen. Sie wurden von der Bevölkerung überall mit herzlicher Freundlichkeit ausgenommen und konnten als Ergebnis ihrer Liebesgabenfahrt 40 Zentner Kartoffeln, viele andere Lebensmittel und 101 Mk. in bar heimbringrn.
ri Riederbessingen, 14. Dz. Die seit Herbst vorigen Zahres durch den Tod des Lehrers Graulich verwaiste Schulstelle, die inzwischen von Schulverwaltern versehen wurde, ist jetzt wieder definitiv besetzt worden. Der neue Lehrer Kreis, der zugleich auch den Organistendienst übernahm, stand seither in Engel» rvd im Kreise Lauterbach.
—o— Oberbessingen, 14. Dez. Der hiesige V e rein für Volksbildung vrran- staltete dieser Tage einen Familie nabend, der sich eines recht guten Besuches erfreute. Der Schriftsteiler Heinrich Rau mann aus Ranz- Hausen, den man als Redner gewonnen hatte, war durch Krankheit am Erscheinen verhindert. Lehrer Jacob von hier leitete die Veranstaltung mit Gesängen und Gedichtvorträgen der Schulkinder eia. denen "sich ein Lichtbilder- Vortrag sowie einige gefarg'iche Darbietungen des Gesangvereins anschlosien. Die Dwanstaltr.ng sand dankbare Aufnahme. Eb nfn'ls auf Veranlass ng des Vereins für Volksbildung konzer- üct? dir Reichswehckapelle a 's Gießen, unter Leitung von Obermusikrne'ster Löb er. am Sonntag-rachmittag in unsere n Orte. D eles Konzert war für unsere Einwohnerschaft ein Ere gnis, bas sie mit lebhaftem Beifall b-lohnte.
* Muschenheim, 14. Dez. Sine überaus segensreiche Einrichtung in der evangelischen Kirche ist d.e auch in Oberhessen von der evangelischen Dolksmission betriebene Evangelisation. So evongcl s'erte auch in Viesen Tagm vom 7. bis 12. Dezember Missionar Walther- Beuern in den Gernttndcn Mu- schenherm und Birklar. Di- allabendlichen Gottesdienste waren in be idn Gemeinden sehr gut besucht: sie erfreuten sich von Anfang an e nes großen Z. svruchs. Die Koll-kte eraab in Muschen- heirn 100 Mk.. in Birklar 50 Mk.
Kreis Friedberg
sf- Friedberg, 14. D.z. Die Turner- jugend der hiesig«, Turngem: nde veranstaltete in ihrer Turnhalle eine Ausstellung kunstgewerblicher Handarbeit, die von den Mitgliedern selbst angefertigt Warrn. Laubsäge-, Metall- und Dastarbeiten, Schweren- schnitte und vieles andere, was an fleißigen Werkabendrn unter Leitung von Frl. Schwarz an gefertigt war. w .rdr gezrig'.. D.e Ausstellung ersre-tr sich eines sehr rrgru Besuchs. M uags wurde für die Kinder Kisperletheat-r (selbst- gebaut) vorgeführt. Das Abrollen eines Wil-
Helm-Drsch- Films beschloß die gutgelungene Veranstaltung.
Kreis Büdingen.
!! Büdingen, 14. Dez. Die Zahl der Erwerbslosen im Kreise Büdingen erhöht sich von Woche zu Woche, Unser Kreis, der als fast rein landwirtschaftlich angesprochen werden kann, hat zur Zeit rund 500 Erwerbslose. Diese Zahl muß gegenüber dem früheren Stand als sehr hoch bezeichnet werden Zu bemerken ist, daß 170 Erwerbslose zur Zeit mit Rotstandsarbeiten beschäftigt werden, die sonst auch noch der allgemeinen Erwerbslosenfürsorge zur Last fallen würden. Durch das mil w Witter wird es möglich sein, diese Aotstandsarbeiten noch einige Zeit weiterzuführen.
Kreis Schotten.
)— ( Ruppertsburg, 14. Dez. Das seltene Fest der goldenen Hochzeit feierten dieser Tage der Schreinermeister und La dwirt Friedrich Scheel und seine Ehefrau. Der Ehemann vollendet demnächst sein 75., seine Gattin ihr 74. Lebensjahr. Letztere ist iwch verhältnismäßig rüstig, während der Zubilar seit einem Schlaganfall, den er vor IVr Zähren erlitt, körperlich sehr geschwächt ist. Scheel, ein echt deutscher, braver Mann, hat dem Daterlande im Weltkriege seine drei Söhne, von denen der älteste Landwirt, der zweite Lehrer und der dritte Student der Theologie war, geopfert. Rachmittags fand im Hause durch den Ortsgeistlichen Pfarrer D. Fritsch die Einsegnung des Zubelpaares statt. Abends brachte ihm der Gesangverein „Sängerbund", dessen Mitbegründer Scheel vor 37 Zähren war, ein Ständchen.
Kreis Alsfeld.
W Nieder-Ge münden, 14. Dez. Am Sonntag wurde in dem nördlichen Teil dec hiesigen Gemarkung eine Treibjagd veranstaltet. Fünf Treibern und einer ansehnlichen Zahl Schützen gelang es, nur ein einziges Häslein zur Strecke zu bringen. Wildernde Hunde und Katzen, sowie das nasse Frühjahr sind jedenfalls die Ursachen dieses schlechten Wildbestandes.
W Homberg a. d. Ohm, 14. Dez. Vor einigen Tagen wurde in den S ta a ts w ald u ng en der Försterei Homberg mit dem Einschlag des Brenn- und Ruhholzes begonnen. An den diesjährigen Arbeiten beteiligen sich vier Holzhauerrotten, und zwar eine aus Ober-Ofleiden. eine aus Maulbach und zwei aus Rieder- Gemünden.
Ehringshausen, 14. Dez. Im Ba - saltsteinbruch verunglückte der Arbeiter D i ck von hier. Herabfallende Steine trafen ihn am Oberarm und verursachten einen Sprung des Oberarmbeines. Ein Verwandter von Dick wurde ebenfalls durch abstürzende Steine getroffen und trug schwere Verletzungen am Kopf und Quetschungen an der Schulter davon.
Starkenburg.
* Darmstadt, 14. Dez. Zn Seeheim an der Bergstraße fand eine Besprechung von Interessenten für den Weiterbau der e le k- trischenDahnvonEberstadtbis Alsbach statt. Die hessische Regierung war durch Geh. Oberbaurat G e i b e l, die Hessische Eisen- bahn-Aktien-Gesellschaft (Heag) durch Direktor Dohnenberger, der Hessische Derkehrsver- band durch seinen Vorsitzenden Stemmer vertreten. Ferner hatten die Kreisdirektionen Bensheim und Heppenheim und eine Reche von Bürgermeistereien Abordnungen entsandt. Cs wurde eine Entschließung im Sinne der Weiterführung der Bahn von Eberstadt bis Alsbach angenommen und eine Kommission gewählt, die in Berlin energisch das Projekt betreiben soll. — Zn Bensheim wurden zwei Wachtmeister der Polizei überfallen. Der Wachtmeister Sch ad er wurde durch Messerstiche so chwer verletzt, daß er ins Krankenhaus eingeliefert werden muhte. Der Täter, ein 23- jähriger Tüncher, wurde verhaftet.
Rheinhessen.
WSR. Mainz, 14. Dez. Die hessische Regierung Hat dem hiesigen Karnevalverein die Genehmigung zur Veranstaltung des traditionellen Rosenmontagszugs erteilt.
Preuhen.
Eingemeindung Fechenheims nach Frankfurt.
WSR. Frankfurt a. M, 14. Dez. Das Stadtparlament stimmte in seiner heutigen Sitzung einstimmig dem Eingemeindungsvertrag mit der Gemeinde Fechenheim zu. Rachdem schon früher die Eingemeindungsverträge mit Griesheim (12 000 Einwohner), Schwanheim (5600) und Sossercheim <4800 Einwohner) genehmigt wurden, tritt die Stadt Frmckfuct durch die neue Eingemeindung (Fechenheim hat eine Einwohnerzahl von rund 10 000) endgültig in die Reihe der Halbmillionen st ädte ein. Das neue Frankfurt wird künftig eine Einwohnerzahl von etwa 503000 haben, die sich durch den eventuellen Zutritt von Ried noch erhöhen dürfte.
Krcis Wetzlar.
XX W e tz l a r, 14. Dez. Nach der Ferienordnung smd di« W e i h n a ch t s f e r i e n für sämtliche Schulen des Kreises auf 16 Tage festgesetzt.
O Reiskirchen, 14. Dez. Die hiesige Ge- meindeoertretung hat beschlossen, einen neuen Betriebsplan für die Bewirtschaftung des Gemeindewaldes aufstellen zu lasten. Die Angelegenheit ist einem Forstassessor von Gießen übertragen. Der Gemeindewald umfaßt etwa 150 Hektar Hochwald und 100 Hektar Niederwald.
<> Hochelheim, 14. Dez. Seit gestern stt das P o st a u t o der Linie Gießen—Niederkleen in- olge des geänderten Fahrplans im hiesigen Orte untergestellt. Als vorläufiger Unterstellraum dient die Halle, in der die Dreschmaschine der hie- igen Dreschgenostenschaft untergebracht war. Es ind bereits Verhandlungen wegen Errichtung einer A u t o h a l l e emgeleitet, die in Kürze zum Ab- chluß kamen dürften.
<> Ebersgöns, 14. Dez. Im Stein« bruche der Oberhefsischen Kalk- und »tcmtnbuftne im Distrikt,Heinrichsberg" der piefigen Gemarkung stürzte ein Stein-- bredjer von hier aus etwa fünf Meter Höhe ab, wobei er sich erhebliche Verlegungen im
Gesicht und an den Händen zuzog. Die Verletzungen find glücklicherweise nicht lebensgefährlich.
Krcis ^icveniopf.
* Königsberg. 14. Dez. Ein nachahmenswertes Beispiel hat die benachbarte Gemeinde Groß-Alten st ädten geschaffen. A f dem dortigen Rathaus wird gegenwär.ig ein Rundfunk-Apparat ausgestellt, zu dem alle Octseinwobner freien Zutritt haben sollen. Mit befer Einrichtung hofft man hauptsächlich der Zagend einen Dienst erwiesen zu haben, denn in so mancher sonst verschwendeten Stunde erhält sie nun Anregung and Belehrung. Zu den Linkosten haben sämtliche Vereine sowie die Gemeinde beigetragen.
T Raunheim, 14. Dez. Seit einiger Zett sind Bestrebungen im Gmge, Garbenheim Hermannstein und Raunheim dec Stadt Wetzlar einzuver leiben. Man bringt diese Bemühungen mit der geplanten Lahn- kanalisierung und der dadurch notwendigen Verlegung desDahnhofes Wetzlar und der Köln—Gießener Dahn inZusammen- hana. Der Bahnhof Wetzlar soll zum TeU noch in Naunheimer G 6 et kommen. Zn Garbenheim haben in dieser Angeleg nheit schon zwei Versammlungen stattgefunden. Man will unserer Ein- wohne.scyaft die Sach- dad rch schm ackhaft machen, daß man. ihr die schon früher grplante elektrische Straßenbahn mit Wetzlar verspricht. Die Bevölkerung steht aber dem ganzen Plan ablehnend gegenüber, da sie höhere Steuern und andere Unannehmlichkeiten befürchtet. Rieder- girmes wurde seinerzeit bei der Eingemeindung mit Wetzlar vor die vollmdete Tatsache gestellt. Doch hofft man hier, da Raunheim und Her- mannstein als wohlhabende Orte zum Kreis Biedenkopf gehören, bah die Kreisverwaltung ein wichtiges Wort mitredet. — Bei einer hier abgehobenen Treibjagd in enem Teil dec Feldmark wurden 14 Hasen geschossen.
Dillkreis.
bl. Dillenburg, 14. Dez. Rach dem jüngsten Stande werden im Dillkreise 82 4 Vollerwerbslose mit 1408 Zuschlagsempfängern gezählt. An Rotstandsarbeitern sind 280 Mann vorhanden.
Kreis Marburg.
sch. M a r b u r g , 14. Dez. Nachdem im Frühjahr die erste Postautolinie des Kreises Marburg auf der Strecke Marburg— Franke n b e r g eröffnet wurde, deren Rentabilität sich inzwischen herausgestellt hat, ist nunmehr die Einlegung einer zweiten Kraftpost ° linie auf der Strecke Marbur g—G laden- bach (über Wehrshausen, Elnhausen, Friebertshausen, Ammenhausen) für das Frühjahr kommenden Zahres geplant. Die ersten Verhandlungen zwischen der Ooerpostdirettion Kassel und den hiesigen Behörden haben bereits ftatt- gefunden und werden in diesen Lagen mit den zuständigen Gemeinden fortgesetzt. — Wie der Magistrat mitteilt, soll auch in diesem Jahre den Kindern der Erwerbslosen und Armen unserer Stadt eine besondere We i h- nachtsunterstützung zuteil werden. — Die Zahl der R a d io a n sch lü s s e ist in Marburg und Umgebung auf 450 gestiegen, ein Beweis dafür, daß man auch in hiesiger Gegend dem Rundfunk Interesse entgegenbringt. — Rach der letzten Viehzählung wurden in Stadt und Kreis Marburg zusammen 7313 vieh- besitzende Haushattungen (gegen 7320 im Vorjahre) festgestellt. Es waren vorhanden 4333 (4293) Pferde, 6 (4) Maulesel, 1 (2) Esel, 25 695 (25 329) Stück Rindvieh, 7818 (9369) Schafe, 28 144 (23 620) Schweine. 5320 (5658) Ziegen, 1832 (2810) Kaninchen, 100 251 (95 047) Stück Federvieh und 2020 (1698) Bienenstöcke.
Kreis Westerburg.
00 Westerburg, 14. Dez. Der diesjährige Weihnachtsmarkt war besser als in früheren Jahren besucht. Allerdings ft o ck t e trotz des reichlich aufgetriebenen V i e h e s die Kauflust. Dagegen hatten die Kaufhäuser um so mehr zu tun. Auch die Lebenswillens der Jugendbewegung." 7.15 bis 7.45 herrschte Hochbetrieb. — Seit voriger Woche wird auf Veranlassung des Sport- und Spieloereins Westerburg unter Leitung des Kreisjugendpflegers Metz hier- ein Gymnaftikkurfus abgehalten. Die junge Generation, aber auch alte Herren find mit Lust und Liebe dabei. — Bekanntlich haben unsere Stadtverordneten vor Wochen dem M a g i st r a t ihr M i ß t r a u e n in öffentlicher Sitzung zum Ausdruck gebracht. Der Stein des Anstoßes war damals der Ausbau der hiefigen Realschule, über den der Magistrat und die Stadtverordneten verschiedener Meinung sind. Auch in der jüngsten Sitzung kam der Gegensatz insofern zum Ausdruck, als die M a g i ft r a t s m i t g l i e > der bei der Stadtverordneten fitzung nicht zugegen waren. Das Mißtrauensvotum gegen sie wurde deshalb erneuert Stadtverordneter H e ß referierte dann über den Stand der Schulfrage und rollte ein recht trübes Zukunftsbild unserer Realschule auf. Kommen Magistrat und Stadtverordnete zu keiner Einigung, so muß man befürchten, daß die Realschule die längste Zeit hier existiert hat, was im Hinblick auf die hiesige und umliegende Landbevölkerung sehr zu bedauern märe.
Maingau.
WSR. Franks urt a.M., 14. Dez. (WB.) Die seitherige Entwick.ung der Frantfurter Messe, insbesondere der günstige Verlauf der letz:en Herbstmesse, recht ettlgen d.e Erwartung, daß die Frank,urier Messe auch künftig ihre Stellung, wahren und sich zunehmend günstig entwickeln wird. Die Fortführung und zeitgemäße Ausgestaltung der Frankfurter Messe erscheint deshalb im Interesse der Stadt geboten. Der Magistrat beantragt dementsprechend bei der Stadtverordnetenversammlung, für das Zahr 1927 die erforderlichen Mi tel in den Haushaltsplan einzu- f.e.-en. — D . S c.it -erordnetenrerlammlung ha te vor kurzem die Bewilligung eines Zuschusses von ICO000 Mark an das Symphonie- Orchester beschlossen un er der Voraussetzung, daß das Orchester in seinen Darbie.ungen gewisse folale Gcs-ch sputckte berücksichtige und der Stadt ein gewisser Einfluß aus die Führung des Orchesters eingeräumt v erde. Nachdem die erste Vorau-fttzung durch Veranstaltungen von Darbietungen für Schüler, Erwerbslose usw. als erfüllt gelten darf und zur Wahrnehmung der städtischen SntereLen je ein Mitgl ed des Ma- gistra s und der Stadtverordne enversammlung in Len Vorstand des Orchester-Vereins gesandt werden kann, ist der Magistrat dem Beschluß
I GesMs-WWWsanzeW erfordern heute eine sorgfältige Zeitgebung und Satzausstattung. (Bule Sctzl iilungen sind nur erreichbar, wenn die Anzeige» WM genug uu,gegeben werden. Der Annahmeschlutz für alle Anzeigen im (Siebener Anzeiger entfällt auf den Nachmittag vor der Ausnahme. Empfehiungs, anzeigen müssen, je nach Umfang uno Sctz. schwierigkeiten, zwei bis drei Tage vorher bestellt fein. Nur mit Sorgfalt und dem notwendigen Zettaufwand gesetzte Empfehlungen
Wro Den erivliMleo 6i|olo!
ber S.altt-e.o.dn.tmve.samm.ung beit,e..e,en. — Die am Sonntag gesch.o.sene „Frankfurter Polizeischau" hat in allen Kreisen der Bevölkerung starken Anklang und großes Znter- es e ge.unden. Znsgesamt wurde d.e Schau von rund 20 0C0 Per! onen besucht. Besonders stark war der Besuch an den letzten Tagen. So wurden am letzten Sonntag allein etwa 3000 Personen gezählt. — Bekanntlich konnte kürz- ltch der langgesuchte Fassadenkletterer Hans Brey nach einer aufregenden Zagd über verschiedene Dächer festgenommen werden. Zn der Zwischenzeit konnten auch töne „Miturbetter", der 30jahrige Schlosser Ferdinand Graf und der 27jährige Arbeiter Wilhelm Keß, ferner noch der dritte Komp'.i e der Elektrotechniker Wilhelm Stegmann . der s. Zt zusammen mit Brey aus dem Zuchthaus in Diez entwichen war, ermittelt und dingfest gemacht worden. Auch Stegmann ist ein alter verwegener Wohnungs- und DilleneinbreHer und Fassadenkletterer. Bei feiner Festnahme lag er, nur mit einem Hemd bekleidet, unter einem Waschtisch: er war so überrascht, daß ihm die Handhabung einer Pistole nicht mehr gelang. Für die Wohnungsinhaber, bei denen Brey und Stegmann Unterschlupf geunben hatten, dürste die Angelegenhett noch ein gericht'i' es Rach- spkl haben, da sie sich wegen ^Begünstigung strafbar gemacht haben.
WSR. Hanau, 14. Dez. Der Magistrat hat, dem Beispiele der Stadt Frankfurt folgend, die Einführung des Mülltonnensh stew.S beschlossen. Eine entsprechmde Vorlag' ist dem Stadtparlament bereits zugegangen. 3n?g:facnt werden etwa 3200 Tonnen zum Preise von 52 500 Mk. benötigt.
Wir sollen bequem reisen!
RDV. Die Deutsche Reichsbahn geht jetzt tatkräftig daran, das Reisen oif der Eisenbahn in Deutschland behaglicher za gestalten. Besonders erfreulich ist, daß von der Reichsbahn sowohl die Bequemlichkeit der Reisenden in der teuersten, wie in der billigsten Wagenklasse erstrebt wird. Bei einer Presfebesicht gung vor einigen Lagen in Berlin sah man Muster der neuen Wagen aller Wagen klassen, und einige neue Schlafwagen, die zum Teil bereits in Verkehr gestellt sind. Der neue Wagen 4. Klasse mit seinen Quersitzen, den weiten Fensteröffnungen, dem hohen, gewölbten Wagendach, den zahlreichen Lüftungsmöelichkeiten unb der reichlichen elektrischen B uchtung durch 6 Dirnen in jedem Abteil, wird kaum das Bewußtsein aufkommen lassen, daß man in der überhaupt billigsten Wagenllasse fährt.
Für die Znnenausstattung der D■ Zugwagen sind Künstler herangezogen worden, um den Wagen nicht nur ein zweckmäß'ges, sondern auch ein wohlgefälliges Aussehen zu gebfcn. Besonders ist das bei den Wagenabteilen 1. Klasse gelungen: Die Wände sind in Mahagoni getäfelt, und die Sitze mit einem oliv- grünen Polsterbezug bekleidet: die Armlehnen in Ellbogenhöhe können vollkommen zurückgeklappt werden. Für die Beleuchtung ist die bisherige, etwas nüchterne Gla^locke durch einen dreiarmigen Beleuchtungskörper mit drei 25 Watt- Äampen und einer blauen Glasbirne für die Rächt ersetzt worden. Rach wie vor werden in der 1. Wagenklasse innerhalb des Gebietes der Deutschen Reichsbahn nur 4 Plätze den Reisenden zur Verfügung gestellt, während bekanntlich im Ausland 6 Plätze in der 1. Klasse üblich sind.
Zn allen v-Zugwagen verschwindet nach und nach der Fenstergurt als veraltet: an seine Stelle treten die sogenannten Scherenfenster, die bis zu jeder beliebigen Höhe herabgezonen werden können und von fetbft feststehen. Auch die staubfangenden Scheibengardinen, d e bei geöffnetem Fenster umherflatterten, verschwinden in allen Abteilen: an ihre Stelle treten R o l l - Vorhänge. Ebenso wie die 1. Wagerklasfg der V-Zrgwagen erhalten auch die Abteile 2. und 3. Klasse bei den neuen Wagenthpnr eine gewölbte Decke und einen neuen Beleuchtungskörper, unter dessen Kuvpel unsichtbar die Lüftungsanlage angebracht ist.
Zn den V-Zrgwagen 3. Klasse werden auf den Strecken, auf denen Speisewagen nicht mit» geführt werden können, Wirtschaftsabteile eingerichtet. H er können e infach:re warme Speisen hergestellt werden, die d.rch Kellner der Mitropa in die Abteile gebracht werden.
Ausgezeichneten Eindruck machen die neuen Schlafwagen der Mitropa, die zum Teil bereits in Verkehr gestellt sind. Der neue Schlafwagen ist 2^2 Meter länger als der alte Typ und weist 11 Abteile statt bisher 10 in jedem 'IDagen auf. Da ein solcher neuer Schlafwagen insgesamt 23,4 Meter lang ist, konnte jedes Abteil 8 Zentimeti.r breiter angelegt werden. Rach wie vor erhält der Reisende 1. Klasse in diesen Mitropa-Schlafwagen ein Einzelbett. Die Abteile sind durchweg m.t Mahagoni verkleidet, bie Waschtische zweckmäßig in eine Rische eingebaut. Die Entlüftungsanlage liegt jetzt nicht wrhr zum Abteilfenster, sondern zum Sttt-?ngang des Wagens zu. Auch die älteren Schlafwagen werden behaglicher ausgestaltet durch eine dem 2luge wohlgefällige Despan77ung jedes Abteils und durch Anbringung von bewegllchm Gnrde- robenhaken an einer breiten Messlngstange.
Zur Pflege der Sauberkeit sind auch die Aborte in zweckentsprechender Weise aiSge- stattet worden. Der gan>2 Raum ist in weiß gehalten und mit abwaschbaren Stoffen belegt Selbstverständlich fehlt nirgends mehr ein Seifenspender: die Handtücher sind in einem glas- btlleibcfen Schrank unter gebracht.


