bczugspreis wie folgt festgesetzt: Es kostet das Kubikmeter Normalverbrauch 15 Pf., Mehrverbrauch 50 Pf. Als Normalverbrauch gelten folgende Sähe: Für jede Person 30 Liter, Großvieh je Stück 65 Liter, Kleinvieh 25 Liter pro Lag. Für Metzger 600 Liter, Bäcker 300 Liter, Wirte 200 Liter! Milchkühler 2000 Liter, Gärten 500 Liter, Dadeeinrichtungen 100 Liter, Klosets mit Spülung 60 Liter pro Tag. Es haben monatlich mindestens zu zahlen: Haushaltungen mit einer Person 50 Pf., zwei Personen 60 Pf., drei Personen 70 Pf., vier Personen 80 Pf., fünf Personen 85 Pf., sechs Personen 90 Pf., sieben Personen 95 Pf., acht Personen 100 Pf. Für jede weiter« Person monatlich 10 Pf. mehr. Für Metzger, Bäcker und Wirte wird ein Zuschlag erhoben von monatlich 1 bis 20 Mk. Ferner wird monatlich erhoben: Für ein Stück Großvieh 30 Pf., für ein Stück Kleinvieh 10 Pf., Badeeinrichtung 50 Pf., Klosets mit Spülung 30 Pf. Die Sätze sind unter Mitwirkung des hessischen Kulturbauamts Friedberg und unter Zugrundelegung einer vertraglichen, von der Bade- und Kurverwaltung Bad-Nauheim zu liefernden Menge von 123 Kubikmeter pro Tag festgesetzt. Die Wassermesser tverden monatlich abgelesen, das Wassergeld sogleich erhoben. Weiter wurde der Einbau eines Hauptmessers in die Zuleitung beschlossen. Die Boranschlagssumme beläuft sich auf 600 Mk. — Am Nordausgang des Dorfes wurde mit der Errichtung eines Transformator en-Hauses begonnen. 2m Laufe der kommenden Monate soll das Ortsnetz zwecks Speisung durch die neue Station umgehaut werden. Mit dieser Neuanlage, die dos lieber- landwerk auf seine Kosten curssühren läßt, (die Gemeinde hat lediglich den Platz zur Errichtung des Transformatoren-Hauses zur Verfügung gestellt), wird ein großer Hebelstand behoben, denn die alte Station lag im Heberschwemmungsgebiet der Wetter und war bei Hochwasser nicht zugänglich.
Kreis Büdingen.
* N i d d a, 14. Oft. Am 2. Povember nimmt das W i n t e r s e m e st e r der hiesigen Gewerbeschule seinen Anfang. Den Handwerkerlehrlingen und -Junggesellen wird dadurch wieder Gelegenheit geboten, sich diejenigen theoretischen Fachkenntnisse anzueignen, die neben einer guten praktischen Ausbildung heute nicht mehr entbehrt werden können, um sich im Wirtschaftsleben zu behaupten. Kein junger Handwerker sollte sich diese Gelegenheit entgehen lassen, zumal das Semester in die für viele Berufe (Baugewerbe) geschäftlich stille Zeit des Winters fällt. Der Besuch eines Wintersemesters einer Gewerbeschule befreit von dem Besuch der gewerblichen Fortbildungsschule in dem darauffolgenden Sommer. Dieser Vorteil kommt besonders den im Sommer stark beschäftigten Berufen zugute, da jene Lehrlinge während des Sommer ohne Unterbrechung in ihrer praktischen Betätigung bleiben können.
Kreis Schotten.
Schotten, 14. Okt. Das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft teilte der Stadt auf eine Eingabe um Beibehaltung des Land- wirischaftsamtes und der Landwirtschaftlichen Schule mit, daß hier eine AuhenstelH errichtet werde, der die Wahrnehmung und Vertretung der besonderen Vogelsberger Verhältnisse obliege. Man erwarte, daß die Stadt ihre wertvolle Hnterstühung, die sie dem Landwirtschastlichen Amte und der Landwirtschaftlichen Schule habe angedeihen lassen, auch der Außenstelle schenke. Die Stadt gibt sich mit dieser Regelung ober noch nicht ohne weiteres zufrieden und hat in einer nochmaligen Eingabe an das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft erklärt, daß sie sich mit der Aufhebung des Landwirtschaftlichen Amtes nicht einverstanden erklären könne, zumal durch eine Nebenstelle nicht die Gewähr gegeben sei, daß den besonders gearteten Vogelsberger Verhältnissen genügend Rechnung getragen werde. Die vorgesehene Außenstelle könne niemals als ein dec Bedeutung der Vogelsberger Landwirtschaft entsprechendes Amt angesehen werden. Die Stadt Schotten und der Kreis erwarten, daß dem Kreis zum Wohle seiner Landwirtschaft sein eige- t nes selbständiges Landwirtschajtsamt erhalten bleibt. — An Stelle der früher zwischen S ch o t- f t en, Eschenrod und H o f Zwiefalten bestandenen K a r r i o l p o st, die vor einiger Zeit - jedoch wieder etnging, wurde zwischen Schotten und Eschenrod eine elwas eigenartige Postverbin- dung, soweit die Beförderung von Postsachen in Frage kommt, geschaffen. Eine ältere Frau bringt nach Bedarf die Postsachen nach der Posthrlfsstelle Eschenrod, und zwar mit einem von der Reichspost beschafften Hand- lv a g e n. Bon Eschenrod aus werden dann die
Fünfte Schulmusißwoche.
Der dritte Tag der Schulmusikwoche brachte in dem Vortrag des Geh. Regierungsrates Prof. Dr. Max Friedländer -Berlin über „Das Volkslied in der Schule" den gehaltvollsten und eindrucksvollsten der Vorträge. Dazu trug wesentlich die sympathische Persönlichkeit des Redners bei, sowie die bestechende Form, wie er seine Gedanken äußerte, und der Hmstand, daß er die Proben von Volksliedern selbst sang und durch Klavierbegleitung noch lebendiger gestaltete. Prof. Friedländer charakterisierte zunächst das echte Volkslied und das volkstümliche Lied, sodann „die ungeratenen Kinder des Volksliedes", die Gassenhauer und Stratzenlieder. Heute werden noch Volkslieder gesungen, deren Texte bereits aus dem 13. Jahrhundert bekannt sind. Bei seinem Aufenthalt im Elsaß hörte Goethe als Student ein Lied, das er aufzeichnete und dessen Niederschrift noch auf der Weimarer Bibliothek vor- banbcn ist. Das Lied beginnt: „Ich steh' auf einem hohen Berg, Seh' nunter ins tiefe Tal, Da sah ich ein Schifflem schweben, Darrn drei Grafen sahen." Don demselben Liede wurde auch eine andere, heute noch sehr bekannte Melodie vorgeführt und gezeigt, wie auch das Soldatenlied „Ein Schifflein sah ich fahren, Kapitän und Leutenant" davon abhängig ist. Auber hat die Melodie etwas verändert übernommen, und so ist sie auch in Frankreich bekannt geworden. Das Volkslied stammt manchmal aus einer höheren Sphäre, es ist kühn im Hereinnehmen von Naturbildern, wie man eS in dieser Weise nur selten beim Kunstlied beobachtet. Hans Sachs habe deutlich den Hnterschied von Gassenhauern und Volksliedern gekannt, doch habe man im 18. Jahrhundert frfbft für gute Gesänge den Namen Gassenhauer gebraucht. Prof. Friedländer zeigte bann, wie auch die Melodie veredelt werden kann. Ein Teil der Melodie des Goetheschen Liedes »Och hab' meine Sach' auf nichts ge»
Postsachen bestellt in Wingershausen, Cichel- sachsen, Hof Zwiefalten und Eschenrod selbst. Für ihre tägliche Dienstleistung, wenn diese in Anspruch genommen werden mutz, wird der Frau der Satz von 1,25 Mk. bezahlt. Falls Postsachen nicht zu befördern sind, findet eine Bezahlung nicht statt.
ld. Schotten, 14. Okt. Der Süd- und We st Hang des Vogelsberges hat trotz des Vernichtungskrieges zur Zeit der „hohen" Holzpreise in der Inflationszeit immer noch eine große Zahl von Walnutzbäumen aufzuweisen, die mitunter noch an der 400°Meter- Grenze anzutreffen sind. Auch in dem Jahre der für den Obstbau so verderblichen Frühlingsfröste ist unsere Gegend nicht ohne Walnüsse. Da die Fröste hauptsächlich in den Tälern geschadet haben, und die Derghänge und Gipfel Blüten und Blätter unter dem Einflüsse wärmerer Luftströmungen durch jene kritischen Tage brachten, zeigten die dort wachsenden Nutzbäume reichllchenBehang. Der Bedarf des Weihnachtsmannes kann also durch die heimische Wal- nuhernte gedeckt werden.
ld. Aus dem Vogelsberge, 14. Okt. Nachdem die Maul- und Klauenseuche bereits unter den Rindviehbeständen vieler Vogelsberger Orte ausgebrochen ist, wurde nun auch von dieser Seuche befallenes Rehwild festgestellt, das sich beim Betreten der vom Rindvieh begangenen Hut weid en und W'.esen ansteckte. Es ist bedauerlich, datz die Krankheit, die nach ihrem Tiefstand in der Nachkriegszeit wieder im Ansteigen begriffene Zahl der Rehe erneut zum Sinken treibt, und viele Jagdpächter um die Früchte jahrelanger Wildpflege bringt, ist zu erwarten, daß ihnen im Winter sehr viele reichen Füchse nicht stark vermindert werden, Wenn in den kommenden Wochen die sehr zahl- durch die Seuche geschwächte und laufkranke Rehe zum Opfer fallen.
Kreis Alsfeld.
-er. Homberg a. d. Ohm, 14. Okt. Heber Wassermangel hatte man in unserer Stadt in der letzten Zeit häufig zu klagen. Hm diesem Hebelstande endgültig abzuhelfen, entschloß sich der Gemeinderat. die Quelle des Oberbörnchens noch in die Hauptleitung einzuführen. Zur Zeit ist man zwecks Anlage der Nebenleitung mit der Rohrlegung vorn Oberbörnche und der Pumpstation der Arbeiterkolonie nach der Hnter- gasse beschäftigt. Auch die Stelle, an der die neue Wasserkcunmer errichtet wird, ist bereits ausgehoben. Zur Bestreitung der Kosten muhte unsere Stadt 26 000 Mart aufnehmen, was sich in einer wesentlichen Erhöhung des Wassergeldes im kommenden Jahre auswirken dürfte. Hoffentlich wird durch diese Neuanlage die Wasserkalamität nun auch restlos beseitigt.
— Obex-Ohme n, 14. Okt. Der älteste Veteran unseres ' Dorfes, Johann S t r i t t e r, der aus dem Kriege 1866 mit zerschmettertem Bein zurückkehrte, stürzte in diesem Sommer vom hochbeladenen Erntewagen auf das Hofpslaster. Lange schwebte er in Lebensgefahr, sein Gesundheitszustand hat sich nun aber doch derart gebessert, daß er wieder frei umhergehen kann. Der hochbetagte Mann erfreut sich einer außergewöhnlichen Frische.
I Ober-Ohmen, 14. Okt. Das hiesige Freiherrlich Riedeselsche Revier umfaßt über 1000 Morgen Wald und ca. 200 Morgen Feld. Die Riedeselsche Verwaltung trägt sich mit dem Gedanken, das Revier zu verkaufen,' weil es infolge der hohen Verwaltungskosten unrentabel ist. da der Wald sehr zerstreut liegt. Der hiesigen Gemeinde wurde eine Waldparzelle (das Haarholz an der Straße Ruppertenrod—Ermenrod) zum Kaufe angeboten. Der Preis, man sprach von 80- bis 90 000 Mk., war aber so hoch, daß die Gemeinde die Zinsen nicht hätte aufbringen können. Die Bestände sind noch lange nicht schlagreif und werfen deshalb in den ersten Jahrzehnten kaum nennenswerte Erträge ab. Jnfolgedesftn mußte die Gemeinde das Angebot abschlagen. Es bleibt abzuwarten, ob nun der Staat Käufer der Waldparzelle bleibt. Anders wäre es für die Gemeinde mit den 200 Morgen Aeckern und Wiesen, da es sich hierbei durchweg um gutes und bestes Land handelt. Ein Teil der Riedeselschen Grundstücke ist an hiesige Kleinbauern und Arbeiter versiedelt.
c? Kirtorf, 14. Okt. Eine Anzahl reifer Erdbeeren erntete noch heute Förster Göbel dahier in seinem Garten.
s Aus dem Ohmtal, 14. Okt. Zur Zeit herrscht hier rege Nachfrage nach Heu. Täglich sieht man hochbeladene Wagen wie vor dem Kriege nach den Stationen fahren. Besonders auf
stellt", die auf ein Lied von 1624 zurückgeht, in dem die Tugend der alten Leute verspottet wird, läßt sich nachweisen in dem Rondo einer Sonate von Beethovens „Eroica" und iin „ Fidelio". Sehr lehrreich war die Gegenüberstellung von echten Volksliedern und Gassenhauern, die gleiche oder ähnliche Themen behandelten: der Vergleich fiel natürlich zugunsten des Volksliedes aus. Gegen die Jazzmusik fand Prof. Friedländer kräftige Worte. Wie Goethe beim Anblick des Bruchstückes eine Statu« meint, daß sie die unendliche Sehnsucht nach der Schönheit der ganzen Statue erweckt, so haben auch wir die unendliche Sehn- lucht nach der Schönheit des Volksliedes.
Prof. Hans Joachim Moser-Heidelberg berichtete über „Neues aus dem deutschen Liederschatz des 16. Jahrhunderts". Auch er gründete seine Darlegungen auf Beispiel und Gegenbeispiel und sieht in den Volksliedern vielfach abgesunkenes Kulturgut. Der Redner untersuchte bann die Struktur der Melodie des Liedes „Meum est propositum“, das heute noch in einer Verdeutschung aus der Zeit der Anakreontiker gesungen wird, und das aus einem Text des 16. Jahrhunderts bekannt ist, währeird die Melodie auf das 13. Jahrhundert zurückgeht. Noch andere Beispiele aus vergangener Zeit wurden in gleicher Weise auf den Aufbau der Melodie hin untersucht. In den Schulliederbüchern, so meinte der Redner, wäre noch viel verstaubtes Literaturgewächs, statt dessen sollten Volkslieder aus dem 16. Jahrhundert aufgenommen werden; sie hätten noch eine Mission zu erfüllen, in ihnen sei Leben.
In seinem Vortrag über „Alte und neue Dolyphouie im Kampfe um das musikalische Dil- dungsideal der Gegenwart" wandte sich Prof. Dr. Willibald G u r l i 11 - Freiburg i. D. gegen den Absolutismus der ästhetischen Musikbetrachtung und gegen den Relativismus der historischen Musikbildung. Die historische Betrachtung sehe in jedem Kunstwerk nur die Vorstufe zur nächsten Kunstäußerung und meine, daß jede Zeit dasselbe
der Station Mücke wird viel verfrachtet. Hauptsächlich begehrt ist gutes, trocken geerntetes Wiesenheu, wie es die Bergwiesen im Vogelsberg in hervorragender Qualität liefern. Dieses wird verhältnismäßig gut bezahlt. Aufkäufer ziehen von Ort zu Ort, um möglichst große Mengen der verfügbaren Heuvorräte zu erfassen. Der Bedarf ist sehr groß, da die Ueberschwemmungsgebiete in Norddeutschland ganz versorgt werden müssen. Die Folge der starken Nachfrage ist ein allmähliches Ansteigen der Preise. Auch Kartoffelkäufer bereisen unsere Gegenden. Gegenwärtig wird der Zentner guter, haltbarer Kartoffeln mit 4 Mk. bezahlt.
z. R a i n r o d, 14. Okt. Die an der Straße nach Eifa liegenden Wiesen — der sogen. „Grund" — erhalten jetzt die schon bei der Feldbereinigung vorgesehene Bewässerungsanlage. Es werden zwei Schleusen aus Beton errichtet, die das aus dem Dorsgraben kommende Wasser auffangen und in die vorhandenen Bewässerungsgräben weiterleiten. Das Bett des Bächleins wurde durch hiesige Arbeitslose gründlich gesäubert.
ck. W e t t s a a s e n, 14. Okt. Hnfere Gemeinde hat kürzlich, wie schon berichtet, bei der Oberpostdirektion Darmstadt den Antrag gestellt, die P o st a u t o l i n i e M ü ck e - H l ri ch st e i n künftig auch durch unseren Ort zu führen, damit wir endlich eine gute Verkehrs Möglichkeit erhalten. Der Leiter des Postamts Hirschstein hat jetzt die Strahenverhältnisse innerhalb und auherhalb unseres Dorfes geprüft und sich zur Befürwortung unseres Antrages bereit erklärt. Die direkte Entfernung von Ruppertenrod nach Mücke ist noch nicht einen Kilometer kürzer als der Weg von Ruppertenrod über Wettsaasen nach Mücke, so datz man wohl annehmen darf, die kurze Strecken- Verlängerung dürste nicht zu unseren Hngunften entscheiden. Die Gemeindevertretung unseres Dorfes ist zu größtem Entgegenkommen gegenüber der Postbehörde bereit, um an den Autoverkehr angeschlossen zu werden.
z. Windhausen, 14. Okt. Die hiesige Handarbeitslehrerin Frau Merz kann im nächsten Monat auf eine 50jährige Berufstätigkeit zurückblicken. Fast alle hier im Dorf lebenden Frauen und Mädchen haben ihre Ausbildung durch die beliebte und heute noch rüstige Frau erhalten. In vielen Familien sind bereits drei Generationen von ihr unterrichtet worden. Die Jubilarin steht im 69. Lebensjahr.
Starkenburg.
* Darmstadt, 14. Okt. Der Verein der Freunde des Hessischen Landesthea- t e r s, der vor zwei Jahren ins Leben gerufen wurde, um das Theater finanziell zu stützen, sollte sich nach einem Beschluß seines Vorstandes a u f l ö s e n. Die Hauptversammlung beschloß aber, datz der Verein weiter bestehen solle. Allgemein wurde die Interesselosigkeit der Darmstädter Bevölkerung am Landestheater beklagt; das Abonnement ist von 4000 auf 2800 zurückgegangen.
WSN. Lindenfels i. O., 14. Okt. Der Manufakturwarenhändler Gteinmann wurde, während er auf einer Geschäftsreise begriffen war, in Reichenbach i. O. beim Ueberqueren der Straße von einem Auto erfaßt und überfahren. Er mußte in schwerverleßtem Zustande im Bensbeimer Krankenhaus eingeliefert werden, wo er bald darauf feinen Verletzungen erlegen ist.
WSN. Weinheim a. d. B., 14. Okt. Der Direktor des Staatstechnikums in Darmstadt und Erbauer der Wachenburg, Professor W i e n k o o p , hat soeben mit den Vorarbeiten begonnen, um der W a - ch e n b u r g den letzten architektonischen Abschluß zu geben.'Gleichzeitig soll unterhalb der Burg ein weihevoller Totenhain errichtet werden, nach dessen Vollendung die Wachenburg eine geschlossene einheitliche Denkmalsanlage von ganz besonderer Wucht und Größe darstellen wird. Die Arbeiten sollen bis zu Pfingsten 1928 anläßlich des 65jährigen Bestehens des Weinheimer Senioren- Konvents vollendet sein.
Rheinhessen.
WSN. Mainz, 14. Okt. Heute nacht ist von einem Bahnbeamten auf der K a i s e r b r ü ck e eine männliche Leiche ohne Kopf gefunden worden. Die polizeilichen Ermittlungen ergaoen, daß sich der Tote das Leben nahm. Der Kopf wurde von einem Zuge vorn Rumpfe abgetrennt. Es handelt sich um einen 20jährigen Tünchergesellen aus Bad Hornburg, der nach einem vorgefundenen Schreiben freiwillig in den Tod ging.
Problem zu lösen habe und die letzte Lösung die beste fei. Es seien aber nationale, personale und epochale Typen der Solyphonie zu unterscheiden. Im Musikunterricht sei das Aesthetifche stärker zu betonen als das Historische.
Allerhand Bärte.
Nicht von den verschiedenen Formen und Moden der Bärte soll die Rede fein, das muß einem Gelehrten überlassen bleiben, der in der Geschichte des Bartes zu Hause ist; hier soll nur Sprachliches vom Barte dargeboten werden. Da ist zunächst hervorzuheben, daß nicht nur Männer sich des Bartes rühmen können als eines Zeichens der Männlichkeit, auch Frauen, ja sogar Kinder müssen Bärte haben, wie könnte man sonst diesen ebenso wie Männern um den Bart gehen? In dieser Redensart ist Bart lediglich so viel wie Kinn, und sie bedeutet eigentlich: einem das Kinn streicheln, ihm schmeicheln. In der Ilias geht Thetis dem Vater Zeus um den Bart. In einigen Landschaften kann auch ein Kind etwas am Barte, d. h. am Kinne, hängen haben. Das kann natürlich erst recht beim Schnurr- oder Schnauz- bart geschehen. Wer etwa glaubt, ein Schnauzer (schweizerisch: ein Schnauz) sei weniger fein als Schnurrbart, weiß wohl nicht, daß die Schnurre zunächst Maul und Rase, die Schnauze eines Tieres, das borstige Bärtchen einer Katze, usw. bezeichnet; die Bedeutung possenhafte Erzählung („Anekdote") leitet sich von dem klappri- gen Gerät her, das von seiner schnurrenden Bewegung schon im Mittelhochdeutschen fnurre genannt wurde. In die Irre Pflegt man zu gehen hinsichtlich des Knasterbarts (im 17. Jahrhundert auch Knisterbart). Man stellt sich beim Hören dieses Wortes wohl einen bärtigen alten Mann mit einer Tabakpfeife im Munds vor, es handelt sich aber bet ihm nicht um den seit 1700 bezeugten Knastertobak, sondern um ein schon vorher belegtes burschikose- Wort
Preußen.
Kreis Wetzlar. i
O Aus dem Kleebachtal, 14. Oft Wer Hoffnungen auf ein gutes Hasenjahr gesetzt hatte, hat eine große Enttäuschung erlebt. So gering, wie in diesem Jahre, ist der Hasenbestand in den letzten Jahren nicht gewesen. In sonst gut besetzten Hasenjagden sind die bisher erzielten Strecken sehr gering; der überall vorhandene geringe Bestand läßt auch keine Aussichten auf eine gute Jagd mehr versprechen. Das geringe Vorkommen ist auf das nasse Frühjahr und den regenreichen Frühsom- mer zurückzusühren. Von dem ersten Satze dürfte nur eine geringe Anzahl Hasen „durchgekommen" fein. Die meisten Junghasen sind durch das nasse Wetter zugrunde gegangen. Roch jetzt trifft man vielfach ganz kleine Häschen, sogenannte „Dreiläufer" an, die verhältnismäßig spät gesetzt sein müssen; diese sind natürlich vorläufig mit der Jagd zu verschonen. Mit Schuld an den geringen Hasenbeständen trägt ferner noch ein Unfug, der immer und immer wieder beobachtet werden kann: das sreie Umber- lauf enlaf fen von Hunden in den Feldern. Auch Katzen, die sich in den Sommermonaten oft längere Zeit vorn Hause entfernen und in den Feldern herumschleichen, fügen dem Junghafenbestande oft erheblichen Schaden zu.
OO Aus dem Hüttenberg, 14. Okt. Aus einzelnen Gemeinden des Hüttenberges hört man wieder^ Klage über stärkeres Auftreten der Feldmäuse. Hauptsächlich soll es sich um höher gelegene Felddistrikte handeln, in denen das wasserreiche Frühjahr und der Frühsommer den Mäusen wenig geschadet Hobeck? -^ic Landwirte wollen den Nagern, wie in früheren Jahren, durch gemeinsame Vergistungsmahnah- inen zu Leibe rücken. Von einer allgemeinen „Mäuseplage", wie sie das letzte Mal herrschte, kann jedoch nicht die Rede fein.
Dillkreis.
XX Don der unteren Dill, 14. Okt Rege Wohnungsbautätigkeit herrscht in den Ortschaften hiesiger Gegend von Herrn a n n st e i n bis hinaus nach dem an der Kreisgrenze gelegenen Edingen. Wenn auch alle diese Neubauten noch nicht ausreichen, die Wohnungsnot zu beseitigen, so haben doch fast alte Ortschaften geradezu ein neues Aussehen bekommen. Besonders hebt sich das mächtig empor- blühende Ehringshausen hervor, wo in den beiden letzten Jahren mehr als zwanzig stattlich« Wohnhäuser entstanden sind.
Vvlaingau.
WSN. Frankfurt a. M., 14. Okt. Eine in der Frankenallee wohnende Frau wurde gestern vormittag, als sie auf dem Marktplatz am Börne- platz Einkäufe machen wollte, plötzlich von einem Herzschlag betroffen. Sie war sofort tot.
Aus dem Amtsverkürrdigungsblatt.
* Das Amtsverkündigungsblatt N r. 8 2 vom 12. Oktober enthält: Maul- und Klauenseuche in Gießen, Burkhardsfelden und Leihgestern. — Aenderung der Verkaufszeiten im Konditoreigewerbe. — Dampfkeffelanlage von Wilhelm Keßler II., Annerod. — Dienstnachrichten.
Rundfunk-Programm
des frankfurter Senders.
(Aus der «Radio-Umschau".)
Samstag, 16. Oktober:
3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Wunschnachmittag. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lesestunde. 6.15 bis 6.45 Uhr: Der Briefkasten. 6.45 bis 7.15 Uhr: Funk- Hochschule Frankfurt: „Die großen Romane von John Galsworthy", Vortrag von Prof. Dr. Schultz. 7.15 bis 7.45 Uhr: Vortragszyklus des Gewer'k- fchaftsbundes der Angestellten — „Aufbauarbeit der deutschen Jugend", Vortrag von Georg Geist. 8.15 Uhr: Gastspiel der Direktion Sander-Graef: „Gräfin Mariza". Operette in drei Akten von Emmerich Kalman. Anschließend bis 12 Uhr: Ueber- tragung von Berlin: Tanzmusik.
Sprechstunden der Redaktion.
12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen
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Knaster(er) (vom niederdeutschen Knast, d. t Knorren, grober Kerl) mit dem Sinne: brummiger, mürrischer Tadler, der in feinen Bart zu brummen pflegt. Alt braucht dieser ja nicht zu sein, verstehen wir doch sogar unter einem Altbart ein altkluges Kind, das sich wie ein Erwachsener gebärdet. Einen Ueberflugen nennt man (in Sachsen) spöttisch einen Gescheit- bart, im Gegensatz zum Dummbart, d. i. Einfaltspinsel, den man aber als Umdeutung eines Namens Tumbhart aufgefaßt hat; er trug im Wettbewerb mit dem älteren Gauchbart (Narrenbart) den Sieg davon. Auch dep G r i m m b n r t, feit dem 17. Jahrhundert Bezeichnung für einen alten, grimmigen oder mürrischen Kerl, braucht kein Bartträger zu fein: der Name Grimbart für den» Dachs in der Ttersage von Reineke, dem Fuchs, ging hervor aus dem Eigennamen Grimbercht ober ®rim- baert = der im Helm (vgl. Isegrim —Eisen- Helm) Glänzende. Das Wort wurde aber irrig auf Grimm umgedeutet, und wie auch das Beiwort grimmbärtig (bei Jmmermann und Raabe), solchen älteren Männern beigelegt, die man auch als Brummbärte zu bezeichnen pflegt, weil sie „in ihren Bart brummen“. Die Nebenbedeutung des altnordischen Wortes grima (Helm), Maske, trifft in seltsamem Zufall der Schönbart, der seine Blüte im 16. Jahrhundert patte und von Goethe wieder erneuert wurde im Fastnachts- Piel. Hier ist zwar der Bart echt, dafür aber tat schon nichts mit dem Beiwort zu tun, es st um gedeutet aus Schemen, d. i. Schatten, Scheinbild, Larve; das schon im Mittelalter vorhandene Wort schem(e)bart bedeutet also eine Maske mit Bart. Nur genannt seien drei Pflanzennamen: Bocksbart (Tragopogon), Donner bart (Sempervivum), der auf Dächern wächst und nach dem Volksglauben vor dem Blitze Donars (Donnerkeil) schützt, und Flunkerbart, in Brandenburg eine Grasart (Mohnia coerulea, Dlaugras), die als ein schlechtes Futter unbeliebt ti v - < '


