sich ferner, baß die Lehrer außerdem die Pflicht haben, sich an den laufenden Gesamt-, Klassen- und Fachlehrerräten zu beteiligen, sie durch Gutachten und Berichterstattungen zu fördern, an der Verwaltung der mannigfachen Schulsammlungen teilzunehmen, die Schüler zu Spaziergängen, zum Besuch erdkundlich, gewerblich und künstlerisch bedeutender Orte zu führen, das Schulgemeinschaftsleben in seinen mamngfachrn Formen durch freiwillige Betätigung zu beleben, den Zusam- menhang mit dem Elternhaus zu pflegen, zu ihrer wissenschaftlichen Fortbildung die Fachliteratur zu verfolgen und an wissenschaftlichen Kursen und Tagungen teilzunehmen, endlich auch im öffentlichen Leben bei der Bolksbildungsaröeit mitzuwirkcn, so wird man eine Vorstellung gewinnen von bem älebermaß der Arbeit, das auf ihnen lastet. Die Folge dieser äleberlastung müh sein eine Vermehrung der Erkrankungen und der dadurch notwendig werbenden, den Staatssäckel wiederum belastenden Vertretungen und vorzeitigen Ruhestandsverschungen sowie ein weiteres Sinken des Durch- fchnittslebensalters, das bei den Philologen an sich schon weitaus am niedrigsten unter den Gruppen der höheren Beamtenschaft ist.
Aus diesen Gründen verlangt der Philologen verein die Zurücknahme des Schule und Lehrerschaft aufs schwerste bedrohenden Abbauerlasses der Assessoren st ellen.
Die Frage, wie weit die Zahl der höheren Lehranstalten in Hessen vermindert werdet kann, möge geprüft werden. Man Wird finden, diß hierin toe'.rig zu machen ist, solange der Andrang zu den höheren Schulen nicht nachlaßt. Denn bei den Eltern nach dem Verluste ihres Besitzes durch dir Geldentwertung der Wunsch In verstärktem Oltafc aufgetreten ist, den Kindern selbst unter den größten persönlichen Opfern und Entbehrungen ein? möglichst gute Schulbildung zu geben, weil sie sich bewußt sind, daß dies das einzig? Erbe ist. das sie ihnen hinterlassen können, so bietet diese Tatsache einen erhebenden Beweis für die ungebrochene Lebenskraft der heften Teile unseres Volkes. Sie sollte Anlaß geben, daß auch der Staat die dadurch nötig gewordenen Opfer willig über nimmt und nicht durch einen gewaltsamen Abbau die Erfüllung dieses Elt?rnwunsch>es erschwert oder gar unmöglich macht.
Was die Kostenaufbringung für di «höheren Schulen betrifft, so steht der Hessische Philolvgenverein nach wie vor auf lxnn Standpunkt, daß die persönlichen Kosten insgesamt der Staat tragen müsse. Wenn das erst neuerlich so bei den Volksschulen für richtig befunden und durchgeführt tour'e, so ist das bei den höheren Schulen sachlich um so begründeter, als dir Schülerschaft der höheren Schulen nicht wie bei den Volksschulen allein aus der ortsansässigen Bevölkerung stammt, so-.rdern sich vielfach zu ganz erheblichen Bruchteilen aus derjenigen der näheren und weiteren Umgehung zusammenseht.
Oberhefsen.
Landkreis Gießen.
* Klein-Linden, 14. April. Auf der „Burg" fand die Generalversammlung des Klein-Lindener Spar- und Darlehen s ka s s e n - V er e i n s Raiffeisen (G. m. u. H.) statt. Direktor Loh leitete die stark besuchte Versammlung und begrüßte besonders den Landwirtschaftslehrer Haack- Gießen, Geschäftsführer der Lagerhäuser Raiffeisen zu Gießen. Dieser sprach in längeren Ausführungen über die günstige Lage der Raiffeisenbank und begrüßte namens der Verbandsleitung den jungen Verein Klein-Linden. Dann erörterte er die Sparmarkeneinrichtung, den Zusammenschluß aller Mitglieder und Vereine zwecks preiswerten Einkaufs, Beschaffung und Bezug von Saatfrucht und Düngemitteln usw. Direktor Loh erstattete den Geschäftsbericht, wobei er auf die überaus günstige Entwicklung des hiesigen Vereins hinwies; die Gründung am 11. Mai 1923 erfolgte mit 15 Mitgliedern, heute zählt der Verein 225 Mitglieder. Der Rechner Heinrich Luh legte die Jahresrechnung für 1925 vor. Während 1924 die Spareinlagen nur 2403,50 Mk. betrugen, stiegen sie in 1925 aus 39 985 Mk. D.e Ceschaftsguthaben sind 640 Mk., der Warenumsatz ergab 7b 313,30 Mk., der Reservefonds stieg auf 356,90 Mk., der Reingewinn betrug 3717 Mk. 3m verflossenen 3ahr wurden 92 Sparkonten neu errichtet. Die Zinsen betragen ab 1. April 9 Prozent, bei täglichem Geld 7 Pro» 3ent, für Darlehen 13 Prozent; eine Herabsetzung dieses Satzes ist zu erwarten. Es wurden 53 Darlehen mit rund 40 000 Mk. aus- gegeben, davon 49 auf Bürgschaft, 4 auf Hypotheken. An. Steuern zahlte der Verein 830 Mk. Das_ Vermögen an Mobilien und Immobilien beträgt 1550 Wk. D:r Rechnungsabschluß wurde einstimmig genehmigt. Von besonderer Bedeutung war der Antrag der Mitglieder Heinrich Luh, Lotz und Zecher, für die Errichtung einer Gefallenenehrung 100 Wk. zu bewilligen. Dieser Antrag wurde unter lebhafter Zustimmung der Mitglieder zum Beschluß er- hooen. Zum Schluß dankte Direktor Lotz besonders dem Kassensührer Luh und dem Red- ner des Abends, Herrn Haack-Gießen.
br. Saubringen, 14. April. Auch in unfe. rem Dorfe ist trotz größerer Schüleraufnahme in diesem Jahre eine Schulstelle dem Abbau zum Opfer gefallen. Dadurch wurde Schulverwalter Joseph, der seit 1920 hier eine Schulstelle inne, hotte, nach Erlenbach, Kr. Heppenheim, versetzt. Die dritte Stelle wurde im November o. I. Lehrer chenkel.Bisses definitiv übertragen, der sie aber erst nach Fertigstellung der neuen Lehrerwoh- nung— die Gemeinde baut ein Doppelhaus für zwei Lehrer — antreten wird.
t Grünberg, 14. April. Der Gemeinde, rat beschloß in seiner jüngsten Sitzung: Da die Angebote zu dem ausgeschriebenen Holzverkauf in Eichenbauholz (150 Festmeter) aus dem hiesigen Stadtwald zu gering sind, wird kein Zu. schlag erteilt. Es wurde beanstandet, daß der Bau- Unternehmer B o e d bei der Herstellung des Hoch, behälters trotz des vertragsmäßigen Verbots eine ganze Anzahl auswärtiger Arbeiter beschäftigt. Es «oll darauf hingewirkt werden, daß dorr Grün- berg er Arbeitslose Beschäftigung fin. den. lieber den St r a ß e n b a u in der Frankfurter, bgm. ächeo-Koch-Straße und die Legung der Was- ferleitung soll später nach Anhören der Bau. sachverständigen entschieden werden. Ebenso wurde das Verputzen des zweiten Pfarrhau« f es zurückgestellt, da im Voranschlag keine Mittel vorgesehen sind und anbererroeitig fein Geld zur
Verfügung ist. Das Kreisamt hat mitgeteilt, daß das Junkcrsche Haus bis auf einige Räume nur für die Landwirtschaftliche Winter- schule Verwendund finden könne. Der Gemeinde, rat beschloß, daß er sich das Verfügungsrecht über die nicht vertragsmäßig zu stellenden Raume narbe, halte, lieber die in dem Gebäude zu treffenden bau- lichen Aenderungen soll ein Voranschlag eingereicht werden. Auf die Anschaffung eines Kaffen- fdjrantes zur Aufbewahrung wichtiger Akten muß der Finanznot halber einstweilen noch verzichtet werden. — Zum Schluß beschäftigte man sich mit einer Reihe von Baugesuchen, die Entscheidung hierüber wurde in den meisten Fällen zurück- gestellt. — Bei derHolzversteigerung in Beltershain aus staatlichen Waldungen des Forstamts Grünberg wurden durchschnittlich pro Raummeter bezahlt: Scheiter: Buchen 11,65, Hainbuchen 10,80, Eichen 6,60,Kiefern 5,60 und Fichte- ten 3,80 Mk., Knüppel: Buchen 6,60, Hainbuchen 8,50, Eichen 5,50, Kiefern 4,20 und Fi Wien 2,80 Mk., Stöcke: Buchen 5,80, Fichten 0,60 Mk., Reisig: Buchen 2,40, Eichen 1,15, Fichten 1,50 Mk. — Bei der H o l z v e r ft e i g e r u n g in Atzenhain durch das Forstamt Nieder-Ohmen wurden pro Raummeter folgende Preise erzielt: S cb e i t e r : Buchen 13,45, Hainbuchen 11,90, Eichen 8,20, Kiefern 6,10, Fichten 6 Mk., Knüppel: Buchen 10,20, Hainbuchen 7,40, Eichen 5,6>>, Kiefern 4,50, Fichten 5,20 Mk., Stocke: Buchen 5, Eichen 4,10, Kiefern 4, Fichten 0,80 Mark. Reisig: Buchen 2,85 Mark. — Das Ehepaar Georg Möller und Ehefrau geb. Schäfer feiern am 16. d. M. goldene Hochzeit. Das Paar befindet sich noch in geistiger und körperlicher Frische. Jahrzehntelang hat Herr Möller dem Stadtrat und eine Reihe von Jahren dem Ortsgericht angehört.
:—: L i ch, 14. April, Den letzten Tagen sind in unserem Bahnhof einige Transporte landwirtschaftlich er Arbeiterinnen angekommen. Es sind meistens Mädchen aus der Fuldaer Gegend und dem hessischen Hinterland, die auf den umliegenden Solms- schen Gutshöfen während der Sommermonate beschäftigt sind. Auf einigen Gütern sind auch Mädchen aus Polen beschäftigt. Unter diesen, hier „Polacken" genannt, sind einzelne, Die oft fein Wort Deutsch reden können. Bei Einkäufen in hiesigen Geschäften lassen sie ihre Wünsche durch ihre deutsch sprechenden Kameraden vortragen. Während in früh?ren Jahren die Sommerarbeit auf diesen Gutshöfen meist von Arbeitskräften aus den in Betracht kommenden Ortschaften verrichtet wurden, werden heute auf fast allen Höfen fremde Kräfte eingestellt.
: —: Birklar, 14. April. Auch unser Dorf war vom Schulabbau betroffen worden. Die zweite Lehrerstelle, besetzt von Lehrer Kraus - grill, sollte eingehen. Sicherem Vernehmen nach scheint nun der Abbau dieser Stelle vorerst zu unterbleiben, was von unfern Einwohnern freudig begrüßt wird. — Als recht mustergültig muß es bezeichnet werden, daß in unseren S t r a- ßen an den Dorfausgängen auf großen Schildern, weithin sichtbar, angezeigt wird, wohin die Straßen führen. Auch anderen Ortschaften wäre eine solche Wegkennzeichnung sehr zu empfehlen.
:—: Bettenhausen, 14. April. Unser Dorf, schon seit vielen Jahren bekannt durch seine Kirschen, weist gegenwärtig einen Blüten- f I o t auf, wie kaum ein zweites Dorf im Kreise Gießen. Der ganze „Kirschberg" gleicht einem Meer von Blülen. Auch die vielen Kirschbäume an der Straße nach Muschenheim stehen in schönstem Blütenschmuck da. Tausende und Abertausende fleißiger Dienen summen von Blüte zu Blüte, um Honig zu sammeln. Der F r o st vom Sonntag zum Montag hat den Blüten nichts geschadet. Die F r ü h k i r s ch e n b l ü t e ist fast beendet. Bettenhäuser Kirschen gehen namentlich nach L i ch und Gießen.
Df. Langsdorf, 14. April. Die Wasser» leitungs- und K a n a l i s a t i on s a r b e i- t e n machen gute Fortschritte. Es wird in zwei Partien gearbeitet. Die Langsdorfer Unternehmer schassen mit ihren Leuten bei Inheiden und legen die Zuleitungsrohre, Die nun endlich ihre Lagerstätte verlassen dürfen, nachdem sie drei Jahre hier aufgestapelt waren. Die Firma Fay legt z. Zt. die Kanalisationsrohre von ihrer Mündung nach dem Dorf zu. Das Grundwasser macht dabei hie und da zu schassen; stehen doch v:ele Keller schon lange Zeit unter Wasser. ES ist daher von der Bauleitung geplant, die Kanalisationsrohre so tief zu legen, daß auch die teils recht tiefen Keller entwässert werden.
Kreis Friedberg.
Z Bad-Rauheim, 14. April. Den Reigen der diesjährigen größeren Tagungen, die hier stattsinden, eröffnet am nächsten Samstag die Mittelrheinische Studienge- sellschäft für Klimatologie und Balneologie, die hier ihre Hauptversammlung abhalt. Außer geschäftlichen und wissenschaftlichen Sitzungen findet auch ein eingehendes Studium des Bades und seiner Einrichtungen statt. — Das frühere Militärkurhaus ist nach dem Krieg als Versorgungskuranstalt toei- tergesührt worden. Kriegsbeschädigte finden darin Heilung und Erholung. Die Anstalt, die jährlich mehreren Hundert Angehörigen des ehemaligen Heeren die Wohltat einer Kur ermöglicht, wird ihre Aufgabe noch besser lösen können, nachdem sie durch das Entgegenkommen der Stadt in diesen Tagen ein neues Heim beziehen konnte. Run hat avxh die Reichsverfiche» rungsanstalt für Angestellte hier ein größeres Haus erworben, das zum Kurgebrauch von Mitgliedern verwandt wird. Voraussichtlich bekommt unser Dad auch ein Postgenesung S- heim. Diesbezügliche Verhandlungen sind im Gange.
Steinfurth, 13. April. Am Sonntag fand hier die Konfirmation der diesjährigen Konfirmanden statt. Es wurden 28 Kinder eingesegnet; davon waren drei aus Wisselsheim. Die Kirche prangte nach altem Brauch wieder im frischen Grün der jungen Dirkenbäume, die die Knaben jährlich unter Aufsicht des Försters tm_ Walde schlagen und heimholen. Während früher die Patronatsfamilie die Dirken- bäumchen zu diesem Zwecke kostenlos zur Verfügung stellte, sind sie jetzt leider von der Ober- ^bst gegen Bezahlung von Jahr zu Jahr schwerer zu bekommen, trotz der ausgedehnten Waldungen in unserer Gegend. Hof- sentlich ist diese Erscheinung nur eine vorübergehende und wird, wenn einmal die im Lause des Krieges und später durch Forstsrevel ent- stcrndenen Schäden sich ausgeglichen haben, wieder schwinden.
* Steinfurth, 14. April. Die Straße von der Höhe Dad-Rauheim ab nach Oppershofen ist nun wieder instandgeseht,
und die Löcher und tiefen Rinnen, die dem Verkehr so überaus hinderlich waren, beseitigt. Leider ist man mit der Wiederherstellung der Straße innerhalb des Ortes selbst wenig zufrieden. Rach- dcm erst die Straße nach Dad-Rauheim und Dann die nach Oppershofen vorgenommen wurde, kam zuletzt die Straße im Orte an die Reihe. Infolge des mangelnden Materials konnte Die Beschotterung nur stellenweise erfolgen. So konnte auch die Dampfwalze der Straße keinen festen Bau geben; überall liegen wieder lose Steine umher, zur geringen Freude der Passanten und Fahrer. Da die Straße einer gründlichen Beschotterung bedarf, steht bei dem intensiven Verkehr von Autos und schweren landwirtschaftlichen Fuhrwerken zu hoffen, daß das Versäumte in nicht allzuferner Zeit nachgeholt wird.
ÖD Rieder-Florstadt, 14. April. Etwa 54 Morgen Grundstücke Der Pfarrei FlorstaDt wurDen neu verpachtet unD brachten einen Gesamtertrag von 2500 Mark. Der Morgen kam durchschnttlich auf 40 Mart Pacht, zuzüglich 20 Prozent für Abgaben. — Die Zahl der Erwerbslosen hat sich hier seit Anfang März stets verringert; sie betrug in der ersten Woche 105, Dann 110, 97, 93, 87 und in der letzten Woche 84, von Denen inzwischen 25 Mann im Steinbruch beschäftigt worden finD. Der Rest wird Arbeit bci.n Straßenbau finDen, der sofort begonnen werden soll, sodaß endlich einmal die Arbeitslosigkeit, toerm auch schließlich nur vorübergehend, aufhört.
kommt!
—Heldenbergen, 14. April. Ein Ehrenmal für die im Weltkrieg gefallenen Söhne unserer Gemeinde beschloß der Gemeinde- rat auf dem hiesigen Friedhof zu errichten. Die erforderlichen Mittel stellte der Gemeinderat zur Verfügung, so daß mit Der Einweihung des Denkmals baü zu rechnen ist.
Kreis Büdingen.
I! V ü d i n g e n , 14. April. Der Kreisausschuß tagte am Montag zum ersten Male in Dem Sitzunqssaale des. neuen Kreisamtsgebäu- Des. In öffentlicher Sitzung wurde einem Gutachten des Kullurbauamtes Friedberg entsprechend der Antrag des Mühlenbesitzers K. König aus Enzheim auf Genehmigung zur Ausstellung eines Wehraufsatzes und 3um Einbau einer Turbine kostenpflichtig abgelehnt. — In nichtöffentlicher Sitzung wurde Der Voranschlag für Das KreiskinDerheim Bingenheim für Das Rj. 1926 genehm gt. Hierbei tour e festgestellt, Daß Der Zuschuß Des Kreises zu Dem Heim in Diesem Jahre geringer geworden ist. Das Kinderheim befindet sich erfreulicherweise in aus- steigender Entwicklung. Zur Zelt sind darin 22 Kinder untergebracht. In den nächsten Tagen werden auch wieder die sechswöchentlichen Kuren Der vom Roten Kreuz überwiesenen Kinder beginnen, von denen je 15 bis zum Beginn der kalten Jahreszeit in Bingenheim Afnahme finden sollen. — Weiter stimmte der Kreisausschuh Der AenDerung Der Satzung Des Arbeitsnachweises Friedberg-Büdingen und des Ortsstatuts über die A>ftellungs- und Gehalls- verhältnisse der Gemeindebeamten der Gemeinde Büdingen zu. Zum Schluß wurde noch die Wahl der Steuerausschüsse für den Finanzamts- bezirt Büdingen vorgenommen. — An die Sitzung schloh sich ein R u n ö g a n g durch das neue KreisamtsgebäuDe.
)( Ortenberg, 12. Llpril. Das gestern Abend von der gesamten Gießener Reichswehrkapelle unter der persönliche Leitung des Ober» musikmeisters Löber veranstaltete Militärkon- zert hatte eine solche Anziehungskraft ausgeübt. daß Der große Mauergartensaal bis zum letzten Platz beseht war. Ein auserlesenes Pro- granim militärischer und klassischer Musik kam zum Vortrag. Die hervorragenden Leistungen Der Kapelle fanden mit Recht stärksten Beifall. Den Dank der Zuhörer und des Turnvereins, der das Konzert zum Besten einer z u erbauenden Turnhalle hatte veranstalten lassen, sprach Kaufmann Meister aus.
Kreis Schotten.
ID. Schotten, 14. April. Der Kreis Schotten, Dessen Volksschulwefen wohl Das am wenigsten entwickelte Hessens ist, wirv Durch Den Abbau fünf Sch ul st eilen verlieren. Da es vielen Kindern Durch Die schlechten Verkehrsverhältnljse unmöglich gemacht wird, eine höhere Schule zu besuchen, ist es lief bedauerlich, daß Die Volksschule, Die Bildungsstätte für Die meisten Kinder des Kreises, hier so arg beschnitten wird.
=.== Aus dem KreisSchotten, 14. April. Das Kreisamt Schotten erläßt eine Verfügung an die Bürgermeistereien des Kreises, die sich gegen die vielen „fahrenden K ü n st l e r" wendet, die in besonders starkem Maße den Kreis Heimsuchen, und deren häufiges Auftreten in der heutigen geldarmen Zeit immer mehr als eine Belüftigung und versteckte Bettelei betrachtet werden muß. Auch gegenüber S ch i r m f l i ck e r n , Korbmachern u. dal. empfiehll das Kreisamt den Bürgermeistereien, Vorsicht malten zu lasten.
- Gedern. 14. April. Der Verein für Handel und Gewerbe (Gruppe Handwerk) hiell am Samstag eine Versammlung ab, Die sich in erster Linie mit Den bevorstehenden Gesellenprüfungen betätigte. Der Ge- sellenprüfung werden sich neun Prüflinge unterziehen, und zwar 2 Schreiner, 2 Schlosser, 1 Schmied, 1 Schneider, 1 Wagner. 1 Metzger und 1 Bäcker. Weiter beschäftigte man sich mit der Beitragszahlung zu der U n t e r st ü tz u n g s- kasse, für die mit den Aerzten gewisse Rege- lungen getroffen werden sollen. Die Unter» stühungskasse soll nur eine solche des Vereins sein. Zur Fortbildung der Handwerksmeister, insbesondere auch der älteren, erklärt sich Gewerbelehrer Lim pert zur Abhaltung eines Duchführungskurses bereit. Man beschloß weiterhin verschiedene Beschwerden zum Schuhe des heimischen Elektrohandwerkes und deren energische Unterstützung durch den Vorstand.
no. 0ber»5eemen, 14, April. Der durch Absahschwierigkeiten bedingte Arbeiter-Abbau bei den Duderus'schen Eisenwerken zu Hirzenhain hat auch hiesige Arbeiter betroffen. Wie man aus zuverlässiger Quells erfährt, trägt sich die Direktion der Eisenwerke mit Der Absicht, nunmehr keinen weiteren Arbeiter-Abbau vorzunehmen, sondern im Falle einer anhaltenden schlechten Absatz
möglichkeit Kurzarbeit einzusühren in Der Weise, daß der Montag und Samstag arbeitsfrei sind. — Die in unserem Dorfe bestehende Arbeitslosigkeit wird hoffentlich in Den kommenden WiÄ-en überwunden. In dem Kipper- s ch e n Steinbruch, der die Wintermoaate hindurch stillgelegen hat, beginnt neues Leben sich zu regen: Einige Arbeiter sind damit beschäftigt, zur Abfahrt Der Steine den Zufahrts- toeg, sowie die Drehscheibe Der Wagen zu verbreitern; der Steinllopser, der schon vor Ve- ginn des Winters aufmo.itlert wurde, wurde zweckentsprechender ummontiert, und der Rohöl- Motor yat ein besonderes Heim erhalten. Es ist zu hoffen, Daß Die Vorarbeiten baldigst beendet werden, auf Daß Der Steinbruch rasch in Vollbetrieb genommen werben könnte. — Sem Abbau auf Dem Gebiete Der Schule ist Lehrer Müller, der die hiesige 4. Schulstelle verwaltete, zum Opfer gesallen. Herr 'M. erfreute sich im ganzen Dorfe großer Beliebtheit. Man sieht ihn ungern scheiden.
=.= Kaulst 0 ß, 14. April. Am Donnerstag beginnt hier für die Orte Sichenhausen, Kaulstoß und Burkhards ein dreitägiger praktischer Obstbaukursus auf Veranlassung der Beziris- forlbildungsschule Herchenhoin und Umgebung, woran auch die beiden oberen männlichen Fortbil- duugsschuljahrgänge tcilnehmen werden. Referent ist Obstbauinspektor Wiesner-Gießen.
(=) Köddingen, 14. April. Der hiesige Kriegerverein kann in btefew Jahre auf sein 50jähriger Bestehen zurückblicken. AuS diesem Anlaß soll zu Pfingsten eine Jubiläumsfeier stattfinden, zu der man zahlreiche Der- eine aus der Rachbaricha'ft erwartet.
Kreis Alsfeld.
Alsfeld, 14. April. Heute früh kurz vor 6 Uhr ertönte Die Feuersirene auf Dem Turm. Es war in dem Hause des Schneidermeisters Roth in der unteren Fuldergasse ein Zimmerbrand ausgebrochen, bei Dem, außer Beschädigungen des Zimmers selbst, mehrere Anzüge verbranten. Die rasch herbeigeeilte Feuerwehr löschte das Feuer. Die Brandursache dürfte vermutlich darauf zurückzuführen sein, daß Der Besitzer das elektrische Bügeleisen, das am Abend vorher noch benutzt worden war, nicht ausgeschaltet hatte, was er vermutlich vergaß.
Alsfeld, 14. April. (Stadtvor- st a n d s s l tz u n g.) In der gestrigen Sitzung be- schäftigte man sich zunächst mit der Vergebung der Lieferung der Rand st eine )ür d i e Pflasterung der unteren Fuldagassc. Entsprechend dem Vorschlag der Baukominis- sion wurde beschlossen, die Lieferung dem M. Schmiedeknecht in Londorf zum Preise von 8,45 Mk. für 80 Zentimeter lange und längere Steine zu übertragen. — Erhebung Der Fi- lialsteuer: Entsprechend der Anregung Des Finanzamtes Alsfeld wurde beschlossen, die Erhebung bzw. Veranlagung der Filialsteuer für das Jahr 1925 auf Grund der von den betreffenöen Gewerbe- treibenden geleisteten Vorauszahlungen für die vorläufige Gewerbesteuer oorzunehmen. — Gelände- erwerb zur Eröffnung des Verbindungs- w^ges zwischen dem sog. Krappbrunnen und dem Stadtmauerweg: Diese Straße soll im Wege der öffentlichen Notstands- arbeiten durch Erwerbslose noch zum Ausbau kommen. Hierzu ist von den Anliegern Geländeerwerb notwendig. Die von der. Bürgermeisterei mit ben beteiligten Anliegern getroffenen 'Bercmbarungen wurden genehmigt. Darnach erhalten diese 2 Mark pro Quadratmeter für das zur Straße benötigte Ge- lande und eine entsprechende Entschädigung für die in die Straße fallende Obstbäume; die erforderlich werdenden Einfriedigungen der Gärten werden auf Kosten der Stadt hergestellt. — Ein Gesuch der Anlieger am Linden und in der SchiI - lerstraße, worin diese um zinsfreie Stundung der Beiträge zu den Fußsteigkosten nachsuchen, wurde entsprechen dein Vorschläge der Baukommission in der Weise erledigt, daß der Antrag auf zinsfreie Stunduna im Hinblick auf die Konsequenzen gegenüber früheren Anforderungen bei anderen Fußsteigen abgelehnt wird. Den Anliegern wird jedoch gestattet, die Schuld innerhalb zwei Jahren in Ratenzahlungen abzutragen. Der Zinssatz für die gestundeten Beträge wird auf 1 Prozent über dem Reichsbankdiskont festgesetzt. Ein Einspruch gegen die HiHe der Kosten wurde als unbegründet zurückgewiesen. Wie der Vorsitzende bemerkte, handelt es sich um Betrüge von 480 Mk. bis zu 100 Mk., welche die einzelnen Anlieger ortsstatutarisch zu zahlen haben. — Er- Weiterung der Quellfassung der Hoch- drckwas ferleitung in Ober-Breidenbach. Die schon früher als notwendig beschlossenen Arbeiten sind nunmehr vom Kulturbauamt Gießen ausgeschrieben worden. Auf Grund des Ergebnifses der Submisston wurden nach dem Vorschläge der Baukommisston dis vorhandenen Erd-, Maurer- und Rohroerlegungsarbeiten für die Quellfassung der Firma Ludwig Schneider in Heuchelheim bei Gießen als Wentgftnehmenden zu ihrem Angebot vom 13. März übertragen. Der erforderliche Kredit (es handelt sich etwa um 15 000 Mk. Kosten) soll durch Kapitalaufnahme gedeckt werden. — Unter Mitteilungen gab der Vorsitzende ein Schreiben der Oberpostdirektion Darmstadt bekannt, worin diese vorschlägt, die weiter im Kreise Alsfeld projektierten Postkraftwagenlinien Alsfeld—Ulrichstein und Großfelda —Nie- der-Gemünden in Anbetracht der ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse vorläufig zurückzustellen. Das Kreisamt Alsfeld hat sich aber mit diesem Vor-
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