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Oberhefsen.

Landkreis Gießen

V Klein-Linden, 13. März. Wie wir Fören, hat sich hier ein vorläufiger Aus - ch u h gebildet, der mit allen Kräften auf die Errichtung eines Ehrendenkmals für die Gefallenen hinarbeiten will. Hm die Gestehungs­kosten so niedrig wie möglich zu halten, rechnet der Ausschuß mit der wohlwollenden Hnter» stutzung der ganzen Gemeinde. Er wird eine Liste umlaufen lassen, in welche sich diejenigen Hand­werker, Gärtner, Techniker usw. eintragen sollen, die zu kostenloser Arbeitsleistung ihre freie Zeit opfern wollen. Auf diese Weise hofft der Aus­schuß eine Kommission zusammen zu bekommen, die dem ersten Schritt recht bald weitere folgen lassen kann. Cs wird auch mit der Beteiligung aller Bereinigungen gerechnet.

*Großen-Linden, 13. März. Am nächsten Dienstag begehen die Eheleute Ludwig Dietz das Fest der goldenen Hochzeit. Das Jubelpaar erfreut sich settener körperlicher Rüstigkeit und Geistesfrische. Der Jubilar ist Veteran von 1870 71.

Bg. Großen-Bufeck, 13. März. Hier spracy im vollbesetzten Saale des Gastwirts Wagner der Bolksschriftsteller Baumann. Aus einem Herzen voll Liebe zu Bolk und Heimatland wußte er ernste Worte der Mahnung, aber auch prächtige Worte der Aufmunterung und des Trostes zu finden. Den zweiten Teil des Abends würzte der Redner mit echt heimatlichem Geiste und Hefsenwitz. Pfarrer K a l b h e n n und Fritz Fuhr dankten dem Vortragenden. Der Po­saunenchor trug durch Begleitung der gemein­samen Lieder und durch Mufikvorträge zur Aus­gestaltung des Abends bei.

* Londorf, 13. März. Am 1. April wird Gendarmeriewachtmeister H e r w e ck uns ver­lassen, um nach Ober-Roden bei Dieburg über­zusiedeln, wohin er als Stationsführer der dor­tigen Gendarmeriestation verseht wurde. Herr Herweck war 17 Jahre am hiesigen Platze tätig. Man sieht den pflichtgetreuen Beamten ungern von hier scheiden, da sein Verhältnis zur Einwohnerschaft das denkbar beste war.

t (Brünberg, 14. März. Assessor Hechler hat in der Försterei Weickartshain die e r st e Sch nepfe geschossen. Das Sehrtsche Haus mit Bauplätzen in der Londorfer Straße ist für 36 OOO Mark in den Besitz der Stadt übergegangen. In dem stattlichen Gebäude soll die Landwirt­schaftliche Winterschule untergebracht wer­den. Infolge der Erwerbung dieses Hauses unter­bleibt nun der vorgesehene Neubau für diesen Zweck; für die Stadt bedeutet das eine Ersparnis von un­gefähr 50 000 Mark. Zur Zeit hat die Stadtver­waltung mit Schwierigkeiten bei der Beschäfti­gung der Arbeitslosen zu rechnen. Zu den bereits vorhandenen Erwerbslosen kommen jetzt noch 26 Holzmacher hinzu. Wohl wird die Er­bauung der Theo-Koch-Straße, die Herstellung eines Teils Kanalisierung in der Stadt und das Legen von Wasserleitungen vorgenommen, aber diese Ar­beiten sind durchaus nicht hinreichend, drei Dutzend Arbeitslose zu beschäftigen. Sehr zi^ begrüßen wäre es, wenn mit dem Bau des Finanzamts­gebäudes begonnen würde.

Kreis Friedberg.

sf. Friedberg, 12. März. Heute fand am hiesigen Predigerseminar die feierliche Entlassung von zwölf Pfarramtskandi­daten statt. Als Vertreter der Kirchenbehörde war Superintendent Wagner von Gießen er­schienen. Für das nächste Semester bleibt nur ein Kandidat hier, doch werden wahrscheinlich drei ober vier neu aufgenommen. 3n einer sehr stark besuchten Generalversammlung der Aktien-Zuckersabrik wurde die Ausnahme einer Anleihe für die früher schon beschlossene Elektrifizterung des Betriebes be­schlossen. Als Geldgeber kommt die Mittel­deutsche Creditbankin Betracht. Das Geld soll auf dem Wege des Kontokorrentkredites unter hypothekarischer Sicherheit auf genommen werden. Die Höhe der bewilligten Summe wird auf etwa 100 000 Mk. geschätzt.

WSR. D a d - Ä a n h e i m, 14. März. Der hiesigen Kriminalpolizei ist ein guter Fang ge­lungen. Cs gelang ihr vor einigen Tagen, in einem hiesigen Hotel die Verkäuferin Klara Heerdt aus Barmen festzunehmen, die hier und in mehreren anderen Städten unter den hochtönenden Rainen Frau von Westhofen, Frau von Heerdt, Frau Dr. Grimm usw. Be­trügereien größeren Stils ausgeführt hat und dieserhalb von einer Anzahl Staats­anwaltschaften wegen Betrugs im Rückfälle steck­brieflich gesucht wurde. Ihre Spezialität waren Hotelbetrügereien; sie logierte sich in

Sonnenfkcten und kosmisches Eis

Von Sofef Brandenburg.

1. Seit Oktober v. 3. ist eine neue Flek- kentä tigkett der Sonne zu beobachten, die in der zweiten Hälfte des Januars besonders stark geworden ist; wie groß die Störung auf der Sonne ist, mag man daraus ersehen, daß in der Längsrichtung der großen Fleckengruppe etwa zehn Erdkugeln Platz finden könnten.

2. Westaustralien wurde Ende Januar von einem verheerend en Sturm heimgesucht, der ungeheuren Schaden anrichtete. Die Häuser wurden buchstäblich zusammengequetscht. Auch in Südwales raste ein Sturm, der die Dächer ab­hob. Gelehrte führen diese ungewöhnlichen Stürme auf das Auftreten von Sonnenflecken zurück, denen man auch in Nordamerika die starke Kältewelle zuschreibt; voraussichtlich wer­den diese atmosphärischen Störungen noch meh­rere Monate andauern.

3. Am 26. 3amiar, abends zwischen 7 und 8 Hhr, wurde an zahlreichen Stellen Norwegens ein ungewöhnlich prachtvolles Rord licht be­obachtet, das sich in einer Höhe von 800 Kilo­meter über der Erde befand; die Stärke des Rordlichts wird auf die zunehmenden Sonnen­flecken zurückgeführt.

4. Das I<chr 1925 steht mit der Reuauf- findung von elf Kometen als Spitzenjahr in der Astronomie dar; auch das Jahr 1926 läßt sich auf diesem Gebiet gut an, da bereits zwei Kometen (Suttle und Blathwatzt) aufge- funden worden sind.

Diese vier Zeitungsmeldungen aus der letzten Zett, die hier aneinandergereiht werden, und die noch durch die Einbeziehung mehrerer großer Dergmannsunglücke im Ausland und den Hin­weis auf die gesteigerte Tätigkeit des Vesuvs ergänzt werden könnten, deuten auf gewaltige Zusammenhänge hin, denen nachzuspüren eine der wichtigsten Aufgaben der Raturwissenschaften

guten Häusern ein und verschwand nach geraumer Zett, ohne ihre Zechschulden beglichen zu haben. Sie war übrigens beretts vor zwei 3ahren in Bad-Rauh eim auf getreten. Als sie jetzt wieder­um ein Gastspiel geben wollte, wurde sie er­kannt, worauf sie ihr Schicksal ereilte.

Pb. Butzbach, 14. März. 3n dem neu her- gestellten Rathaussaal fand jetzt die erste Stadt- verordneten-Sihung statt. Bürgermeister Dr. Jansen begrüßte die Stadtverordneten im neuen Raum, gab eine kurze Darstellung über den gesamten Umbau und die entstandenen Kosten, und wünschte, daß in dem neuen Saal Vertrauen und Einigkeit herrsche, und alle Beschlüsse zum Wohl und Segen der Stadt getätigt werden möch­ten. Hierauf wurde in die Tagesordnung einge- treten. An Stelle der ausgeschriebenen Stadtv. Rühl und P l o ch traten die Herren Dahmer und Otto Gerhardt, die sofort verpflichtet und in ihr Amt und die entsprechenden Kommissionen und Deputationen eingeführt wurden. Die israelitisch eGemeinde will demnächst mit dem Dau ihrer Synagoge beginnen. Das Baugesuch, wonach das Gelände ca. 7 Meter hinter der Baufluchtlinie zurückbleiöt, wurde unter der Bedingung genehmigt, daß der Außenputz des Gebäudes in diesem Jahre noch Dorgenommen wird und das Grundstück gegen beide Straßen massive Einfriedigung erhält. Von Frau P ü ck e l Wwe. sind etwa 57 Quadratmeter vor ihrem Wohnhaus, die in die Taunusst.ratze fallen, zu erwerben. Der Erwerb zum Preise von 50 Pf. pr. Quadratmeter wurde genehmigt. Zur Wah­rung der Interessen der waldbesihen- den Gemeinden ist der Zusammenschluß aller waldbesitzenden Gemeinden nötig. Es soll deshalb dem Hessischen Waldbesitzerverband als Mitglied veigetreten werden. Die Versamm­lung beschloß grundsätzlich den Beitritt, verlangt jedoch zunächst die Vorlage von Satzungen des Verbandes. Zur Beschaffung von Heiz­körpern für den oberen Stock des Rathauses bewilligte man den Betrag von 1250 Mk. Die von der Verwaltung beim Ministerium beantragte Rotstandsaktion für Erwerbslose ist genehmigt. Als Arbeiten sind vorgesehen: Cinebnen der städtischen Schutthalde und des Ge­bietes um den Bismarckhain. Herrichten des Ge­ländes für eine Obstbaumpslanzustg, Cinebnen der Schützengräben auf dem Schrenzer, Sannen« anpslanzung für eine Cbristbaumkultur und Plah- anlage an der Wallgasse, Ausroben von Wurzel­stöcken im Stadtwald. Rach längerer Debatte be­willigte man den Kostrnzuschuh für 3000 Tage­werke, soweit gesetzliche Bestimmungen nicht ent- gegenstchen. Wecker wurde beschlo'sen, soweit zu- iünftig Pflichtarbeit der Erwerbs­losen verlangt und ordnungsmäßig geleistet wird, einen Zuschlag von 50 Prozent zu ge­währen.

§§ Ober-Flor st adt, 13. März. Ein Gang durch unsere Gemarkung zeigt im allgemeinen ein erfreuliches Bild des Saaten ft andes. Im Durchschnitt hat die Saat gut überwintert. Wei­zen und Korn stehen gut, stellenweise sogar sehr gut. Allerdings ist hierbei zu erwähnen, daß auf tiefer= gelegenen Aeckern, die dem Hochwasser ausgesetzt waren, die Frucht zum Teil ersoffen ist. Auf den Kleeäckern fehlt stellenweise der ganze Bestand, eine Folge des starken Mäusefraßes im vergangenen Herbst. Sonst zeigt der übrige Klee, sowohl deutscher als ewiger, guten Ansatz. Dae Grippe tritt hier z. Z. stark auf. Es gibt fast keine Familie, in der nicht 12 Grippekranke sich befinden. Zum Glück nimmt die Krankheit bis jetzt keinen bösartigen Ver­lauf.

Kreis Büdingen.

h. Ridda, 14. März. Der Bezirks­lehrerverein Ridda veranstaltete zu Ehren des aus dem Bezirk wegziehenden Mitgliedes Lehrer i. R. Artz in Ober-Widders heim eine A b s ch i e d s s e i e r. wobei an den Scheidenden herzliche Worte der Liebe und Verehrung und die besten Wünsche für seinen Lebensabend in seinem neuen Wohnort Dindsachsen gerichtet wurden.

Kohden, 14. März. Ein hiesiger Ar­beiter, Mitte der dreißiger 3ahre alt, liegt schon 2 Tage und 3 Rächte in einem tiefen Schlafe. Alle Bemühungen des Arztes, den Schlafenden aufzuwecken, waren bis jetzt erfolglos. Der Mann leidet oft an epilepti­schen Krämpfen und hat in letzterer Zeit schon mehrmals längere Zeit geschlafen, doch nicht so lange wie diesmal. Man nimmt an, daß er zu viel Tabletten genommen hat. die er gegen sein Le den manchmal anwendet.

)( Ortenberg, 13. März. Im GasthausZur Post" fand eine auch von der Ortsgruppe W i fi­tz e n b a ch gut besuchte Verfammlung des Obst - und Gartendauverelns statt, die von

sein muh. Beobachtung und Statistik haben er­geben, daß sich ein großartiges Fleckenatmen der Sonne in Zeiträumen von etwa 11 bis 12 3ahren zeigt. Cs lag nahe, diesen Wechsel der Befleckung mit dem Iupiterumlauf 11,87 Crdenjahre in Verbindung zu bringen, über­lagert vom Saturn-, älranus- und Reptunjahr. Hierbei kommt aber nicht Massenanziehung auf Öen beweglichen Sonnenball in Frage, sondern es handelt sich um ein verwickeltes Geschehen, zu dem die Welteis lehre Hans Hör­bigers den Schlüssel in die Hand zu geben scheint. Der Ingenieur. Erfinder und Astronom Hörbiger seht voraus, daß aus dem im Sonnen­flugevor uns" liegenden Milchstrahenviertel eine Menge kosmischer Eiskörper zur Sonne angezogen werden. (Die physikalischen Grund­lagen für das Vorhandensein von Eis im Wel­tenraum und für die Möglichkeit, daß mächtige Eisblöcke in die Sonne einstürzen können und später explosiv als Wasserstoffgas und Wasser­dampf ausgestohen werden, können im Rahmen eines Zeitungsaufsahes nicht dargelegt werden.) Jupiter mit seinen drei äußersten Rachbarn gibt durch Heranlenken der Eismassen den Takt für dieses Geschehen an.

Das von der Sonne unuitterbrochen ausge- stohene Wasserstoffgas und der Wasserdampf ge­frieren. so lehrt Hörbiger, außerhalb der Chromo­sphäre zu Eisdampf. Dieser Feineis staub wird durch den Strahlungsdruck der Sonne mit sehr hoher Geschwindigkeit (2000 Sekunden­kilometer) in der Richtung der Ebene der Pla- netenumläufe hinausgedrängt. In dieser positiv elektrisch geladenen Feineisaushauchung watet ge­radezu die Erde; ihre Gesamtlage wird auf diese Weise entscheidend beeinflußt. -Unmittel­bar, d. h. nicht auf dem Wege über die Sonne, können größere E i s b l ö ck e in die obersten Luftschichten eindringen (als Sternschnuppen zu beobachten, die in fremdem Licht leuchten, und die von den Meteoren streng zu unterscheiden sind).

Pfarrer Kahn als Obmann geleitet wurde. Obst- bauinspektor Metternich- Büdingen zeigte m sthr interessanten Ausführungen neue Wege für die Zukunft des heimischen Obstbaues. Als gute Sorten für unsere Gegend nannte der Redner die Gold­parmäne, Schoner von Boskop, besonders als Prop- fung auf Goldparmäne, Rambour Papleu ober Holländer Reinette, letztere Sorte auch als Der- edlung auf die abgängige Schafsnase. Dem Dor­ttag folgte eine rege Aussprache.

Kreis Schotten.

XIX Schotten, 13. März. Der Kreis Schotten hat sich bis jetzt frei von Maul- un d Klauenseuche gehalten. Um ihn gegen die Gefahr der Einschleppung zu schützen, hat das Kreisamt angeorbnet, daß der Handel mit Klauentieren, der ohne vorgängige B e ft e 11 u n g erfolgt, verboten ist. Das trifft besonders die Ferkelhändler, die aus der Wetterau tagtäglich in den Kreis Schotten kommen.

X!X Ra in rod, 13. März. Die Jagd wurde auf weitere 6 Jahre verpachtet. Jagdbezirk 1 erhielt Franz I r l a f f e n - Frankfurt für 631 Mk., Bezirk 2 Herm. Seum - Ridda für 461 Mk., Be­zirk 3 K. Fr. Wilh. Edelmann- Rainrod für 350 Mk. Die Fischerei erhielt Karl Becker- Schotten für 41 Mk.

Cichelsdorf. 14. März. Bei der gestern stattgehabten Drennholzversteiger'ung, die neben unbedeutenden Holzresten der Försterei Eichelsdorf insbesondere die Holzvorräte der Försterei Alfa umfaßte, wurden die Holzpreise der Versteigerung in Rainrod noch Über­boten. Duchenscheiter wurde mit 20 bis 22 Mk., Cichenknüppel mit 9 bis 10 Mk. gesteigert. Als Steigerer des Hartholzes kamen in der Haupt­sache Käufer aus der Wetterau in Frage, wäh­rend die umliegenden Orte sich mehr auf den Kauf von Reisig beschränkten.

Kreis Lauterbach.

& Lauterbach, 13.März. Bei den Holz- öer ft eigerungen in den städtischen Waldun­gen wurden für den Raummeter Buchenscheit bis zu 17 Rm. geboten. Bei den in den Riedeselschen Re­vieren stattgefundenen Versteigerungen wurden für den Raummeter sogar bis zu 19 Rm. bezahlt.

SLarüenburg.

WSR. Auerbach a. ö. B., 13. März. Das idyllisch gelegene und bei allen Odenwald- unö Bergstrahenwanderern bestens bekannte Fürstenlager, das alljährlich von Tausen­den von Fremden besucht wird, hat in den letzten Jahren, hauptsächlich, da infolge der In­flation die nötigen Mittel nicht mehr beschafft werden konnten, in baulicher Hinsicht sehr ge­litten. Alm das historische Bauwerk vor dem völligen Verfall zu bewahren und diese Perle der Bergstraße der Rachwelt erhalten zu kön­nen, ist jetzt beschlossen worden, umfang­reiche Ausbesserungen an den Gebäu­lichkeiten vorzunehmen. Die nötigen Ausschrei­bungen sind bereits ergangen. Die Arbeiten sollen durch Erwerbslese ausgeführt werden. Seit einigen Tagen demolieren auf dem hie­sigen Friedhof unbekannte Täter in gemeiner Weise die Pflanzenanlagen. In verab­scheuungswürdiger Weise reihen sie nicht nur Blumen und Sträucher aus den Gräbern, son­dern berauben auch wertvolle Bäume, wie Ch- pressen, Edeltannen usw. ihrer Kronen und Zweige. Auch geschlossene Gärten wurden in vandalischer Weise zugrunde gerichtet. 'Hoffent­lich gelingt es, die Täter zu fassen.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

XX Aus der Bürgermeisterei Launsbach, 14 .März. Die beiden Rachbarge- meinden Wißmar und Launsbach führen in dem Gelände nach der Lahn gemeinschaftlich die Dränage durch. Für Wißmar beträgt das Gebiet 43 Hektar, für Launsbach sogar 46 Hektar. Die Kosten stellen sich pro Hektar auf 500 Mk. oder pro Morgen auf 125 Mk., was für Wißmar einen Gesamtbetrag von 21 500 Mk., für Launs­bach 23 540 Mk. ausmacht. Rach den Erfah­rungen mit derartigen Dränagen unter ähnlichen Verhältnissen kann mit folgenden Erhöhungen der Erträge gerechnet werden: Bei Weizen 45 Proz., Roggen und Hafer 55 Proz. und bei Kartoffeln, Runkeln uff. sogar mit 80 Pro'

XX Krofdorf, 12. Mürz. Gestern fand hier die zweite Brennholzversteigerung unter starker Beteiligung statt. Anfangs schien es, als ob die Preise die gleiche Höhe halten wollten, wie bei der ersten Versteigerung, wo Buchenscheiter pro Raummeter 15 Mk. kosteten. Diesmal konnte man aber Scheitholp schon zu 13 Mk. pro Raummeter

Es bedeutet eine Umwälzung unserer ganzen bisherigen Vorstellungsweise, anzunehmen, daß uns außer Licht und Wärme von der Sonne auch Kälte und Wasser zugestrahlt wird, denn der lediglich erdgebundene Kreislauf des Wassers ist ein Dogma, das noch fest eingewurzelt ist. Wanderndes Eis im Weltenraum in fein ver­teilter Form ober in Gestalt von Cisplanetoiden kennt ja unsere Naturwissenschaft bisher nicht, und doch gibt es zahlreiche Naturerscheinungen, die auf plötzliche Einbrüche von Cis- massen vom Weltraum her in unsere Atmosphäre hindeuten. Es braucht nur an die räumlich eng begrenzten Wolkenbrüche und Hagelschläge erinnert zu werden, die nicht durch einen infolge der Wärmewirkung aufgestie- genen Luftstrom erklärt werden können, ebenso an Wirbelstürme u. dgl. Die Welteislehre führt alle solchen Katastrophen auf den Einsturz von Ciskorpern zurück, die in den obersten Luft­schichten durch die Reibungswärme zerspringen und bei genügender Große und bei nicht zu großer Lufttrockenheit als Hagel auf den Erd­boden gelangen können. Bei dem Zerspringen eines Eiskörpers wird der Luftwiderstand plötz­lich zehntausendmal größer, gewaltige Luftmassen werden in Stohbewegung versetzt und richten im Hinwegrasen über schmale Zonen die größten Verheerungen an.

Unsere Erde wird also nach Hörbiger mit zweifachem kosmischen Ciszufluß be­dacht, der Feineishauchung der Sonne und dem unmittelbaren Einsturz von Eiskörpern. Das Feineis wird hauptsächlich durch die Sonnen- flecken ausgehaucht. Auf diese Quelle werden Tierkreislicht, leuchtende Rachtwolken und Nord­licht zurückgeführt. Das Nordlicht konnte durch Anhäufung großer wallender Cisstaub- massen entstehen, hervorgerufen durch besonders kräftigen Koronastrahl aus einem zentralen Fleckenherd der S?nne Rord'ichtme^un^en lie ei vor über Hohen von 500 bis 600 Kilometer, für ein Südlicht sind aber schon 1945 Kilometer

kaufen, ebenso war auch «streisig verhältnismäßig billiger, es kostete durchweg 1 Mk. pro Raummeter. Die weite Abfuhr, vor allem aber die Einsicht der Käufer haben diese angemesienen Preise bewirkt.

Dillkreis.

WSR. Herborn, 14. Mär-. Der am 10. März wegen verschiedener Fayrraddieb- stähle in Bischoffen verhaftete Mann namens Gelsenleuchter aus Mudersbach ist bei seiner lleberführunq nach dem Wetzlarer Gericht tun vor seiner Einlieferung entkommen. Er versetzte dem Landjäger einen Stoß vor die Brust, so daß dieser zu Boden fiel, zerriß die Fesselung, warf sie dem betäubten Polizeibeamten vor die Füße und entkam. Die sofort aufgenommene Ver­folgung verlief ergebnislos. Wie wir weiter zu der Angelegenheit erfahren, hat Gelsenleuchter einige der gestohlenen Fahrräder ttn Offen­bacher Pfandhause abgeseht, da man einige auf Fahrräder lautende Scheine des dortigen Pfandhauses bei ihm fand. Wetter fand man bei ihm eine Fahrkarte von Frankfurt nach Dicken. Man nimmt deshalb an, daß er auch an dem kürzlichen Einbruch auf dem Bahnhof in Bicken beteiligt war.

U Eisemroth, 14. März. Rachdem der Straßenbau Eisemroth Oberscheld begonnen wurde und hier bereits 150 Arbeitslose Beschäftigung fanden, wird nunmehr ab Montag der Straßenbau Uebernthal Bi­schoffen angefangen; auch hier werden ca. 100 Arbeitslose in Arbeit genommen. Auch im be­nachbarten Wommelshausen wird ab Mon­tag der Straßenbau angefangen. Dadurch wird das Heer der Arbeitslosen ab Montag be­deutend verringert fein.

Maingiur.

WSR. Frankfurt a. M, 13 März. Die Zahl der Arbeitslosen hat in der vergan­genen Woche erneut eine Steigerung erfah­ren, die sich zum großen Teil auf Umstellungen der Betriebe zurückführen läßt, die bisher Werks­beurlaubungen vorgenommen haben Zu Beginn der Woche standen noch 24 167 Arbeitssuchende zur Verfügung. Dazu haben sich 2057 Erwerbs­lose neu gemeldet, so daß die Gesamtzahl der Arbeitsuchenden in der vergangenen Woche sich auf 26 224 Mann belief. Rach Abschluß der Ver- mittlungstätigkeit verblieben hiervon am Ende der Derichtsperiode Ävch 24 718 Personen. Am Hessendenkmal in Der Vilbeler Straße wurde dieser Tage eine dort aufgestellte sieben Zentner schwere automatische Personen- wage von unbekannten Tatern gestohlen. Der Verbleib der Wage konnte bis jetzt noch nicht festgestellt werden. Die vom Wicking- bund für heute abend 7 Uhr nach demStei­nernen Haus" einberufene Versammlung, in der Kapitänleutnant Ehrhardt sprechm sollte, wurde abgesagt, da man Zwischenfälle ver­mutete. Tatsächlich veranstaltete auch das Reichsbanner in der fraglichen Zeit vor dem Versammlungslokal eine Kundgebung. Rachdem die Massen erfahren hatten, daß Ehrhardt nicht eingetroffen fei, und daß die Versammlung nicht stattfinde zogen sie in geschlossenen Zügen ab.

WSR. Hanau, 13. März. Der in Unter­suchungshaft befindliche Dantter Berthold Rosenzweig, welcher in Hanau die Beine Dankfirma Rosenzweig u. Co. betrieb, nach Ver­übung von Unregelmäßigkeiten flüchtig ging, später aber freiwillig zurückkehrte, hat nach den abgeschlossenen Crmtttelungen Depotunter­schlagungen in Höhe von 30 000 Mark verübt. Durch andere von ihm begangene Ver­fehlungen sind noch wettere Personen geschädigt worden.

Wirtschaft.

* Die Landesgenossenschaftebank e. G. m. b.H. zu Darmstadt verschickt ihren Be­richt über das dreizehnte Geschäftsjahr. Am 31. De­zember 1925 waren der Bank zusammen 452 Mit- glieder mit 762 Geschäftsanteilen in der Gesamt­höhe von 2 286 000 Mark und einer Gesamthast­stimme von 22 860 000 Mark angeschlossen. Von 76 Genossenschaften, die wegen der Verminderung der Beteiligung mit Geschäftsanteilen Ende 1925 ausgeschieden waren, sind 67 Genossenschaften mit 101 Geschäftsanteilen und 3 030 000 Mark Haft- summe im neuen Jahr bereits wieder beigetreten, so daß die Mitgliederzahl zur Zeit wieder unter- Berücksichtigung von drei neuen Beitritten 522 beträgt. Umgesetzt wurden 702 000 000 Mk. Dieser Umsatz übersteigt den des vorhergehenden Jahres um 144 000 000 Mk., und den des Jahres 1916, dem letzten von der Inflation noch kaum beeinflußten Vergleichsjahr, um 44 000 000 Mark. Die Bilanz­summe einschließlich der Giroverbindlichkeiten be-

gemeffen worden. Graphische Darstellungen (nach Arrhenius) zeigen den zeitlichen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit der Sonnenflecken, Rord» lichter und erdmagnetischen Störungen (die durch das elekttisch geladene Feineis einleuchtend er- klärt werden können).

All diese Erscheinungen müssen sich natürlich unter dem Sonnenhochstand in den Tropen, an den Wende^eisen, in besonderem Maße bemerkbar machen. Die ungewöhnlich genau ein­gehaltene Tageszeit der Tropenregen von 10 Uhr früh bis 6 Uhr abends etwa und di^ darauffolgenden klaren Rächte sind einer der Dielen Beweise dafür. Das Rätsel der Ril- hochflut und der indischen Regenzeit wird auch derartig gelost. Durch das Feineis wird eine gewaltige Depression auf der Tagesseite der Erde erzeugt, ein Zustand, der, weil die Erde unter bem Zielpunkt des Tierkreislichtes hinwegrotiert, täglich einmal um die ganze Erde herumgeführt wird; daneben können auf diese Weise noch Teil­depressionen auftreten. Ein Durchdringen des verdichteten Luftmantels bis zum Grunde ge­lingt aber bloß dem zentrischen Stoße des Feweisstromes in den Tropen; in höheren Brei- ten kommt in den angedeuteten Teildepressionen in der Regel zunächst eine Zirrusbedeckung Öe8 Himmels zustande; von den Zirren aber kommt nach der Ansicht der Wetterkundigen das launische Wetter. Auf die dergestalt wech- selnde Druckentlastung unserer Lufthülle ftihrt die Welteislehre Bergwerksunglücke und vulkanische Ausbrüche zurück.

Rach der Kometenstatistik bestehen nun aber auch Beziehungen zwischen den Kometen und den Sonnenflecken (Llnterweger). Wer den bis­herigen Darlegungen nicht von vornherein ab­lehnend gefolgt ist. sieht ein, warum. Die klei­nen Kometen wirken infolge ihrer von Hörbiger behaupteten Eisnatur sonnenbefleckend.