her ganzen Bergstraße in Blüte. Der Gemeinnützige Verein in Weinheim beschloß, im Herbst 500 junge Mandelbäume zwecks Anpflanzung zur Verteilung zu bringen.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
G L ü tz e l l i n d e n, 13. Febr Bei der gestern im hiesigen Oberwald stattgefundenen ersten Brenn- Holzversteigerung, zu der auch auswärtige Bieter zugelassen waren, wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Buchenscheit per Meter 23 Mk., Buchenknüppel 20 Mk., Eichenknüppel 10 bis 12 Mk., 50 Buchenwellen 23 Mk.
Kreis Biedenkopf.
D H o l z h a u s e n b. Gladenbach, 13. Febr. Die Vorbereitungen zu dem Gesangswettstreit, der an den Pfingstfeiertagen hier stattfinden wird, nehmen rüstig ihren Fortgang. Zur Zeit ist man damit beschäftigt, den Inhalt des F e st b u ch s zusammenzustellen. Da 11 Vereine sich am Wettsingen beteiligen und noch eine ganze Anzahl Gastvereine angemeldet sind, darf man auf ein denkwürdiges Sängerfest hoffen.
Dillkreis.
bl. Dillenburg, 13. Febr. Der Kreistag des Dillkreises beschloß den Erlaß einer W e r t z u w a ch s st e u e r o r d n u n g mit einem Steuersatz von 30 Prozent des Wertzuwachses. Auf Antrag des Abg. Trott und Genossen wurde beschlossen, bei dem preußischen Ministerium für Voikswohlfahrt dahingehend vorstellig zu werden, daß der Dill kreis in Anbetracht des einheitlichen Wirtsä-aftsgebietes, in welchem für alle Kreisorte die Lohn- und Wirtschaftsbedingungen gleich sind, in allen Gemeinden die gleich hohen Sätze der Erwerbslosen unter ft üt- z u n g erhält. — Der Kreisausschuß wurde ermächtigt, für Notstandsarbeiten von Geme i n- d'en Beihilfen zu gewähren. 30000 Mark können zu diesem Zweck vom Kreisausschuß im Dar- lehnswege ausgenommen werden. Der Kreistag faßte dann noch folgende Resolution: Der mit der Beratung zur Behebung der außerordentlich großen Erwerbslosigkeit im Dillgcbiet beschäftigte Kreistag des Dillkreises stellt an die Staatsregierung den dringenden Antrag, den vor kurzem durch eine Deputation übermittelten Notruf des darniederliegenden Bergbaus im Sieg-Dill- und oberhessischen Eisenerzbergbaugebiet durch Bewilligung der Forderungen derselben nach Frachtermäßigung, Abbau der sozialen Lasten und der Steuern baldigst Gehör zu geben. Hilfe tut dringend not . . ."
Wirtschaft.
* D i e Giroeinlagenbewegung der Hreuhischen Sparkassen im Zahre 1 9 25. Wie der DHD. meldet, haben die Giroeinlagen der preußischen Sparkassen im Zahre 1925 eine erfreuliche Zunahme erfahren. Von etwa 400 Mill. RM. am Anfang des Jahres 1925 sind sie auf etwa 600 Mill. AM. Ende 1925, also um 200 Mill. AM. gestiegen. Allerdings zeigt die Zunahme eine nicht ebenso gleichmäßig aufsteigende Linie wie bei den Spareinlagen, sondern weist zweimal, im Mai und im Oktober, Rückgänge auf.
' Abschluß der Ausland-Anleihe der Deutschen Giro-Zentrale. Wie der DHD. erfährt, ist die amerikanische Aus- landanleihe der Deutschen Giro-Zentrale nach _ ihrer Genehmigung durch die Beratungsstelle - nunmehr in Höhe von 15 Mill. Dollar abgeschlossen. Das Aeuhorker Bankhaus Harris, Forbes ? ii. Co. hat die Anleihe zu einem festen Aus- , zahlungslurs von 90 Proz. bei einer Verzinsung von 7 Proz. p. a. und einer planmäßigen Tilgung zu pari innerhalb 21 Jahren fest übernommen und wird die Anleihe voraussichtlich schon in der nächsten Woche auflegen. Die Kündigung kann nach 5 Zähren durch den Anleiheschuldner teilweise oder insgesamt erfolgen. Zn diesem Falle erfolgt die Rückzahlung in der Zeit zwischen- 5 und 10 Zähren zu 102 Proz., nach 10 Zähren zu pari. Cs dürfte anzunehmen sein, daß weitere Anleihe-Bewilligungen folgen, da das amerikanische Bankhaus bereits feste Zusicherungen für weitere Kreditbeträge gegeben hat. Die demnächst zu erwartenden Anleiheabschlüsse, für die bereits eine große Anzahl von Darlehnsanträgen vorliegen, dürften mindestens auf gleicher Basis erfolgen.
* Fusion Metallbank-Berzeliur. Einer demnächst einzuberufenden Hauptversammlung der Berzelius-Metallhütten-A.-G. soll eine Fusion mit der Metallbank und Metallurgischen Ge° ellschaft unter Umtausch von 4 Berzelius-Aktien in eine Metallbank-Aktie vorgeschlagen werden. Der Nennwert dieser Aktien ist je 100 bzw. 160 Mk. Dadurch sollen Ersparnisse und Vereinfachungen technischer und kaufmännischer Art erzielt werden.
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphi sche Auszahlung.
Banknoten.
13 Febr.
16. Febr.
Amtliche Noti rung
Amtliche Notierung
Keld
Brief
Geld
Brief
fünft.» >Hott. VllkN.-Aires
168.a9
1,751
168,61
1.725
168,37
1.721
168.19
1,72»
Brff.-Antw
19,07
19,11
19 07
19,11
Christiania.
85 21
85,46
85,46
85,68
Kopenhagen
107,45
107,71
—
——
Stockholm .
112,32
112,36
112.25
112,56
Helllngsors.
10,553
10,693
10.653
10,593
Italien. .
16,915
16,205
16.915
16,«25
London. .
20,:i99
.*0.451
20.39)
20,451
Neuyork . .
4,195
4,2)5
4.195
4,205
Pari«. . .
1 i.48
15,52
15.47
• 5,51
Schweiz . .
80,825
81.025
80 808
81.055
Spanien • .
5'1,03
59,17
59.03
59,07
Japan . . . Rio de ga».
1,892
1,896
1,181
1,205
0.517
0,619
0.619
>.081
Wien InD- E'eft. abfleft
59,04
69,18
69,125
59,105
Prag ....
13,416
12.456
12.416
12,456
Belgrad . .
7.37
7.39
7.38
7,40
Budapest. . Bulgarien
5,871
3.005
6,891 3,015
6.878 ä.03
ö,89e
3,04
Lissabon
21.245
21,295
21 245
21,295
Danzig. . .
80.90
81.10
80 00
81.1'1
Konstantin.
2.205
2,212
2,21
2,22
Athen
6 19
6.21
6.14
6.16
(Sanaba. . .
4.183
4.198
4.18
4,19
Uruguay . .
4,3?
4.33
4.375
4,395
Berlin, 13 Febr
Geld
Brief
Amerikanische Note» .....
1.184
4,209
Belgische Noten .......
19 04
107,25
19 11
107,79
tHrglischc Noten........
20,362
20,462
Französische Noten ......
.holländische Noten .....
15,58
167,68
15 66
168.52
tztalicnische Noten ......
Norwegische Noten......
Deutsch-Ocsterr., ä 100 Kronen
16 21
16.29
86 10
86 54
58.94)
59,245
Rumänische Noten......
—
—
Schwedische Noten......
112.02
112,58
Schweizer Noten.......
80,725
81. 25
Spanische Noten.......
59.15
59 45
Tschechoslowakische Noten ..
12.385
12.442
Ungarische Noten . ....
5,835
5,875
Frankfurter Börse.
(Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers".) Frankfurt a.M., 15. Febr. Tendenz: fest.
An der Börse herrschte zu Beginn der neuen Woche eine recht angeregte Stimmung, da die Medio-Abwicklungen glatt überwunden wurden und keinerlei Schwierigkeiten begegneten. Die K n u f l u st war ziemlich beträchtlich und bevorzugte wieder Spezialwerte. Besonders konnte die Hausse am deutschen Rentenmarkt Fortschritte machen. Kriegsanleihe, die wieder das lebhafte Interesse der Börse beanspruchten, stellte sich zur ersten amtlichen Notiz auf 0,405*, nachdem im Freioerkehr bereits ein Kurs von 0,420 erreicht worden war. Auch Preußische Konsols und die Anleihen der Länder schlossen sich dieser Bewegung an, ebenso Schutzgebietsanleihen. Von ausländischen Renten standen Ungarn im Vor- dergrunde des Interesses, bei beträchtlichen Umsätzen konnten diese Werte erheblich im Kurse ge- winnen. Daneben wiesen auch Mexikaner und^ Türken gute Besserungen aus. An den Aktienmärkten war das Geschäft besonders in Terminwerten recht rege. Auch die variablen Werte hatten mehrprozentige Kursbesserungen aufzuweisen. Am Mon- t a n m a r k t e standen Mannesmann wieder im Vordergründe. Am Farbenmarkt betrugen die Kursbesserungen etwa 2 Prozent. Elektro- werte lagen ruhiger, immerhin zeigten sich auch hier Besserungen bis zu 1,5 Prozent. Stärkeres Interesse wandte sich wieder dem Banken- markte zu, wo sich die Steigerungen in schärferem Umfange fortsetzten. Commerzbank plus 2 Prozent, Darmstädter plus 1,5 Prozent, Auch Schiffahrtsaktien wiesen Besserungen von 3 bis 4 Prozent auf, Zuckeraktien waren gebessert. Besonders fest lagen ferner B a u a k t i e n. Äuto-und Maschinenaktien tendierten sehr fest. Der Kassa markt der Jndustriepapiere verkehrte in fester Haltung. Auch der Frei verkehr zeigte feste Tendenz. Benz 37, Brown-Boveri 72, Entreprise 9,5, Growag 53,5, Hansabank 8, Krügers- hall 91, Petroleum 81, Rastatter Waggon 16, Ufa 63,5, Unterfranken 61 Proz. Auch im weiteren Verlaufe blieb die Stimmung sehr fest. Bankaktien setzten ihre Steigerungen fort. Die Steigerungen für
Reichsbankanteile stützten sich namentlich auf neue Auslandkäufe. Das Aktiengeschäft wurde aber schließlich etwas ruhiger. Der Geldmarkt zeigte wieder größere Flüssigkeit, doch blieben die Sätze unverändert. Durch den Abschluß der Kommunalanleihe in Neuyork in Höhe von 15 Millionen Dollar ist damit zu rechnen, daß den deutschen Börsen in der nächsten Zeit wieder erhebliche Geldmittel zufliehen werden. Tagesgeld 5,50, Monatsgeld 6,50 bis 6,75 für erste Adressen und 8 bis 8,25 für zweite Adressen. Privatdiskonten 57/8 Proz. Jndustrieakzepte 7,5 Proz. Im Devisenverkehr ist eine neue Abschwächung des Pariser Frankens eingetreten. Die Pfundparität stieg auf 134. London stellte sich gegen Kabel auf 4,86g.
Börsenkurse.
Frankfurt a.M.
Berlin
Schlu-i-
t-Uhr.
Schluß
ilnfang
Kurs
Kur»
Kur» 1
<lur<;
Datum:
13. 2.
15. :.
13.2. |
15 2.
5% Deutsche ReichSanleibe - 4% Deutsche Reichsanleiye . Deutsche Reichsanlethe
..3701
0,4125
0.385
0 37
1,4175 0.4'15
— 1
—
0,37
3,4025
3% Deutsche Rcichsanleibe -
0.41
—
0.42
0,46
Deutsche Svarprämienanlcihe 4% Preußische Konsols - . -
0 b ;
—
0.23
• .39
0,41
0 37
0,105
4% Hellen ..........
0,34
—
0,1
—-
3W7« Heffen ..........
—
0,35
—
3% Hessen.........
— ,
—
0,34
—
Deutsche Wertb. Dollar-Slnl. dto- Doll-Schav-Anwetsng.')
90.25 1
—
92
—
100 i
—
99,15
—
4e/0 Zolltürken.........
1<V5
10.4
—
-
5% Goldmertlaner ... .
43,4
43.25
—
Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank
147” 109'
110 5*
148' 110'
148.25
11J 5'
Darmst. und Nakionalbank .
i!io,y
126 7'
131,7*
131.5'
131 5'
Deutsche Bank........
—
127.5'
128'
Deutsche DercinLbank ....
55.5
—-
—
—
Disconto Couunandit . .
121*
——
121,5'
122*
Metallbank..........
Mitteldeutsche Kreditbank. . Ocsterreichische (Kreditanstalt
94.25
—
—
—
100'
—
100.5'
100,2'
0*035
—
7,4
7,25
Weltbank ........
—
•—
—
Bochumer Guß ........
—
—
86.75
87,75'
Buderus ..........
46
47
45,5
46.75'
Caro . ..........
Deutsch-Luxemburg......
Gelsenkirchener Bergwerke .
44,5
89,5'
46,21
46 25*
89'
90 12'
89'
91'
90'
91 75'
Harpener Bergbau......
Kaliwerke Aschersleben....
111.5*
113*
112'
113.5'
11G*
117'
117.1'
118 7'
Kaliwerk Westeregeln.....
122.5
-•
122
>23.5
36
—
35.9
37 75
Obcrbedarf...........
51,5'
—
50.5
51.5*
Phönix Bergbau ......
Ryeinstahl...........
;8‘
80.5*
77,75*
80’
83*
84'
83*
84.25'
Riebeck Montan........
85,2.»
—
87
——
Tellus Bergbau......
56
—
—
Hamburg-Amerika Paket. . .
Norddeutscher Llovd ...
129,2'
133,2'
•32_'
128 2*
132,9'
132' 135*
Cheramische Werke Albin . .
—
—
—
—
Zementwerk Heidelberg . . .
78
77
—
—
Philipp Holzmanu......
64
67,ö
64.4
-*
Anglo-Cont.-Guano.....
—
—
85
—-
Chemische Mayer Alapin . .
—
—
—■
—
I. ®. Farbcnindustric, A.-G.
129’
130,4*
129,4*
130,7*
Äoldschmidt..........
71,25
—
71.5
—-
Holzverkohlung........
RütgerSwerkc.........
6.»
79
79,5*
78 5
Scheideanstalt.........
99.75
—
—
—
ANg. ElektrizitätS-Gesellschaft
90.5'
97,75*
9;*
98,25*
Bergmann ....... .
Mamkraftwerke ........
85*
•—
85.5*
83 12
—
—
——
Schuckcrt . .........
Siemens A Halske ......
84'
85,25*
85*
85.5*
101'
132,7*
102,2'
—
Aülerwerkc Kleyer ......
39.6
-
38
38,5
Daimler Motoren. ......
34
35.8
35
—•
Heyligenstacdt.....«...
23
—
—
—*
Mcgutn...........
30
—
31,5
Motorenwerke Mannheim
—
—
29,5
—
Frankfurter Armaturen . .
Konservenfabrik Braun . . . Mctallgesellichaft Frankfurt. Pet. Union A.-G......
19
I -
—
—
107 5
61.25
61
—
Schuhfabrik Herz.......
30
31,5
—
Sichel..............
6,5
1 ■*
6
—-
Zellstoff Waldbof.......
M9
100
•J8,75
99,5
Zuckerfabrik Frankenthal . .
Zuckerfabrik Waghäusel . . .
44.75
43.62
46
1 43.5
—
—
Berliner Börse.
Berlin, 15. Febr. Die neue Woche begann in freundlicher Stimmung. Aachdem durch die Glattstellungen in der Vorwoche die technische ßage an der Börse eine erhebliche Entspannung erfahren hat, dürfte der Medio kaum noch äleberraschungen bringen. Man nahm bereits bei Beginn der Börse, daß die Prämienerllärun- gen ohne Schwierigkeiten verlaufen wurden und Schritt zu Deckungen und Rückkäufen, die sich in erster ßinie auf den Montanmarkt erstreckten, ferner auf Schiffahrtsaktien unter Führung von Rordd. Llohd und Hapag und auf Bankaktien, von denen Reichsbankan-- teile um 3 Proz. anziehen konnten. Aber auch die Rebenmärkte hatten Kursbesserunge n zu verzeichnen, das Geschäft war jedoch nicht so angeregt, wie in den obengenannten Werten. Bemerkenswert war, daß die Kriegsanleihe ihre Steigerung fvrtsehen konnte, woran man an der Börse verschiedene Vermutungen knüpft. Als
aNgemeirt anreg«» galt die überaus leichte Verfassung des Geldmärkte«, wodurch auch die Prolongationswechsel niedriger lagen, ferner die noch in dieser Woche zu erwartenden Zwischen-Kreditverhandlungen für die erweiterten Reichsbahn-Aufträge und der Abschluß weiterer deutscher Amerika-Anleihen (Giro-Zentrale .und Kali-Syndikat). Für Lagesgeld hörte man einen Sah von 4l/2 biS 5 Proz., für Mvnatsgeld 7 bis 8 Prozent. Zm Devisenverkehr fanden die Haaptumfähe in nordischen Valuten statt. Paris notierte gegen London 132,20. Warschau gegen Kabel 7,5.
Frankfurter Getreidebörse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".)
Frankfurt a. M., 15. Febr. Es wurden notiert: Wetterauer Weizen 26 bis 26,25, Roggen, inländ. 17,25, Sommergerste für Drauzwecke 20 bis 22, Hafer, inländ. 18,50 bis 21,50, Mais (gelb) 13,50, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 40 bis 40,50, Roggenmehl 25,50 bis 26, Weizen- tleie 9,75, Roggenkleie 10 bis 10,25, Erbsen 23 bis 34, Ansen 40 bis 70, Heu, süddeutsches, gut, trocken 9 bis 9,25, Weizen- und Rgggenstroh 5 bis 5,50, Treber, gettocknet 17 bis 17,25. Tendenz: matt.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".)
Frankfurt a. M., 15. Febr. Auftrieb: 1169 Rinder (darunter 394 Ochsen, 26 Bullen, 749 Färsen und Kühe), 303 Kälber, 155 Schafe. 3259 Schweine. Rinder: Ochsen: Dolljleischi^r ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 48 bis 53, junge, fleischige, nicht ausgemäst. u. ältere aus- gemästete 40 bis 47, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 32 bis 39; Bullen: Voll- fleischige aus gemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 45 bis 50, vollfleischige jüngere 38 bis 44; Färsen und Kühe: Vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 48 bis 53 vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Zähren 41 bis 46, wenig gut entwickelte Färsen 36 bis 47, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 32 bis 40, mäßig genährte Kühe und Färsen 22 bis 30, gering genährte Kühe und Färsen 15 bis 20. Kälber: Feinste Mastkälber 62 bis 70, mittlere Mast- und beste Saugkälber 52 bis 61, geringere Mast- und gute Saugkälber 45 bis 50. Schafe. Mastlämmer und Masthämmel 45 bis 50, geringere Masthämmel und Schafe 34 bis 42. Schweine: Vollfleischige von 80 bis 100 Kilogramm 83 bis 84, vollfleischige unter 80 Kilogramm 78 bis 82, vollfleischige von 100 bis 120 Kilogramm 83 bis 85, vollfleischige von 120 bi« 150 Kilogramm und Fettschweine über 150 Kilogramm 83 bis 84, unreine Sauen und geschnittene Eber 65 bis 75. Marktverkauf: Bei Rindern langsames, bei Schweinen und Kleinvieh lebhaftes Geschäft. Es wird ausverkaust.
Rundfunk-Programm
deS Frankfurter Senders.
(Aus der „Radio-Umschau".)
Dienstag, 16. Februar:
3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.15 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Die klassischen Walzer. 5.45 bis 6.15 Uhr: Die Lese- ftunde. 6.15 bis 6.45 Uhr: Uebertragung von Kassel. Vortrag von Volkswirt R. D. V. Schreiber- Stoltze: „Wollen und Wirken der Techn. Nothilfe". 6.45 bis 7.15 Uhr: Funkhochschule Frankfurt a. M.: „Die Reichsgesundheitswoche , Vortrag von Stadt- medizinalrat Dr. Fischer-Defoy. 7.15 dis 7.45 Uhr: Funkhochschule: „Die Grundlagen der chinesischen Kultur VI", Vortrag von Pros. Wilhelm. 7.45 bis 8.15 Uhr: Funkhochschule: „Die niederen wirbellosen Tiere", Vortrag von Dr. W. E. Ankel. 8.15 Uhr: Gastspiel des Stadttheaters Offenbach: „Die Faschingsfee", Operette in drei Akten von Emmerich Kälmun.
SÖHAf/
Jeder Weinhändler liefert;
SEIT 1865 'KKWZTi/ SCHI ERST Elfi I. NHL
VERTRETER: H. Elges jr., Gießen, Seltereweg 68
Sein oder Nichtsein.
Ein Kriminalroman von der Wasserkante.
Von Moritz Schäfer.
21. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
Sein Häuschen ließ Hinriks in Gottes Gewalt. Wer hätte ihm auch etwas stehlen sollen? Du lieber Himmel! An den paar Tellern und Gläsern eines Junggesellenhaushalts vergreift sich niemand, und daß der Onkel ein reicher Mann war, hatte er ja kaum eben selbst erst erfahren. Wenn es aber auch ein Spitzbube gewußt hätte — was hätte es ihm genützt? Ins Haus war kein Papierschnitzel der feinen Parten gekommen.
Ob nun wirklich drüben in Andreas Heim alles wieder gut würde, sobald die drückende Sorge von ihrem Mann genommen war? Ob sich die Gatten wieder zu inniger Gemeinschaft zusammenschließen, ob sie Hand in Hand das Leben meistern wollten? „Hast recht, Heinz Wallot," murmelte der alte Herr vor sich hin, als er mit übergehängter Flinte rüstig ausschritt, so daß der gute Fink kaum Schritt halten konnte, „hast recht, min Jong, bat du mir die Motten aus rn Pelz gekloppt hast! Wenn wir all taufammen an Bord sind und aufpaffen auf Steuer und Mast, bann soll bat mit'rn Düwel taugahn, wenn der Fliegende Holländer uns rammt!"
XVII.
Das Auto Lorenzens hielt vor dem langgestreckten, nüchternen Herrenhause auf Groß-Spirow, allwo der Rittergutsbesitzer Melchior Andreas Zechlin als souveräner Fürst der Scholle residierte.
Melchior Zechlin war mecklenburgisches Junker- vollblut. Groß, breitschultrig, mit herrischen Mienen war er Herrscher in seinem Reiche — einem Reiche mit Weizen, Korn, Hafer, Wald See, Jagd, Fischerei, Rennstall, mit Pfarrer, Lehrer, Förster und viel Statisterie, die unter dem Sammelnamen „Leute" mit Sense, Dreschflegel und Kochlöffel exerzierte.
Der alte weißhaarige Lakci, der mit Rokoko grandezza den Besucher meldete, kam. das bartlose
Gesicht m strenge Falten gelegt, zu dem im Vestibül harrenden Bankier zurück:
„Herr Zechlin lassen bitten!"
Lorenzen stieg die breite Eichentreppe empor und warb von dem Galonierten in einen dunkel- getönten Salon geführt, von dessen zerschlissenen Seidentapeten ihn eine Reihe Zechkinscher Ahnenbilder in schweren Barockrahmen hochmütig musterte. Aber er hatte nicht lange Zeit, sich umzusehen, denn alsbald nach seinem Eintritt tat sich eine hohe Flügeltür zum Nebenzimmer auf und herein trat in Schlafrock, Morgenschuhen und mit qualmender langer Pfeife der Besitzer von Groß-Spirow, Herr Melchior Andreas Zechlin.
Die Figur gestrafft, den Kopf in den Nacken geworfen, die stahlharten Augen fest auf den Besucher gerichtet, trat der Fünfzigjährige auf Lorenzen zu, quittierte dessen artige Verbeugung mit einem „Morjen" und begann ohne Umschweife mit dem Geschäftlichen, wessen dessen er Lorenzen zu sich beordert hatte.
Daß er vorher dem Besucher durch eine lässige Handbewegung einen Stuhl anbot, entsprang einem gewissen Respekt vor dem tadellosen Fiatwagen, der draußen unter dem Portikus hielt.
Ausführlich ließ sich Herr Zechlin Vortrag halten über die Lage eines Jndustriekonzems, der junge Aktien zum Bezug anbot, und inquirierte bann weiter:
„Ich habe auf Ihren Rat Goldrumänen gekauft. Wie stehen diese?"
„Sind leider nicht in dem erhofften Maße gestiegen, Herr Zechlin. Immerhin —"
„Jmerhin haben Sie sich verkalkuliert."
,Das ist — Verzeihung — zuviel gesagt. Wir verzeichnen nach dem gestrigen Stand einen Kursgewinn von 8 Prozent."
„Ich verstehe immer 8 Prozent."
„Ganz richtig."
„Ach nee! Richtig nennen Sie das? Da lachen ja die Hühner!"
„Verzeihen Sie, Herr Zechlin, ich habe Ihnen nach bestem Wissen und Gewissen einen Rat erteilt und —"
„Und acht Prozent gemacht! Da soll ich mich wohl noch bedanken, was? Acht Prozent — das
war in der guten alten Zeit etwas für meinen Flickschuster. Heute muß es taufend Prozent regnen, hunderttausend, Millionen Prozente, |onft ist der Kasus oberfaul, mein Herr Finanzrat!'
„Tausend Prozent haben wir auch gemacht, Herr Zechlin, sogar 1200, und zwar mit Zolltürken. Von denen wollten Herr Zechlin gar nichts wissen, aber ich hab' mit meinem Tip doch recht behalten."
„9la schön. Will's den Türken abbitten. Was sonst?"
„Das wäre für heute alles, Herr Zechlin. Das Kontokorrent erhalten Sie pünktlich zum Ultimo."
„Sonst haben Sie mir wirklich nichts mehr zu tagen?" Der Groß-Spirower pflanzte sich breit vor den Bankier hin und musterte ihn von feiner imposanten Höhe mit Falkenblicken.
Erstaunt erhob sich der Bankier und blickte zu dem Junker auf, der ihn wie ein erzgegossenes Monument um Haupteslänge überragte.
„Nein, mein Programm ist erschöpft, Herr Zechlin."
„So. Ihr Programm ist erschöpft, Herr! Aber das meine nicht!"
„So bitte ich Sie, zu fragen."
„Werd' mich nicht genieren! Wie hoch ist mein Guthaben bei Ihnen, Herr Lorenzen?"
„Das kann ich aus dem Kopf nicht sagen. Das Kontokorrent wird es ausweisen."
„So. Das können Sie nicht sagen. Aber ob noch alles da ist, das wissen Sie, was?"
Da reckte sich auch Lorenzens Gestalt, seine Muskeln erstarrten und die Faust ballte sich eifern. Verletzte Würde grub einen herrischen Zug auch in dies scharf geschnittene Gesicht; alle Nervosität, die den Mann in den letzten Tagen geschüttelt hatte wie ein treibendes Wrack, war verschwunden. Harte sprang auf in seinem Willen, sprach aus den blitzenden Augen, die er in Trotz und Verachtung auf den Beleidiger richtete.
„Herr Zechlin," sagte er mit schneidender Kälte, „ich ersuche Sie, noch heute, hören Sie, noch heute, Ihr Depot bei mir abzuheben! Regulär ist bei den «arbeträgen eine Kündigung vorgeschrieben — ich verzichte auf jede Frist! Wertpapiere und Bargelder werden eine Stunde nach meiner Rückkehr gegen Quittung für Sie ober Ihren Bevollmäch-
tigten bereitliegen. Und damit erachte ich unsere Beziehungen für gelöst!"
„Man nid) so hitzig, Männchen!" suchte der Junker einzulenken. „Wußte verdammt nid), daß Sie so ’ne Kratzbürste sind! Wer wird denn in Dreideibelsnamen ’ne einfache Anfrage gleich so krumm nehmen!"
„Ich habe meinen Worten nichts hinzuzufügen." Ruhig und fest fielen die Worte. Der Bankier wandte sich zur Tür.
Da flammte der Gewaltige auf in Spott und Hohn: „Auf dem Theater nennen sie das wohl einen guten Abgang, mein verehrter Herr Lorenzen! Aber wer bürgt mir denn dafür, daß Sie jetzt nicht in Ihrem Auto über die Grenze flitzen? Vielleicht sind meine Gelder schon , irgendwo im Ausland und Sie —"
Weiter kam er nicht. Wie ein Trunkener, einen gurgelnden Ton ausstoßend, keuchend vor Entrüstung, war Lorenzen auf ihn zugestürzt und hob den Arm. Aber wie vom Blitz getroffen, fiel die erhobene Rechte wieder herab. Dem in der tiefsten Seele verwundeten Mann sprang im Moment des äußersten Affekts die Erkenntnis auf, daß ihn ein guter Engel von dem Abgrund hinweggeriffen habe, in dem er nach der Meinung des Junkers schon versunken war. Was wäre aus ihm geworden, wenn Hinriks nicht eingegriffen hätte? Ein Defraudant, ein Ehrloser, ein Verbrecher! Zwar die Depots feiner.sämtlichen Kunden waren unversehrt — und daß er Mühlfelds Guthaben angetastet hatte, das war mit Willen und Wissen des Gläubigers erfolgt. Freilich, das beruhte nur auf mündlicher Abmachung. Wenn nun Mühlfeld plötzlich starb? Oder — wenn er die mündliche Absprache leugnete? Wenn ihn die Zusage reute? Wenn er sie zurückzog? Woher kam denn der Verdacht, der wie Quecken seine Füße überwucherte? Wer hatte dem Junker in den Ohren gelegen?
Alle diese Erwägungen fielen in dieser kritischen Sekunde den Gehetzten wie Wölfe an und zerrten ihn nieder. Seine Kraft war gebrochen, ächzend sank er auf einnen Sessel und bedeckte das Gesicht mit den Händen.
(Fortsetzung folgt.)


