Die ältesten Seefahrten.
Die Aegypter, das älteste Kulturvolk, haben auch die ersten gröberen Seefahrten unternommen. •Heber bicfe Leistungen des Pharaonenvolkes, die die geschichtlichen Anfänge der Schiffahrt umschließen, spricht Prof. August Köster in einem Heft der bei E. S. Mittler und Sohn in Berlin erscheinenden Sammlung „Meereskunde", wobei er viele bisher unbeachtete Tatsachen hervorhebt. Die Schiffahrt war für das Rilland bereits in frühester Zeit von großer Bedeutung, denn der Ril bildete die große Berkehrsstrahe des Landes, und die Bewohner des Pharaonen- landes mögen es wohl in vorgeschichtlichen Tagen schon so gemacht haben, wie es noch heute die Eingeborenen machen, indem sie zwei oder drei trockene Papyrusbündel zusammenbinden und auf diesem Floße den Fluß durchqueren. Aus dieser primitiven Form entwickelte sich bald das eigenartige altägyptische ^Papyinlsschiff", und daraus entstand schon in den Anfängen der ägyptischen Geschichte pin Schiffstypus, der allen Anforderungen genügte und auch bereits zur „weiten Fahrt", zur Reise übers "Meer, verwendet werden konnte. Aus seinem Rilfchiff gestaltete der Aegypter ein Fahrzeug für die See, das brauchbar und seetüchtig war und in seinem Typ ziemlich unverändert im dritten und zweiten vorchristlichen Jahrtausend im Mitlelmeer eine große Rolle gespielt Hal. Wann zuerst die alten Aegypter den Kampf mit den Winden und Wellen des Meeres aufnahmen, laßt sich schwer sagen. Aber man kann mit großer Wahrscheinlichkeit annehmen, daß bereits ums Jqhr 3300 v. Ehr. ein Handels- und Seeverkehr zwischen dem Rillande und Phönikien bestand. Das gewichtigste Beweisstück dafür ist die eigenartige Keramik, die sich bereits in Königsgräbern der
„Wacker"-München — Stuttgarter Kickers 2:3, F. E. Rürnberg — ,Phönjx'"-Ludwigshafen 3." 1.
Der Gaumeister von Rordwestsachsen, „Fortuna"-Leipzig, wurde in einem Gesellschaftsspiel vom Allgemeinen Sportverein Rürnberg sehr sicher mit 2: l geschlagen.
DaS Spiel der Pariser Htädtemann- schäft gegen die Kölner Städtemannschaft endete mit 3:1 für Köln (Halbzeit 1:0 für Köln).
„Sport"-Kassel — „Kickers"-L)ffenbach 4:3, „Preußen"-Münster — B. f. B. Bielefeld 0:4, F. C. Solingen — „Eintracht"-M.-*Gladbach 1:3. Länderkampf Ungarn - Belgien.
Hier siegte gestern in Brüssel iit Anwesenheit von 20 000 Zuschauern Ungarn mit 2:0 (0:0).
Handball.
F. C. Wetzlar - Rasensport Mühlheim 1:3.
h. Zn dem zweiten Verbandsrundenspiel wird Wetzlar wieder, diesmal völlig unverdient, geschlagen. Der Hessenmeister war technisch und taktisch dem vom Riederrhein überlcjgen. Schon nach 10 Minuten Spielzeit verwandelte Paulus einen Freiwurf zum längstverdienten Vührungs- tor. Aber bald danach glich Mühlheim durch einen schon oft gerügten Fehler des Wetzlarer linken Verteidigers aus. Die Wetzlarer Mannschaft war dadurch derart bestürzt, daH sie sich das Spiel völlig aus der Hand neunen ließ. Trotzdem war im Feld eine Gleichheit vorhanden, nur einige Unsicherheiten des Wetzlotrer Torhüters verschafften den Mühlheimern die Führung. Das Spiel fand in Hagen 11 Hthr vormittags statt in Gegenwart einer ans^nlichen Zuschauermenge. Es wurde von dem Schiedsrichter Kruse- Köln ausgezeichnet gelqitet.
D. f. V. 08 Aachen, Rheinbezirksmeister — hvgen 05, Südwestfalenmeister 3:3.
Boxen.
2m ersten deutsch-schwedischen Boxlände r k a m p f, der gestern in Stockholm stattfand, siegte Schweden über Deutschland müt 5:3.
Schwimmen.
4. Iahnschwimmen in Halke.
DaS gestrige 4. Jahn-Schwimmen der D. T. in Halle zeitigte folgende wichtige Ergebnisse
4x50 Meter Lagenstaffel: 1) SSE. Osnaürück 2:14,6; 2) Eintracht-Leipzig 2:20,4.
100 Meter Seite: 1) Heimann-2ahn-Magde° bürg 1:14,6; 2) Viertler-Eintracht-Leipzig 1:16.
4x50 Meter Bruststaffel für Turnerinnen: Totes Rennen z. KTD. Halle, TuSp. Halle und MTV. Goslar in 3:12,2.
100 Meter Rücken: 1) Fetz-Dremerhaven 1:18; 2) Lehrer-Darmstadt 1:21.
100 Meter Brust 1) Spitz-Köln 1:25; 2) Späth-Darmstadt 1:26.
100 Meter bei.: 1) Mesicke-Eintracht-Leipzig 1:07,8; 2) Schefter-DreSden und Höchel-Dremer- haven 1:09.
4x50 Meter Bruststaffel: 1) SSE. Osnabrück 2:33; 2) MTV. Stuttgart 2:34.
Schwellstaffel: 50, 100, 150, 100, 50 Meter: 1. SSE. Osnabrück 5:26; 2) TD. Offenbach 5:40.
10x50 Meter bei. Staffel: 1) SSE. Osnabrück 5 .-25,4; 2) TSV. Halle 5:42,8
t Radsport.
7 Der große Opelpreis von Hessen-Nassau.
Hebet die Abhaltung des Großen Opelpreises von Hessen-Äassau ist nunmehr die Entscheidung gefallen. Das Rennen wird am 8. August 1926 vom Hessischen und Rassauifchen Radfahrerbund unter dem Protektorat der Vereinigung Deutscher Radsportverbände im Rahmen der mit den Opelwerken getroffenen Vereinbarungen zur Durchführung gebracht werden. Als Strecke ist das altbesetzte Gebiet in der Umgebung von Mainz in Aussicht genommen. Die Zahl der zur Veranstaltung gelangenden Opelrennen erhöht sich damit auf neun.
Wintersport.
Internationales Eishoäreyturn er.
Der Wiener Eislaufverein siegte über denSport- flub „Slavia" Prag 8:0 (Halbzeit 2:0).
Der Berliner Schlittschuhklub siegte über Ca- vadian Students Hockey Club Paris mit 3:2 (2:2).
Das Eishockenspiel Wiener Eislaufoerein—Berliner Schlittschuhklub endete unentschieden 3:3 (1:1).
Der Städtekampf Hannover - Berlin.
auf dem Platz des Berliner Sportklubs endete mit einem überlegenen 5:l>Sieg der Berliner Mannschaft, die bereits in der Pause mit 4:0 in Führung lag.
Skisport.
Die Jubiläumsläufe des Skiklubs Oberwiesenthal fanden gestern bei verhältnismäßig günstigen Schneeoerhältnissen statt. Im Langlauf über 15 Km. siegte Böttcher- Oberwiesental in 1 Stunde 11 Minuten 18 Sekunden. Die beste Zeit des Tages erzielte außer Konkurrenz Adi Re in wart (Gottesgab) in 1:07,59.
Im 20. großen Skirennen in Wengen (Schweiz) gewann den Langlauf der 1. Seniorenmannschaft als Zweiter Kurt E n d l e r vom Deutschen Skiverband mit einer Laufzeit von 1 Stunde 12 Min. 59 Sek.
Schach.
Glanzleistung Bogotjubows.
Freiburg, 14. Febr. (WSR.) Der in Triberg ansässige Schachmeister Boaoljubow, bekanntlich erster Preisträger des Meisterschafts- turniers in Moskau vor Lasker und Capa- blanca, gab dieser Tage in Triberg ein Simultanspiel gegen 24 Gegner aus Triberg und anderen^ Orten, mit dem Ergebnis, daß er nach 272 Stunden 23 Partien gewonnen hatte. Eine Partie wurde remis.
Der deutsch-englische Gegensatz.
Aus den diplomatischen Akten des Auswärtigen Amtes.
Ende November 1908 hatte Admiral von T i r - pitz dem Reichskanzler Fürsten von Bülow auf den später berühmt gewordenen Artikel der „Sa- turday Review" vom 11. September 1897 hingewiesen, der auf Grund des unversöhnlichen deutschenglischen Handelsaegensatzes den Krieg zwischen beiden Mächten als notwendig und natürlich hin- stellte. Tirpitz wollte in den Artikel „einen sehr guten Beweis" sehen, „daß nicht unser Flottenprogramm, sondern die gegebene handelspolitische Situation den letzten Grund für die englisch- deutsche Spannung bietet". Der deutsche Botschafter in London, Graf Metternich, zur Rückäuherung aufgefordert, erstattete darauf einen eingehenden und tiefdringenden Bericht, der auf die grundlegende Tirpitzsche These die Antwort gab. Wir sind in der Lage, im folgenden aus dem in Kürze erscheinenden 28. Band der Großen Aktenpublikation des Auswärtigen Amtes*) diesen Bericht zum Vorabdruck zu bringen, der von höchstem Interesse ist über eine der entscheidendsten Fragen der deutschen Vorkriegspolitik.
Der Botschafter in London, G ra f o. M e t t e r n i ch, an den Reichskanzler Fürsten von Bülow.
Ausfertigung.
London, den 1. Januar 1909.
Die Ueberfetzung des Artikels der„Saturday Review" habe ich zu erhalten die Ehre gehabt. Diese einst angesehene Wochenschrift hat längst ihren früheren Einfluß verloren. Sie hat seit einem Jahrzehnt mehrfach Besitzer und Redakteure gewechselt und ist im großen und ganzen eher deutschfreundlich zu nennen. Durch den ganzen Artikel zieht sich als Leitfaden der Gedanke, dost Fürst Bismarck einen Krieg zwischen Deutschland und England um die Hegemonie der See- und Handelsherrschaft in der Welt als unausbleiblich vorausgesehen und betont habeH. Mir ist diese angebliche Ueberzeugung des ersten Reichskanzlers von der Naturnotwendigteit eines Zusammenpralles beider Völker neu2). Sie dürfte auch schwer aus seinen Reden und Ansprüchen zu erhärten fein3). In ihnen ist vielmehr die gegenteilige Auffassung vertretens. Der Artikel scheint mir daher nicht sonderlich ernst zu nehmen zu fein6). Er soll NUN nach Ansicht des genannten Herrn Staatssekretärs „üverall großes Aufsehen erregt" haben. Es mag dies fein. Es ist so lange her, daß ich mir hierüber keine positive Ansicht mehr bilden kann. In den botschastlichen Akten hat der Artikel indessen seinerzeit keinerlei Erwähnung gefunden. Die dama- lige Leitung der Kaiserlichen Botschaft scheint demnach von der allgemeinen Wirkung, die der Artikel gehabt haben soll, nicht betroffen worden zu fein.
Es ist nun nicht recht erklärlich, was mit einem Artikel, der auf der trügerischen Grundlage von historisch nicht erweisbaren6) Bismarckschen Ansichten beruht und in einer Wochenschrift erschien, die längst ihre führende Stellung verloren hatte, für die Gegenwart bewiesen werden soll, zumal da in England sich wohl niemand mehr, der Verfasser vielleicht ausgenommen, des Artikels, der feinen elfjährigen Geburtstag hinter sich hat, erinnern dürfte.
Die Ursachen, welche zu dem gegenwärtigen unerfreulichen Zustande zwischen beiden Ländern ge-
*) „Die Große Politik der Europäischen Kabinette 1871—1914." Sammlung der Diplomatischen Akten des Auswärtigen Amtes. Im Auftrage des - Auswärtigen Amtes herausgegeben von Johannes Lepsius, Albrecht Mendelssohn Bartholdy, Friedrich Thimme. 5. Reihe Erste Abteilung: „Weltpolitische Komplikationen". Band 26—29 (6 Teile). Im Verlage der Deutschen Verlagsgesellschaft für Politik und Geschichte in Berlin W 8.
Randbemerkungen des Fürsten von Bülow:
*) Unsinn!
-) mir auch.
3) richtig!
) sehr richtia! ) gewiß nicht. ) und Bismarck fälschlich imputierten.
fuhrt haben, sind mannigfacher Art. Ihre Wirkung ist eine komplizierte Krankheitserscheinung, die nicht auf dieses oder jenes Symptom allein zurückgeführt werden kann. Zunächst waren es die kolonialen. Bestrebungen Deutschlands, welche zu vorübergehenden Reibungen mit der Politik des Jn- selvolkes geführt haben. Diese Periode gehört der Vergangenheit an. England hat sich mit dem deutschen Kolonialbesitz abgefunden. Vitale englische Interessen werden durch die deutschen Kolonien nicht berührt. Daneben verursachte und verursacht noch immer der wirtschaftliche Aufschwung D e u t f.ch l a n d s hierzulande Beklemmungen. Es ließe sich hierfür leicht beweiskräftigeres Zeitungsmaterial zufammentragen — besonders aus der Vergangenheit, jetzt weit seltener —, als der von dem Herrn Staatssekretär des Reichsmarineamts für beachtenswert gehaltene Artikel der „Saturday Review".
Frankreich führt hier hauptsächlich Luxusartikel, Wein, Seide und landwirtschaftliche Erzeugnisse ein, deren Großbritannien bedarf, und die es nicht genügend selbst herstellt. Frankreich umgibt sich aber gegen die englischen Jndustrieerzeugnisse mit einem höheren Schutzwall als wir. Aus den Vereinigten Staaten bezieht Großbritannien hauptsächlich zur Ernährung seiner Bevölkerung notwendige Lebensrnitel, Rohmaterialien, die es für feine Industrie benutzt, und daneben auch in wachsendem Maße Jndustrieerzeugnisse. Die Vereinigten Staaten schließen sich gegen die englische Industrie aber noch mehr ab als Frankreich. In der letzten Zeit scheint es zwar, daß die Vereinigten Staaten beabsichtigen, den Zolltarif herabzusetzen. Aus Deutschland werden hier hauptsächlich Jndustrie- erzeugnisse eürgeführt. Nach Deutschland gehen ebenfalls von hier aus Jndustrieerzeugnisse, daneben hauptsächlich Kohle. Trotzdem auch wir einen beträchtlichen Schutzzoll haben, steht die Handelsbilanz zwischen beiden Ländern aber günstig, das heißt, der Kampf zwischen den beiden Industrien wird auf beiden Seiten mit Nutzen fortgeführt. Wir treten mit den Engländern auf fremden Märkten in den Kampf ein und machen sie ihnen zum Teil streitig. Ganz besonders stehen wir durch unsere bedeutende Hande l s s ch i f f a h r t mit ihnen im Wettbewerb. Was hier aber besonders als ungerechte Konkurrenz mehr und mehr drückend empfunden wird, ist die Tatsache, daß fremde Jndustrieerzeugnisse frei nach England hineingehen, während die hiesige Industrie von allen großen Konkurrenzländern durch mehr ober weniger hohe Eingaygszölle benachteiligt wird ...
Die Frage, welche Wirkung die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands auf das politische Verhältnis zwischen uns und England ausübt, läßt sich nicht aus einem oder dem anderen Zeitungsartikel beurteilen, auch nicht aus gelegentlichen Aeuße- rungen dieses oder jenes Engländers.. Maßgebend hierfür ist die Ansicht, welche in den großen Industrie- und Handelszentren Großbritanniens selbst herrscht. Es gibt naturgemäß gewisse kommerzielle Kreise, die unter der Konkurrenz des Auslandes mehr leiden als andere, und die daher geneigter sind, in dem fremden Wettbewerb eine Gefahr zu erblicken. Ich bin mit vielen Vertretern der Industrie und des Handels in England und Schottland im Lauf der Zeit in Berührung getreten, und ich habe nirgends in dem Maße wie bei ihnen den aufrichtigen Wunsch nach der Fortdauer guter Beziehungen Zwischen beiden Ländern in Handel und Politik gefunden und nirgends so sehr die Befürchtung, daß sie gestört werden möchten. Wenn die Beziehungen zwischen beiden Völkern lediglich nach dem Handels- intereffe und von der Gesamtheit der Vertreter dieser Interessen geregelt werden könnten, so würde das gegenseitige Verhälnis heute ein ausgezeichnetes fein. Die Hochfinanz in London ist in der englischen Geschäftswelt vielleicht noch am ehesten geneigt, über die wirtschaftliche Konkurenz mit Deutschland ein Trauerlied anzustimmen. Sie steht aber schon unter politischem Einflüsse, und sie ist es nicht, die an erster Stelle die Produkte schafft und austauscht. Ihr
erjten Dynastie findet und zweifellos aus Phö- niSen eingeführt wurde; wahrscheinlich waren diche^ einhenkeligen schlanken Tonkrüge mit Ze- dettnöl gefüllt, das bereits in den ältesten Opser- listen Aegyptens genannt wird und aus dem Libv.no ngebiet stammte. Dieser Verkehr hatte hairptfächlich den Zweck, das bereits hoch entwickelte ägyptische Kunsthandwerk mit ausländischen Rohstoffen zu versorgen, namentlich mit dem. in Aegypten fehlenden Holz, das in den Ländern des Mittelmeers, besonders im Ciba* nongtbiet Phönikiens, in unerschöpflicher Fülle vorhanden war. Die ersten sicheren Rachrichten, die rvrs über den Seeverkehr mit der phönikischen Küste? erhalten sind, stammen aus dem Beginn des 3. vorchristlichen Jahrtausends. Inschriften aus jener Zeit melden, daß zur Zeit des Königs Snofrv (2840—2816 v. Ehr.) eine größere Expedition, aus 40 Schiffen bestehend, mit Zedernholz beladqn heimkehrte. 150 Jahre später finden wir im Grabe des Königs Sahure (2673—2661 v. Chrch die ersten Abbildungen ägypttscher Seeschiffe; es sind große und schöne Fahrzeuge, denen man es ansieht, daß bereits eine längere Seeerfachrung die Aegypter gelehrt hatte, was die Meerfahrt von einem Schiffe verlangt. In der Zert des Pharao Sahure, also um die Mitte des 3. vorchristlichen Jahrtausends, segelten ägyptische Schiffe nicht nur nach der syrischen Küste, nach Kreta und Kypern, sondern auch bereits nach dem geheimnisvollen Lande Punt, das wohl an der 'Somali-Küste gesucht werden muß. Die Fahrten von der Rilmündung bis nach dem alten Bk)blos, dem heutigen Djebal, waren bei guter Strömung und günstigem Winde verhältnismäßig leicht, und die 300 Seemeilen konnten in 4 mal 24 Stunden zurückgelegt werden. Die Untertanen des Pharao bemächtigten sich hier der mäßigen Zedernwaldungen, die ihnen ja
nach ägyptischer Anschauung ohne weiteres gehörten, denn der Pharao war der „Herr der Welt". Später ließ man wohl die Bäume von den noch auf unterster Kulturstufe stehenden Phö- nikern fällen und kaufte ihnen das Holz „frei Landungsbrücke" für weniges ab. Rach Kypern -og die Aegypter das Vorhandensein von Kupfer, das sie dringend brauchten und in früherer Zeit unter großen Mühen auf der Sinai-Halbinsel gewonnen hatten. Roch lebhafter mag der Seeverkehr mit Kreta gewesen sein, denn die frühen Steingefähe, die der Aegypter mit so wunderbarer Eleganz herstellte, sind schon in den ältesten Kulturschichten auf Kreta gesunden worden. Die größte Leistung der alten Aegypter auf dem Gebiet der Seefahrt waren aber die Fahrten nach Punt, wohin schon König Sahure größere Expedittonen ausrüstete, und die eine Fülle von Arbeit und umfassende Vorsichtsmaßregeln gegen die Gefahren des Meeres erforderten. Richts beweist das große Alter der ägyptischen Schifffahrt und die hohe Stufe der Entwicklung in ältester Zeit so schlagend wie die Tatsache, daß bereits im Alten Reich diese Fahrten nach Punt zu einer stehenden Einrichtung geworden waren.
Warum Läßt man sich iäiowieren?
Die Tätowierungen oder besser Satauierun* gen, wie diese merkwürdigen Hautverzierungen noch, dem javanischen Wort heißen müßten, sind heute in Europa sehr im Rückgänge begriffen. Doch gibt es immer noch eine Anzahl von Menschen, die diese?' sonderbaren Schmuck tragen. L o rn.hr o s o hat die bei den zivilisierten Menschen auftrctende Tätowierung als eine Rückfalls- erscheinung in den Hr-uffanb der Menschheit und damit cli ein En! mngämcrfmaJ bezeichnet, das sich hauptsächlich bei Verbrechern finde. Diese
aber kriegerische Absichten zuzuschreiben, wäre absurd. Sie bebt in den Knien vor Angst, wenn irgendwo politische Komplikationen auftreten. Deutschlands Handel und Industrie stehen nicht mehr im Vordergrund englischer Befürchtungen. Beide würden sogar eher ein Bindeglied zwischen beiden Völkern abgeben, wenn nicht die getrübte politische Atmosphäre selbst die beiderseitig wohltätigen Handelsbeziehungen in ungünstigem Lichte erscheinen ließen.
Die deutsch-englischen Beziehungen haben in den letzten Jahrzehnten verschiedene Phasen durchgemacht. Während und nach dem Burenkriege war die Erbitterung am stärksten. Daneben haben verschiedene politische Fragen dazu beigetragen, die Beziehungen zeitweilig zu verschlechtern. Die Erbitterung ist indessen geschwunden. Ein feindliches Gefühl gegen Deutschalnd, wie es zum Beispiel zum Teil bei den Franzosen und in noch höherem Maße bei den slawischen Völkern vorhanden ist, besteht meines Erachtens im englischen Volke nicht, auch nicht eine angeborene 2lntipathie. Man hat hier int Gegenteil die größte Achtung vor deutschem Fleiße und deutscher Tüchtigkeit. Man hält sie als nachahmenswertes Beispiel dem Engländer^por. Trotzdem ist die Svannung zwischen beiden Volkern in den letzten Jahren gewachsen. Das Unbehagen über die wirtschaftliche Konkurrenz, die politische Erbitterung, die aus verschiedenen Anlässen heroorbrach, sind zuruckgetteten vor einem neuen Faktor, der sie weit in den Hintergrund gedrängt hat. Dieser neue Faktor ist die Furcht, und zwar nicht die Furcht vor unserer wirtschaftlichen Entwicklung, sondern die vor unserer militärisch-maritimen M a ch t e n t f a l t u n g. Es gibt wohl kaum einen hervorragenden Engländer, der nicht in der d e u t = schen Flotte, in dem Umfange, wie das Gesetz sie oorsieht, und in dem Tempo, mit dem sie gebaut wird, eine ernste Gefahr für fein Land erblicke. Hieraus erklärt es sich, daß Leute wie Lord Roberts, Feldmarschall Sir George White, Lord Rosebery, an sich durchaus deutschfreundliche Männer, die diesen friedlichen Wettstreit der wirtschaftlichen Kräfte mit Ruhe entgegensehen würden, warnend ihre Stimme erheben. Hieraus erklärt es sich ferner, daß die Massen von einem Extrem in das andere verfallen, von der Spionenfurcht in die Jn- vasionsfurcht, und daß jede politische Gruppe die allgemeine Beängstigung zu ihren Zwecken benutzen kann, die eine zur Vermehrung der Flotte, die andere zur Einführung der allgemeinen Wehrpflicht, die dritte zur Besteuerung des Auslandes in Gestalt von Schutzzöllen, damit das Geld für die Rüstungen gefunden werde, und die vierte zur Ausdehnung des Schutznetzes von internationalen Vereinbarungen und Ententen.
Das Friedensbedürfnis ist aber in dem englischen Volke so tief begründet, die Lehren aus bem Burenkriege sind noch fo frisch in aller Gedächtnis, daß der Wunsch, das Präoenire zu spielen und die deutsche Seemacht zu erdrücken, ehe sie erstarkt, noch nicht mitzählt. Es besteht vielmehr der allgemeine Wunsch, im Frieden mit Deutschland zu leben. Daneben her geht aber die Befürchtung, daß der Ausbau der deutschen Flotte diesen Frie-. den gefährden werde. Die maßgebenden Persönlichkeiten in England gehen nun keineswegs so weit, daß sie annehmen, wir bauten unsere Flotte mit der Absicht eines Angriffs auf England, viele unter ihnen fälschlicherweise auch dies annehmen, sie stehen aber alle unter dem Eindruck, daß unsere Flotte nach ihrem Ausbau einen Machtfaktor darstellen wird, der die englische Bewegungsfreiheit in hohem Maße lahmlegen, die englische Flotte noch mehr als bisher an die Heimat fesseln, und der^ dauernd eine potentielle Gefahr für d i e englischen Ä ü ft e n und d i e englische Seeherrkchaft bilden wird.
Der Glaube an den agressiven, speziell gegen England gerichteten Zweck der deutschen Flotte ist in die Massen tief eingedrungen. Sie können sich nicht erklären, wozu wir eine Flotte von dem Umfange, wie das Gesetz sie vorsieht, brauchen, außer um mit England anzubinden. Die Begründung mit dem Schutze unserer Küsten und unseres Handels macht hier wenig Eindruck. Man glaubt nicht recht daran. Hieran trägt hauptsächlich die frühere Agitation des deutschen Flottenoereins Schuld, dessen Reden und Broschüren auch ihren Weg nach England gefunden haben.
Die Alternative nun, sich mit uns zu verbünden, ist den englischen Staatsmännern nicht einleuchtend, da sie fürchten, politisch in unsere Abhängigkeit zu geraten, wenn England mit anderen ober mit uns Differenzen haben sollte. Das System ber Freundschaften und Ententen und die Vermehrung der eigenen Streitkräfte zu Wasser und zu Lande erscheint ihnen ber sicherste Weg, um unabhängig von ber beutschen Politik zu bleiben.
Es besteht nun. in unseren Marinekreisen die Ansicht, baß, wenn wir erst einige Schritte vorwärts getan haben in ber Weiterausbildung unserer Flotte, En glaub s i ch in das Unvermeidliche fügen wird und wir bann die besten Freunde von der Welt sein werden. Ich bin der entgegengesetzten Auffassung. Ich habe schon fo häufig Erklärung trifft aber nach den eingehenden Hn° tersuchungen, die Erhard Rieke in feinem grundlegenden Werk über das Tatauierungs- wesen im heutigen Europa gemacht hat, keineswegs zu. Danach findet sich die Tätowierung nicht nur bei minderwertigen Menschen, sondern auch bisweilen bei Leuten von hoher Intelligenz, die aus den besten Gesellschaftsklassen stammen, wie z. B. bei englischen Offizi.ren und Aristokraten. 3m allgemeinen jedoch zeigt die Statistik, daß sich hauptsächlich Angehörige der körperlich anstrengenden und g fährlichen 35;rufe tätowieren Lffcn, wie z. B Schloff, r, Schlächter, Heizer, Matrosen und Soldaten, außerdem Akrobaten und Seiltänzer. Rieke ist der Ansicht, daß bei diesen der Grund für das Tätowieren in einer gewissen Hnternehmungslust zu suchen ist; es sind alles Menschen mit einem persönlichen Mut und einer gewissen Willensstärke, die zu raschen Handlungen neigen und sich mit einem gewissen Abenteurersinn alles mögliche in die Haut einstochen lassen. Bei den Angehörigen der höheren Kreise dürfte das wichtigste Motiv die Langweile fein; das geht schon daraus hervor. daß sich so viele Menschen auf Reisen oder auch im Gefängnis tätowieren lassen, und dies mag auch bei den primitiven Menschen mit- lvrschen. Boi den Raturvöllern aber kommt noch ein anderer wich tiger Timst and hinzu, näm* - kich die Racktheit. Die Tätowierung weicht vor der Bekleidung immer mehr zurück, und heutzutage wird eine solche Hautverzirrung an sichtbaren Körperteilen meist vermieden. Aus der Hyzahl der Bilder, die man bei Tätowierten findet, hebt Rieke einige Hruptgruppen her- vpr, nämlich Darstellungen aus den B:ru'en und Handwerken und solch » von Schau st cllungLN der Artisten, bmn patriotische und religiöse Motive.


