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bedauert, dah Richter und Polizei nicht ver- ehrung und sende Ihnen für Ihre weitere TS- t- I tigkeit meine herzlichsten Glückwünsche.

Der Konflikt zwischen der M a inz e r Lie­dertafel und demMainzer Anzeiger", der im April d.I. zur Einstellung der gesamten Mainzer Zeitungsberichterstattung über die Ver- anstaltungen der Liedertafel führte, ist durch Ver- mittlung des Verbandes Deutscher Musittrttiter jetzt bei gelegt worden. Auf Grund einer Aussprache, die alle Beteiligten befriedigt hat, haben diese das vor dem Konflikt bestehende Ver­hältnis als wiederhergestellt erklärt. Die Lieder­tafel hat die Maßnahme der Eintrittskarten- entziehung gegen den Musikreferenten desMain­zer Anzeigers", Dr. Alfred Morgenroth, rückgängig gemacht, worauf die Mainzer Zeitungen den über die Gesellschaft verhängten

Aus aller Welt.

Die Bluttat in Oranienburg.

Der dreifache Mörder von Oranienburg

ander gearbeitet haben. Soweit daran die be- j stehenden gesetzlichen Bestimmungen die Schuld trügen, mühten Aenderungen erfolgen. Es be­streitet dem Oberpräsidenten H 5 r s i n g nicht das allgemeine Staatsbürgerrecht, zur Klärung eines Kriminalfalles beizutragen, die Art und Weise aber, wie er die gesamte Justiz ange­griffen und als verdorben hingestellt hat ver­dienten die allerschärsste Zurückweisung. Einer vernünftigen Besserung der Bestimmungen über die Untersuchung und die Untersuchungshaft stehe die Deutsche Volkspartei nicht entgegen.

Abg. Falk (Dem.) weist die Auffassung zurück, als sei die ganze Richterschaft zu einer Verschwörung gegen die Republik zusammen­geschlossen. Die Magdeburger Vorgänge sind traurig genug, ohne das) sie übertrieben werden. Köll'mg besitzt von den Eigenschaften, die in einem Erlaß des Justiz Ministers gefordert wurden, auch keine einzige. Ob es heute schon als feststehend anzusehen ist, dah das Verfahren der ONagde- burger Iustizmänner disziplinarisch zu ahnden ist, bleibt eine offene Frage. Die berechtigten Vorwürfe gegen einzelne richterliche Verfehlun- aen wurden bei einer Verallgemeinerung gegen die Richterschast als Anrecht auch dem Staate gegenüber empfunden werden. Weiterbe­ratung Donnerstag.

Preußischer Landtag.

Die Trennung Ober- und Niederschlesiens.

VDZ. Berlin. 13. Oft. Erster Punkt der Tagesordnung ist die dritte Beratung der Vor­lage, die vom 1. Juli 1926 ab einige Ortschaf­ten von Wiesbaden eingemeinden will. Es handelt sich u. a. um Biebrich. Die Vorlage wird angenommen. Es folgt Die dritte Beratung des Gesetzentwurfs über die Tren­nung und Auseinandersetzung der Provin­zen Ober- und Riederschlesien.

In der allgemeinen Besprechung bezwei­felt Graf Garnier (Dn.) die Rotwendigkeit und Nützlichkeit der Trennung für die betroffenen Provinzen. Insbesondere die Trennung öffent- i licher rechtlicher Versicherungsanstalten werde nur Schädigungen für die Versicherungsnehmer brin­gen. Diese Trennung sei wirtschaftlich untrag­bar, ebenso wie die Schaffung einer eigenen Landwirts chastskammer.

Abg. Riedel (Dem.) ersucht die Rechts­parteien im Interesse Oberschlesiens und des ganzen Ostens, nicht wieder di« Annahme der Vorlage durch Obstruktion zu verhindern. (Zu­rufe rechts.) Auch die Demokraten hätten wirt­schaftliche Bedenken gegen die Trennung der TersicherungLansta^en gehabt, hätten sie aber aus | den höheren nationalen Gründen zurückgestellt. !

Abg. Mehenthin (Dt'ch. Vp.): Wir er­kennen das Recht Oberschlesiens als eigene Pro­vinz an und wollen ihr alles geben, was für ihre Entwicklung notwendig ist. Der Konflikt liegt für uns nicht zwischen politischen und wirt- schaftlichen, sondern zwischen politischen und rechtlichen ileberlegungen. Darum haben wir .den Antrag auf Zurückverweisung an den Aus­schuß gestellt, damit die Schwierigkeiten doch noch t ausgeräumt werden.

Abg. Haase- Liegnitz (Wirtsch. Dereing.) F verweist darauf, daß das Versprechen auf Ver­selbständigung Oberschlesiens von einem staats- 7 politisch kräftigen Oberschlesien ausginge. Ein solches Oberschlesien sei aber aus dem Plebiszit nicht hervorgegangen. Das Gesetz müsse ab­gelehnt werden.

Das HcmS verabschiedet dann die Trennungs- Vorlage gegen die Stimmen der Kommunisten, Deutschnationalen und der Wirtschaffspartei.

Es folgt die zweite Beratung des Urantrages von Eampe (D. Vp.), Falke (D), Leid (Svz.) aus Annahme eines Gesetzentwurfes zur Aende- rung des Gesetzes über die Bestellung von Mitgliedern des Reichsrates durch die Provinzialverwaltungen. Darin wird u. a. bestimmt: In der Reichs.mtsvollsitzung Werden die Stimmen Preußens gemäß der Ent­scheidung der Vorberatung einheitlich durch ein vom Staatsministerium bestimmtes Mitglied

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M ottervoraussage.

Wechselnde Bewölkung, vereinzelt noch Regen­schauer, etwas kühler.

Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 17,8, Minimum 9,1 Grad Celsius. Riederschläge: 4,2 Millimeter. Heutige Mvrgentemperatur: 10,8 Grad Celsius.

Kunst und Wissenschaft-

Fünfte Reichsfchulmufikwoche.

Die fünfte Schulmusikwoche in Darmstadt brachte am zweiten Tage zunächst einen Vortrag des Kantors Alfred Stier, Dresden, über Funktionelles Hören als Grundlage der Toncka- Do-Lehre". Ausführlich wurden die Vorzüge dieser Methode dargelegt und ferner erklärt, daß sie in den Handzeichen, der Silbenschrift, den Silbentafeln ufw. ihre wesentlichsten Vorzüge legen. Der Unterricht habe auf dasabsolute Ohr" kein Gewicht zu legen.

In dem folgenden Vortrag behandelte Dr. Frank B e n n e d i k, Kiel,Das Tonwort von Karl Eih in seiner Bedeutung für den Gesang­unterricht in der Volksschule".

Mit einer musikalischen Charakteristik des Schreies eines Säuglings leitete am Dienstag Prof. Dr. Georg Schünemann, Berlin, feinen Vortrag überGrperimentelle und erlenntnistheo- retische Musikerziehung" ein. Diese Schreie ha­ben eine abwärtsgleitende Tonfolge, diese findet sich wieder in den Lallmelodien, auch die Kinder- lieder haben einen ähnlichen Aufbau. Mit dem Alter des Kindes wächst der Tonkreis, und das Ausdrucksvermögen steigert sich. Beim Wieder­holen von Melodien zeigt sich oft ein Trieb zum Verändern. Das Kind hat den Willen und di« Freude des Rachahmens. Der Redner berichtete eingehend über experimentelle Prüfungen auf musikalische Eigenschaften bei Kindern. Die­selbe Methode habe man mit ausgezeichnetem Er­folg beim Ausfuchen der besten Orchestermusiker angewendet, die daraufhin bessere Stellungen er­langten. Erst wenn eine Stelle geschaffen werde, die alle experimentell fest gelegten Erfahrungen sammelt, könne man den Musikerziehern geeig­netes Material in die Hand geben, könne man von einer Wissenschaft der Musikerziehung sprechen. _ , r . x

In seinem VortragDas schaffende Kind in der Schule" vertrat Professor Fritz Jode, Berlin, die Forderung, daß Dem freien Schaffen des Kindes beim Musikunterricht mehr Spiel­raum gelassen werde. Das Trällern und Singen des Kindes sei zu etwa 90 Prozent eigene Pro­duktion und nur zu 10 Prozent Reproduktion.

Regierungsrat Richard W i de, ^nnar, forderte in seinem VortragDer Musiklehrplan in der Volksschule" eine vermehrte Zahl Der Gesangsstunden. .

Die beiden Rachmittagsvortrage beschäftigten sich mit der rhythmischen Erziehung. Es sprachen Elfriede Feudel, Oberprechtal in Vaden über . Wesen und Ziel der rhythmischen Erziehung und Charlotte Biensdorf, Jena, über Rhythmik und Gehörbildung im Kindergarten und in der Grundschule".

Abends wurde Den Teilnehmern an Der Ta­gung eine glänzende Ausführung Der Zweiten Symphonie von Gustav Mahler im Landes­theater geboten. Ferner erfolgte ein Emp­fang durch Die Stadtverwaltung im städtischen Saalbau mit musikalischen Darbietungen des städtischen Orchesters.

Aufgehobener "presfeboykott.

feiner Vernehmung angegeben, daß er __Mai 1911 zu Stargard geboren sei. scheint aber, dah diese Angabe nur dazu Die­nen soll, ihn vor das Jugendgericht zu brin­gen. Er macht durchaus Den Eindruck eines etwa Zwanzigjährigen, und auch seine Verwandten be­haupten, daß er sich im 21. Lebensjahu befinde. Die Gerichtsbehörden haben umfangreiche Ermittlungen zur Aufklärung dieser Widersprüche eingeleitet. Auch die Angabe des Mörders, dah er den dreifachen Mord begangen habe, weil ihm von den Ermordeten wegen seiner Flucht aus der Fursorgeanftalt mit Anzeige gedroht worden sei, wird von der Polizei angezweiselt. Es wird vielmehr angenommen, dah es sich um

Tarifherabsetzung im Luftverkehr.

do. Eine ganz wesentliche Tarifherabsetzung tritt mit dem 15. Oktober im Luftverkehr ein. Neben der erfreulichen Tatsache, daß in diesem Winter zum ersten Male seit dem Bestehen des Luftverkehrs die­ser in großem Umfang aufrecht erhalten bleibt es werden 38 Linien, darunter alle großen inter­nationalen Strecken beflogen ist als glücklichste Neuerung die beträchtliche Herabsetzung des Flug­preises zu nennen. Besonders bei längeren Strecken wird sich dies bemerkbar machen, denn die Flug­preise find hier billiger als die 1. Wagenklasse der Eisenbahn, wobei die Zeitersparnis ganz außer acht gelassen ist. Um nur einige der neuen Tarife zu nennen, seien angeführt:

größerem Umfange Arbeit gefunden haben. Der Regierungsinitiative kam überdies nicht nur Der größere Bedarf der Landwirtschaft an Arbeits­kräften in Den Erntemonaten zugute, fonDern noch mehr Der englische Bergarbeiter- streik, Der besonders im Bergbau erhöhte Ab­sätze zur Folge hatte, und auf längere Zeit auch weiter haben wird, Da es deutschen Firmen inzwischen gelang, mangels der englischen Kon­kurrenz, auf Dem Weltmarkt wieder mehr Boden zu fassen. Zu großem Optimismus besteht aller­dings angesichts des bevorstehenden Winters kein Anlaß. Sicher aber wird erreicht werden, und das ist unter Deu gegebenen Verhältnissen schon viel, daß Die Arbeitslosigkeit nicht wieder Die Riefenzahlen des vergangenen Winters erreicht.

Das Arbeitslosenproblem, besonders das der Ausgesteuerten", wird im übrigen sehr bald ein anderes Gesicht erhalten. Dem Reichstag wird nämlich demnächst der schon lange geplante Gesetz­entwurf einer Arbeitslosenversicherung, der den Reichswirtschaftsrat bereits passiert hat und jetzt dem Reichsrat vorliegt, zur Beratung zugchen. Es wird dabei wieder heftige Meinungskampfe geben, nicht nur über die Idee an sich, deren Zweck­mäßigkeit vielfach bezweifelt wird, sondern auch über die Beitragshöhe, die von der öffentlichen Hand, dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer, getragen werden soll. Aehnliche parlamentarische Schwie­rigkeiten wird aud) das A r b e i ter s ch u tz g e s e tz zu überwinden haben. Es ist im Entwurf nach ein­gehender Beratung mit den Spitzenverbänden der Arbeitgeber und Arbeitnehmer sowie den Länder- regierungtA nunmehr fertiggestellt worden. Der Ge­setzentwurf, der kaum vor Frühjahr 1928 vor das Plenum des Reichstages kommen dürste, stellt einen Teil des kommenden Arbeitsgesetzbuches dar, gibt eine Zusammenfassung der bestehenden Arbeitsschutzbedingungen, regelt die Frage der Sonntagsruhe, des Kinder-, Jugendlichen- und Frauenschutzes und behandelt das Problem der Arbeitszeit im Sinne des Washingtoner Abkom­mens. Ausgenommen find die Hausangestellten und die Arbeitnehmer in der Landwirtschaft, der Schiff­fahrt und im Bergbau. Die Arbeitsfchutzfrage im Bergbau soll durch ein besonderes Bergbau­schutzgesetz geregelt werden.

sammen brach. Die eine Schwester wurde sofort getötet, die andere trug Kopfverletzungen davon.

Schweres Eisenbahnunglück.

Kurz nach Mitternacht stießen infolge falscher Weichenstellung bei der Station Scharley-Piekar (Oberschlesien) ein Personcnzug und ein Güterzug zusammen. Ein Packwagen und mehrere Güter­wagen wurden auf Die Böschung geschoben. Bisher wurden zwei Tote q n b a ch t Schwerver­letzte geborgen. Die Schwerverletzten sind derart verstümmelt, daß sich die Zahl der Toten noch er- böhen dürfte. Bon unserem an die Unglücksstelle oei Scharley (Polnisch-Oberschlesien) entsandten Sonderberichterstatter erfahren wir: Das Unglück ist auf Die Unachtsamkeit des Signalwör - ters zurückzusühren, Der, obgleich sich ein Güterzug mit zwei Lokomotiven auf dem Gieße befand, dem Personenzug Die Einfahrt nach Dem Bahnhof Schar­ley freigab. Der Signalwärter wurde in Dem Augenblick ergriffen, als er nach Beuchen flüchten wollte. Durch Den Anprall beiDer Züge wurden Die drei Lokomotiven vollständig ineinander geschoben und schwer beschädigt. Ein Personenwagen dritter Klasse und ein Packwagen gerieten durch Explosion des Gasbehälters in Brand und ver­brannten vollständig.

Im gleichen Verhältnis wie in den vorgenannten Beispielen sind auch auf den übrigen Strecken die Flugpreise herabgesetzt. Ein Vergleich mit Den Fahr­preisen 1. Klasse der Eisenbahn ergibt:

BerlinMünchen: Eisenbahn 1. Kl.: 77 50 Mk., Flugpreis: 75 Mk.

BerlinBreslau: Eisenbahn 1. Kl.: 42,80 Mk., Flugpreis: 40 Mk.

BerlinDresDen: Eisenbahn 1. Kl.: 24,50 Mk., Flugpreis: 25 Mk.

Hierbei fei Darauf hingewiesen, Daß Die Flug­zeuge auch geheizt sinD und keine besonDere Be- kleioung der Reisenden notwendig ist.

Gießener Wochenmarktpreise.

Es kosteten auf Dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 bis 170, Matte 35, Wirsing 5 bis 8, Weihkraut 3 bis 5; Rotkraut 8 biS 10, gelbe

einen wohlvorbereiteten Raubmord handelt.

Das verfahren im Mordprozeß Böhme eingestellt.

Irn Mordprozeß Böhme führte Staatsan­walt Hartmann in seinem Plädoyer u. a. aus, Daß die Anklage sich stütze auf Indizienbeweise, Die Charakterveranlagung Des Angeklagten und Die Motive. Er kam zu Dem Schluß, Dah wohl der allerschwerste Verdacht weiter­bestehe, daß Der Indizienbeweis aber nach Wegfall Der Zeugin Schaffrath nicht absolut ge­schlossen sei und eine kleine Lücke aufweise, während Charakterveranlagung und Motive voll in Der Richtung auf Die ^uld Des Angeklagten Berücksichtigung finden mühten. Der Staatsan­walt stellte am Schlüsse seiner Ausführungen Die Entscheidung in das Ermessen des Gerichts. Sollte sich das Gericht von Der Schuld des An­geklagten nicht überzeugen können, so gebe er anheim, ihn wegen fahrlässigerTötung zu bestrafen, da er seine Frau als erfahrener Jäger nicht auf Der Jagd unmittelbar neben sich hätte gehen lassen dürfen. Fahrlässige Tötung würde jedoch bereits als verjährt anzusehen fein. Iustizrat Knoll suchte die verschiedenen Indizienbeweise zu entkräften. Er überließ nach feiner pflichtmähigen Verteidigung Dem Gericht das Urteil. Der Angeklagte bat das Gericht um Freisprechung, da der tödliche Unglücksfall feiner Frau nur dem Zusammentreffen einer Reihe un­glücklicher Umstände zuzuschreiben sei. Rach mer- stündiger Beratung verkündete der Vorsitzende des Schwurgerichts das Urteil, nach Dem das 1 Verfahren gegen Böhme eingestellt wird und Die Kosten Der Staatskasse auferlegt werden.

Todesurteil.

Dom Schwurgericht Hirschberg wurde Der Ar­beiter Richard Degwerth wegen Mordes und Brandstiftung zum Tode veructeilt. Degwerth war der Führer einer Bande, die im Jahre 1921 in Friedeberg und Umgegend meh­rere Raubübersäll« verübt hat. Degwerch hatte am 11. Februar 1921 in Friedeberg das 72jäh, rige Fräulein Emilie Ludwig ermordet und deren Wohnhaus in Brand gesteckt.

Lin Bankraub in Liverpool.

Die Stadt Liverpool wurde durch einen sen­sationellen Bankraub in lebhafte Erregung ver­setzt. Ein bewaffneter Räuber Drang in eine i m belebtesten Stadtteil gelegene Dank ein, hielt Den Kassierer mit einem Revolver in Schach und schoh auf einen Angestellten, Dem er eine schwere Verwundung zufügte. Er stürzte Dann auf Die Strahe und gab flüchtend auf Die ihn verfolgende Polizei und Volksmenge eine Reihe von Schüssen ab, durch Die ein Polizei- beamtet und zwei Zivilpersonen schwer ver­wundet wurden. Schließlich gelang es, ihn zu verhaften. Sein Raub bestand nur in einigen Silbermünzen, die er bei dem Ueberfall zusammengerafft hatte.

Einbruch in ein französisches Museum.

Im Schloß Champigny, das als Museum eine große Reihe von Kunstgegenftänden enthält, ist eingebrochen worden. Unter vielen Schmucksachen und Kostbarkeiten wurde auch Der berühmte, schon vor Dem Kriege auf 10 Millionen Franken ge­schätzte, rosa Diamant, genanntLe g r a n D Cond e", gestohlen. Die Einbrecher scheinen vom Park aus mit einer Leiter in Den Turm eingestiegen zu fein, in Dem eine Gemmeusammlung aus­gestellt ist.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, Den 14. Oktober 1926.

Dorfkirchentagung in Gießen.

Die Dorfkirchenvereinigung für Das nördliche Oberhessen und den Kreis Wetzlar hatte für gestern zu einer Dorskirchen­tagung in Den Iohannessaal in Gießen eingeladen, von Der im voraus gleich gesagt werden soll, daß sie einen sehr guten Verlauf nahm. Diele Lehrer und Pfarrer hatten sich zufammengefunden, auch Das Landeskirchenamt war durch den Herrn Prä­laten D. Dr Diehl, Darmstadt, und Den Super­intendenten von Oberhessen, Oberkirchenrat Wag­ner, vertreten.

Nach Gebet und Lektion durch Pfarrer B i er­mann, Ebersgöns, und einleitenden Worten des bekannten Vorkämpfers der Dorfkirchenbewegung und des Vorsitzenden der Tagung, Pfarrer Mahr, nahm Pfarrer F. M. Petri das Wort zu feinem Vortrag:Sie ländliche Volkshochschule und die Jugendpflege auf dem Lande". Bei allen Vereinen, die sich um die Jugend des Landes kümmern und sie pflegen, ist kaum einer, dem es wirklich Darauf ankäme, Den jugenDlichen Menschen in seiner Totalität zu erfassen und nur ihm allein zu Dienen, oft verfolgen sie sogar be­stimmte Zwecke unD Absichten, statt gemeinschafts- förDemb wirken sie zur Auflösung Der Dorfg'-nein- schast. Die Volkshochschule müht sich ab, diesem Uebelstand Rechnung zu tragen und Dem Menschen geraDe in seiner kritischsten Zeit zwischen 18 und 25 Jahren besonders zu Dienen. Der ReDner ist selbst Leiter Der Christdeutschen Heim-Dolkshoch- schule zu Hohensolms: er gab nun eingn gedräng­ten Ueberblitf über Das tägliche Leben unb Treiben währenD eines solchen Kurses, das von gar emsigen und fleißigen Arbeiten zeugte, Das Daneben aber auch viel Frohsinn aufkommen ließ und Den Men­schen in seiner Gesamtheit zu erfassen sucht und chm nicht nur Wissen beibringen will. Besonders aus« gestaltet sind auch die Abende, Die edler Geselligkeit, Pflege Des Spiels und Der FreuDe, Pflege Des Lieds und Der Musik ufw. gehören. Im Mittelpunkt Des Lehrgutes steht die Volkskunde: Heimatkunde, Land und Leute, Sitten und Gebräuche. Sprache, Trachten und Kunst. Ferner Lebenskunde, Gesell­schaftskunde, Wettanschauungslehre, Staatsbürger­kunde, Volkswirtschaftslehre, Gefundheitslehre, Handarbeit, alles unter dem einen Ziel, Persönttch- feiten heranzubilden, sie zu schulen an Dem voll­endetsten Vorbild: Jesus Christus. Das Verhältnis Des Lehrers zu Dem Schüler ist leDiglich Das Des FreunDes unD Seelsorgers Der schwerringenDen Ju­gend. So glaubt Die Volkshochschule, mitzuarbeiten an einer Der beDeutenDften und allerwichtigsten Auf­gaben, Die unserem Volk, zumal in seiner völlig oeränberten Lage gegenüber Der Vorkriegszeit, ge­stellt sind. Eine rege Aussprache, Die auch Die Schattenseiten Der Volkshochschulbewegung heraus« stellte, suchte Dem ReDner zu danken für seine treff­lichen Ausführungen.

Am Nachmittag verlas der Vorsitzende zunächst ein Schreiben Der theologischen Fakultät und erteilte danach das Wort dem Universitätsprofessor D. Fr. Niebergall, Marburg, zu seinen Ausführun­gen: ,L> a s Alte Testament und die bäuerliche Frömmigkeit mit Rücksicht auf ihre Pflege in Kirche und Schule". Er wies in vielen Beispielen Den ausgesprochen bäuerlichen Charakter Des Alten Testamentes nach, als das Buch eines Volkes, Das vom Nomadenvolk zum Bauernvolk geworden war. Die Linie verfolgte Der ReDner Dann weiter, über Jesus und Paulus I bis hin zu Lucher, um bann zusammenfasfenD. die | Frage zu stellen:Was haben wir für Ausgaben?" Wir müssen unser Volk zu Dem Evangelium Jesu Christi erziehen. Die sinnlichen Dinge (beispielsweise Ernte unD Mißernte usw.) müssen sich Dem ein« orDncn, als Mittel und Wege, keineswegs darf es umgekehrt fein. Wir müssen besonders Hiob und die Propheten, Die Vorläufer Jesu Christi gewesen sind, betreiben. Unsere Arbeit muß Umwertungsarbeit auf Dem Lande fein: wichtiger als regelmäßige Teil­nahme am Gottesdienst find Liebe und Reinheit und ein wahrhaft frommer Charakter. Es gilt Die Sitte zu verchristlichen, alttestamentliche Formen mit neutestamentlichem Inhalt zu füllen. Auch diesem Vorträge folgte eine rege Aussprache, an Der sich auch die Lehrerschaft beteiligte. Mancherlei Ge­gensätze wurden rückhaltlos anerkannt, über allem aber tarn doch Der entschieDene Wille zur Gemein­samarbeit unD gemeinsamer Pflichterfüllung zutage.

Der vorgeschrittenen Zeit wegen mußte Die Ta­gung vorzeitig, gegen 6 Uhr, abgebrochen roerDen. Es war ein erster Versuch, von dem zu hoffen und zu erwarten ist, daß weitere ihm folgen; es war ein Versuch, der weitestgehende Beachtung verdient bei allen Kreisen, die es noch gut mit unserem Volk

gesperrt. Schiffahrts-Abteilung.

Staatssekretär Fritzsche hebt den ernsten

Willen der Justizverwaltung hervor, eine volle Reinhards Regre-Iubllaum.

Klarstellung der Magdeburger Vorfälle herbei- Berlin Okt. Der preußische Kultus­zuführen. Der Iuslizminister habe am 8. Septem- Minister Dr. Decker hat an Max Reinhardt her eine Aundverfügung erlassen, wonach bei der anläßlich dessen fünfundzwanzigjährigem Regie- Bestellung der Untersuchungsrichter mit be- Jubiläum folgendes Glückwunschtelegramm ge° so n derer Sorgfalt vorgegangen werden richtet:21m heutigen Tage, an dem Die vor foIIe einem Vierteljahrhundert zum ersten Male d i e

Abg. Eichbofs (D. Vp.) verurteilt aufs Deutsche Dühnenkunst neue Wege schärfste jede Einmischung in ein schwe- führten, gedenke ich Ihrer als des großen

Nähe von Sylt wurden zwei Schwe- ber Heimkehr von der Kirche vorn Sturm und Regen überrascht. Sie flüch­teten in eine Feldscheune, Die bei dem Sturm z u -

Ueberfall

auf einen kommunistischen Landlagsabgeordneten.

Der kommunistische Landtagsabgeordnete Schulz wurde nm Mittwoch nach Dem Verlaßen des Land­tagsgebäudes von zwei Söhnen des sozialdemokra­tischen Abgeordneten Osterroth, Der in Der LanDtagssitzung bei Der zweiten Beratung des Hohenzollernoergleichs von Schulz tätlich belei° Diät worDen war, angegriffen unD Durch Schläge verletzt.

Opfer Des Sturmes.

abgegeben. Die Vorlage konnte bishrr nicht er­ledigt werden, da die Deutschnationalen, das Zentrum, die Völkischen und die Deutsch-Hannoveraner Obstruktion üb- v______o... .... _____ . . . _

ten. Bei der Abstimmung üben d.e erwähnten Presseboykott aufgehoben haben.

feit des Hauses wird die Sitzung vertagt. Der Stadt Maurz ist cus Unterstützung für

Vizepräsident v. Kries beraumt sofort eine das Stadttheater vom Reichsmrn'.ster für die neue Sitzung an. Der kommunistische Abgeordnete besetzten Gebiete eine Summe von 170 000 Mk. Gohlke wird wegen Beschimpfung der anderen zur Verfügung gestellt worden.

Parteien des Hauses von der Sitzung ausge- Eröffnung des holländischen Kolonialinstituts.

1 Daraus ^ird DieReforediuna Der 3n Amsterdam hat die Köni gi n t.i Gegen^

.Darauf wird Die Besprechung Der Ministerpräsidenten, des Kolonial- und

Justizvorgange in Magdeburg Unterrichtsministers und des Ministers des

iortgeletzt. Abg. Brückner (Soz.) kritisiert Die Aeußeren sowie zahlreicher hervorragender Per-

llnterbnngung unD Behandlung politischer Unter- sönlichleiten aus der Finanz- und Handelswelt

suchungsgesangener u. a. in Königsberg. Dort wür- das neue Kolonialinstitut in feierlicher Weise

den auch weibliche Unterfuchungsgefanaene im Atter eröffnet. Das Institut umfaßt drei Abteilungen:

von 14 und 16 Jahren mit Kupplerinnen und ein HcmdelSmuseum, eine Abteilung für Länder-

Dirnen wochenlang in einen Raum zusammen- unb Völkerkunde sowie eine Transport- und