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Wirtschaft.

Die Kohlenproduktion in Hessen.

Die monatliche Statistik der Kohlenproduk- tion des Volksstaats Hessen weist für den Monat Mai 1926 folgende Zahlen nach: 2ln Rohbraun­kohlen wurden gefördert 35 674 Tonnen, ver­kauft wurden davon 9850 Tonnen: der größte Teil der Rohkohle wurde weiter verarbeitet oder war zur weiteren Verarbeitung bestimmt. Aus den verarbeiteten Rohkohlen wurden neben Schwelereiprodukten erzeugt: 776 Tonnen Braun­kohlenbriketts, 1024 Tonnen Raßpreßsteine. Außerdem wurden in Hessen erzeugt eine Anzahl Tonnen Steinpreßkohlen. Unter Berücksichtigung der aus Vormonaten übernommenen Bestände sowie des Absahes und Selbstverbrauchs verblie­ben am Monatsschluh absatzfähig: 13 964 Tonnen Rohkohlen, 836 Tonnen Briketts, 2264 Tonnen Raßpreßsteine, zusammen 17 064 Tonnen Braun­kohlen und Braunkohlen-Produkte im Gesamt­wert von 12 220 Rm.

Der Saatenstand im deutschen Reiche Anfang Juni.

Dem Wachstum der Pflanzen war die anhal­tend kühle Witterung im Mai im allgemeinen wenig zuträglich, so daß die weitere Entwicklung der Saaten nicht in der Weise vor sich ging, wie man nach dem Stande der milden Witte­rung der Vormonate erwarten konnte. Das Wintergetreide hat im großen und gan­zen seinen Stand wie im Vormonat behauptet und wird größtenteils als befriedigend beur­teilt. Die Begutachtung für Winterroggen lautet auf besseren Böden über mittel, auf weniger guten Böden etwas unter mittel. Vielfach wird über dünne Bestockung und lückenhaften Stand berichtet. Für Winterweizen und Wintergerste sind die Aussichten durchweg besser. Der Stand des Sommergetreides ausgenommen Roggen wird zumeist günstiger als der des Wintergetreides angesehen. Die wärmere Witte­rung in den letzten Tagen hat die Entwicklung der Sommersaaten stark gefördert. Die Bestel­lung mit Hackfrüchten ist bis aus geringe Teile beendet. Das Auflaufen der Kartoffeln vollzieht sich nur langsam und häufig ungleich. Die Rüben sind gut aufgelaufen und stehen be­friedigend. Futterpflanzen und Wiesen haben sich infolge der naßkalten Witterung im allgemeinen nur mäßig entwickeln können, so daß iür den ersten Schnitt vielfach wenig günstige Aussichten bestehen. Tierische Schädlinge sind auch im Derichtsmonat vielfach wieder recht zahlreich aufgetreten. Auch Über Pflanzenkrank­heiten wird häufig berichtet.

* Maschinenfabrik Badenia A.-G., Weinheim. 3n nichtöffentlicher Sitzung des Weinheimer Bürgerausschusses stimmte der Stadtrat der Uebernaßme einer Ausfallbürgschaft seitens der Stadt für ein von der Maschinen­fabrik Badenia aufzunehmendes Darlehen in Höhe von einer Million Mark zu. Der Betrag wird von drei Giro-Banken gegeben werden. Durch diese Bürgschaft ist es der Maschiney- fabrik Badenia möglich gemacht, ihren Betrieb weiterzuführen.

* Adlerwerke vorm. Heinr. Kleher A.-G., Frankfurt a. M. Obwohl die Gesell­schaft, wie bereits bekannt, keine Dividende für das Geschäftsjahr 1925/26 verteilt, hat sie trotz­dem einen kleinen Gewinn erzielt, der auf neue Rechnung vorgetragen werden soll. Gegen­wärtig sei das Unternehmen gut beschäftigt, die ' Aussichten für das lausende Geschäftsjahr dürfe man günstig beurteilen.

Berliner Börse.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".) Berlin, 14. Juni. Die Börse eröffnete die neue Woche in großer Zurückhaltung bei teilweise leichten Kursabschwächungen. Die Zurückhaltung wurde in erster Linie durch die Medio-Liquidationen verursacht, außerdem legte die Ungewißheit über den Ausgang des Volksentscheides in Der Fürstenabfindungsfrage der Spekulation Re­serve auf. Am Montanmarkt boten Gerüchte über Verschmelzungsbestrebungen in der westdeut­schen Schwerindustrie eine gute Stütze, lediglich Rheinstahl waren stärker gedrückt. Starkes Realisi- sationsbedürfnis machte sich in Elektrowerten

geltend, auch für I. G.-F arben bestand nach den Kursgewinnen vom Samstag Realisationsneigung. Einige favorisierte Werte, wie Deutsche Erdöl und üprcngftoffattien blieben gut gehalten. Heimische Anleihen lagen ohne Geschäft. Von ausländischen Renten waren Türken gefragt. Der Geldmarkt ist unverändert leicht. Tagesgeld 3,5 bis 5,5 Prozent. Monatsgeld 5.25 bis 6,5 Prozent. Im Deoisenverkehr hat der französische Frank einen neuen Rekord- Tiefstand erreicht. Paris gab gegen London auf 171,25 nach. Dies gilt auch für Brüssel bei einem Kurs von 167 gegen London. Start abgeschwächt war ebenso Mailand mit 135 gegen London.

Börsen kurte.

(Ohne Gewähr.)______________

Frankfurt a.M.

Berlin

Schlu;»

1-Uhr-

Schluß-

Anfang

Kur?

Kurs

Kurs

i"-'

Datum: |

12.6 |

14 6

12 6

14. 6.

5°/0 Deutsche Rcichsanleihe

0.4162

0.4127

0.4125

0.415

4% Deutsche Rcichsanleihe .

0,3875

0,3925

S'/,°/n Deutsche Ncichsanlethe

0,375

0,385

0,3925

3% Deutsche Reichsanleihe

0.45

0.4725

0,495

Deutsche Sparprämicnanleide

0,227

0,215

4% Preußische Konsols

0,375

0.385

0,385

4% Hessen .

0.39

3V9% Hessen .

-

3% Hessen..........

0,36

-

Deutsche Dertb. Dollar-An l.

95,25

97,1

dto. Doll.-Schatz-Anweisna'^

-

-

4»/0 Zolltürken. . . .

13J

-

I 12,9

5% Goldmerikaner

50.62

-

50,75

Berliner Handelsgesellschaft Lommerz- and Prtvat-Bank

158

109,2"

109.4'

159

109,2'

158,7*

109.4'

Darmst. und Nationalbanr

141,5*

142'

141,5'

142'

Deutsche Bank......

135*

134.5'

134,5-

134,7'

Deutsche Bereinsbank -

84.5

Discomo Couunandit Metallbank ........

131*

131,5*

131,7-

131'

109.25

108,75

Mitteldeutsche Kreditbank.

109'

109,75

110,2*

Oesterreichische Kreditanstalt

7.1

7,1

7.1

7,2

Westbank ......

Bochumer Guß........

113,75

115,2*

114,9'

114,2*

Buderus ....... . .

72

72,75

72,62

72,5

Caro ...........

Deutsch-Luxemburg......

Gelsent urbarer Bergwerke . .

58,5

58

57,75*

116

122,7*

123'

115,9*

121,5*

116,7'

122,7*

Harpener Bergbau . . Kaliwerke Aschersleben....

129.3'

132

131.5*

129

131,5*

128,5*

132,5'

staliwerk Westcregelu.....

143

141,5

142,75

141.12

Laurahütle .......

37.5

37,25

38.5

Oberbedarf . . .......

Phönix Bergbau ......

54

53,5'

90.9*

90,75*

90,9-

91*

120,2'

118*

118.7-

118.2'

Mebeck Montan ......

-

114

115,75

Tellus Bergbau. ......

63

Hamburg-Amerika Paket. . .

Norddeutscher Llovd . .

137'

133,5*

_

135*

133.7'

136,2*

132,5*

Cheramische Werke Albin .

51

_

Zementwerk Heidelberg . .

98

_

_

_

Vbilivv Holzmann

67

67,5

67

Anglo-Cont.-Guano.....

-

72

_

Chemische Mayer Alapin . . I. G- Farbenindustrie, A.-G. Goldschmidt.........

Holzverkohlung.......

Rütgerswerke.......

189,5*

186.9*

187,5*

186,5*

80

78,5

79

79,75

58,9

89,5

88

89

89

Schcideanstalt.........

132,5

132,75

Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft

122'

120,7*

122*

120,7»

Bergmann ........

Mamkraftwerke .......

117

116

116-

97

Schuckert ....... ,

112,7*

111*

111,2'

110,9-

Siemens & Halske ......

154,5*

154,5'

153'

Ädlerwerkc Kleyer ......

63,5

63

63,5

63,75

Daimler Motoren..... .

65

65

65,25

Heyligenstaedt.........

Meguin. ......... .

Motorenwerke Manobeim .

37

Frankfurter Armaturen

16

-

Konservenfabrik Braun . .

35

Schuhfabrik Herz ...

120.4 71

70

30,25

Sichel. . ... .....

3,25

-

Zellstoff Waldhof. ....

137

137

137,9

Zuckerfabrik Frankenthal . .

Zuckerfabrik Waghäusel . . .

59,9 67

68,8 60

57,5

Kranksurter Börse.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzelcs"

Frankfurt a. M., 14. Juni. Tendenz: befestigt, später schwächer. Zum heutigen Wochenbeginn hielt sich das Geschäft in engen Grenzen, doch war die Veranlagung der Börse zunächst nicht unfreundlich. Zu der ziemlich festen G r u n d st i m m u n g, in der der Marti eröffnete, dürften einige Deckungen in führen­den Werten beigetragen haben. Der leichte Stand des Geldmarktes bot eine Stütze, so daß ein großer Teil der Spezialwerte sich durch leichte Kursbesserungen auszeichnete. Rach kurzem Verlauf übte aber die unklare inner- politische Lage im Zusammenhang mit der Fürstenabfindung einen Druck aus und hielt die Spekulation von größeren Engagements zurück. Die dadurch verursachte Geschäfts- Unlust veranlaßte einen allgemeinen Kurs-

Der dritte Schuh.

Kriminalroman von Ole 61 e f a n i.

11. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Grete saß, den Kops auf den Tisch gelegt, und weinte still vor sich hin.

Franz war zu Maria hinaufgegangen, die sich immer noch nicht erholt hatte.

Es war eine traurige Wache: bei dem alten Jäger, den sein Wild zuletzt doch noch zerrissen hatte.

Nach einer Viertelstunde kam Molinski zurück. Er brachte den erschöpft keuchenden Ester mit und Babette, die sich in dieser Nacht zu Hause allein ge­grault hätte, wie sie sagte. Sie ging gleich zu Maria hinauf. Esser setzte sich Grete gegenüber, machte ein betrübtes Gesicht und starrte in das flackernde Licht zu Häupten des Toten.

In einer Stunde war die Gendarmerie da. Kramer wies sie an, den Garten nicht außerhalb des Kiesweges zu betreten, bis er das Grundstück untersucht hätte. Er richtete einige leise Fragen an Grete, Molinski und Franz, dann setzte er sich an den Schreibtisch des Verstorbenen.

Dort lag ein halbvollendetes Schriftstück von Brentheims Hand. Kramer las es langsam durch.

Es trug die Ueberfdjrift:Mein letzter Wille .

Unter dem Druck der nahenden Gefahr hatte der alte Kommissar mit ruhiger Hand die letzten Ver­fügungen über seins Habe getroffen.

Er bedachte mit kleineren Stiftungen: seine be­ruflichen Verbände und Pensionskasten.

Eine größere Summe Geldes war feiner in Ost­preußen lebenden Schwester zugedacht, die er gleich- zeitig zum Vormund feiner Pflegetochter bestimmte.

Der letzte Satz des Schriftstücks lautete:Meiner Pflegetochter Grete vermachte ich den gesamten übri­gen Teil meines Besitzes. Ich hoffe und wünsche, daß sie*

Hier brach das Dokument ab: eine dem Anwatt noch unbekannte Ursache hatte Brencheim die Feder aus der Hand legen lassen.

Kramer nahm sein Taschenbuch vor und schrieb bis zum Morgengrauen mit ernstem, unbewegtem Gesicht, nach jeder Zeile angestrengt überlegend.

Er vergaß nicht den geringsten Umstand, der in irgendeiner Beziehung zu einem der drei Schüsse zu stehen schien.

Was er schrieb, pedantisch und rücksichtslos, sah so aus:

1. Tatsachen.

15. Dezember vorigen Jahres: Racoszy entflohen.

2, Juni dieses Jahres: Der erste Brief. Angeblich handschriftlich: Zwei Fehlschüsse zur Warnung. Der dritte ist der Treffer. Nachmittags: Zwi­schen Königswinter und Drachenfels am Buchenplatz der erste Schuß.

10. Juni: Kugel des ersten Schusses aus dem Baumstamm verschwunden. Ebenso vom Schreibtisch der erste Brief.

Der zweite Brief. Maschinenschrift: Auch der zweite ist ein Fehlschuß.

Nachts ungefähr 9.30: vom Fliederbusch in das Wohnzimemr der zweite Schuß.

Nach der Kugel zu schließen, anscheinend aus Smith und Weston Browning, Kaliber 3.

11. Juni früh: Fund des Lederknopfes unter dem Fliederbusch.

12. /13. Juni: Besuch in Sonnenburg.

14. Juni: Zettel an Grete: Mauer 10 Uhr. R.

Der britte Brief. Maschinenschrift: Es wird Zeit, die Sache zu erledigen. Der Dritte ist der Treffer.

Nachts präzise 10 Uhr im Fliederbusch an der Gartenmauer der dritte Schuß.

2. Personen.

1. Grete Brentheim. Pflegetochter des Kommissars. 18 Jahre. Vater verübt nach Unterschlagungen Selbstmord. Seit zehn Jahren bei B. Streit mit ihm am 10. Juni. Beziehung zu Mo­linski'? Der mit R. unterzeichnete Bries vom 14. war an sie gerichtet.

2. Franz Oevermann, Gärtner. 35 Jahre. Angeblich seit zehn Jahren bei Esser in Dienst. Seit vier Monaten bei B. Trinker. Kam am 10. Juni unmittelbar nach dem Schuß in den Garten. Wurde am 14. Juni um 8.30 von B. zu Bett geschickt, war aber 10.10 in voller Kleidung be­hilflich. B. ins Haus zu schaffen. Gibt an, um 10 Uhr auf seinem Zimmer geschlafen zu haben.

3. Maria Nehrkorn. Dienstmädchen. 24 Jahre. Wurde beim Anblick der Leiche ohnmächtig.

4. Lachner, Musiklehrer. Zwischen 50 und 60 Jahren. Legte den Zettel vom 14. Juni in Gretes Schreibtisch. Ueberbrachte er auch den 3. Brief

druck, der aber bei der geringen lim- faßtätigteit kein größeres Ausmaß annehmen konnte. Am Montanmarkt wurden höher: Bochumer plus 1,5, Buderus plus 0,75, Phönix plus 0,25 Proz. Auch Mannesmann waren an­fangs geheuert, schwächten sich aber später wieder leicht ab. Riedriger wurden Rhemstahl minus 1,75 Proz., ferner Gelsenkirchen und Harpener. Auch Kaliwerke gingen bis 1 Proz. zurück. Am Chemiemarkt waren I.G.-Farben eher an- geboten. so daß der Kurs sich auf 186.90 Proz. senkte. Erheblich niedriger wurden Goldschmidt und Holzverkohlung, während Scheideanstalt und Rütgerswerke weiter anzogen. Elektroaktien lagen ruhig, überwiegend niedriger. Schuckert und AEG. büßten 1,25 Proz. em. Der Danken­markt verkehrte in unregelmäßiger Haltung. Darmstädter und Disconto waren leicht befestigt. Deutsche, Dresdner und Metall-Bank wurden niedriger. Schiffahrtsaktien waren um­satzlos. Bon Autoaktien konnten sich Kleyer befestigen. RSTl gingen etwas zurück. Bau - aktien gut gehalten. Zuckeraktien ten­dierten etwas fester. Badischer Zucker plus 1,5 Prozent. Heimische Anleihen lagen lust­los. Bon ausländischen Renten waren Türken befestigt. Der Freiverkehr war ruhig und ohne nennenswerte Veränderungen. Becker­stahl 23 Prozent, Benz 67 Prozent, Brown- Boveri 89 Prozent, Entreprise 7. Growag 48 Prozent, Ufa 48 Prozent, ilfra 76,5 Prozent. 3m weiteren Verlaufe blieb die Haltung un-1 sicher, unlustig und weiter zum Rachgeben ge­neigt. Am Geldmarkt ist trotz des morgigen Medio-Termins Geld weiter in größerem Maße angeboten. Tagesgeld 3,5 bis 4 Prozent. Mo­natsgeld 4,75 bis 6 Prozent. Privatdiskonten 4.37 bis 4.5 Prozent, Industrieatzepte 5 Prozent. 3m Devisenverkehr waren die west­lichen Frankenvaluten erneut stark ab« geschwächt. Paris gab gegen London auf 170,25 nach (d. h. auf 11.5 Pf. je Frankens Brüssel erreichte ebenfalls einen Rekordtiefstand mit 166,50, gegen London. Auch Mailand lag sehr schwach mit 135,50 gegen das Pfund. Mark und Pfund sind unverändert.

Devisenmarkt BerlinFrankfurt cl M.

Telegraphische Auszahlung

_____ (Ohne Gewähr.)____________

Banknoten.

(Ohne Gewähr.)

12 Juni

14. Juni.

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Geld

Briei

Geld Brief

Amsi.-Sion.

168,55

168,99

168,51

168.93

Buen.-Aires

1.691

1.695

1.692

1,696

Brss.-Lintw

12,47

12,51

12,13

12,17

Christiania -

95,03

95,27

93,13

93,37

Kopenhagen

111,36

111,64

111,31

111,59

Stockholm .

112,30

112.58

112,30

112,58

Lelnngfors

10,548

10,588

10,55

10,59

Italien. .

15,32

15,36

14,91

14,9'.

London. .

20,414

20.466

20,415

20.467

Neuyork .

4.195

4,205

4.195

4,205

Paris. .

12,25

12,29

11,74

11,78

Schweiz .

81,22

öl,42

81,18

81,38

Spanien

65,72

65,88

65,40

65,56

Japan . . .

1,963

1.967

1,970

1,975

?hio de Jan

0.447

0.449

0.646

0.648

Wien in D--

Oest- abgest

59,25

59,39

59,275

59,415

Prag . . .

12,418

12,458

12.42

12.46

Belgrad . .

7,41

7,43

7,415

7,435

Budapest. .

5,868

5,888

5,868

5,88.8

Bulgarien

3,052

3,062

3,052

3,062

Lissabon

21,445

21,495

21,445

21,49.,

Danzig. .

80,97

81,17

80,98

81,08

Konstantin.

2,23

2,24

2,222

2,232

Atben

5,19

5,21

5,14

5,16

Kanada. .

4,197

1,207

4.197

4,207

Uruguay

4.255

4.265

4.255

4,265

Berlin, 12 Juni

Geld

Brier

Amerikanische Note» .....

4,186

4,206

Belgische Noten .......

12,46

12,52

Dänische Noten . ......

111,02

111,58

Englische Noten. . ......

20,387

12,44

20,487

Französische Noten......

12,50

Holländische Noten ......

168,43

168,99

Italienische Noten......

Norwegische Noten. ...

Deutsch-Oesterr-, 5100 Kronen

15,30

15,38

92,97

93,93

59,40

59,70

Rumänische Noten......

Schwedische Noten . . .

112,06

112,60

Schweizer Noten . ...

81,35

81,75

Spanische Noten .....

Tschechoslowakische Noten . .

65,99

66.31

12,395

12,455

llnoarische Noten . .

5,83

5.87

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 14. Juni. Auftrieb: 1475 Rinder, Öarunter412 Ochsen, 43 Bullen, 1028 Fär­sen und Kühe, 538 Kälber, 107 Schafe und 3029 111111111111 in

an B.? Wohnt in Mehlem mit Molinski zu­sammen bei einer Frau Schmitz.

Lachners Name war mit Rotstift unter­strichen.

5. Oelscher, Professor, Direktor einer Malschule. Zirka 45 Jahre. Seit einem halben Jahr hier ansässig. Schien B. sehr zu schätzen. Gretes wegen? Besitzt einen Mantel mit Lederknöpfen.

6. Molinski. Studiert Malerei. 21 Jahre. Pole. Mit Lachner bet Frau Schmitz in M. wohnhaft. Be­ziehung zu Grete? Sah den Unbekannten in der Nacht vom 9. zum 10. im Treppenhaus vor seiner Wohnung. Stand sich schlecht mit B. War am 14. nachmittags nicht unter den Gästen. An demselben Tage nachts 10 Uhr einige Minuten vor mir an der Gartenpforte. Auch Molinskis Name war rot unterstrichen.

7. Ester, Weinhändler aus Bonn. Zirka 40 Jahre. Besitzer der Nachbarvilla und des von Sand­berg bewohnten Holzhäuschens zu Friesdorf. Mit ihm befreundet?

Nachdem Kramer eine Viertelstunde nachgedacht hatte, stand er auf und öffnete die Tür zum Neben­zimmer.

Molinski!" rief er halblaut.

Der junge Pole erhob sich und kam auf den Zehenspitzen zu ihm.

In der Tür stehend, fragte Kramer:Schlief Esser, als Sie zu ihm kamen?"

Nein, er war noch wach. Er öffnete sofort die Iür."

In voller Kleidung?"

3a." -

Kramer sah den jungen Mann scharf an, bann sagte er:Ich danke Ihnen! und schloß die Tür.

An den Schreibtisch zurückgekehrt, unterstrich er auch Essers Namen mit Rotstift.

Dann fuhr er fort:

8. Der Unbekannte aus dem Treppenhaus von Frau Schmitz. Nacht vom 9. zum 10. Nach der Schil­derung: brünett und bartlos, dunkel gekleidet.

9. Der Besitzer des grauen Autos.

10. DerEhauffeur des grauen Autos.

11. Sanbberg, Architekt. Zirka 35 Jahre. Ansässig in Bonn. Für den Sommer wohnhaft in Esters Holzhäuschen in Friesdorf,

öd)£Dea.e. i,- mmber: Ochsen:

oollfleischige, ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 56 bis 62 9)1 f.; junge, fleischige, nicht ausgemäftete und ältere ausgemästete-47 bis 50; mäßig genährte junge und gut genährte ältere 40 bis 46; Bullen: vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlacht­werts 48 bis 52; vollfleischige jüngere 40 bis 47; Färsen und Kühe: oollfleischige, ausgemästete Fär­sen höchsten Schlachtwerts 53 bis 60; oollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 48 bis 53; wenig gut entwickelte Färsen 44 bis 52; ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 36 bis 47; mäßig genährte Kühe und Färsen 30 bis 43; gering genährte Kühe und Färsen 25 bis 28. Kälber: feinste Mast­kälber 65 bis 69; mittlere Mast- und beste Saug» kälber 56 bis 64; geringere Mast- und gute Saug- kälber 47 bis 55; geringe Saugkälber 40 bis 46. Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 45 bis 50; geringe Mctsthämmel und Schafe 36 bis 44. Schweine: oollfleischige von 80 bis 100 Kilo­gramm 78 bis 83; unter 80 Kilogramm 72 bis 77;

von 100 bis 120 Kilogamm 77 bis 80; von 120 bis 150 Kilogramm 77 bis 80; Fettschweine über 150 Kilogramm 75 bis 79; unreine Sauen und ge­schnittene Eber 60 bis 75 Mk. Marktoerlauf: Langsamer Handel in allen Viehzählungen; in Schweinen etwas Ueberftnnb.

lEurL-'r vfe

(Eigener Drahtberich' desGicßener Anzeigers".)

Frankfurt a. M., 14. 3uni. Es wurden notiert: Weizen. Wetterauer. 30,7531 Mart; Roggen, inländischer, 2121,50; Sommergerste für Brauzwecke 2224; Hafer, inländischer, 21 bis 23; Mais, gelb, 17,5017,75; Weizenmehl, inländisches, Spezial 0, 42,5043; Roggenmehl 28,7529,50; Weizenkleie 99,25; Roggenkleie 11; Erbsen 3242; Linsen 4070; Heu, süd­deutsches, gut, trocken, 99,50; Weizen- und Roggcnstroh 66,50; Treber, getrocknet. 14,50 Mark. Tendenz: stetig. -

Lüchertisch.

Lieber Hypnotismus, okkulte Phänomene, Traumleben usw. Sieben Vorträge für gebildete Laien von Prof. Dr. Alexander Pilez. Leipzig und Wien 1926. Ver­lagsbuchhandlung Franz Deuticke . Das vor­liegende Heft umfaßt sieben vom Verfasser in der WienerUrania gehaltene Vorträge aus ver­schiedenen Gebieten der psychischen Forschung. Die Schrift wendet sich, gemeinverständlich ge­schrieben. ausdrücklich an ein gebildetes Laien­publikum aller Stände. Aus dem interessanten, mit zahlreichen Beispielen belegten Inhalt seien als besonders .interessante Kapitel namhaft ge­macht die Ausführungen über das Traumleben bei Gesunden und Kranken (ein bemerkenswerter Beitrag zu der anfechtbaren Theorie Freuds) und die UntersuchungPsychiatrie und Musik".

291

K l o e r ß. Sophie.Das lachende Haus". Roman. (August Scherl G. m. b. Sy, Berlin.) Geheftet 2,70 Mk., Ganzleinen geb. 4,50 Mk. Der hübsche Roman, der, wie wir hoffen, allen Lesern des Gießener Anzeigers noch in guter Erinnerung ist, erschien vor kurzem auch als Buch und sei allen 'Freunden einer gediegenen Unterhaltungslettüre warm empfohlen. 233

Der Alpenfreun d", illustrierte Halb­monatsschrift für Reise und Turistik. Alpenfreund Verlag München, Amalienstraße 9. Wie die vor­hergehenden, so bringt auch das vorliegende Heft 11 eine Reihe fesselnder Aufsätze. Wir möchten besonders die Arbeiten von Karl Felix Wolff,Die Probleme der alpenländischen Volkskunde", von Werner Graf, Beim Großen St. Bernhard" und von F. R. Rothenfelder,Durch das kleine Walfertal und den Bregenzerwald" hervorheben.

Letzte Nachrichten. Schweres BauungMck.

5 Arbeiter getötet.

Mergentheim, 14. 3uni. (WSR. Draht­meldung.) Beim Reubau einer Scheune im nahen Oberstetten stürzte am Samstag, als die Maurer gerade eine Essenspause machten, eine neuerrichtete Giebel mauer ein. Dabei wurden 5 Maurer unter den Steinen begraben. Vier von ihnen waren sofort tot, während der fünfte nach kurzer Zeit ebenfalls ver­starb.

Scheint nach seinen Narben einer aktiven Studentenverbindung angehört zu haben. Nach Kleidung und Auftreten vermögend. Soll Re­gierungsauftrag für Eisenbahn haben. Am 14. nachts angeblich geschäftlich in Koblenz. Trägt er Perücke oder Toupet? Von Düsseldorf aus an Esser empfohlen, seit einigen Monaten in dieser Gegend.

Sandbergs Name war mit dem Rotstift doppelt angemerkt.

Darunter stand in breiten Buchstaben:

933 e r von ihnen i st Racoszy?"

ZweiterTeil.

I.

Kramer blickte auf und sah durch das Fenster das erste Morgengrauen aufdämmern. Er zündete sich eine Zigarette an und rauchte sie bis zu Ende. Dann stand er auf, reckte sich und ging mit leisen Schritten in die Küche. Er fand Babette damit be­schäftigt, Kaffee zu kochen.

Das ist recht!" lobte er sie.Sehen Sie später zu, daß auch Fräulein Grete etwas zu sich nimmt. Wie geht es Maria?"

Gut!" sagte das Mädchen und reichte ihm eine Tasse.Sie is am Schlafen."

Kramer trank. Dann ging er zum Hinterausgang hinaus. Es war hell genug für feine Arbeit ge­worden.

Er ging um das Haus herum nach der Vorder- feite. Schon unter Brentheims Zimmer blieb er stehen. Unmittelbar neben der Mauer fanden sich zwei tiefere Eindrücke im Boden, als die vielen, die um das Haus herumliefen und von Franz und den Gendarmen stammen mochten.

Da auch Grete und Franz auf fein Befragen er- klärt hatten, sie hätten den Kommissar zur Zeit, da der Schuß fiel, auf seinem Zimmer geglaubt, so schien Kramer folgendes möglich:

Brentheim, durch ein Geräsch von draußen her aufmerksam gemacht, hatte seine Schreibarbeit unter­brochen und der Schnelligkeit halber nicht erst den Weg durch das Wohnzimmer zur Ausgangstür ge- wählt, sondern war gleich aus dem Fenster ge­sprungen, um ins Freie zu gelangen. (Fortsetzung folgt)