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Turnen, Sport und Spies.

Vie Jahresbilanz des D. R A.

Der Deutsche Reichsausschuß für Leibesübungen veröffentlicht jetzt das Ergeb­nis feiner Arbeit im vergangenen Geschäftsjahr, das vom April 1925 bis zum März 1926 reichte. <$r i'ieilt darin eingangs fest, daß gute Erfolge er. zielt worden sind, und daß seine Forderungen, die bei ihrer ersten Verkündung undurchführbar er» schienen, heute nach und nach erfüllt werden.

Zunächst das Schulturnen. Zwar stehen wir 'N Deutschland bezüglich der Einführung der täg­lichen Turnstunde noch ganz nm Anfang, während Frankreich, England, Schweden, Rußland, Italien bicfer Forderung längst genügen. Aber aus den bescheidenen Anfängen ist ein Fortschreiten auf vielem Weg zu erhoffen, zu erwarten.

riMn den deutschen Hochschulen marschieren die Leibesübungen. Die Philologen, die sich dem Schuldienst widmen, die Ingenieure müssen (in der Mehrzahl der deutschen Einzelländer) für ihr Abschlußexamen den Nachweis sportlicher Betätigung erbringen, für die Mediziner wird die gleiche Rege­lung baldigst erfolgen. An allen preußischen Univer­sitäten sind Institute für Leibesübungen gegründet worden, in Leipzig wirkt Dr. A l t r o ck bereits als .'ußerordentlicher Professor als Leiter dieses In­stituts.

2)it drängendste Forderung ist die der genügen­den Schaffung und Bereitstellung von Uebungs- Hätten; denn sie ist die Voraussetzung für alle weitere Entwicklung auf dem Gebiet der Pflege von Leibesübungen. Auch hierin sind wir in Deutschland uorwärtsgekommen. Nicht allein neue Stadien sind entstanden, sondern, was viel wichtiger ist, die Spiel- platzsläche auf den Kopf der Bevölkerung, die im Jahre 1921 noch 1 Qm..betrug, war bis zum 1. Ian. 1925 bereits auf 1,56 Qm. gestiegen und hat sich seitdem noch weiter vermehrt. Der Spielplatz- b a u ist jetzt in den Kreis planmäßig zu erfüllender Gemeindeaufgaben ausgenommen worden, und man darf hoffen, daß auch ohne reichsgesehliche Regelung das Mindestmaß von 3 Qm. Spielplatzfläche pro Kopf bald erreicht wird. Leider hat mit dem Wachsen der Spielplatzfläche die Zunahme der Schwimm­bäder nicht Schritt gehalten. In den deutschen -läbten kommt auf je 27 000 Einwohner nur ein Sommer oder Winterschwimmbad, während die Forderung des D. R.A. für je 15 000 Einwohner ein Winterschwimmbad will. Noch schlimmer ist die lat» lache, daß von 2175 Turnhallen, die durch eine Statistik erfaßt worden sind, nut 125 Duschanlagen besitzen.

Reichspräsident, Reichstag und Reichsregierung haben sich das war leider nicht immer so zu den Leibesübungen bekannt, und der Erkenntnis von der Notwendigkeit ihrer Pflege nicht mehr nur durch Worte, sondern auch durch, wenn vorläufig auch bescheidene Taten Aus­druck gegeben. Von der Gründung eines Reichstags- ausfchusses für körperliche Erziehung dem Bei- ipiel des Reichstags folgten der Landtag von Preu­ßen und viele andere Länder darf man weitere Forderung erhoffen. Die Turn- und Sportvereine sind von Der Umsatzsteuer befreit worden, die früher aewährte Preisermäßigung aus der Eisenbahn für Futn-, Sport- und Wanderfahrten von 50 Proz. ist nach vorübergehender Verringerung auf 33z Pröz. itilehcr eingeführt.

Unermüdlichen Fleiß und Energie verwandte der ? R. A. für die Fortführung seiner eigenen Ar­beiten. Sportfotum und Hochschule für Leibesübungen, die nicht trotz der Not un­terer Zeit und unserer.Turn- und Sportvereine, sondern wegen dieser Not aufgebaut wurden, sind iveiler vorwärts gekommen, während man sich im Stadion wegen Mangels an Mitteln auf die In­standhaltung des Vorhandenen beschränken mußte. Durch die Deutsche Hochschule für Leibesübungen sind bisher 765 Studierende beiderlei Geschlechts hindurchgegangen, 83 von ihnen haben die Abschluß­prüfung abgelegt und sind als Lehrer im ganzen Reich tätig. Im vergangenen Jahr wurden 21 Lehr­gänge mit 1045 auswärtigen Teilnehmern im Sta­dion abgehalten, an den Berliner Volkshochschul­kursen nahmen 11 043 Männer und Frauen teil.

Unter den Veranstaltungen hes D. R. A. haben die Reichr-Iugendwettkämpfe ihren Zweck am schnellsten erfüllt. Reichsjugend­abzeichen und das Deutsche Turn- uno Sport­abzeichen werden immer mehr begehrt. Zu den innerdeutschen Aufgaben gesellt sich jetzt wieder die intemntiorttilc Vertretung des deutschen Sports, die Vorbereitung der Teilnahme Deutsch lands an den Olympischen Spielen 1928 in Amsterdam. (Einen einzigen tiefen Schatten brachte dos vergangene Geschäftsjahr: den Austritt der Deutschen Turnerschaft aus dem D. R. A. Nach her sofortigen Anknüpfung neuer Verhandlungen wird aber erst der Deutsche Tumtag in Bremen (Ende August d. I.) In dieser Frage eine klare (Ent- scheidung bringen.

Leichtathletik.

tRurnti geschlagen.

v. Das »Laufwunder" Paovo Jlurmi ist geschlagen worden: Diele Meldung aus Stock­holm würde kaum glaublich klingen, wenn die Niederlage Rurmis nicht in einem 1000-Qlteter- Laus (in _ Kuvpio). wie die Meldung besagt, erfolgt wäre, und diese Strecke ist für Iturml verhältnismäßig zu kurz. Auch die Zeiten, die für den Sieger, den Finnen Dahl, mit 2:312, für "Ttunhi Um 1 Sekunde schlechter gemeldet werden, sind von der Weltrekordzeit noch um säst drei Sekunden entfernt, erscheinen dagegen, besonders waS Rurmi anbetrifft, durchaus zu­treffend.

Fuhball.

V. s. D.

() Das vamstagsspiel der Liga in Butz- bach gegen den dortigen B. f. 1 war für erstere ein voller Erfolg. Dieser druckte sich weniger in der Höhe der Torzaht aus, als in dem Stil, in dem der 3:0-Sieg errungen wurde. Die Zu­sammenarbeit zwischen den einzelnen Mann- schaftsteilen klappte /ast vorbildlich. Don Anfang bis Ende beherrschte D. f. B. das Feld. Es war eiste Freude, den Innensturm, unterstützt von der prächtig arbeitenden Läuferreihe, immer und immer wieder in flacher urrd präziser Flach- fombinaticn nach vorne ziehen zu sehen. Die beiden Außen sturmer fielen ohne ihr Verschulden faft ganz aus, da das an den Längsseiten beinahe fnieMje Gras sie an der Entfaltung ihres Könnens hinderte. Bei unemgefchrärckier Mit­

wirkung der fönst g'.lcn Flagelfiürmer wäre daS Ergebnis höher ausgefallen. Nachdem durch daS Halbzeitrefullctt 2:0 bei ständiger ileberieaenheit der Sieg so gut wie s cher war, spielte d c Mann­schaft verhalten, dabei aber um fo mehr Wert auf lystemvvlleS Sviel legend, um sich *ür das am nächsten Tag weit bedeutungsvollere Treffen gegen ..Germania" Marburg zu schonen. Trotz­dem hatte die Butzbacher Hintermannschaft schwere Arbeit zu verrichten wobei ihr sehr oft das Gluck zur Seite stand. Ein dritter Treffer erhöhte das Endresultat auf 3:0. Don beiden Mann­schaften. mit Ausnahme eines Spielers der Platzelf. der vom Svielplah verwiesen wurde, wurde der Kampf hart, aber fair durchgeführt.

Breslauer S. C. 08

südostdeulscher I-utzbaLmeister.

vo. Zum dritten Male fand am Sonntag das Entscheidungsspiel um die Südostdeutsche Fußballmeisterschaft zwischen dem Breslauer S E. 0 8 und Diktoria - Forst statt. Gn einem im großen und ganzen fairen Spiel zeigte Dik- tvria-Forst die schwächeren Leistungen und wurde so vom Breslauer SC. 03 mit 3:1 (1:0) geschla­gen. Der Sieg der Breslauer, die damit die Südostdeutsche Fußballmeisterschaft 1926 gewon­nen haben, war verkstent.

Fußball-Länderspiel Dänemark-Holland 4:1. vo. Dor einer riesigen Zuschauermenge ging am Sonntag in Kopenhagen das Fußballänder- spiel Dänemark gegen Holland vonftalten. Bis zur Halbzeit gingen die Dänen mit 2:0 in Füh­rung Aach Wiederbeginn wurde das Spiel etwas ausgeglichener, nahm auch teilweile einen mehr oder weniger gewaltsamen Charakter an. doch stand der Sieg der Dänen, der mit 4.1 errungen wurde, keinen Augenblick in Frage

Fuhball-Länderkanips Schweden-Tschechoslowakei.

Der Länderkampf Schweden Tschecho­slowakei. der am Sonntag in Stockholm statt- fand. endete unentschieden mir 2:2 (0:0).

Fuhball-Länderspiel Frankreich - Jugoslawen 4:1. vo. Dor rund 50 000 Zuschauern 'and im Stadion Colombes (Paris) das Fnßball» länderspiel Frankreich gegen 3 u g o - flaoien statt, das die Franzosen mit 4:1 (3:1) gewannen. Die jugoslawische Mannschaft spielte zu langsam. Aus französischer Seite zeichneten sich besonders Devaguez und Arcolas aus.

Der deutsche Fußballmeister 1926.

Spielvereinigung Fürth deutscher Meister. Die Vertreter der Reichshauptstadt wurden im Entscheidungsspiel 4:1 geschlagen.

Die Frage:Wer wird deutscher Fußball­meister?" ist entschieden. Der Wunsch der Sport­welt, diese höchste Ehre möge dem Besten zu­fallen, ist in Erfüllung gegangen: Die Spiel­vereinigung Fürth hat mit ihrem gestri­gen Spiel bewiesen, daß sie der würdigste In­haber des blauen Bandes ist. Was die Ver­treter Süddeutschlands gestern im Frankfurter Stadion zeigten, ist nicht schlechthin als Fuß­ballspielen anzusprechen, das war

Juhballkunsl in höchster Vollendung.

Dies zeigte sich ganz b.'anders in den Momenten, in denen sie zur Hochform aufliefen, wenn sie mit raffiniertestem Paßspiel ihre Angriffe unter­nahmen und die Zehntausende zu stürmischem Jubel mitriffen. Ihren überwältigenden Sieg verdanken die Fürther aber nicht allein ihrer ganz hervorragenden Beinarbeit, sondern in erster Lickie ihrem geistig durchdachten Spiel, ihrem sparsamen Verbrauch der Kräfte und der inneren Geschlossenheit der Mannschaft. Da stand jeder Mann auf seinem Platz und füllte ihn voll und ganz aus, da tourte niemals in eigensinniger Weise mit dem Ball durchgerast, jeder Schritt, der getan wurde, war vorher blitzschnell über­legt und absolut notwendig Feiner wurde mehr getan.D i e Bayern wollen's machen" lautete am Vormittag die Parole, und dieser starke Wille zum Sieg darf nicht als letzter Fak­tor in die Schkstßbetrachtung eingestellt werden.

Hertha B. S. C.-B e r lin , und mit ihr die ganze Reichshauptstadt, haben vergebens ge­hofft und gewünscht, nach 15 Jahren wieder ein­mal die höchste deutsche Fuhballwürde mit nach Hause nehmen zu dürfen. Die Berliner Mann­schaft hat sich mit Verzweiflung gegen die Rieder­lage gewehrt, die gesamte Elf hat im vollstem Maße ihre Schuldigkeit getan, sie sind von jeder Schuld an der Riederlage freizusprechen, denn diesen blendenden Technikern gegenüber muß­ten sie einfach verlieren, das stand nach Ver­lauf der ersten Viertelstunde niemals außer Frage, der Sieg Furths wurde dann auch nicht mehr bezweifelt. Technisch reichte ihre eben­falls dem süddeutschen Fußball angelehnte Spiel- weise nicht an die Leistungen der Bavem. Ihre Widerstandskraft wurde von den Fürthern in bewunderswerter Taktik zermürbt, zudem war das Derteidigerpaar Hag en - Müller gestern fast nicht zu überwinden.

Mit dem gestrigen Sieg hat bie 6pie lBer­einig ün g Fürth zum zweitenmal die deut­sche Fußballmeisterschaft errungen. Das erste- mal in 1914. Sechsmal stellt nunmehr die Fust- ballhvchburg Rümberg-Fürth den deutschen Mei­ster, achtmal hat mit diesem Sieg der Süddeutsche Verband feit dem Bestehen der deutschen Meister­schaft (1903) die Meistermannschaft gestellt. Frankfurt gehört zum Süddeutschen Verband, das Hauptkontingent der Besucher rekrutierte sich aus dem Süddeutschen Landesverband, ungeheuer war daher der Jubel beim Schlußpfiff des Schieds­richters. impulsiv machte sich die Erregung der ungeheuren Menschenmasie in stürmischem Bei­fall Luft.

Frankfurt stand gestern und auch schon am Samstag völlig im Zeichen de, Fußballs.

Die zahlreich anwesenden erstklassigen Mann­schaften benützten die Gelegenheit zum Austragen von Privatspielen, die überall einen ausgezeich­neten Sport boten.

Am Sonntagvvrmittag stellte sich der Alt­meister 1. F. C. R ü r n b e r g den Franffurtem in einem Spiel mit derGermani a"°F rank- f u r t auf dem Sportplatz an der Festhalle vor. Auch hier: Ungeheure Menschenmassen umsäum­ten das weite Oval, die dem strömenden Regen trotzten. Leider hatte das Spiel sehr stark unter der ilngunft der Witterung zu leiden, der nasse und schlüpfrige Boden war der Entfaltung beider Mannschaften sehr hinderlich Das Resultat (3: 1 für 1. F. C. Nürnberg) ist für die Germanen sehr schmeichelhaft, allerdings formte der Eiickwuck auf- kommen, als ob die Qilürnberget verhaltend spiel­ten. Kalb in der Verteidigung und S t u hl- sau t h im Tor zeigten Prachtkeistungen

Sofort nach Beendigung dies« Spiels setzte die Völkerwanderung nach dem Stadion ein. Bereits um 2 ilbr (um 5 Ubr begann das Spiel Fürth-Berlin!) war eine unübersehbare Menschen­menge in der prachtvollen großen Kampfbahn des Stadions versammelt. Dis zum Beginn des Spiels wurden die Enffcheidungstämpfe Iugendstzvrt- sestes des Frankfurter Landesverbandes für Leichtathletik durchgeführt.

Kurz vor 5 silhr betraten, mit sehr starkem Bmfall begrüßt, beide Mannschaften den Platz. Ein über dem Kampfgelände kreisender Flie­ger warf den Fußball ah, dirz daraus, pünktlich um 5 Albt, ließ der Schiedsrichter

S Pranger-Glaucha i. Sa. ' ügendec Aus­stellung antreten

Hertha B. S. t. Berlin: Götze

Fischer Dörnscheid Völker Tewes Leuschner

Rrrch Eobeck Grenze! Kirsch Gülle

Kießling Ascher! Sriderer Franz Auer' Kleinlein Leinberger Kraus Hagen Müller

Hörgreen.

Spielvereinigung Fürth.

Berlin hatte Anstoß, der zunächst mit weiter Vorlage bis zur Verteidigung vordrang. mit wuchtigem Schlag beförderte Hagen den Ball zu den eigenen Stürmern, die (nach 1 Minute Spiel- zeitl) vor dem Berliner Tor lagen, wo Franz eine sichere Sache verschoß. Beklin ging sofort wieder wuchtig zum Angriff vor, der gefürchtete Kirsch setzte zum Torschuß an, im Werfen konnte der Fürther Torhüter den Ball nur noch zur ersten Ecke für Berlin ablenken, die dann ins Feld zurückbefördert wurde. In glänzendem Clan griff Berlin weiter an, der noch ziemlich unbekannte Hörgreen im Fürther Tor mußte wiederholt eingreifen, bis ihn das Geschick er­eilte: S obeck erhielt den Ball tonnschgerecht, ein kurzer Schlag und das peinliche Klingen ge­troffenen Maschendrahtes ertönte hinter dem Torhüter Fürths. Rach 10 Minuten Spielzeit:

Berlin führte 1:0.

Daran hatte niemand gedacht, die Erregung der Zuschauer steigerte sich zusehends. Die Fürther Elf war nicht aus der Ruhe zu brin­gen, und versuchte, sich aus der gefährlichen ilm- flammerung der Berliner zu befreien. Vorher konnte Ruch, der vorzügliche Berliner Rechts­außen, zu einem prächtigen Schuh aufs Tor ansehen, den Pfosten streifend, ging der Ball ins Aus. Die krittschen Augenblicke für Fürth erreichten ihren Höhepunkt, als der rechte Läufer Kraus infolge eines Zusammenpralls bei einem Kopfball ausscheiden mußte. Wie ein Auf­atmen ging es durch die Menge, als er nach wenigen Minuten das Spielfeld wieder betrat. 3ct)t begann Furth zu zeigen, xoas es kann, die Rollen waren nunmehr völlig vertauscht. War bisher Berlin unstreitig im Vorteil, so hatte Fürth bis zum Schluß der ersten Halb­zeit das Spiel völlig in der Hand. Götze im Berliner Tor zeigte sich nunmehr von seiner besten Seite. Kießling schoß von links- außen mit unheimlicher Wucht einen Strafstoß aufs Tor, der Ausgleich hing in der Lust, d« beging Seiderer den Fehler, den Ball mit der Hand ins Tor lenken zu wollen. Der Frei­stoß hierfür konnte die Berliner nicht frei machen, Kießling erhielt von Leinberger abermals eine weite Vorlage, den brillanten und präzisen Dorschuh hielt Götze in blendender Manier. 3n der 20. Minute erzwang Fürth seine erste Ecke, die jedoch nicht verwandelt werden konnte. Der Halbrechte Franz erhielt den Ball, ein unheimlich scharfer Schuß - ein tausendstimmiger Schrei. Tor Götze faustete aber den Ball ins Feld, wo ihn Ascheri aufnahm und aus sicherer Stellung über« Tor schoß.

Seiderer glich «ms.

Unter ungeheurer Spannung konnte Berlin bis dahin seinen Vorsprung halten, 26 Minuten waren bereits verstrichen, da kam der Berliner Sturm abermals recht gut in seinem rasenden Tempo unter der Führung Kirseys nach vorn. Em liebereifriger unterband aber den Angriff durch Abseits. Der wuchtige Torabstoß wurde vom Fürther Sturm vor das Berliner Tor ge­tragen. Diesmal war es der Linksaußen Auer, der scharf aufs Tor schoß, den abgewehrten Ball erhielt Seiderer, der unter ungeheurem Anbei zum Ausgleichstvr einsandte. Fürth wurde durch diesen Erfolg fast unwiderstehlich. Angriff aus Angriff erfolgte, Götze im Tor zeigte sich von seiner hervorragenden Klasse. In der 31. Minute erzielte Fürth die zweite Ecke. Sie wurde sehr gut hereingegeben, von Berlin aber abgetoefjrt. Diesmal war es Auer, der zum Torschuß aushvlte. die Sache gelang, in der 35. Minute

führte Fürch 2:1.

Der Mittelnnstvß Berlins wurde sofort auf- gefangen, ein brillantes Spiel des Innentrios FürihS und der Sturm sah schon wieder vor dem Berliner Tor. Götze wollte durch Herauslaufen retten, im gleichen Augenblick wollte ihm Fi­sch e r den Ball zufvielen, und trotz des sich noch schnell werfenden Götze rollte der Ball ins Tor. 3nfolge dieses Selbsttores, das eig^ntffch von niemand verschuldet wurde, führte

Jflrfl) io der SS. Munke M.

Der Rest der 1. Spielzeit gehört noch völlig den

Bauern, die aber Weiler nichts hcraushvlcn konn­ten, als in der 41. Minute ihre 3 Ecke, d e inS Aus ges Höffen wurde

Die zweite Halbzeit.

Der Anster Fürths brang bis zur gegne­rischen Verteidigung vor. die aber den Angriff abwehren könnt?. Bersin schien die Partte nun­mehr für verloren zu geben und änderte die Tak­tik. in Verfolg deffen das Sv.el außerordenbsich an Schärfe gewann Bon den Fürthern war eS entwedn Absicht oder eine Schwächererivde, jedenfalls tarn Berlin jetzt sehr stark auf und schuf eine sehr kritische Viertelstunde. Hagen, M ü Her und Hörgr een leisteten in dieser Zeit fast Lleberinc.Schliches und machten alle noch so gefährlich aus sehend en Momente zunichte. An­griff auf Angriff wurde vom Berliner Sturm auf das Heiligtum der Fürther unternommen, deren Tormann sich in einem besonders kritischen Augenblick. a(S Kirsen zum Torschuß anschte, vor dessen Fuß' warf und so die Situation rettete. In der 14. Minute tonnte Berlin feine 2 Ecke treten, die glänzend Abwehr schul den Fürihertt einen Augenblick Lust, die nun ihrerseits zum Angriff vvrgehen konnten, Götze meisterte aber den wohlgemeinten Schuß. Blitzschnell wechselten nun die Bilder, schon hatte S o b e ck den Ball wieder in seiner Gewalt, er unternahm einen Alleingang, der nachfolgende Schuß ging daneben. Das Spiel wurde wieder offener Fürth unter­nahm wieder einen Besuch in der Beriinvr Hälfte, knapp neben der Latte endet der Torschuß. Sofort lag Berlin wieder im Angriff und schoß über die Latte Aicher!. Leiderer. Franz zeig­ten in vollendeter Kombination einen Angriff, der dichtauf folgende Leinberger konnte in der 29. Minute

}um vierten Tor einjenben.

Richt endenwollender Beifall belohnte diese Glanzleistung. Der Anstoß wurde abermals von Fürth sofort abgefangen, eine Minute später schoß Franz schon wieder in prachtvoller Manier einen Ball aus der Luft auf das Tor, der aber ebenso glänzend von Götze gehalten wurde. Bei Sei­derer machte sich schon seit Beginn des Spiels eine alte Verletzung bemerkbar, der Zustand verschlim- merte sich derart, daß er (einen Platz als Sturm- führer verlassen mußte und auf Linksaußen ging, Kießling nahm feinen Platz in der Mitte ein. Fürth lief nochmals zu feiner Höchstform auf. Ein Eingriff lockte den Berliner Tormann zum Her- auslausen, A f ch e r l schoß aufs leere Tor, ledoch im letzten Augenblick rettete Fischer von der Torlinie weg. Die letzten Minuten brachten einen klassischen Soloangriff von Franz, der Läufer und Verteidigung umspielte, der krönende Torschuß ging jedoch daneben. Rauschender Beifall begleitete diese hervorragende Leistung. Fast im Abpfiff kam noch ein unheimlicher Schuß aufs Tor, den Götze unter stürmischem Beifall in fabelhafter Weise ab» wehrte.

(Ein schriller Pfiff, der gigantische Kamps war zu Ende. Dröhnender Beifall beglückwünschte den neuen deutschen Fußballmeister,

die Spielvereinigung Fürth, die ihren Sieg der hervorragenden technischen Voll­kommenheit ihrer Spielweise zu verdanken hat. Von allen Seiten drängten begeisterte Sportfreunde ins Spielfeld, die siegreiche Mannschaft im Triumph vom Platz tragend. In den Lüften kreiste ein Flieger, ein abgeworfener Blu­menstrauß war die erste offizielle (Gratulation. Unter den ersten Gratulanten befanden sich weiter Oberbürgermeister Land mann (Frankfurt), der geschäftsführende Vorsitzende des Deutschen Fußball­bundes, B l a s ch k e (Kiel) und Vertreter des an­wesenden 1. F. C. Nürnberg.

Gegen 50 000 Zuschauer waren Zeugen eines Kampfes, der, nicht zuletzt ob seiner ritterlichen Art, ein Ruhmesblatt in der Geschichte des Fußballs fein wird.

Eine besondere Anerkennung gebührt noch dem Schiedsrichter, der es verstand, mit außer- ordentlichem Takt und Geschick sich feiner sehr schwieriger. Aufgabe zu entledigen.

Tennis.

In der Endrunde des Davispokal- s p i e l e s schlug am Samstagabend in Paris Susanne L e n g k e n die Amerikanerin Miß Br Han mit 6:1, 6:0.

In der Tennismeisterschaft von Frankfurt a. M. schlug Fritz überraschend leicht Schmidt-Knah mit 6:0, 6:1.

Radiport.

Der Gau 73 Lahn des B. D. R. veran­staltete .gestern seine 1 Gaumei st erschalt über 150 Km. Von 32 Gemeldeten stellten sich trotz der schlechten Witterung dem Starter, Lan- desverbandsfahrwart Marr-Gießen, am Mor­gen in Marburg 24 Fahrer Die gefahrenen Zeiten sind, trotzdein es schon bei 30 Km. ansing zu regnen, als ganz hervorragend zu bezeichnen. Die Ergebnisse:

1. (Gaumeistex) W, Göbel, Limburg, 5:12,10, 2. W. Rau, 1685 Gießen, Dorderradlänge zu­rück,

3. G. Herzberger, Ridda, 1 Länge zurück,

4. H Kehler, Marburg. ' 2 Länge zurück,

5. P. Reh, Kroffwrf, 5:18.

6. W. Schardt. 1885 Gießen, 5: 24,

c. O. Heß. Fortuna Gießen, 5; 36,

8. H. Fischer, Marburg, 5.44,

9. W. Fries, Krofdorf, 5: 54.

10. O. Beppe rsing, Krofdorf, 5:54.

11. A. Feldhausen, Weilburg, 5:55.

12. K. Beker, Grohen-Linden, 8: 24.

Senioren 1

1. Ad. Laus, Limburg, 5:15,15,

2 M Jakob. (Siesten, 5:42,10.

Fechten.

Deutsche Fechtmeisterschaft.

do. Am Samstag begannen in (Erfurt bk Deutschen gechtmeisterfchaften im Florett. Wiederum war es (Caftmir vom F. C. Herrn annia- Frankfurt a. M. des Deutschen Fechtrrbunde«, der sich den ersten Platz sicherte. Zweiter wurde Hans Thomson vorn F. T. Offenbach (Deut- scher Fechterbunü), während der dritte Sieger au» den Reihen der Fechters chatt der Deutschen Turner- schast hervorgtng. Iuüus Thomson oom tz. (L Offenbar war der erfolgreiche Vertreter.