Mttt, fo Ml bet Wunsch wertester Wirtschaftsweise besteht, er möge noch recht lange feine reichen Erfahrungen in ven Dienst des unter der Last fremder Besatzung notleideichen Landes Hessen und seiner in schwierigster Lage befindlichen Wirtschaft stellen. Schon heute wollen indessen die Hessischen Industrie- und Han- betefammem mit allem Nachdruck darauf Hinweisen, daß im Falle eines später etwa notwendig werdenden Wechsels in der Person des Gesandten als dessen Nachfolger nicht etwa eine Persönlichkeit berufen werden darf, die auf Grund parteitaktischer Erwägungen ausgewählt ist. Der auf den so bedeutenden Posten zu Berufende must vielmehr nach Befähigung. Borbildung, praktischer Erfahrung und nach seinen bisherigen Leistungen ganz zweifelsfrei die volle Gewähr dafür bieten, dah er den überaus schwierigen Anforderungen des Amtes eines Hessischen Gesandten bei der Neichsregierung in jeder Beziehung, insbesondere aber hinsichtlich der Wahrung der lebensnotwendigen wirtschaftlichen Interessen Hessens durchaus gewachsen ist. Wir bitten den Herrn Staatspräsidenten, von vorstehender Ansicht der Hessischen Industrie- und Handelskammern Kenntnis zu nehmen und bei der Besetzung der Stelle den von uns vorgetragenen Gesichtspunkten unter allen Umständen Rechnung zu tragen."
Oberhessen.
Landkreis Gießen.
f. Klein-Linden, 12. Mai. Der Ö e - meinderat erteilte in der jüngsten Sitzung seine Zustimmung zum Ausbau des Pfingft- weidwegs. Die Regierung hat diesen Ausbau als Notstandsarbeit anerkannt und den Betrag von ungefähr 1900 Alk. für vorgesehene 600 Arbeitstage beigesteuert. Die Chaussicrungsarbeiten wurden an Unternehmer Bernhardt (Klein-Linden) zum Preise von 1,20 Mk. pro Quadratmeter, die Pflasterarbeiten an Unternehmer Gerlach (Krofdorf) zum Preise von 8,85 Mk. pro Quadratmeter (einschließlich Material) als Wenigstsordernde vergeben. Für in Wegfall kommende Bäume und Sträucher sowie Spalierversetzung wurden der Anliegerin Größer Wwe. der Taxwert in Höhe von insgesamt 210 Mk. bewilligt. Die W i n t e r b e i • Hilfe f ü r Erwerbslose konnte umständehalber erst jetzt genehmigt werden und beträgt eine Wochenunterstützung für alle am 31. Dezember 1925 erwerbslosen Personen mit Unterstützungsberech- tigung. Hierzu schießt der Kreis 156 Mark zu, der Staat bewilligte ein zinsloses Darlehen in Höhe von 312 Mk. In Frage kommen 59 Erwerbslose. — In der Durchführung des Unterrichts der Mädchen- fortbildungsfchule ist wegen der Lokal- und Mietgeldfrage erneut ein Stillstand eingetreten. Es soll hier erst Klarheit geschaffen werden. Die Gemeinde A l l e n d o r f (Lahn) beteiligt sich mit 42 Schülerinnen an dem vorgesehenen Kochunterricht und dementsprechend auch an den Unkosten. — Mit Rücksicht auf die ungünstige finanzielle Lage konnten zwei Ersuchen um Zuschüsse, und zwar des Hessischen Krüppel fürsorgevereins zwecks Errichtung einer Krüppelklinik in Gießen und des Heilstättenvereins Darrn st a d t zum Neubau des Lupusheims Gießen mit nur je 20 Mark bedacht werden. Anschließend fand eine nichtöffentliche Sitzung statt. — Nachdem in letzter Seit die Zahl der Erwerbslosen etwas zurück- gegangen war, ist durch die Schließung der Elsenbahnwerkstätte in Gießen eine Z u - nähme zu verzeichnen.
^Großen-Linden, 12. Mai. Den Mitgliedern der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr Wilhelm Keßler und Philipp Faber wurden . die ihnen verliehenen Ehrenzeichen für 25- jährige Dien st zeit durch Kreisfeuerwehr-Jn- l spektor Dickor 6 überreicht.
* Queckborn, 11. Mai. Einen seltenen f Besuch hatte am Sonntag unser Dorf. Die Fün f- zigjührigen der Pfarrei Burg-Gemün- ' den wollten ihr halbes Jahrhundert feiern und hallen sich, da sie vor 36 Jahren von dem jetzt hier befindlichen Pfarrer Schick konfirmiert worden waren, einen Besuch bei ihm oorgenommen. 18 Teilnehmer der Fahrt — zwei davon waren zugleich durch Teilnahme an einer piefigen Hochzeit doppelt in Anspruch genommen — erschienen morgens zu Fuß von Grünberg, begaben sich nach einer Begrüßung im Pfarrhaus ins Gotteshaus, wo sie nach dem Hauptgottesdienst noch die Katechismuslehre und eine Trauung mitzumachen Gelegenheit nahm. Ein gemeinsames Essen vereinte die frohe Schar bei Gastwirt Sarnes. Am Nachmittag wurde das Dorf eingehend besichtigt und ein Gang hinauf bis zum Breiteloh gemacht, wo man eine für die Ohmtalbewohner ungewohnte Fernsicht zum hohen Vogelsberg und zum Taunus genoß. Alle Teilnehmer waren hochbefriedigt von dieser besinnlichen Art der 50-Iahr-Feier und werden sie wohl noch lange in angenehmer Erinerung behalten.
—Grünberg, 12. Mai. Der Kreis- Rinderzuchtverein für d i e Vogelsberger Rasse hielt in der Wirtschaft Böß seine
Laban-Tanzschule.
Im Stadttheater sand eine Vorführung der von Lotte Müller und Sylvia Bodmer geleiteten Frankfurter Labanschule für Tanz und Gymnastik statt. Ein einleitender kurzer Vortrag von Fräulein Müller wies auf Eigenart und Ziele bet Arbeit Labans hin, der ja zur Zeit in Würzburg eine Tanzakademie einrichtet, und der wohl die strengsten Anforderungen und schöpferischsten Ideen der jungen Kunst des Tanzes als eigenen und unabhängigen Ausdrucks zu- getragen hat. Auf solche Unabhängigkeit ist in erster Linie Wert zu legen: Laban will den Tanz aus jeder Hörigkeit oder vermeintlichen Verschwisterung mit benachbarten Künsten loslösen. Die letzte, notwendige Folgeentwicklung hieraus führt zum musiklosen Tanz, den Laban propagiert, wenn auch nicht ausschließlich pflegt. Wichttg ist ferner die breite Basis, auf der feine Tanzlehre aufbaut, von der aus im @nb- »id völliger Harmonisierung die letzte Disproportion zwischen Seele und Körper überbrückt werden soll. Interessant und nach her rein künstlerischen Seite hin (auf die es ja Laban vor allem an« lammt) bedeutsam die Scheidung in die tänzerischen Typen Hoch-, Mittel- und Tieftänzer. Natürlich tonnte ein knappgefaßter Prolog nur bescheidene Andeutungen geben. Doch wurde das Gesagte sehr sinnfällig in den anschließenden Län-en illustriert. Zum mindesten sah man aus Schillerübungen den Versuch zu einer geistig auf» gebauten, künstlerisch durchdachten Form, wie sie Laban «strebt. Der erste Teil brachte in grup-
®eneralx>erfammhuig. 3n Abwesenheit des 1. Vorsitzenden, Prof. Dr. Kuell (Gießen), leitete der 2. Vorsitzende, Direktor Trautmann (Grünberg), die Verhandlungen. Die Rechnungsablaae erstattete Verwaltungsobersekretär Philipp. Sie wies ein recht günstiges Ergebnis auf. Direktor Traut- m a n n gab den Tätigkeitsbericht. Sehr behindert wurde die Tätigkeit des Vereins durch die Maul- und Klauenseuche, lieber das Ergebnis der Körungen 1925 berichtete Richberg von der Landwirtschaftskammer Gießen. Die Zahl der Körungen und Aufnahmen ins Herdbuch hat erfreulicherweise zu- genonunen. Neu hinzugekommen sind die Orte Hattenrod, Treis an der Lumda, Bersrod, Beuern, Alten - Buseck, Rödgen und Lang- Göns. Nach längerer Aussprache wurde mit großer Mehrheit als Ort der K r e i s t i e r f d) a u Gründe r g gewählt. Die Landwirtschaftskammer und der Zuchtoerein stellen hierzu ungefähr 1500 bis 2000 Mark zur Verfügung, der Zuchtoerein selbst 300 Mark. Außerdem werden die Stadt Grünberg und die Korporationen Preise bereitstellen. Als Tag wurde der 9. Juni bestimmt. Zwecks Verhütung der Gefährdung der Reinzucht des Vogelsberger Rindes ist die Versammlung der Ansicht, daß reingezüchtete Tiere aus den Prämiierungen und Schauen anderen Tieren mit kleinen Farbfehlern usw. oor- zuziehen sind. Die Zucht rft gefährdet durch die Einführung fremden Blutes, z. B. westfälische Bullen, die Farbfehler haben, deshalb beim Einkauf auf gute alte Zucht achten. Alsdann wurde zur Neuwahl des Vorstandes geschritten. Da Prof. Dr. Knell als Preisrichter für eine Wiederwahl nicht mehr in Frage kam, wurde Landwirtschaftsschul- direktor Trautmann einstimmig zum 1. Vorsitzenden gewählt. 2. Vorsitzender wurde Kreisvete- rinärrat Dr. Stein (Gießen), Rechner Philipp (Gießen). Dr. Stein hielt zum Schluß einen sehr interessanten Vortrag über „Scheidenkatarrh".
* Hungen, 12. Mai. Hier haben sich der Bezirk Hungen des Hessischen Landjugendbundes, die Ortsgruppe Hungen des Bundes W i k i ng, die Gefolgschaften Hungen und Berstadt des Iungdeutschen Ordens, die Klein- kaliberschützenvereine Steinheim, Rodheim Berstadt, Hungen, Inheiden, Nonnenroch, zur Bezirksgruppe Hungen des Hessischen Vaterländischen Blocks unter dem Vorsitz des Pfarrers Dr. Heymann zufammengeschlosfen.
Kreis Friedberg.
—Butzbach, 12. Mai. Die Butzbacher haben kein Glück mit ihrem Iubiläums- markt, der aus Anlaß des 50jäßrigen Bestehens des Faselmarktes schon für März geplant war. Wiederholt wurde er wegen der Maul- und Klauenseuche verlegt, so kürzlich auf den 20. Mai. Nun ist in unmittelbarer Nachbarschaft erneut die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen; der Jubiläums markt wurde daher auf unbestimmte Zeit verschoben.
Kreis Büdingen.
® .'! Büdingen, 12. Mai. In der jüngsten G e - meinderatssitzung lag ein Antrag des V e r> jchönerungsvereins und der Bewohner der Hindenburgstraße vor, der die Stadtverwaltung ersuchte, anläßlich der Neupflasterung der Hindenburgstraße diese mit Bäumen zu bepflanzen. Der Gemeinderat konnte jedoch diesem Ersuchen nicht entsprechen, da die Hindenburgstraße nicht breit genug ist und die Bäume später lästig würden. Ein Vertreter der Stadt, der mit der Prüfung der Verhältnisse der hiesigen Bezirks jparkasse betraut war, erstattete dem Gemeinderat ausführlichen Be- richk, aus dem hervorging, daß die Bezirksiparkasse Büdingen einen sehr gut arbeitenden Betrieb hat und die Spareinlagen der Kasse in den letzten Monaten bedeutend gewachsen sind. Das Sreisamt hatte vorgeschlagen, den Feldgeschworenen inner- halb der Gemarkung eine tägliche Vergütung von halb5 Mark zu gewähren. Der Vorschlag wurde zum Beschluß erhoben. Der Beitrag der Stadt zur A r - men und Krankenpflege wurde ab Rechnungsjahr 1926 auf 40 OMark erhöht und außerdem die kostenfreie Ueberlaffung von 4 Raaummeter Bu- chenscheitholz beschlossen. An Wafferpacht sollen in 1926 wiederum 60 Prozent der Friedenssätze erhoben werden. Dieser Betrag wurde au chin 1925 erhoben. Die Kanalpacht wurde jedoch durch Beschluß auf 100 Prozent des Friedenssatzes erhöht. Die Aufnahme eines Kapitals von 10 000 Mark ,jvh)ji)sjs6s6unSluisäaqq)sL aiq jnj wurde gutgeheißen. Außerhalb der Tagesordnung beschloß der Gemeinderat sodann die Pflasterung der Hinteren Kellergasse; hierzu sollen die in der Hindenburgstraße frei werdenden Fußsteigpflastersteine verwandt werden. — Wie in anderen Städten, so beabsichtigt man nun auch hier einen Verkehrsverein ins Leben zu rufen. Aufgabe des Vereins soll es in erster Linie sein, durch Verhandlungen mit der Eisenbahnverwaltung günstigere Zugverbindungen für Büdingen zu erreichen. Weiter sollen Äraftpoft- l i n i e n in den Vogelsberg und die Wetterau geschaffen werden. Den Fremdenverkehr will man durch Plakate, Propaganda und Annoncen bessern und so Büdingen allgemein als Luft- und Erholungsort bekannter machen. Den schönsten Blumenschmuck an den Häusern und in den
psnweise exekutierten Tlebungsfokgen eine Art der tänzerischen Propaedeutik. Vorschule, die Grundbegriffe entwickelt, elementare Bewegungssattoren ausprägt, zugleich Lockerung und Disziplinierung des Körpers ausbildet. Die Begleitung bleibt einfach, andeutend und stets sekundär, beschränkt sich oft auf Akzentuierung durch den Gong, kann sogar ganz ausfallen. Der zweite Teil brachte bereits tänzerisch vergleichsweise kompliziertere Arbeit, choreographische und Ausdrucksstudien: Auseinandersetzung des Körpers mit dem Raum. Zusammenfassung einzelner in Gruppen (Gruppe ist hier: mehrere, rhythmisch, räumlich und im Tanzausdruck auseinander bezogene Einheiten). Visl Disziplin zeigten „Raumstudie" und „Aus- drucksstudie", gute Bewältigung der „Masse" und Ausgleich zwischen Bewegung und Ruhe, vor allem die „Schemen" und die „Groteske" die wiederholt werden mußte. Die Einzeltänze von Sylvia Bodmer fielen leider aus, dafür zeigte A. Sartorio im „Kriegstanz" eine schön durchgearbeitete Technik. — Im übrigen wirkten in beiden Teilen mit die Damen: Baumann, Berlitz Heimer. Buch, Graef, tofmann, Malehke, Morgenstern, artorio, Sieger. Am Flügel: Ilse Morgenstern. — Der Besuch war mäßig; der Beifall sehr freundlich. — y —
Frankfurter Mufikbrief.
Die abklingende Saison steigerte sich für die Musikfreunde — dte. feit der junge Prof. Krauß in Frankfurt Intendant ist und vieles selbst ein- studiert und dirigiert, auch die öftere Reise von
Vorgärten will man prämiieren, um so dem Stra ßenbild ein freundliches Aussehen zu verleihen. — Das Büdinger Wolfgang-Ern st-Gym- n a f i u m , bas älteste Gymnasium Hessens, begeht am 31.Juli und am 1.August sein 325jähriges Jubiläum. Anläßlich dieses Tages soll das von dem Düsseldorfer Akademinprofessor Dr. Becker entworfene künstlerische Holzbildwerk zu Ehren der Gefallenen des Gymnasiums im Weltkrieg enthüllt und eingeweiht werden. Neben einem Fe st - gottesdienst in der Stadtkirche ist ein größerer Kommers geplant, der alle früheren ehemaligen Schüler zu frohen Stunden vereinigen soll. Ein gemeinsames Mahl und ein Zusammensein mit den Damen auf dem „Hammer" soll die Festlichkeit beschließen. Schon heute sind mehrere Hundert Zusagen von „alten Pennälern" eingegangen, die alle wieder einmal die Stätte ihrer gemeinsam verlebten Jugendzeit besuchen wollen.
y. Bad Salzhausen, 12. Mai. Trotz des für die Badeorte ungünstigen Wetters sind hier doch schon eine A n z a h l' K u r g ä st e a n g e f o m m e n. Im Ernst-Ludwig-Heim wohnen 30 Fremde. Ein beträchtlicher Zuwachs wird in den ersten Tagen erwartet.
Kreis Schotten.
□ Laubach, 12. Mai. Der hiesige Musikverein (Leiter Kapellmeister Diehl) bot im „Solmser Hof" den hiesigen Kunstfreunden einen besonderen Genuß. Das Programm war fein gewählt. Die zahlreichen Zuhörer aus Stadt und Umgegend spendeten lebhaften Beifall. — Der starke Nachtfrost sowie das schwere Hagelwetter am Sonntag haben in Wald, Feld und Gärten großen Schaden angerichtel. Viele junge Pflanzen sind erfroren, die Blüten der Apfelbäume, der Johannisbeeren, der Nußbäume, das junge Laub der Weinstöcke vielfach vernichtet. Auch in den Niederungen der Waldungen ist das Laub der Buche, Eiche und die Spitzen der Fichten braun gefärbt.
Kreis Alsfeld.
M Alsfeld, 11. Mai. Ein tragisches Geschick ereilte am Montag die Ehefrau des hiesigen Kaufmanns August Lang. Frau Lang wollte sich nach ihrem in der Hohl, in der Nähe des Friedhofs, gelegenen Garten begeben, als ihr plötzlich vor dem Garten schlecht wurde. Nach wenigen Minuten verschied sie infolge eines Herzschlages.
Kreis Lauterbach.
hml. Lauterbach, 12. Mai. Zu einem Kir - chengesangvereinstag vereinigten sich am Sonntag zum erstenmal die evangelischen Kirchengesangvereine des Dekanats Lauterbach in Stockhausen. Es waren die Chöre von Crainfeld, Engelrod, Lauterbach, Schlitz und Stockhausen. Schon die am Vormittag abgehaltene Probe ließ erkennen, daß die drei Chöre, die gemeinsam gesungen werden sollten, mit Fleiß und viel Verständnis eingeübt worden waren. Im Gottesdienste hielt Pfarrer Müller aus Gießen die eindrucksvolle Predigt. Unter der Leitung des Lehrers W e g e l aus Schlitz trugen die vereinigten Chöre (es waren 230 Sänger) die ausgewählten Lieder sicher und schön vor. Leider hatte die Nachfeier am Nachmittag auf der Konradsruhe sehr unter der ungünstigen Witterung zu leiden. Nach einem Choral des Stockhäuser Posaunenchors und einer Ansprache des Dekans Schlösser (Lauterbach) trugen die einzelnen Kirchenchöre abwechselnd chre Lieder vor, darunter waren ganz vorzügliche Leistungen. Das Dank- und Schlußwort dieser schönen Veranstaltung sprach der Ortsgeistliche, Pfarrverwalter Bern- deck. Unter den Klängen des Posaunenchors zog der Zug wieder nach dem Dorfe zurück. Der nächste Dekanats-Kirchengesangvereinstag soll in Schlitz ftatffinben.
wg. Lauterbach, 12. Mai. Aus der Bevölkerungsstatistik: Nach dem endgültigen Ergebnis der Volkszählung vom 16. Juni 1925 bestehen im Kreise Lauterbach 67 Gemeinden. In fünf Gemeinden beträgt die Einwohnerzahl über 1000, in 57 Gemeinden zwischen 100 und 1000, in fünf Gemeinden unter 100 Personen. Die fünf größten Gemeinden sind Lauterbach mit 4730, Schlitz mit 2699, Herbstein mit 1560, Angersbach mit 1308 und Maar mit 1150 Einwohnern.
Starkenburg.
WSN. Darmstadt, 12. Mai. Rektor und Senat der T e ch n i s ch e n H o ch s ch u l e Darmstadt haben dem Ingenieur Wilhelm Jahns, Maschinenfabrik in Offenbach a. M., in Anerkennung seiner Verdienste auf dem Gebiete des Baues von Reglern für Kraftmaschinen und seiner langjährigen Arbeit als Organisator der Frankfurter Gruppe, „Normenausschuß der deutschen Industrie", die Würde eines Ehrensenators erteilt.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
0 Wetzlar, 12. Mai. Die Hauptversammlung der Landwirtschaftskammer für die Rhein-
Gießen nach Frankfurt nicht scheuen - nochmals zu zwei Ereignissen: der Neueinstudierung von „S a 1 o m e" und Puccinis „M a d a m e Butterfly". Das musikalisch Bedeutsame war die „Salome". Nicht so sehr wegen des Werks an sich, das im Schaffen Richard Strauß' einen besonderen Platz einnimmt und sich trotz der stofflichen Perversität durch die geniale Kraft und Leidenschaftlichkeit der Musik das dauernde Interesse sichert, aL- wegen ter musikalischen Wiedergabe durch Klemens Krauß. Hier hatte man den besonderen Genuß, Auffassungen zu spüren, Intentionen zu begegnen, Die durch die Persönlichkeit Strauß' bestimmt sind, denn der Direktor der Frankfurter Oper steht in engen Beziehungen zu dem Komponisten der „Salome", und das prägt seiner Leitung des Werkes eine besondere künstlerische Note auf. Szenisch beschränkt man sich jetzt auf eine mehr illusionäre Dildwirkung, aber auf das kostümliche Moment wird großer Wert gelegt. Frau Gentner-Fischer als Salome. Fänger als Herodes und Emma Holl als Herodias sind künstlerisch fesselnde Erscheinungen, die musikalisch - gesangliche Leistung ist restlos befriedigend, bei allen wächst aber die Darstellung zu hinreißender Gestaltung des seelischen Zustandes und des menschlichen Bildes und trägt so zur erschütternden Wirkung des Werkes bei. — Bei der „M adame Butterfly" des verstorbenen Puccini entdeckt man nach einer Pause von vielen Jahren (anläßlich der 100. Aufführung in der Frankfurter Oper), daß dieses Werk eigentlich viel besser ist als sein Ruf, jedenfalls in der sympathischen, musikali-
prooinz hat beschlofsen, für das Rechnungsjahr 1926 eine Umlage von 2 Prozent oder 6 Goldpfennig je Taler des ©runbfteuerreinertrages zu erheben. Es handelt sich um den gleichen Beitragssatz, der auch im Vorjahre zur Erhebung kam.
XX Wißmar, 12. Mai. Infolge der zunehmenden Schülerzahl wurde hier wieder die fünfte Lehrer st eile besetzt und Schulamtsbewerber probte aus Wetzlar übertragen. Es wurden diesmal 46 Kinder ausgenommen, so daß die Gesamt- schülerzahl nunmehr 211 beträgt.
Kreis Marburg.
sch. Marburg. 13. Mai. Die Lage des Arbeitsmarktes im Kreise Marburg muß immer noch als ungünstig bezeichnet werden. Am Ende dieser Woche wurden 2080 Arbeitsuchende und 1294 Tlnterstützungsempfänger gezählt. Die Notstandsarbeiten bei der Lahnregulierung in Fronhausen haben jetzt begonnen, es wurden zunächst 50 Erdarbeiter eingestellt.
Als anläßlich einer Verlobungsseier in Wiesenberg (Kreis Ziegenhain), wie es in der Schwalm noch Brauch ist. Freuden - s ch ü s s e abgegeben wurden, hatte einer der Schützen scharfe Patronen benutzt. Eine Kugel prallte an einem Gemäuer ab und traf, nachdem sie drei junge Mädchen gestreift hatte, eine Frau in öie Brust. Die Getroffene eine Mutter von vier Kindern, ^wrurde in ö?: Krankenhaus Hephata überführt.
Dillkreis.
bl. Dillenburg, 12. Mai. Nach dem Stande vom 8. d. M. befinden sich im Dillkreis 1620 männliche und 44 weibliche Vollerwerbslose. Hier zu kommen noch 2530 Zuschlagsempfänger. Bei Notstandsarbeiten werden z. Z. 460 Mann beschäftigt. Im Laufe dek Woche werden die Ziffern steigen, da die Firma Haas & Sohn in Sinn den Betrieb einstellt. — Der Kreis plant, in Verbindung mit den Krankenkassen, im Herbst eine großzügige Ausstellung auf dem Gebiet der vorbeugenden Gesundheitsfürsorge zu veranstalten. Da im Dillkreis besonders die Tuberkulose stark verbreitet ist, wird sich eine berarttge Ausstellung nur dienlich erweisen.
bl. Herborn, 12. Mai. Das Theologische Seminar unserer Stadt wird in diesem Jahr von 14 Kandidaten besucht.
bl. Haiger, 12. Mai. Der Etat der Stadt wurde endgültig in Einnahme und Ausgabe auf 347 870 Mk. festgesetzt. Gegenüber der Magistratsoorlage wurden 4130 Mk. gestrichen. Bemerkenswert ist der Beschluß auf Streichung der G e - tränte ft euer.
Oberwestcrwaldkreis.
* Hachenburg, 11. Mai. 3m idyllischen Rengsdorf hielt der Westerwaldverein seine aus allen Teilen des Verbandsgebietes stark besuchte Hauptversammlung ab. Dem Jahresbericht zufolge, vereinigt der Verein in seinen Reihen 85 Ortsgruppen mit rund 3400 Mitgliedern.
Kreis Limburg.
WSN. Limburg, 12. Mai. Das Problem der Lahnkanalisativn ist soweit gefördert, daß die Verwirklichung in aller Kürze beoorsteht. Geplant ist die sofortige Kanalisierung von d e r Mündung bis oberhalb Limburg, insgesamt 68 Kilometer, fahrbar für Schiffe mit 200 Tonnen. Träger des TlnterneHmens sind der Bezirks verband, die interessierten Kreise un> Städte, die auch die Baukosten tragen, währe u die Betriebskosten der fertigen Anlagen vom Reich übernommen werden. Der größte Teil der Arbeiten soll auf dein Wege der produktiven Erwerbslvsenfürsorge ausgesührt werden. Regierungsbaurat Goldskicker-Diez ist mit der Leitung der Vorarbeiten beauftragt worden.
Maingau.
WSN. Frankfurt a. M., 12. Mai. 2n den letzten Tagen treibt sich hier ein Schwindler herum, der bereits eine große Zahl von Familien geschädigt hat. Er hat ein kleines Paketchen bei sich und behauptet, vom Hauptzollamt zu kommen. Das Paket sei an die betreffende Familie gerichtet und koste Zoll, da es aus Holland komme. Auf diese Weise gelang es dem Schwindler vielfach, Geldbeträge zwischen 6 und 12 Mark zu erschwindeln. In dem Paket befand sich gewöhnlich nur ein gutverpaktes Brikett, oder ein ähnlich wertloser Gegenstand. Vor dem Schwindler sei gewarnt. Gestern abend 8 Tlhr wurde in der Gagernstraße eine Schülerin von einem 17jährigen jungen Mann infolge fahrlässiger Handhabung eines Floberk so unglücklich durch einen Schuß verletzt, dah das Mädchen kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus v e r ft a r b. Der Täter ist flüchtig. — Alm 12.30 ilfjr nachmittags wurde im Ost- hasen (Oberhafen, Becken I) die Leiche eines neugeborenen Kindes weiblichen Geschlechtes gefunden. Die Leiche war in ein weißes zerrissenes Herrnhemd und in ein Bogen Packpapier eingeschnürck.
scheu Lyrik besser, als die „Tosca", deren Stretto unter der Qual der Fvltermusik verblaßt. Die kleine Frau Schmetterling wurde bei ihrer 100. Wiederholung gebührend gefeiert, vor allem durch eine geradezu klassische Aufführung unter Krauß und durch eine sorgfältige Auffrischung, die ein nahezu neues Werk erstehen lieh. Die Butterfly ist jetzt wieder die von einem Triumphzug aus Amerika zurückgelehrte Elisabeth Kandt, deren reiche Kunst und stimmliche Schönheit selbst das Harakiri der kleinen, verratenen Japanerin mit der vorhergehenden, traurigen Monotonie der Puccinischen Lyrismen erträglich machte. L- W.
Frühlingsfeftfpiele in Baden-Baden.
Das Programm für die Frühlingsfestspiele, tue unter der Leitung des Kapellmeisters der Metropolitan Opera Neuyork, Arthur B o d a n z k y , stattfinden werden, ist wie folgt festgesetzt: Rossinis „Barbier von Sevilla" wird am 25. und 30. Mai, Mozarts „Cosi fan tutte" am 27. Mai und 1. Juni gegeben werden. Am 29. Mai findet ein großes Konzert statt. Dirigent: Arthur Bodanzky, Solist: Artur Schnabel. AI^ Mitwirkende von der Metropolitan Opera, Neuyork, werden folgende Künstler beschäftigt fein: Lucrecia Bari, Florence Easton, Kathleen Howard, Elisabeth Kandt, Kaja Eide No- renam, Paolo Ananicm, Mario Charnlee, Adamo Didur, Guiseppe de Luca, George Meader; Inszenierung: Sam Thewmann.


