1. Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt dreißig Jahre, jedoch bilden die kürzeren Verjährungsfristen die Regel. 3n 30 Jahren verjähren a. D. Darlehen. Ansprüche auf Vertragsstrafe, Schuldscheine über den CMamtbetrag einer Rechnung, für deren Einzelbeträge kürzere Fristen gelten. (§ 195 BGB.»
2. 3n 4 Jahren verjähren die Ansprüche auf Zinsrückstände, Miet- und Pachtzinsen, Renten. Auszug-leistungen. Besoldungen, Unterhaltsbeiträge und alle regelmäßig wiederkehrenden Leistungen. (ti 197 BGB.)
3. 3n 2 3ahren verjähren u. a. die Ansprüche der Kaufleute, Fabrikanten, Handwerker für Lieferung von Waren usw. mit Einschluß der Auslagen, e S sei Öen n, daß d i e Leistung für den Gewerbebctriev des Schuld- ' ners erfolgt ist, ferner die Ansprüche der Land- und Forstwirte für die Lieferung ihrer Erzeugnisse, der Gastwirte, der gewerblichen Arbeiter usw.. der Lchr- herren wegen Des Lehrgeldes, der Unter- richtSanstalten, der öffentlichen Lehrer, der Aerzte, Tierärzte. Zahnärzte, Hebammen. Rechtsanwälte, Rotarc und Gerichtsvollzieher.
Die vorbezeichneten Ansprüche sind, kurz gesagt, die des täglichen Lebens. Mit dem Ablauf des 31. Dezember 1926 verjähren sie alle, soweit sie im Laufe des 3ahres 1 92 4 entstanden sind. 3eder prüse hiernach unverzüglich seine F o r d e r u n g e n, d. h. Aus- stände.
Besteht die Gefahr der Verjährung, so hat der Gläubiger, wenn irgend möglich in schriftlicher Form, vertragliche Abmachungen mit dem Schuldner zu treffen (Umwandlung der Warenforderung in eine Darlehenssorderung. Erwirken einer Abschlagszahlung oder Zinszahlung, Bürgen- oder Psandbestellung, wenn diese Handlungen im Bewußtsein der vollendeten oder möglicherweise vollendeten Verjährung erfolgen) oder der Gläubiger muß gerichtlich vorgehen, sei es persönnch oder durch einen Rechtsanwalt.
Wer durch eine eingetretene Verjährung sein gutes Geld verliert, trägt selb st die Schuld daran. F. G.
Oberhessen.
Landkreis (Stießen.
tCBrünberfl, 12. Dez. Nach dem A u s w e r - tungsgefetz sind die Spareinlagen bei den öffentlichen Sparkassen mit 12i Prozent ihres Goldwertes aufzuwerten. Die Aufwertungsberechnungen bei der Bezirkssparkasse Grün berg find jetzt soweit beendet. Es kommen über 4000 Einlage- kanten mit einem Goldwert von rund 34 Millionen Mark in Betracht, für die an Auswertung 121 Prozent mit rund 440000 Reichsmark aufzubringen sind. Nach der Verordnung des hessischen Ministers des Innern vom 27. Oktober 1926 find die aufgeweckten Einlagen oom 1. Januar 1927 ab mit 3 Prozent zu verzinsen. Obwohl die Aufwertungs- betröge erst von 19l: ab fällig werden, hat die Verwaltung der Sparkasse beschlossen, an bedürftige, über 65 Jahre alte Einleger im Rahmen der oorhan denen Mittel Vorauszahlungen zu gewähren. die im Einzelfall den Betrag von 50 Reichs mark nicht überschreiten sollen. Da die aus aufgewerteten Aktiv-Kapitalien bis jetzt eingegangenen Mittel noch beschränkt sind, können diese Voraus- Zahlungen nur an wirklich Bedürftige gewährt werden. — Trotz der starken Bautätigkeit in diesem Jahre hat die Erwerbslosigkeit hier nie ganzvehoden werden können - es blieben immer 3 bis 5 Leute arbeitslos. Obwohl gegenwärtig noch an 5 Neubauten gearbeitet wird und auch die Stadtverwaltung sehr viel für die Beschäftigung Der E r - werbslosen tut, ist deren Zahl in letzter Zeit doch auf 15 g e st i e g e n. In Kürze werden nun die Holzsällerarbeiten im Stadtwald beginnen, bei denen erfahrungsgemäß zahlreiche Leute schassen können. Immerhin wird aber auch dadurch die Arbeitslosigkeit nicht zu beseitigen sein, da dann die heute noch beschäftigten Bauarbeiter voraussichtlich werden feiern müssen.
ch Lich, 12. Dez. In der jüngsten Woche brachte die Post einer ganzen Anzahl Einwohner anonyme Briese, die Schmähungen übelsten Eha- Oer Frosch mii derMaske Roman von Edgar Wallace.
14 Fortsetzung Nachdruck verboten.
„Sie haben einen Schalldämpfer gebraucht", meinte Elk. „3dj sage Ihnen, nur zwei Tlänncr auf der ganzen Welt können das gemacht haben."
„Und wer sind die?"
„Der junge Harry ßmne ist der eine. Er ist seit Jahren tot. Und Saul Morris ist der andere. Und Saul ist auch tot."
„Da aber, die Arbeit offensichtlich nicht von zwei Toten herstammt, so wäre es doch wohl ratsam, an einen dritten zu denken", sagte seine Lordschast mit verzeihlicher Erregung. Elk schüttelte langsam den Kopf.
„Es mutz wohl ein Dritter fein und der Klügste der ganzen Bande", ließ er seine Gedanken laut werden. „Ich kenne die ganze Kompagnie. Wal Cormon, Georg, die Ratte, Billy Harp, Ike Velleco, Pheeny Moore, und ich möchte einen Eid leisten, daß es keiner von ihnen war. Das ist Meifterarbeit, Exzellenz. Die Arbeit eines großen ^Künstlers, wie wir ihr heutzutage nur selten begegnen."
Lord Farmley. der so geduldig 'wie möglich dieser Rhapsodie zugehört hatte, schritt aus dem Arbeits- zimmer und ließ die beiden Männer allein.
„Herr Hauptmann", sagte Elk, als er die Tür hinter dem Pair geschlossen hatte, „wissen Sie vielleicht, wo der alte Bennett in der letzten Nacht war?" Elks Ton war leicht, aber Dick fühlte die Bedeutung der Frage, die dahinter lag und im Augenblick wußte er, daß Ella ihm viel teurer geworden war als er je geahnt hatte.
„Er war (oft die ganze Nacht hindurch abwesend", antwortete er. „Fräulein Bennett sagte mir, daß er am Freitag wegging. Und er ist heute morgen bei Tagesgrauen wieder zurückgekehrt. Want m fragen Sie danach?"
Elk entnahm seiner Tasche ein Papier, entfaltete ?5 langsam und setzte seine Brille auf. „Ich habe von einem meiner Leute Notizen über Bennetts Abwesenheiten von seinem f)eim machen lassen", sagte er. „Es war ein Leichtes, denn die Frau, die jeden Morgen hingeht, um im Haushalt zu helfen, hat ein ausgezeichnetes Gedächtnis. Er ist irn oer
rafters über brave Licher Burger und Bürgerinnen enthielten. Der Brieffchrciber. der feine Verteum- düngen in Verse brachte, scheint sehr stolz auf feine oerwerstiche Tcu zu fein, denn er kündigt am Schufte jacher schreiben an, daß er nächstens weitere solcher Briefe folgen lassen werde. Die Briefe sind oorfichts- halber in Schreibmaichinenichrift geschrieben. Ihre Empfänger werden sogar um Weiteroerbreitung gebeten. Leider machen sich viele Leute ein Vergnügen öaraii», diesen Schmutz ab.jujdjreiben oder weiterzuerzählen. Sie denken offenbar nicht daran, daß auch sie sich als Verbreiter dieser schamlosen und tchmufligen Verleumdungen schuldig machen und vom Gericht bestraft werden können. Hoffentlich hat die Polizei inzwischen von diesem verwerflichen Treiben Kenntnis genommen und nimmt sich der Sache an.
Kreis Büdingen.
B Nidda, 11. Dez. Von den Verhandlungen des Gemeinderats ist zu berichten: Die höchst- gelegenen Quellen in der Gemarkung M i - a, e 1 n a u sollen neu gefaßt und auf Anregung der Reichsbahnoerwaltung eine anderweitige W a sserverforgung des Bahnhofs Nidda in Erwägung gezogen werden, damit die ausreichende Versorgung des Bahnhofs ficherge- fttllt ist und die Hochdruckleitung für die hochgelegenen Stadtteile frei wird Nach dieser Richtung sollen Verhandlungen mit dem .Kulturbauamt Friedberg und der Reichsbahnverwaltung geführt werden. — Dem Verein für das Deutschtum im Ausland tritt die Stadt Nidda als Mitglied bei. — Wegen der Ablösung der Markanleihen der Stadt wurde nach Vorberatung durch die Finanzkommission im Hin- Mli? auf die nicht unerhebliche Anzahl kleinerer Schuldscheine und das umständliche Auslosungs- verfahren der neu auszustellenden Ablösunasan- leihe-Schuldoerschreibungen beschlossen, den Gläubigern der Jnslationsanleihe sowohl als auch der Dorkriegsanleihe eine Barabfindung anzubieten, die allgemein auf 10 Prozent des Goldwer- tes gemäß § 11 des Gesetzes festgesetzt wird. Das zu diesem Zweck erforderliche Kapital in Höhe von 20000 Mk. soll bei der B e z i r k s s p a r k a s s e Nidda ausgenommen werden. — Zur Bestreitung der Kosten des W o h n h a u s ne u d a u e s in der Schillerstraße wurde die Aufnahme eines Kapitals in Höhe von 1850(7 Mk. aus Mitteln des staatlichen Sondergebäudesteueraufkommens beschlossen. — Für die Realschule soll die Anschaffung des erforderlichen Mobiliars in die Wege geleitet werden. Während die Schulbänke und die Schultafeln von einer Fabrik bezogen werden sollen, soll die Lieferung der Tische und Schemel ausgeschrieben werden. — Dem Gesuch des S p o r t c l u b s Viktoria 1912 Nidda um Erweiterung des Spielplatzes auf der Gänsweid rechts der Allee wurde nach dem vorliegenden Lageplan statt- gegeben und die Anlage eines Entwässerungsgrabens von der Allee nach dem Flutgrabcn beschlossen. — Die Pacht für d i e verpachteten städtischen Grundstücke für das Jahr 1926 wurde in der für 192) vereinbarten Höhe festgesetzt, d. h. es wird von den Pachterlösen von der Verpachtung vom 11. April 1924 ein 'Nachlaß von 15 Prozent gewährt. — Die Hundesteuer wird auch im Jahre 1927 erhoben, und zwar in der für 1926 beschlossenen Höhe. — Zwischen den Gemeinden Ulfa und Nidda ist ein Vertrag zustande gekommen, wonach diese beiden Gemeinden sich zu einem Zweckoerband für eine Kraftwagenlinie Nidda — Ulfa zusam- mengeschlossen haben. Der von den Gemeindeoertre- tungen gewählte Derbandeausschuß ist zunächst zum Ankauf eines 16fitzigen Kraftwagens ermächtig; wor- den, und soll im übrigen die Schritte einleitcn, die zur baldigen Eröffnung der Autolinie Nidda- Ulfa erforderlich sind. Die Autolinie kann zu jeder Zeit nach der Richtung W allem hausen — Fauerbach erweitert werden.
wg. Ridda, 11. Dez. Unter dem Vorsitz von Pfarrer R ö ni e r - Schotten tagte hier der ©Dang. Kreis - Wohlfahrts -- Dienst für den Kreis Schotten. Aus den Verhandlungen ist folgendes zu erwähnen. Die geplante KreiSkonferenz wurde wegen der vor- geschcUtenen Jahreszeit bis zum Frühjahr 1927 verschoben. Wit der Ausarbettung einer Satzung für Den KreiswohlfahrtSdienst wurde Der Vorsitzende beauftragt. Bezüglich Verwendung Der aus dem Verkauf Der Wohlfahrtsbriefmarken erzielten Veberfchüsse wurde beschlossen, diese für Kinder-Badekuren je nach Fall zu verwenden. Um dem Unwesen des toiiDen Unterbringens von
gangenen Jahr sünfzehnmal ausgeblieben, und jedesmal, sooft er iortbüeb, ist irgendwo ein ganz großer Einbruch verübt worden."
Dick atmete tief. „Und was ist Ihre Meinung darüber?" fragte er.
„Ich meine", sagte Elk entschieden, „daß, wenn Bennett für sein Wegbleiben am Samstagabend keine Erklärung findet, ich ihn verhallen lassen werde. Ich habe weder Saul Morris noch den jungen Harry Lyme kennengelernt, sie lebten, bevor ich große Arbeiten zugewiesen bekam. 'Aber, wenn nicht alles trügt, so ist Saul Aiorris nicht so tot, wie er es von Rechts wegen sein sollte. Ich fahre jetzt zurück, um Bruder Bennett zu besuchen, und vielleicht werden wir ein bißchen Auferstehung spielen."
IX.
Der Mann, der Schiffbruch erlitt
John Bennett arbeitete frühmorgens in seinem Garten, als Elk erschien und sofort auf den wichtigsten Punkt zu sprechen kam.
,Ln der Wohnung Lord Farmleys ist zwischen Samstag nacht und Sonntag morgen ein Einbruch verübt worden, Dem Anschein nach zwischen zwölf und drei Uhr. Das Safe wurde aufgefprengt, und wichtige Dokumente gestohlen. Ich frage Sie, ob Sie Ihr Ausbleiben von Samstag auf Sonntag rechtfertigen können?"
Bennett sah Dem Detektiv gerade in die Augen. ,Lch kam atis der Stadt. Und zwei Uhr sprach ich mit einem Polizeimann in Dorking. Um.Mitternacht war ich in Kingsbridge, wo ich wieder mit einem Polizeimann sprach. Der Mann in Dorking ist Amateurphotograoh wie ich selbst."
Elk überlegte. „Mein Auto ist hier, möchten Sie vielleicht mit mir kommen und die Polizeileute sprechen?" schlug er vor. Und zu seiner lleber- raschung war Bennett sofort damit einverstanden.
In Dorking entdeckten sie chren Mann. Er wollte gerade aus Dem Dienste gehen.
„3a freilich, Herr Inspektor, ich erinnere mich genau, mit Herrn Bennett gesprochen zu haben, wir haben über Tierphotographien diskutiert."
„Wissen Sie genau, um welche Zett es war?"
„Absolut genau! Um zwei Uhr visitiert mich Der Patrouillensergeant und er kam gerade herauf, als wir miteinander plauderten."
Hüte- und Zerienkinbern auf Dem Lande zu steuern. wie m> bedauerlicherweife im. letzten 3ahre von einer nichthefstschen Stadtverwaltung erfolgte und wobei es zu mehrfachen Llnzuträglich- keitcn kam. befchioh man, bei dem Jugendamt Schotten Antrag auf Errichtung eines Weid- Hirten-Ausschufses zu stellen, Dessen Leitung im Falle der erhofften Annahme de- Antrags von Seilen des Jugendamtes Pfarrer Fritsch- Herchenhain übernehmen soll. Zum Schluß wurde noch über die Frage Der Behebung Der Wohnungsnot gesprochen unD dabei auf die von Den großen sozialen Organisationen und Verbänden Der Evang. Kirche getrogene „Deutsche evangel. Heunstätten-Gesell'chaft" hingewiesen, Deren Grundsätze und Leistungen zum Gegenstand von Besprechungen aus Den Dekanats-Konferenzen gemacht werden sollen.
Ridda, 12. Dez 3m Vorherbst, wo im allgemeinen Der Güterverkehr abgeschwächt ist, stellte Die Reichsbahn auf Der Strecke 21 i D D a - Schotten Ermittlungen an, Die dahin zielten. Das einzige Güterzugspuar ausfallen zu lassen und Dafür wieder gemischte Züge zur Einführung zu bringen. Dem energischen Eintreten Dec Industrie- und Handelskammer ist es zu verdanken. daß die geplante Maßnahme unterblieb und die für die 15 Kilometer linqe Bahnstrecke reich! ch lange Fahrzeit von 60 Minuten nicht noch stark verlängert wurde. Inzwischen ist auf Der ganzen Strecke eine Zunahme Des Güterverkehr- zu beobachten. Die in Der Hauptsache auf Den vermehrten Transport von Bafaltsteinen, Holz. Kohlen und Baumaterialien zurückzuführen ist. Das VerlaDegleis Des Bahnhofs in EichelsDorf, Der übertoiegenD auf Den Abtransport von Basallsteinen eingestellt ist. erweist sich als zu kurz, so Daß in Balde mit einer Erweiterung Der B a h n h o s s an la g en gerechnet werden muh.
Streik Schotten.
_ Schotten. 10. Dez. Heute fand in Der Turnhalle eine WochenenDtagung Des Heimatdienstes statt. Die in der Hauptsache von Der Kreislehrerschast besucht war und saft den ganzen Tag auSsüllte. Die Tagung wurde begrüßt und eröffnet Durch Den Krrisdirektor. Geheimrat Böckmann. Er würdigte im besonderen Die Ziele Der Zentrale, Die ihr Leiter für Hessen, Dr. Eteuber, noch weiter unterstrich. Pros. Dr. Raab sprach am Vormittag über „Gegenwartsaufgaben der Deutschen Volkswirtschaft", über die er bereits auf Der WochenenDtagung in Gießen» gesprochen hat. Am Rachmittag referierte alS erster Redner Studienrat Stremmer-Kassel über „Die großen Mächte im Wandel Der Rachkriegszei t". Der Dritte Redner, Dr. Korber, sprach über „Werden und Wesen des Reiches". Sämtliche Vorträge standen auf beachtlicher Höhe. Es ist das Verdienst des Schulrats Kinkel, diese Tagung hier veranlaßt zu haben.
Kreis Alsscld.
M Alsfeld, 11. Dez. Gestern wurde hier ein Verkehrs- und Vers chönerungs- verein gegründet. Auf Einladung von Bürgermeister Dr. V ö l s i n g hatte sich im kleinen Saale des „Deutschen Hauses" eine aus allen Berufsständen zusammengesetzte interessierte Versammlung zwecks Gründung des Vereins ein- gefunden. Bürgernreister Dr. V ö l s i n g wies in feiner einleitenden Ansprache auf Die Rotwendig- feit der Gründung eines derartigen Vereins auch für die Stadt Alsfeld hin. Die Förderung ihrer Verkehrsinteressen komme, direkt oder- indirekt, einem jeden ihrer Bürger zugute. Zur Erreichung eines solchen Zieles müßten alle mithelfen. Die Anwesenden sprachen sich sämtlich f ü r die Gründung des Vereins aus. Man schritt alsdann zur Beratung des vorgelegten Satzungsentwurfs, der mit geringen Änderungen angenommen wurde. Darnach sind die Organe Des Vereins: Der Vor- ftanD unD Die MitglieDerverfamrnlung. Der Vorstand besteht aus 16 Personen, wovon Der erste und zweite Vorsitzende, Der Schriftführer unD Der Rechner Den geschäft-führenden Vorstand Dillen. Don Den 12 Beisitzern lind Drei vpn Dem StaDtrorftanD zu Alsfeld zu wähle.,. Die Dor- standswahl ergab: 1. Vorsitzender: Forstrat Schaefer, 2. Vorsitzender. Regierungsrat Strack: Schriftführern Lehrer Dotter: Rechner: Oberstadtfekretär Seipp el. Die von Dor Mitgliederversammlung weiter gewählten neun
Beisitzer setzen sich aus allen Berufdfreifen Der Stadt jufanunen. Innerhalb des Vorstandes soll ein Werbe-. Verkehr-- unD Dc r- fchönerungsaus schuß gebildet werden, Der Die einzelnen Arbeitsgebiete zu erledigen hat. Bürgermeister Dr. Dölf in g sprach die Hoffnung aus. daß Der neugegründete Verein feine segne reiche Tätigkeit zum Dort eile der Siadt AlSfcld alSbaid beginnen möge Namens der ‘Btrfammlung sprach Kommerzienrat Ramspeck dem Bürgermeister den Dank auS für seine Bemübungc.1 unD Die geleisteten Vorarbeiten für das Zustandekommen Dos Vereins.
mu. Alsfeld, 11. Dez. 3n Fachkreis«» ist das Lichtbild längst als treffliches Lehrmittel anerkannt. Leider findet c» In Der Bevölkerung nicht die verdiente Würdigung unv Unterstützung: teils aus Unkemttni- oder geringem Interesse, teil- infolge Der schlechten wirtschaftlichen Lage Viele Schulen Des Äret- fes AlsfelD find bereit- mit LichtbilDwerfern sowie mit mehr oder weniger LlchtbilDern ver> sehen. Mancherlei Umstände wirkten seither zu- lamnien, daß trotzdem das Lichtbild nicht zu ber ihm gebührenden Stellung im Unterricht gelangte. Um die Frage zu prüfen, wie Die Verwendung Des LichtbllDes als Lehrmittel wirfsanr in Die Praxis umgesetzt werden könne, tagten Dieser Tage in Rieder -"G emünden und AlS seid unter Dein Vorsitz von Kreisfchulrat Huss- Alsfeld freiwillige Lehrerversanunlungen. Lehrer I m m e I • Homberg legte in längerem Vortrag Die außerordentlich vielseitige Verwend DungsMöglichkeit Des Lichtbildes im Unterricht auf Grund feiner eigenen Erfahrungen Dar. Lehrer Dönges- Merlau verbreitete sich über Organifationsfragen und Lehrer Schmoll- ElpenroD. ein grünDllcher Kenner aller Licht- billxingelegenhe'tten, über Die verschiedenen Bildwerferurten. Rach den Vorschlägen von Lehrer Dönges wurde Die Gründung einer L t ch t b i I D* gemeinschas t s ü r Den Kreis Alsfeld beschlossen. Dami wurde ein A'u sschuh unter Leitung von Kre'.sschulrät Huff damit beackf- tragt. Die notwendigen Schritte für gedeihliche' Fortentwicklung der Sache: Beschaffung von GelDmitteln, Einleilüng dos Kreises in mehrere; Bildstellen, Herstellung von Bildern aus Den engsten Heimat u a. m. unverzüglich In Die Wege zu leiten. Gerade der heimatkunsdlüche Charakter des Lichtbildes wurde besonders betont. Es soll den Heimatgedanken fördern, üatur- schutz pflegen und bleibende Urkunde werden für olles DaS. was sonst unverdientermaßen gar zu oft und leicht Der Vergessenheit anheimfällt. Cs werDen Deshalb alle, Die irgenD Dazu in "Der Lage sind, gebeten, die Sammlung solcher heimatlicher Lichtbilder Durch Herstellung unD Her- gabe entsprechender Ausnahmen zu fördern.
00 Kirtorf, 11. Dez. Im Lause Diefer Woche icurbc Die hiesige Spar- und Darlehns- k a s s e c. G. m. b. H„ als Nachfolgerin der allen Spar- uni) Ereditkasse für Kirtorf und Umgegend, einem alten und frequentierten Geldinstitut, unerwartet durch einen Revisor des Landwirtschaftlichen Genossenfchaftsoerbandes in Darmstadt revidiert. Dabei sind U n st i m in i g k e i t e n durch Gewährung von Darlehen in Höhe von etwa 6 0 0 0 Mark ohne genügende Sicherheit feftgefkUt worden, Die den Revisor veranlaßt haben. Den Rendanten außer Dienst zu stellen, zumal dieser seit einiger Zeit mit seinen Dienstobliegenheiten rm Rückstände blieb. Eine einaeheube Prüfung der Gc- schäftssührung wird in diesen Tagen ftattfmbcn.
Starkenburg.
* Darmstadt, 12. Dez. Gestern wurde unter zahlreicher Beteiligung aller Kreise ber Bevölkerung DaS 2 Sjährige Amtsjubiläum deS Oberbürgermeisters Dr. Glässing mit einem akademischen Festakt im Städtischen Saalbau begangen. Im Dezember vor 25 Jahren war Dr. Glässing, der vorher Amtsrichter in Offen- bad) war, in den Dienst der städtischen Derwal- lung in Darmstadt getreten. Am Freitagabend brachten bem Jubilar Die Freiwillige unD die Derufsfeuerwehr einen Fackelzug Dar. Der Frier am Samstag wohnten StaatspräsiDent Ulrich, Finanzminister Henrich, Prälat I). Dr. Diehl. Dekan Kastell uitD viele Vertreter von Bebör- Den bei. Nachdem Das StäDtische Orchester einen Mufikvortrag geboten hatte, folgten zahlreiche Glückwunschanspradzen, in Denen Die großen Verdienste des Oberbürgermeisters um Die Stadt hervorgehoben wurden. StadtverordneterLeu s ch.
Der Patrouillensergeant, den Elk aus dem Mor- genschlaf weckte, bestätigte die Aussage. Das Resultat der Nachforschung in Kingsbridge war das gleiche. Elk ließ das Auto nach Horsham zurück- sahren.
,Lch cntjchuldige mich nicht bei Ihnen, Herr Bennett", sagte er. „Sie kennen meine Arbeit genug, um meine Stellung zu würdigen."
„Ich beklage mich nicht", sagte Bennett mürrisch. ..Pflicht ist Pflicht. Aber ich habe doch das Recht zu erfahren, warum Sie von allen Menschen in der Wett gerade mich .'döchtigen ?" Elk klopfte an das Fenster des Autos, und es blieb stehen.
„Gehen wir die Straße weiter", sagte er. „Ich kann so besser reden."
Sie stiegen aus und gingen eine Weile ohne zu sprechen.
„Bennett, Sie stehen aus zwei Gründen unter Verdacht. Sie sind ein geheimnisvoller Mann, denn niemand weiß, wieso Sie Ihren Lebensunterhalt verdienen? Sie haben kein eigenes Einkommen. Sie haben keine Beschäftigung, und in ungleichen Zwi- fdjenräiimen verschwinden Sie vom Hause und niemand weiß, wohin Sie gehen. Wären Sie cm jüngerer Mann, so würde ich Sie verdächtigen, daß Sie ein Doppelleben irn gewöhnlichen Sinne führen. Aber Sie sind nicht von dieser Art. Das ist der oer- dächtige Umstand Nummer eins. Nummer zwei ist folgendes: Sooft Sie verschwinden, geschieht irgendwo ein großer Einbruch, und ich bin der Meinung, daß es Froscheinbrüche sind. Ich ibill Ihnen meine Theorie klarlegen. Die Frösche sind doch gewöhnlich letzte Klasse. Es ist nicht genug Hirn in der ganzen Bande, um eine mittelgroße Nuß anzufüllen. Aber ich garantiere Ihnen, höher oben sitzen dir Gescheiten. Dazu gehören aber nicht die regulären Kerle, die von Derbrechen leben. Solche Jungens haben keine Zeit für so etwas. Sie machen den Plan und führen ihn aus ober sic werden erwischt. Wenn sie eine Beute machen, so teilen sie sie. Und fitzen dann in Cafss mit Mädels herum, bis alles zerronnen ist und sie wieder von neuem anfangen müssen. Aber die Frösche unterhalten sicher gern ein paar gute Leute, die außerhalb der Organisaiion stehen und Extradienste leisten."
„Und Sie meinen, ich wäre einer von diesen guten Leuten?" fragte Bennett.
„Genau das habe id) gemeint. Der Einbruch im •'laufe des Lord Farmley ist von einem Experten ausgeführt worden. — Er sieht ganz nach Saul Morris aus." •
Elks scharfe Augen durchforschten Bennetts Ge- sicht, aber kein Zucken verriet dessen Oiedanken.
„Ich erinnere mich an Saul Morris", sagte Bennett langsam. ,3d) habe ihn nie gesehen, aber ich habe von ihm gehört. Hat er mir ähnlich gesehen?^
Elk schürzte die Lippen und sein Kinn sank auf die Brust herab. „Wenn Sie überhaupt etwas über Saul Morris wissen," sagte er langsam, „so wissen Sie auch, daß er niemals der Polizei in die Hände geraten ist, daß ihn niemals jemand gesehen hat, außer seiner eigenen Bande und ihn also niemand je wiedererkennen kann."
Es herrschte ein langes Schweigen. Auf ihrem Wege zum Auto sprach Bennett wieder.
..Ich trage Ihnen nichts nach, meine Handlungsweise ist verdächtig. Aber ich habe guten Grund dafür. Was die Einbrüche betrifft, so weiß ich nichts Darüber. Das würde ich zwar auf jeden Fall sagen, ob ich es nun wüßte oder nicht. Ich bitte Sie nur, meiner Tochter gegenüber von dieser Angelegenheit zu schweigen, weil---nun, cie brauchen doch
wohl nicbt zu fragen, weshalb?"
Ella stand an der Önrtentüre, als das Auto her- ankam und bei Elks Anblick schwand das Lächeln von ihrem Gesicht. Elk fühlte instinktiv, daß der Gedanke an ihren Bruder und die Schwierigkeiten, in die jener geraten sein mochte, den Grund ihrer Befürchtungen bildeten.
_ -Herr Elk ist herübergekornrnen um ein paar >zragen wegen des Ueberfalls auf Herrn (Borbon 3U stellen", sagte ihr Later kurz. Elk dachte, daß er -in armseliger, unüberzeugender Lügner jet, was fönst er auch immer fein mochte. So wie sie allein waren, fragte Ella ihn: ,3ft etwas nicht in Ordnung, Herr Elk?" „Nicht im geringsten, Fräulein. Ich bin nur hierher gekommen, um mein Gedächtnis auszufrischen, bas nie ein sehr gutes war, befonbers was Jahreszahlen anbelangt. Das einzige Datum, bas ich wirklich behalten habe, ist das von Christi Geburt. Ist Ihr Sruber wieder in der Stabt?"
..Er ist gestern abend zurückgefahren," sagte sie und fügte fast trotzig hinzu, „er ist jetzt wirklich in einer sehr guten Stellung. Herr Elk."
(Fortsetzung folgt.)


