Ausgabe 
13.12.1926
 
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Turnen, Sport und Spiel.

Hygienische Forderungen beim Turnunterricht.

Don P. Lui eh. Oberreallehrer und Vorsitzender- des Hess. Turnlehrer-DereinL.

Don allen Persönlichkeiten, die sich mit dem Werden und Wachsen unserer Jugend eingehend und umfassend beschäftigen, wird die körperliche Erziehung als eine unbedingt notwendige Er­gänzung der geistigen Erziehung und damit a.s ein wesentlicher -Bestandteil der Desamterziehung angesehen. Aufgabe der mit der körperlichen Er­ziehung beauftragten Behörden und LehrkraNc ift es nun, die von den besten Physiologen. Hygienikern und Psychologen gelnachten Hör- schungen .und Vorschläge und auch dre schon vielerorts in dieser Beziehung gemachten guten Erfahrungen in die Tat umzusetzen. Reben einem weitblickenden, einsichtigen allgemeinen Lehrer- stand muh diese Aufgabe gröhtentriTs tn den Händen von dazu aufs beste ausgebildeten Fach­lehrern liegen, wie sie Bayern und einige au ver­deutsche Länder aufzuweisen haben. Em voller Erfolg hängt aber nicht allein von dem Erzieher- personal ab, sondern auch von einer Reche be­sonderer Umstände, die m. E. wichtig genug sind, einmal in gröberem Umfange zusammengestellt und näher behandelt zu werden. Darum soll diese Abhandlung sich nicht mit der körper­lichen Erziehung im allgemeinen, sondern nur mit einem Teilziel, einer neuzeitlichen Schulh Ygiene befassen.

Durch die Ungunst der Witterung und des Klimas in unserer Heimat werden wir sehr oft dazu genötigt, die Leibesübungen in geschlossenen Raumen vvrzunehmen. Darum hat man auch in den Städten und gröberen Landorten in nächster Rähe bre Schulhäuser Turnhallen erbaut. Diesen Uebungsräumcn ist in vielfacher Hinsicht gröbte Beachtung zu schenken. Die wichtigste Frage ist wohl die Reinhaltung derselben. 3n vielen Fällen ist sie durchaus unzulänglich. Dies kommt besonders daher, daß die Turnhallen mit Strabenschuhen betreten werden und dah oft mit solchen geübt wird. Ein derartiges Ver­fahren muh vom hygienischen Standpunkt aus unbedingt verboten werden. Wieviel Schmutz wird hierdu-ch in die Hakle getragen, selbst bei einer gewissenhaft gehandhabten Reinigung der Schuhe aus den vor den Türen liegenden Fuh- matten. Darum ist es nötig, dah man. wo dies noch nicht der Fall fein sollte, besondere Um- lleideräume schafft, in denen Schuhe und Kleider gewechselt werden können, ohne Lab man dabei seinen Weg durch die Hebungshalle nehmen muh. Hnö trotz Beseitigung des eben bezeichneten Hebels gibt es immer noch allzuviel Staub, der für Lehrer und Schüler, die gerade durch die neuzeitliche Turnschule zu größtmöglichster Be­wegung und Tätigkeit gebracht werden sollen und dadurch ein starkes AtmungsbedürfniL ent­wickeln, von größtem gesundheitlichen Rachteil werden muh. Der zu behandelnde Stoff schreibt neben den Hebungen im Stehen auch solche im Sitzen, Knien und Liegen vor und fordert da­durch gröbte Reinkichkmt des Bodens. Darum ist nicht nur eine täglich einmalige, sondern min­destens zweimalige gründliche Reinigung des Bo­dens vorzunehmen. Sine solche nach jeder Hebungsstunde, wie sie Hannover schon seit meh­reren Jahrzehnten hat, ist die beste und emp­fehlenswerteste.

Die tägliche Reinigung sollte mit feuchtem, grobem oder mit Oel getränktem Sagemehl ge­schehen, besser aber und noch wirksamer ist das Auswaschen mit einem feuchten Tuch

Der Holzboden ist jährlich mindestens ein­mal nach vorausgegangener gründlicher Reini­gung mit gutem, Heistern Oel zu durchtränken. Linoleumbelag must leicht gewachst, doch nicht r.zu glatt gemacht werden.

t Kokosmatten, die leicht zur otaubbildung nei» Tgen, sollten durch Matten aus starkem Segeltuch Yergestellt und mit Leder besetzt Ersatz finden.

T Wenn auch der Anschaffungspreis hoher ist, so must doch di« grostere Reinlichkeit und Haltbar­keit ausschlaggebend fein.

Reben der Bodenreinigung ist eine gute Durchlüftung der Turnhalle notwendig. Bei den Hebungen in der neuen Körperschule rönnen auch in der Winterszeit einige Fenster geöffnet bleiben, um den Lufthunger der Hebenden gut zu stillen. 3n den Pausen must aber für eine kräftige Durchlüftung gesorgt werden. Auch sollte es mög­lich gemacht werden, dast das Sonnenlicht täglich

mehrere Stunden Einlaß m die HebungsstäUe erhalten kann.

Während der kalten 3ahreszeit muh die Tem­peratur unter der für sitzende Beschäftigung notwendigen Zurückbleiben. Doch kann die Hei­zung keineswegs ganz entbehrt werden.

Die künstliche Beleuchtung erfolgt am besten durch elektrisches Licht. Gasglühlichl ist zu verwerfen, well es. besonders b'c älteren Lei­tungen. schlechte Luft erzeugt.

Durch die Hebungen der neuer. Turnschule ist es notwendig, dast man den Turnschülern am Schlüsse der Hebungsstunde Gelegenheit gibt, sich waschen zu können. Eine Hebungsstätte ohne Waschgelegenheit ist eine ge­sundheitliche Versündigung c.> der 3ugend. Mehrere Waschbecken, Fustba^wan- nen, und wenn möglich, einige Brausen ent­sprechen den gesundheitlichen Forderungen. Diese Waschgelegenheiten sind mit den Hmkletderäumen baulich so anzuordnen, dah sich beide Räume in unmittelbarer Rahe voneinander befinden und ein Betreten der Turnhalle nach Anlegen der Strahenkleidung nicht mehr nötig machen.

Wie aus obigem hervorgeht, ist auf pein­lichste Reinlichkeit der Turnhallen zu achten. Darum dürfen diese Raume niemals andere-r Zwecken als der der Leibes­kultur dienstbar gemacht werden. Ka- ninchen« oder Geflügelausstellunaen, Wahlen oder Aufenthalt in der Pause bei Regen usw. sind unbedingt in den Turnhallen zu unterlassen. Das Ofsenlegeu von Wahllisten gar entzieht diese Räume öfter und für längere Zeit ihren wahren Zwecken Einem solchen Verfahren gegenüber sollte die Schulleitung unerbittlich fein.

Auch der Turnplatz muh eine genügeirde Gröhe haben und as erste Bedingung Staub- attnut besitzen. Die Spielplätze sollten sich in staub- und ruhfceier Lage befinden, damit durch die Laufübungen, Die jedes Spiel in aus­giebigem Mah bringen soll, die Lungen gut ausgelüstet und gereinigt werden körAuch Turn- und Spielplatz müssen schon der einfachsten hygienischen Forderung halber wie die Turn­hallen mit Hmkleideräumen und Waschgelegen- heiten versehen werden.

Heber die Art, wie man Schulturnhallen baut und ausstatlet, Turn- und Spielplätze anlegt und einrichtet, geben die auherordentlich klaren Richtlinien für den Bau und die Ausstattung von Schulturnhallen und die Anlage und Ei ', richtung von Freiturn- und Spielplätzen", int Auftrag der bayerischen Landesturnanstalt gu^ gearbeitet von W. Hacker, Stud.-Profcssor an der Bayerischen Landesturnanstalt, und von der obersten Baubehörde genehmigt, genaue Angaben. DieseRichtlinien" seien allen Behörden und Lehrern, die mit der körperlichen Erziehung der 3ugenb in Beziehung stehen, warm empfohlen.

Eine weitere wichtige Frage ist die der Turnkleidung. Dec Lehrer muh auch hierin feinen Schülern ein Muster fein. Turnschuhe und eine besondere Tarnkleidung sind rmerlählich für Turnlehrer und Schüler, damit für beide Teile keine gesundheitlichen Schädigungen eiutreten. Die neue Turnschule ist eine lebhafte Bewegungsschule. Eine Schweißbildung auf dem Höhepunkt der HebungSstunde ist ost kaum zu vermeiden, jo so­gar oft beabsichtigt. Vielfach üben die Schüler in Oberffeibern ynb Tageshemd. Geschieht dies, so tritt zunächst eine erhöhte Schweiß bild ung ein, während in der darauffolgenden anderen Hnter- richtsstunde eine starke Abkühlung des Ober­körpers ftattfinbet. Dieser Vorgang kann sehr leicht Die Hrsache von schlimmen Erkrankungen werden.

Schüler und Eltern sollten durch Belehrustg überzeugt werden, dah das eben geschilderte Ver­fahren hygienisch zu verwersen ist, und dah das Heben der Schüler mit nacktem Oberkörper oder mit leichter Turnkleidung feine Erkältung herbei­führt, sondern, in der günstigen Jahreszeit be­gonnen, eine Abhärtung bewirkt und damit eine geringere Empfindlichkeit und zugleich eine grö­bere Widerstandsfähigkeit gegen Erkrankungen erzielen hilft. Der Zeitverlust, der durch die Hmkleidung entsteht, kann durch eine intensivere und nicht beeinträchtigte Arbeitsweise ausge­glichen werden.

Für die Schülerinnen enrpsiehlt es sich, auch besondere Turnkleider anzulegen. Ein nicht zu eng anliegender Trikot und eine kurze Hose sind praktischer und Wirten ästhetischer als weite Blusen und Röckchen oder Punrphosen.

Die finanzielle Seite darf bei der Suriv kleidungsfrage kein Hindernis bilden. Die Er-

Deutsche Gedenk-uudweiheMen

Don Borries. Freiherrn von Münchhausen.

Die Stätten, die gute und grobe Menschen auch nur betraten, sind nach den Worten des Dichters geweiht. wie viel mehr dürfen wir als geweihte Stätten jene bezeichnen, die mit der Geburt und dem Tode eines unserer Großen verknüpft sind, an denen sich die gewaltigen Geschicke der Völler im Dröhnen der Frldschlacht oder im Worikampf der Staatsmänner entschieden, die Häuser, in deren niedrigen Stuben die Groh- laten unserer Kultur geschaffen wurden! Tat- sächllch hat doch jeder, der jüngere Freunde, gar Frauen in die Geisteswelt einsührte. die Erfah­rung gemacht, dah der sicherste Weg zum Geiste der durch das Gebäude ist.

Das vom Verlag 3. F. Lehmann tn Mün­chen herausgegebene prächtige und wohlfeile, 93 solcher Weihestätten enthaltende Bilderwerk Deutsche Gedenk - undWeihestätte-n" (Pappbano 4 Mk., 793) vereinigt in weitgespann­ter Heberschau deutsches Erbgut, das erdtttndliche, kunstgeschichtliche und verwandte Bücher sonst in verständlicher Beschränkung barbieten. Besonders möchte ich auf die scharf geprägten Hnterschriften der Bllder Hinweisen. 3ch denke, es wird anderen gehen wie mir: Diese manchmal fast dichterisch kennzxichneichen knappen Sätze machen das Buch erst zu dem, was es ist und sein will: Ein Bil­derwerk deutscher Geschichte und Kulturgeschichte.

Da umweht uns die lül.le Luft der Krypten, in denen die Gebeine der groben Kaiser unseres Volkes dem Tage der Darben zurcifen, - wie viel heftige deutsche Rot, wie viel heihe Kampfes- arbeit schläft unter diesen kalten Steinen! Da ffingt aus den romanischen Dogensenstern der Goslarer Pfalz dasEia Weihnacht, eia Weih­nacht" Heinrichs des Dritten, der das deutscheste Fest fünfmal in der geliebten Harzstadt feierte. Da schreitet Kriemhilds Schatten, klagend um

Siegsried durch die Torhalle des Klosters Lorsch im Odenwalde, und da wandeln wir im Geist über die Stätte dec Ribelungensage zu Worms. Da grüht uns vom waldigen Thüringer Gipscl die Wartbu g, wo sich hohe freundliche Erinnerungen beider Kirchen in einer Weihestättc vereinigen: 3n diesem Werke klingen leise und doch vernehm­lich die deutschen Tröstungen auf:Sei unverzagt, bald Der Morgen tagt!", wie oft war es noch schlimmer zu leben in oeurschrn Landen als ncuie, und doch sang die Geschichte immer wieder: Deutschland, Deutschland über alles!" Hnsere Augen wurden blind, ach, was kann nicht alles Menschenaugen blind machen! Tränen über Tränen und der Staub deS furchtbaren Leidens­weges, durch den wir hiifteuchen und die Mün­dungsfeuer der groben Geschütze und der Rauch über Dem Trümmerhaufen des heiligen Vater­landes. und wieder Tränen und Tränen. Aber über diesem Buche können deutsche Augen wieder hell werden, die Sterne, die über Goethes Wei­mar, über Bismarcks Friedrichsruh und Kants Königsberg strahlen, sind ewige Leuchten gewor­den auch in der finstersten Rächt, nichts kann uns das Leuchten dieser deutschen Sterne nehmen! Aufwärts die Augen, auswärts die Herzen, aus­wärts die Hossnung. Ein Volk^ das solche Weihe­stätten auszuwci en hat, das kann nicht untergehen, Gott wäre nicht Gott, die Geschichte wäre sinnloses Rarrenwerk, unser Schicksal ein blödes Spiel, wenn am Ende dieser Siegesstrahe als Denkmal der Schandpfahl von heute stehen bliebe. Wenn Zungen schweigen, sollen Steine reden, in diesem Werte reden sie eine laute, eine tröst­liche Sprache, die Zinnen Der Burgen und die Türme der Kirchen nicht eindringlicher als Die niederen Fachwerkhärrschm, Darin die Gelehrten und di« Künstler unseres Volkes ihr Werk wirk­ten. Eine ')3reblet will dies Buch sein, ein Schlacktrus soll dies Buch fein, ein Lobgesang wird dies Buch fein!

Der Ohren hat zu hören, der lausche ihm?

stellungstosten Der Turrüteider such well ge­ringer als der Schaden. Der durch Die Ab­nutzung Der Tageskleider in den Hebungsstunden entsteht. Für die gan; unbemittelten Kinder müssen Staat und Gemeinden unterstützend em= treten, wie sie es auch bei Der Beschaffung von sonstigen Lehr- und Lernmitteln bereite seit vielen 3ahren tun.

Wie diese Darstellung zur Genüge beweist, sind Die Turnhallen, Turn- und Spielplätze mll ihren notwendigen Rebenräumen so zu gestalten und zu erhalten, bab sie Den Anforderungen einer neuzeitlichen Schulhygiene entsprechen. Schü­ler und Eltern sind über Die Hneillbehrlichleit einer besonderen Turnkleidung zu belehren und zu überzeugen. Wird Dann die körperliche Er­ziehung allerorts von wohlausgebftdeten Fach­leuten geleitet, so wird ein Geschlecht heran- wachsen. Das gesund, kräftig und toUiensftarf ist.

Wenn auch durch Die Anlage und Erhal­tung hygienisch einwandfreier Hebungsstatten Dem Staat und den (SemeinDen Kosten entstehen, so werden ihnen doch andererseits Durch eine ge­sunde und kräftige 3ugend wirtschaftliche Kräfte erwachsen, die Dem ausgewendeten Kapital Die beste Verzinsung gewähren. Auch werden auber° dem bedeutende Mittel frei werden, Die jetzt zu Wohlfahriszwecken in Genesungsheimen, Kranken- und Siechenhäusern in hohem Mabe angelegt werden müssen.

Länderfutzballspiel Deutschland-Schweiz 2:3.

Das bedeutendste sportlich- Ereignis des gestrigen Tages in Deutschland bildete daS 6 0. Fubballanderspiel der deutschen Ratio- nal-Els auf Dem l860er Stadion in München vor 40 000 mauern gegen Die Schweizer Län­dermannschaft. Leider wurde die Hoffnung, dah diese Begegnung einen Sieg für die deutschen Farben Bringen werde, nicht erfüllt, und die Schweizer tonnten mit 3:2 den Sieger stellen. Was der deutschen Mannschaft vor allem den Sieg kostete, war das vollkommene Versagen deS deutschen Torwächters E r t l - München, der alle drei Tore hätte hallen müssen. Beim deut­schen Sturm versagte vor allem das 3unentrio; besonders Harder hatte einen schlechten Tag. Die schweizer Mannschaft stellte die gcfc^loffenere Elf Dar. Fast unüberwindlich war das Schluhtrio. Der schweizer Sturm war schnell, wohl geschult und schuhfreudig. Ter Spielverlauf gestaltete sich sehr lebhaft.

Die Futzballergebnisse Dom Sonntag.

Mainbezirk.

3m Mainbezirt gab es gestern Heberraschun- gen. Der Spitzenreiter Fubballsportverein Frank­furt a. M. lieh sich von Rot-Weitz - Frankfurt einen Punkt auf dem eigenen Platze nehmen. Offenbacher Kickers verloren gegen den Tabellen­letzten Viktoria - Aschaffenburg.

Hnion Riederrad Eintracht Frankfurt a. M. 3.4 Germania-Frankfurt a.M. FC. Hanau 93 2:0 Viktoria Aschaffenburg Kickers Offenbach 3:2 Viktoria 94 Hanau V. f. L. Reu-3senburg 1:2 Futzballsportverein Frankfurt a. W gegen

Rot - Weih Frankfurt a. W. 1 1

Bezirk Bayern.

F. E. Fürth Schwaben Augsburg 1:3 1. F. C. Bayreuth - V.f.R. Fürth 1:2 Württemberg-Baden.

Freiburger FC. Sportfreunde Stuttgart 5:3. V. f. B. Stuttgart-D. f. R. Heilbronn 3:2. SE. StuttgartSC. Freiburg 1:2.

Phönix KarlsruheStuttgarier Kickers 2:1. Karlsruher F. V.Hnion Bockingen 2:0.

Rheinbezirk.

F. V. Speyer-Pirmasens 0:0.

03 LudwigshafenSandhofen 4:1.

SV. DarmstadtPhönix Mannheim 4:1.

V. s. R. MannheimWaldhof 5:3.

V. f. L ReckarauPhönix Ludwigshafen 1:2. Rheinhessen-Saar.

Hassia DingenI. F. C. 3dar 3:1.

Wormatia WormsSaar 05 Saarbrücken 4:2. Eintracht TrierBorussia Reunkirchen 0:4. F.D. SaarbrückenF. S. V. 05 Mainz 1:1.

Berlin.

Die gestrigen Berliner Futzballnieifterschasts. spiele brachten recht interessanle Resullare. Hertha B. S. C. verlor durch ein 1:1 gegen Vorwärts

einen Punkt, fo datz Tennis-Borussia nach dem 1:0- Sieg über Preußen nur noch einen Punkt zurück liegt. In der Abt. B konnten nur die Kickers durch den 2^)-Sieg über S. C. Charlottenbura ihre führende Tabellenstellung behaupten, während Union Oberschöneweide mit 1:2 gegen Polizei S. V., Rorden-Nordwesi mit 0:1 gegen Union Potsdam, Viktoria 89 mit 1:5 gegen Spandauer S. V. ver­loren.

Ium Fall Opel.

Die Oberste Rationale Sporitommission für Den Automobilsport in Deutschland teilt über den Fall Opel, der noch immer nicht b2igelegt ift, folgendes mit:

Eine Spottiorrespondenz verbreitet, angtb- lich auf Grund einer Mitteilung ihres Frank­furter Korrespondenten, Di? Rachrichl, hab die Bestrafung der Firma Opel von der O. R S. bereite aufgehoben fei. Diese Angabe trifft nicht zu

Die Aufhebung der Suspendierung Der Firma Opel ist vielmehr von der Veröffentlichainz einer Erklärung durch die Firma Opel abhängig ge­mach« worden, deren Wortlaut Die Firma Opel angenommen hat. Diefe Veröffentlichung ist im Augenblick noch nicht erschienen, so dab daher die Suspendierung der Firma Opel d or- läus ig noch besteht.

Entgegen Der Mitteilung Der Korref^virdenz, in Dec von gegenseitigen Zugeständ- n i s s e n Die Rede ist, muh festgestellt werden, datz allein die Firma Opel sich durch ver­schiedene Erilärungen gebunden hat."

Don der Verjährung.

Das Bürgerliche Recht kennt den Erwerb von Rechten durch Ersitzung und den Verlust von Rechten durch Zeit, Die sog. erlöschende Verjährung. Diese ist die durch einen bestimmten Z e i t a b l a u f begrün- Dete Hnmöglichkeit, einen Anspruch zu erzwin­gen, wenn sich Der SchulDner auf die Ver- 1 ährung beruft. Rach § 225 des Bürgerlichen Gesetzbuchs kann Die Verjährung Durch ein Rechtsgeschäft (Vertrag) weder ausgeschlossen noch erschwert werden. Beim Kauf- und Werkvertrag ist die vertragsmätzigc Festsetzung einer län­geren Verjährungsfrist zulässig, kommt aber in Der Praxis wohl kaum vor.

3st Die Verjährung, Die im Prozesse ein- reDeweise geltend gemacht wird, begrüntet, so mutz Das Gericht Die Klage kurzerhand ab- weisen und der Kläger mutz Die Kosten tragen. Es wirk) Die Geltendmachung der Verjährung nicht immer als ein lauteres Kampfmittel im Rechtsstreite angesehen. Wer in Dem Bewußtsein, Datz er Die Forderung seines Arztes oder des Handwerkers noch nicht bezahlt hat, Verjährung vorschützt, tut Hnrecht. Daran ist nicht zu rütteln. Aber Rechtsansprüche können auch nichtctoi^ Dauern. Aus Gründen Der Rechtssicherheit müs­sen sie einmal ein Ende haben. Sonst wäre niemand nach langen 3ahren, wenn alle Be­weismittel für oder wider verloren ge­gangen sind, vor einer Klage geschützt. Der Ver­kehr erfordert Rechtssicherheiten Dieser Rechts­sicherheit Dient auch die Verjährung.

3hr bloßes Bestehen zwingt jeben Gläubiger, zur rechten Zeit mit seinem Schuldner reinen Tisch zu machen, will er sich nicht der Gefahr fchwerer wirtschaftlicher Verluste ausfetzen. Ausdrücklich sei auch an dieser Stelle wieder daraus hingewiesen, daß durch daS Zu­senden von Rechnungen oder Mahnschreiben eine laufende Verjährung nicht unterbrochen wird. Rur Zustellung eines Zahlungs­befehls oder der Klage vor Frist- ab la uf schützen Den Gläubiger! Di e Voc- schristen über Die Verjährung sind in Den Paragraphen 194 ff. Des Bür­gerlichen Gesetzbuchs enthalten. Es kann nicht Die Aufgabe einer Zeitung fein, einen um­fangreichen Gesetzestcxt abzuDrucken. 3eDer lefr Das Gesetz selbst nach unD prüfe alsdann Den eigenen Fall.

3n § 194 Des Bürgerlichen Gesetzbuchs, Ab­satz 1, heißt es mit klaren Worten.Das Recht, von einem andern ein Tun ober ein Hntet» lassen zu verlangen, unterliegt der Verjährung". UnterTun" oberHnterlaffen" ist hier eine Leistung im Sinne bes § 241 BGB. zu verstehen. Diese Leistung braucht nicht immer einen in Geld bestimmbaren Vermögenswert zu haben.

3m einzelnen sei hier folgendes hervorgehoben:

In der Puppenkttnik.

3n diesen Wochen Der schlechten Witterung sinD nicht nur Die Kranienhäuser überfüllt, son­dern auch in Den Hospitälern ganz anderer Art gibt es sehr viel zu tun. Für Die Chirur­gen und Spezialisten bet Puppenkliniken ist jetzt die härteste Arbeitszeit herangekommen, Denn die Kinder wünschen ja nichts fo sehnlich, als Datz Die Weihnachten ihre kranken, verwahrlosten und verftümmelteii Lieblinge wieder vollkommen her­gestellt sind. Es ist ein Zeichen Der inneren An­teilnahme Des Kindes an seinem Spielzeug, Dah viele kleine Mädchen sich von der alten liebgc- wonnenen Puppe nicht Lennen wollen und dieses ihnen ans Herz gewachseneKind" dec schönsten neuen Puppe vorziehen. Aber sreilichein biß­chen kuriert werden" mutz DaS Baby, damit Dem Mütterchen beim Anblick fo vielen IammerS nicht Das Herz bricht, und fo wird denn ganz im geheimen von der groben Mama der Puppen­doktor zu Rate gejogen. Die kleinen Mütter sind nicht etwa ein anspruchsloses Publikum, sie haben sehr scharfe Augen und sind sehr tri« tisch, und wenn etwa die Puppe Lissy anstatt ihres wunderschönen blonden Haarschopses mit einer braunen Perücke zurücktäme, wenn Die Bäckchen nicht mehr in fo schönem Rot erglänzen und Der ausgerissene Arm sich nicht wieder be­wegen könnte, Dann wäre Die Puppenmama furchtbar enttäuscht. Deshalb mutz man in Der Puppenklinik hohe Ansprüche befriedigen, und Die Wiederherstellung der vielenPatenten" ist durchaus feine leichte Aufgabe.Manchmal kostet Die Behandlung einer Puppe sehr viel mehr, als eine neue Puppe kosten würde", erzählte uns die Direltorin" eines solchen segensceuHen 3nsti- tute in einer kurzen Arbeitspause, die sie sich in dieser drängenden Zeit vor Weihnachten ab- stahl.GS gibt wahre Puppentunstwerke, Die sich seit langem in Familien erhalten haben und so etwas wie 'ein guter Schuhgcist Des Hauses ge-

worDen sind. Schon Die Grohmama hat mit der Puppe gespielt: der Mama sind die schönsten Kindheitserinnerungen mit ihr verknüpst, und auch Das Töchterchen mag von keinem anderen Lieblingsbabv wissen. Mit wieviel Zärtlichkeit wird einem Dann daS Schicksal eines solchenTa­lismans" anempfohlen, wenn ein Auge fehlt oder Die Haare Durch den Sturm der Zeiten fort­geweht sind, wenn ein paar Finger oder gar ein ganzes Bein fehlen!" Der Puppendoktor mutz in seinem Fach ein Künstler sein, wenn er bc- friebigenbe Arbeit leisten will. Leim, Drccht- stückhen und Gummi von bestimmter Act sind seine hauptsächlichsten Hilfsmittel. (Beim Er­setzen oder Einrenken eines sehteiiden o^er be­schädigten Gliebes ist Die größte Sorgfalt Darauf zu verwenden, datz das neue Glied in-Größe und Farbe auch vollständig zum ganzen Körper paßt: selbst das Gewicht spielt Dabei eine Rolle, und der neue Arni Darf nicht schwerer fein als der alte, weil sonst die Puppe nicht ordentlich stehen konnte. Die Besestiguna mutz so erfolgen, datz alle Gelenke sich teicht bewegen Das Wichtigste ist natürlich der Stopf Der Puppe, und wenn er locker ist, dann sitzen auch Die Haare und Beine nicht ordentlich. 3st Rase und Mund beschädigt, dann lomnit cti vor allem daraus an, beim (Sc- neue cn Dem Gesicht denselben Ausdruck zu er­halten. Den cs vorher besaß, Denn Die kleine Mutter würde entsetzt lein, wenn sie ihr Püpv- chen nicht in derselben Weise wie sonst anschauen und anlächeln könnte. Sie schwerste Ausgabe aber ist das richtige Einsetzen der Augen: zunächst einmal bedars die Auswahl langen und sorg­fältigen Suchens. Puppenaugen werden in großen Massen und in Den verschiedenartigsten Aus­führungen oesonders im Schwarzwald hergestellt. foo herumziehcmDe Vermittler den Famftien Das nötige Material ins Haus bringen unD Dann die fertige Ware ihnen abnehmen.

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