Einzelbild herunterladen

ländern zu finden. Drei Personen, die auf der älrlifte stehen, haben sich nochmal- in andere Listen eingetragen. Ts ist vielfach gar nicht be­achtet worden, daß die Unterschrift nicht nur aus dem Vor- und Zunamen, sondern auch aus der Angabe des Berufes und deS Wohnortes, bei Frauen auch noch aus der Angabe des Geburts- namens besteht. Eine ganze Liste muhte für un­gültig erklärt werden, weil mit Ausnahme bei einem Hamen alle anderen Angaben durch Striche erfolgt sind. In seinen weiteren Ausführungen beklagte es der Vorsitzende u. a., daß vielfach die Bürgermeistereien versagt ha- ben. Aus manchen Listen hätten am Kopf die vom Gesetz geforderten Harnen gefehlt und die Mitteilung, daß eS sich um Landlagsauflösung handele. Es sei auch festzustellen, ob Liften, auf denen Geldbeträge verzeichnet seien, noch als gültig anzusehen seien. Von den 2290 Listen hätten nicht weniger als 2130 Mängel enthal­ten und hätten zurückgegeben werden müssen. Die Mängel können was das Gesetz erlaubt abgestellt werden. Es sind dann fehlende An­gaben ergänzt worden usw. Die Listen sind zu- rüdgefomnien bis auf 208. Sie enthielten 1.62 642 Unterschriften. Der Hedner legte dann an Bei- spielen Dar, daß vielfach die Mängel trotzdem nicht beseitigt waren und das; sogar Irrtümer in die Listen hineinkorrigiert wurden. Manche L.- stcn wären nachträglich mit einem Kopf versehen worden, was gesetzlich nicht zulässig fei. Falls die Strichelung ©ülfigleit hat, so ergeben die 2082 Listen 80 640 ungültige Unterschriften und 72 002 gültige Unterschriften: im anderen Falle sind noch rund 30 000 Unterschriften zu bean­standen.

In der nun folgenden Aussprache verweist Abgeordneter Widmann (So,;.) auf die Hand­habung von Prüfungsvorschriften beim Reich. Eine genaue Einhaltung der gesetzlichen Vor­schriften für die Prüfung sei notwendig.

Dr. K l e i n k u r t (Dbd.) erklärt: Wir haben nichts gegen eine genaue Prüfung der Unter­schriften: gewiß sind auch zahlreiche Mängel vor­handen, doch was wesentlich ist, d i e Willens­erklärung des Volkes ist klar. Die mehrfachen Unterschriften erklären sich aus der Tatsache, daß zu derselben Zeit Unterschriften für ein Volksbegehren des Sparerbundes gesam­melt ii'urben. Es genügt ja, wenn wir erklären, daß die vom Gesetz vorgeschriebene Zahl zur Einleitung der Volksab- st i t. r.i u n g vorhanden i st. Vielfach, na­mentlich a\ff dem Lande ergibt sich, daß Unter­schriften, die von einer Person herzurühren scheinen, doch von verschiedenen Personen stam­men. Wenn wir alle Einzelheiten prüfen wollen, so werden wir in Wochen nicht fertig. Dem Willen des Gesetzgebers ist Genüge geschehen. Die Strichelung muß anerkannt werden.

Ministerialrat Dorne mann bemerkt dazu, wenn man scharf vorgshe, so wäre noch eine ganze Reihe von Unterschriften für ungültig er­klärt worden.

Dr. Kleinkurt (Dbd.) erwidert: Die erforderliche Zahl von Unterschrif­ten ist erreicht: eS besteht gar fein Zweifel, daß die Volksabstimmung stattfinden muß.

Abg. Widmann (Soz): Wir müssen die Liste' prüfen, denn der Landtag verlangt das.

Abg. Heinstadt (Ztr.): Wir zweifeln nicht am Ergebnis, aber ohne Prüfung können wir nicht sagen, es ist so. Wir kommen um die Klärung einer Reche von Fragen nicht herum.

Abg. Reiber (Dem.): Auch ohne den De schluh des Landtags muß eine Prüfung borge- nommen werden. Man muh auch Einblick in . das Material haben, auch ist die große Zahl ungültiger Ünterfchriften zu beachten.

t Dr. Kleinkurt (Dbd.) bittet um Be­schleunigung des Verfahrens: der Ausschuß

1 brauche sich nicht auf eine Zahl festzulegen, son­dern er könne erklären, daß Die gesetzlich er- ' forderliche Zahl von Unterschriften erreicht sei.

Die Zahl der ungültigen Unterschriften spiele gar leine Rolle mehr.

Im weiteren Verlauf der Verhandlungen bem rft Der Vorsitzende, daß er nichts gegen eine Prüfung einzuwenden habe und er schlägt vor, sie sogleich vorzunehmen. Man einigt sich schließ- lich dahin, zunächst die fehlenden Angaben und die irrigen Ausfüllungen der Spalten zu prüfen.

Rach weiteren Erklärungen werden die Ver­handlungen des Ausschusses auf Freitag ver­tagt.

Eine KabineLtsfitzung.

Berlin. 12. Aug. (LU.) Heute vormittag trat das ReichstabineU zum erstenmal nach dem Sommerurlaub wieder zu einer Vollsitzung zu­sammen. Einen großen Raum der Beratungen nahmen die Erörterungen des Arbeitsbe­schaffungsprogramms ein. Die Einzel­heiten des Programms, insbesondere die Finan- ziernngsvorschläge für die verschiedenen Sonder- gebiete wurden gebilligt. Es handelt sich dabei in erster Linie um größere Aufträge bei Der Reichsbahn, der Post, beim Kanal- und Drücken­bau usw. In -engem Zusammenhang mit der Durchführung des Arbeitsbeschafsungsprogramms erstattete Reichsfinanzminister Dr. Reinhold Bericht über die gesamte Finanzlage des Reiches. Entgegen der ursprünglichen Absicht, die Kabi- nettbesprechungen nach kurzer Unterbrechung zur Entgegennahme des Referats des Außenministers nach 10 Uhr abends wieder auszunehmen, hat man die Befprechungen für heute abgeschlossen und wird am Freitag zu einer neuen Sitzung zusammentreten. Wie von unterrichteter Seite bestätigt wird, dienten die Beratungen der eingehenden Orientierung über die Arbeit der Ressorts. Beschlüsse wurden nicht gesaßt.

Leichter Rückgang der Erwerbslosigkeit.

Berlin. 12. Aug. (WB.) Die Zahl der unterstützten Erwerbslosen in der zweiten Iuli- halste zeigte einen stärkeren Rückgang. Die Zaht ter männlichen Hauptunterftühimgsempsänger hat sich von 1 383 000 am 15. Iuli auf 1 328 000 am 1. August verringert, die Zahl der weiblichen Hauptuntersttihungsempfänger, die bisher in ge­ringem Blaße gestiegen war. von 335 000 aus 324 000. Die Gesamtzahl der Hauptunterstühungs- empsänger ist demnach von 1 718 000 auf 1 652 000, also um 66 000 oder um 3,2 Prozent, die Zahl Der unterstützten Familienangehörigen (Zuschlagsempsänger) von 1 709 000 auf 1645 000 gefallen. Während des ganzen Monats Iuli ist die Zahl Der Unterstützungsempfänger insgesamt von 1 741 000 auf 1 652 000. also um 89 000 oder rund 5 Prozent zurückgegangen.

Die Septembertagung des Völkerbundes.

Englands Auffassung.

London', 12. Aug. (WB.) In hiesigen po­litischen Kreisen scheint man damit zu rechnen, daß Die Studientommission. Die sich mit Der Frage Der Erweiterung des Völkerbundsrates <am 24. d. M. in Genf zusammentreten wird. Das alleinige Thema wird die Frage des spa­nischen Anspruchs sein. Es wird auf eng­lischer Seite gehofft, daß Die Lösung Derartig fein wird, daß Spanien Dem Völkerbund erhalten bleibt. Diese Hoffnung scheint be- stärtt zu werden durch Die Eindrücke, über die augenblickliche spanische Haltung, Die zu Der An- sicht veranlassen, daß eine Vereinbarung inner­halb des Rahmens der Vorschläge Lord Cecils erzielt werden kann. Die Gewährung eines stän­digen Ratssihes an ein anderes Land als Deutschland wird hier im Hinblick auf Die Prin­zipielle Stellungnahme von Ländern, wie z. B. Schweden, zu dieser Frage für ausgeschlof- f e n erachtet.

Im Gegensatz zu gewissen Meldungen in Der englischen Presse werden von polnischer Seite keinerlei Schwierigkeiten erwartet. Für ebenso un­zutreffend wcrden Die Meldungen angesehen, in Denen von französischen Bedingungen für eine Herabsetzung der Besat­zungstruppen die Rede ist. Auf Grund der hier vorliegenden Unterlagen ist man Der Auf­fassung, daß Briand in seiner Unterredung mit Dem deutschen Botschafter in Paris keinerlei Bedingungen über Den Schuh von Separa­tisten gestellt hat. Was letztere Bedingung betrifft, so erkennt man auch vollauf an, daß es für jede Regierung technisch unmöglich sein würde, eine Gewähr für Den Schutz irgendwelcher Per­sonen zu übernehmen.

Bezüglich Der Zahl Der augenblicklich im Rheinland stchLnden alliierten Truppen glaubt man auf Grund Der Statistik Der be­treffenden verantwortlichen Militärbehörden an- nehmen zu müssen, daß das französische Kontin­gent etwa 59 000 Mann, das britische 8000 Mann und Daß belgische 7000 Mann betrage. Die VerminDerung Dieser Gesamtzahl von 75 000 Mann alliierter Truppen um weitere 5 bis 6000 Mann sran'öfischer Truppen auf 6 9 bis 7 0 000 w r c e auf englischer Seite für genügend wirksam erachtet, um in Deutsch- f inD gewürdigt zu werden, besonders weil man hier Den Standpunkt vertritt, Daß über die Be­deutung Des Begriffesnormale Ziffern" nie­mals ein1' Einigung erzielt werden könne. Man scheine sich unter Dielen Umständen auf englischer Seite daher Der Erwartung hinzugeben, daß Der Ausnahme Deutschlands in Den Völkerbund nun­mehr weD._ von Deutscher noch von anderer Seite Schwierigkeiten im Wege stehen Dürsten, und daß Damit die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund und in Den Völkerbundsrat An­fang September sichergestellt sei,

Der Bertram zwischen Frankreich und Rumänien.

Paris, 12.2lug. <WTD.) Die Havas- agentur verbreitet folgende Auslassung über den in Paris zwischen B ri and für Frankreich und Diamandy für Rumänien unterzeichneten Ver­trag. Dieser Vertrag schließe Den Kreis Der Verträge, Die Frankreich mit den Mächten der St feinen Entente geschlossen habe. Er habe ledig­lich die Aufrechterhaltung Der gegenwärtigen territorialen Lage unD die endgültige Herstellung des Friedens in Europa zum Ziele. Er erhalte daher eine besondere Bedeutung durch die Tat­sache, daß die jetzige geographische Grenze Rumäniens noch nicht von Den Mächten einmütig bestätigt und anerkannt worden sei. Die meisten Vertrags­bestimmungen erstrecken sich auf das im Falle eines Konflikts zwischen beiden Ländern zur Regelung vorgesehene Verfahren. Der Vertrag bleibe volllommen in Den Grenzen des Völler- dundsstatuts.

Der mexikanische Kirchenstreit.

Mexiko, 12. Aug. (Reuter.) Das erste Zu- geftänbnid an Die niexilanischeii Katholiken zeigt fid) in einer .Bekanntmachung des Bürger­meisters der StaDt Mexiko, in Der es heißt, daß Die mit Der Ueberwachung. Der Kirchen be­trauten Ausschüsse auf fünf Katholiken und fünf von Den Gemeindebehörden zu ernennenden Per­sonen bestehen können. Bis jetzt wurden sämt­liche OllitglieDcr Der Ausschüsse von den Ge- meinDebehörDen ernannt. Durch ein vom Präsi­denten Ealles und Den Minister des Innern unterzeichnetes Regierungsdeiret wird Die Ka­pelle Des Heiligen Andreas in Vera­cruz beschlagnahmt, um Darin Bureaus für Die Gewerkschaft landwirtschaftlicher und industrieller Arbeiter einzurichten. Zur Begrün­dung wird ausgesührt, daß die Gläubigen Diese Kirche nicht benötigten, während Die Gewerk­schaft, Die für das Volt arbeite, neue Bu­reau räume brauche.

Aus aller Welt.

Schwere Gxplosionskatoftrophe in Budapest.

Am Donnerstagabend ereignete sich in der a u s der D o n a u I n f e I Lzepel bei B u D a p e ft liegenden Munitionsfabrik von Manfred Weiß ein folgenschweres Lxplostonsunglück. 3n den Gebäuden der Jabrif, die sich nach Kriegsende mit der Her­stellung von Pulver, Munition sowie von Textil­waren beschäftigte, lagerten große Vorräte on Pul­ver, Granaten, Schrapnells usw. Gegen 7 Uhr er­lerne plötzlich eine außerordentlich heftige Deto­nation, der in Abständen von etwa einer halben Stunde vier weitere folgten. Aus bisher unbekann­ten Gründen sind die Munitions- und Vulverbe- stände in Brand geraten und explodiert. Die Folgen der Explosion waren furchtbar. Die in der Rahe der Lagergebäude liegenden Bauten stürzten wie diese St zusammen. Selbst im weiten Umkreise wurden reiche Gebäude beschädigt. 3n Lzepel wie auch in den in weiter Entfernung liegenden Dörfern blieb keine Fensterscheibe ganz. Das Gemeindekran­ke n h a n s von Lzepel geriet ebenfalls in Gefahr, so daß die Kranken abtransportiert werden muhten. Die ganze Insel bietet ein Bild furchtbarer Zerstörungen. Das infolge der Explosion aus- I,rechende Feuer konnte nur mit Mühe aus seinen Herd beschränkt werden. Ls sind zahlreiche Ver­letzungen zu verzeichnen, die jedoch zumeist leichterer Ralur sind und vom Cuflörurf oder von Glasscher­ben herrühren. Mit Rücksicht auf die große Aus­

dehnung der Fabrikanlagen wird die genaue An­zahl der verfehlen erst morgen sestgestellt werden können. Die Munitionsfabrik in Lzepel ist die e i n- zige, die nach den Bestimmungen des Trianoner Friedensvertrages in Ungarn in Tätigkeit fein darf. Sie ftcht unter der Kontrolle der militärischen Ln- tenfekommission. Die Detonation bei der Explosion war so stark, daß sie in allen Teilen der Stadt Buda­pest, von der die Insel etwa 20 Kilometer entfernt Hegt, gehört wurde, insbesondere in dem Ofener Stadtteile, hier war die Erschütterung so stark, daß die Fenster klirrten.

Gertrud Ederle in Stuttgart.

Donnnerstag nachmittag ist die Kanal- durchschwimmerin Gertrud Ederle zum Besuche ihrer schwäbischen Heimat in Be- gfeitung ihrer ältesten Schwester in Stuttgart eingetroffen. Auf und vor dem Bahnhof hatte sich eine ungeheure Menschenmenge angefammelt, Die Die kühne Schwimmerin mit Begeiste - rung begrüßte. Vertreter Der Schwimmver- eine trugen sie auf den Schultern vom Bahn­steig zur Bahnhofs balle, wo sie von einem Ver­treter Der Stadt und Dem amerikanischen Konsul herzlich willkommen geheißen wurde. Don Stutt­gart fuhr Fräulein Ederle im Auto nach Bis­singen bei Kirchheim zu ihrer Großmutter. Der Chicagoer Kaugummifabrikant Wrigley hat Gertrud Ederle für den Versuch, Die Strecke von Der Insel St. Catalina nach Dem kalifornischem Festland zu durchschwimmen, 5000 Dollar angeboten. Die Strecke ist etwa 23 Meilen lang und weniger stürmisch als der Aermel- kanal. Wrigley erklärte, er würde alle Anlosten für die Reise nach der Küste und das Training tragen und der größten Schwimmerin Ameri­kas ein angemessenes Gehalt gewähren, gleich­gültig, ob es ihr gelinge, die angegebene Stelle zu durchschwimmen oder nicht.

Schlaft der Internationale» Juristenlonfcrenz.

Wien, 12. Ang. (Wolff.) Gestern nach­mittag sand eine gemeinsame Sitzung aller Sek­tionen der Internationalen Iuristentonferenz statt, Die gleichzeitig Die feierliche Schlußver­sammlung des Kongresses war. Die von den Führern der Kommissionen unterbreiteten Be­schlüsse wurden von Der Vollversammlung ange­nommen. Cs folgten Dann die Schlußreden. -U. a. sprachen der Präsident Lord Phillirnore, Vize­kanzler Dr. Waber und der Präsident des Han­seatischen Obergerichtes Dr. M i t t e l st e i n. Pro­fessor Dr. Walker Danite insbesondere den Mitgliedern des wissenschaftlichen Komitees des Kongresses, Den Verfassern Der wissenschaftlichen Berichte, sowie Den Führern Der einzelnen Kom­missionen und fuhr Dann fort, Der Kongreß habe Die Vertreter verschiedener Völler einander näher gebracht. Das deutsche Volk habe im Kriege und nach dem Kriege schwer gelitten. Wir haben uns nun wieder näher kennen gelernt, so fuhr er fort, und ich Dante auch Sir Graham Dower für Die Worte des Lobes, Die er für Die Armee und die Iuristen Deutschlands gefunden hat. Diese Worte werden einen dankbaren Widerhall im deutschen Volke finden. Die Bande der Sympathie und Freundschaft, die wir hier geschlungen haben, mögen fortbauern.

Brückeneinsturz in Japan. 60 lote.

Infolge des Einsturzes einer anläßlich einer nächtlichen Feier dichtbesetzten Brücke bei Hod- schirimalhi in Hord-Iapan wurden 60 Per­sonen getötet, ebensoviele werden vermißt. Hach heftigen Regenfällen war der Fluß ange­schwollen und riß die hineingestürzten Frauen, Männer und Kinder in der Dunkelheit mit, bevor es möglich war, Hilfe zu leisten.

Schwerer Aebersall.

In der letzten Rächt wurde in einem Dorf bei Osnabrück ein Ehepaar von einem Eindring­ling im Schlafzimmer überfallen. Die Frau wurde von Dem Verbrecher solange ge­würgt, bis sie besinnungslos hintüberstürzte. Dann versetzte der Täter dem Ehemann zwei Beilhiebe auf Den Kops und zündete hierauf das Haus und die Scheune an, die in F l a m m e n auf g i n g e n. Im letzten Augenblick konnte die Frau sich retten; der Mann ist schwer ver­letzt. Der Täter, ein ehemaliger Knecht des überfallenen Ehepaares, wurde heute früh er­hängt ausgefunden. Es soll sich um einen Rache­akt handeln.

Ein neuer Beckehrsflugzeugthp.

Auf Dein Flugplatz Staaken wurde ein neuer Verkehrsslugzeugtyp von der Deutschen Luft­hansa für ihren Betrieb übernommen. Es handelt sich um eine Konstruktion Der Bremer Focke- Wulf-Werke, einen Hochdecker, Der mit zwei Motoren zu je 70 Pferdestärken Typ Junkers L. I. A. ausgerüstet ist, drei Passagiere und Ge­päck befördert und so eingerichtet ist, daß beim Abstellen des einen Motors der Apparat trotz des Drehmoments des anderen Motors mit Hilfe eines großen besonders ausgeglichenen Seiten­ruders geradeaus weiterfliegen kann, wodurch besondere Betriebssicherheit gewähr­leistet ist.

Viehvergiftung.

Auf Dem Gutshofe Der Kreisirrenanstalt Klingenmünster bei Bergzabern verendete ohne jeden Seuchenver dacht oder Krank­heit Der größte Bestand von 24 wertvollen Milchkühen. Der Rest der Tiere zeigt ebenfalls Vergiftungserscheinungen. Cs ist fraglich, ob die­selben erhalten werden können. Der Schaden beträgt etwa 9000 Mk. Die Untersuchung ist ein­geleitet. Die Staatsanwaltschaft ist von Dem Vorgang benachrichtigt worden.

Das Sfeczinger Haus abgebrannt.

Nach Blättermeldungen aus Meran ist das 2000 Meter hoch gelegene Sterzinger .Haus auf dem Saufen abgebrannt.

Brand eines englischen Landsitzes.

Dcr alte Landsitz des Lord Blyth in Stan ft e d (Essex) ist durch ein Feuer fast vollständig zerstört worden. Der 58jährige Lord, der gelähmt ist, mußte von seinem Neffen an einem Tau aus dem Fenster heruntergelassen werden. Das Schloß enthielt zahl­reiche wertvolle Bilder und '.Antiquitäten, die für verloren gelten.

Ein schweres Automobilunglück.

Ein schweres Auto-^lnglück ereignete sich in Der Gegend von Fallersleben. Eine braun­schweigische Auto-Taxe versuchte, ben durch eine Schranke gesicherten Bahnübergang zwischen Ehmen und Fallersleben noch kurz vor Dem her­anbrausenden Zuge zu überqueren. Der Wagen wurde jedoch von Den Puffern der Lokomotive erfaßt, zur Seite geschleudert und voll stä nDig zertrümmert. Von Den Insassen wurde einer sofort getötet, während Die beiten anderen schwer verletzt wurden Der Autoführer Dagegen blieb unverletzt.

Am der provinzialhaupistadt.

Gießen, Den 13. August 1926,

Pilzvergiftungen.

Hach regenreichem Sommer und einer Reihe warmer Iuli- und Augusttage sind Die Vor­bedingungen für ein gutes Pilzjahr gegeben. Pilzsammelnde Spaziergänger sieht man Denn in Scharen Den Wald nach Speisepilzen durchstreifen. Mustert man aber mit Kennerblick die Ausbeute, o ergibt sich, daß ein großer Teil derselben aus wertlosem Zeug besteht. Solange es sich Dabei um Die alltägliche Verwechslung des Steinpilzes mit Dem ungenießbaren, in diesem Iahre besonders häufigen Gallenpilz handelt, oder wenn die Pilz- ammler anstatt des Champignons, Körbe voll von Stinktäublingen, Perl- oder Pantherpilzen bean­tragen, ist die Sache noch harmlos, Denn diese erregen nach Dem Genüsse höchstens Liebelleit. Schlimmer ist es, wenn unter ihnen der nicht eltene Knollenblätterfchwamm sich findet. Dieser ungemein gefährliche Giftpilz siecht in jungem Zustande einem Champignon ungemein ähnlich, Denn das auffallendste Merkmal, Die knollige Scheide an der Wurzel, fehlt oft, und toeitn ge- agt wird, daß das Vorkommen-des- Knollen- ilätterschwammes sich nur auf Den Wald be­krönte, so hat die Erfahrung doch gelehrt, daß er auch auf bebuschten Whängen außerhalb des Waldes Vorkommen kann. Ieder Champignon, dessen Lamellen nicht rötlich, sondern weih sind, ist verdächtig und muh beim Putzen unbedingt ausgeschieden werden. Gefährlich ist Der Knollen­blätterschwamm hauptsächlich deshalb, weil die Giftwirkung erst nach 17 bis 20 Stunden einzu­treten pflegt, nach einer Zeit also, wo das Gift bereits ins Blut übergegaagen ist, so daß Gegen/» mittel nicht mehr viel helfen können. Um sich vor der Gefahr einer Pilzvergiftung zu schützen, gibt es nur ein Mittel, und das besteht Darin, daß man nur Pilze sammelt, die man als Speisepilze ganz genau kennt, auch junge, noch nicht ent/* wickelte Pilze, Die Anlaß zur Verwechslung geben könnten, sowie überständige, alte stehen läßt. Man verlasse sich weder auf Abbildungen, Die manch­mal ungenau sind und die bei der Veränderlich­keit, Die in der Pilzflvra herrscht, auch nie ganz genau fein können, noch auf d.iZ Mitkochen einer Zwiebel eines silbernen Löffels, auf scharfen oder milden Geschmack oder Geruch nach Mehl. Alle diese häufig als untrüglich gellenden Zeichen sind nicht und täuschen. Man beschränke sich beim Sammeln außerdem auf wenige der besten Arten, wie Steinpilz, Champignon, Rothäubchen oder Kapuziner, Birkenpilz, Schirmpilz oder Para­sol- und Cierschwamm. Es gibt zwar für den Kenner noch eine ganze Menge anderer Speise­pilze, aber diese werden entweder leicht madig, oder sie stehen im Werte hinter den genannten zurück. Man überlasse das Einsammeln von Pil­zen nicht Kindern, breite am Abend die gesam­melte Ware aus, lege sie über Rächt tu den Keller und genieße )ie spätestens am nächsten Sage nach dem Einsammeln. Reste einer Pilz- mcchlzeit Dürfen Den Sag Der Zubereitung nicht überdauern. Der hohe Eiweihgehalt Der Pilze, welcher ihren hohen Rährwert bedingt, zersetzt sich nämlich nach kurzer Zeit zu gesunDheftsschäd- lichen Verbindungen und das muß vermieden 1 oerben. R.

Bcrnotrzen.

Tageskalender für Freitag. Verein für Bewegungsspiele: 8.30 Uhr, Universi­täts-Cafe, Monatsversammlung.

*

ee Sitzung des Provinzialaus- schuss es. Am Samstag, 14. August, vor­mittags 8.30 ä.lhr, findet im Sitzungssaal des Re- gierungsgebäuDes eine öffentliche Feriensitzung des Pvoviiizialausschusses der Provinz Ober- Hessen statt mit folgender Tagesordnung: I. Beschoerde Der Elisabeth Himmelreich in Gießen, Kafterallee 14, wegen Heranziehung zui Schneiderzwangsinnung, 8.30 Ahr. 2. Klage bei August Wenzelzu Butzbach gegen Den Bürger­meister der Stadt Butzbach auf Aufhebung der Verfügung vom 16. Iuni 1926, 8.45 Uhr. 3. Klage Des Mühlenbesitzers Friedrich Am end, Scharmühle bei Gronau, gegen das Kreisamt Friedberg auf Aufhebung des Polizeibesehls vom 12. Mai 1925, 9.15 Uhr. 4. Urteilsverkündung betreffend Bürgermeisterwahl Bönstadt, 12 Uhr.

'* Achtung vor Dieben auf der Reise. Mit der Reisezeit hat auch die Hoch­saison Der Gepäckdiebe, Taschendiebe, Falsch­spieler und aller möglichen Arten von Be­trügern begonnen, Die sich Die Unerfahren- beit, Aengstiichteit oder Aufregung der Rei­senden zu Ruhe machen. Mit scharfem Mick wissen sie die geeigneten Opfer ausfindig zu machen. Aus der Tatsache, daß ein einziger Be­amter auf einem Bahnhof während der dies­jährigen Reisezeit 7 Taschendiebe' festnehmen konnte, geht hervor, wie groß Die Zahl der An­hänger Dieseseinträglichen Gewerbes" ist. Das Handgepäck der Reisenden ist in dieser Zeit erhöhter Gefahr ausgesetzt. Die Spitzbuben ver­legen natürlich mit Vorliebe ihr Arbeitsfeld in Die 0-Züge: einesteils weil sie in diesen Zügen wertvollere 'Beute erhoffen, anderenteils wen viele Reisende in Den D-Zügen häufig ihren Sitz­platz verlassen, zum Aufsuchen DeS Speisewagens usw. Man begnüge sich nicht Damit, beim Ver­lassen des Abteils sein Gepäck Der Obhut eines zufällig Mitreisenden völlig Unbefannten anzu­vertrauen. Möglichst soll man Die Gepäckstücke anschließen oder mit Der Gepäckversicherung sich vor SchaDen schützen.

' Straßensperrung. Das Polizei­amt teilt mit: Wegen Vornahme von Pflaster­arbeiten wird hiermit Die Oft anlag e zwi­schen Walltor- und Landgrafenstraße bis auf weiteres für jeglichen Fährverkehr gesperrt.

Oberhesfen.

Landkreis Metzen.

Klein-Linden, 12. Aug. Am kommen­den Sonntag gedenkt der hiesige Männer- gesangvereinHarmonie" Die Gedenk­tafel für seine im Weltkrieg gefallenen Mit­glieder zu weihen. Am Vormittag findet ein Festgottesdienst statt, in Dem Pfarrer 21 der- m a n n predigen wird. Die Weihe Der Tafel erfolgt am Rachmittag.

f Klein-Linden, 12. Aug, Ein schwe­res Gewitter mit starkem Hagelschlag ging heute mittag über unserer Gemarlung nieder. Die Wassermassen richteten besonders an Der fteilabfallenDen Kirchstraße erheblichen Schaden an. Links und rechts Der beiden Wasserrinnen wurde die Straßendecke fortgeschwemmt, so daß