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Sern unb Schafen rn der Hauptstiche mittel bi8 roi Kälbern und Schafen verschiedentlich Such flott, bei Schweinen dagegen überwiegend Mittel bis schleppend, und nur vereinzelt leb­haft. Die Auftricbsziffcrn haben für alle Gat­tungen weiter wesentlich zugenommen, ganz be- svnderS für Schweine, die im Zusammenhang damit auch besonders unter rückläufigen Preisen litten, während die Preisschwankungen bei den übrigen Gattungen nur geringfügig waren und mehrfach sogar eher zur 'Festigkeit neigten.

Auf den nachstehenden Märkten wurden für 1 Pfund Lebendgewicht in Pfennig notiert:

Rinder

'Berlin 19-53

Bremen 25 - 52

Breslau 18-53

Chemnitz 18-52

Dortmund 20-60

Dresden 24-56

Düsseldorf 25 - 63

Elberfeld 24-58

Essen 25-60

ZrankfurtM. 15-62

Hamburg 14-54

Hannover 15-56

Husum

Karlsruhe 18-58

Kassel 20-55

Kiel 14-53

Köln 20-60

Leipzig 20-53

Magdeburg 15-53

Mannheim 14-57

München 17-56

Stettin 15-52

Stuttgart 12-54

Zwickau 15-45

Kalber

Schafe Schweine

40-85

27-47

70-81

40-95

35-55

74-88

51-75

30-52

70-89

55-88

30-45

75-98

40-95

25-50

85-93

56-82

30-58

60-96

50-93

78-93

50-95

25-50

78-92

55-110

34-48

76-90

50-85

25-48

70-93

30-94

70-87

30-85

20-50

77-88

65-78

80-94

50-65

77-93

29-82

24-52

56-87

55-110

32-42

70-91

45-73

30-55

70-96

35-66

15-45

70-90

52-68

24-38

72-91

74-86

58-92

30-85

15-42

70-88

60-87

54-90

45-77

30-50

82-94

* Opelwerte in Rüsselsheim. Wie bereits gemeldet, haben die Opelwerke den Be­trieb ihrer vor Weihnachten stillgelegten Werke, allerdings noch nicht in vollem Umfange, wie­der ausgenommen. Hierzu erfährt der DHD. von der Verwaltung, daß inzwischen größere Aufträge, darunter vor allem Aus landaufträge aus Spanien und Südamerika, eingelaufen seien, die der Unternehmung eine Beschäftigung für etwa ein halbes Jahr sichern. Die Umstellung auf Massenfabrikatton ermögliche eine Tages­leistung von 200 Kraftwagen.

3. G. Farbenindustrie A. G. in Ludwigshafen. Am Samstag sand in Lud­wigshafen die erste Sitzung des A.-R. der 3. G. Farbenindustrie 21. G. statt. Zum Vorsitzenden wurde Geheimrat Prof. Dr. C. Duisburg und zu stellvertretenden Vorsitzenden Dr. W. vom Rath. Prof. Dr. C. Müller und C. Wein­berg gewählt. Zum Vorsitzenden des Vorstandes und des Arbeitsausschusses wurde Geheimrat Prof. Dr. C. Bosch ernannt.

Der Verkauf von Aktien der Dresdner Bank an Amerika. Wie das Berliner Tageblatt" zu dem Verkauf von Ak­tien dcr Dresdner Dank an die Rewhorker Bank­häuser Hallgarten u. Co. und Lehmann Bro­thers erfährt, handelt es sich um einen Betrag, der die Summe von vier Millionen Mark über­schreitet und der noch eine Vergrößerung er­fahren kann unter der Voraussetzung, daß eine günstige Plazierung der Aktien in Amerika er­folgt. Der Verkauf der Aktien ist etwa zum Tageskurs erfolgt. Ein Eintritt von Mitgliedern der amerikanisch eit Dankgruppe in den Aus­sichtsrat des Dresdner Dank kommt nicht in Betracht.

Die größte amerikanische Ak- tien-Emission. 55 Mill. Dollar Aktien. Die Dillon, Read & Company in Reuhork hat dieser Tage 55 Mill. Dollar Aktien der Rational Cash Register Company zur Dub- skriptton zum Preise von 50 Dollar pro Stück ausgelegt. Die Emission ist zehnfach überzeich­net worden. Der Kurs ging alsbald aus 54 Dollar hinauf. Die Transaktion ist eine der größten Akttcn-Emiksionen. die in Rordamerika ft a «gefunden haben.

Berliner Börse.

(ßigenet Drahtbericht desGießener Anzeigers".) Berlin. 13. 3an. Die Börse begann an den führenden Aktienmärkten in schlapper Hal­tung. Die gestern bereits stark ermäßigten Schlußkurse wurden heute noch um 1 bis 2 Proz. unterschritten. Die Realisationen im Hin­blick auf den bevorstehenden Medio nahmen ihren

Franziska.

Roman von Lies bet Dill.

42. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Er war in der wissenschaftlichen und medi­zinischen Welt anerkannt. Jedes Kind in Son­nenberg tonnte einem Fremden feine Wohnung zeigen, seine Erfolge verbreiteten seinen Ramen im Ausland. Patienten und Assistenten verehrten ihn. Seine Herrenessen waren berühmt. Mäßig in allen Genüssen, achtete er darauf, sein Herz nicht zu ermüden. Er fühlte es immer nach seelischen Erregung, daß sein ganzes Rerven- system in Vibration geriet, und das durfte nicht sein bei dem Chef eines großen Krankenhauses.

Seine Welt war abgeschlossen. Tagsüber gehörte er der Allgemeinheit an. Er war gern allein mit seinen Lehrern, seinen Büchern, der Wissenschaft. Rur über eins kam er nicht hin­weg, über den süddeutschen Frühling. 3edes 3ahr, wenn er wieder blühte, fühlte er einen fast körperlichen Schmerz. Er berauschte sich an dem Fliederdust, den heiteren weiß und rosa Blütengärten. der Pracht der aufbrechenden Ro­sen, aber er genoß ihn nur mehr wie ein Schauspiel, bas man für ihn gab. Er fühlte, daß irgend etwas für ihn aus immer vergangen, verblaßt, feine Kraft verloren hatte, und je­desmal. wenn der Frühling kam mit feinen aufbrechrnden Fliederbüschen, die über den Mau­ern des Schloßparks hingen, ging er fort, ins Ausland oder ans Meer, wo es noch keinen Frühling gab.

Es war einer jener melancholischen herbst­lichen Rachmittage, da die Bäume in bunten, prangenden Farben leuchten und die Walder auf den entfernten Höhen in Flammen zu stehen scheinen, aber an denen man schon den Moder und die Vergänglichkeit in der Luft spürt, der uns ahnen läßt, daß die so üppig vollbelaubten gelben Bäume, die Büsche am Hf er, der wilde Wein, der über die Gartenmauer hängt, nur auf einen kräftigen Windstoß warten, um die flammende Last abzuschütteln.

Der Himmel war von dem zarten rosa Ton

Damm:

Frankfurt a.M.l Berlin

Fortgang, während von auswärts keine Kauf­aufträge von Belang Vorlagen. Die anhaltende Geldflüssigkeit und die Diskontermähigung blieben daher ohne Einfluß auf die Stimmung, vielmehr trat infolge der innerpolitischen Schwierigkeiten durch das dauernde Hinauszögern der Kabinetts­bildung eine starke Verstimmung ein. Die Llmsahtätigkeit war daher infolge der Unklarheit über die weitere Entwicklung der Börse sehr gering. Verstimmend wirkte auch die erneute starke 2lbschwächung des französischen Franken auf 130,25. später 129,60, gegen London. Das englische Psund lag heute international sehr fest, so daß sich sämtliche europäischen Devisenkurse einschließlich der Reichsmark (20,40) etwas ver­schlechtert haben. Warschau behielt gegen Kabel seine bisherige Festigkeit. Am Geldmarkt ist die Lage unverändert flüssig. Tägliches Geld war zu 6 bis 8 Proz. reichlich angeboten. Monatsgeld nominell 8.5 bis 10 Proz.

Börsenkurse.

5% Deutsche RcichSanleibe 4% Deutsche RetchSanleihe . 3',V7o Deutsche Rcichsanlethe 3% Deutsche Reichsanlcihe . Tcuiichc Svarprämicnanleihe 4% Preußische Konsuls - . 4° o Hessen..........

3'/i% Hessen 3% Hessen Deutsche Wertd- Dollar-Anl. dto- Toll -Schatz-Anweiing.') 4% Boatürfen.........

5% Goldmcrikaner Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank Tarrn ft. und Nationaldank . Deutsche Bank.........

Deutsche BcreinSbank .... Diöconto Commandit . . . Metalldank...........

Mitteldeutsche Ereditdank. . Dcsterreichische Credftanstall. Westbank Bochumer Guß ....... Buderus......

Caro Deutsch-Luxemburg ..... ö>clscnkirchcner Bergwerke. . Harpencr Bergbau......

Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln.....

Laurahüttr . . . . . Lbcrbedarf . Phönix Bergbau Rheimlahl...........

Nie deck Montan .....

Tellus Bergbau. ...... Hamburg-Amerika Paket... Norddeutscher Llovd . ...

Theraunsche Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp £oUntann......

Änglo-Eom-Gnano . ... Badische Anilin........

(ybemmtie Mader Alapia » . Goldschmidt Griesbeimer Electron . . . . Höchster Farbwerke...... Holzverkohlung ....... NütgerSwerfe ........ Scheideanstalt . ......

Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann Mamkraftwcrke ....... Schuckerf....... *.

Siemens i Halske ..... «dlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt......... Meguin. ...........

Motorenwerke Mannheim Frankfurter Armaturen .. Konservenfabrik Braun . . . Metallgesellichaft Frankfurt. Pct. Union A.-G Schuh'abrik Her; Sichel..............

.ScUftoff Saldhof......

Zuckerfabrik Frankenthal ..

Zuckerfabrik Waghäusel . . .

Frankfurter Börse.

(©igener Drahtbericht desGießener Anzeigers".)

Frankfurt a. M 13. 3an. Tendenz: Schwächer. Die Aufwärtsbewegung an der Börse dürfte als erledigt zu bettachten fein. An ihre Stelle ist wieder ein gewisser Pessimismus getreten, der heute durch das Scheitern der Großen Koalition eine Verstärkung erfuhr. Die Derfttmnrung brachte Material an den Markt, das aber immer noch ziemlich glatte Aufnahme, bei allerdings teil­weise stark ermäßigten Kursen, fand. Die Spe- kulatton beobachtete größere Zurückhaltung, so

Schlug»! l»Ubr» 1

Schluß»!

Kur» 1

Anfang flurc

fiurc 1

Nur» I

12. 1. | 13.1. |

12. L

13. 1.

0,2161

0.213

0.22

5.2125

1,267

0,25

0.25 1

) 2325

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_ !

0.16

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0,2575 1

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i

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90.2.')

92

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08.45

98,55 1

-

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141*

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139.2*

100*

100*

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100*

110,5*

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108,5*

107,7*

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107,7*

81.75

80,5

94.5*

81*

94.15

6.7

6,5

6,62

6,4

0,091

0 031

70*

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34.75

34,75

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38.75

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67.75'

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73.5*

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107,5

112,25

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31

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53,75*

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1 66,5

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82

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88

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»u*

89,25*

73,5

74

73.5

65.2.*

63*

65,35*

62.5*

76*

77.5*

75*

31.5

| 31,25

30.25

39.75

28.5

28

27,9

37,5

19

29

31

.

22,5

92

92

E

52

52

51.5

20,6

! 20,5

21

2,1

! 2

2

90.25

90,25

89

89,75

48

48

41

1 40,5

40

bafii int allgemeinen das Geschäft ruhig verlief Eine Ausnahme bildeten Schiffahrtsaktie n^ die infolge gesteigerter Rachfrage starke Kurs- erhohungen zu verzeichnen hatten. So fonntem Hapag imt 2 Proz. und Rordd. Lloyd um 3 Proz. anziehen An diesem Markte war das Geschäft überaus lebhaft, teilweise sogar stürmisch. Alle anderen Marktgebiete waren dagegen schwächer gestimmt. Am stärksten Wirkteil sich die Rückgänge in Chemiewerten aus, die Kurseinbuhen bis zu 3 Prozent zu verzeichnen hatten. Besonders stark waren Goldschmidt gedrückt (3,5 Prozent). Kaliwerte waren ebenfalls scharf rückgängig bis zu 3 Prozent. Am Mont an markt be­trugen die Einbußen bis zu 2 Prozent. Elektrowerte gaben bis zu 1 Prozent nach. Von A it t o a f t i e n waren Kley er um 2,5 Proz. abgeschwächt. von Maschinen Karlsruher um 2 Prozent niedriger. Bankaktien wiesen nur geringe Veränderungen auf, doch ging auch hier die Tendenz nach unten. Der Einheitsmarkt der 3ndustriepapiere lag überwiegend schwächer. Deutsche Anleihen lagen still und gaben weiter nach, besonders Schuhgebietsanleihe. P f a n ö b i c f e schlossen sich der schwächeren Strömung an. Am Auslandrente n- markt standen .Ungarn im Vordergründe des 3nteresses und hatten bei gesteigerter Rachfrage ansehnliche Gewinne zu verzeichnen. 3m Freiverkehr kam es gleichfalls zu Rückgängen. Benz 29 Proz., Brown°Boveri 50 Proz., Entreprise 9, Growag 44, Krügershall 76 Proz.. Ufa 50 Proz., Ufra 57 Proz. Fest lagen Deutsche Petroleum mit 67. 3m weiteren Verlaufe erhielt sich das starke 3nteveffe für Schiffahrtsaktien, die weitere Kurs­steigerungen erzielten, wodurch auch die allge­meine Stimmung etwas zuversichtlicher wurde. Der Geldmarkt ist unverändert leicht. Täg­liches Geld ist unter 7 Proz. reichlich angeboten. Monatsgeld 8"o bis 10 Proz. je nach Adresse. 3m Devisenverkehr blieb London sehr fest, dagegen war Paris gegen London stärker abge­schwächt. Das englische Pfund notierte gegen Kabel 4,853/4. Paris gegen London 129,70. Die übrigen Valuten waren unverändert.

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

Telegraphische Auszahlung.

12 Ian.

13. Jan.

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

(Selb

Brief

Geld

Brief

Amst.-Rou

168,56

168,98

168,64

169,06

Burn--Aires

1.737

1, <41

19,07

1,737

1,741

Brss.-Autw

19.03

19 045

19.085

Ehrfstiania.

85,70

85,92

85,44

85,66

Kopenhagen

104,39

104,65

104,37

104,63

Stockholm .

112,34

112,62

112,34

112,62

Helftngfors

(0,555

10,595

10,555

10,595

Italien. .

16,945

16,945

16.92

16,96

20,422

London. .

20,863

-0,413

80,372

Neayork . .

4,195

4,215

4,195

4,205

Paris. . .

16.055

16,695

15.69

15.73

Schwei; .

81,01

81,20

81 031

81.335

Spanien. .

59,58

59,72

69.38

69,52

1,849

Japan . . . Rio de Jan.

> ,836

1,815

1,84.'.

1.624

0.626

0.626

1,628

Wien inD- Oest. abgest

.9.04

69,18

59,05

59,15

Prag .... Belgrad . .

12.415

12,455

12.417

12,457

7,4t

7,43

7.41

7,43

Budapest. . Buloanen

5,87

2,965

5.89

3,975

5,87

2,965

5,89

2,975

Lissabon

21.305

21,355

21 305

21,855

Damig. . . Konstantin.

80,73

80,93

80.76

80.96

8,23

2,24

2,223

3,245

Athen. .

5.715

5.735

5»? Io

5.735

Canada. . .

4.19

4.20

449

4,20

Uruguay .

1,305

4,315

4,305

4.315

Banknoten.

Berlin, 12 Jan.

Geld

Brief

Amerikanische Noir» ..... Belgische Noten ........ Dänische Noten ........ Englische Noten........ Französische Noten ...... Holländische Noten ...... Italienische Noten......

Norwegische Noten...... Dentsch-Ocsterr., ä 100 Kronen Rumänische Noten......

Schwedische Noten......

Schweizer Noten.......

Spanische Noten.......

Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten. . ....

4.189

18,99

101.19

20,331

16,07

168,25

16.95

85,56

58,94

112,13

80,97

69.44

12.395

5,83

4.209

19.UJ 101,71 20,431

16 15 16*1.09

17,03

85.89

59,24

112,69

81,37

59.74

12.455

5,87

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 13. Jan. Es wurden no­tiert: Weizen, Wetterauer 25,75, Roggen, inländi­scher 17,50 bis 17,75, Sommergerste für Brauzwecke 22,50 bis 25, Hafer, inländischer 18,50 bis 21,50, Mais, gelb 21, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0 40,75 ms 41,25, Roggenmehl 26 bis 26,50, Weizen­kleie 11,10 bis 11,30, Roggenkleie 11,25 bis 11,50. Tendenz: Unverändert.

überhaucht, den die scheidende Sonne hinter­lassen hatte, die Luft war mild, weich und still, man spürte sie nicht in diesem sanften lila Licht, das alles eiidjüHte, die farbigen Bäume, die roten Weiden, den weihen Rebel, der von dem Flusse auf flieg. Langsam zog das klare, ruhige Wasser dahin, in dem sich die flam­menden Bäume spiegelten und auf dessen Flut große, breite gelbe Platanenblatter trieben.

Hasse machte seinen Spaziergang zwischen den Rachmittagsbesuchen und einem Herren­essen, das heute abend in seinem Hause statt­fand. Seit zehn 3ahren ging er jeden Tag um dieselbe Stunde auf demselben einsamen Weg. am Botanischen Garten vorbei durch die Anlagen bis zu den Wiesen am Fluß, auf dem ihm höchstens ein Bahnarbeiter mit feiner Harke oder der Laterne begegnete. Hier überlegte er gewöhnlich feine wissenschaftlichen Arbeiten, und seine Aufmerksamkeit wurde durch die flache, ruhige Landschaft nicht abgelenkt; er hatte sich an sie gewöhnt wie an die regelmäßig Wie­derkehr enden Arbeitsstunden. Er schritt an dem schmecken Fluß dahin in Gedanken.

Am Himmel stand schon der Mond, groß, voll und rund, eine gelbe Scheibe, die kein Licht wars, sondern dort oben am Himmel hing wie ein Ballon, den Kinder fliegen ließen. 3n den Anlagen wurden bereits die Lichter ange­zündet, ein Laternenanzünder ging auf dem an­deren Ufer von einem Laternenpfahl zum andern und hinterließ überall ein rotes Licht, das wie ein trübes Auge durch die feuchte lila Däm­merung blinkte, ohne zu leuchten, wie der Mond, der zu früh aufgeftiegen war.

Dieser unnatürlich gelbe Mond war Hasse unangenehm, er wußte nicht, warum. Er ver­folgte ihn, und wenn er ins Wasser blickte, sah er die gelbe Scheibe sich dort unten spiegeln. Er erinnerte ihn an irgend etwas, das mit einem Theatermond -zusammenhing, der zwischen funkelnden Sternen an einem südlichen tiefblauen Rachthimmel stand und auf eine in lila Licht getauchte Terrasse blickte, er war nicht gelb gewesen, sondern silbern. Vielleicht ist er jetzt alt geworden, der Mond, dachte Hasse.

Die bunte, sterbende Ratur in solch neblig linder Luft, in der er dahinschritt, kündigte

den Herbst an. Es wird Herbst werden, dachte er, auch für dich.

Vor solchen Gedanken muß man sich hüten, wenn man einsam geworden ist, und es ist an­genehm, fröhliche Gäste bei sich zu sehen an Tagen, da man anfängt, über Vergangenes nach- jubenfen, das weiter hinter uns liegt, von un­durchdringlichem Rebel verdeckt. Doch sie ka­men wieder und zauberten ihm Bilder vor aus einer fernen Zeit, ohne daß er fie abwehren konnte.

An derselben Stelle einer sumpfigen Wiese mit einem schiesstehenden Wegweiser, kehrte er um, ohne es zu wissen, wie jeden Tag um dieselbe Stunde, und er ging zurück durch den Schloßpark, wo er die Straßenbahn nahm.

Als er das ehemals von Worth bewohnte große graue Haus betrat, schlug ihm ein war­mer, würziger Duft nach Pasteten aus der unter­irdischen Küche entgegen. Der Gärtner war eben damit beschäftigt, den hohen, kahlen Hausflur mit grünen Pflanzen zu schmücken. Diese schweren Lorbeerbäume, die düsteren Zypressen erweckten in ihm die Vorstellung einer Feierlichkeit, der gerade der Arzt gern fernbleibt. Wie ein Be­gräbnis erster Klasse, dachte Hasse, und er wies mit dem Stock alle großen Bäume fort. Oben sah er seine Wirtschafterin mit einer Pfanne voll glühender Kohlen in den Salon eilen, eine Art, den Ofen einzuheizen, die er ihr streng unter­sagt hatte, des weihen Persers wegen, der mit dieser Wohnung in seinen Besitz übergegangen war. 3m Flur empfing ihn der Koch, um seine Anliegen vorzubringen. Der Fasan hatte Haut­gout. die Wirtschafterin hatte ihn, nach seiner Weisung, acht Tage am Schwanz an das Kü­chenfenster gehängt, da es aber geregnet hatte, roch er, und er hatte ihn weglassen muffen. Er reichte Haffe die geschriebene Speisenfolge.

3n Haffes Haus gab es zwischen Fisch und Braten stets einen warmen Pudding. Alle Köche hatten sich erst dagegen gesträubt, jetzt war es Mode geworden, ihn zu geben.

Und zuletzt kleine Toasts mit Camembert gefüllt, paniert und in Butter gebacken", meinte der dicke Koch, dessen rotes Gesicht unter einer tadellosen weißen Mühe dunkel glänzte wie das eines Mohren.

Bücherttsch.

Dieses Deutsch! Ein froher Führer zu gutem Stil von Paul Georg Münch (Dürrschc Buchhandlung, Leipzig). Das Buch ist eines jener Werke, die mit Lebendigkeit und Liebe daS Hebel an der Wurzel in der Schule zu packen versuchen. Der deuttche Schulaufsatz also steht im Mittelpunkt der Ab­handlung und sucht Klarheit zu schaffen über den Sinn des Aufsahschreibens, gibt Vorschläge für die Themenwahl und die Art ihrer Behand­lung und geht endlich ganz positiv an die Auf­bauarbeit mitZehn Geboten, die Kinder zur Freude an der Muttersprache zu erziehen".

254

Der englische 'Boccaccio den beschaulichen und kecken Canterburygeschichten des seligen Herrn C h a u c e r nacherzählt von Kurt Offenburg. (3m Sibyllen-Verlag. Dresden.) Das Buch gibt eine stark gekürzte Auswahl aus den besten der zahlreichen Chaucer-Geschichteu, gut überseht und geschickt zusammengestellt. Der Reiz des Originals bleibt jedenfalls durchaus erhalten. Und das ist schließlich "Aie Haupt­sache. So eignet sich das Buch zur Lektüre für weiteste Kreise, die an der Erzählerkunst dcs alten Engländers ihre Freude haben. 177

Alfred Wolfen st ein,Der Narr der 3 n f e l" (Verlag Die Schmiede). Alfred Wolfensteins neuestes Drama zeigt den Dichter als Verkünder neuer Cmpfindungswelten, den Crwecker eines neuen Gewissens. Rur die letzte Hingabe findet Gnade, wer sich nicht ganz gibt, wer heute schon Glück will, der istDer (Harr der 3nsel", der irgendwo, weltfern, mit wenigen genießen will, was keiner genießen darf, so­lange die übrige Menschheit entbehrend kämpft. Wolfenstein will Mittler sein und Kampfer einer neuen, brückenschlagenden Lebensidee, die Ge­heimnis und Klarheit ihre Fundamente nennt.

635

Heinrich von Kleist, Werke. Her­ausgegeben von Karl Federn. (VolkSverband der Bücherfreunde.) Ein neuer Kleist, vom Her­ausgeber eingeleitet und forgfättig in allen Einzelheiten geordnet und überprüft, fo daß manches in anderem Zusammenhang ein an­deres Gesicht erhält. Insbesondere auch füll) die Briefe um einige bisher unbekannte ver­mehrt. Die Biographie geht mitunter eigene Wege und kommt zu eigenen Urteilen; ste ist vornehm, fachlich, Har. 125

Letzte Nachrichten.

Dr. Luther mit der Kabinetts­bildung beauftragt.

Berlin, 13. Jan. (TU.) wie die Telegraphen- Union erfahrt, Hal der Reichspräsident den geschäflssührenden Reichskanzler Dr. Lulhec heule mit der Regierungsbildung beauftragt. Dr. Luther hak den Auftrag angenommen.

General Keim f.

Fügen heim a. d. B., 18. Ian. (WEN.) G neraUeutnant August Keim, der Gründer des Den!- fchen Webrvereins und Mitbegründer des Flottci Vereins, ist hegte hier im Alter von 81 Jahren ver­storben.

General Keim entstammt einer alten hessische» Soldatenfamilie. Auch er wandte sich dem Soldaten­beruf zu und wurde 1864 Leutnant im 4. Hessischen Infanterieregiment. Im Feldzug 1866 wurde er schwer verwundet. Den Krieg gegen Frankreich 1870/71 machte er in Adjutantenstellungen mit. Später kam er in den Großen Generalstab, wurde Lehrer an der Kriegsakademie und nahm schließlich als Komandeur des Füsilierregiments Nr. 40 im Jahre 1898 den Abschied. Alsdann wandte er sich mit der ihm eigenen Energie der Vertretung dcs Flottengedankens zu. Als aber der von ihm mit geschaffene Flottenverein ihm zu sehr ins Regierungsfahrwasser zu geraten schien, trat er von der Leitung zurück. Er widmete sich nun in erster Linie dem Alldeutschen Verband und schuf neu den Wehr verein, der die Annahme der Heeresvorlagen kurz vor dem Kriege mit durch­zusetzen wußte. Im Weltkrieg übernahm K. zuerst die Landsturminspektion Lütttch und war dann von November 1914 bis März 1918 Militärgouverneur der belgischen Provinz Limburg. Seine Erinnerun­gen an ein an militärischen wie politischen Kämp­fen reiches Leben hat er in einem interessanten Buch niedergelegt, das im vergangenen Jahre erschien.

Das wäre wohl alles", sagte Hasse.Den Mokka macht meine Wirtschafterin. (Riemanb bereitete ihm den Kaftee nach seinem Geschmack. Sie hatten alle Sorten durchgeprvbt, zuletzt war die verzweifelte Wirtschafterin darauf gekom­men, ihn durch einen verfilzten Strumpf zu gießen, er wurde gelobt, und es blieb bei der Methode.

Absagen waren keine gekommen. Bet einem Herrenessen sagte niemcmd ab.

3m Gßsaal stellte der Lohndiener eben die Glasschüsseln mit den großen kalifornischen Früch­ten auf. Wie Stilleben sahen die schweren fit- bernerr, mit großen Trauben, glanzenden Datteln unb Muskatellerfeigen gefüllten Körbe aus, in Heinen silbernen Körben prangten die Salz- mandeln, die kandierten Früchte, die kleinen Fon­dants und Desserts. Alles schien in Erwartung der Gaste und eines gut frotber&teten Dineks. 3n großen, flachen Porzellanschalen blühte nied­rig eingepflanzter Goldlack und Reseda, die einen angenehmen und unaufdringlichen Dust verbrei­teten, ohne den Geschmack zu beeinflussen.Der Rotwein kommt in Karaffen, der Sekt ordent­lich stappiert, Mosel darf nicht die Flasche wech­seln", prägte er dem Lohndiener ein.

Das Licht des Kronleuchters war durch leichte rosa Schleier auf ein mildes, gedämpftes herabgestimmt. Haffe erwartete heute nur Klub­mitglieder, man würde davor sicher fein, feinem politischen Gegner ggeenüberzusitzen, der bet dem dritten Gang auf Rapoleon, Marx oder Bis­marck Tarn, medizinische Fachgefpräche kosteten unter Klubmitgliädern Strafgelder.. - es war heute alles auf das ruhige Genießen geftinimt.

Während!)efsen war fein Heiner Diener im­mer neben ihm hergelaufen, einen Zettel in der Hand, endlich wandte sich Haffe an ihn. Die Zettel kannte er, es waren meist eilige Be­stellungen, die ihn in letzter Minute norf> fort« riefen. Er las ihn flüchtig.

Eine Dame im Hotel Europa, schwer er- krantt, erwartet Herrn Professor möglichst so­fort." Das kommt recht ungelegen, dachte er, Die iltjr ziehend, eS war halb fünf Uhr, um acht war geladen... Immerhin, er mußte wie­der fort.

(Fortsetzung folgt.)