Macht die Blinden erwerbsfähig!
Von Blindenlehrer 3. Kranz- Friedberg.
Wenn ich zu dieser Angelegenheit das Wort ergreife, so geschieht es deshalb, wett mir das Wohl meiner Schicksalsgenossen sehr am Herzen liegt. Ich bin selbst durch Kriegsverletzung erblindet und seit 1920 als Lehrer an der Hessischen Blindenanstalt zu Friedberg tätig, stehe also stets mit Blinden in engster Fühlungnahme, infolgedessen bin ich mit der Blindheit und ihren Folgen genau vertraut. Aber auch die Mittel und Wege habe ich kennengelernt, die dazu angetan sind, die furchtbaren Wirkungen der Erblindung ganz beträchtlich herabzumindern und den Blinden ihr schweres Los erträglich zu gestalten. Darum gerade betrachte ich es als eine selbstverständliche Pflicht, die Oeffentlichkeit über obige Frage aufzuklären und ganz besonders den Eltern und Erziehungsberechtigten blinder Kinder zu zeigen, welches der größte Liebesdienst ist, den sie ihren vom Schicksal so schwer heimgesuchten Pflegebesohlenen erweisen können, ja zu erweisen unter allen Umständen verpflichtet find.
Die Folgen der Erblindung sind ungemein schwer. Bein äußerlich zeigen sie sich schon dadurch, daß.die Blinden in ihrer Bewegungsfreiheit ganz erheblich behindert sind. Weit folgenschwerer aber sind die Wirkungen der Erblindung auf das seelische Leben. Deren Bedeutung in ihrem vollen Umfang zu erfassen, ist einzig und allein nur den Blinden möglich. Ich will jedoch davon absehen, die seelischen Einwirkungen der Blindheit einer eingehenden Betrachtung zu unterziehen. Vielmehr soll es meine Aufgabe sein, zu zeigen, wie diese in ihren Folgen wesentlich vermindert werden können.
Soll der von der Tücke des Schicksals mit Blindheit geschlagene Mensch zeitlebens unter den furchtbaren Folgen der Erblindung leiden? Vein und abermals nein! Es gibt Mittel und Wege, diese Schäden bis zu einem gewissen Grade zu beseitigen. Ich bin selbst als Blinder diese Wege gegangen imb fasse die daher gemachten Lebenserfahrungen in die Sähe zusammen : Erziehe die Blinden zu brauchbaren Bürgern! Mache sie zu nützlichen Gliedern der menschlichen Gesellschaft! Befähige sie zur Leistung nutz- und verdien st bringen der Arbeit! Hinweg mit dem Vorurteil, mit dem man uns Blinde zu Menschen zweiter Klasse herabwürdigt und uns den Stempel menschlicher Minderwertigkeit aufdrückt! Wir fordern von unseren sehenden Mitmenschen, daß sie uns als vollwertige und gleichberechtigte Glieder in die GemeinsiAstt der Menschen aufnehmen. Zu dieser Forderung sind wir berechtigt, weil wir tatsächlich in der Lage sind, den Kampf ums Dasein mit eigener Kraft zu führen, und zwar dadurch, dah wir der Allgemeinheit und damit uns selbst einen Dienst erweisen können, indem wir nutzbringende Arbeit leisten. Wir wollen uns nicht durch Almosen und Bettelpfennige einen kümmerliches: Lebensunterhalt sichern! Einzig und allein durch A r b e i | wollen und können wir uns und unserer Familie ein menschenwürdiges Dasein gewährleisten. Arbeit bietet uns neben materiellen Vorteilen hohe, ideelle Güter. Aur die Arbeit farm uns die innere Zufriedenheit, das llnterbfanb jeglichen Lebensglücks verschaffen. So können auch wir arbeitende Blinde lebensfrohe und glückliche Menschen sein. Edeldenkende Menschen haben längst die Wege zu diesem Lebensglück der Blinden gefunden. Erziehung zu charaktervollen Persönlichkeiten, geistige Ausbildung und Erwerbsbefähigung sind die drei Faktoren, die zur Erreichung dieses Zieles führen. Sie finden vollste Beachtung in den für die Blinden zum Zwecke einer geistigen und technischen Ausbildung geschaffenen Blindenau st alten.
Was bedeutet die Gründung dieser Institutionen für die Blinden? In ihnen finden alle pädagogischen Mittel Anwendung, die geeignet sind, die Blinden zu charaktervollen Per- ?sönlichkeiten zu erziehen. Durch guten Schulunter- xricht ist für geistige Entwicklung und Ausbildung in weitestem Maste gesorgt. Besondere Unter- '-richtsmethoden, sowie Anwendung der für den Blindenunterricht geschaffenen besonderen Hilfsmittel verschaffen den Blinden einen Bildungsgrad, welcher dem eines Schülers der Volksschule gleichkommt. Gelehrt werden in der Blindenschule alle Fächer, die der Lehrplan der Volksschule aufweist. Mit der Schule ist eine Lehr-
beide Partein beeilten sich, Erklärungen abzu- aeben, dah einem etwaigen Meinungsaustausch lediglich privater Eharakter beizumessen sei.
Egger-Lienz.
Don Stefanie Feuchtwanger.
Auf feinem Landsitz bei Bozen ist vor einigen Tagen — erst 58 Jahre alt — Professor Albin Egger-Lienz gestorben. Tirol hat mit ihm den größten Sohn seiner Gegenwart verloren.
Schon seine äußeren Lebensumstände waren eigentümlich. Er wurde als Sohn eines Malermeisters in Striebach bei Lienz im Pustertal geboren. Er lernte seine Mutter, eine Bauerntochter namens Maria Trojer, erst mit 22 Jahren kennen, bis dahin hatte er die Frau feines Vaters, Franziska Rotschopf, für feine Mutter gehalten. Sein Vater hatte ihn in diesem Glauben erzogen, um die Jugend -feines Kindes nicht durch den Gedanken an eine Stiefmutter zu trüben. Dieser Stiefmutter, einer geistig hochstehenden Frau, verdankte der junge Albin außerordentlich große Anregungen. Sein Vater, dem selbst Künstlerblut in den Adern steckte, der es aber über das Handwerkliche nicht hinaus gebracht hatte, verstand die Künstlersehnsucht feines Sohnes und tat alles, ihm die Wege zu ebnen. Nachdem der Junge bei den Augustinern in Lienz die Volksschule absolviert hatte, kam er auf die Akademie nach München, wo Hackel und Lindenschmitt feine Lehrer wurden. Bald bildete sich sein „Stil" heraus. Er rückte energisch von der Pilotyschen Schule, die damals in München noch in Blüte stand, ab. Auch Defregger, der ihm lange Vorbild und Schützer war, wurde ihm künstlerisch fremd; fein großes Vorbild wurde Hodler. Was dieser für die Schweiz bedeutete, wurde Egger-Lienz dem Land Tirol: monumentaler Schilderer des Bauerntums, verwachsen mit der Erde, die ihn hervorgebracht hatte, einfach, oft fast primitiv, hart, ungeschminkt, aber von packender Große und Wucht.
Von München aus ging der Künstler nach Wien, wo er sich verheiratete. Während seines dortigen elfjährigen Aufenthaltes entstand ein großer Teil feiner bekanntesten Werke, so „Nach dem Friedensschluß 1809" (Oesterreichische Staatsgalerie), „Die
werkstätte verbunden, in welcher die sthulentlassenen Blinden in einem für sie geeigneten Handwerk gründlich unterwiesen werden. (Stuhlslech- ten, Korbflechten Herstellen von Bürftenwaren aller Art). Auf diese Weise geistig und technisch ausgerüstet, tritt der 18- bis 20jährige Blinde ins Leben, um aus eigener Kraft den schweren Daseinskampf zu führen, den notwendigen Lebensunterhalt sich selbst zu beschaffen. Welch ein Segen für den Dlnrden! Sich und seine Familie selbst zu ernähren, ohne auf die Mildtätigkeit seiner Mitmenschen angewiesen zu sein, ist wahrlich ein grohes Glück im Unglück.
Eltern und Erziehungsberechtigte blinder Kinder! Wollt ihr euren Kindern die Pforten des
Glückes verschliehen? Wollt ihr, daß der Schatten der Blindheit mit seinen Folgen zeitlebens schwer auf ihnen lastet? Olein und nochmals nein! Ist es nicht eure höchste und heiligste Pflicht, für das Wohl eurer blinden Kinder zu sorgen und ihre Zukunft sicherzustellen? Ist cs nicht für euch selbst ein Trost und eine Beruhigung, wenn ihr wistt, dah euer blindes Kind sein schweres Los leichter zu ertragen vermag, wenn es erwerbsfähig ist und sich dadurch selbst versorgen Tarnt? Darum laßt die Lichtlosen des Segens teilhaftig werden, der durch Erzte- hung und Unterricht in der Blindenanstalt ausgestreut wird.
Turnen, Sport und Spiel.
Helft Euch selbst!
Seit Jahr und Tag wird in Deutschland um die tägliche Turnstunde gekämpft. Wenn überhaupt etwas an diesem Kampfe erfreulich ist, so ist cs gerade die Hartnäckigkeit, mit der auf beiden Seiten gerungen wird, denn sie zeigt, daß tatsächlich heute die Fragen der körperlichen Iugendbildung nicht mehr akademische Streitpunkte innerhalb eines engen Kreises sind, sondern baß sie die allgemeine Teilnahme in demselben Maße erwecken wie die übrigen Streitfragen des öffentlichen Lebens. Allein diese Allgemeinheit und Kraft des Wunsches kann uns nicht darüber hinwegtäuschen, daß, seitdem der Reichstag im Januar dieses Jahres den Ländern die tägliche Turnstunde nahegelegt hat, keine wesentlichen Maßnahmen getroffen worden sind, um die Forderung in die Tat umzusetzen. Und allem Anschein nach steht noch ein langer und beschwerlicher Weg bts zu diesem Ziele bevor.
Es ist aber nicht die Art der turnenben und sporttreibenden Jugend, stillzustehen und zu warten, sondern sie greift zu und hilft sich selbst, wo Behörden mit ihren unzähligen Ausschüssen und Unterausschüssen versagen. Zur Selbsthilfe sollen auch die Eltern schreiten, sollen ihre bewegungshungrigen Kinder in die Vereine schicken und ihnen dort die sonst mangelnde Gelegenheit zu wohlbeauffichtigtem Spiele geben. Die meisten Vereine haben ja heute schon besondere Kinderabteilungen, andere sind dabei, sie zu gründen und solange durchzuführen, bis der Kampf um die „tägliche" auch in der Schule gesiegt hat. Roch liegt dieser Erfolg in weiter Ferne; bis dahin aber darf der. Kampf nicht rasten. Die Jugend, die im Elternhause und im Verein angehalten wird, eine Stunde täglich irgendeine Art der Leibesübungen zu treiben, wird dabei von selbst der treueste Kampfgenosse für die erwachsenen Streiter. An alle Eltern und Erzieher geht darum die Mahnung, nicht zu warten, bis die behördlich abgestempelte Genehmigung in den Schulen erreicht ist, sondern ihnen jetzt schon einen vollwertigen Ersatz in den Vereinen zu geben, und zugleich geht der Mahnruf an alle Vereine, die Kinder bei sich' aufzunehmen und das tägliche Turnen müssen der Zukunft schon heute umzuwandeln in ein tägliches Turnen dür fen. Turnen soll hier nicht eng gefaßt sein int Sinne bestimmter Mebungen an bestimmten Geräten, sondern soll freie Hebung und Pflege des Körpers bedeuten, möglichst in frischer Lust auf dem Spielplatz, im Wasser, auf Schnee und Eis.
Der körperliche Wert der täglichen Turnstunde leuchtet jedem schon so ohne weiteres ein, daß hier nur noch einmal daran erinnert zu werden braucht, nicht zu spät mit der Körperpflege der Jugend anzufangen. Gerade der Zeitpunkt des S ch u l e i n t r i t t s, den die meisten noch für zu früh halten, ist der geeignete Termin für den Beginn von Spielen und Schwimmen. Er darf nicht versäumt werden, wenn hier nicht für so manche — oft nach Jahren erst sichtbar werdende — Schädigungen des jugendlichen Körpers der Keim gelegt werden soll. Gerade das schulpflichtig gewordene Kind, das während der ersten sechs Jahre seines Lebens erst als strampelnder Säugling, dann als meist im Freien tollendes Kleinkind fast den ganzen Tag in körperlicher Bewegung war, soll mit einem Schlage zwangsweise auf der Schulbank stillge- seht werden. Die Folgen für die körperliche Entwicklung sind oft und eingehend untersucht worden. Da bei den aus den letzten Jahren stammenden Untersuchungen immer wieder der Einwand gemacht wird, die Schädigungen seien nur vorübergehend und beruhten itoch auf den durch
Wallfahrer" (Mannheimer Kunsthalle), „Mittagessen" (Nationalgal. Rom), „Totentanz" (Staatsgal. Dresden und Wien). Aus dieser Zeit stammen auch die Entwürfe zu den Bühnenbildern von Schönherrs „Glaube und Heimat". 1910 wurde er zum Professor an der Wiener Akademie vorgeschlagen und vom Unterrichtsministerium bestätigt; die Professur wurde jedoch vom Thronfolger Franz Ferdinand verhindert; verärgert fiedelte Egger-Lienz damals nach Hall in Tirol über, wo ihn 1912 der Ruf an die Kunsthochschule in Weimar als Nachfolger Oldes erreichte.
Die Sehnsucht nach den Bergen vertrieb ihn indes schon 1913 wieder von dieser Stätte; er wählte Sankt Justina bei Bozen zum dauernden Aufenthaltsort.
Der Krieg sah ihn als 50jährigen mit den Bozener Standschützen in der vordersten Linie bei Niva am Gardasee; dann lag er auf der Festung Tompio, bis seine Berufung als Kriegsmaler erfolgte. Das Erlebnis des Krieges gab feinem Schaffen neue Richtung. Neue Bilder entstanden, noch eindringlicher, phrasenloser, symbolischer als seine früheren. Das Grauen des Krieges schreit ergreifenb aus den Bildern: „Die Namenlosen des Weltkrieges 1916", „Kriegsfrauen", „Finale 1918", „Der Krieg".
In zähem Ringen hat sich das Genie des Künstlers durchgesetzt. Die Schönheit der Erde, die Ur- triebfraft des Bodens, die Urwüchsigkeit des Bauerntums, das roar es, was dem Schaffen dieses Malers die Richtung gab. Er wollte Wahrhaftigkeit geben, er wollte nicht verschönern und verweichlichen; gerade, ohne Heuchelei hat er seine Bilder geschaffen, ohne Rücksicht darauf, ob sie gefallen würden, ohne Rücksicht auf den Publikumsgeschmack. Um dieser Eigenart willen, um des Ueberwältigenden willen, das uns aus feinen Werken entgegenspringt, um feiner starken Empfindsamkeit willen ist er der Meister geworden, der den ganz Großen im Reiche der Kunst an die Seite zu stellen ist. Und es sind ihrer unendlich viele, die, aus der Ferne trauernd, am Sarge des Tiroler Malers fielen.
Krieg und Rachtriegszeit verminderten Wachs- tumsreizen, so sollen hier die Feststellungen Platz finden, die Quirsseld im Jahre 1914 bei Untersuchungen an tausend Schulkindern gemacht hat. Von diesen tausend Kindern zwischen sechs und sieben Jahren war bei 30 Prozent der Knaben und 44 Prozent der Mädchen mit dem Schuleintrftt ein vollkommener Stillstand im Wachstum eingetreten; bei 16 Prozent der Knaben und 29 Prozent der Mädchen aber hatte sogar eine Verminderung des Körpergewichts im ersten Schuljahre stattgefunden. Gibt es einen schlagenderen Beweis als diese Zahlen, die dartun, daß die Forderung täglicher Bewegung für Schullinder nicht eine Forderung sportbegeisterter Phantasten ist, sondern eine eiserne Rotwendigkeit für jeden, der die Kinder vor einem Bruch in ihrer natürlichen Entwicklung retten und sie gesund über die schädigenden Einflüsse gerade der ersten Schuljahre hinwegbringen will.
Darum, Ihr Eltern: Helft Euch selbst! Turnt und spielt mit Euren Kindern zu Hause allein, oder schickt sie, wenn Ihr selbst nicht genügend Zeit und Gelegenheit habt, in die Schülerabtei- lungen unserer Turn- und Sportvereine, wo sie unter sachkundiger Leitung das notwendige Gegengewicht gegen das sechsstündige Stillsitzen in der Schule finden werden! Laßt nicht nach in Eurer Sorgfalt, bis das tägliche Turnen in der Schule gesichert ist! F. P.
Der SüddeursckeFutzbaNverband gegen die Berufsspieler.
vo Der Süddeutsche Fußballverband hat, durch verschiedene Veröffentlichungen veranlaßt, in seiner Vorstandssitzung einstimmig eine Erklärung gefaßt, „daß et in aller Form jede Förderung des Berufs-Fußballsports ablehnt u.ch jeden Versuch zur Einführung auf das entschiedenste bekämpft. Es ist in den Satzungen des D. F. D. und des S. F. V. eindeutig sest- getegt, daß jeder Verein, der solchen Bestrebungen Raum gibt, sich mit diesen Satzungsbestimmungen in den schärfsten Widerspruch seht. Die Ziele der sportlichen Bewegung des Süddeutschen Fußball-Verbandes sind ein für für allemal mit dem Derufsspielertum unvereinbar".
D. s. B.
(-) In stärkster Aufstellung geht am nächsten Sonntag die Ligamannschaft nach Kassel, um mit den dortigen „Hessen" um die Punkte zu kämpfen. Es wird ein hartes Treffen geben, dessen Ausgang völlig ungewiß ist. Auf eigenem Platz konnte die D. f. D.-Mannschaft vor mehreren Monaten über „Hessen" 09 mit 6:3 triumphieren.
Die Ligareserve trifft im fälligen Verbandsspiel auf die Ligareserve der Spielv>sr- einigung 1900 und wird sich sehr strecken müssen, wenn sie ehrenvoll bestehen will.
Auch die Dritte kämpft um die Punkte gegen Heuchelheims Zweite. ,
Alke Herren, erste und zweite Schülermann- schaft unternehmen eine Fußballfahrt nach Lich. Spielvereinigung 1900 Gießen.
ö. Der kommende Sonntag sieht die Spielvereinigung 1900 mit 0 Mannschaften auf dem Plan. Die L i g a m a n n s ch a f t geyt einen schweren Gang zum Sportverein Herborn. Man rechnet aber allgemein mit einem erfolgreichen Abschneiden der Gießener. — Das Hauptinteresse wird sich dem Lokaltreffen 1 9 0 0 gegen V. s. B. zuwenden. Wenn es auch nur die Ligareserven sind, die sich hier entgegentreten, so ist doch mit gutem Sport zu rechnen, da beide Mannschaften in der -^-Klasse, Gruppe Ligavereine, an der Spitze liegen. — Vor diesem Spiel empfängt die 3 a (Lehrmannschaft) den
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Wie erkältet man sich?
Das starte Anwachsen der Erkältungen und Katarrhe in dieser Jahreszeit ist von der Medizin noch nicht befriedigend erklärt worden. Der englische Laryngologe Leonard Williams, der ljch besonders mit diesem Krankheitsgebiet beschäftigt hat, glaubt aber, daß die Arsache zu einem nicht geringen Teil darin liege, daß man sich in diesen nassen und rauhen Monaten besonders gegen Erkältungen zu schützen suche. Ein allgemein verbreiteter Irrtum liegt schon in dem Wort „Erkältung". Die Krankheit kommt nämlich nicht daher, daß man friert und einem „ein Schauder über den Rücken läuft", sondern diese Empfindung ist bereits ein Zeichen dafür, daß man sich in den Klauen der Krankheit befindet. Wir wissen jetzt, daß dies die Wirkung eines Einfalls von Bazillen ist. die solche unangenehmen Empfindungen Hervorrufen, und daß die eigentliche Ursache des Leidens darin liegt, daß man sich einer solchen Infektion aussetzt. Wer sich also gegen Kälte schützt, um sich vor Erkältung zu schützen, ist schon auf dem falschen Wege. Williams sieht einen Hauptgrund für die Erkältungen in dem allzu warmen Anziehen. „So wie man jetzt erkennt, daß fast alle Menschen zu viel essen," schreibt er. „so wird man auch allmählich zu der Einsicht toinmen, daß man sich^u viel anzieht. 'Das gilt nur für die Männer, denn die Frauen Habers ein sehr nachahmenswertes Beispiel gegeben, indem sie sich in letzter Zeit von der dicken Flanellunterwäsche trennten unb leichte luftige Unterkleidung anlegen, die viel gesünder ist. Die moderne Frau leidet nicht mehr an „Vapeurs“. Ich wünschte, ich könnte dasselbe von dem Mann sagen. Er aber zieht sich noch immer bei Eintritt der kälteren Jahreszeit ein dickes Kleidungsstück über Vas andere, trägt wollene Westen, dicke Mäntel und große Schals. Run ist es aber eine Tatsache, die wirklich allgemein bekannt werden müßte, daß man, je mehr man sich anzieht, desto mehr Kälte verspürt, und je mehr man an Sachen trägt, desto empfindlicher
Spitzenführer der ^-Klasse im Gan Gießen-Wetzlar, den Ballspielclub 1920 Sinn. Ts dürfte den Gießenern schwer fallen, den Gästen den Sieg zu nehmen. — Die 3d-Mannschaft des Platzvereins trägt das Wiederholungsspiel gegen die B. f. B. 3 b- Mannschaft aus. Man erwartet die 1900er in Front. — Eine neu zusammengestellle 5. (Sonderrnann- schaft) gibt bei dem neugegründeten Fußballoerein Garbenteich ein Gastspiel. — Die 1. I u g e n d spielt in Friedberg gegen die 1. Jugend des dortigen B. f. B. — Die 2. und 3. Jugend spielen in Lich gegen die 1. und 2. Jugend vom B. f. R. Lich, die Schüler in Lollar gegen die Schüler der dortigen Sportabteilung des Turnvereins.
Sportverein,,Hessen"-Gietzen
ö. Kommenden Sonntag trägt die 1. Mannschaft ihr letztes Verbandsspiel in Fronhausen gegen die erste des dortigen Sportvereins 1922 aus. Die „Hessen" nehmen nach dem Sieg vom Sonntag gegen ihren stärksten Widersacher Teutonia Laubach 5:1 die Spitze der 6-Klasie ein. In dem Spiel gegen Fronhausen stehen sich also Tabellenführer und Tabellenletzter gegenüber.
Bezirksligavorschau für Hessen-Hannover.
tz. Linen nicht gerade leichten Gang geht Marburg V. f.B. Kurhessen nach Fulda zu den Borussen, die am Sonntag gegen die Kasseler Hessen 09 trotz ihrer Riederlage eine überlegene Partie lieferten. Marburg toirb um eine knappe Riederlage kaum herumkommen. — Da die vorgenannten Hessen in Fulda gerade keine überzeugende Leistung zeigten, kann man dem V. f. B. Gieß en in Kassel geggij Hes - f e n am kommenden Sonntag schon einige Hoffnung auf Sieg machen. Die aufsteigende Form der Gießener hat die Schwierigkeit des Hessen- Platzes, der besonders bei feuchtem Wetter ein Hindernis ist, zu überwinden. Mit diesen beiden Treffen ist das Programm der Shdgruppe erschöpft. —
Im Rorden sind zahlreiche gleichstarke Mannschaften für Sonntag angeseht. Die un- geflärte Lage im Tabellenstand (es sind immer noch 4 Anwärter auf die Spitze vorhanden!) wird die Kämpfe besonders erbittert gestalten. So wird es z. B. im Spiel Sport gegen Tura Kassel hart auf hart gehen. Rach den Leistungen der letzten Spieltage erscheint Sport um eine Kleinigkeit besser als der Reuling Tura. — Richt weniger schwer ist für den Ausgang des Spieles S.Vg. Göttingen gegen Spielv. K a ssel eine Voraussage zu machen. Dagegen wird im Kampf Einbeck gegen 0 5 Göttingen in letzterer der Sieger zu ftnden fein. Die erste Serie in beiden Gruppen schließt mit Ausnahme einiger rückständiger Spiele am 21. Rovember. Unmittelbar anschließend, am 28. d. Mts., beginnt die zweite Serie der diesjährigen Spielsaison.
Lahnkreisvorschau.
tz. Gießen 1 900 muh nach Herborn, einem seit dem Weggang des guten Herborner Mittelläufers nicht mehr ganz so guten Gegner. 1900 zeigte sich gegen Ockershausen am Vorsonntag in besserer Form als früher, und wird mit einem knappen Siege nach Hause kommen. — Ockershausen hat im V. f. R. Butzbach einen nicht zu verachtenden Gegner, denn Butzbach steht nach langer Zeit wieder komplett. Ockershausens Vorteil ist der kleine Platz, an dem schon mancher Gast scheiterte. — F. E. Wetzlar empfängt auf eigenem Platz Hessen Frankenberg. Rach der Leistung des Vor- sonntags zu urteilen, hat Frankenberg kaum irgendwelche Aussicht auf Sieg. — Niedergirmes sollte sich gegen den relativ schwächsten des Kreises, Dillenburg, mit geringem Vorsprung, zumal auf eigenem Platz, die Punkte nicht entgehen lassen.
Die Kreismeisterschaflsspiele im Arbeiter-Turn- und Sportbund.
£ Wiesbaden, Hanau und Friedberg sind am kommenden Sonntag die Kampfstätten der Kreis Meisterschaftsspiele der sechs Bezirksmeister. Unser heimatlicher Meister Gießen tritt auf der Fried berger L>eewiese dem Meister des 6. Bezirks. Friedberg, gegenüber. Mit diesem Gegner I>at die Gießener Mannschaft bereits zwei Spiele aus- getragen. Das erste in Friedberg konnte Gießen 3:1 gewinnen, das Retourspiel in Gießen sicherten die Friedberger im umgekehrten Torverhältnis für sich. Wer in diesem Spiel Sieger wird, läßt sich nicht Vorhersagen. Beide Mannschaften haben sich seit ihrem letzten Zusammentreffen in ihrer Form oer
ist man gegen Husten, Schnupfen und Erkältungen jeder Art. Durch diese falschen Maßnahmen, schädigt man das ausgedehnteste Organ unseres Körpers, die Haut, die so viele notwendige Funktionen für die Gesundheit zu verrichten hat. Zwei von diesen müssen bei der Erklärung der Erkältungen besonders beachtet werden. Die eine ist die Ättnung, die zwar nur eine Alnterftütjung der Tätigkeit der Lungen, aber von großer Bedeutung ist. Wenn die Hautatmung nicht gut vonstatten geht, bann müssen die Lungen, die von der Haut unterstützt werden, Mehrarbeit leisten und werden oft zu sehr angestrengt. Durch die dicke und schwere Kleidung, die der frischen Lust den Zugang zu der Haut verwehrt, wird diese am Atmen gehindert; die Lungen und Luftwege müssen sozusagen Lieberstunden machen, und in der schlechten Luft unserer Städte und noch mehr in der der geschlossenen Räume werden die Lungen, besonders wenn die Sonnenstrahlung nicht so intensiv ist, sehr ermüdet. Dadurch ist aber dem Bazillus die Möglichkeit gegeben, in den geschwächten Organen die katarrhalischen Erscheinungen hervorzurufen. Eine andere wichtige Aufgabe der Haut ist es, im Körper eine gleichmäßige Temperatur zu erhalten, was durch Zu- sammenziehung bei kalten und durch Ausdehnung bei warmen Einflüssen hervorgerufen wird. In unserem veränderlichen Klima ist unsere Haut im normalen Zustand in einem beständigen Wechsel der Zusammenziehung und Ausdehnung, um so das Blut in seiner normalen Temperatur zu erhalten. Die dicke und schwere Kleidung verringert aber die Elastizität der Haut, so daß diese allmählich einem Gummi ähnelt, der seine Elastizität verloren hat; sie ist daher dem Kälte- einfluh wehrlos ausgesetzt, und die Temperatur des ganzen Körpers wird dadurch herabgesetzt. Auch dadurch gewinnen die Bakterien leichtes Spiel, da die Verteidigungskraft des Organismus gegen sie verringert ist. Änd so hat allzu warme Kleidung gerade die gegenteilige Wirkung von dem, was man beabsichtigt: sie schützt nicht gegen Erkältung, sondern führt sie herbei."


