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Wd)t geteilt wird, darüber gibt man sich freilich in Rußland keiner Täuschung fjin; man meint jedoch, daß man aus der hiesigen Perspektive besser und ob= jektiver Entwicklungen verfolgen könne, die sich Dieb leicht auch ohne flare und bewußte Absichten der leitenden Staatsmänner durch das Schwergewicht der Ereignisse selbst in einer bestimmten Richtung vollziehen müßten, wenn erst einmal der erste Schritt getan ist.

2er litauisch - russische Vertrag, der dieser Tage veröffentlicht wurde und sich technisch weitgehend an den Berliner Vertrag anlehnt, wird hier als ein Symptom des wachsenden Vertrauens der Randstaaten zur Sowjetunion lebhaft begrüßt: feine politische Bedeutung ist angesichts der unbe­schränkten Neutralitätsklausel und der in dem Be­gleitschreiben niedergelegten pro-litauischen Auffas­sung bezüglich Wilnas unverkennbar.

Neben diesen außenpolitischen Vorgängen inter­essiert man sich in Rußland zur Zeit vorwiegend für Finanzprobleme, an deren Lösung vor

allem der in London neuerdings als Geschäftsträger operierende Krassin arbeitet. Er hat dort die Be­reitschaft Rußlands zur Regelung der Vorkriegs­schulden und der Entschädigungsfrage gegenüber England erklärt, wenn Kredite für 15 oder'20 Jahre gewährt würden, wie sie in Frankreich und Deutsch­land vorläufig nicht zu erhalten, für den Wiederauf­bau der Wirtschaft Sowjetrußlands aber notwendig sind.

Innenpolitisch steht die große Partei-Kon­ferenz, die am 25. Oktober beginnt, im Vorder­grund. Eine Verordnung des Zentralexekutiv-Komi- tees, die auf eine Verschärfung der Wahlrechtsbe­stimmungen hinausläuft, hat ziemliche Diskussionen hervorgerufen. Inzwischen haben in den Fabrikver­sammlungen die Vertreter der Opposition eine aktive Propaganda entfaltet, gegen die mit Resolutionen und einer scharfen Handhabung der Versammlungs­rechts vorgegangen wird. Nachrichten über ein per­sönliches Vorgehen Stalins gegen Trotzki und Sinowiew sind dagegen wohl Ueberireibungen.

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Turnen, Sport und Spiel.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

ö. Die Verbandmeisterschaftsspiele brachten am Sonntag der Vereinigung zum Teil schöne Er­folge. Verloren ging nicht ein einziges Spiel.

Die Ligamannschaft hatte auf eigenem Platz die Butzbacher Basenspieler zu Gast. Das Spiel stand auf einer ganz niederen Stu.se. Bei beiden Mannschaften pausieren gegen­wärtig Spieler, die etwas zu leisten verstehen, und das nimmt den Mann'cha ten der Zusammen­halt und den Schneid. Zudem ließ der böige scharfe Wind kein einheitliches schönes Spiel aus­kommen, da reichlich hoch gespielt wurde. Die 1900er halten das Pech, fast das ganze Spiel gegen die Elemente anlämpfen zu müssen, denn Butzbach wählte bei Spielbeginn mit dem Wind, dieser schlug kurz vor der Pause um und war in der zweien Spielhälste abermals Butzbachs Bun­desgenosse. Trotzdem lagen die Platzbesitzer in der ersten Spielhälste mehr im Angriff als die Gaste und bei etwas mehr Glück und Schuß­freudigkeit im Snnenfturm konnte hier bereits das Treffen mit zwei bis drei Toren zugunsten GießenS entschieden sein. Zunächst verschenkte jede Partei einen Clfmeterstrafstoß, bann erzielte kurz vor dem Wechsel 1900 aus einem Strafstoß den einzigen fiegbringenden Treffer. Die Vereinigten hatten sich jedoch in der ersten Hälfte gegen den heftigen Wind so ausgegeben, daß sie nach der Pau'e vollständig zusammenklappten. Obwohl Butzbach jetzt mehr vom Spiel hatte, reichte es nicht hin, den erhofften Ausgleich oder gar den Sieg sicherzusteilen. Man war schließlich froh, als der gut, zur beiderseitigen Zufriedenheit am­tierende Schiedsrichter das laue Spiel beendete. Vorzügliche Abwehrparaden des Gießener Tor­hüters retteten im letzten Augenblick der Spiel­vereinigung 1900 die Punkte.

Das vor dem Ligaspiel zum Austrag ge­brachte DipLo^spiel 19^0 1. I u-z en d gegen V. f. B. 1. Jugend sah die ersßren mit 4:0 als überlegenen Sieger (Halbzett 2:0). Schön war daS Spiel gerade nicht, da V. f. D. oft zahlreich verteidigte.

Im Spiel der 2. Jugendmannschaften hätte V. f. B. gewinnen können, wenn eS einen Elfmetterschützen gehabt hätte, denn verhängt wurden drei, verwandelt nicht ein einziges. So endete das Treffen 1:1.

Die Li gareserve 1900'8 weilte in Butzbach zum fälligen Verbandsspiel. Hm 12 Uhr waren beide Mannschaften zur Stelle: aber der Schiedsrichter fehlte: um 3 Hhr waren die Spielvereinigung und der Schiedsrichter da, aber Butzbach fehlte.

Die 3a (Lehrmannschaft) errang in Heuchelheim gegen die 2. Mannschaft des Plahvereins einen 7:0-Sieg, obwohl auf Halb­links einalter Herr" mitwirkte, der aber selber noch zwei sehr nette Tore erzielte, trotz seiner 36 Lenze. Die Mannschaft errang hiermit in der Verbandsserie ihren 3. Sieg unb erzielte >22 gegen 1 Tor in den drei letzten Sonntagen, obwohl hier und da die besten Kräfte als Ersah in die Liga abgegeben werden muhten.

Die 3b (4.) Mannschaft wettte wieder \ einmal in Daubringen, und zwar mit neun ! Mann, eigentlich unerklärlich bei dem reichlich vorhandenen Ersatz. Das Spiel ftanb 20 Mi­nuten vor Schluß 2:2, muhte aber wegen eines über dem Sportplatz niedergehenden s<yweren Hagelwetters abgebrochen werden.

Die 3. Jugend der Spielverei ttgung be­zwang die 1. Schülermannschaft nach hef- tiger Gegenwehr nur ganz knapp 3:2.

V. s. B.

(-) Der erste Fußballklub 05 Weh» l a r scheint eine älmwandlung zum Kegelklub durchzumachen. Zu diesem Schluß muß man kom­men, wenn man hört, daß Wetzlar das für Sonn­tag auf hiesigem Platz vereinbarte Rückspiel in letzter Stunde absagte, mit der Begründung, daß fünf seiner Ligaspieler zum Verbands-Kegeln gingen. Wenn man Kegeln dem Fußballsport vorzieht, darf man keine Verpflichtungen ein­gehen, deren Richteinhaltung dem sportlichen Auf beider Vereine nicht gerade sehr förderlich ist, zumal es innerhalb weniger Wochen zum zweiten Male vorkommt.

Die zweite Mannschaft holte sich durch einen einwandfreien 6:3°Sieg über Rieder- girmes zwe i weitere wertvolle Punkte. Her­vorzuheben ist die ruhige und faire Art, mit der das Spiel beiderseits durchgeführt wurde, und die ihm ganz den Charakter eines Punktekampfes nahm. V. f. B. glaubte sich seines Sieges beim Stand von 3:1 sicher und zeigte von da ab ein sehr lahmes Spiel. Erst nachdem Aie)ergirmes auf 3:3 ausgeglichen hatte, schaltete Die Platz­mannschaft alle Gänge ein und bewies, daß sie dem Gegner technisch wett überlegen war, was durch drei weitere Tore deutlich zum Ausdruck kam.

Der Dritten wurden die Punkte von Hessens" Zweiten kampflos überlassen.

Einen haushohen Sieg erzielte vormittags die Vierte im Punktspiel gegen Lollars Zweite. Mit 8:1 mußte der nur 9 Mann starke Gegner die äleberlegenheit der teils akcn, teils jungen V. f. B.er anerkennen. Auch dieses Spiel berührte angenehm durch seine Auhe und Fairnis beiderseits. Erstaunlich war das Tem­perament und die Durchschlagskraft» durch die sich einige ältere Semester im D. f. B.-Sturm aus- zeichneten und ihr Können unter Beweis stellten. Auch alle übrigen waren als sehr gut anzu­sprechen: besondere Hervorhebung verdient jedoch der bald 50jährige Tormann Kreiling, der selbst wie hier in Verbandsspielen der Aktiven zwischen seinen Pfosten eine sehr gute Figur abgibt und in seinem Können und Wirken manchen Jüngeren als Vorbild dienen kann. Er­wähnenswert ist, daß auch seine Söhne, beide sportlich sehr begabt, sich im Verein aktiv be­tätigen.

Zum Schluß seien die Schüler (1. Mann­schaft) erwähnt, die diesmal nicht so schuhfreudig waren wie beim Vorspiel in Lich, aber trotzdem bei überlegenem Feldspiel gegen Lichs Schüler 2: 0 gewannen.

Hessen" Gießen I - 5p. Abtlg. Lollar I 4:1 (2:1).

ö. Mit diesem Resultat konnteHessen" sein erstes Verbandsspiel siegreich gestalten. Es war ein scharfes, aber faires Spiel, das in der erste Hälfte die ,Hellen" und in der zweiten Lollar mehr im Vorteil sah. Lollars Stürmer waren nicht so ge­fährlich wie die derHessen", sonst hätten sie un­bedingt mehr Tore erzielen müssen. Wenn man be­denkt, daßHessen" noch mit vier Mann Ersatz spielte, so ist der Erfolg der eifrigen Mannschaft um so höher einzuschätzen. Schiedsrichter Fischer vom V. f. B. war einwandfrei.

5. V. Heuchelheim I - 5. V. Sinn 11:2.

cf. Die Erste H euche lheirns weilte am Sonntag in Sinn, um dort ihr erstes Ver­bandsspiel in dieser Saison zu verlieren. Beide

Luigi ViranbeKo.

Ein Interview.

Der klassisch schöne Kopf Pirandellos erin­nert an die wundervollen Senatorenbildnisse der alten holländischen Schule.

Ich fand den Dichter in einem grau-blauen Pyjama in einem bequemen Lehnstuhl ruhend, Me Aug - : gi.i 1; o.sen. Das war aber nicht etwa Pose, fomwn llrandello sieht in der Tat immer müde und abgespannt aus. Er war sichtlich erschöpft, aber doch außerordentlich höflich und gern zu einem Interview bereit

Ich habe mich sehr gefreut, meine Weltreise machen zu können," begann er selbst.Sie be­deutete eine neue Gelegenheit für mich, in den Großstädten der Welt Italiens neue Kunst zu zeigen. Ich habe den Eindruck, daß von allen meinen Dramen nur eins dem Berliner Publi­kum winlich gefallen hat, nämlichSechs Per­sonen suchen einen Autor". In London hatte ich mit diesem Stück geradezu Pech. Während einer der ersten Aufführungen trat plötzlich ein Polizeioffizier auf die Bühne und erklärte, daß das Spiel nicht fortgesetzt werden dürste,da es einen unerwünschten Einfluß auf das Publi­kum ausübe". Aatürlich mußte ich feinem Wunsche, die Vorstellung abzubrechen, Nachkom­men, obwohl ich nur sagen kann, daß ich es für unmöglich gehalten hatte, daß ein so großes hochkultiviertes Land einen Volksgenossen sein eigen nennen sollte, der sich in so kindischer Weise benahm. Zu meiner großen Befriedigung griff Bernard Shaw die Angelegenheit sofort in der Presse auf; meine Befriedigung wurde noch größer, als ich erfuhr, daß er dieses Stück in dem Repertoire des Theaters, in dem seine Schauspiele gewöhnlich aufgeführt werden, ein- gefügt hatte. Später wurde mein Stück dann auch mit großem Erfolg gegeben."

Welche Eindrücke haben Sie sonst von Ihrer Auslandreife erhalten?"

Ich habe sehr viel gelernt, besonders in Berlin. Reinhardt ist ein Genie. Er ist weit be­deutender als sein Ruhm. In England merkte ich, daß ich von Craig noch viel lernen kann. Ich bebaute sehr, nicht nach Rußland gehen zu können. Dort scheinen meine Stücke sehr zu gefallen. Ich hätte gern gesehen, wie die Russen meinenTattofs" aufführen."

Schreiben Sie jetzt an einem neuen Stück?"

O ja, ich habe mehrere Komödien fertig. Sie heißen: «Die neue Kolonie",Die erste Frau",Jemand oder Riemand" undDuana". Auch beende ich jetzt gerade eine längere Ro- belle. Sie wird wahrscheinlichEine von Tau- send" heißen."

ilnd wie arbeiten Sie? Haben Sie ein festes Programm?"

Rein, ich arbeite nicht nach einem festen Programm. Ich arbeite nie planmäßig. Mein Leben besteht aus Eindrücken, und ich bemühe mich immer, diese Eindrücke in meinen Schriften wiederzuspiegeln. Ich versuche immer schillernd, immer originell zu fein."

Welches Ihrer Werke ist Ihnen das liebste?"

Ich kann Ihnen wirklich nicht sagen, welches meiner Werke mir am liebsten ist. Sie sind mir alle gleich lieb, sie alle sind Kinder meiner Ein­bildungskraft, meiner Verven und Energie. Mit jedem von ihnen sind Erinnerungen verknüpft, Erinnerungen, die auch noch jetzt großen Ein­fluß auf mich haben. Sie erfüllen mich mit fieberhafter Energie kurz, sie inspirieren mich. So werden Sie also verstehen, warum ich der letzte bin, der ein Werturteil über seine Werke geben kann."

Was halten Sie von der Kritck? In welchem Verhältnis stehen Sie zu den Kritikern?"

Mannschaften lieferten sich ein eifriges Spiel. Heuchelheim sand sich auf dem ungewohnt kleinen Platz nicht zurecht und so gelang es Sinn, bis Halbzeit zwei Tore vorzulegen. Vach der Pause wurde Heuchelheim besser, es konnte auch ein Tor aufholen, aber zum Ausgleich langte es nicht mehr.

Freie Turnerschaft Gießen Bezirksmeister.

£ Das Spial Wetzlar! Gießen!, das von G.eßen seinerzeit gewonnen, von Wetzlar aber angefochten wurde, ist nunmehr für Gie­ßen endgültig gewonnen. Wetzlar wurde vom Kreisspielausschuß in Frankfurt mit seinem Protest abgewiesen. Damit hat G'.eßen mit seiner ersten Mannschaft auch in der ersten Klasse noch teilweise recht harten Kämpfen die Meisterschaft errungen. Vach völligem Abschluß der Spiele dürfte zu der diesjährigen Verbandsspielrunde noch einiges zu sagen sein.

Die Hu- Mannschaft Gießens trat am Sonntag auf eigenem Platz der ersten Mannschaft Leuns gegenüber und siegte erwartungsgemäh. Das Resultat lautet 6: 0 für Gießen.

Die Ild-Mannschaft hatte die II. Mar­burgs als Gegner. Hier hatte anfängllch die Marburger Mannschaft die meisten S.egesaus- sichten, den Gießenern gelang es aber auch bei diesem Spiel, den Sieg an sich zu bringen. 2:1 für Gießen lautete die Schluhziffer beim Abpfiff.

Die Jugend weilte in Friedberg und trug gegen die erste Jugend des dortigen Turn- und Sportvereins ein Gesellschaftsspiel aus. Vach überlegen durchgeführtem Spiel siegten die Gieße­ner 6:1.

Die Jüngsten, die Schülermannschaft, traf sich mit den Schülern Wetzlars in Wetzlar und muhte trotz eifrigen Spiels eine knappe 1:0-Viederlage einstecken.

Wieseck I - Alsfeld 13:2.

£ Zu ihrem letzten Derbandsspiel traten obige Mamuchaften am Sonntag auf dem Wiesecker Sportplatz an und lieferten sich, wie schon im Vorbericht gesagt, ein Spiel, das sich in nichts von einem fair durchgeführten Gesell­schaftsspiel unterschied. Wieseck trat mit stark verjüngter Mannschaft auf den Platz; mit Aus­nahme des Mittelstürmers war der gesamte Sturm der Jugend entnommen. 3m Tor sah man einen auf diesem Platz bekannt gewordenen Hüter, der recht zufriedenstellende Leistungen zeigte. Von den Verteidigern war der rechte eine Vull. der linke entweder unsicher oder nahm er das Spiel nicht ernst, da man von ihm etwas ganz anderes gewohnt ist. Die Alsfelder waren sehr flink und eifrig, bei ihnen kam der Wille, zu gewinnen, stärker zum Ausdruck als bei ihrem Gegner, der selten ein solch lustloses Spiel gezeigt hat. Unter diesen älmständen wurde dem Schiedsrichter, der über jeden Zweifel erhaben war, das Amt recht leicht gemacht. Die wenigen verhängten Straf­stöße' hatten in fast allen Fallen ihren Grund in unbeabsichtigten Verstößen. Das Schluhresultat dürste dem Stärkeverhältnis beider Mann- schaften entsprechen, in der ersten Halbzeit war Wieseck mehr im Vorteil und hätte bei etwas energischerem Spiel ein viel höheres Resultat erzielen können.

Zum Spielverlauf selbst ist noch wenig zu sagen. Wieseck schoß das erste Tor, durch zu frühes Wersen des Tormannes konnte Alsfeld 10 Mi­nuten später den Ausgleich erzielen. Ein Elf­meter, den Wieseck infolge Handspiels zugesprochen erhielt und der wiederholt werden mußte, wurde absichtlich ins Aus getreten. Ein zweiter Elfer, wegen regelwidrigen Sperrens, wurde vom Als­felder Tormann abgewehrt, aber im Vachschuh unhaltbar verwandelt. 3n der zweiten Halbzeit lieh Wieseck noch mehr nach, besonders in der Verteidigung. In flachem Kombinattonsspiel kam der Alsfelder Sturm immer wieder nach vorn und erzielte zunächst eine Reihe Ecken. Aus einer solchen heraus resultierte auch das Alsfelder zweite Ausgleichstor. Im Gedränge fing der Wiesecker Tormann den eingeköpften Ball ganz wenig hinter der Torraumlime.- Eine Riederlage wollten sich die Einheimischen nun gerade nicht gefallen lassen, und es kam jetzt etwas mehr Schwung in die Mannschaft. Was die Alsfelder Verteidigung nicht meisterte, wehrte deren gut arbeitender Tormann ab, so daß nach Ablauf der regulären Spielzeit ein unentschiedenes 2:2» Resultat erzielt war. In den zwei Minuten vom Schiedsrichter gegebenen Spielverlängerung ver­schuldete Alsfeld abermals einen Elfmeter, der denn auch von Wieseck zum 3. und Siegestor verwandelt werden konnte.

Die II. Klasse des Arbeiter-Turn- und Sportbundes.

wieseck II Raunheim II 6:1.

Zwei völlig verschiedene Mannschaften: die Wiesecker durchweg recht klein im Gegensatz zu ihrem Partner, der eine durchweg große und kräftige Mannschaft stellte. Vor dem Spiel waren die Siegesauss.chten der Platzinhaber auf ein Minimum zusammengeschrumpft, um so mehr über­raschte das gezeigte Spiel. Vom Anstoß weg sah man die Wiesecker mit ihrem verständnis­vollen Zu- und Abspiel im Vorteil. Die Gäste hatten, von einem kurzen Augenblick gegen Schluß abgesehen, während des ganzen Spiels nicht» zu bestellen. Das Resultat besagt alles, in ihm spiegelt sich der ganze Spielverlauf wieder. Stand des Spiels bei Halbzeit 3:1, wobei noch das einzige Tor für Raunheim ein Selbsttor WieseckS war. Rach dem Wechsel das gleiche überlegene Spiel Wiesecks, das die Torzahl um drei weitere auf 6:1 erhöhen konnte. Bei Wieseck war die getarnte. Mannschaft ohne Ausnahme gut, bei Raunheim befriedigte der Mittelläufer und die Hintermannschaft, der Sturm war, um Erfolge zu erzielen, viel zu unsicher.

Saubringen I Wetzlar II 7:0 (Ecken 3:1).

£ Zum fälligen Verbands spiel stellten sich beide Mannschaften komplett dem Schiedsrichter. Sofort nach Anstoß setzte ein lebhaftes Spiel ein und drang Wetzlars Sturm bis vor das Tor Daubringens vor, wo die Verteidigung sicher klärte. Daubringen drückte nunmehr Wetzlar immer mehr in seine Spielhälste zurück, und konnte bis Halbzeit das Resultat auf 2:0 stellen. Wetz­lar, hierdurch nicht entmutigt, versuchte einige Durchbrüche, die Hintermannschaft der Einheimi­schen war jedoch ihrer Aufgabe gewachsen und wehrte alle Angriffe sicher ab. Daubringen fand sich immer mehr zusammen und steltte das Resul­tat bis zum Schluß auf 7:0. An dem Erfolg der Saubringer Mannschaft hat deren Mittel­stürmer ein hervorragendes Verdienst. Beiden Mannschaften gehört das Lob einer anständigen Spielweise. Der Schiedsrichter leitete korrett. Das Spiel, das erste auf dem neuen Sportplatz Daubringens, es litt aber sehr unter dem auf* geweichten Boden.

Fronhaufen 1 Aodheim I 7:1 (0:0). Ecken 11: 3.

Bei sehr stürmischem Wetter tragen am Sonntagvormittag beide Mannschaften zum Ver- bandsspiel an. Rodheim wählte sich den Wind im Rücken und konnte demzufolge während der ersten Halbzeit die Hintermannichaft FronhausenS stark beschäftigen. Alle Anstrengungen langten aber auf beiden Setten zu keinem Erfolg. Was Rodheim mit dem Wind als Bundesgenossen nicht gelang, erreichte die Mannschaft nach dem Wechsel, wo sie gegen den Wind spielen mußte und bald ihr erstes und einziges Tor erzielte. Bald darauf konnte Fronhausen gleichziehen. Aach einer Unterbrechung durch einen starken Regen hatte Fronhausen das Spiel völlig in der Hand und konnte bis zum Schluß noch sechsmal ins gegnerische Tor einsenden. Trotz der hohen Viederlage hielt die Rodheimer Mannschaft, die sich gegen die Vorrunde sehr gebessert hat, das Spiel stets offen, konnte aber an dem Resultat nichts ändern. Der Schiedsrichter leitete korrekt.

Wetzlarer Sport.

B. L. wehlar Germania Marburg 2:2.

tz. Zwei Vertreter der Lahnkreisliga kamen am Sonntag zu obigem Spiel zusammen und teilten sich in die Punkte. Man hatte allgemein mit einem knappen Sieg der Marburger gerechnet. Die Wetz­larer legten sich aber derart ins Zug. daß Marburg nichts anderes übrig blieb, als das Unentschieden hinzunehmen. Auf beiden Seiten wurden viele Ge­legenheiten, Tore zu machen, versäumt. Die beiden Erfolge der Gäste sind nur auf fehlerhaftes Spiel des Wetzlarer Tormanns zurückzuführen, der es sogar fertigbrachte, einen Ball durch die Beine zu lassen. Wetzlar erzielte seine beiden Tore durch Verwand­lung eines Strafstoßes und in Ausnutzung einer schlechten Abwehr des gegnerischen Tormannes. Die Einheimischen waren in der ersten Spielhälste durch starken Rückenwind im Vorteil. Nach dem Wechsel blieb dieser für Germania aus. Trotzdem hatte diese in der zweiten Hälfte mehr vom Spiel, konnte sich aber nicht durchsetzen. Zum Schluß kämpften beide Parteien hart um den Sieg, der aber gerechter­weise keinem zufiel, trotzdem Marburg im allge­meinen besser gefiel und auch mehr System im An­griff zeigte. Gut waren bei Marburg die beiden 23er- teidiger und die linke Sturmseite, bei Wetzlar Mittel­läufer und Linksaußen. Vor 200 Zuschauern leitete Schiedsrichter Henkel (Wetzlar) das Treffen zur Zufriedenheit.

Bor dem Spiel der Ligamannschaften hatte D. C.s 2. Elf die gleiche von Dillenburg zum

Ich mochte den letzten Teil Ihrer Frage zuerst beantworten. Ich bin der Kritik abgeneigt und glaube ihr nicht. Vach meinem Dafürhalten ist die Kritik als reine Kunst gänzlich undenkbar. Wenn selbst die Krttik von wirklichem Wert ist, so wird sie doch automatisch zur Plauderei. In vielen Fällen gibt der Kritiker ich denke hier­bei natürlich nur an den wirklich talentierten Kritiker mehr von seinem eigenen Ich als nur den Eindruck, den ein Buch, ein Musik- oder Theaterstück auf ihn ausüben. Wenn der Kritiker nicht genügend literarisches Empfinden besitzt, d. h. wenn er nicht wirklich talentiert ist, dann wird er in seinen Ansichten leicht zu kleinlich, feine älrteilssähigkett wird unbeständig und seine kritischen Bemerkungen werden sich als unge­rechtfertigt und schlecht informiert erweisen kurz, er wird beeinflußt erscheinen. Jeder, der wttllich Temperament in seine Krttik bringt, ist selbst ein geborener Dramattker und leistet nur literarische Kleinarbeit. Das Einzige. woran ich glaube und das wirklich von Bedeutung ist, ist der Beifall oder das Mißfallen der Zuschauer oder Leser, denn ihre Kritik erfolgt auS eigenem An­triebe."

Warum begannen Sie Ihre Theaterstücke erst in einem doch schon etwas vorgerückten Alter zu schreiben?"

Der Weltkrieg ließ mich erkennen, daß die beste Ausdrucksform für dramatische Vorgänge das Dühnenspiel ist. Dis dahin hatte ich die Bühne einfach gehaßt."

So vermittelte Ihnen also der Krieg leben­dige Eindrücke, und ich nehme an, daß er Sie dazu geführt hat. sich gewisse Politische Urteile zu bilden. Darf ich fragen, welches Ihre politi­schen Ansichten sind?"

Ich bin Rationalist. Ich kann sogar sagen, dah ich Faszist bin. Mussolini ist nach meinem Dafürhalten ein staatsmännisches Genie. Im Aationallsmus sind die wertvollsten menschlichen Gedanken verkörpert. Sie werden indessen keine

Spur eines politischen Glaubensbekcmttnisses in meinen Werken finden. Ich denke, daß ein Dichter wohl berechtigt ist, sich irgendeiner poli­tischen Partei anzuschließen. solange er seine politische Ueberjcugung in seinen Schriften nicht 3um Ausdruck bringt.

Wie denken Sie über den Sozialismus im Vergleich zum Rationalismus?"

Ich habe mit dem Sozialismus nichts ge­meinsam. Ich gebe freimütig zu, daß ich nie­mals die sozialistische Bewegung studiert habe. Ich kann nur wiederholen, was ich eben gesagt habe. Rationalismus ist etwas Ursprüngliches, Lebensprühendes, Dauerndes, etwas, das nie­mals aus der Mode kommen wird, solange die Menschheit aus verschiedenen Rationen zusam­mengesetzt ist."

Wie denken Sie über Bernhard Shaw?"

®r ift ein ausgezeichneter Schriftsteller. Sein Humor unb seine Eigenart sind aber so typisch englisch, daß ich keine Parallele zwischen ihm und mir ziehen kann. Sie wissen, ich bin unzer­trennlich verbunden mit dem sizilischen Boden."

plnd Anatole France?"

Ich oin ein riefet Bewunderer seiner Werke. Es gibt Leute, die gewisse Gleichheiten zwischen Anatole France und mir entdeckt haben wollen, besonders auf dem Gebiete der ironisierenden Beschreibung. 2lber tatsächlich alles, was unS beiden gemeinsam ist, ist. daß wir beide die Mensch- hett Lieben, und dah wir beide in der Lage zu sein scheinen. die Welt im grotesken Lichte zu sehen."

Und was denken Sie über Ihren Lands­mann Gabriele DAnnunzio?"

Ich wurde tatsächlich vorziehen, nichts über ihn zu sagen. Gr ist, glaube ich, in allen Stücken gerade das Gegenteil von dem. was ich bin. Er ist ganz Pose, ganz Pathos, beides allerdings ht klassischer Foinn. Ich selbst fühle mich eins mtt dem modernen, stark pulsierenden Leben."