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Oberhessen.

Landkreis Gieszen

X Klein-Linden, 11.Juni. Nach der Be­endigung der Feldbereinigungsarbeiten entstehen jetzt an den neuangelegten Wegen im Ortsbereich fortgesetzt neue Gärten, die unserem Ortsbild zur Verschönerung gereichen und den Eigentümern in dieser schweren Zeit wirtschastlich sehr zustatten kommen. Am sog. Hellberg haben zahlreiche Besitzer Oedland urbar gemacht, das sie mit O b st - baumanpslanzungen versehen. Unsere hei­mische Obstzucht wird aus diese Weise recht gefördert.

s. Kl ein-Lind en, 12. Juni. Sein 50- jähriges Arbeitsjubiläum kann am heutigen Tage der Tabakarbeiter Kaspar R e u s ch l i n g von hier feiern. Im Jahre 1876 bei der Firma Georg Philipp Gail tn Gießen als Schulentlassener eingetreten, versieht er noch heute in voller Rüstigkeit seinen Posten in treuester Pflichterfüllung als Packer in der Tabakabteilung dieser Firma.

.= Watzenborn-Steinberg, 11. Juni. 2luS den jüngsten Gemeinderatssitzun­gen ist zu berichten: Ein Erlaß der Ge- meindesondergebäudesteuer entspre­chend dem Verhältnis des Staatssteuersatzes zu 6em Steuersatz der Gemeinde soll stattfinden in den Fällen, in denen das Finanzamt einen Er­laß der staatlichen Sondergebäudesteuer anord­net. weil die Friedensmiete des betr. Gebäudes nicyt mehr als 4 Prozent des Friedenswertes beträgt. Für das Hessische Krüppel­heim wurde ein Betrag von 10 Mark bewilligt. Eine Ortssatzung wegen der Vergnü­gungssteuer soll erlassen werden. Von der Erhebung einer Vergnügungssteuer wird abge­sehen bei FamUienfeierlichkeiten, sofern hierfür ein Urkundenstempel nicht erhoben wird. Im übrigen sind ohne Rücksicht auf die Größe der Veranstaltungsfläche folgende Beträge vorge­sehen: Für Tanzbelustigungen allgemein 10 Mt., für Maskenbälle und Kostümfeste 20 Mark, für größere Veranstaltungen im Freien 20 Mark, für sonstige Veranstaltungen 10 Mark. Hinsichtlich Ueberlassung einzelner Wege an die Firma Scheidhauer & Giessing zur Ausbeu­tung soll erst beschlossen werden, wenn fest­steht, ob die Wege der Gemeinde zugesprochen werden. Zur Abdeckung des Umlagebe­darfs sollen erhoben werden: Eine Sonderge- bäudesteuer von 53,7 Pf. auf 100 Mark Steuer­werk. Don der alsdann noch verbleibenden Um­lagesumme sollen an Grundsteuer erhoben wer­den: Auf Gebäude und Bauplätze 12 Pf. von 100 Mark Steuerwerk und auf land- und forst­wirtschaftlich genutzte Grundstücke 21 Pf. auf 100 Mark Steuerwerk. Die Gewerbesteuer wird zu

aus Umlage- und Betriebskapital und V3 auf den Ertrag verteilt, und zwar werden erhoben 54 Pf. von 100 Mark Steuerwerk auf land- und forstwirtschaftliche Anlage- und Betriebskapita­lien und auf den Gewerbeertrag 78 Pf. von je 1 Mark des für das Jahr 1925 festgelegten Steuer­solls. Die Gesamtzahl der Vollerwerbs­losen beträgt in hiesiger Gemeinde augenblick­lich 52, außerdem beziehen 87 Personen Tabak- arbetterunkerstühung. Der hiesige, am 1. Jan. 1876 gegründete GesangvereinSänger­kranz'' feiert am kommenden Sonntag sein 5 0- jähr. Bestehen durch ein Sängerfest, mit dem ein Gesangwettstreit verbunden ist, an dem sich 19 auswärtige Vereine beteiligen.

£ Wieseck, 12. Juni. Das seltene Fest der goldenen Hochzeit feiern heute'die Eheleute Heinrich Löwenstein und Frau Sibylle, geb. Schul. Das Jubelpaar, das im 73. Lebensjahre steht, erfreu! sich noch einer guten geistigen Frische und körperlichen Rüstigkeit.

5. Trohe, 11. Juni. Der 2,20 Meter lange Roggenhalm aus dem Lumdatal, von dem der Gieß. Anz." in voriger Woche berichtete, hat einen hiesigen jungen Landwirt nicht ruhen lassen. Er yat einen Halm von 2,56 Meter gefunden. So sehr auch die Landwirte seither auf Regen warteten, so sehr sind sie nun seiner überdrüssig; denn es ist allmählich Zeit für die Heuernte ge­worden. Im vergangenen Jahre war sie um diese Zeit schon im Gange. Auch mit dem Hacken der Kartoffeln ist man noch weit zurück. Die starken, mit Hagel vermischten Regen vom Freitag köm»en leicht der Frucht schädlich werltzm, indem sie fie -um Lagern bringen.

II Staufenberg, 11. Juni. Die Pfla­sterung des A u f g a n g w e g e s auf die Burg läßt der Kreis jetzt vornehmen. Dadurch wird Lnölich ei« sehr lästiger Aebelstcmd beseitigt.

gt, spricht vielmehr tzafür, daß die französi- Schulverwaltung nut ihrem verschwiegenen eg gegen die deutsche VvtkAprache sortfahren

Wird,

Wie sich aber das Volk dazu stellt, dafür Gegen gerade auS den letzten Tagen mehrere höchst b^eichnende Kundaebunaen vor. Die Stel­lung des katholischen VolksteilS hat in den Auto- nomiekundgebungen der klerikalen Partei deutlich Ausdruck gefunden. Auf der evangelischen Seite veröffentlichen gerade jetzt die kirchlichen Blätter eine gemeinsame Kundgebung sämtlicher kirch- Uchen Vereinigungen, die offen den Vorwurf er­hebt, daß die Schulbehörde im Gegensatz zu ihren eigenen Versicherungen einen Zustand dul­det oder fördert, in dem Volks- und Kirchen- fprache in den Religionsstunden systematisch un­terdrückt wird.Wir können dieser Rot nicht länger zusehen, weil darüber Jahrgang um Jahrgang unserer Schulkinder in steigendem Maße unfähig gemacht wird, mit innerlichem Ruhen am GDttesdienst und religiösen Leben teilzunehmen." Zur Kirche tritt die Lehrer­schaft. Sie hat in der Pfingstwoche einenTag der Volksschule" veranstaltet. Keinen Lehrer­tag gewöhnlicher Art. sondern eine Tagung, auf der die Vertreter der Erwerbsstände in zwei Vorträgen zu den Lehrern sprachen und ihre Wünsche an die Schule vorbrachten. Im Mittel­punkt stand die Sprachenfrage und die Forde­rung, den Volksschulunterricht auf der deutschen Sprache aufzubauen. Womöglich noch bezeichnen­der war der Derbandstag der Bauernverbände, wo in den Reden wieder die Sprachenfrage neben die üblichen Gegenstände einer bäuerlichen Stan- desversammlung trat und wo die Aussprache die­sen seltsamen Gegenstand stürmisch aufgriff, sodaß er ganz in den Mittelpunkt trat.

Das Volk will seine alte Schule wiederhaben. Bei allen Entschließungen und Kundgebungen heißt der unvermeidliche Kehrreim: deutscher Unterricht vom ersten Schuljahr ab! Der Mini­ster Laval aber hak auf seiner Elsahreise etliche Schulen besucht und überall mit Genugtuung die Fortschritte der Kinder im Französischen festge­stellt. Das ist die Antwort der Regierung auf die Forderungen bed elsaß-lothringischen Volkes.

l1 Mainzlar, 11. Jumi. Schulvorstand mrd Gemeinderat haben die Anschaffung und Einrichtung einer Küche für die Mädchen- fortbiloungsschulen beschlossen. Wemr die Raumfrage gelost ist, soll am 1. Juli mit dem Kvchunterricht, den Fräulein Grossart, Gießen übernehmen wird, angefangen werben.

Kreis Friedberg.

Ä Dad-Rauheim, 11. Juni. Auf Ver- anlassung des Vereins der Freundinnen junger Mädchen hielt hier Pfarrer Deg- g a u einen ebenso fesselnden, wie lehrreichen Vortrag überHans Thoma, der Raturmaler". Der Redner verstand es, äußerst lebendig den menschlichen und künstlerischen Werdegang des Altmeisters zu zeichnen. Treffliche Lichtbildes unterstühten das gesprochene Wort. Die hiesige Singakademie hatte sich in dankenswerter Weise mit mehreren gesanglichen Darbietungen in den Dienst des Abends gestellt, der un Kuv- hause bei gutem Besuch stattfand.

tOber-QHörlen, 12.Juni, Anserfreund­lich in den Ausläufern der Taunusberge gele­gener Ort Hal ein farbenfrohes Festkleid angelegt. Von Samstag bis Montag begeht unser Turn­verein die Feier seines 25jährigen Be­stehens. Er hat aus diesem Anlaß die Turner des 5. Bezirks im Gau Hessen zu ihrem dies­jährigen Bezirksturnen in den volkstüm­lichen Hebungen eingeladen. Schon einsnal trafen sich Turner des Hesiengaues in unseren Mauern, es war am 13. Juni 1909, als die Gautum- fahrt nach hier führte. Der Tag ist den älteren Turnern noch in bester Erinnerung. Wie da­mals wird auch diesmal unsere Einwohnerschaft wieder ihre rühmlichst bekannte Gastfreundschaft ausüben. Freiquartiere stehen für die Kampf­richter zur Verfügung, und für die Wetturner ist am Sonntag freier Mittagstisch vorgesehen. Gut ist für das Wetturnen von fast allen Be- zirksvereinen gemeldet worden, die Zahl 400 ist erreicht, davon entfallen allein 60 Wett­kämpfer auf die Turngemeinde Friedberg. Das Wetturnen der Schüler findet aus erzieherischen Gründen am Samstagnachmittag statt, losgelöst von dem unvermeidlichen Festestrubel des Sonn­tags. Die Wetturner machen am Sonntag früh den vorgeschriebenen Turngang von Bad- Rauheirn aus. Das Wetturnen selbst beginnt anschließend für die Turner und Jugendturner auf gut hergerichtetem Turnplatz. Der Rach- mittag sieht Festzug, allgemeine Freiübungen, Kürturnen und Volksfest vor. Es wird mit einem recht guten Besuch von Festteilnehmern gerechnet, auch aus den im Kreise Gießen ge­legenen Bezirksvereinen, zumal von Bad-Rau­heim aus unser Ort mit Postauto oder auf schönen Wayderwegen bequem zu erreichen ist.

Kreis Büdingen.

!I Büdingen, 11. Juni. Aus der jüngsten Gemeinderatssihung ist zu berichten: Der Beitrag für den B a d e v e r e i n wurde für dieses Jahr um 100 Mark erhöht. Die Finanzkommission wurde beauftragt, die von der Stadt an Vereine und sonstige Korpora­tionen seither geleisteten Beiträge einer Prüfung zu unterziehen und bei der Beratung des diesjährigen Voranschlags eingehenden Be­richt zu erstatten. Wegen der Erbauung eines Wohnhauses der Reichspostverwal­tung wird die Gemeinde soweit wie möglich helfen und entsprechende Vorschläge machen. Die Aufnahme eines Kassedarlehens bei der hiesigen Bezirkssparkasse zur Abdeckung der Forderungen der Büdinger Hand­werksleute aus der vorjährigen Bautätig­keit wurde genehmigt.

nd. Nidda, 11. Juni. Trotz steter Warnung der jungen Leute vor dem Eintritt in die franzö­sische Fremdenlegion gibt es immer wieder Deutsche, die sich für diesen qualvollen Dienst werben lassen. So erhielt kürzlich wieder ein hiesiger Ge­schäftsmann von seinem Stiefsohn aus Marokko zwei Briefe, worin er mitteilt, daß er im besetz­ten Gebiet französischen Werbern in die Hände gefallen sei und sich in der Fremdenlegion befinde. Der junge Mann war vorher in Frankfurt in Stellung. Er bereut bitter seinen Schritt, leider aber zu spät. Ein anderer Fremdenlegionär aus hie­siger Gegend hat infolge seiner Sprachkenntnisse durch den Besuch einer höheren Schule insofern ein erträgliches Los gefunden, als er im Postdienst der Legion beschäftigt ist und nicht mehr die schwe­ren Strapazen in der Glühhitze mitzumachen braucht.

Kreis Schottert.

* Schotten, 11. Juni. In der Rachkriegs­zeit schlossen sich geschichtlich interessierte Mit­glieder des V. H. C. - Z w e i g v e r e i n s S ch ot- t e n zu einerVereinigung Vogelsber­ger G e s ch i ch t s f r e u n d e" zusammen, die all­jährlich mindestens eine heimatkundliche Wanderung unternimmt, auf der heimat- geschichtlich bedeutsame Plätze des Vogelsbergs besucht werden. So führte der diesjährige Aus­flug unter Führung von Landwirt Hofmann und Lehrer Jung von Betzenrod über Betzen­rod, Wüstung Vockenhain nach dem Pe­tershainer Hof. In der Hauptsache wur­den siedlungsaeschichtlich'? Probleme erörtert. Aus der Region derRod"dörfer, die im weiteren Kreise den Oberwald umgeben, wanderte man bergwärts in das Gebiet der jüngerenHain"- dörfer, von denen wegen der ungünstigen Lage eine größere Zahl wieder zur Wüstung geworden ist (Vockenhain) oder sich auf dem Wege dahin besindet (Petershainer Hof, noch zwei Hofreiten). DerBrotweg" und dasRussengrab" erinnerten an die Zeit der Freiheitskriege. Außerdem wur­den seltene Vertreter der heimischen Tier- und Pflanzenwelt sestgestellt; zur größten Freude der Wanderer sah man in der Rähe der 500-Meter- Grenze eine Anzahl des äußerst seltenen Apollo (weißlich, mit großen roten Augen auf den Hinterflügeln).

Laubach, 11. Juni. Der sog. Markt­platz bietet seit seiner Umpflasterung einen gefälligen Anblick. Seit der Mitte des vorigen Jahr­hunderts war keine umfassende Pflasterung vorge- nommen worden. Dieser Platz führt den Namen Marktplatz" erst seit einigen Jahrzehnten, und zu Unrecht. Die Märkte sind niemals hier abgehalten worden, außer dem unbedeutendenChristmarkt". Die sog.Hüllst" (Halde) zwischen der Wetter und der Hungener Straße war der Ort der Märkte. Im Bolksmund heißt jener PlatzL i n d e p l a tz", nach der gewaltigen Linde, die ihn früher zierte. Auch das alte Rathaus, das erst 1853 abgerissen wurde, füllte einen großen Teil desLindeplatzes" aus. Es war ein stattlicher Holzbau, mit einem unverhält­nismäßig hohen Dachreiter. An ihm befand sich das H a l s e i s e n , worin der Frevler gefesselt und aus­gestellt wurde. Zu diesem Schauspiel rief ba& A r m e s ü n d e g l ö ck ch e n" die Bevölkerung zu­

sammen. Im Obergeschoß des Rathauses war ein großer Saal, in dem die Festlichkeiten abgehal­ten wurden. Im Anbau des Rathauses befand stch das städtische Brauhaus, worin die Bürger sich selbst ihr Bier brauten. Die Sommer­frucht steht im allgemeinen gut. Dagegen hat die Kleeernte teilweise recht geringe Aussichten; viele Kleeäcker waren völlig ausgewintert. Etwas besser wird die H e u e r n t e werden. A e p f e l wird es kaum geben; besser steht es mit den Birnen. Die N u ß d l ü t e ist völlig erfroren. Die Reh­böcke haben teilweise schlecht aufgesetzt. Jung­hasen sieht man verhältnismäßig wenig. Dagegen haben sich die Dachse stark vermehrt. Dasselbe läßt ich von den Füchsen sagen.

Gedern, 11. Juni. Der hiesige Prä­miierungsmarkt mackte als erster seines Zeichens unserer Stadt alle Ehre Und übertraf alle Erwartungen. Der Besuch von auswärts war trotz der anfangs nicht gerade günstigen Witterung sehr stark. Aufgetrieben waren 274 Stück Großvieh einschl. Bullen, 13 Ziegen und Ziegenböcke, sowie 639 Ferkel und Läufer. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß der Auftrieb bei günstigerer Witterung noch wesentlich stärker gewesen wäre. Das zur Prä­miierung vorgeführte Vieh (Bullen, Kalbinnen und Kühe) wurde allgemein als vorzüglich be­zeichnet, so daß es für die Prämiierungskom­mission eine recht schwierige Ausgabe war, ein gerechtes Urteil abzugeben. Besonders bewun­dert wurden die züchterisch außerordentlich wert­vollen Bullen beider Rassen (Vogelsberger und Simmentaler), die zur Prämiierung standen und teilweise von Gemeinden käuflich erworben wur­den. Durch veterinärpolizeiliche Maßnahmen das Rindvieh mußte eine Desinfektionsgrube >assieren) war dafür gesorgt, daß die Ein- chleppung von Seuchen nach Möglichket ver­mieden wurde. Auf dem Schweinemarkt entwickelte sich bald ein recht flotter Handel. Für Ferkel wurden je nach Alter 35 bis 50 Mark pro Kopf bezahlt. Die Tiere fanden bei­nahe restlos Absatz. Um 1 Uhr mittags ließ der Brieftaubenklub Gelnhausen die angekündigten Brieftauben fliegen. Die mit Spannung erwartete Verlosung begann um 2.30 Uhr nachmittags. Rachdem damit der offi­zielle Teil des Marktprogramms seine Erledi­gung gefunden hatte, wandte sich die Menge mehr den zahlreichen Verkaufs- und Vergnü- gungsftänden zu. Kreisdirektor Geh. Reg.-Rat B o e ck m a n n sprach sich in recht anerkennen­der Weise über das Ergebnis des Tages aus, während der Vertreter der Landwirtschafts­kammer, Herr C e l l a r i u s, Schotten, versprach, seinen Einfluß bei der Landwirtschaftskammer dahin geltend zu machen, daß sie auch ferner­hin den Prämiierungsmärkten unserer Stadt ihre Unterstützung zuteil werden lass e. Auch aus den Kreisen der Einwohnerschaft und der aus­wärtigen Besucher wurde der Wunsch laut nach weiterem Ausbau des Marktes unter Bei­behaltung des festgelegten Termins, der für die Landwirtschaft recht günstig sei. Die Gemeinde­verwaltung wird wohl, angeregt durch den guten diesjährigen Erfolg, der weiteren Ausgestaltung des Prämiierungsmarktes ihre ganze Aufmerk­samkeit zuwenden. Gelegentlich des Prä- miierun^smarktes trieben auch hier, wie es anderwärts bei derartigen Anlässen beob­achtet wurde, Taschendiebe ihr unehrliches Handwerk. Verschiedentlich wurden Geldbeträge gestohlen; ein Marktbesucher büßte sogar seine Brieftasche ein, die er in der inneren Rocktasche trug. Leider gelang es nicht, einen Vertreter dieses unsauberen Handwerks auf frischer Tat zu ertappen. Kaum ist der Prämiierungsmarkt vorbei, so rüstet man in unserem Städtchen all­gemein zu dem am kommenden Sonntag dahier stattfindenden Bundesfest der Vogels­berger Sängervereinigung, mit dem die Fahnenweihe des Arbeitergesangvereins' Vorwärts" verbunden ist. . Die Vorbereitung des Festes liegt in den Händen des genannten Vereins.

Rieder-Seemen, 11. Juni. Da trotz mehrmals stattgehabter Dürgermeister- w a h l keine Einigung erzielt werden konnte, wurde nunmehr Heinrich Sinn er dahier zum kommissarischen Bürgermeister für unsere Gemeinde bestellt und verpflichtet.

Ulfa, 11. Juni. Bei der Pferde­prämiierung in der P f er d e z ü ch t er - Vereinigung Alfa wurden folgende Züch­ter mit Preisen bedacht: 1. Preis Herrn. Fil- singer-Reinhäuserhof, Otto Mogk-Alfa; 2. Preise R. Widdersheim-Bersdorf, H. Wolf-Alfa und H. Filsinger-Reinhäuserhof; 3. Preise O. Jäger- Alsa, H. Döll-Alfa. PH. Reitz-Alfa und Hch. Jüngling Wtw.-Alfa. Als Preisrichter waren tätig: Oberlandstallmeister Schörke-Darmstadt. O. Schneider-Atphe und W. Wolf-Düdelsheim.

Preußen.

Kreis Wetziar.

XX Krofdorf, 11. Juni. Die Wander­haushaltskurse, wie sie seit zwei Jahr­zehnten in unferm Kreise eingeführt sind, haben bei ihrer jeweiligen Einkehr in unserer Bürger­meisterei stets eine sehr gute Aufnahme gefunden. Bisher wurden diese Kurse nur im Winterhalb­jahr in drei Gemeinden abgehalten. Die Rach­

frage ist aber so rege geworden, daß die Wünsche während der Winterzett nicht mehr alle berück- sichttgt werden tonnten. Die Kreisverwaltung hat daher eine zweite Lehrerin für diefen Wirkungskreis zunächst versuchsweise eingestellt. Als seinerzett die Anregung zu einem Sommer­kursus hierher erging, erklärten sich binnen kürzester Frist nicht weniger als 22 Teilnehme­rinnen dazu bereit. In dem Moosschen Saale herrscht nunmehr unter Leitung von Fräulein Ludwig ein vielgeschäftiges Treiben, wobei es gilt, die angehenden Hausfrauen auf ihren spä­teren Beruf vorzubereiten.

ch. Hochelheim, 11. Juni. Die zahlreichen Kirschbäume in unserer Gemarkung zeigen, je nach Lage und Alter, einen recht guten Behang, jedoch dürste als Durchschnittsergebnis nur eine gute Mittelernte zu verzeichnen sein. Mir der Frühkirschenernte wird man bereits Ende nächster Woche beginnen können.

ch. Aus dem Kleebachtal, 11. Juni. Begünstigt durch die feuchte Witterung der letztem Tage ist das D i ck w u r z s e tz e n hier gut voran geschritten. Vielfach macht sich in unserer Gegend ein starker Mangel an Sehpflanzen bemerkbar. Man bezahlt für das Tausend guter Dickwurz- pflanzen durchschnittlich! 4 bis 5 QJlf. Die starken Regenfälle der letzten Tage haben Dvs Lagern der zu üppigen und dicht stehenden Korn­felder bewirkt. In den Weizenfeldern tritt, wie auch aus anderen Gegenden berichtet, der Rost in größerem Umfange auf. Mit der Heuernte dürfte in der nächsten Woche an- gefangen werden.

Kreis Biedenkopf.

kz. H e r m a n n ft e i n, 11. Juni. Rach einem reich gesegneten und arbeitsreichen Leben ver­schied hierselbst im 73. Lebensjahre der Ge­meinde- und Kirchenrechner Heinrich Burk. Hardt. Der Verstorbene hat 40 Jahre lang in hiesiger Gemeinde das Amt als Gemeinde- und Kirchenrechner treu verwaltet. In der Dill und ihren Rebenslüssen macht sich ein besonderer Fischreichtum auch in diesem Jahre wieder bemerkbar. Das Einheimsen größerer Fischmen- gen geschieht zur Zeit der Heuernte und kurz danach, wenn die Wiesen gewässert werden. Auf Grund althergestammter Gerechtsame dürfen die Wiesen mit dem Dillwasser von Samstag­abend bis Montagmorgen gewässert werden. Es sind hierbei bestimmte Stunden festgesetzt. Wäh­rend der Wässerung ist der Wasserstand niedrig, und mit großen Retzen steigen dann die Fischer zum Fang ins Wasser. Auch mit flinken Hän­den werden viele Fische gegriffen.

Dillkreis.

WSR. Dillenburg, 11. Juni. Ein hiesiger Metzgermeister schlachtete dieser Tage eine Kuh des Landwirts Stremmel von hier und fand dabei in dem Magen des Tieres den Trau­ring der Frau Stremmel, den diese beim Häcksel schneLden vor sieben Jahren verloren hatte.

Kreis Limburg.

D Diez, 11. Juni. Die Franzosen schei­nen jetzt doch Vorbereitungen zur R äu m u n g des Schlosses Oranienftein nebst den dazugehörigen Rebengebäuden zu treffen. Wie verlautet, beabsichtigt die preußische Anterrichts- Verwaltung das Schloß zu einem Sanft» erziehungsheim, verbunden mit einem Internat, umzuwandeln, in dem begabte Söhne abgebauter Beamter, Offiziere, Geistlichen usw. auf Staatskosten erzogen werden sollen.

Kreis Westerburg.

* Westerburg, 11. Juni. Die Aussichten aus eine befriedigende O b st e r n t e haben sich auf dem Westerwald sehr verschlechtert. Infolge des regnerischen Wetters und der ungewöhnlichen Kälte haben die Obstbäume, deren reicher Blütenflor auf eine gute Ernte hatte hoffen lassen, schweren Scha­den gelitten. Zwetz'chen und Birnen haben gar keine Früchte angesetzt, die Apfelbäume zeigen nur ge­ringen Ansatz.

Oberwesterwaldkreis.

O. Höhn-Urdorf, 11. Juni. Gestern fand das vom Westerwälder Züchterverein veranstaltete Tierschau-Fest hier statt. Trotz der ungünstigen Witterungsverhältnis! e war die Schau von nah und fern gut beschickt. Die Preis­richter konnten mit Genugtuung feststellen, daß sich die Viehzucht nach dem Kriege wieder gut erholt hat; besonders die Schweinezucht erhielt eine lobende Anerkennung. Ein Festessen im Bahnhofshotel und Tanzbelustigung im Steup- scheu Saale gaben der gutgelungenen Veranstal­tung das übrige Festgepräge.

Maingau.

WSR. Frankfurt a. M, 11. Juni. 3n der Schellingstraße war am Mittwoch eine Ehe­frau mit Wäschekochen beschäftigt. Plötzlich stürzte die Frau auf den Vorplatz und schrie um Hilfe. Ihre Kleider waren auf bis jetzt noch nicht bekannter Attache in Brand geraten. Hausbewohner eilten hinzu und löschten die Flam­men. Die erlittenen Brandwunden waren jedoch so schwer, daß die Frau gestern ihren Ver­letzungen erlegen ist.

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