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ger Zuwiderhandlungen in vorkehrspolizeiltcher 5>in=

Zusammen st ob zwischen Motor­rad und Fahrrad. Gestern abend gegen 6.15 iUjr fuhr ein Motorradfahrer mit Beisitzer vom Ludwigsplah durch die Ludwigstrave. An der Ecke Ludwlgstraße Goetheslraße kam aus der Richtung Sudan laue ein Radfahrer, der an­scheinend seine Maschine nicht ganz beherrschte, und fuhr dem Motorrad in die Flanke. Durch den Anprall stürzten alle drei zu Boden. Der Radfahrer, ein Landwirt aus der Umgebung von Gießen, erlitt eine starl blutende Kopf­wunde, sowie einen Bruch des linken -Unter­armes: er muhte nach Anlegung der Rotver­bände durch die Freiwillige Sanitütololonne vom Roten Kreuz zur chirurgischen Klinik gebracht werden. Die beiden Motorradfahrer kamen mit leichten Abschürfungen davon

** W o i st eine Kuh g e st o h l e n? Der Poli­zeibericht meldet: Am Dienstag, 7. Hept., überaab ein Unbekannter einem hiesigen Mötzger auf Der Straße in der Westanlage eine Kuh mit Dem Er suchen, ihm diese mit nach dem Schlachthof zu neh men, wo er sie dann wieder abhoien würde. Da sich der Unbekannte bi? heute noch nicht um das Tier bekümmert hat, ist anzunehmen, daß cs durch eine strafbare Handlung erworben oder womöglich auf einer Weide gestohlen wurde. Der Eigentümer oder Personen, die enll. über den unbekannten Händler Auskunft geben können, werden ersucht, sich mit der Kriminalpolizei Gießen ins Benehmen zu setzen.

* Fahrraddieb st ähle. In letzter Zeit wurden in Gießen nachstehend verzeichnete Fahr­räder gestohlen: 1. Marke Schladitz, Nummer un­bekannt, schwarzer Nahmen, chachgebogene Lenk­stange, mit schwarzen Griffen und grauer Bereisung: 2. Marke Triumph, Nr. 385 709, schwarzer Nahmen ! mit grünen Streifen, gelben Felgen und hochgebo­gener Lenkstange. Bor Ankauf wird hiermit ge­warnt.

*'* Zwei Einbruchsdieb st ähle wurden in letzter Zeit hier begangen, wo Den Tätern Geld­beträge von 60 und 180 Mk. in die Hände fielen.

Sachdienliche Mitteilungen nimmt Die Krimi­nalpolizei Gießen entgegen.

** Festgenom in c n wurden je eine Person | wegen Gewerbsunzucht, Kuppelei und Diebstahls.

** Das letzte Sommer-Sonderkon­zert unserer Reichswehrkapelle unter Leitung von Obermusikmeister L ö b e r fand am Donnerstagabend auf DerLiebigshöhe" statt. Die Veranstaltung war gut besucht und bildete einen würdigen Abschluß Der Konzertreihen Der Kapelle. Das sorgfältig zusammengestellte Schlußprogramm, Dos reiche Abwechslung bot, mürbe flott zum Vortrag gebracht und fand bei Dui Besuchern rechl freunDliche Aufnahme. Der lebhafte, teilweise stür­mische Beifall, Den das Publikum Den Darbietun­gen zollte, fand in zahlreichen Einlagen seinen Ausgleich. In Diesem Zusammenhang seien besonders erwähnt: Die SuiteBallet-Cgyptien", Die Fan­tasie über die Musik zum MärchenKönigokinder", die Große Fantasie ausGötterdämmerung", Die Variationen überLang, lang ist's her" (Uylophon- solo) und der WalzerGruße von Der Lahn" (kom­poniert von Obermusikmeister W. Löben. Z» Den nunmehr abgeschlossenen Konzertserien läßt sich zu- sammensassenD sagen, daß der im allgemeinen sehr gute Besuch (besonders Der Abonnementskonzerte) gezeigt hat, Daß Die Gießener Bürgerschaft lebhaf­tes Interesse für Diese musikalische Unterhaltung während Der Sommermonate bekundet, und an­dererseits Die Kapelle stets nach besten Kräften be­strebt war, dieses Interesse machzuhalten und zu för­dern. Das ist ihr in vollem Maße gelungen. Der reiche Beifall, Den sie für ihre trefflichen Leistungen in Den einzelnen Konzerten ernten konnte, bietet

einen beredten Beweis dafür, co iaiui d>, .Äduehc mit Befriedigung auf ihre diesjährige Sommer-Kon- zerttätigkeit zurückblicken, und auch die Bürgerschaft wird sich gern dieser Veranstaltung erinnern. z.

** Eine beherzigenswerte War­nung richtet Die GeneralDirektion des Hess. Lan- Desthealers in Darmstadt an junge Leute, die sich Der Bühnenlaufbahn rniDmen wollen, in nachstehen- Den Worten: Angesichts der an die GeneralDirektion gelangenden zahlreichen Anfragen betr. Anfänger- und Volonlärstellen sei Darauf hingewiesen, Daß keine Möglichkeit mehr besteht, Derartigen Gesuchen zu entsprechen, ganz abgesehen davon, daß Die GeneralDirektion nicht in Der Lage ist, Durch Er­füllung Derartiger Gesuche eine Verantwortung zu übernehmen und zweifelhafte Hoffnungen für Die Zukunft zu wecken. Es muß ernstlich betont werden, Daß augenblicklich Die Aussichten, falls es sich nicht um ganz große und ursprüngliche Begabungen han­delt, erschreckend schlechte sind. So zeigt z. B. Die letzte Berliner Statistik vorn 5. September, daß von Bühnenangehörigen der Dortigen Erwerbslosenfür­sorge 634 Schauspieler, 233 Opernsänger, 80 Tän­zer, 71 Musiker, 69 Ehorsänger, 31 Kapellmeister und 7 Theaterdirektoren zur Last fallen. Dabei han­delt es sich, wie ausdrücklich betont werden muß, um Durchweg fertige unD ausgebildete Künstler, die sämtlich in guten und festen Stellungen waren.

** 2 i e Maul- und Klauenseuche ist neuerdings in Friedelhausen (Kreis Gießen), Zell und Schmeinsberg (Kreis Alsfeld) sowie in Wenk bach (Kreis Marburg) amtlich festgestellt worden.

Wettervora -sage.

Bei schwach südwestlichen Winden langsam zu­nehmende Bewölkung, warm, vorwiegend trocken.

Der Luftdruck über Mitteleuropa fällt langsam weiter. Unser Gebiet kommt in das Bereich von Randstörungen des über der Nordsee und Skandi­navien lagernden Tiefdruckgebiets, so Daß die Be­ständigkeit Der Wetterlage nicht gesichert ist.

Gestrige Tasfestemperaturen: 'JJiorinuim 26,7 Grad Celsius, Minimum 12,1 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur 14,7 Grad Celsius,

Preußen.

Kreis Wetzlar.

3 Aus Dem Kreise Wetzlar, 10. Sept. Die Lage auf Dem Arbeits markt im Bezirke Des Arbeitsnachweises Wetzlar hat sich im Laufe Der zweiten Hälfte Des Monats August wieder etwas gebessert. Es wurden Ende August unterstützt: 1652 Haiiptunterstützungsempfänger, 972 Ehefrauen und 1858 Kinder. Bei Notstandsarbeiten wurden 352 Erwerbslose beschäftigt. Bon diesen Zahlen entfallen auf die Stadt Wetzlar 490 Haupt- Unterstützungsempfänger, 270 Frauen, 486 Kinder und 69 Notstandsarbeiter, den Landkreis Wetzlar 957 Haliptunterstützungsewpslinger, 595 Frauen, 1118 Kinder und 283 Notstandsarbeiter und Die zu Dem Arbeitsnachweisbezirl Wetzlar gehörigen Ge- meinDen Des Kreises Biedenkopf 205 Hauplunter- stützungsempfänger, 107 Frauen und 254 Kinder. In zahlreichen Fällen konnte der Arbeitsnachweis Beschäftigung vermitteln, besonders solche in Der Landwirtschaft. Die im Gang befindlichen Notstands- arbeiten werden aus Mitteln Der produktiven Er werbslofenfürsorge weiter unterstützt.

d Atzbach , 10. Sept. Arn 15. September wird in unserem Orte wieder eine B o l l post- agentur errichtet. Die Agentur wird wieder die Frau Witwe Keller übernehmen, Die bereits früher schon eine solche verwaltete und die heutige Poststelle innehat. Auch der nahe gelegene Ort Dorlar wird wieder seine Post von Der neuen Agentur erhalten.

o G r o p r e chte ndn ch, 10. Srpt. Für das Rote,Kreuz wurden in Den Gemeinden der Bürgermeisterei Rechtenbach folgende Beträge gesammelt: Dornholzhausen 6,50 Mk., Ebersgöns 20,30 Ml., Großrechtenbach 15,50 Mk., Hochelheim 16,25 Mk., Hörnsheim 24,40 Mk., ' ueinrechtenvach 6,65 Mk., Münchholzhausen 12,50 Marl, Riederkleen 7 Ml., Oberkleen 12,60 Ml., Reiskirchen 12,60 Mk., Vollnkirchen 8,30 Ml. und Volpertshausen 5,35 Mk. Außerdem zeichneten die 14 Gemeinden der Bürgermeisterei je einen besonderen Beitrag.

i Groß-Rechtenbach, 10. Sept. Gestern fand amSchirnberg", im Zuge Der Prooinzial- straße WetzlarButzbach, die V e r st e i g e r u n g Der diesjährigen Birmnernte statt. Bei den zum Verkauf kommenden Birnen handelte es sich in der Hauptsache um Bocks Flaschenbirne. Da (id) nur wenige Käufer eingefunöen hatten, bewegten sich die Preise in geringer Höhe. Es wurden für den Baum 1 bis 5 Mk. bezahlt. Der Zentner Birnen kam aus 1,50 bis 2,50 Mk. zu flehen.

I Klein-Rechtenbach, 10. Sept. Die hie­sigen Schulkinder unternahmen dieser Tage einen A n s f l n g n a ch F r a n k f u r t a. M.: sie be­sichtigten Den Zoologischen Garten, Die neue Mainbrücke und Die Zeil. Groß war Die FreuDe Der fiinDer über all das Gesehene, da sie noch nie Ge­legenheit hatten, Das Leben unD Treiben einer Großstadt kennen zu lernen.

<> Dornholzhausen, 10. Sept. Die hie­sige Schule unternahm dieser Tage eine eintägige Wanderung n a ch Braunfels. Zu Fuß ging es über Großrechlenbach nach Wetzlar, von wo aus man mit der Labnbahn bis Station Braunfels und von da mit der Ernstbahn bis Braunfels-Stift fuhr. Große Freude bereitete den Schulkindern die Besichtigung des Schlosses Braunfels mit dem Rittersaal, der Schloßkirche und den Jagdsaal: einen herrlichen Rundblick hatten sie vom Schloßturme aus in das schöne Lahntal. Auch der Tiergarten, in dem jetzt wieder Rot- und Damwild vertreten ist, wurde aufgesucht. Interessant war für die Kinder der Anblick eines Rudels dieses edlen Wildes, das In den heimischen Wäldern nicht mehr vorkommt. Bon Braunfels aus wurde Die Rückreise durch das Solsbachtal angetreten: einer Bahnfahrt von Braun- fsls-Oberndorf bis Brandoberndorf folgte eine Fuß­wanderung bis Griedelbach, von wo aus die Heim­reise mittels Wagen erfolgte,

CO Niederkleen, 10. Sept. Dieser Tage sand hier die Ab n a h rn e der in diesem Jahre neu erbauten Wasserleitung mit Ortsent- Wässerung statt. Zunächst mürbe eine Besich­tigung der Quellenfassung und der Brunnenkammer vorgenommen: beide sind im DistriktHeiligen- tüiilo" -wischen hier und Ebersgöns belegen. Die Ein­fassung Der Quelle unD Die Herstellung der Brunnen- lummer erfolgte bereits im Jahre 1913 durch den Unternehmer Rheinbay (Eleeberg). Die Quelle liefert täglich 350 Kubikmeter Wasser, wovon die Gemeinde nur etwa 50 Kubikmeter braucht, die übrigen 300 Kubikmeter aber als überschüssig ablaufen. Der Besichtigung der Ouellfnssung und Brunnenkammer folgte die Inaugenscheinnahme des Hochbehälters, der an der Provinzialstraße WetzlarButzbach unmittelbar am Forsthause er­richtet ist: gebaut wurde er, ebenso wie Die Zulei­tung von der Quellenfassung zu ihn, schon im Herbst vorigen Jahres. Der Hochbehälter hat ein Fassungsvermögen von 90 Kubikmeter. Ebenso, wie die Abnahme zur vollen Zufriedenheit ausgefallen war, fiel auch eine Probe der Hndranten bestens aus. Der Druck des Wassers ist selvst an den tiefer gelegenen Ortsteilen so stark, daß es im Brandfalle möglich ist, auch die höchstgelegenen Brandstellen mit Den Hydranten ohne Inanspruchnahme der Feuer­spritze zu bekämpfen. Im Anschluß an die Abnahme

Der Leitung luno m der Gastwirtschaft Ohly eine kleine Feier statt, bei der Bürgermeister Schnei­der Der Bauleitung, Dem Unternehmer und nicht zuletzt and) den Arbeitern Öen Dank der Gemeinde für Die umsichtige Leitung Des Baues, Die gute Aus­führung und Die mit anerkennenswertem Fleiß ge­leisteten Arbeiten aussprach. Kreisbaumeister F l e n- Der Dankte für Diese Ehrungen unD wies noch ein­mal auf Die mannigfaltigen Vorteile einer Wasser- leitüng sowohl in wirtschaftlicher, als auch in hygie­nischer Beziehung hin. Der Bau Der Leitung ist in verhältnismäßig kurzer Zeit durchgefübrt worDen. Die Arbeiten rourDen EnDe Februar D. y. begonnen unD waren schon Mitte August fertiggestellt. Die Entwässerungsanlage ist nur in Dem tiefer gelegenen Teile Des Ortes Durchgeführt. Das ganze Projekt war oon Der Regierung als Mtstandsarbeit aner­kannt unD Der Gemeinde zu feiner Ausführung Zu- schüsse und ein Darlehen aus der produktiven Er- werbslosenfürsorge zur Verfügung gestellt. Trotzdem hat die Gemeinde noch ein größeres Darlehen bei der Landesbank aufnehmen müssen. Die Gemeinde wäre schon vor dein Kriege in den Genuß einer zentralen Trinkwasserversorgung gekommen: schon im Jahre 1914 war der Bau der Leitung an einen Unternehmer vergeben, konnte aberUwmals wegen des Kriegsausbruches nicht ausgeführt werden.

R Oberkleen, 10. Sept. Die Bewirt- s ch a f t u n g des hiesigen GemeiNdewal- Des erfolgte bisher noch nach einem Plane, Der schon vor mehreren Jahrzehnten aufgestellt war und Den Grundsätzen Der heutigen Wald- bewirtschaftung in keiner Weise mehr Rechnung trug. 3n Erkenntnis Der RotwenDigkeit eineS neuen Betriebsplanes hat Die Gemeindevertre­tung die Reuansertigung eines solchen beschlos- stzn. Ein Forstkandidat Der Universität Gießen ist zurzeit mit der Aufstellung des Planes beschäftigt. Der neue Plan wird die Grundlage für Die Beforstung des Waldes, Holz- sällungen, Kulturarbeiten und alle mit der Wald­bewirtschaftung zusammenhängenden Fragen bil­den. Zur Bestreitung Der durch die Reuauf­stellung entstehenden Kosten ist der Gemeinde von der Forstverwaltung eine Extrafällung im nächsten Wirtschaftsjahr in Aussicht gestellt.

Kreis Marburg.

sch. Marburg, 10. Sept. Die Lage des Baumarktes in den Landgemeinden Des Kreises Marburg hat sich in Den beiden letzten Jahren, wesentlich gebessert. 3m Jahre 1925 wurden insgesamt 102 Wohnhäuser sertiggestellt, davon 5 von Der Hessischen Heim­stätte in Kassel: auch zwei Gemeindehäuser wur­den im vergangenen 3ahre errichtet. 3n diesem 3ahre stehen im Kreise etwa 90 Häuser im Roh­bau da. Rur dadurch, daß der Kreis bei Der Landespsandbriefanstalt in Berlin eine Anleihe von 300 000 Mark ausgenommen hat, wird es möglich sein, die Bauten bis zum kommenden Winter sertigzustellen. Das Auskommen aus der Hauszinssteuer war Derart gering, daß von Den 90 nur etwa 15 bis 20 Häuser hätten fertiggestellt werden können. Von Den Häusern, Die in die­sem 3ahre ihrer Vollendung entgegengehen, ent­fallen ebenfalls nur 5 auf die Hessische Heim­stätte in Kassel. Bei Den Bauten werden vieler­orts Bruchsteine aus Gerneindebrüchen verwendet, auch Kunststeine werden gern gebraucht, ebenso ist auch die hessische Bauweise in Holzfachwerk anzutreffen.

Dillkreis.

IJ Eisemroth, 10. Sept. Die Arbeits­losigkeit nimmt hier immer mehr zu. Di« E i s e n st e i n g r u b e n haben ihren Betrieb schon längere Zeit f a st vollständig eingestellt. Der Straßenbau ist soweit beendet. Ein

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