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A Dreieichenbarn, 10. Aus. 3n un­serem Städtchen verlebte von 1811 big 1820 der bekannte Komponist vieler DoUSlieder. ehemaliger Seminar-Musiklehrer in RkörS, Ludwig ß r f. seine 3ugend. Pie Gemeinde beabsichngt. eine neue Orgel anzuschaffen, die den Hamen ßrfOrgel führen soll. Don der alten Orgel, auf der Ludwig Erk von seinem Vater. dem Lehrer A. TD. @rf. in den Anfangsgründen des Orgellpiels uMerwiesen wurde, sollen die Pro spckt- und alle noch brauchbaren Pfeifen in die neue eingebaut werden.

Rheinhessen.

WSA Alzey, 9. Aug. Ein schwerer Ein­fall ereignete sich gestern in der Dörrftädter Gegend am Hochweiler Hof. Der Forstverwalter Dein unternahm seinen üblichen Abendgang zum Anstand, als er im Felde ein lebendes Wesen beobachtete, aus das er, ein Wlldschwein vermutend, einen Schuh abgab. Zu seinem Ent­setzen muhte er feststellen, daß er Veit 21jährigen Sohn des Gutsbesitzers August Hemmer er­schossen hatte. Die eingetretene Dämmerung war dem Forstverwalter zum Verhängnis ge­worden.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

t Wetzlar, 10. August. Die diesjährige Wanderversammlung der Oberhessischen und Kurhessischen Dienenzüchtervereine wurde gestern durch den Vvrsiheirden Schulrat K i m p e l (Kassel) mit einer Begrüßung der zahlreich Versammelten eröffnet. Den ersten Vor- trag hielt Assistent Gilbert vom Zoolog. Institut Gießen überArbeitsteilung im Dienenstaat". Der eiitgehende Vortrag fand Deifall, den der Vorsitzende in anerkennenden Worten auSsprach. Aach der Degrühung des inzwischen eingetroffenen Vorsitzenden deS Deut schcn Imkerbundes. Rektors Dreiholz, sprach Prof. Zander (Erlangen) über die Harmonie des Dienenlebens und ihre praktische Auswir­kung. Auch dieser Vortrag, der die Verbindung des Wissenschaftlers und Praktikers zeigte, fand die einmütige Zustimmung der Versammlung. In der anschließenden Aussprache kam noch viel Wissenswertes für junge und alte Imker zur Sprache. Rektor Dreiholz sprach dann über die Dedeutung des deutschen Imkerbundes für die Förderung der deutschen Dienenzucht. Zum Schluh fand die Dekanntgabe der Prämierung und die Verteilung der Preise statt. Gelegent sich der bienenwirtschaftlichen Ausstellung fand die Iahrestagung der beiden Hauptvereine des Oberhessischen und des Kurhessischen D i e - nenzüchtervereins, statt. In der des Oberhessischen Vereins berichtete Oberamtsrichter Klietsch (Düdingen) über den von ihm der diesjährigen Ausschußsihung in Giehen vorge legten Entwurf der neuen Satzungen des Ober hessischen Dienenzüchtervereiits. Der vortreff­liche Sayungsentwurs wurde von der Versamm­lung einstimmig angenommen.

ZJ Wetzlar. 10. Aua. Die Frage der (E i n gemeinbung nach Wetzlar beschäftigt zur Zeit sehr stark die Gemüter unseres Rachbar- dorfes Garbenheim. Dekanntlich ist es der Wunsch der Stadt Wetzlar, aber auch eines Teiles von Garbenheim, der seit einer Reihe von Jahren nach dieser Richtung hin tentieri Seitens des Bürgermeisters Dr. Kühn sind bereits in Garbetcheim Vorträge und Despre- chungen abgehalten worden. Am vergangenen Sonntag war auch der Dürgermeister Brock- meier von Krofdorf, zu dessen Amtsbereich die Gemeinde heute noch gehört, zu einer Aus­sprache mit den Gemerndeangehörigen erschienen, die sehr zahlreich besucht war. Das Für und Wider wurde sowohl in dem Vortrag als auch in der hierauf einsetzendett lebhaften Aussprache ausgiebig behandelt. Allgemein kann gesagt werden, dah der Grundbesitz kein Freund der Cingemeindung ist, während ein Teil derBe­amten» und Lehrerschaft, fötale auch Telle der Arbeiterschaft sehr stark für die Eingemeindung propagieren. Daulich besteht zwischen beiden Orten keine direkte Verbindung und ist auch für die Zukunft durch den die Grenze bildenden langgestreckten Lahnberg nicht gut möglich. Da­gegen liegt der Wetzlarer Güterbahnhof bereite heute schon im Zuge der Lahnbahn auf Garben- heimer Gebiet und feine etwa erforderlichen Er­weiterungen können nur in dieser Richtung weiter vor sich gehen. Die Gewerkschaft Raab am Taubenstein hat z. D. ihre Grubenstollen wie­derum auf der Grenze in der Wetzlarer Ge­markung, während ihr Kalkwerl schon nach Garbenheim gehört. Da die Feldmark als auch der Waldbesiy von Garbenheim nach Westen ausschließlich mit der Wetzlarer Feldmark zu- sammenstöht, so wäre eine Eingemeindung für die Stadt immerhin von Vorteil, weil hierdurch Wetzlar für spätere Zeiten freie Hand in seiner Entwickelung erhielt. Wie der Kreistag und be­sonders die Gemeinde Garbenheim selbst sich bei einer Abstimmung entscheiden werden, ist mit Sicherheit nicht vorauszusehen. Es werden hier noch manche Kämpfe zwischen den Parteien der Befürworter und der Gegner ausgesochlen werden.

Das Postauko kommt täglich von Rieder» fleen an Ben hiesigen Dahnhof, damit die Reisen­den aus dem Kleebachtal den um 12 < Uhr mittags nach Gießen fahrenden Personenzug be­nutzen können. Am Bahnhof wartet das Auto Stunde, so dah die mit dem Personenzug Ar. 780 hier eintreffenden Reisenden in den Hüttenberg bis Riederkleen fahren können. Die Benutzung deS Autos war gestern und heute gering. An den Gießener Wochenmarkttagen dürfte der Verkehr besser werden. Der im Jahre 1883 von hier nach Rordamerika ausge- toanb ertc Heinrich Pfaff ist jetzt zum erstenmal zu Defuch hier eingetroffen. In Leihgestern traf zum erstenmal der im Jahre 1881 nach Rordamerika auSgewanderte Kaspar Mül­ler ein.

Lollar. 10. Aug. Gestern abend gegen /V Uhr ereignete sich auf der Bahnstrecke -wi­schen Daubringen und Lollar auf dem Bahn­übergang bei dem Dausterschen Tuffsteinbruch ein bedauerlicher AlnglüdSfall, dem leider ein blühendes Menschenleben zum Opfer fiel. AlS der Düterzug 8896 von Londorf die fragliche Stelle passierte, hielt an dem Aleber- gang das Fuhrwerk der GastwirtSwitwe Ver­lach mit einem angehängten Mäher. Durch den Pfiff der Lokomotive, die an der Stelle pfeifen muh, scheuten die Pferde und rasten über den ilebergang. Der Zug erfaßte den Mäher und schleuderte den Führer des Fuhrwerks, den 20jährigen Sohn der Witwe G e r l a ch . z. Zt. Student in Marburg, von dem Wagen. Er trug eine Kinn- und Kopfverletzung davon und wurde alsbald in die Gießener Klinik übergeführt, wo er in der Rächt seinen Verletzungen erlag. Ein mitsahrendes Dienstmädchen touroe ebenfalls vom Wagen geschleudert und erlitt leichtere Ver­letzungen. Der Hinterbliebenen Witwe Verlach bringt man allgemein Anteilnahme entgegen, um so mehr, als sie erst vor kurzem ihren Mann verloren hat.

!! Daubringen, 10. Aug. An dem Bergturnfest des Lahn-Düirsberg-Gaues in Kesselbach beteiligten sich vom hiesigen Männer- tunwerein 4 Turner in der Oberstufe, 3 in der Unterstufe und 9 Schüler. Heinrich Walter errang den 23. Preis in der Oberstufe, Wilhelm Dort den siebten in der Unterstufe und der Aufbauschüler Wilhelm Braun den siebten der Schülerklasse.

: Beuern, 10. Aug. Einen schönen Er­folg hatte die Schülerriege des erst vor einigen Monaten gegründeten TurnvereinsGut Heil" zu verzeichnen. Am letzten Sonntag beteiligten sich acht Mitglieder derselben am G a u - Schülerturnen des Lahn-Dün sberg- Daues in Kesselbach. Jeder der acht Teilnehmer errang einen Preis. Es ist dies eine recht an­erkennenswerte Leistung in Anbetracht der star­ken Konkurrenz, traten doch 198 Mitturner zum Wettkampf an.

Q Dorfgill, 10. Aug. Am Sonntag fand hier ein Fest der Inneren Mission statt, das von Prediger D o m a h, Lich, geleitet wurde. Es hielten Ansprachen Ortspfarrer Weber, Stadtmissionar Herrmann, Gießen, und Pre­diger H ö r d l e. Die Posaunenchöre von Holz­heim und Dorl-Gill trugen verschiedene Musik­stücke vor. Auch der hiesige Gemischte Thor trug durch verschiedene Gesangvorträge zur Ver­schönerung des Festes bei. Ein eigenartiger Unfall trug sich unter dem Viehbestände des Landwirtes Wilh. S a m e s von hier zu. Sarnes hatte zwei Pferde zusammen in einem Stalle stehen, von denen sich das eine von seinem Stande losrih und dem anderen ein Dein der­maßen zerschlug, daß dieses nur noch etwas an den Sehnen hing. Das verletzte Pferd mußte sofort abgeschlachtet werden.

Kreis Friedberg.

sf. Friedberg. 10. Aug. Der Bundestag derAdler und Falken" und der Schill- jugend fand in den letzten Tagen mit dem großen Bundestagsfeuer seinen Abschluß.

l?I Vilbel, 10. Aug. Der bürgerliche Rad­fahrervereinGermania" veranstaltete ein Rad- f a b r e r f e ft, verbunden mit einer Wettfahrt .Rund um Vilbel". Die Strecke war 108 Kilo­meter lang und mußte zweimal durchfahren wer­den. Es gelangten 15 zum Teil wertvolle Preise zur Verteilung. Der 1. Preis kam nach Wies- baden. Den 6. Preis, einen Pokal, den die Stadt Vilbel gestiftet hat, erhielt der Kirchendiener Adam Schwarz von hier. Leider ereigneten sich bei dem Rennen einige Unfälle, von denen zwei als nicht leicht zu bezeichnen sind. Ein Fahrer erlitt einen Arm» und Beinbruch, ein anderer trug eine leichte Gehirnerschütterung da­von. Rächsten Sonntag und Montag findet der bekannte ,,BilbeIer Markt" statt. Die Vor­bereitungen dazu sind bereits in vollem Gange.

!?! Klein-Kar den, 10. Aug. Die Aid dar eguli erung ist nun auch bei un­ferm Dorfe, nachdem sie unterhalb bei Vilbel und Massenheim beendet ist, in Angriff genom­men worden. Die Regulierung hat sich hier als unbedingt notwendig erwiesen. Haben doch die häufigen Regenfälle im Vorsommer wieder Aleber- fchwemmungen und empfindliche Schädigungen ge­bracht. Die Regulierungsarbeiten werden von Erwerbslosen ausgeführt.

Kreis Büdingen.

Aus dem Riddertal, 10 Aug Das schöne Wetter der vergangenen Woche Hai die Erntearbeiten fc|r gefördert. Alle Fruchtarten sind gut geraten, sowohl was den Äömerertrag, wie auch das Stroh angeht. Das Korn hat zum Tell eine Höhe erreicht, wie es nur in besten Jahren der Fall ist. Stellenweise ist die Erntearbeit allerdings sehr mühsam, da die Frucht sich infolge schweren Regens stark gelagert hat und deshalb nicht mit der Maschine abgemacht werden fann; auch das starke Durch­wachsen des Klees erschwert die Arbeit. Glück­licherweise scheint sich das Wetter wieder aufzu­klären, und bei einigermaßen günstiger Witterung dürfte die Ernte bald und gut einlommcn. Ein besonderes Merkmal dieses Sommers ist wohl infolge der naßschwülen Witterung das starke Auftreten der Schnaken.

)( Orten berg. 10. Aug. Dieser Tage wurde hier durch den Superintendenten von Oberhessen, Oberkirchenrat Wagner- Gießen, eine ordentliche Kirchenvisitativn abge­halten. Der Altar der Kirche war festlich ge- schmückt. Im Dormittagsgottesdienst, in dem der Kirchengesangverein mitwirkte, hielt der Visi­tator eine zu Herzen gehende Ansprache über Lukas 19, 41 bis 44. An den Gottesdienst schloß sich eine Besprechung des Superintendenten mit der Kirchengemeindevertretung, dem Organisten und dem Dirigenten des Kirchengesangvereins an. Rachmittags fand für die schul- und christenlehr­pflichtige Jugend ein Iugendgottesdienst statt, der durch Chöre der obersten Schulklasse unter Leitung von Lehrer Carl umrahmt war. Später fand eine Sitzung des Kirchenvorstandes statt, in der alle wichtigen Fragen des kirchlichen Ge­meindelebens zur ausführlichen Besprechung tarnen.

-/- Lindheim, 10. Aug Irrtümlicher­weise ist die Ansicht verbreitet, daß unsere Haushaltungsschule aufgehoben worden sei. Das ist nicht der Fall. Die Schule konnte nur in diesem Sommer wegen unzureichender Anmeldungen keinen Lehrgang abhalten. Bei ge­nügenden Anmeldungen wird sie im Januar 1927 wieder eröffnet und in der bisherigen Weise weitergeführt.

];[ Gelnhaar. 10. Aug. Angeregt durch eine Bürgerversammlung wurde in der hiesigen Gemeinde eine Abstimmung vorgenommen, um festzustellen, welche Einwohner für dieWasfer- leitung sind. Das Ergebnis war ungefähr 95 Prozent dafür. Der Gemeinderat beschloß daraufhin, die Wasserleitung bauen zu lassen, wenn die Voraussetzung das nötige Wasser vorhanden fei. Alm Wasser in der Gemarkung zu suchen, ließ die Gemeinde den Frankfurter Oberingenieur Schermulh kommen. Dieser be­nutzte zum Suchen des Wassers einen von ihm selbst erfundenen Apparat. Es war keine Wün­schelrute. Der Ingenieur machte von hier aus eine sogenannte Fernbestimmung und gab die Richtung und die (Entfernung an, in welcher sich ein Wasserlauf befinden sollte. ES wurde tatsächlich ein Wasserlauf festgestellt Bewahrheiten sich die Angaben des Wassersuchers, so kann an dieser Stelle ein Sammelbecken angelegt werden. Der nötige Druck ist damit vorhanden, und die Ge­meinde hätte eine natürliche Wasserleitung.

t). Echzell, 10. Aug. Alm der hier herrschen­den Wohnungsnot zu steuern und Arbeits­gelegenheit zu verschaffen, laßt die Gemeinde ein Vierfamilienhaus erbauen, wozu die Ar­beiten bereits ausgeschrieben sind.

Kreis Schotten.

Eichelscrcksen, 10. Aug. Vorgestern feierten unsere beiden Schulklassen (Lehrer A l t und Steinhauer) auf dem am Rande des Dorfes gelegenen Turnplätze das Iugendfest. Cs war aber, da Ortsvorstand, Schulvorstand und alle dörflichen Vereine, sowie fast die ganze Gemeinde und viele Gäste aus Rachbardörfern teilnahmen, das, was es fein soll, ein Volksfest. Die Lieder. Spiele. Reigen, Freiübungen und Wettspiele der Kinder fesselten die beifallsfreu­digen Zuschauer bis zum letzten Augenblicke. Männergesangverein und Turnverein Eichelsach­sen boten ebenfalls viel Schönes in Lied, Frei­übung unb Turnspiel. In letzter Zeit wurde das äußere Gewand unserer im Jahre 1722 er­bauten Kirche erneuert. Hell und freundlich blickt nun wieder das Gotteshaus, eines der schönsten im Gebiete des Vogelsberges, aus dem Kranze der Kirchenlinden hervor. Im kommenden Jahre soll das Innere der Kirche einer gründ­lichen Wiederherstellung unterzogen werden.

dn. Michelbach. 10. Aug. Alnsere Ge­meinde besitzt seit 16 Jahren eine Wasserlei­tung . die in trockenen Sommern aber nicht immer genügend Wasser für die Haushaltungen lieferte, so dah bisweilen Wassermangel ein trat. Obwohl in diesem Sommer jener Mißstand nicht eingetreten ist. und wohl auch nicht mehr zu be­furchten ist. hat doch der hiesige Gemeinde- vorstand in anerkennenswerter Weise beschlossen, das Wasser aus dem an einem Abhänge süd­östlich unseres Dorfes gelegenen Buchenborn oder Hundsborn, der der Gemeinde gehört und seit Menschengedenken stets reichlich gutes Wasser liefert, dem Behälter der Hochwasserleitung zuzu- führen. Da letzterer aber bedeutend höher liegt

als der HundSborn. muß das Wasser zuerst in einem besonderen Wasserbehälter am Südvstende deS Ortes gesammelt und von da mittelst eines Pumpwerks den, Hochbehälter zugeführt werden. Die Srdarbeiten sind so weit gediehen, daß in Kürze mit der Rohrlegung und Erbauung des neuen Wasserbehälters nebst Maschinenhäuschen begonnen werden kann Allerdings wird durch die Erweiterung unserer Wasserleitung das Wassergeld erhöht werden müssen. Es ist aber auch zu hoffen, dah dann der Wassermangel hier endgültig befeitigt ist. Den Arbeitern von hier ist die Derdienstmöglichkeit sehr willkommen.

Kreis Alsfeld.

st Romrod, 10. Aug. Vor ein* gen Tagen fand hier eine gut besuchte Versammlung statt, welche die Gründung eins Turnvereins zur Folge hatte. Auch einige Turner auS der Rachbarstadt Alsfeld waren erschienen, darunter der Bezirksturnwart des Bezirkes, Aug B a - ftian. Es traten 45 junge Bürger dem zu grün­denden Verein bei. Als Vorsitzender wurde Herr Rausch und als Turnwari Lehrer Bell ge­wählt. Die Turnstunden finden jeden Dienstag­abend statt Auch wird die Stadt Romrod den jungen Verein bei der Anschaffung von Geräten unterstützen.

ch Lehrb ach, 10. Aug In seiner letzten Sitzung hat der Gemeinderat in verständnis­voller Wahrung der hiesigen Verkehrsinteressen die angeforderte (Sarantiefuinme von 200 Mk. für die A u t o p o st l i n i e K i rch h ai n K i r- torf für ein weiteres Jahr bewilligt. Wenn auch das Postauto bei der Sage der Dinge nicht übermäßig von der hiesigen Bevölkerung in An­spruch genommen wird, so fann doch jeder einmal im Lause des Jahres darauf angewiesen sein, sei es in Krankheitsfällen, sei es, daß es Besuch zu etnpfangen gilt, sei es in eigenen dringenden Angelegenheiten. Cs mußte im Interesse der All- .gemeinheit daher alles getan werden, die infolge der Alirrentabilität gefährdete Autopostlinie, so­weit es in unseren Kräften stand, zu erhalten helfen.

ch Erbenhausen, 10. Aug. Der Aufgang zu unserer hochgelegenen Kirche ist nun neu hergestellt. Dies bedeutet sowohl eine wesentliche Erleichterung für die Kirchgänger und hebt zum anderen den Gesamteindruck unserer Kirche unb des daneben sich befindenden Kriegerdenkmals. Die Verbringung einiger wertvoller und inter­essanter alter Grabsteine von dem Fried­hof in die Kirche, um sie vor Verwitterung und Beschädigung zu schützen, ist in Aussicht ge­nommen.

Kreis Lauterbach.

fl. Maa r, 10. Aug. Im Ortsteil Reu-Maar ereignete sich vorgestern abeich ein bedauerlicher AI n f a 11. Ein dreijähriges Kind wurde in der Rähe des väterlichen Hauses am Rande des (nicht erhöhten!) Bürgersteigs von einem nach Lauterbach heimkehrenden Radler überfahren, der in Schlangenlinien die Straße herabfuhr. An­scheinend war er infolge des feuchtfröhlich ver­lebten Sonntags nicht mehr Herr über fein Rad. Das Kind erlitt einen schweren Beinbruch Es ist ein Wunder, daß nicht schon öfter ähnliche Alnglückssälle in Reu-Maar zu verzeichnen sind. Richt ortskundige Kraftfahrer fahren oft in einem rasenden Tempo durch, trotz Strahenkreuzuirg, Kurve und kinderreichen Häusern auf beiden Seiten. Schilder, die ein langsames Fahren ge­bieten und wenigstens auf einer Straßenseite ein erhöhter Fußsteig, wären sicher für Bewohner und Fremde eine Wohltat.

Starkenburg.

Darmstadt, 10. Aug. Vom 15. August ab wird auf der Strecke Mainz Kostheim - Trebur Rauheim (Kr. Groß-Gerau) eine Kraftpostlinie eingerichtet, die außer den genannten Ortschaften noch' Gustavsburg. Gins- heim, Bauschheim und Astheim berührt.

* Darmstadt, 10. Aug. Jetzt ist das Hauptverfahren gegen einen hiesigen Privat­lehrer eröffnet worden, der im vergangenen Jahre unter dem Verdachte der Fälschung von Reifezeugnissen höherer Lehr­anstalten verhaftet worden ist. Außer ihm sind im Verlauf der Alntersuchung etwa ein Dutzend Mittäter festgestellt worden. Rach Be­endigung der Gerichtsferien wird die Verhaird- hing in dieser Angelegenheit stattfinden.Das Dezirksschoffengericht verurteilte den 32jährigen verheirateten Buchhalter Georg Mohr aus Wiebelsbach, der bei einer Bank angestellt war und dort 30 000 Mark unterschlagen hatte, zu einem Jahr Gefängnis. Mohr, der Fa­milienvater ist, hatte ein Liebesverhältnis und andere Passionen, wie Jagd und Automobil­fahren! eine Rotlage bestand bei feiner gesicherten Stellung nicht. Der 19jähriye Schreiner Cor­nelius Bohm unb die 18jährige Katharina Helfrich aus Dieburg überfielen an einer ein­samen Stelle den etwas geistesschwachen Installa­teur Simon Wolf aus Groß-Zimmern und be­raubten ihn seiner Barschaft im 'Betrage von 3 (drei) Mark. Die Tat geschah in Dieburg. Das Bezirksschöffengericht verurteilte wegen ge­meinsamen Raubes Böhm zu 8 Monaten und die Helfrich zu 6 Monaten Gefängnis.

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