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Konzept
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besonderem Interesse Kenntnis genommen. Wie außerordentlich unerwünscht uns eine Verschärfung der österreichisch-italienischen Beziehungen sein muh, bedarf keiner Degrüirdung. Es wird daher nach wie vor unsere Aufgabe sein, in Wien und Rom bei jeder Gelegenheit vermittelnd und beruhigend zu wirken und den Standpunkt des Grafen Aehrenthal in dieser Frage zu stützen. v. Dethmann Hollweg.
Am 30. Rvvember wurde General Conrad seines Postens als Generalstabschef enthoben, und Botschafter von Tschirschky konnte dem Grafen Aehrenthal seine Glückwünsche aussprechen. Tabei enthüllte der österreichische Minister den Hauptgrund seines Erfolges: solange Ruhland fest auf der Seite der Tripelentente stand, konnte Oesterreich-Ängarn es nicht wagen, offene Feindschaft mit Italien zu proklamieren.
Privatbrief
von der Hand des Vortragenden Rats Freiherrn von Romberg
Berlin, den 24. Rvvember 1911.
Ihrem Bericht über eine Unterhaltung
General von Auffenberg habe ich mit
verspricht und bei dem unbeständigen Witterungs-
>es Erntewetter ve
Soweit der General. Er sprach ruhig und ohne jeden Eifer, und man merkte es seinen Worten an, dah er von der Richtigkeit seiner Deduktionen tief überzeugt war.
Graf Aehrenthal sagte mir kürzlich im Laufe eines ganz vertraulichen Gesprächs: „Sie wissen, ich habe wegen Italien einen schweren Stand. Wenn ich nicht mit allen Mitteln versucht hätte, die Presse hier im Zaume zu halten, so wäre ein Brand entstanden, der nicht zu löschen gewesen wäre. Ich hoffe aber, ich werde es durchhalten." Zurzeit liegt ja die Entscheidung über die Politik noch in den Händen Seiner Majestät des Kaisers und des Grafen Aehrenthal, und diese beiden sind, wie sich ein hiesiger Politiker neulich mir gegenüber äußerte, die beiden einzigen Freunde, die Italien in Oesterreich hat.
von Tschirschky.
In Berlin sah man den zunehmenden Einfluß der österreichischen Militärs, die ihren großen Optimismus so unverhüllt auf die erwarteten Waffentaten des Bundesgenossen gründeten, mit ernster Sorge und suchte die Stellung des verantwortlichen Auhenministers zu stärken: Der Reichskanzler v. Bethmann Hollweg an den Botschafter in Wien von Tschirschky
Kreis Schotten.
Id. Schotten, 9. Juni. Unsere Gegend wird eben von wandernden Handwerksburschen geradezu überlaufen, denen man, sofern sie anständig sind, gern eine kleine Unterstützung reicht.
Oberhessen.
Landkreis Gietzen.
Climbach, 9. Juni. Rächsten Freitag feiert der weit über unser Dörfchen hinaus bekannte Forstwart i.R. Severin Leyerer mit seiner Ehefrau Katharine geb. 'Hagel das Fest der Goldenen Hochzeit. Severin Leyerer, ein Veteran aus dem Feldzug von 1870/71, stand viele Jahre im Dienste der Freiherren von Vordeck zu Rabenau und war früher in Friedelhausen und später in Climbach als Förster tätig. Am Tage nach seinem 79. Geburtstag, am 28. Mai, wurde dem aUseits beliebten und verdienten alten Beamten durch seine Behörde eine seltene Ehrung zuteil. Ber- anlaht durch eine Einladung seitens der Freiherrn von Vordeck zu Rabenau fanden sich an diesem Tage die Förster der Umgebung an der Adolfsbütte. einer Jagdhütte im „Eichenwald" zwischen Bersrod und Allertshausen, ein. 3m Ramen der Freiherrn von Vordeck zu Rabenau überbrachte Rittmeister Baron Röder von Diersberg dem Jubilar herzliche Glückwünsche. Eine in der Vähe stehende .Eiche wurde dem Jubilar zu Ehren „Severin- e i ch e" benannt und mit einem bekränzten Schild gekennzeichnet. In der Jagdhütte schloß sich nach alter Jägerart eine fröhliche, schön verlaufene Feier an. Severin Leyerer ist trotz seiner 79 Jahre noch geistig und körperlich sehr rüstig.
4 L i ch, 9. Juni. Der hiesige Männer- g e s a n g v e r e i n „Cacilia" ist einer der ältesten Gesangvereine Oberhessens und kann im Jahre 1928 auf sein 9 0j ähriges Bestehen zurückblicken. Was der Verein in den letzten Jahren mit seinen Konzerten geboten hat, ist alles Lobes wert. Die Leistungen standen auf anerkennenswerter Höhe. Die Konzerte waren ein Stück rechter Volksbildungsarbeit. In erster Linie verdankt der Verein diese Leistungen seinem kunstsinnigen Dirigenten, Lehrer Stein. Der Verein hat sich im Laufe der Zeit einen guten Stamm älterer zuverlässiger Sänger her- angebildet, die mit Leib und Seele ihrem Verein ergeben sind. So kann im laufenden Jahre einer der Sänger, Weißbindermeister Friedrich Schäfer, auf seine 53jährige aktive Mitgliedschaft zurückblicken. Er wurde im letzten Jahre durch Ueberreichung der goldenen Radel geehrt. Weihbindermeister Karl Schäfer ist 46 Jahre und Altbürgermeister Heinrich Fuhr 42 Jahre aktiver Sänger. Den beiden letzteren und weiteren 11 Sängern wurde die silberne Radel für über 25jährige aktive Mitgliedschaft überreicht. In diesem Jahre können zwei weitere Sänger auf ihr silbernes Vereinsjubiläum zurückschauen. Der Verein, der seit einiger Zeit dem Hessischen Sängerbund angeschlossen ist, läßt durch sein Mitglied E r n st Trechsler eine Vereinschronik führen. Aus dieser ist zu ersehen, dah der Verein am 22. Rov. 1838 gegründet worden ist.
# Obbornhofen, 9. Juni. Im Laufe des Monats Juli soll hier ein T u r n e r f e st abgeyalten werden, verbunden mit der Weihe eines Banners unseres hiesigen Turnvereins, welcher vor einigen Jahren gegründet wurde und eine stattliche Anzahl von Mitgliedern aufweist. Die Vorbereitungen zu diesem Fest sind nun schon im Gange. — In unserem Ort tritt schon seit einigen Wochen unter den .Siinbern der Keuchhusten sehr hartnäckig auf. Auch viele schulpflichtige Kinder sind davon befallen. — Nachdem zu Ostern 15 Konfirmanden entlasten
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charakter dieses Jahres ungünstige fürchtet wird. Die Käufer find W die das Heu mit ihren Gespannen abholen, und dieses z. T. auf Vorrat kaufen, da die wenigen Wet- terauer Wiesen infolge der großen Bodenfeuchtigkeit einen schlechten Graswuchs zeigen. — Die leichten Negenfälle der letzten Tage, sog. „Dröppelwetter", brachten die zum Setzen der Dickwurzpflanzen nötige Bodenfeuchtigkeit. Die Bewohner der Vogelsberger Dörfer holen deshalb eben im tiefer gelegenen Niddatal ganze Wagen voll Setzpflanzsn und bezahlen für das Tausend 3 M k.
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worden waren, wurden auch wieder 15 Abc-Schützen neu in die Schule aufgenommen, so daß die Schüler z a h l an unserer zweiklassigen Schule die gleiche geblieben ist. Die Oberklasse zählt nun 33 Schüler und die Unterklasse 32. Nachdem Schulverwalter Reidel zu Ostern dem Abbau zum Opfer gefallen war, wurde Schulverwalter Bops mit der Versetzung der zweiten Lehrerstelle bauftragt.
Kreis Friedberg
<> Butzbach, 9. Juni. Der Bürgermeister hat nach Anhörung der Stadtverordnetenversammlung mit ministerieller Genehmigung eine PoI i ° zeiverordnung erlassen, nach welcher Fahrzeuge aller Art in der Stadt auf der von Friedberg durch Butzbach nach Gießen (Weiseler Straße— Markt—Wetzlarer Straße), sowie auf der nach Lich (Markt—Griedeler Straße) führenden Straße eine Fahrgeschwindigkeit von 20 Kilometer in der Stunde nicht überschreiten dürfen. Die Taunusstraße ist nach der gleichen Polizeiverordnung für den Durchgangsverkehr mit Kraftfahrzeugen gesperrt. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 150 Mk. bestraft. Die Verordnung ist mit sofortiger Wirkung in Kraft getreten.
# Wohnbach, 9. Juni. Auch in unserer Gemarkung ist, wie in den Nachbargemarkungen, der Weizen vom Rost befallen. Die Weizenfelder sehen von weitem wie versengt aus. Allem Anschein nach wird aber der Weizen diese gefährliche Krankheit ohne weiteren Schaden überstehen, denn die neu sich bildenden Blätter haben ein gesundes Aussehen. Es ist somit bei uns wohl keine Beeinträchtigung des Ernteertrags zu befürchten. Alle anderen Fruchtarten zeigen prachtvollen und gefunden Stand: das Korn, welches gut entwickelte Aehren zeigt, steht in voller Blüte. Der Klee hat sich gut entwickelt, so daß er als Grünfutter schon seit einiger Zeit Verwendung findet. Ebenso haben die Kartoffeln guten Stand. — Die Obsternte scheint in diesem Jahre gering zu werden, Aepfel und Zwet- schen haben sehr wenig angesetzt, dagegen zeigen Birnen und Kirschen einen besseren Behang. Die früheren Kirschensorten fangen bereits an zu reifen, auch bei den später reifenden Sorten haben die Früchte an den außenstehenden Aesten schon eine rötliche Farbe, aber bei genauerem Zusehen bemerkt man, daß diese unter dem Frost gelitten haben und abgestorben sind. — Die Heuernte verspricht bei günstigem Wetter sehr gut zu werden, denn der Stand der Wiesen ist ausgezeichnet.
§§ Ober-Florstadt. 9. Juni. Die letzten Regengüsse haben das Bild der Arcker vorteilhaft verändert. Das Getreide entwickelt sich gut. besonders befriedigen Gerste. Roggen und Hafer. Der vom Getreiderost befallene Weizen hat sich zum Teck aus eigener Kraft erholt, zum Teil sind aber auch ungünstige Rachlvir- kungen festzusteUen: der Grasbestand in den Wiesen gibt Hoffnung auf eine gute Heuernte« Besonders gut entwickelt haben sich die Frühkartoffeln. wie überhaupt die Kartoffelernte gut zu werden verspricht, wenn nicht zu lang anhaltende Regengüsse eine gute Ernte in Frage; stellen. Ein wenig erfreuliches Bild bieten die Obstbäume, besonders die Aepfrlbäume. Der De- pang an diesen ist fo aut wie Rull. Birnbäume zeigen fchoar besseren Ansatz. Unter den Mirabellenbäumen kann man die unentwickelten Früchte dutzendweise liegen sehen. Bei genauerem Betrachten muh man feststellen, dah alle abgefallenen Fruchte welk und wurmstichig sind. Auch den Johannisbeeren haben die letzten Rachtfröste im Mai größeren Schaden getan, als man vorheer angenommen hatte. — Am 27. Juni findet in unserer Gemeinde das Volksmissionsfest des Kirchspiels Florstadt statt. Damit ist eine größere kirchliche Feier verbunden. Im Mittelpunkt dieser freier steht die Predigt des Missionars Walter aus Beuern. Umrahmt wird der Gottesdienst durch musikalische und gesangliche Darbietungen. Am Rachmittag findet eine Festversammlung vor der Schule statt. Hier werden wiederum Missionar Walter und der Volksschriftsteller Raumann sprechen.
Kreis Büdingen.
nT Ridda, 9. Juni. Die Reichsbahn Verwaltung läßt zur Zeit ihre Schienenwege mit Sprengwagen befahren, die ein Ain * krautvertilgungsrnittel auf den 'Bahnkörper verspritzen. Der Erfolg ist glänzend. Schon nach wenigen Tagen werden alle Stengel und Blätter gelb und sterben ab. Rur die harten Gräser zeigen hier und da noch eine grüne Spitze. Man hofft, durch zeitgemäße Wiederholung der Besprengung völlig das Alntraut zu vernichten, was gegenüber der früheren Beseitigung durch Arbeitskräfte eine riesige Kostenersparnis bedeutet.
id. Aus dem oberen Niddatal, 9. Juni. Die Zeit kurz vor der Heuernte wurde von jeher dazu benutzt, die noch vorhandenen Heuvorräte zu verkaufen, um für die neue Ernte Platz zu schaffen. In diesem Jahre hält man jedoch vielfach die noch vorrätigen geringen Mengen süßes Heu zurück und verkauft nur das saure Futter zu einem Preise von 3,20 Mk. bis 3,40 Mk. für den Zentner, da der Stand der Wiesen nur eine knappe Ernte
mühungen unmöglich ist, eine ganze Anzahl Wohnungssuchender anders als in einem städtischen Gebäude unterzubringen. Geplant ist die Errichtung einer solchen Baracke für etwa 10 Familien. Die Versammlung stimmte im Prinzip zu, daß der Errichtung näher getreten werde, wobei jedoch die Frage geprüft werden soll, ob nicht die Errichtung von Reihenhäusern ins Auge zu fassen sei. Auf jeden Fall soll die Angelegenheit möglichst so geordert werden, daß die Wohnungen in diesem Jahre noch bezogen werden können. Die Frage, wo die Wohnbaracke hingestellt werden soll, wurde zunächst noch offen gelassen, es wurden hierzu ver° chiedene Vorschläge unterbreitet. — Am Montag besichtigte der gesamte Stadtvorstand auf Einladung der Bürgermeisterei die Arbeiten zur Erweiterung der Wasserleitung im QueUengebiete von Ober-Breidenbach, die zur Verstärkung der Wasserzuführung in der Hochdruckleitung gegenwärtig nach den Plenen des Kulturbauamtes Gießen vorgenommen werden.
—.— Alsfeld, 9. Juni. Der in ganz Oberhessen, Vogelsberg und Schwalmgrund berühmte P r ä m i c n m a r f t ist auf den 5. Juli festgelegt. Zur Preisbewertung find zugelassen: Pferde (Kalt- unb Warmblutzucht), Rinder (Simmentaler und Vogelsberger), Ziegen (Saanerrasse),^Schafe (oberhessisches Landschas), Schweine (Deutsches Edel- schwein und veredeltes Landschwein). Mit dem Prämienmarkt sind verbunden: Fohlenoersteigerung seitens der Landwirtschaftskammer Darmstadt, Sui» lcnauktion seitens des Landwirtschaftskammerausschusses für Oberhessen, Ziegen- und Lämmermarkt seitens des Kreisziegenzuchtvereins Alsfeld, Schweinemarkt und Krämermarkt. Ferner veranstaltet der ländliche Reit- und Fahroerein Alsfeld eine Reit- und Fahrkonkurrenz. Zur Prämiierung stehen reichliche Geldmittel zur Verfügung.
o. Alsfeld, 9. Juni. Die von der Firma Karl Riebel, Gießen, veranstaltete Ausstellung, welche am 6. d. M. geschlossen werden sollte, mußte auf Wunsch hiesiger und auswärtiger Kunstinter- essenten noch um einen Tag verlängert werden. Der Befuch der Ausstellung war über Erwarten gut. Im Anfang war der Zuspruch mittelmäßig: als aber bekannt wurde, daß die reichhaltige Ausstellung nur gute Kunst von bekannten Künstlern aufzuweisen hatte, steigerte sich der tägliche Besuch bis zum Schluß der Ausstellung auf über 100 Personen. Sehr erfreulich war es, daß den Schülern höherer Lehranstalten Gelegenheit gegeben war, die reichhaltige Kunstsammlung unter sachkundiger Führung zu besuchen. Auch die hiesige Gewerbeschole besichtigte die Ausstellung unter Führung von Rektor Schindel, wobei den Schülern von feiten der Schulleitung die einzelnen Kunstrichtungen vor den ausgestellten Werken erläutert wurden. Sehr zu begrüßen wäre es, wenn die von Bürgermeister Dr. Völsing bei der Eröffnung gegebene Anregung, die Kunstausstellung zu einer alljährlich wiederkehrenden Einrichtung zu machen, in die Tat umgefetzt werden könnte.
Kreis Lanierback.
sl. Maar. 9. Juni. Eine rege Bautätigkeit herrscht auch in diesem Jahre wieder in unserem Dorfe. Galt sie im vorigen Jahre besonders dem Reu- ober Umbau von Wohnhäusern, fo hat man sich in diesem Jahre vor allem die Scheunen und Ställe Dorgenommen. Richt weniger als sechs Ställe bzw. Scheunen sind in den letzten Wochen neu erstanden.
Starkenburg.
' D a r m st a d t. 9. Juni. In seinem Heimatorte Biebesheim wurde Regierungsrat Gustav Bechtel zu Grabe getragen, der am 3. Juni zu Darmstadt nach kurzer Krankheit unerwartet gestorben war. Am 25. Juli 1877 geboren, besuchte er zuerst die Volksschule seines Geburtsortes, bann kam er in das Ludwig-- Georgs-Gymnasium zu Darmstadt. Das Reifezeugnis erwarb er in Büdingen, nachdem er als Primaner aus Gesundheitsrücksichten seine Schulstudien ein Jahr lang hatte unterbrechen müssen. Darauf studierte er in Tübingen und Gießen Rechtswissenschaft, widmete sich nach dem Bestehen der beiden Prüfungen und Erledigung des dazwischenliegenden Vorbereitungsdienstes der Versicherungswissenschaft. Am 19. März 1913 wurde er zum beamteten Dor- standsmitgliede der Landesversicherungs» an st alt Hessen ernannt und wirkte in dieser Stellung bis zu seinem Tode.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
kz. Wetzlar, 9. Juni. Der 50 Meter hohe Schorn st ein der früheren chemischen Fabrik, die jetzt zu Wohnzwecken dient, wird niedergelegt. Da er gefähliche Risse bis zu drei Zentimeter Breite aufwies, hatte man schon vor Jahren mehrere Meter an dem Schornstein abgebaut. — Bei dem Neubau der Kirch st raße erhielt auch die Christuskirche eine würdige Umgebung. Von der Straße aus steigt jetzt eine breite Freitreppe zu dem Kirchenportale empor. Die neu errichtete niedrige Mauer um die Kirche schließt grüne Gras- flächen mit schönen Ziersträuchern ein. Aus dem ganzen Schlammfeld um die Kirche sind mustergültige Anlagen entstanden, wie sie der prächtige Bau der Christuskirche als Umgebung beanspruchen kann. — Die Friedhofskapelle auf dem Niedergirmefer Friedhof ist im Rohbau fertiggestellt. Auf der Turmspitze leuchtet weithin eine vergoldete Kuppel mit vergoldetem Kreuze. Mächtige Säulen tragen einen Vorraum. In der Turmspitze ist ein Glöcklein sichtbar.
2] Wetzlar, 9. Juni. Um der Staubplage innerhalb der Stadt mehr als es bisher möglich war, zu begegnen, beabsichtigt die Stadt die Anschaffung eines Motorsprengwagens. Die Bevölkerung hatte Gelegenheit, der Vorführung eines solchen Wagens modernster Konstruktion bei zuwohnen. Von den Vertretern der Firma B ü s
Gar oft treten sie jedoch mit großer Unverschämtheit auf und weifen unter Drohungen kleinere Geldgeschenke zurück. So forderte in Ulfa ein Handwerks- bursche, der sich als ausgewiesener Saarländer ausgab, Gaben von mindestens 1 Mark und wurde, da er solche nicht erhielt, so ausfallend gegen die Bevölkerung, daß er nach Verabreichung einer gehörigen Tracht Prügel ins Haftlokal verbracht werden mußte. Bei der Vernehmung durch einen Wachtmeister stellte es sich heraus, daß es sich um einen vor einem Jahre aus einer Strafanstalt des Saargebietes ausgebrochenen „schweren Jungen" handelte, der sich, mit falschen Papieren versehen, bis in unsere Gegend durchbettelte und dem jetzt seine Unverschämtheit zum Verhängnis wurde.
— = Gedern, 9. Juni. Die am Montag- abend vorgenommene Einweihung des ersten Prämiierungsmarktes nahm einen recht eindrucksvollen Verlauf. Abends bewegte sich ein stattlicher Festzug nach dem neuen Marktplatz. Am Iestplatz begrüßte Bürgermeister Müller die Menge und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Einwohnerschaft an dem Einweihungsakte so lebhaften Anteil nehme. Der Prämiierungsmarkt sei in erster Linie im Interesse der einheimischen Landwirtschaft, des Handels und des Handwerks ge- chaffen. In richtiger Erkenntnis der Tatsache, daß ür den Vogelsberger Landwirt hauptsächlich die Viehzucht, für die alle Vorbedingungen gegeben eien, in Betracht komme, und der Landwirt daher dieser sein Hauptaugenmerk zuzuwenden habe, habe die Gemeindeverwaltung und -vertretuna von An- ang an das Ziel verfolgt, der einheimischen Viehzucht durch die Einrichtung des Prämiierungsmarktes einen neuen Ansporn zu geben. Außerdem sollen den Handel- und Gewerbetreibenden durch den starken Zustrom auswärtiger Besucher neue Absatzmöglichkeiten geschaffen werden. Dank gebühre der Kreisbehörde, insbesondere dem Kreisveterinäramt und dem Landwirtschaftskammerausschuß der Provinz Oberhessen für die der Sache geliehene verständnisvolle Unterstützung. Der restlose Absatz der Lose sei ein erfreulicher Beweis dafür, daß man der zum erstenmal stattfindenden Marktverlosung volles Vertrauen auch außerhalb unserer Stadt entgegen» bringe.
=.= Gedern, 9. Juni. Beim gestrigen P r ä • miierungsmarft wurde durch die Gendarmerie eine Verhaftung wegen verbotenen Glückspiels vorgenommen. Der Verhaftete wurde heute dem Amtsgerichtsgefängnis Ortenberg zugeführt.
„?" Eichelsdorf, 9. Juni. Der Hagel- fei er tag der beiden Gemeinden unseres Kirchspiels am 8. Juni war von jeher der Auftakt zur Heuernte. Anschließend rauschten in den Wiesen die Sensen. Da bekanntlich die Landwirte erst nach 'Beendigung der Arbeiten auf Kartoffel- und Dickwurzäckern mit der Heuernte beginnen, müßte auch strahlende Sonne den Erntebeginn verzögern. Sind doch die genannten Arbeiten durch die anhaltenden Regentage noch stark im Rückstand. Die Dergwiesen, die von dem heißen Sommer des Jahres 1921 stark verbrannt waren und sich nur schwer erholten, zeigen zum erftermal wieder üppigen Graswuchs, so dah sie eine volle Ernte versprechen. Auch das zur Versteigc"ung kommende Gras an den Kreis- strahen ist infolge der feuchten Witterung seh^ gut geraten und durfte recht zahlreiche Liebhaber find«.. Beständiges sonniges Wetter wäre jetzt dringend zu wünschen.
Kreis Alsfeld.
fe* Alsfeld, 9. Juni. Aus der StnbtDor« ftanbsfthung. Festsetzung des Wasser- gelbes: Hierzu wurde beschlossen, wie bereits für das 2. Ziel Wassergeld im Rechnungsjahr 1925, zu dem nach Einschätzung festgestellten und zu dem nach Wassermesser zu erhebenden Wassergeld für das Rj. 1926 wieder allgemein einen Zuschlag von 50 Proz. zu erheben. Bezüglich des Wassergeldes für die Gar- tenanschlösse wurde beschlossen, wie seither, eine Abgabe von 4 Mk., 5 Mk. oder 6 Mk., je nach der Große der Gärten, zu erheben. — Fortführung der Postkraftwagenlinien: Hierzu mürben die von der Oberpostdirektion Darmstadt aufgestellten neuen Bedingungen für die Weiterführung der Kraftwagenlinien Alsfeld—Zella, Alsfeld—Neustadt, Alsfeld — Kirtorf, Alsfeld — Großfelda — Ehringshausen vom 1. Juli 1926 ab genehmigt. Die für die Strecke Alsfeld—Kirtorf von der Stadt verlangte Zahlung von 1027 Mk. Garantiesumme für das Betriebsjahr wurde bewilligt. Wie der Vorsitzende mitteilte, mußte die Strecke Treysa bis Zella wegen schlechter Besetzung aufgehoben werden. Ob auch die Strecke Alsfeld—Kirtorf zu halten sein wird, ist gleichfalls zweifelhaft. Gegen die ohne Anhörung der beteiligten Gemeinden von der Postver- töaUung angeordnete Aufhebung der Teilstrecke Kirtorf- Ehringshausen wurde Beschwerde geführt. — Der Voranschlag der Ober-Realschule für das Rj. 1 9 2 7 wurde ohne Debatte genehmigt. Es wurde dazu beantragt, die von der Direktion der Schule angeregte Wiedereinstellung einer abgebauten Lehrkraft, sowie die Einstellung zweier neuer Lehrkräfte abzulehnen. — Der Voranschlag der höheren Bürger-Mädchen- s ch u l e für das Rj. 1927 wurde gegen die Stimmen der sozialdemokratischen Fraktion genehmigt. Die sachlichen Ausgaben wurden nach dem Ergbnis der Rechnung vom Jahre 1925 von 1250 auf 250 Mk. herabgesetzt. — Die A u f ft e 11 u n g einer Sterbetafel mit dem Stadtplan wurde genehmigt, die Aufstellung hat nach den näheren Angaben der Stadtverwaltung zu erfolgen. — Für die Deutsche Lungenheil st ätte f ü r m i n b erbe m i 11 e 11 e Kranke in Davos wurde ein Jahresbeitrag von 10 Mk. bewilligt. — Dem Kreispferdezuchtoerein Alsfeld wurden zu den Kosten einer am 3. Juni abgehaltenen Pferdeprämiierung 30 Mk. bewilligt. — Eine längere Debatte entspann sich über die zur Beratung stehende Frage der Errichtung einer Woh n- barocke. Nach den Ausführungen des Vorsitzenden ist Sie Errichtung einer solchen ein dringendes Erfordernis, da es dem Wohnungsamt trotz aller Be-
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