sing- Braunschweig wurde auf dem Solmser Platz ein Motorsprcngwagen mit einem Fassungsvermögen von 6000 Liter einem Kreis von städtischen Beamten unter Führung des Bürgermeisters und von Stadtverordneten vorgefübrt. Der mächtige Wagen mit einem auf der Rückseite befindlichen Hochsitz für den bedienenden Beamten machte einen vorzüglichen Eindruck. Die größte Spenaweite soll 26 Meter betragen. Bei der praktischen Vorführung war im Nu der geräumige Platz besprengt, und der neu ausgebaute breite Mühlgraben in seiner ganzen Breite unter Wasser genommen. Weitere Versuche, die dann an der Lahn vorgenommen wurden, ergaben eine Überraschend schnelle Füllung mit einer Saugleitung. Der Wagen kann außerdem al« Feuer- löscher Verwendung finden. Auch diese Versuche fielen befriedigend aus. Eine am hinteren Teil an- geschraubte Schlauchleitung brachte einen Wasserstrahl von etwa 30 Meter hervor, eine für hiesige Verhältnisse vollkommen genügende Höhe. Die Kosten des Wagens werden auf etwa 23 000 Mk. geschätzt.
rtr. Dorlar, 9. Juni. Mit dem Stand der Ernte in der hiesigen Gemarkung sind die Landwirte im allgemeinen recht zufrieden. Das Getreide ist gerade in den letzten Wochen sehr out gewachsen, und besonders die Frühkartoffeln haben sich sehr gut entwickelt. Auch verspricht man sich eine zufriedenstellende Obsternte. Ebenso wird wohl die Heuernte recht gut auSfallen: die ersten Wiesen sind bereits obgemäht und die ersten beladenen Wagen in die Scheunen eingefahren worden.
kx> Naunheim, 9. Juni. Die Lahn st raße, innerhalb unseres Ortes nach der Lahnseite gelegen, war bisher nur auf Umwegen zu erreichen, da die nächste Verbindung von der Hauptstraße durch diq Nebenstraße und das Anwesen des Landwirtes Becker abgesperrt war und nur einen Fuß» wea frei ließ. Die Gemeinde kaufte das ganze Anwesen, wodurch es möglich war, den Eingang zur Lahnftrahe freizulegen. — In dem Bauwesen ist unsere Gemeinde im letzten Jahre sehr vorgeschritten. Am Ortsausganye nach Wetzlar wurden mehrere neue Häuser errichtet. Ein Wohnungsmangel besteht hier nicht. Die Bewohner bemühen sich, Dem Aeußeren der Häuser einen recht freundlichen Ausdruck zu geben. Aus Abwechslung in Farben wird Wert gelegt. Besonders sticht das Haus Nr. 46 — ein Fachwerkbau — mit seinem bunten Fachwerk und seinen bunt gestrichenen Balken, die bübsche Schnitzereien zeigen, aus seiner Umgebung hervor.
<> Oberwetz, 9. Juni. Der hiesige Klein- kaliberschützenoerein hielt am Sonntag ein Preisschießen ab, bei dem eine rege Beteiligung zu verzeichnen war. Die Preise bestanden in wertvollen Gebrauchsgegenständen.
<> Hochelheim, 9. Juni. Die Maul- und Klauenseuche hat hier eine weitere Verbreitung angenommen. Insgesamt sind bis jetzt 13 Gehöfte verseucht. Zur Ueberwachung der Durchführung der angeordneten Sperrmaßnaymen ist hier ein Landjäger stationiert. Damit die Feldbestellungsarbeiten keine Unterbrechung erfahren, hat das Landratsamt genehmigt, daß die Tiere nicht verseuchter Gehöfte innerhalb der hiesigen Gemar- kung zum Fahren verwendet werden dürfen.
> Hörnsheim, 9. Juni. Der hiesige G e - ja n averein veranstaltete am Sonntag einen Ausflug nach dem Rhein. — Der Kleinkaliberschützenoerein hielt am Sonntag auf seinem neu hergeridjteten Schießstand in der „Hohl" seine ersten Schießübungen ab.
<> Dornholzhausen, 9. Juni. Am Sonntagabend fand in der hiesigen Turnhalle ein L i ch b bildervortrag statt, der von Kreisjugend- pfleger a. D. Engels, Wetzlar, veranstaltet wurde und einen guten Besuch aufzuweisen hatte. Der Vortrag galt als WerbeoeranstaltunH für die Beschaffung eines Lichtbildapparates für die hiesige Schule. Für diesen Zweck soll auch der Reinerlös bei Veranstaltung Verwendung finden. — Der im Frühjahr d. I. hier gegründete Klein- kaliberschützenverein hielt am Sonntag auf dem im Distrikt „Wäldchen" neu hergerichteten Schießstand sein erstes Schießen ab.
<> Dornholzhausen, 9. Juni. Der chausseemäßige Ausbau des Verbindung^- weges von hier nach Lang-Göns, der bei der Durchführung der Zusammenlegung ausgeführt wird, macht gute Fortschritte. Die als sog. kleine Notstandsarbeit anerkannte erste Teilstrecke ist bereits fertiggestellt, die restliche Strecke im Ausbau begriffen. Dieser Tage fand durch den Sachland- Messer des Kulturamtes die Vergebung weiterer Arbeiten, und zwar von rund 3300 Kubikmeter Erdbewegung, 1600 Quadratmeter Rasenarbeiten, 160 laufende Meter Postenbefestigung, 1000 Quadratmeter Chaussierung sowie der Bau einer Betonbrücke über den Kleebach statt. Sämtliche Arbeiten sind als Notstandsarbeit anerkannt: zu ihrer Ausführung ist der Gemeinde aus Mitteln der produktiven
Erwerbslosenfürsorge ein Zuschuß und ein Darlehen bewilligt worden. Durch die Ausführung des gesamten Projektes, das auch zwei Kleebachdurch. stich« in sich schließt, wird den zahlreichen Erwerbslosen der hiesigen Gemeinde voraussichtlich noch für längere Zeit Beschäfti^ingsmöglichkeit gegeben wer- den. Der Ausbau des Weges, der in der Gemarkung Langgöns von der Gemeinde Langgöns zur Zeit ebenfalls vorgenommen wird, wird von der hiesigen Einwohnerschaft mit Freude begrüßt, da er in dem bisherigen Zustande besonders bei schlechtem Wetter kaum passierbar war.
Kreis Biedcnkops.
T Waldgirmes, 9. Juni. In vorletzter Nacht wurde in der Gastwirtschaft und Metzgerei Schmidt eingebrochen. Der Dieb hatte das Fenster zum Laden eingedrückt, die Ladenkasse um etwa 20 Mark beraubt und den Ausgang durch die Laden-und Haustür, die er von innen öffnen konnte, genommen. Fleischwaren sowie die Vorräte in der Gastwirtschaft hat er verschmäht. Man nimmt hier oUgemein an, daß der Dieb kein Auswärtiger gewesen ist.
XX Breidenbach, 9. Juni. Am Sonntag tagte in unserem freundlich geschmückten Dörfchen die Bezirksoersammlung der Freiwillige nFeuerwchren des Kreises Biedenkopf. Das Feuerlöschwesen hat innerhalb der letzten Jahre im Hinterlandkreis einen erfreulichen Aufschwung genommen. Während 1896 in Bottenhorn die erste Wehr gegründet wurde, bestehen heute solche in allen größeren Gemeinden, Waldgirmes und Hermann- stein sind in diesem Jahr gleichfalls nachgefolgt. An der Spitze des Verbandes steht heute noch der Grün- der Hermann aus Bottenhorn.
Tillkrcis.
bl. Dillenburg, 9. Juni. Dom v-Zug 922 wurde am Dicnstagvormittag auf dem hiesigen Bahnhof der Schlosser Sauer aus Fronhausen ersaßt und auf die Gleise geschleudert. Mit schweren Verletzungen am Kopf und den Rippen wurde der Bedauernswerte dem hiesigen Krankenhaus eingeliefert. Man denkt, ihn am Leben zu erhalten.
Maingau.
WSR. Frankfurt a. M., 9. Juni. 3n der Rächt zum 8. 3uni wurde in der Falkensteiner Straße ein WohnungSeinbruch ausae- fuhrt. Gestohlen wurden verschiedene silberne De- stecke und eine rohseidene Büfettdeckr mit Ornamenten goldbestickt, im Gesamtwerte von 500 bis 600 Mk. — Fe st genommen wurde der Kaufmann Otto D o r e n t e r, genannt Lux aus Polen, weil er einen schwungbasten Handel mit gestohlenen Radioröhren und Apparaten betrieben hat. — Einem Bauunternehmer wurden gestern nachmittag von seinem Lagerplatz in der Friedberger Landstraße 15 Zentner Eisen gestohlen. Die Täter wurden von Zeugen gesehen, wie sie mit einem Wagen davonfuhren. sie konnten jedoch entkommen. — 3n Harheim wurde die Leiche einer Frau aus der Ridda gelandet. Es handelt sich um eine 60jährige Witwe, die vermutlich in einem Anfall von Schwermut vor einigen Tagen den Tod in der Ridda gesucht hat.
WSN. Homburg v. d. H., 9. Juni. In der letzten Nacht ist hier einem Fassadenkletterer ein hervorragender Fischzug gelungen. Der Einbrecher, der anscheinend ein erstklassiger „Fachmann" ist, erkletterte mittels zweier zuiammenge- bunbener Leitern bas erste Stockwerk einer Villa und drang in ein von einem amerikanischen Kurgast bewohntes Zimmer ein, wobei ihm Wertsachen in Höhe von etwa 18 0 0 0 M k. und 7 5 0 M k. Bargeld in die Hände fielen. Nachdem ihm der erste Streich gelungen war, kletterte er noch einen Stock weiter in das Zimmer eines anderen Kurgastes, hatte aber dabei das Pech, daß die Bewohnerin zufällig zu Hause war und um Hilfe schrie, worauf er schleunigst Reißaus nahm. Die Dame beschreibt den Einbrecher als schlanken, elegant gekleideten Mann mit einer Hornbrille und tadellosem Aeußeren.
Kreis Aulda.
WSR. Bad Salzschlirf. 9. 3unl Auf dem hiesigen Bahnhof ereignete sich gestern vormittag gegen 11 Uhr ein tödlicher 11 n - glücksfall. Der Eisenbahnschaffner Lohn von hier geriet beim Rangieren zwischen die Pufser zweier Eisenbahnwagen und wurde zu Tode gedrückt. Der Verunglückte, der in den 40er 3ahren steht, ist Vater von sieben Kindepn.
Eine gestohlene Briefmarkensammlung wiedergefunden.
WSR. Frankfurt a. M, 9. 3uni. Rach dem heutigen Polizeibericht wurde hier von der Kriminalpolizei der 33jährige Sattler Walter Franke, alias Frohwein, aus Dresden gebür
tig, festgenommen, der dringend verdächtig ist. an dem am 12. April bei einem zum Rachteile des Professor Schäfer in Meißen erfolgten Einbruch teilgenommen zu haben. 3n seinem Besitz befand sich die seinerzeit gestohlene klassische Mexiko- und D u r o p a - Briefmarkensammlung, die einen Wert von 60 bis 65 000 Mark darstellt. Wie weiter bekannt wird, hat Franke, der sich in einem Wiesbadener Hotel unter dem fingierten Rainen „ Frohwein" eingetragen hatte, dem hiesigen Briefmarkenhändler Otto Hase einen Teil der bereits umgeklebten Sammlung zum Kaufe angeboten. Da einzelne Marken, besonders altdeutsche und mexikanische, in den Fachzeitungen als gestohlen gemeldet und ganz genau beschrieben worden waren, wurde der Händler stutzig, und er ließ den Mann, als er wiederkam, um Geld zu holen, von der Kriminalpolizei festnehmen. Man fand bei ihm Gepäckscheine. 3n den Koffern Frankes wurde dann tatsächlich Der größte Teil Der gestohlenen Briefmarkensammlung entDedt uuD dem Bestohlenen wieder zugestellt. Franke hatte Die Absicht. Die wertvolle Sammlung nach Der Schweiz zu schaffen unD Dort zu veräußern. Durch Das Eingreifen der Polizei konnte er aber noch rechtzeitig an diesem Vorhaben verhindert werden.
Hauptversammlung des evangelischen Pfarrvereins.
t Frankfurt a. M., 8. 3unt.
Die diesjährige Hauptversammlung des hessischen evangelischen Pfarr- Vereins, die sehr zahlreich besucht war, tagte heute im Hotel Kronenhof dahier.
Rach einer von Pfr. Fritsch, Freilaubers- heim, gehaltenen turzen Morgenandacht begrüßte der Vorsitzende, Dekan D. 3 audt, Planig, Die AnwesenDen, besonders den Vertreter des Landeskirchenrats, Oberkirchenrat Wagner, Gießen, und den der Landesuniversität Prof. Dr. Frick, Gießen. Sodann erstattete er Den 3 ahres - bericht über das abgelaufene Dereinsjahr, besonders über Die Tätigkeit des VorstanDes, die sich auf die Errichtung einer Psarrersterbekasse, auf einen Vertrag mit Der Lebensversicherungsbank Karlsruhe, auf Prüfung Der Gesellschaft Der Freunde-Wüstenrot unD viele andere für den Pfarrverein wichtige Angelegenheiten erstreckte. Die Mitgliederzahl beträgt 448. Verstorben sind 8 Mitglieder, deren Andenken in der üblichen Weife geehrt wurde: ausgetreten sind 16, eingetreten 12 Mitglieder.
Die von Dekan Röschen, Wichemheim, vorgetragene Abrechnung konnte von einer guten Entwickelung der Kassenverhältnisse berichten. Die beantragte Entlastung des Rechners wurde, verbunden mit dem Dank für seine pünktliche Arbeit, genehmigt.
Der Schriftleiter, Pfr. D. Fritsch, Ruppertsburg, gab Dann eine eingehende Darstellung seiner Erlebnisse unD Erfahrungen in der Schriftleitung des „Hessischen Kirchen blattes" unD bat um eifrige Mitarbeit an dem Vereinsblatt. Auf Antrag Der Versammlung nahm er sein Amt für ein weiteres 3ahr wieder an.
Heber Den drohenden Theologen - mangel in Der evangelischen Kirche berichtete Dekan Gußmann, Kirchberg. Die Zahl der TheologiestudierenDen hat um zwei Fünftel gegen 1914 abgenommen, so daß Dec Bedarf an jungen Geistlichen für 3ahrzehnte nur zur Hälfte gedeckt werden kann. Der Redner wies auf die inneren und äußeren Gründe hierfür hin und zeigte mancherlei Wege zur Abhilfe dieser Rot.
Pfarrer S i e b e ck, Merlau, spricht sodann über d-ieUmwandlungunserer höheren Schulen, besonders Der auf dem Lande, in mathematisch-naturwissenschaftliche Anstalten, wobei Die humanistische Bildung zu kurz kommt, die gerade zum Studium der Theologie nötig ist.
Beide Vorträge wurden eingehend besprochen. Prof. Dr. Frick, Gießen, wies u. a. Darauf hin, Daß es jetzt auch Abiturienten Der Oberrealschule unD Des Realgymnasiums möglich sei, nach 6 bis 7 Semestern Theologiestudiums an jeder Universität Examen zu machen, so daß sie fünf 3ahre nach Ablegung ihrer Reifeprüfung bereits im Kirchendienft Anstellung finden können. Pfarrer Steiner, Ehringshausen, wünschte, daß auch den Frauen Der Kirchendienst ermöglicht werde. Pfarrer Glock, Mainz, wünschte eine Aufbauschule mit humanistischer Bildung und bewußt evangelischer Weltanschauung.
Die Anschauungen und Forderungen Der nicht definitiv ange ft eilten Pfarr- verwalter brachte Pfarrverwalter K n e 11, Lauterbach, zur Sprache und wünschte schnellere Anstellung, Da offene Pfarrstellen genug vorhanden seien. Er forderte Frauen- und Kinderzulage auch für noch nicht Angestellte.
Auf Grund der Ausführungen des Pfarrers Oiebcd wurde folgender Antrag von Der Hauptversammlung angenommen: „Die Hauptversammlung des hessischen Pfarrvereins erblickt in der Richtung, die das höhere Schulwesen in Hessen in Der letzten Zeit genommen hat unD Die in Den ©tunDentafeln in Die Erscheinung getreten ist, eine Gefahr nicht nur für Den theologischen Rachwuchs, sonDern für Die Allgemeinbildung überhaupt. Sie fordert deshalb eine gleichmäßigere Verteilung der humanistifchen und Der Realanstalten über das ganze Land, größere Berücksichtigung Der sprachlichen, namentlich altsprachlichen BilDung auch auf Den Realanstalten, und geringere Betonung Der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer."
Rach Dem Mittagessen referierte Ober- kirchenrat Wagner über Die finanzielle Lage Der hessischen Landeskirche. 3nfolgc Der mißlichen Erchergerschen Steuergesetzgebung, die auch Dem hes Heben Staate viele Unannehmlichkeiten bereitet hat, ist auch die hessische Landeskirche in eine schlechte finanzielle Lage gekommen. Die Ausgaben der Kirche sind völlig normal, die Anstellung-Verhältnisse der jüngeren Herren hängen mit Den schlechten Finanzen zusammen. Die SchulDen der Landeskirche betragen 2,5 Millionen Mark. Eine Besserung Der Verhältnisse ist nur möglich Durch Erhöhung des Staatszuschusses und Der Beiträge Der einzelnen Gemeinden.
Gin« Entschließung Berk, Roßdorf, dahin- gehenD, daß das Landeskirchenamt angegangen wird, auf Erhöhung DeS StaatszufchusseS zu dringen und wenn möglich, Den Klageweg zu beschreiten, um der Kirche zu erhalten, waS ihr von Rechtswegen gehört, wurde angenommen.
Heber Die vom Psarrverein errichtete Dterbekasse, mit Der sich über 5/< sämtlicher Pfarrer einberftanDen erklärt haben, berichtete Dekan D. 3 a u D t. Da aber Die Krankenkasse Der hessischen evangelischen Geistlichen eine Sterbeversicherung angeschlossen hat, Die einen namhaften Beitrag in Sterbefällen vvrsieht, wurde beschlossen, von feiten des Pfarrvereins von einer Sterbeverficherung abzusehen. Der Psarrverein trat Der Gießener Ä o cb f dj u l - gesellschaft als ständiges Mitglied bei.
Das Landeslirchenamt wurde gebeten, die Wünsche Der PsarramtSkanDiDaten nach Möglichkeit zu berücksichtigen.
Zuletzt berichtete Pfarrer Brill, Groß- Steinheim, Über Die Baugenossenschaft der Gemeinschaft Der Freunde in Wüstenrod. Er steht der Sache wohlwollend gegenüber. Mit einem gemeinsamen Gesang wird die Tagung gegen 5 Tlhr nachmittags geschlossen.
Schöffengericht Gießen.
* Gießen, 9. 3unl Am 11. Februar, nachmittags gegen 2 Uhr, fuhr ein hiesiger Kraft- Wagenführer von der Ludwigstrahe her durch die Liebigstraße nach dem Bahnhof zu. Als er an die Kreuzung Liebigstraße — Frankfurter Straße kam, sah er einen Motorradfahrer in schneller Fahrt die Frankfurter Straße her auf sich zukommen. Um einen sonst unvermeidlichen Zusammenstoß vorzubeugen, riß er schnell seinen Wagen nach links herum und fuhr auf den Bürgersteig vor dem Polizeirevier auf. Dort stieß Der Motorradfahrer wider das rechte Vorderrad des Wagens, und durch diesen Anprall oder durch das Ausfahren auf den Bordstein flogen Der Motorradfahrer und ein auf dem Soziussitz befindlicher Maschinenbauschüler vom Rad. Letzterer fiel so unglücklich, daß er nach wenigen Augenblicken verstarb.
Auf Grund einer umfangreichen Beweisaufnahme verurteilte heute Das Gericht den Motorradfahrer wegen fahrlässiger Tötung zu 2 Monaten Gefängnis und wandelte diese Strafe in eine Geldstrafe von 300 Mark um. Es hielt für erwiesen, Daß Der schnell fahrende Angeklagte den Tod seines Mitfahrers Dadurch verursacht habe, daß er versuchte, vor Dem langsamer fahrenden Auto noch vorbeizukommen, anstatt anzuhalten oder in die Liebig' straße einzubiegen. Strafmildernd wurde insbesondere berücksichtigt, daß der Mitfahrer sich leichtfertigerweise nicht an dem Rad während des Fahrens festgehalten hatte.
Rundfunk-Programm
des frankfurter Senders.
(Aus der »Radio-Umschau".)
Freitag, 11. Juni.
3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Haussrauen-Nachmittag. 5.45 bis 6.05 Uhrr Die Lefestunde. 8 Uhr: Uebertraguny von Berlin.» „Die beiden Nachtigallen", Operette in drei Teilen von Willy Bredfchneider.
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