Wirtschaft.
Die Kohlenproduktion in Hessen
Die monatliche Statistik der Kohlenproduktion des Dolksstaates Helsen weist für den Monat Oktober folgende Zahlen nach: An Rohbraunkohlen wurden gefördert 35 292 Tonnen. Verkauft wurden davon 11058 Tonnen. Der größte Teil der Rohkohle wurde weiter verarbeitet oder war zur weiteren Verarbeitung bestimmt. Aus den verarbeiteten Rohkohlen wurden neben Schwelerei- Produkten erzeugt 410 Tonnen Braunkohlenbriketts. Außerdem wurden in Hessen erzeugt eine Anzahl Tonnen Steinpreßkohlen. Unter Berücksichtigung der aus Vormonaten übernommenen Bestände sowie des Absatzes und Selbltoerbrauchs verblieben am Monatsschluß absatzfähig: 11 974 Tonnen Rohkohlen, 1166 Tonnen Briketts und 2851 Tonnen Rahpreßsteine, zusammen 15 991 Tonnen Braunkohlen und Braunkohlenprodukte im Gesamtwert von 126 500 Reichsmark.
Datum:
Börsen k»Ne.
(Ohne Gewähr.)
5°/i Deutsche Reichsanleihe 4% Deutsche NctchSanleihe ■ B'/,% Teuriche Reichsanlethe 3*7.3 Deutsche Reichsanleihe Dcuiiche Evarvrümicnanletbe 4*7O Preußische KontotL • . ■ <° o Hegen • . . . ... 8*V/o Hessen..........
8% Hetzen Deutsche Dertb. Dollar-AnU dto- Doll -Schatz-Anweisog.') 4»/0 »jolllurken 6°/0 Goldmerikuner ... .
Berliner HandetSaelellschast ■ Commerz und Prtvar-Bank Tannsl. und Narionaldaak . Deutsche Bank .... Deutsche BereinSbank .... DiSconto Lomrnandtt Metallbau! .....
Mitteldeutsche Lreditbank. . Leslei-reichische Creditaustall. Westbank - .......
Bochumer »Sah ..... BnderuS.....
Coro ....
»-Luxemburg .....
trchcnrr Bergwerke .. Harv> er Bergbau......
Kaliwerke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln .... Laurahüite ....... Oberbedarf ......... Phönix Bergbau ...... Rheinilahl . ....... Piebcck Montan ....... TelluS Bergbau......
Bereinigte Stahlwerke A.-G. Hamburg.Ämenka Paket. . . Norddeutscher Llovo . . . Cheramische Werte AlbtN . . Zementwerk Heidelberg . . . Philivv Holzmann......
Anglo-Cont.-Kuano .... Chemische Mayer Alapin . . y. Cd. starbenlndustrie, A.-G. Goldschmidt..........
Holzverkohlung ....... mütgcrswerke Echeidcanstalt. .......
Allg ElektrtztlätS^Sesellschast Bergmann . . . .......
Momkrastwerke ........ Schuckert Siemen» L Halske .....
Rdlerwerke Klever ...... Daimler Motoren. ...... Hkyligcnstacdr......... Mcguin............
Motorenwerke Mannheim . Frankfurter Armaturen . . . «ouservenfabrik Braun . . . Meiallaelellchaft Frankfurt. Per. Union A.-G. ....
Schuhlobrik Herz Sichel.............
Zellstoss Waldbof ..... Zuckersabrik Frankenthal . . Zucken'abrik Waobäuiel . . .
Frankfurt a.M.
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Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
Telegraphtfche Auszahlung.
(Ohne Gewähr.»
8 Novbr.
9 Novbr.
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Banknoten.
Berlin, 8 Novbr
Geld
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Englilcke Noten. ....... Franchuiche Noten ...... Hollänbische Noten .....
Ät lienische Noten ...... Norwegische Noten - . .
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Berliner Börse.
Berlin. 9. Nov. Der Gffektender- kehr setzte heute auf allen Gebieten in ab» geschwächter Haltung ein. Die gestrigen Realisationen hinterließen eine erhebliche Ain» ficherheit, die eine starke Zurückhaltung veranlaßte und daS Geschäft daher einheitlich einschränkte. Die Abgaben waren aber Weniger umfangreich als gestern, insbesondere hielt die Dankenkundschaft an ihrem Bestände fest. Rach Festsetzung der ersten Kurse wurde die Grund- stimmung etwasfreundlicher, doch blieb das Interesse auf einige Spezialwerte beschränkt. Heimische Renten wurden teilweise lebhaft aus dem Markte genommen. Die Ablosungsanleihe setzte mit 350 Prozent bereits sehr fest ein. Im Devisenderkehr machte die Befestigung des Dollars infolge der Gold Verschiffungen weitere Fortschritte. Die Reichsmark schwächte sich auf 4,2115 ab und erreichte damit ihren tiefsten Stand seit der variablen Dollarnotiz. Paris und Mailand lagen gleichfalls schwächer. Paris gab gegen London auf 149—, Mailand auf 116,25 nach. Am Geldma rkt war heute ungewöhnlich großes Angebot in Tagesgeld festzustellen, der Satz wurde mit 4 bis 6 Prozent, in vielen Fällen aber schon darunter, genannt. Monatsgeld 5,75 bis 7 Prozent.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 9. Rov. Tendenz: erholt. — Obwohl die innerpolitischr Lage unklar erscheint und anregende Momente nicht Vorlagen, zeigte die Börse nach den gestrigen erheblichen Rückschlägen vorbörslich eine freundlichere Veranlagung. Mit dem Rachlafsen des Angebotes konnte die rückläufige Bewegung zum Stillstand kommen, wenn auch nicht auf allen Märkten. Die Spekulation, die ihre Alnternehmungslust wieder voll zur Auswirkung brachte, schritt zu einigen Deckungen, die bis zu Zprozentige Kursbesserungen bewirkten. Teilweise gingen die Erhöhungen darüber hinaus, aber nur ganz vereinzelt. So zogen I. G.- Farben bei der ersten Rotierung um 5,5 Prozent an. Das Geschäft verlief im allgemeinen ruhig. Am Montanmarkt wurden höher: Bochumer plus 3 Prozent, Deutsch-Lux, Phönrx und Riebeck je plus 1,5 Prozent, Harpener plus 4,5 Prozent, Mannesmann plus 6 Prozent. Riedriger notierten: Buderus minus 5,4 Prozent, Rheinische Braunkohlen minus 4 Prozent, Stahl- Verein minus 1 Prozent. Bon Chemiewerken waren Scheideanstalt um 3 Prozent gebessert, wahrend Holzverkohlung 1 Prozent nachgaben. Am Elektrvmarkt erlitten Bergmann eine starke Einbuße von nahezu 7 Prozent. Siemens konnten um 2,5 Prozent anziehen. AEG. kaum verändert. Der Bankenmarkt bot ebenfalls kein einheitliches Bild. Darmstädter konnten sich um 3 Prozent erholen, während ein Teil der übrigen Werte schwächer lag. Disconto unverändert. Bon A u t o a k t i e n befestigten sich Daimler um 0,5 Prozent, während Kleyer 0,5 Prozent nachgaben. Zellstoffaktien etwa 1 Prozent niedriger. Bauaktien überwiegend etwas höher. Holzmann plus 1,5 Prozent. Zement Heidelberg plus 0,5 Prozent, dagegen Wayß & Freytag minus 1 Proz. Zuckeraktien gaben weiter nach. Am heimischen Rentenmarkt zeigte sich etwas Nachfrage. Kriegsanleihe tooren aber nur mäßig gebessert. Auslä ndische Renten behauptet. Im weiteren Verlaufe wurde der Markt von einer neuen Alnsicherhrit beherrscht. Die Tendenz wurde infolge neuer Abgaben wieder schwächer, und die Kurse senkten sich zumeist auf ihren gestrigen Abendstand. I.-G.- Farben 357 bis 358 Proz. Später trat wieder eine leichte Erholung ein, von der besonders Terminwerte profitieren konnten. Der Geldmarkt ist weiter sehr flüssig. Tagesgeld ist zu 3^/', Proz. reichlich angeboten, Monatsgeld 5 bis 7 Proz. Im Devisenverkehr bewirkte die zunehmende Spannung zwischen Frankreich und Italien eine neue Abschwächung dieser Valuten. Paris gab gegen London auf 148,50, Mailand auf 115 nach. Das englische Pfund lag behauptet mit 4,8485 gegen Kabel.
Frankfurter Getreidebörse.
F r a n k f u r t a. M., 9. Rov. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 29,75 bis 30, Roggen, inländischer, 24,25 bis 24,75, Sommergerste für Brauzwecke 24 bis 26,50, Hafer, inländischer, 20 bis 20,25, Mais (gelb) 19,75 bis 20, Weizenmehl, inländisches Spezial 0, 42,25 bis 43, Roggenmehl 35,50 bis 36, Weizen- und Roggenkleie 11,25 Mk. Tendenz fest.
Berliner Produktenbörse.
Benin, 8. Rov. Der Wochrnbeginn stand im Berliner Getreidemarkt neuerlich im Zeichen festerer Tendenz. Das Ausland bot wenig Anregung, vielmehr wirkte sich für Brotgetreide stärker anhaltende Exportsrage aus. Auch bleiben die Provinzmüller bestrebt, ihre Vorräte zu ergänzen, um so mehr, da sich die Absatzmöglichkeit im Berliner Handel in den letzten Tagen besser gestaltete. Lokoware eröffnete für Weizen etwa 50 Pfennig, für Roggen bis zu 1 Mark und höher. Im Lieferungshandel befestigte große Deckungsfrage das Riveau aus der ganzen Linie. Weizen erhöhte seinen letzten Preisstand um 1 Mark, Roggen fast durchweg um 2 Mark. Gerste hat kaum veränderte Situation, die Grundtendenz ist hier schwach. Hafer dagegen fester bei kleinen Offerten und vermehrter, aber doch vorsichtigen Frage seitens des Konsums: vereinzelt zeigt sich auch etwas Export» frage. Sonstige Futterstofte und Oelsaaten In den Preisen stetig. Es notierten (1000 Kilogramm): Weizen, märkischer, 278 bis 281;
Roggen, märkischer, 228 bis 233; Sommergerste 220 bis 260; Wintergerste 195 bis 203; Hafer, märkischer, 182 bis 197; Mais, loco Berlin, 201 bis 206; (100 Kilogramm): Weizenmehl 36,25 bis 39,25; Roggenmehl 33 bis 34,75; Weizenkleie 12; Roggenkleie 11,75; Viktoriaerbsen 58
bis 68; kleine Speiseerbsen 40 bis 42; Futter- erbsen 22 bis 26; Peluschken 21 bis 22; Ackert bohnen 21 bis 23; Wicken 25 bis 26; Lupinen, blau, 13 bis 14; Lupinen, gelb, 14 bis 15; Rapskuchen 16 bis 16,20; Leinkuchen 20,60 bis 20 80; Trockenschnitzel 9,70 bis 10; Soyaschrot 19,30 bis 19,60; Kartoffelstöcken 24,30 bis 24,50 Mark.
Buntes Allerlei.
„Fingerabdrücke" bei Bäumen.
Ein System von „Fingerabdrücken", das von dem Forstinstitut der Llniversität Oxford aus- gearbeitet worden ist. gewährt die Möglichkeit, die Art des Holzes bei jedem Baum ganz genau sestzustellcn und eine viel eingehendere Klassifizierung der Baum» und Holzarten durchzuführen. Man hat gefunden, daß Holz, wenn es in einer überaus dünnen Schicht von 1/I00 Millimeter geschnitten und unter das Mikroskop gelegt wird, überaus feine Zeichnungen auf» weist, aus denen sich die Art des Baumes so genau erkennen läßt, wie aus dem Fingerabdruck ein bestimmter Mensch. Diese zarten Zeichnungen sind oft von schöner Färbung und auch bei Bäumen verschieden, deren Holz man bisher für ganz gleichartig ansah. Es sind auf diese Weise 2200 verschiedene Typen englischer Bäume festgestellt worden. Die Auswahl und Bestimmung des Holzes wird dadurch sehr erleichtert und vervollkommnet. So hat man z. B. herausbekommen, daß 170 verschiedene Holzarten, die als „Mahagoni" angegeben wurden, gar nicht richtiges Mahagoni sind, und daß viele dieser Hölzer überhaupt gar nicht zur Familie der Mahagoni liefernden Bäume gehören. Der Wert dieser „Fingerabdruck-Prüfung" der Bäume greift auf die verschiedensten Gebiete über. So wünschte eine Eisenbahngefellschatt eine ganz bestimmte Art Holz zu erhalten, die sie seit vielen Jahren für den Bau von Schwellen als geeignet erkannt hat. Das Institut war imstande, durch die Prüfung genau dieselbe Holzart nachzuweisen. Andererseits kann man Hölzer feststellen, die sich für bestimmte Zwecke nicht eignen. Auch für die Echtheit kostbarer Möbel ist nun eine unzweifelhafte Beweismöglichkeit gegeben. Denn man kann nachweisen, ob überall dasselbe Holz verwendet worden ist oder unechte Zutaten den Wert des Stückes verringern.
Ein chinesisches Edikt gegen den Bubikopf.
Trotz der Wirren des Bürgerkrieges, in die China verstrickt ist, findet eine weise Behörde doch noch die Muße, sich mit Modefragen zu beschäftigen. Der Gouverneur der Provinz Tschi-Ii hat ein Edikt erlassen, in dem er den chinesischen Frauen bei schwerer Strafe das Abschneiden ihrer Haare verbietet. Die Strafe, die er jeder Dubikopsträgerin androht, besteht in einer Züchtigung mit besonders schmerzhaften Peitschen, und zwar sollen die Riemen der Peitsche aus Haaren verferttgt werden, worin der Gesetzgeber wohl eine tiefe sinnbildliche Bedeutung erblickt. Die zahlreichen Studentinnen, die in den Hafenstädten des Himmlischen Reiches im Schmuck eines strengen Herrenschnittes paradieren, werden sich also nicht nach der Provinz Tschi-li wagen dürfen, ohne sich schweren Icknannehmlichkeiten auszusehen, äleberhaupt ist man jetzt in China sehr für „Natürlichkeit", und während man «ich aus der einen Seite als rückschrittlich erweist, ist men auf der anderen Seite für den Fortschritt. In demselben Edikt wird die bisher so beliebte Verkrüppelung der Füße bei den Chinesinnen verboten. Die Damen tragen jetzt allgemein europäische Schuhe, und wer noch von altersher die kleinen ver- schrumpellen Füße hat, legt sich Watte ein. damit die vorgeschriebenen Schuhe auch ausgefüllt sind. Freilich, ihren humpelnden Gang können diese letzten Vertreterinnen der abgeschafften Mode nicht verbergen.
Die Eule als hühnermutter.
Man kennt eine ganze Anzahl von Fällen, in denen junge Tiere von Müttern einer sehr verschiedenen Gattung angenommen und aufgezogen werden, so z. B. junge Ratten von einer Katze. Der Mutterinstinkt ist eben in der Tierwelt so stark, daß er sich manchmal auf die merkwürdigste Weise Bahn bricht. Ein seltsames Beispiel dafür ist in der Pariser Naturwissenschaftlichen Gesellschaft angeführt worden. Die Heldin der Geschichte ist eine Eule, die im Jahre 1907 im Alter von 15 bis 20 Tagen aufgefunden wurde; sie war aus dem Nest gefallen. Man zog sie auf, und im Jahre 1914 legte sie zwei Eier, die natürlich nichts ergeben konnten. Man nahm sie ihr weg und legte an ihre Stelle Hühnereier. Die Eule merkte trotz der sprichwörtlichen Weisheit dieses Tieres nichts; die Küchlein krochen munter aus, und die Pflegemutter bereitete ihnen einen liebevollen Empfang; sie vertrat an ihnen alle Mutterpflichten, bis sie groß waren. Der Versuch wurde im folgenden Jahr mit demselben Erfolg wiederholt, und dann gab man ihr jedes Jahr Hühnereier zum Ausbrüten, deren Zahl immer vermehrt wurde und 1923 auf 14 stieg. Auch diese Anzahl entmutigte sie nicht, sondern sie vollbrachte mit viel Eifer ihr Werk. So hat sie jetzt zwölf Jahre lang Hühnchen aufgezogen, niemals gegen die ihr un ergeschodenen Familienmitglieder protestiert und sich als eine treffliche Stiefmutter erwiesen.
Büchertisch.
— Bilder aus dem Ameisenleben. Von H. Diehmeyer. 2. verbesserte Auslage, besorgt von H. Stitz. 161 Seiten. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — In fesfelnden Schilderungen macht uns der Verfasser mit dem Wichtigsten aus dem Ameisenleben bekannt. Der größere Teil des Werkes ist mit Recht unseren heimischen Ameisen gewidmet, in einigen Kapiteln werden jedoch auch
besonders interessante Lebensverhältnisse ausländischer Arten dargestellt. Anschaulich schildert der Verfasser die natürliche Umgebung der verschiedenen Ameisenstaaten draußen in freier Natur; man glaubt sich wirklich in den harzduftenden Kiefernwald versetzt, der den heißen Sonnenstrahlen den Zugang zum Boden nur wenig wehrt, in die dichten Bestände des Riedgrases, die das Ufer des Teiches umsäumen, oder auf den Wiesenplan, auf die Waldblöße, auf den felsigen Talhang. Nirgends eine trockene Beschreibung, überall wahres, wirkliches Leben. Aber auch die Kapitel, die nicht eigentliche „Bilder" bieten, sondern dem Leser gewiße Vorkenntnisse vermitteln wollen — zum Beispiel „Der Körper der Ameisen"; „Unsere wichtigsten Ameisenarten" —, sind so eigenartig und lebendig geschrieben, daß man die Sprödigkeit des Stoffes ganz vergißt. Von besonderem Werte ist eine übersichtliche Defttmmungstabelle der einheimischen Ameisenarten, die den Naturfteund in den Stand setzt, selbständige Beobachtungen zu machen. 604
— D i e Religionen Ost a s i e n s (China und Iapan). Ein rel.gionskundiiches Lesebuch. Don Missionsdirektor D. Dr. I. Witte. — Buddha. Von Oberstudienrat Dr. O. Häger. — Die Religion der alten Deutschen. Von Stu- dienrat E. Weber. — JmmanuelKant. Don Oberstudiendirektor Lic. Dr. K. Kesseler. (Verlag von Quelle und Meyer tn Leipzig.) — In der bekannten „Religionskundlichen Quellenbücherei" sind wieder vier interessante Bändchen erschienen. Chinas und Japans Religionen: Konfuzianismus, Taoismus, Buddhismus und Schinto werden durch eine kurze Darstellung der Hauptlehren und-doc. bedeutendsten religiösen Führer sowie durch charatteristische Proben aus den Quellen selbst klar und übersichtlich geschildert. — Wenn Duddhaein besonderes Bändchen gewidmet wird, so hat es seine volle Berechtigung, da seine Religion auch in Europa heute viel Beachtung Habet. Häger bietet aus dem umfangreichen Material das Notwendigste zum Verständnis von Buddhas Leben und Lehre. — Die Religion der alten Germanen ist in jüngster Zeit endlich Gegenstand gründlicher Forschungen geworden. Zeichnungen auf Grabplatten, Weihe- und Gelübdegaben aus vorgeschichtlicher Zeit, Berichte römischer Schriftsteller, einheimrsche vorchristliche Zeugnisse: Runenschriften und Gestirnnamen, die umfangreichen Werke christlicher Schriftsteller, endlich Denkmäler der deutschen Literatur und Volkskunde ergeben ein weitschichtiges Material, das hier zum erstenmal auf so kleinem Raum übersichtlich geordnet ist. — Kants Stellung zu Gott und Religion, zur übersinnlichen Welt, zum Glauben und zum Christentum wird in sehr geschickter Auswahl aus seinen Hauptwerken dem Leser vor Augen geführt. 599—602
— Das klassische Weimar. Von Professor Dr. F. Lienhard. 5. Auflage. 147 Seiten. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — Das vorliegende Werk ist hervorgegangen aus Vorlesungen anläßlich eines Jenenser Ferienkurses und versteht es, in bilderreicher Sprache einzuführen in den Kultur- und Lebensgehalt der Epoche des klassischen Weimar. Das eigentliche Ziel des Buches ist: Fruchtbarmachen der geistigen und seelischen Kräfte jener Zeit für das eigene Innere und für den Seelenzustand der Gegenwart. Lienhard faßt seinen Gegenstand möglichst wett, wir sollen die ganze Entwicklung der Rassischen Zett durchleben und in ihrer Weiterwirkung begreifen. Als den einen Pol der Vorbereitungs- zett zeigt er uns Friedrich den Großen, den königl'chen Einsiedler, den genialen Staatsmann und Feldherrn. Aub der anderen Seite sehen wir Klopstock, der eine Zeit starker Gefühlsbewegung einleitet, und neben ihm Lessing, der uns auf eine erste Höhe deutscher Literatur führt. Mit Herder nähern wir uns dem Geistesgebiete Weimars. Bevor wir diesen B'zirk betreten, werden wir in die Gedankenwelt Kants eingeführt, von dem der Weg direkt zu Schiller führt. Die Ab- schnttte „Weimar aus der Vogelschau", „Goethe und Schiller" sind die Höhepunkte des Buches.
603
— Leipziger Illustrierte Zeitung (I.I.Weber, Leipzig). Aus dem neuesten Heft: Chinas nationale Volksbewegung, die als die natürliche Reaktion gegen die jahrzehntelangen Unterdrückungen seitens des Auslandes anzusprechen ist beleuchtet der chinesische Lektor an der Leipziger Universität, Tsan Wan, in einem interessanten Artikel „Was geht in China vor?" in all ihren Urgründen, ihren Entwicklungsphaien und ihren Zielen Pädagogen und allen, die sich mit dem wichtigen Problem der Erziehung beschäftigen, bietet der Beitrag „Das deutsche höhere Schulwesen und die Wandlung des Bildungsideals" von Prof. Dr. Gerh. Budde, eine willkommene Anregung. In seinem kulturhistorischen Beitrag „Von der Kerze bis zur Glühlampe" leitet uns fjofrat Dr. Klima zurück in die Tage unserer Großeltern und Urgroßeltern, um uns so recht anschaulich vor Augen zu führen, welch gewaltige Er- rungenschaft das elektrische Licht bedeutet und weiche Annehmlichkeiten diese neueste Beleuchtungsart uns Heutigen bietet. Daß wir nicht nur im Beleuchtungswesen gewaltige Fortschritte gemacht haben, beweist der Beitrag „Riesenvcgel über den Ozeanen" von Dr. Hildebrandt, der, von anschaulichen Abbildungen begleitet, uns die Möglichkeit der Ozeanüberquerung mittels Flugzeugs beweist. Reben vielem anderen Lesenswerten ist schließlich noch der Aufsatz „Ausgrabung heidnischer Kunststätten in Pa- lästina" zu erwähnen.
Sprechstunden der Redaktion.
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