Nr. 265 Drittes Blatt
Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberhefsen)
Dienstag, 9. November 1926
Turnen, Sport und Spiel.
Turnerschast
und Neichsjugendabzeichen.
vo. Der Vorsitzende der Deutschen Turnerschast, Direktor Dr. Berger, teilt in einer amtlichen Bekanntmachung zu der Stellung der Deutschen Turnerschast gegenüber dem Reichsjugendabzeichen mit, das), wie er schon auf der Ortsgruppentagung zum Ausdruck brachte, die Deutsche Turnerschaft, um d.e ©in« heitlichleit der Arbeit zu erhöhen und die chr angehörigen Lehrer aus einem ost aufgetretenen «Zwiespalt der Pflichten zu erlösen, bereit sei, ihren Widerstand gegen das Reichsjugend- abzeichen aufzugeben, wenn einigen besonders von I ärztlicher Seite ihr abgegebenen Gutachten Rech' nung getragen würde. Es sei noch gar keine Rede davon, daß nun bereits die Sugendturner das Reichsjugendabze'chen erwerben und tragen und die Turnwarte und Turnlehrer der D. T. die Prüfung abnehmen dürften. .Erst muh der Aus- schuh für die Turn- unb Sportabzeichen unsere Wünsche hören und erfüllen, bann wirb bie D. T. mitteilen, daß sie bie Erwerbung des Reichs- jugenbabzeichens freigibt. Dis bahin bleibt es bei den bisherigen Anordnungen."
Turngau Hessen (D. T.)
—o— (Sieben, 7. Rov. Ein Lehrgang zur weiteren sachlichen und methodischen Aus- bilbung von Dereinsturnwarten und Vorturnern begann gestern nachmittag in der Turnhalle des Realgymnasiums mit einer turnerischen Prüfung der Riege. Die Oberleitung (legt m den Händen des Gauoberturnwarts Wilhelm Will (Giehen), der in seiner Eröfs- | nungSansprache den stellvertretenden Kreisober- turnwart Franz Friede (Frankfurt a M.) als Vertreter deÄ IX. Kreises (Mittclrhein) begrüßen konnte. Das Zulassungsgebiet erstreckt sich mit Unterftüöung des hessischen Staates über unsere Heimcrtprvvinz Oberhessen, die aus drei Gauen 32 TeUnehmer entsandte: 2 aus dem Kinzig-Gau, 2 aus dem Main-Ta unus-Gcru und 28 aus dem Gau Hessen. Don den Dereinen sind vertreten: Wiendorf a. d. Lahn, Alsfeld, Dad- Rauheim. Dettenhausen, Dirklar, Büdingen, Duh- bach. Dortclweil, Friedberg, Giehen, Grvhen- Linden, Grünberg, Hermannstein, Heuchelheim, Klein-Linden. Lang-Göns, Langsdorf, Lauterbach, Lich, Lützellinden, Marburg. R eder-Erlenbach, Rieder-Mörlen, Rieder-Wöllstadt, Ober- Mörlen und Treis a. d. Lda. Die Hebungen werden an vier SoTrntagen einschließlich der voraufgehenden SamStagnachmittage abgehalten und erstrecken sich aus Ordnungs- und Freiübungen, Keulenschwingen, Geräteturnen, volkstümliche Ueblmgen. Turnspiele und Turngesang. Zur Durchführung dieses reichhaltigen Turnplans stehen dem Leiter noch die Dauwarte Sektor und Luckhardt (Marburg), Paul (Gießen 1 und die Deztrksturnwarte Schüler (Wetzlar) und Hartmann (Dad-Rauheim) zur Sette. Auherdem werden Prof. Dr. Huntemüller (Giehen) und Dr. med. Fritz Koch (Ridda) ärztliche Vorträge über den Betrieb der Leibesübungen halten, und der Leiter wird die Unsall- und Haftpflichteinrichtungen der D. T. eingehend erläutern Des Kreisturntags wegen sind die letzten älebungstage auf Samstag, 4. und Sonntag, 5. Dezember, verschoben worden und werden mit einer dreistündigen Prüfung der Lehrgangsteilnehmer am Sonntagnachmittag abschliehen. Gleichzeitig mir d es em Lehrgang läuft ein gleicher Lehrgang für die Provinz Starkenburg in Darmstadt, während der Lehrgang für Rheinhessen schon im Frühjahr zu Mainz stattfand. Diese stille, zielbewuhte Arbeit wird dazu beitragen. den Ma.igcl an geeigneten Turn warten I Mnb Vorturnern 'in den Vereinen zu beheben 1 Und die Leistungen bei den turnerischen Wettkämpfen in unserem Hessenlande zu steigern.
Handball im (Bau Hessen der D.T. Mw. Giehen I — Td. Dad-Rauheim 1860 I 2:1.
Q DaS am Sonntag auf dem Turn- und Spielplatz des Männer-Turnvereins im Schiffen- berger Tal ausgetragene Handballwettspiel war ein In allen Teilen hübsch durchgeführtes Treffen, das dem Sinne und der Art nach ein Freundschaftsspiel war. Leider ist der Turnverein 1860 Dad-Rauheim aus der Derbandsrunde ausge- schieden; es müssen schwerwiegende Gründe vorliegen, die eine Mannschaft, die mit als erste im Gau das Handballspiel aufnahm, zu einem solchen Schritt veranlaßt haben. 3m Interesse der Sache ist dies nur zu bedauern.
Das Spiel der ersten Mannschasten war das (Begegnen zweier völlig gleichen Gegner. Zwar kann Gießen immerwährend drücken und ton- angebend sein, jedoch in Punkto Verteidigung heim einen Mann. Zweimal konnte die am und im Zerstören der Angriffe stellt Dad-Rau- heim seinen Mann. Zweimal konnte die am Sonntag in guter Form spielende Elf des Män- ner-Turnvereins erfolgreich fein, die unzähligen anderen Schüsse wurden alle sicher und gut von dem eifrigen Tormann Dad-Rauheims ab- gewehrt, der so eine hohe Riederlage seiner Mannschaft vereitelte. Dad-Rauheim konnte nur durch vereinzelte Vorstöße dem Gießener Tor (Besuche abstatten, nur einmal mußte der mit großer Ruhe unb Sicherheit spielende Tormann den Ball aus dem Rehe holen. Der Platz war in nicht gerade glänzender Verfassung; Glätte und Schlüpfrigkeit hinderten die Mannschaften an der vollen Entfaltung ihres Könnens. Der 2:1-Sieg der Männer-Turner kennzeichnet bie Spielstärke der Gegner im großen und ganzen. Schiedsrichter S 1 a w i h k y vom Männer-Turn- verein gab sich Mühe, das Spiel einwandfrei zu leiten.
Männerturnverein Gießen U—Bad-Rauheim 1860II 6:1.
Einen weit überzeugenderen Sieg konnte die II. des Männerturnvereins gegen die gleiche
Mannschaft der Dad-Rauheimer herausholen. Das Können der II. M. T. Der wird von Spiel zu Spiel besser und reifer. 3m letzten Spiele waren sie ihrem Gegner von vornherein überlegen und siegten nach (Belieben. Eifer und Zähigkeit der Dad-Rauheimer sprechen für recht ansprechendes Können; das Ehrentor war verdient. Mit dem 6:1-Sieg hat die Gießener Mannschaft das Zusallergebnis des Vorspieles 1:0 für Dad-Rauheim einer gründlichen Nachprüfung unterzogen, die mit gutem Recht zu ihrem Vorteil ausgegangen ist. Dieses Spiel leitete Turner Langsdorf, Dad-Rauheim, gut und zufriedenstellend.
Tv. von 1846 Gießen — To. von 1860 Marburg (Meisterklasse) 5:4 (2:3).
Das für Sonntag angesetzte Derbandsspiel der Meisterklasse konnte infolge Erkrankung des Schiedsrichters nicht ausgetragen werden. Hierfür trugen beide Mannschaften ein Gesellschaftsspiel aus. das T. V. 1846 mit dem Resultate 5:4 für sich entscheiden konnte. Die Mannschasten waren sich gleichwertig.
Spielvereinigung 1900 Giehen.
ö. Eine ansehnliche Zuschauermenge war am Sonntag nach dem Sportplatz an der Liebigs ho he gewandert in Erwartung eines spannenden Spieles der beiden, zur Zeit wohl spielstärksten Mannschaften im Lahnkreis. Man erlebte, wie so oft, leider abermals eine Enttäuschung. Wohl spielten die Gäste, die Ligaelf des Fußballvereins 192 0 Marburg-Ockershau- sen, außerordentlich eifrig und zeigten auch im Deckungs- und Stellungsspiel ganz Ersprießliches, jedoch das technische Können des einzelnen Spielers, sowie der alles krönende Torschuß, fehlten vollkommen. Demerkenswert in dieser Mannschaft ist nur die sichere Verteidigung und bie beiden wieselflinken Außenstürmer, die immer wieder Angriff auf Angriff nach vorne trugen. Die Ockershäuser hatten das Glück, bie elf Aus- erwählten des Plahbesihers zwar komplett, aber in einer fürchterlichen Verfassung anzutresfen. Der 3nnensturm sowohl wie der Mittelläufer ver-
, sagten bei der S Pie lv e re ini gun g 19 0 0 vollkommen, die anderen Spieler, dadurch überlastet, muhten eine gewaltige Arbeit verrichten. Tie beiden Hüter meisterten einige brenzliche Sachen ganz famos. Die bessere Dalibehandlung zeigten die Einheimischen. Man vermißte bei diesen nur den Drang nach dem gegnerischen
| Tor, sonst hätte 1900 einen knappen Sieg mit 1 bis 2 Toren erringen müssen. Gefallen konnten linier Verteidiger und rechter Läufer. Der Schiedsrichter amtierte im großen und ganzen zufriedenstellend. Die Leitung wurde ihm von beiden Seiten sehr erleichtert, da das Spiel bis jetzt wohl das fairste Derbandsligaspiel in Gießen war. Resultat 0: 0.
Eine Propaganda für den Fuhballfport war daS Treffen der Gießener Universitäts- fußballmannschaft gegen die S onder- e l f der Spielvereinigung 1 900 vor dem Ligaspiel. Die Universität hatte diesmal mehrere Gießener In ihren Reihen, zeigte auch in der zweiten Hälfte, nachdem sich die Mannschaft besser zusammensand, ein ausgeglichenes, schönes Spiel. Der Plahverein hatte vier neue Kräfte zur Probe in die Elf gestellt, bie sich durchweg ganz gut bewährten. Wenn das Verständnis unter den einzelnen Leuten erst noch besser wird, werden Erfolge, selbst gegen stärkste Gegner, nicht ausbleiben. 1900 erzielte durch genaues Zusammenspiel bis zur Pause drei Tore. Rack dem Wechsel schoß zunächst die Universität das Ehrentor, dann der Plahverein den vierten und letzten Treffer, damit den 4:l»Sieg sicherstellend.
Die 3 b - M a n n s ch a f t der (Bereinigten! errang vormittags aus eigenem Platz einen weiteren 5:0-Sieg über Lollars zweite E l f.
Das Spiel der 1. 3 ugend gegen Germania 08 Marburg kam nicht zum Austrag. Die 2. Jugend hatte Daubringens 1. Jugend zu Gast unb siegte 10:0. Die 3. Jugend unterlag erwartungsgemäß ihrem Lokalgegner, V. f. D. 2. Jugend, 1:3. Beachtung verdient der schöne Erfolg der Jüngsten: Sp. Dgg. 1900 1. Schüler gegen V. f. D. 1. Schüler 5:1.
D. s. B.
(-) Liga und zweite Mannschaft waren spielfrei.
Der Dritten gelang es, im Derbandsspiel die zweite vom hiesigen Ballspielklub au dessen Platz 8:0 zu schlagen, und damit zwei weitere Punkte zu gewinnen. 3n Anbetracht der Unvollständigkeit der D. f. D.-Mannschaft, die nur mit 9 Mann antrat, ist ihr Sieg recht anerkennenswert.
Die Vierte verschenkte kampflos die Punkte, indem sie gegen die Zweite vom Sportverein „Hessen" nicht antrat.
Um den Kleinen und Kleinsten des Vereins den Waldsportplatz zu überlassen, waren die „Alten Herren" zum Universitätssportplah gezogen, den sie zur Verfügung gestellt bekommen hatten. Sie hatten sich die akttve Mannschaft von Ettingshausen eingeladen, der sie im Rückspiel die vor kurzem erlittene 1:5-Riederlage quittieren wollten, was ihnen mit diesem Resultat auch glänzend gelang.
Während die 1. 3ugendinannschaft ebenfalls spielfrei war. hatte die zweite auf eigenem Platz die 3. 3ugendmannschaft der Spielvereinigung im fälligen Diplorn- spiel zum Gegner. 3m Gegensatz zu sonstigen 3ugendspiel'en wurde dieses von beiden Seiten mit fast vorbildlicher Ruhe auSgetragen.. V. f. B. geigte, wohl infolge größerer Spielerfahrung, das bessere Zusammenspiel und gewann verdient mit 3:1. Während beim Gegner die Verteidigung der beste Mannschaftsteil war, zeigte der 3nnen- sturm der Platzmannschaft sehr gutes Feldspiel, ließ aber den Torschuß vermissen; auch alle übrigen, besonders der rechte Verteidiger, waren recht gut.
Anschließend lieferten sich bie ersten Schülermannschaften beider Vereine das erste Tressen seit dem Bestehen der Schülerabteilungen. Hier mußte sich die Platzmannschaft den körperlich wesentlich stärkeren Spielvereini- gungsjüngem mit 5:1 beugen.
Aus dem Arbeiler-Turn- und Sportbund.
Wetzlar I. — Raunheim L 1:5.
£ Die mit Ersatz spielende Wetzlarer Mannschaft trat auf eigenem, aber fremden Platz gegen Naun- heim zum Gesellschaftsspiel an. Die flinken Naunheimer erzielten bis Halbzeit drei Tore. Auch die zweite Spielhälste entschieden sie durch größere Schnelligkeit und besseres Stellungsspiel zu ihren Gunsten. Als das Nejultat schon auf 5:0 für Naunheim stand, konnte Wetzlar sein Ehrentor erzielen.
Wetzlar II. — Raunheim II. 1:3.
Der kompletten Elf Naunheims stellte sich Wetzlar mit nur 10 Mann. Wetzlar erzielte das erste Tor, dem Naunheim nach 15 Minuten den Ausgleich olgen ließ. Ein Elfmeter für Wetzlar wurde ver- chenkt. Naunheim spielte nun recht flott und stellte >as Spiel bis zur Pause auf 3:1, das dritte Tor iel eine Minute vor dem Wechsel. Nach demselben war Wetzlar durch Ausscheiden von drei Spielern noch unvollständiger, deshalb mußte das Spiel vor- zeitig ein Ende nehmen.
Daubringcn I. — Gießen Ila. 3:3 (1:2).
Eine für die Daubringer Verhältnisse ungewöhn- lich große Zuschauermenge wohnte dem letzten Ler- bandsspiel dieser beiden Mannschaften bei, war es doch gewissermaßen das Entscheidungsspiel in der 2. Klasse. Gießen ist nun auch in dieser Klasse endgültiger Meister. Daubringen hat sich ebenfalls sehr gut gehalten, denn die Mannschaft verlor von den 9 Spielen der Herbstrunde nicht ein einziges Spiel. Gießen trat in stärkster Ausstellung an. Der Platz- Verein war ebenfalls komplett, griff das Tor der Gäste sofort scharf an, und erzielte durch den Mittelstürmer, der aus 20 Meter Entfernung schoß, das Führungstor. Gießen ließ sich nicht entmutigen und zeigte ein technisch hochstehendes Spiel, durch das es auch vor der Pause den Ausgleich erzielte. Nach dem Wechsel war es wieder Saubringen, das mit aller Energie auf Sieg spielte und abermals die Führung übernahm, dem ein 3. Tor bald folgte. Der Sieg Saubringens stand schon sicher, als ein Handelfmeter und ein Selbsttor der Einheimischen den Gießenern einen billigen Ausgleich brachte. Der Schiedsrichter Zimmeck-Lollar war dem sehr schönen Spiel ein gerechter Leiter.
Wieseck II. — Fronhausen I. 0:4 (0:1).
Fronhausen trat zu seinem letzten Serienspiel in Wieseck an. Nach den Resultaten der letzten Spiele von Fronhausen war mit einem kleinen Plus für diese Mannschaft zu rechnen. Wieseck hielt seinem guten Gegner in der 1. Halbzeit Stand, muhte aber doch Fronhausen mit 1:0 die Vorhand lassen. Nach heu Wechsel machte sich eine merkliche Ueberlegen- beit Fronhausens bemerkbar, die in weiteren drei ?■ cren ihren Niederschlag fand. Eine gewisse lln- v'he ließ Wieseck nicht zu Erfolgen kommen. Mit diesem Sieg setzt sich Fronhausen an die dritte Stelle In Der Tabelle der 2. Klasie.
Die ersten Spiele
um die Krersmeisterschast.
£ Der erste Spielsonntag um die Kreismeisterschaft der Arbeiteriußbatter brachte in zwei Fällen i inen erwarlungsacmäßen Ausgang. 3n Frankfurt standen sich auf den Riederwaldwiesen V. f. 2.1913 Bornheim und V. s. R. Wiesbaden gegenüber. Der 4:0-Sieg der Bornheimer überrascht trotz seiner Höhe wines- wegs. Wiesbaden enttäuschte und zeigte wenig Geschlossenheit. — Der unentschiedene Ausgang des Spiels Gießen — Hanau (siehe gestrigen Bericht) entsprach der Spielstärke beider Mannschaften. Bei besseren Leistungen des ersatzgeschwächten Gießener Sturmes kann die Mannschaft günstigere Resultate herausholen. — Die Sensation des Sonntags bildet das unerwartet günstige Abschneiden Friedbergs im Spiel gegen Mörselden. Letztere zählte mit zu den stabilsten Mannschaften innerhalb des 9. Kreises, und konnte nur mit viel Glück (Elfmeter) das Spiel für sich entscheiden. Bei Halbzeit stand das Spiel 1:1, bald darauf führte Friedberg 3:1, um sich doch am Schlüsse 3:4 geschlagen zu bekennen. Don allen Plätzen werden große Zuschauermengen gemeldet; die Spiele verliefen sämtlich reibungslos und waren richtige Propagandaspiele.
Wetzlarer Fußball und Handball.
tz. Außer Fußball setzte am Sonntag auch der Handballbetrieb mit unteren und Iugend- mannschasten wieder ein. Sämtliche Spiele fanden auf dem F. C.-Platz statt.
Zunächst begannen die 3. Mannschaften von F. C. und D. C. mit einem wenig System zeigenden Treffen, in dem die F. C. e r eine Kleinigkeit besser waren und verdient mit 2:0 gewannen. D. C. war durch das Fehlen seines 11. Mannes im Rachteil.
Die 2. Mannschaften setzten den Spiel- betrieb fort. F. C. blieb auch hier über den D. C. siegreich, diesmal mit 3:2. Die viel eifrigeren und schnelleren B. C.er hätten den Sieg eher ve^ient. Werdings verdarben sie den Eindruck ihres besseren Spieles durch ihr schlechtes Benehmen auf dem Spielfelde. Der F. C. hatte alle Mühe, den Ausgleich zu verhindern. D. C. als ungeschlagener Spitzenführer erlitt damit feine erste Riederlage, so daß nunmehr Gießen 1900 II. die Tabelle an führt.
Mit dem anschließend beginnenden Treffen der Ligamannschaften von F. C. und R i e - dergirmes wurde ein torreiches Spiel eröffnet. F. C. schlug Riedergirmes mit 6:4 und gewann damit verdient, läßt aber mit »seinen 4 Minustoren erkennen, daß seine Verteidi
gung nicht die stärkste ist, zumal gegenüber dem R. G.-Sturm, der wenig Zusammenspiel und Verständnis aufwies. Aus der anderen Seite ist der F. C.-Sturm zu loben, der gegen die wirklich gute Verteidigung der R G.er, in dieser vor allem wieder der Torhüter mit Glanzleistungen, sich sechsmal durchsetzen tonnte. F. E.s Sieg ist im ganzen genommen verdient, seine Leistung muh aber noch eittschieden steigen, wenn er sich gegen die führenden Mannschaften des Lahnkce.ses wieder erfolgreich zeigen will. Angenehm stach das Spiel von den vorhergehenden der unteren Mannschaften durch seine faire Dpielweife ab. die dem guten Schiedsrichter H. Cngelter von Germania Marburg sein Amt erleichterte. Mit biefem Sieg errang der Fußballklub seine ersten Punkte in der Kreisliga.
3m Handballspielbetrieb waren nur Mannschaften des F. C. tätig. Die 2. Senior- manns chaft errang in Dillenburg einen hohen 9:3-Sieg gegen die dort iroch nicht richtig eingespielten Handballer.
Den schönsten Sieg des Tages erfochten die F. C. Iungmannen im Anschluß an das Ligaspiel gegen die 2. Scniorhandballelf des D. s. D. Sriebberg mit 9:0. Die Jungen waren in allen Phasen des Kampfes überlegen unb führten ein von hinten nach vorne systemvoll aufgebautes Kombinationsspiel vor, das bie schwache Abwehr des Gegners nicht unterbinden tonnte. Dabei muß • noch gesagt werden, daß der Torwart der Friedberger De- wegungsspieler eine größere Riederlage durch gute Leistungen verhinderte.
Wettere Futzballergebnisse vom Sonntag.
3n Westdeutschland gab es am Sonntag zahlreiche Spiele, von denen der überraschend hohe 9:2-Sieg von Turu Düsseldorf über Schwarz- Weiß Essen, der 3:1-Sieg des westdeutschen Meisters D. f. R. Köln über Godesberg, das 1:1- Spiel Donner F. D. gegen Kölner D. C., die 0:2-Riederlage von Rheydter 6. D. gegen Eintracht München - Gladbach, der 7:3»Sieg von Rheinland Mayen besonders erwähnt seien. 3m Riederrheinbezirk blieben Union Krefeld unb Duisburger S. D. in Abteilung A an der Spitze, D. D. Altenessen und Schwarz-Weiß Essen erkämpften im Ruhrbezirk (Gruppe 1) Favoritensiege, während in Gruppe 2 Union Gelsen Archen gegen Dortmund 95 1:2 unterlag. 3n Westfalen waren Arminia Dielefeld und D. f. L. Osnabrück erwartungsgemäß in Gruppe Ost siegreich, während im Kamps um die Führung in Gruppe West Preußen Münster gegen 03 3:3, (Borussia Rheine gegen Westfalin Scher le beck 6:1 spielten.
Der (Berliner Fußball brachte am Sonntag erwartete Ergebnisse In dem 4:0-Sieg von Hertha D. S. C. über Minerva, dem 4:1- Sieg von Tennis-Dorussia über Wacker, recht be- mettenswerte Resultate weiter in dem 2:1-Sieg von Rorden-Rw. über Viktoria 89. der 0^-"Niederlage von Union-Ob. gegen Union Potsdam und der 2:3-Riederlage von Preußen gegen Wedding.
3nRordbeutschlanb brachte der Sonntag als wichtigste Spiele die Derbandspokalrunbe, aus der Dikt-ria Hamburg. F. D. Harburg. Holstein Kiel und Hamburger S. V. erwartungsgemäß als Sieger gegen S. D. Wilhelmshaven, Komet (Bremen, Rasensport Harburg und Union- Teutonia Kiel hervorgingen.
Die besten deutschen Leichtathleten.
Die besten leichtathletischen Leistungen 1926 erzielten in Deutschland nach der Liste der zehn Besten der Deutschen Sportbehörde: 100 Meter: Körnig (Schlesien Breslau) 10,4 (mit Rückenwind 10,3). — 200 Meter: Körnig (Schlesien Breslau) 21,5. — 400 Meter: Dr. Pe 1 her (Preußen Stettin) 43,9. — 800 Meter: Dr. Pelher (Preußen Stettin) 1:51,6. — 1500 Meter: Dr. Pelher (Preußen Stettin) 3:51. — 5000 Meter: Dieckmann (Hannover 78) 15:10,3. — 10 000 Meter Rätze (V. f. D. Luckenwalde) 32:20,8. — Marathonlauf: Reichmann (Sportsr. Siegen) 2:41,9. — 110 Meter Hürden: Troßbach (Berliner S. C.) 14,9. — 400 Meter Hürden: Dr. Pelher (Preußen Stettin) 54,9. — Weitsprung: Dobermann S C. (Marienb.) 7,36 Meter. — Hochsprung: Huhn (D. f. B. 3ena) 1,87 Meter. — Stabhochsprung: Werkmeister (Berliner S. C. 3,70 Meter. — Speerwerfen beft: Zeller F. C. Eislingen) 59,10 Meter. — Speerwerfen beid: Dr. L ü b e ck e (D.S. C. Berlin) 98,66 Meter. — Diskus beft: Hoffmeister (Hannover 98) 44,86 Meter. — Diskus beid: Hänchen (P. S. D. Berlin) 72,91 Meter. — Kugelstoßen beft: Schröder (Dortmund 95) 14,62 Meter. — Kugelstoßen beid: Drechenmacher (Eintracht Frankfurt a.M.) 25,545 Meter. — (Zehnkampf: Holz (Brandenburg Berlin) 652 P. — Dreisprung: Baaske (Preuß. Saml. Königsbg.) 13,47 Meter. — Hammerwerfen: Mang (S.V. Regensburg) 43,12 Meter.
Mißglückter Weltrekordversuch Pürstens.
. vo. Am Sonntagvormittag unternahm der Leipziger Pürsten auf der Laufbahn des Leipziger Sportclubs einen Angriff auf den Welt- rdorb des Finnen Sipilae im 20-Kilo- meter-Laufen von 1:6:29. Das Wetter war zwar günstig, doch schien sich bie Laufbahn mit ihrem weichen Boden wenig für ein solches Unternehmen zu eignen. So tonnte der sich in guter Form befindliche Pürsten auf dieser Dahn nicht einmal seinen eigenen deutschen Rekord von 1:7:51 erreichen, sondern blieb mit der Zeit 1:8?46,4 ganze zwei Minuten 17,4 Set. hinter dem bestehenden Weltrekord zurück. Pürsten will im Frühjahr 1927 einen neuen Versuch machen.
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