Ausgabe 
9.9.1926
 
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Städtetages und Die in der neueren Zeit bekannt- gewordenen Bestrebungen einzelner Regierun­gen, die Getränkesteuer zu verlängern (Bayerische Staatsregierung und Bayerischer Landtag) er­fordere sofortiges Eingreifen des Deutschen Gast­wirteverbandes. Rach dem zweiten Antrag wird der Vorstand beauftragt, sich mit dem Reichs- finanzministerium in Verbindung zu setzen und Richtlinien für die Einkommensteuer- Einschäh ungen auszuarbeiten, die für das ganze Reich Geltung haben und den tatsächlichen Verhältnissen entsprechen sollen.

Wirtschaft.

vrankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 9. Sept. Tendenz: Fest. Die Borsenlage scheint wieder ein stabileres Aussehen annehmen zu wollen. Allgemein ist man zuversichtlicher gestimmt, so daß die gestern abend eingetretenen Erholungen bei Börsenbeginn eine Fortsetzung erfuhren. Der hohe israelitische Feiertag brachte zwar einen schwäche­ren Besuch der Börse, doch konnte sich trotzdem anfänglich eine umfangreiche Geschäfts­tätigkeit entwickeln. Reue Deckungen der Spe­kulation und eingelaufene Auslandsorders führten zu weiteren Kursbesserungen von 2 bis 3 Pro­zent. Im Terminhandel konzentrierte sich das Hauptinteresse auf I. G. F a r b e n i n d u st r i e, die von 271.75 auf 275,25 anzogen, später aber auf Angebot hin auf 274 Prozent zurückgingen. Am Montan markt, dessen Werte gleich­falls etwas reger umgeseht wurden, gingen höher: Buderus plus 1,75, Phönix plus 1,25, Mannesmann plus 2, Rheinische Braunkohlen plus 4,5 Proz. Elektroaktien verkehrten in unregelmäßiger Haltung. Siemens verloren von ihrem gestern abend erzielten Gewinn 1,25 Proz. Am Dankenmarkt betrugen die Besserungen für Darnatbank 2 Proz., den gleichen Gewinn er­zielten Deutsche Dank. Diseonto plus 1,5 Proz., Dresdner und Commerz je plus 0,75 Proz. Von Schiffahrtsaktien zogen Hapag 1,5 Proz. an, während Rordd. Lloyd nur wenig verändert waren. Von Autoaktien zeichneten sich Kleyer durch eine Erhöhung von 2,5 Proz. aus. Daimler plus 2 Proz. O e l a k t i e n konnten 0,5 bis 1 Proz. anziehen. Daustoffaktien streb­ten wieder scharf nach oben. Dyckerhoff plus 4,25 Proz., Wayh & Freytag plus 3,25 Proz. Zuckeraktien lagen fester. Franken­thal gesucht plus 3 Proz.. Waghäusel plus 2 Prozent. Am heimischen Anleihe­markt blieb das Geschäft äußerst klein. Aus­ländische Renten waren zunächst geschäfts­los. Im Freiderkehr kamen Llmsähe nicht zustande. Der weitere Verlauf wurde durch die eingetretene Geschäftsstille ungünstig beeinflußt. Rachdem die Kaufaufträge erledigt waren, wurde die Tendenz unsicher und nachgebend, so dab die erzielten Kursbesserungen nicht auf allen Gebieten behauptet werden konnten. Der Geldmarkt steht wieder im Zeichen großer Flüssigkeit. Tagesgeld 4,5 Proz.. Monatsgeld 5,5 bis 7 Prozent je Adresse. In­dustrieakzepte 5,37 Prozent, Privatdiskonten 4,75

Prozent. Im Dcvis envertehr setzten sich die Abschwächungen der lateinischen Valuten fort. Paris ging gegen London auf 167 zurück, Brüssel auf 176, Mailand auf 135,50. London gegen Kabel unverändert 4,855,62. Die Mark lag be­hauptet mit 4,199 in Dollarparität.

Störtentarte.

Frankfurt a.M.

Berlin

Schlutz»!

Kur» I

1-Ul)r. Kur«

Lchluh. Ritt»

Anfang llura

Datum:

8.9. |

9. 9.

8.9.

9. 9.

5% Deutsche RcichSanleibe -

0.4787

0.4875

U.475

0.4825

4% Deutsche Reichsauleihc . S'/,°1« Deutsche Reichsanlethe 3% Deutsche Reichs anlcihe - Deutsche Sv a rvrämien cm leche

0.4325

0.4325

0,43

0.4.325

0,435

0.49

0,265

_

0.4975

0.265

0,490

4% Preußische KonsolS - . .

-

0.44

4°/e Hessen........

0,42

ee

»

3'A% Hessen..........

3% Heneu...........

Deutsche Wertb. Dollar-Snl.

»

95,25

__

99,9

dto- Doll-Schatz.Änweisug.-l

<e/o Zolltürken.........

13.3

-

13,4

5% Goldmerikaner . . .

45,75

-

Berltncr Handelsgesellschaft. Lommerz- and Privat-Baok

A)0,5

135,5*

_

136,5*

202'

135'

205,7'

136.5'

Darmst. und Nationalbank .

209

213'

206'

2125'

Deutsche Dank.........

161*

165'

160.7'

164,7'

Deutsche BcreinSbauk ....

95.5

DiSconto Couunandit .

157,2-

160,5'

157'

160,2'

Metallbank...........

131

133

Mitteldeutsche Tredttbank. . Oestcrreichische CreditanstaU

136

8.7

81

135.5

8,62

136,5*

8.8

Westbank...........

78

Bochumer Gah . ......

139'

139,2'

143'

BudernS . ...... . . <

93

97

93

95

Caro ............

76

78'

79'

Deutsch-Luxemburg......

Gelsenkirchener Bergwerke. .

145.5* 160'

148.5* )61'

145.7' 160'

147.5'

162.7'

Kaliwerke AscherSlebeu....

148.5*

146,2*

150'

135,5

133.12

135.2'

Kaliwerk Westeregeln. ....

141

140,5

143

49

*

49,9

61,75

Oberbedarf..........

Phönix Bergbau ......

Nbcinslabl...........

Niebeck Montan........

68.5

68

68,5'

114.5'

117*

114

116.5'

145.2*

154'

145.2'

149,5'

153'

152'

152,5'

TelluS Bergbau. .....

67,75

_

Bereinigte Stahlwerke 51,*®.

137,25

139

Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd .....

153' 154-

157' 156'

152,7*

157,2'

155.5'

Cheramrsche Werke Albill . .

-

_

Zementwerk Heidelberg . . .

Philivv Holynann......

129

114,75

115,75

113

Anglo-Lont-Guano.....

_

93

Chemische Diahcr Alapin . .

I. G. Farbenindustrie, A.-G.

Äoldschmidt..........

270'

103,75

275.2'

105,5

266.7'

102

274.5'

104

Holzverkohlung ........

Nütaerswerke........

51

104,5

112,5

114

Schcidcanstalt.........

157

-

Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft

154,7'

>54'

155,5'

Bergmann ..........

Mamkraftwerie ........

150,2'

105

150'

154,9'

Schlickert .........

130.7'

134.2*

132 2'

134,2'

197.5-

Siemens ± HalLkr ......

196*

196'

194,2*

-ldlcrwerkc Klever ......

80.75

83,5

80.12'

81.25

Daimler Motoren. ......

78.5

77.9'

81

Hevligenstocdl . . .......

29

-

'.OZcqirin. ...........

wiotorenwerke Mannheim .

42

44

39,5

Frankfurter Armaturru . . .

Konservenfabrik Braun . . .

14

40.55

Mctallgeselllü>aft Frankfurt.

145

90

114,5

90,25

Schuhfabrik Her; .......

61,5

68

Sichel...... ........

2.6

3

3

Wellston Walddof.......

176

175

179,25

Zuckerfabrik Fraukeuthak ..

.ckuckenabrkk Waabäulel . . .

71

86

74

88

70

85.75

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

Telegraphische Auszahlung.

Banknoten.

7 Sepchr.

8. Seplbr.

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Geld

Brief

Geld

Brief

Amst.-Rou.

168,15

168,57

168,17

168,59

Boeu.^AircS

1,694

1,698

1,690

1,703

Brff-^Antw.

11,595

11,635

11,51

11,55

Christian ia

91,89

92,13

111,66

91,89

92,13

.skopenhagen

111,38

111,41

112,11

111,69

Stockholm

112,11

112,39

112,39

HMngfors

10,548

10,588

10,55

10,511

Italien. . .

15,22

15,26

15,02

15,06

London. .

20,357

20,407

20,362

20,412

Neuhork . .

4,193

4,203

4,194

4,204

Paris - - .

12,39

12,41

12,06

12,10

Schweiz - -

bl.065

61,265

60,99

81.19

Spanien .

63,57

63,73

63,85

64.01

Javan - - -

2,026

2,030

2,028

2,032

0.639

Rio de Jan.

0.631

9.641

0.637

Wien in ®.« Oest- abgest.

59,21

59,35

59,21

69,35

Prag ....

12,417

12,457

12,417

7,413

12,457

Belgrad . .

7,415

7,435

7,433

Budapest. .

5,875

5,895

o,877

5,897

Bulgarien .

3,055

3,065

u,05

3,06

Lissabon

21,395

-1.44j

21,405

21,455

Danzig. . Konstantin.

81,38

81,58

2,24

81,34

81,54

2,23

2,23

2,24

Athen .

4,79

4,81

4,79

4,81

Kanada. .

4.197

4,207

4,198

4,208

Uruguav . .

4.20

4.21

4.20

4,21

Berlin, 8. Septbr.

Geld

Brici

Amerikanische Note» .....

4,175

4,195

Belgische Noten . .......

Dänische Noten .......

11,57

111,09

11,63

111,65

Englische Noten........

20,332

20,432

Frän;össsche Noten ......

Holländische Noten......

12,62

12.68

167,73

168,57

Italienische Noten ...

15,46

15,54

Norwegische Noten......

Deutsch-Oesterr-, 5100 Kronen

91,62

92,08

59,10

69,40

Rumänische Noten......

2,07

2,11

Schwedische Noten......

111,77

112,33

Schweizer Noten ......

80,94

81,34

Spanische Noten.......

Tschechoslowakische Noten ..

63,19

12,375

6.845

63,51

12,435

Ungarische Noten ......

5,885

Berliner Börse.

Berlin, 9. Sept. An der heutigen - Börse lagen Anregungen verschiedener A r t vor: so stimulierten der günstige Eindruck über die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund, die in der Generalversammlung der Disconto- Gesellschaft zum Ausdruck gekommene Zuversicht, die nach den Brüsseler Meldungen allmählich weichende Opposition der belgischen Eisen-Indu­striellen gegenüber der internationalen Rohstahl- vereinigung und schließlich der Eingang von Orders aus der Provinz und aus dem Auslande. Die Befestigung der Tendenz machte da­her auf allen Marktgebieten Fort­schritte. Die ersten Kurse lagen 1 bis 2 Pro­zent über dem bereits wesentlich erholten gestri­gen Schlußniveau und zeigten für Spezialwerte Besserungen von 3 bis 4 Prozent, vereinzelt auch 5 Prozent (Schultheiß und Rheinische Braunkohlen). Ilse Bergbau zogen sogar um 7 Prozent an. Irn Vordergründe des Interesses standen Braunkohlen- und Cisenwerte, Maschinen a 11 r en. Chemiewerte, Darm­städter-Bankaktien, sowie einige weitere Spezial­papiere. Größere Umsätze kamen jedoch nicht

zustande, da die israelitischen Feiertage einen Teil der Börsenbesucher fernhielten. Am Geld­markt war Tagesgeld etwas leichter mit 5,25 bis 6.5 Prozent. Für Monatsgeld war dagegen der Sah unverändert 5.5 bis 7 Prozent. Im internationalen Devisenverkeh-r waren die lateinischen Valuten allgemein abgeschwächt. London zog gegen Paris auf 169. gegen Mai­land auf 135,75 und gegen Brüssel auf 177,50 an.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 9. Sept. Es wurden no­tiert: Weizen, Wetterauer, neuer Ernte, 27,75 Mk.; Roggen, inländischer, neuer Ernte, 21/50" Sommer­gerste für Brauzwecke 23 bis 26; Hafer, inländischer, 17,50; Mais (gelb) 18,50; Weizenmehl, inländisches (Spezial 0), 40,75 bis 41,50; Roggenmehl 31,50 bis 32,50; Weizenkleie 9; Roggenkleie 10,50 Mk. Ten­denz: ruhig.

Büchertisch.

Der Couäismus. Von Charles Bau- douin. Otto Reichl Verlag in Darmstadt. 1926. Daudouin ist der erste Gelehrte, der die Methode Coue in der Oefsentlichkeit würdigte, als sie noch völlig unbekannt war. Leider hat der Coueismus heute je nach den Ländern und den Umftänben ein recht verschiedenes und ungleich- wertiges Aussehen. Er ist teilweise in unreine Hände geraten, und kritiklose Begeisterung wie kommerzielle Ausbeutung haben eine gute Sache wieder einmal derart in Gefahr -gehracht. daß zu befürchten ist, ®ou6 durch den <§oueismus erschlagen zu sehen. Deshalb ist es an der Zeit, daß von autoritativer Seite eine sachliche Einfüh­rung geboten wird, wie sie im vorliegenden Bande von berufener Seite geschrieben wird. 390

Geschäftliches.

Was sagt Sokrates?

Was galt dem Pöbel in Athen die Weisheit eines Sokrates?

Auf offener Straße wurde der Philosoph aus­gelacht.

Dort kommt der Weife mit der Riefenglatze!" sagten sie.

Auf dem Marktplatze fragte ein Athener einst Sokrates:Weswegen läßt du dir eigentlich keine Haare wachsen?"

Sokrates erwiderte: .Hätte ich das berühmte Haarwasser, das nach Tausenden von Jahren erst erfunden wird, früher schon gebrauchen können, du würdest meiner heute nicht spotten!"

Weißt du, wie das Mittel einst heißen soll, Mann mit dem Prophetenblick?" forschte der spöt­telnde Athener.

Auxolin" wird man es heißen; nach Auxo unserer Charitin, werden es die Menschen nennen."

Der Ausfrager seufzte mit Heuchlermiene: Schlimm, schlimm, wenn bas Oberhaupt der Fa­milie ohne Haare durchs Leben geht."

Tröste dich, Mitbürger!" munterte Sokrates ihn uif,die Haare bleiben in der Familie, die Götter halten sie nur an andere Stelle gesetzt."

Der Athener sah Sokrates groß und starr an:

Unser Familienoberhaupt, mein Weib, die .tantippe, hat nun alle meine Haare auf ihren Zähnen."

Verbraucher! Nichtmitglieder! Mitglieder!

Was bietet der Konsumverein?

in der Woche v. 11.-19. September 1926

Die Waren-Ausstellung

imSaalbau SAUER, Gießen, ist vom 11.19. September 1926

Sonntags von 9 Uhr morgens bis 8 Uhr abends Wochentags von 12 Uhr mittags bis 8 Uhr abends geöffnet. (Eröffnung Samstag-Nachmittag 5 Uhr.)

Film-Vorträge

für Kinder finden am 15., 16. und 17. September, nach­mittags 4 Uhr, imLichtspielhaus Einhorn statt;

für Erwachsene an den gleichen Tagen, abends um 8 Uhr. Abends haben Kinder unter 14 Jahren keinen Zutritt. Eintritts­karten für Filmvorträge werden in der Ausstellung ausgegeben.

Für Kinder gelten am:

15. September, .weiße Karten

16. September, .rote Karten

17. September, .grüne Karten

Für Erwachsene gelten am: 15. September, .rote Karten 16. September, .grüne Karten 17. September, .weiße Karten

Alle Veranstaltungen sind unentgeltl. Eintritt wird keiner erhoben.

Die Zentrale in der Schanzenstraße 16 kann jederzeit besichtigt werden.

Verbraucher! Nichtmitglieder! Mitglieder!

Alle sind höflichst eingeladen.

Der Vorstand des Konsumvereins Gießen u. Umg.

7259a

Mag,1V.LeKuibtrM

nachmittags 2 Uhr

versteigere ich imfiotoen, Reuenweg 28, zwangsweise gegen Barzahlung:

14 keine Pinsel, 15 große Pinsel, 63 Schablonen, 1 Vulkanisierpresse, zwei Schreibtische, 1 Diwan, IMusikautomat, > 1 Warenschrank, 1 Llniversalstanze mit fahrbarem Gestell, einen Kastenwagen, 1 Spiegelschrank, eine Strickmaschine, 1 Kommode, 1 Pferd, 1 Plüschsessel, 1 Tisch, 1 Trumeau, 1 Bücherschrank, 1 Vertiko, 1 Damenfahrrad. 7,TD

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Dr. Geyer ist von Sonntag, d. 12. d. M. ab verreist

Vertreter sind die Herren: Dr. Wilhelm Klein, Neuen Bäue 29 Dr.Meyerhoff.an derjohanneskirche 5 San.-Rat.Dr.Sch1iephake,Goethestr.44 (nach seiner Rückkehr) ei66

Grünberger-Pferde-Versicherung- - Verein zu Grunberg in Hessen.

Die ordentliche Mitgliederversammlung findet Sonnlag, den 12. September d. I. nachm. 2Ahr i.Gasthaus vonAdolfRepp dahier statt, wozu ich d. Mitglieder einlade.

Tagesordnung:

1. Rechenschaftsbericht.

2. Rechnungsablage.

3. Vorstandswahl.

4. Sonstige Angelegenheiten.

Grünberg, den 3. September 1926, Schäfer, Direktor' 7265D

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