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l-r zusammengerommen, um in friedlichem, anre­gendem Wettkampf die Kräfte an den Geräten zu messen.

Der Gau Hessen bildet mit den Gauen Main, Offenbach-Hanau, Frankfurt a. M. und Kinzig den l.der sechs Gauverbände des Mittel- rheinkreises der D. T. 2lm 7.3uni findet zum erstenmal im Gebiete des Gaues Hessen eine Gauverbandsturnstunde des 1. Gau-- verbandes statt, und zwar in Bad-Rau heim in der Turnhalle des Turnvereins 1860. Etwa 100 Lurnwarte und Dorturner aus den genannten Gauen werden daran teilnehmen. Am vorausge­henden Abend findet im Kurhause zu Bad-Rau- heim ein großes Schau- und Werbeturnen statt, dessen Programm von den besten Turnern des 1. Gauverbandes und vom Turnverein 1860 Dad- Aauheim (Turnerinnen) bestritten wird. Die Lei­tung liegt in den Händen des Kreiswarts für das Männerturnen, Turnlehrer Friede-Frank­furt a. M.

Dorturnerstunde des 3. Bezirks.

c. Langsdorf, 8. Febr. Zur dritten planmäßigen Vorturner st un de hatte Dezirtsturnwart Zeschky - Schotten eine Ver- einsturnwarte nach Langsdorf zusammengerufen, um in der Ausbildung tüchtiger Vorturner und Turnwarte wieder ein Stück vorwärts zu kommen. Gleich den übrigen folgte auch diesmal der prak­tisch-methodischen Unterweisung eine Vesprechung wichtiger Fragen im Vereins-- und Gauleben. Wenn man einer solchen Lehrstunde als Teil­nehmer beigewohnt hat, bekommt man erst ein rechtes klares Bild von der aufopfernden und un­eigennützigen Arbeit der Männer, die jähre- und jahrzehntelang in Bezirk, Gau und Kreis diese wichtige, äußerst wertvolle Arbeit durch fach- und fachgemäße Ausbildung des Rachwuch- ses leisten, auf der dann wieder das Gedeihen und Blühen der Vereine begründet ist. Diese Arbeit leistet im dritten Bezirk seit einigen Jahren Wilhelm Zeschkh-Schotten, da­bei gut unterstützt von dem unermüdlichen 2. Beziästurnwart Georg Reih -Langsdorf. So wurden die verschiedensten Zweige desDeutschen Turnens" behandelt, dabei den für das kommende Jahr geltenden Llebungsgruppen besondere Be­achtung geschenkt. Die vierte und letzte plan­mäßige Stunde wird nun 4 Wochen vor dem Gaufest in Ridda stattfinden. Sicherlich wird aber die seit Jahren bestehende außerordent­liche Vorturnerstunde noch hinzukommen. Eins wäre wohl zu bedenken: Könnte man nicht mit Rücksicht auf die im 3. Bezirk schwierigen Ver- lehrsverhältnisse alle oder doch die meisten dieser Zusammenkünfte int Mittelpunkt Ridda abhal­ten Manche Stunde würde dadurch erspart, die man besser verbringen könnte. Die nächste Be­zirkszusammenkunft ist das 6. Bezirks-Ge­räteturnen am 28. in Ridda, mit dem gleich­zeitig eine Gedenk- und Trauerfeier verbunden sein soll.

Aus dem 5. Bezirk.

<£ Friedberg, 8. Febr. Die britte dieslvm terliche Bezirksvorturner stunde des 5. (Wetterauer) Bezirks im lurngou Hessen wurde gestern hier in der Turnhalle der Turngemeinde abgehalten. 42 Turnwarte und Vorturner waren anwesend. Nicht vertreten von den 25 Bezirksver­einen waren Turn- und Sportverein Butzbach und die Turnvereine Holzheim, Wölfersheim und Ober- Wöllstadt. Der Bezjrksvertreter, Studienrat Schuchmann (Friedberg), begrüßte die Turner mit herzlichen Worten und mahnte zu starker Be­schickung der diesjährigen Bezirksveranstaltungen. Es müsse Ehrensache eines jeden Bezirksvereins sein, sowohl beim BezirksHerötetunten als auch beim Bezirksvolksturnen mit Wetturnern in statt sicher Zahl vertreten zu fein. Er kam ferner auf die Turnkleidung zu sprechen und wünschte die Durchführung einer einheitlichen Turn- k l e i d u n g, die den Anforderungen von Anstand und Sitte gerecht werden müsse. Unter der erfah­renen und umsichtigen Leitung der Bezirksturn­warte Hartmann- Bad-Nauheim und Vang- Lang-Göns wurde dann an dem zur turneri­schen Durchbildung vorgeschriebenen Turnstoff wei­ter geturnt, ferner standen die für die diesjährigen Bezirks- und Gauveranstaltungen bestimmten all­gemeinen Freiübungen sowie die Geräteübungen für das Bezirksgerätewetturnen theoretisch und prak­tisch zur Behandlung. Auch die Stabübungen, die der Bezirk als Musterriege beim diesjäh­rigen Gauturnfest in Nidda vorführen wird, wur­den gurchgeturnt Es wird erwartet, daß mindestens 50 Turner des Bezirks sich an dieser Bezirksriege beteiligen werden. Das Bezirksgerätewett­turnen findet am 14. Mär; in Bad-Nau heim statt, das volkstümliche Bezirks- turnfest wird am 13. Juni in Ober-Mörlen

Entdeckung eines wirksamen Scharlachserums.

Von Dr. W. S ch w e i sh ei m e r.

Die Mitteilung, es fei amerikanischen For­schern gelungen, den Scharlacherregern im Streptoloikus und ein wirksames Serum zur Scharlachbehandlung zu entdecken, hat großes Aufsehen et it. Stand man doch bisher der eigentlichen Ursache des Scharlachs so ziemlich mit verbundenen Augen gegenüber, und war man doch auch im Kampf gegen diese Krankheit von einer eigentlich wirksamen Behandlungsart weit entfernt. Fast gleichzeitig mit der Bekannt­machung der amerikanischen Forfchungsresultate wurde mitgeteilt, die beiden Entdecker, der Chi­cagoer Arzt George F. Dick und seine Frau Gladys H. Dick, seien zum Robelpreis vor- geschlagen. Die Entdeckung eines wirksamen Scharlachserums wäre eine Tat, die dieser Aus­zeichnung auch würdig wäre. Gleichzeitig mit dem Dickschen Serum wurden in Amerika noch mit einem anderen Antistreptokokkenserum (von D o ch e z und Sherman) Versuche gegen Scharlach angestellt; auch sie fielen erfolgreich aus, wenngleich die bei dieser Behandlungsart nötigen größeren Serummengen das Dicksche konzentriertere Serum vorteilhafter erscheinen ließen.

□teuere Versuche in Deutschland haben die Mitteilungen der amerikanischen Forscher in aufsehenerregender Weise bestätigt. Professor 11. Friedemann und Dr. H. Deichet haben die Untersuchungen durchgeführt und in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift" darüber berichtet. Sie bestätigen zunächst die Befunde des Ehepaares Dick, daß Der Streptokokkus als Scharlacherreger anzusehen ist. Die Dicks hatten auf Menschen, die sich in Chicago zu diesem Zwecke zur Verfügung stellten, Scharlach experi­mentell übertragen. Erfahrungsgemäß nehmen Infektionskrankheiten, und so auch der Schar­

abgehalten. Die nächste Bezirksvorturnerstunde ist für Ende April ober Anfang Mai vorgesehen; sie wird sich in der Hauptsache mit den Hebungen für das Gauturnfest befassen. Arn 21. Februar wird in Butzbach eine Zusammenkunft der Vorsitzenden her Bezirksvereine mit wichtiger Tagesordnung ftattfinben. Es wird erwartet, daß jeher Bezirksverein zumindest durch einen Vorsitzen­den ober ein anberes Vorstandsmitglied ver­treten ist.

Von Friedberg ist die Anregung eines Städtewettkampfes innerhalb des Bezirks ausgegangen. Es handelt sich um ein Messen her Strafte an den Geräten und in Freiübungen. Betei­ligen werden sich die drei Städte des Bezirks: Friedberg, Bad - Nauheim und Butzbach. Vorgesehen ist her 18. April. Jedoch konnten end­gültige Beschlüsse in der Angelegenheit noch nicht gefaßt werden, da ein Beauftragtet Butzbachs nicht anwesend war.

Turnerehrung.

Bad-Rauhe im, 8. Febr. Weih- bindermeister Georg Gleiß, Ehrenmitglied und Mitbegründer des hiesigen Männerturnvereins, wurde für seine Verdienste um die Turnsache vom Gau Hessen mit Dem Gauehrenbrief aus­gezeichnet. Gauoberturnwart Will- Gießen über­reichte gestern Dem verdienten Turner persön­lich Die seltene Ehrenurkunde im Auftrage des Gaues. Eine schlichte Feierlichkeit des Vereins war mit Der Ehrung verbunden.

Aus dem Arbeiter-Turn- und Sporlbund.

Als Auftakt zum Bezirksfest in Wiefeck am 3., 4. und 5. Juli

fand am Sonntag eine außerordentlich stark be­suchte Bezirks Vorturner stunde in Der Stadtknabenschnle zu Gießen statt. Am Vormittag wurde der gesamte Uebungsstofs sowohl an den Ge­räten als auch die Freiübungen durchgeturnt und erläutert. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß zu dem Wetturnen eine sehr starke Teilnahme zu er­warten ist. An den praktischen Teil der Zusammen­kunft schloß sich eine Sitzung, in der der Leiter, Be- zirtsturnwarl A rn e n d - Krofdorf, zunächst mit- teilte, daß im Mai in Frankfurt ein achttägiger Kursus für Männerturnen und Sport stattfindet. Im weiteren Verlauf der Besprechung wurde das vorgesehene technische Programm des Bezirksturn­festes bekanntgegeben, wobei zunächst mitgeteilt wurde, daß sämtliche Teilnehmer an den Massen- freiübungen der Turner nur in kurzer schwarzer Hose anzutreten haben. Der Samstagabend bringt neben der Fahnenweihe des Wiesecker Vereins tur­nerische Sondervorsührungen. Am Sonntagmorgen beginnt der Sieben- und Zehnkampf der Turner und Turnerinnen, sowie die.leichtathletischen Wett­kämpfe. Nach dem Festzug folgen die Massenfrei­übungen der Männer und die der Frauen, ein Fußballwettspiel prominenter Vereine und Sonder­vorführungen. Am Montagmorgen Fortsetzung des Zehnkampfes und der leichtathletischen Wettkämpfe, Vereinsriegenturnen und Austragung der Turn­spiele. Die Massenfreiübungen werden nach Musik geturnt, am 13. Juni soll eine Hauptprobe ftatb finden. Das Kreismeisterschaftsturnen soll am 5.9. ftattfinben. Für den 16. Mai ist eine Zusammen­kunft in Frankfurt vorgesehen, an her die sechs besten GSräteturner jedes Bezirks teilnehmen sollen. Der Zweck dieser Zusammenkunft ist der Austausch von Hebungen an den Geräten. Vereine, die die Austragung des Bezirksmeifterschaftsturnens über­nehmen wollen, haben sich bis zum 15. März zu melden. Die Schaffung des Bezirkstrommlerchors soll bis zum Bezirksturnfest unbedingt durchgeführt fein. Schließlich wurde noch auf die am 21. Febr. tu Wiefeck stattfindende Kampfrichtertagung auf­merksam gemacht, woselbst eine Prüfung für Ge­rätekampfrichter und ein Kursus für Kampfrichter in Leichtathletik ftattfinben soll. Bekanntlich sind Vereine, bie nicht im Besitz der erforderlichen ge­prüften Kampfrichter sind, von den betreffenden Veranstaltungen ausgeschlossen. £

Handball.

F.C.Wetzlar- Westfalia-Vochum 3:8 (0:5).

tz. Die Riederlage am Sonntag in Hamm war nicht zu vermeiden, denn Bochum [teilte die entschieden bessere Mannschaft, Die wirklich eine ganz erstklassige Leistung in allen Arten der Handballtechnik bot. 3n eingcweihten Fachkreisen bezeichnet man diese Elf als Den sicheren west­deutschen Meister. Besonders erstklassig ist ihre Fangtechnik und ihr in hiesiger Gegend ganz ungekanntes kurzes, gedankenschnelles Zuspiel, da­gegen pflegt sie ein Spiel auf den freien Raum

lach, häufig vom Rachen aus ihren Einzug in Den Körper. Dort finden die Erreger einen günstigen Ansiedelungspunkt und von Dort aus dringen sie in die Schleimhaut, ins Blut und weiterhin an allen Stellen des Körpers ein. Eine Kultur von Streptokokken, die aus Dem Finger eines Scharlachkranken gewonnen worden waren, wurde in den Aachen eines Freiwilligen eingerieben: sofort trat Erkrankung an Schar­lach auf, mit Fieber, Hautausschkag und allen zugehörigen Zeichen.

Damit war Der Streptokokkus als Scharlach­erreger feftgestellt. Die Dicks stellten weiter fest, daß es nicht die Anwesenheit der Streptokokken selbst sei. die den Scharlachausschlag Hervorrufe. Cs ließ sich feststellen, daß Der Streptokokkus eine lösliche Giftflüssigkeit, ein Toxin, absondere. Dieses Toxin wird ins Blut auf genommen. Wenn man das Toxin von den Bakterien trennt, so ist es allein imstande, alle Anzeichen des Scharlachs hervorzurufen, Den Hautausschlag eingeschlossen. Das Toxin, nicht der erzeugende Streptokokkus selbst, fuhrt zur Allgemeinvergif­tung und -ertranfung des ganzen Körpers.

Deicher berichtete im Verein für innere Me­dizin und Kinderheilkunde in Berlin über seine ilnterfudjungen und über die Frage, ob wirtlich der Scharlach von Streptokokken hervorgerufen würde. Auf Grund seiner experimentell ge­wonnenen Ergebnisse kommt er zu dem Schluß: es ist in Ser Tat gelungen, für Die Scharkach- streptokokken die von Robert Koch für einen Krankheitserreger geforderten Bedingungen zu erfüllen. Die Scharlachstreptokokken sind für Scharlach spezifisch, man kann mit ihnen experi­mentell am Menschen eine Scharlacherkrankung Hervorrufen, durch ihre Toxine kann ein Schar­lachausschlag hervorgerufen werden.

Das Ehepaar Dick hatte eine Reaktion zur Feststellung von Scharlach­empfänglichkeit ausgearbeitet. Wenn eine sehr verdünnte Lösung von Scharlachtoxinen einem scharlachempfänglichen Menschen in Die

aarnicht. Ausgezeichnet ist Der Sturm und in Die­sem wieder Der schußgewaltige Halbrechte, Der fast alle Tore warf. Interessant ist, daß Der Sturm so lange hin und her kom­biniert, bis Der Halbrechte frei steht und seinen fast tödlicheren Wurf anbringen Tann. Mit dieser Leistung konnte Wetzlar nicht mit. Trotzdem war die Riederlage in der Höhe nicht verdient. Der sonst so gute Torwächter Schönberger von Riedergirmes, der durch die Auslösung deren Handballabteilung für den F. C. vom Verband sofort spielberechtigt erklärt worden war, hatte am Sonntag einen denkbar schlechten Tag, da er feiner Aufregung vor feinem ersten großen Kampf nicht Herr werden konnte. Von den 8 Toren waren 3 bestimmt zu halten, sodaß mit 5:3 für Bochum das dem Spielverlauf nach richtige Resultat herausgekommen wäre. Die mit Dem sehr starken Wind in der ersten Halbzeit spielendenWestfalen" legten bis zur Halbzeit 5 Tore vor. Rach dem Wechsel hatte der Wind stark nachgelassen, sodaß sich das Er­gebnis Der 2. Hälfte auf unentschieden 3:3 stellt. Die 3 Erfolge Wetzlars waren Alleingänge von Paulus, Der einzige, der von Den Bochumern nicht zu halten war. Seine Mitstürmer toaren Den Anforderungen nicht gewachsen, kamen wohl auch hier und da mal zum Schuh, ohne sich aber durchsetzen zu können. Im ganzen lieferte aber unser Bezirksmeister kein schlechtes Spiel. Die feit 2 Jahren ungeschlagene Elf hatte vielleicht diese RieDerlage nötig, um sich mal auf sich selbst zu besinnen und ihre Fehler und schwachen Stellen besser erkennen zu können. Lind so wird sie den Hauptnuhen aus diesem Spiel ziehen, nämlich zu lernen und zu verbessern. Vor der Leistung der Bochumer mußten die Wetzlarer Halt machen und Diese neidlos als Die Besseren anerkennen. Erfreulich ist. Daß das Spiel Durch­aus fair war. Es gab im ganzen nur 3 Straf­würfe. Der Schiedsrichter aus Bielefeld amtierte sehr sicher und korrekt. Infolge zahlreicher an­derer Sportlokalveranstaltungen war das Spiel schwach besucht.

Radsport.

FahrrvartetagdesGaues73Lahn

Am Sonntag fand auf Der Liebigshöhe Der Fahrwartetag des Gaues Lahn des Bundes Deutscher Radfahrer statt, Dem Die Gießener Radfahrer-Vereine Gießener Radfahrer 1885, Radfahr-GesellschaftDie Wanderer", Rad- flub Germania und Radfahrer-Verein Fortuna angeschlossen sind. Die Tagung, Die von Ver­tretern von 21 Vereinen aus allen Teilen des Gaues besucht war, wurde von den Gaufahr- warten Marr für Straßen-, Keßler für Saal-, Linker für Kraftsport - geleitet. Für bie kommende Saison wurden nach lebhafter Aus­sprache folgende Mettbewerbe vorgeschlagen:

5. April: Quer durch Ohm- und Lahntal, Stark und Ziel Kirchhain; 2. Mai Gauwander­fahrt nach Wetzlar; 9 .Qltai: Rund um Siegen, 3er-Mannschaftsfahren, 13. Juni: Gaumeister- schast im ler°Streckenfahren, zu Ehren des Ehren­vorsitzendenG.-Ad.-Draun-Fahrt" genannt, Start und Ziel Marburg; 26. bis 28. Juni: Gau- Sommerfest in Alsfeld; 4. Juli: Iugendwander- tag in Marburg; 25. Juli. Gauwanderfahrt nach Laasphe; 6. bis 11. August: Bundesfest in Dresden; 15. August: 3er-Ma>mschaftsfahren um Den goldenen Bundespokal über 100 Km.» Start und Ziel Gießen; 12. September: Gau- Stafettenfcchrt.

Reben diesen Wettbewerben veranstalten die Bezirke noch je 3 Wanderfahrten, ein 50- und 100-Km.-Rennen, sowie anläßlich der Bez.-Feste Eaalspvrtwettbewerbe verschiedener Art.

Dem Kraftradsport, denr man lange Jahre im Bunde entsagt hat, soll in diesem Jahre wieder Der Platz eingeräumt werden, den er schon vor Dem Kriege eingenommen hat. Ver­schiedene Wettbewerbe im Wandersahren und Zuverlässigkeitsfahren sollen ausgeschrieben werden.

Mittags fand ein Kampfrichterkursus statt, wobei besonders Die neue Wertungsart an prak­tischen Beispielen gezeigt tourDe.

Saalsportfest in Nidda.

i. Nidda, 7. Febr. Der in Oberhessen aufs beste bekannte Radfahrer-Verein 1894 Nidda hatte gestern abend die große Schar feiner Mitglieder und Freunde in den festlich geschmückten Gambrinussaal eingeladen. Bekannt durch gute und sehr gute Leistungen im Saalsport erfreut sich diese Wintersportveranstaltung von jeher eines guten Be­suches, und auch diesmal waren die Niddaer Rad­sportfreunde in recht starker Zahl gekommen. In

Haut oder in den Muskel gespritzt wird, so entsteht an Der Einsprihstelle eine Rötung und Schwellung. Deicher verwertete diese Mitteilung aur praktischen Feststellung von Scharlachgefähr- Dung. In einem Kinder- und Mütterheim kamen zahlreiche Scharlachfälle vor. Es wurden sämt­liche Insassen mit Der Scharlachreaktion unter­sucht. Von 126 Personen zeigten 43 eine po­sitive, 83 eine negative Reaktion. Von Den po­sitiv reagierenDen Personen erkrankten weiter 21 Prozent, von Den negativ reagierenden 20 Prozent. Wenn auch diese Versuche erst am Anfang stehen, fo ergibt sich doch ein Hinweis auf Die Möglichkeit, allmählich mit Sicherheit scharlachgefährdete Personen ausfindig zu machen.

Für Die praktische Bedeutung Der Entdeckung ist es am wichtigsten, daß es Den Dicks gelang, ein wirksames Serum zur Verhütung und Heilung von Scharlach herzustellen. Sie benützen Serumeinsprihungen rn Dreimaliger Wiederholung in Zwischenräumen von 5 bis 7 Tagen zur Erzeugung einer aktiven Immuni­tät, also zur Bildung von Gegenstössen gegen Scharlach im Blut, Die vor einer Erkrankung bewahren. Gegen die ausgebrochene Krankheit kam ein Serum zur Anwendung, das nach allen Berichten sehr gute Erfolge hatte. Friedemann stand kein Dicksches Serum zur Verfügung, Da­gegen konnte er infolge des Dankenswerten Ent­gegenkommens von Dochez, Reuyork, mit dessen Scharlachserum Versuche anstellen.

Der Erfolg dieser Serumbehandlungen an Der Berliner Klinik ist ganz erstaunlich. Man braucht nur einen Blick auf Die Der Ver­öffentlichung beigegebenen Tabellen zu werfen, die Den Verlauf des Fiebers und Des Hout- ausschlags bei Der Erkrankung wiedergeben. Große Versuchsreihen lonnicn noch nicht durch- geführt werden. Bei der Kostbarkeit ^des Se­rums wurden nur Die allerschwersten Fälle von Scharlach (14) Der Derumbehandlung unterzogen. Friedemann bezeichnet Die ErgebnisseDerart eindeutig und alle Erwartungen übertreffend",

altbekannter Weife begrüßte der im Radsport in Oberhessen und den Radfahrer verein Nidda hoch­verdiente Sportfreund Bechtold die Festgemeinde. Dann aber beherrschte Fahrmart Hch. Lohmann mit seinen Reigenmannschaften das Feld. Seiner unermüdlichen Tätigkeit war es denn auch gelun­gen, einen ganz prachtvollen, durch fließende und recht schwierige Hebungen gefälligen Sechser- S ch ü l e r - -R e i g e n heraus,^bringen, Der seinem Lehrmeister, dem Verein und sich selbst alle Ehre machte. Die frischen, prächtigen Jungen, denen man ansah, daß sie mit ganzem Herzen bei der Sache waren, berechtigen zu guten Hoffnungen; ein sol­cher Nachwuchs wird den Verein noch manchen schönen Erfolg bringen. In dieser Meinung wurde man noch bestärkt, als auch der Sechser Her renreigen, der von jugendlichen Mitgliedern gefahren wurde, dem Verein in jeder Hinsicht zur Ehre gereicht und der den Beweis noch verstärkte, daß sich der Veranstalter um Die Ausbreitung des Rad­sportes unter Der JugenD und die sportliche Aus- bildung seines Nachwuchses alle Mühe angelegen sein läßt. Der im Aufbau recht gute Sechser- Damen-Blütenreigen ftonü, leider unter keinem guten Stern. Die Glanznummer des Abends war das Einer-Kunstfahren des altbekannten Gaumeisters Willy Göbel vom Rad­fahrerverein Wetzlar, der mit starkem Beifall aufgenommene Meisterproben seines erstaunlichen Könnens gab. Was.er zeigte, waren sportliche De­likatessen; man muß der Vereinsleitung Anerken­nung zollen, daß sie solche sportlichen Hebungen ihren Sportfreunden bot. Den Abschluß des sport­lichen Teils bildeten Radballspiele verschie­dener Mannschaften, die alle mit Spannung ver­folgt und beifällig aufgenommen wurden. Der Ver­ein, der eine der Hauptstützen im Ostbezirk des Lahngaues B.D. R. ist, wird auch im kommenden Sportjahr in Bezirk und Verband sicherlich eine gute Pflegestätte für den Radsport sein.

* I

Vom ArbeiLersportkartell.

h. In einer der letzten Sitzungen von Ver­tretern der angeschlossenen Vereine des Sport- kartells wurde einstimmig beschlossen, den Film von der Internationalen Arbeiter- Olympiade, die im Juli -1925 zu Frankfurt a. M. stattfand, in Gießen und Ilmgegend zu zeigen. Der Film, der sichDie neue Groß- m a ch t betitelt, bringt Szenen aus der Olym­piade, die sicherlich reges Interesse in Den Sport­vereinen erwecken werden. Die Länge des FilmS ist annähernd 1800 Meter, sodaß Der Besucher auf seine Kosten kommen wird. Geplant sind in Gießen 2 Vorstellungen, und zwar am 7. März; ferner wird der Film anschließend noch gezeigt in Krofdorf, Heuchelheim, Lollar, Wieseck, später in Steinbach, Altenbuseck, Groß-en-Linden und Großen-Duseck. Durch Inserate in den Ta­geszeitungen wird der Oeffentlichkeit weiteres mitgeteilt werden.

Wie im Vorjahre, fo findet auch in diesem Jahre in Gießen, als Vorort der Arbeitersport- bewegung im hiesigen Bezirke, ein Reichs­arbeitersporttag am 13. Juni statt wo­zu vonseiten des Sportkartells bereits Maßnah­men getroffen worden sind, nun auch diesen Tag au einer wichtigen Veranstaltung zu machen, an Dem die teilnehmenden Vereine -eigen können, inwieweit sich Die sportlichen Erfahrungen des vorigen Sporttages ausgewirkt haben.

Die Freie Tumerschaft hat in Gießen diesen Winter an tüchtigen Kräften zugenommen, be sonders die Leichtathleten sind mit ihren Leistun­gen fortgeschritten, sodaß mit den besten Hoff­nungen zu den sportlichen Veranstaltungen dieses Jahres herangegangen werden kann. Die Fuß- ballabteilung der Freien Turnerschaft, die unter einer neuen Leitung steht, entwickelte sich eben­falls gut, so daß sie in der kommenden Spielzeit gut abschneiden wird.

Der WassersportvereinHellas", der dem Kartell angehört, hat einen neuen Platz erworben; er wird diesen Sommer besonders den Schwimmsport und Den Rudersport betreiben und eine Kanoe-Abteilung seines Tätigkeit an­gliedern, da ihm Die jetzigen Platzverhättnisfe genug Raum bieten. Den Wünschen Der Wasser- fportier gerecht zu werden.

Aus dem Amtsverkündigungsblutt.

* Das AmtsverkünDigungsblatt Nr. 11 vorn 5. Februar enthält: Die Februarmiete. Geschäftsgang bei dem Kreisamt Gießen. Falsche Reichsbanknoten. Maul- und Klauen« seuche in Reinhardshain und Billingen. Be­schneiden Der Hecken. Handwerkslehrlinge. Ausführung des Art. 20 des Dolksschulgefetzes.- Feldbcreinigung Harbach. Dienstnachrichten.

daß trotz Der bisher geringen Versuchszahl die Veröffentlichung zulässig und nottoenDig ist. Das Serum wurde in einer Menge von 40 bis 50 Kubikzentimeter in Den Muskel gespritzt; in sehr schweren Fällen muhte Die Einspritzung am fol­genden Tage wiederholt werden. Das Serum sollte möglichst früh verwandt werden, doch scheint es, daß innerhalb Der ersten drei Krank­heitstage Verschiedenheiten in Der Wirkung nicht bestehen. Erst vom vierten Tage ab scheint Die Wirkung weniger auffallend, wenn auch immer noch deutlich zu sein.

Als Wirkung Der Einspritzung verschwand der Hautausschlag innerhalb 1214 Stunden, das Fieber sank zur Rorm ab, das Allgemein­befinden hob sich in überraschender Weise. Das Krankheitsgefühl verschwand: Kinder, Die noa) am Tag der Einspritzung schwerkrank darnieder­lagen. saßen am nächsten Tag ganz wiederher­gestellt, spielend im Bett. Rie traten Kompli' rationell auf. soweit sie nicht zur Zeit Der Serumeinsprihung bereits vorhanden waren. Friedemann ist der Ansicht, daß wir kein anderes Heilserum besitzen, das selbst am ersten Krank­heitstage und in schwersten Fällen eine derart kupierende Wirkung auf Den Krankheitsvorgang besitzt.

. Diese Mitteilung Der Berliner Kliniker be­stätigen nur, was einheitlich aus allen außer- deutschen Kliniken über das neue Scharlachserum berichtet wird. Trotz Der verhältnismäßigen Ju­gend der neuen Entdeckung scheint man schon zu Dem Urteil berechtigt zu sein, daß hier ein u n * g ewöhnlicher Fortschritt in der Heil­medizin gelungen ist. Der Arzt muhte bisher auch schweren Scharlachfällen vielfach nur als wartender Beobachter gegenüberstehen, ohne eine sichere aktive Hilfe an der Hand zu haben. Mit dem neuen Scharlachserum wird ihm eine solche Heilmöglichkeit an die Hand gegeben. Es ist zu hoffen, daß in Bälde hinreißende Mengen des bis jetzt noch sehr kostbaren Stoffes zur Verfü­gung stehen werden.