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Oberhessen.
Landkreis Gietzen
£ Wies eck, 8. Fcdr. Wie überall, so hat sich auch hier die A r b e i t s ma r k t l a g e weiter verschärft. Anzeichen, daß bald eine Besserung eintritt, sind noch nicht vorhanden, es ist tm Gegenteil damit zu rechnen, daß die gegenwärtige Krise sich in einer Anzahl Berufe arst später bemerkbar macht und dann eine wettere Erhöhung der Erwerbslosenzisfer bringen wird. So muhten im Januar unterstützt werden: Am Mo° natsbcginn 72 männliche, 6 werbliche Erwerbslose und 79 Zuschlagsempfänger: am 8. Januar 71 männliche, 9 weibliche Erwerbslose und 85 Zuschlagsempfänger: am 15. Stan. 72 männl., 8 weibl. Erwerbslose und 84 Zuschlagsempfänger, am 21 Jan. 108 männl.. 13 weibl. Erwerbslose und 124 Zuschlagsempfänger: am 31. Sanuat 109 männliche. 13 weibliche Erwerbslose und 122 Zuschlags- empfanget1. — Das neue Labak st euergesetz sah die Einführung der Kurzarbeiterun- lcrstützung an diejenigen Berufsangehörigen vor. die infolge der Steuererhöhung verkürzt arbeiten müssen. Meldungen auf diese Kurzarbeiter- imkrftüijung lagen vor am 15. Januar von 20 männlichen und 127 weiblichen Personen. Am 22. Januar waren es 30 männliche und 239 weibliche, während diese Zahl, am 31. Januar auf 34 "männliche und 307 weibliche Tabakarbeiter stieg. Da nun noch eine große Zahl Kurzarbeiter aus anderen Berufen, die nicht statistisch ersaht werden, vorhanden sind, so dürfte die Zahl von 500 Kurzarbeitern in unserer Gemeinde wohl weit überschritten worden sein. — Aus der Wohlfahrtspflege bezogen im Sanuar 20 Kleinrentner und 61 Sozialrentner die gesetzliche Unterstützung.
t Treis o. d. Lda., 8. Febr. Förster i. R. Merkel und Frau dahier feierten in körperlicher und geistiger Frische im Kreise ihrer Angehörigen das Fest der goldenen Hochzeit. Glückauf zur diamantenen! — Die hiesige Pfennigsparlasse, welche der Vorschußkasse dahier angegliedert ist, hat seit 1. Januar 1925 wieder ihre Tätigkeit unter den Schulkindern ausgenommen und nahezu 500 Mr. an Spargeldern zusammengebracht.
> Langgöns, 7. Febr. Der gestrige turnerische Werbeabend, veranstaltet von der Griesheimer Turngemeinde in der hiesigen Turnhalle, gestaltete sich zu einer mächtigen Kundgebung für die deutsche Turnsache. Nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden des hiesigen Turnvereins, Herrn Sern, der mit einem Appell an die Jugend endete, und nach kernigen Worten des Sprechers der Griesheimer Turngemeinde, hielt der 2. Gauvertreter des Gaues Hessen, Redakteur Schneider-Butzbach, eine markige Ansprache. In kraftvollen Worten umriß er die große Bedeutung des deutschen Turnens in der Jetztzeit mit dem Ziel der Erziehung zu echt deutschen Männern, gestählt an Körper und Geist. Dann folgten in bunter Abwechslung Gesangsvoxträge der Gesangsabteilung des Gastoereins, rhythmische Hebungen, Frei-, Keulen- und Stabübungen der Turnerinnen und Geräte- und Freiübungen der Turner. Alle Hebungen, wahre Glanzleistungen, exakt und formvollendet in jeder Beziehung, erregten bei der zahlreichen Zuschauermenge größte Bewunderung. Gar oft wurden die Hebungen von dem Beifallssturm des staunenden Publikums unterbrochen. Ganz Hervorragendes wußte die Damenriege zu bieten, besonders auch in den aufgeführten Reigen und Tänzen, überall feinste Rhythmik und Anmut. Nach Schluß des reichhaltigen Programms verlebte man mit den Gästen noch einige Stunden gemütlichen Beisammenseins. Der hiesige Turnverein darf mit dieser Werbeoeranstoltung, die am heutigen Sonntag wiederholt wurde, zufrieden sein. Da auch viele Auswärtige von den benachbarten Turnvereinen erschienen waren, darf man hoffen, daß durch die gegebenen Anregungen, die Turnerei in unserer Gegend weiteren Ausbau erfährt, und daß neue Jünger Jahns geworben wurden.
ls. Lich, 8. Febr. Es verdient öffentliche Anerkennung, daß einige Straßen unserer Stadt — kanalisierte Neuanlagen — die seither grundlos und in einem unwürdigen Zustand waren, nunmehr sachgemäß mit Steinschotter versehen und dadurch für Mensch und Vieh gangbar gemacht werden. Dem Tierfreund mußte manchmal das Herz wehe tun, wenn er gezwungen war, zu sehen, wie die armen Zugtiere sich erfolglos mühten und quälten, um die schweren Lasten durch den Morast zu bringen, in den die Räder bis fast an die Nabe einsanken, dabei oft noch mißhandelt von unvernünftigen Fuhrleuten. Die Fürsorge unserer Stadtverwaltung geht sogar so weit, daß auch Feldwege größere Strecken weit chauffiert werden. Unb das ist gut so. Allerdings wäre dann auch zu wünschen, daß die spitzen und scharfkantigen Steine mit einer Erdschicht überdeckt würden, damit nicht die Tiere Schaden art ihren Füßen unb bis Fuhrleute an ihrem Schuhwerk nehmen. Die Landwirte wären dankbar dafür, wenn das Versäumte bald nachgeholt und dieser Fehler bei der Neuher- richtung der Amtsgerichts- und Wallstraße gar nicht erst begangen würde. Erfreulicherweise gewinnt ja die Tierschutzsache in unserer Stadt immer mehr Boden, und ihre Bestrebungen finden in weiteren Kreisen mehr unb mehr Eingang. Nach zuverlässigen Mitteilungen hat sich die Zahl der Mitglieder des T i e r s ch u tz o e r e i n s in hiesiger Stadt in den letzten Jahren fast versiebenfacht (von 10 auf nahezu 70). Da sollte man, wenn nicht alle aufgewandte Mühe und Arbeit illusorisch werden soll, den oben angebeuteten, aus Landwirtskreisen kommenden Wünschen nach Herstellung einwandfreier Fahrwege bereitwilligst Rechnung tragen. Unb dies um so mehr, als ja zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: finden doch dabei die stets zunehmenden Arbeitslosen zweckmäßige und auch lohnende Beschäftigung.
Kreis Friedberg.
ss. Friedberg, 8. Febr. In den letzten Tagen hatten wir wiederum Gelegenheit, zwei hervor- ragende Vorträge zu hören; man muß anerkennen, daß die m Betracht kommenden Vereine sich alle Muhe gaben, ihrer Zuhörerschaft nur das Beste zu bieten. Im „Verein für das Deutschtum in Ausland sprach der k. u. k. General von Einem über das Thema: „O du
mein Oesterreich". Der große Hörfaal im Polytechnikum erwies sich als zu klein, so daß ein großer Teil der Erschienenen keinen Platz mehr fand und umkehren mußte. Der Vortrag wurde mit stürmischem Beifall ausgenommen. Ein ebenfalls hochinteressanter Vortrag war es, den der V o l k s b i l- dungsoerein am folgenden Abend in demselben Raum veranstaltete, und der ebenfalls sehr gut besucht war ,in dem Dr Kräder über die „Kunst der Gegenwart" sprach. An der Hand von Lichtbildern führte er eine Reihe moderner Kunstwerke der Architektur, Plastik und Malerei mit den entsprechenden Erläuterungen vor. Ob es ihm ganz gelungen ist. seine Zuhörer von dem Werte der neuen Kunst zu überzeugen, bleibt dahingestellt, jedenfalls bot der Vortrag viel des Interessanten unb Anregenden.
WSA. B a d -- A a u h e i m, 8. Febr. Gestern fanb hier die Einweihung des Evangelischen Gemeindehauses statt, das aus den Ruinen des 200jährigen, bis zum Kriege noch benutzten Gotteshauses der alten Wil- helmskirche erbaut worden ist. Der Festakt fand vor geladenen Gästen statt. Beben den zahlreich erschienenen Bertretern der Behörden, Stadtverordneten sowie Gruppen aller Stände und Berufe nahm auch die Geistlichkeit der Umgebung an dem Festakt teil, u. a. Dekan Bogel vom Dekanat Friedberg und der Superintendent für die Provinz Oberhessen, Oberkirchenrat Wagner. Die schlicht-wirkungsvolle Weiherede hielt Kirchenrat Pfarrer W i s s i g, der seit 1892 als Seelsorger hier wirkt.
<$ Bad-Nauheim, 8. Febr. Unterem ausführlichen Bericht über die jüngste Stadtver- ordnetensitzung fügen wir noch an, daß in der nichtöffentlichen Sitzung einem Geländetausch mit dem Fiskus zugestimmt wurde, über die Fürsorge für einen Schwerkriegsbeschädigten beschlossen und vier Auswertungsgesuche erledigt werden konnten. Weiter wurde die Pacht für Die beiden Apotheken festgesetzt und ein Einbürgerungsgesuch befürwortet.
= Bad-Nauheim, 7. Febr. Der Eisen bahn verein Friedberg hielt gestern abend hier sein zweites üßinteroergnügen in der Turnhalle ab, weil in Friedberg selbst zur Zeit ein geeigneter Saal fehlt. Ein vorzüglicher Geist des Zu- fammenhaltens beseelte die große Eisenbahnerfamilie, in der vom höchsten Beamten bis zum einfachsten Arbeiter alle Schichten der Bevölkerung vertreten sind. Regierungsrat Ucko vom Eisenbahnbetriebsamt Friedberg konnte als Vorsitzender des Vereins in seiner herzlichen, mit lebhaftem Beifall aufgenommenenen Begrüßungsansprache seiner Freude über den guten Geist des Vereins besonderen Ausdruck verleihen. Für beste Stimmung sorgte das mit vielem Geschmack ausgestellte Programm, das nicht nur vorzügliche musikalische Vorträge des Friedberger Salonorchesters und erheiternde Couplets bot, sondern auch mit gut gespielten Theaterstücken aufwartete. Für die rechte Eisen- bahnerstimmunq sorgte auch die „berufliche Einstellung" des Festes. Zur Anzeige eines jeden Stückes sowie auch zu Beginn eines jeden Tanzes ertönte ein Läutewerk, und ein Signalmast zeigte danach an, daß begonnen werden konnte. Ein strammer Stationsvorsteher mit roter Mütze und zwei Schaffner in Uniform hielten die Tanzordnung. Die Friedberger waren mittels Sonderzugs nach hier gekommen, der sie auch wieder heim- brachte.
(_ Niederflorftadt, 8. Febr. Die Maul- und Klauenseuche ist nun, nachdem sie schon längere Zeit auf dem Gutshof ausgebrochen war, in zwei weiteren Bauernhöfen festgestellt worden. — Am Samstag wurde zu ermäßigtem P r e i fe das Fleisch eines Bullen durch die Gemeinde verkauft. Das dreijährige Tier war infolge eines leichten Fehlers in den Hinterbeinen nicht mehr zuchtfähig und mußte abgeschafft werden. Der Verkauf des Fleisches brachte der Gemeinde mehr ein als der Verkauf des Tieres, und außerdem konnten die Enwohner erstklassiges Fleisch 30 Pf. billiger pro Pfund kaufen wie im Laden. In etwa vier Stunden waren die sieben Zentner ausverkauft.
Kreis Birdiugen.
i. Nidda, 8. Febr. In „Krafts Saalbau" versammelte sich nm Samstag der Lehrerturnverein Nidda und Umgebung, eine Arbeitsgemeinschaft von Lehrern aller Schulen, die im besonderen der körperlichen Erziehung dient, um in die „Neue Turnschule" eingeführt zu werden. Die praktische, Darbietung hatte der Vorsitzende, Turn- und Sportlehrer Beck, übernommen, der mit einer Knabenklasse ein Stundenbild vom Schulturnen der Unterstufe gab. Zunächst die Unterschiede zwischen der alten und neuen Turnschule herausschälend, zeigte er in Wort und Beispiel das Wesen der „Neuen", Dabei eine Dreiteilung vornehmend: 1. Laufschule: 2. Körperschule; 3. Leistungsturnen. Die Leistungen der sieben- und achtjährigen Jungen waren ganz erstaunlich und fanden ungeteilten Beifall Der zahlreich erschienenen Lehrer, Die sogar von Lich und Laubach gekommen waren. Den Abschluß Der Lehrstunde bildete ein Ballspiel: Volknerball, das auf besonderen Wunsch wiederholt wurde. Im zweiten Teil der Zusammenkunft sprach Studienrat Lauckhardt über das Fußballspiel. Seine klaren Ausführungen über den König des Bewegungsspiels erläuterte er durch eine eigens dazu beschaffte Tafel, auf der er verschiedene markante Fälle mit beweglichen Figuren erklärte und den Gang eines Spieles erläuterte. Die Vorführungen klärten sicher manche Hnklarheiten und behoben manches Vorurteil gegen dieses wertvolle Kampfspiel. Die nächste Zusammenkunft wird im März stattfinden. — Dem von hier scheidenden Begründer und Vorsitzenden, Turnlehrer Beck, sprach im Namen der Mitglieder und des Hauptvorstandes Lehrer Wolf- Hnter-Schmitten Den Dank aus, Dem sich Obmann Ganz- Ober-WidDersheim anschloß, Dabei wünschend, daß seine Arbeit reiche Früchte tragen und er in seinem neuen Wirkungskreis, in Mainz, all das finden möge, was er sich als Turn- und Sportlehrer erhofft und erwünscht.
„?" Aus Dem Niddatal, 8. Febr. Die durch Stillegung Der Staff elschen P a - piersabrik arbeitslos Geworbenen, Die sich in Der Hauptzahl auf die Orte Unter- und Ober- Schmitten verteilen, sollen durch Notstands- arbeiten vorläufig Beschäftigung finden. Die Gemeinden wollen, soweit es ihre finanzielle Lage
gestattet, durch UcbertDcifung von Steinklopfarbeiten, Herrichtung von Gemarkungswegen und sonstigen Arbeiten in Feld und Dorf über die schwere Zeit hinweghelfen. Vorerst ist nicht abzusehen, wann der Betrieb der Papierfabrik wieder eröffnet werden kann. — Die Verhältnisse in der Holz- i n d u st r i e unseres Tales haben sich etwas gebessert, allein die Absatzkrisis ist noch immer nicht vollens behoben, weil die Bauindustrie mit Aufträgen zurückhält. Unter diesen Umständen muß immer noch mit der Möglichkeit Der Kurzarbeit gerechnet werben.
)( Ortenberg, 8. Febr. Am nächsten Donnerstag kommt in unserer Kirche der Luther- f i 1 m zur Vorführung. Der Reinertrag der Ser« anftaltur.g ist zur Hälfte für unsere Kranken- fchwesternstation bestimmt. Die Vorführung wird durch Gemeindegesänge unb Erläuterungen an passender Stelle umrahmt sein.
Kreis Schotten.
□S a ubach, 7. Febr. Für das gestrige Konzert im Schlosse hatte die hiesige Konzert- und Vortragsvereinigung die Trio- oereinigung Eckel-Krauß-Engert aus Frankfurt gewonnen. Die Vortragsfolge bildeten: 1. Anton Arensky, Trio O-Moll, Opus 32; 2. Peter Tschaikowsky, Trio ä-Moll, opus 50. Der Klavier- virtuose Christian Eckel bewies wieder seine überlegene Sicherheit, und die Mitwirkenden, Konzertmeister Hermann Krauß (Violine) und der Solocellist Franz Ennert zeigten sich ebenfalls voll auf künstlerischer Hohe. Allen Darbietungen wurde dankbarer Beifall gespendet. Im nächsten Monat wird als fünfte Veranstaltung ein Klavierabend des Konzertpianisten R. v. K o f a i l s k i und des siebenjährigen Wunderkindes Miriam Longo aus Neapel an einem noch zu vereinbarenden Tage im Schlosse geboten werden. — Aus dem Rechnungsjahr 1 924 der Gemeinde ist ein Heberschuß von 27 460,54 Mk. verblieben. Dieser Heberschuß wird jedoch, aller Voraussicht nach, im Rechnungsjahr 1925, das noch nicht zum Abschluß gebracht ist, aufgebraucht werden. Das Rechnungsjahr 1925 wird sich bei weitem ungünstiger gestalten als das Vorjahr. Deshalb ist an außerordentliche Ausgaben, wie Ehrendenkmal usw., nicht zu denken. Als Haupteinnahmeposten ist zu nennen der Erlös aus den Waldungen, der sich auf gegen 87 00 Mk. beläuft; allerdings sind gegen 29 000 Mk. Ausgaben für die Waldungen zu verzeichnen. Das Rechnungsjahr 1924 der evangelischen Kirchengemeinde zeigt eine Einnahme von 3822,93 Mk. und eine Ausgabe von 3760,53 Mk. Auch dieser Heberschuß wird wohl im Rechnuungsjahr 1925 verbraucht werden.
Ig. Gedern, 7. Febr. Das am gestrigen Abend im Stiebelingschen Saale stattgehabte Winterfest des hiesigen V. H. C. - Z w eigne rein s blieb der Tradition treu und reihte sich den schönsten seiner Vorgänger in früheren Jahren würdig an. Nach Der Eröffnung durch einen Kla- uieroortrag begrüßte der 1. Vorsitzende, Apotheker Deesenmeyer. De recht zahlreich erschienenen Vereinsmitglieder und Gaste aus Wenings, Oder- Seemen unD BurkharDs. Besonderen Dank spendete er Der hiesigen Gemeindeverwaltung, Die in verständnisvoller Würdigung der Vereinsziele unb -aufgaben im abgelaufenen Jahre durch eine geldliche Unterstützung Den weiteren Ausbau Des BaDe- haufes am Großen See ermöglichte und auch Dem B. Sy. C. Jugenheim auf der Herchenhainer Höhe einen namhaften Beitrag bewilligte. Im Auftrage Des in letzter Stunde verhinderten 2. Vorsitzenden des Gesamtoereins, Lehrers Link-Rudingshain, richtete Lehrer Ludwig- Burkhards herzliche Worte der Begrüßung an die Anwesenden. Es folgten dann gesellige Darbietungen verschiedenster Art, die sämtlich sehr beifällig ausgenommen wurden. Im weiteren Verlauf des Abends wurden zwei Ver- einsmitglieder in Anerkennung ihrer besonderen Verdienste um den Zweigverein mit dem goldenen Wanderabzeichen bedacht.
□ Gonterskirchen, 8. Febr. Die hiesige Gemeindejagd wurde an Den Seibenfabri» kanten Dr. Schlösser in Elberfelb zum Preise von alljährlich 1335 Mk. verpachtet. Wie man hort, wird jedoch zwecks Abrundung des Jagdgebiets ein Teil an Den Grafen zu Solms-Laubach abgetreten, wogegen dieser ebenfalls durch Abtretung von Jagdgelände entschädigt. Die Waldung rechts der Straße Laubach—Gonterskirchen (Giern usw.) wird an Dr. Schlosser, die Waldung links Der Straße an Den Grafen fallen. Unfere Gemeindejagd hat einen guten Wildbestand, zur Zeit jedoch gemindert. Auch kommt Hochwild vor. Der Schnepfenstrich ist im allgemeinen auch gut.
Kreis Lauterbach.
5 Lauterbach, 8. Febr. In unterem Kreise finden jetzt allenthalben die Jagdverpachtun- gen statt. Im allgemeinen werden dabei die Friedenspreise erreicht: Die KemeinDejagb in Heblos für 480 Mk. an Baron H. K. R i e d e s e l - Sickendorf, in Rimlos für 100 Mk. an F. Sänger unb G. Sandmann in Lauterbach, in Ilbeshausen der 1. Jagdbezirk für 250 Mk. an L. Mönnig - Ilbeshausen, der 2. Bezirk an Oberförster Rausch- Romrod für 565 Mk., in Crai n selb an eine Jagdgesellschaft aus Grebenhain unb Crainfeld für 500 Mk., in Gunzettau an Revierförster Eichenauer für 500 Mk.
Starkenburg.
Offenbach, 8. Febr. (WSA.) Nach einer Mitteilung des Städtischen Statistischen Amtes waren am 29. Januar im Bereich des Arbeitsnachweises Offenbach insgesamt 1 6 6 7 5 Arbeitssuchende gegen 15 734 in der Borwoche vorhanden. Die Zahl der Unterstützungs- empfänger betrug 15184.
Groß-Gerau, 8. Febr. iWSN.) Bei Anlage eines Spargelfeldes wurde in einem Nieddorfe ein vorhistorisches Grab mit 7 Urnen freia.elegt. Das Museum in Darmstadt wurde sofort benachrichtigt. Die Fundstelle wird der Hundskirchhof genannt.
Rheinhessen.
Mainz, 8. Febr. (WEN.) 3m benachbarten Budenheim hat ein Bahnarbeiter, der als braver Mann geschildert wird, seine Frau mit einem Beil lebcnsge-
fährlich verletzt. Der Tat ging c\n Streit voraus, an dem die Frau Schuld tragen foIL
Preußen.
Maiugau.
WEN. Frankfurt a. M., S. Febr. Dem gestrigen Polizeibericht zufolge sind wiederum gefälschte 10-Marl-'Reichsbank- noten im Verkehr festgestellt worden. Diesmal handelt es sich um halbfertige Stücke, die sowohl in Der Farbe und in den Bildern als besonders auf der Aückseitx plump ausgeführt sind.
Amtsgericht Wetzlar.
-- W e tz l a r, 5. Febr. Ein Arbeiter aus Wetzlar hatte sich dadurch der Hnterfchlagung schuldig ge- macht, baß er im Frühjahr einen Betrag von 65 Mk., Den er für gelieferte Seife unb Seifen» pulver für eine Karlsruher Firma einkassiert hatte, nicht an Die Firma ablieferte, fonbern für sich verbrauchte. In Der heutigen Verhandlung war der Angeklaate geständig; er will aus Not gehandelt haben. Mit Rücksicht darauf, daß er schon wegen Eigentumsvergehens vorbestraft ist, wurden ihm unter Versagung mildernder UftänDe 2 "Woche n Gefängnis zudiktiert, unb ihm die Kosten des Verfahrens auferlegt.
Ein Schneider aus Wetzlar war wegen gefährlicher Körperverletzung unter Anklage. Der Angeklagte wohnte bei Den Eheleuten W. zur Miete. Bei diesen fand am Heiligabend 1925 eine Feier statt. Der Angeklagte kam mit einem Gast des Hauses in Wortwechsel. Als Die Ehefrau Des Hausbesitzers sich in Den Streit einmischte, wurde sie vom Angeklagten beschintpft, worauf Der Hausbesitzer selbst erschien unb schließlich mit Dem Angeklagten ins Handgemenge tarn. Ersterer erhielt vom Angeklagten einen Stoß, daß er hinfiel. Als die beiden anderen Beteiligten Den am Boden liegenden aufheben wollten, erhielten sie Messerstiche ins Gesäß bzw. in Die 'JticrengegenD, so daß sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußten. Der Angeklagte bestritt, Der Messerheld gewesen zu fein. Die Verhandlung ergab jedoch einwandfrei Die Täterschaft des Angeklagten. Demgemäß erkannte das Gericht, zumal Der 'Angeklagte nicht das erste Mal vor Gericht stand, unter Versagung mildernder Umftänbe auf 2 Monate Gefängnis unb Auferlegung der Kosten des Verfahrens.
Buntes Allerlei.
B)ie fflin die attische Göttin nach Berlin?
Die Herkunft der attischen Göttin, für die das Berliner Museum eine Million gezahlt hat. und die seit kurzem öffentlich aufgestellt ist, hüllt sich noch immer in ein geheimnisvolles Dunkel, das vermutlich sobald nicht aufgeklärt wird. Wie abenteuerlich es bei solchen Erwerbungen herzu- gehen Pflegt, erzählt höchst anschaulich Hans Aosenhagen tm Februarheft von Velhagen & Klasings Monatsheften, die zum erstenmal eine farbige Wiedergabe des Originals zeigen. Bekanntlich haben die Regierungen der Mittelmeerländer die Ausfuhr antiker Kunstwerke verboten. Aber selbst der dümmste Bauer weih, daß er bei Anmeldimg eines Fundes bei den Behörden wenig oder nichts zu erwarten hat, und so deckt er die Stelle, wo er, einsam arbeitend, auf einen behauenen Stein stößt, sorgsam wieder mit Erde zu und wartet geduldig eine günstige Zeit ab. wo er unbeobachtet den vermuteten Schatz heben kann. Er weiß in der nächsten Stadt sichere und verschwiegene Leute, die ihm jedes gefundene Stück abnehmen, auch das wertloseste, in der richtigen Doraussetzung, daß er, zutraulich gemacht, ihnen auch einmal eine wirkliche Kostbarkeit ins Haus trägt. Die Hauptschwierigkeit besteht freilich darin, einen wertvollen und vielleicht umfangreichen Fund unbemerkt über die sorgsam bewachte Grenze zu schassen; doch auch das läßt sich mit Hilfe einiger zuverlässiger Menschen erreichen. Sind die Grenzwächter durch einen metallischen Händedruck nicht zu gewinnen, so muß zur Steinsäge gegriffen und Der Fund in so viele Stücke zerschnitten werden, daß diese bequem und unauffällig an verschiedenen Stellen über die Grenze befördert werden können. Der kluge Aufkäufer reift voraus ins Nachbarland, nimmt die Einzelstücke, in Empfang und setzt sie mit Hilfe eines guten Bindemittels wieder zusammen. Aun° mehr handelt es sich für ihn nur noch darum, jemand zu finden, der ihm die Antike ablauft. Da er selbst sie den Museen nicht anbieten kann, weil sonst leicht herauskäme, woher das Stück stammt, und weil er fürchten muh. daß man in dem Lande, wo er feinen Wohnsitz hat, von seiner gesetzwidrigen Handlung erfährt, bietet et das irgendeinem gewandten Agenten für einen so günstigen Preis an, daß dieser schnell feinen Vorteil ersieht und mit 'Freuden zugreift. 3n aller Heimlichkeit wird nun das antike Bildwerk fortgeschafft und Händlern, Die nähere Beziehungen zu den großen Museen und Sammlern unterhalten, gezeigt. Aachdem diese durch Befragung von arc§ioliogifchen Autoritäten über den wissenschaftlichen und künstlerischen Wert des Gegenstandes sich unterrächtet haben, wird er gekauft und gelangt nunmehr in den Gesichtskreis Der wirtlichen Interessenten.
Rundfunk-Programm
des frankfurter Senders.
(Aus der „Radio-Amschau".)
Mittwoch, 10. Februar.
3—3.30 Tlhr: Die Stunde der Jugend. 3.30 bis 5 Uhr: Aachmittagskonzert des Hausorche- fters: Wunsch-Aachmittag für das neue Bund- funfgebiet. 5—6 Uhr: Uebertragung von Hamburg: Funtheinzelmanns Kindertheater ,Schneewittchen und die sieben Zwerge", Märchenspiel von C. A. Görner. 6.15—6.45 Uhr: Dücherstunde. 6.45— 7". 15 Uhr: Vortragszyklus Der 3’nbuftrie- unb Handelskammer Frankfurt a. M.-Hanau: ,Die nächsten steuerlichen Anforderungen", Vortrag von Syndikus Dr. Köbner. 7.30 Uhr: Uebertragung aus dem großen Saal des Saakbaues „Sie Jahreszeiten": Oratorium von Haydn.


