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Vorsitzenden W iborn'Steinberg, der vrger gewirkt hatte «m Prolog die 8nt- lahne anschloh. ®au. in überbrachte die i Taner Hessen und aus die Bedeutung LurnenK hin. Turnen verschiedensten Arten, en der Terrine Grün- 1 den Abschluh der !> kam auch die @e» ]• Der Turnverein Ulstein gegründet, 1. Der jetzige Tot- leit Ende 1925 an der ine Fahne wurde von geliefert und ist zu
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o Ff d) (Kreis Heppenheim) eine Frau auf de nr Heuwagen vom Blitz erschlagen und zwei Männer gelähmt.
WSN. D a r m st a d t, 7. Juli. Das Reichsgericht wird sich am 13. Juli als Berufungsinstanz mit dem Fall des Studenten Joseph Meon, der bekanntlich vom Schwurgericht wegen Ermordung der Stütze Anna Gillmann zum Tode verurteilt wurde, zu beschäftigen haben.
Rheinhessen.
-4- Aus deni Weinbaugebiet, 7. Juli. Die schwülfeuchten Dortage, von dem Weinbauer mit „P e r o n o s p o r a w e11 e r" bezeichnet, haben das Auftreten dieser gefährlichen Pilzkrankheit stark begünstigt. Die Winzer sind eben eifrig an der Arbeit, durch Bespritzen mit Kupfervitriolbrühr der weiteren Ausbreitung des Pilzes entgegenzuwirken. Trotz s^der langen Regenperiode haben sich die Wein- , berge gut entwickelt, die Blüte ist bei frühen Deinsorten beendet, spätere blühen noch oder beginnen zu blühen. Jur Zeit sind die Aussichten auf ein gutes Weinjahr nicht u n g ü n ft i g. Natürlich ist die Weinernte nach Menge und Güte noch stark von der lammenden Witterung abhängig. — Das wirtschaftliche Leben im Weinbaugebiet steht unter dem Drucke der Mißernte desDorjahre s. Die Einkommensteuer ist auf Grund des Ernteaus- falls stark ermäßigt, kleine Winzer find ganz davon befreit. Man hilft sich mit den vorn Reich gewährten Winzerkrediten. die jetzt wieder zur Auszahlung gelangten. Es wurden pro Morgen Weinberg etwa 80 Mark gewährt, die mit 4 Prozent zu verzinsen sind. Rur ein geringer Teil der Weinbergsbesitzer hat von diesen Winzerkrediten keinen Gebrauch gemacht. Das erhärtet die wirtschaftliche Rotlage, die in weiten Winzerkreisen vorhanden ist. — Die Ob st ernte dürste kaum besser fein als die Oberhessens. Der- cinzelt trifft man mittelmäßig behangene Apfelbäume. Der größte Teil aber hat keine, oder nur wenige Früchte. Die Dienen liefern guten Ertrag.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
,5» Lützellinden, 8. Juli. Bei der hiesigen Hrasoersteigerung auf den Gemeindewiesen jourben durchschnittlich 6 bis 10 Mk. für etwa 15 Ar große Parzellen bezahlt. Es handelt sich hierbei um versumpfte, sehr saure Wiesen, deren Erträgnisse höchstens als Schaffutter und Stallstreu verwendet werden können.
XX Aus dem Hüttenberg, 6. Juli. Bei der Wanderung durch unsere Hütten- bergischen Ortschaften fällt es auf, daß die in früheren Jahren erbauten Wohnhäuser mit gemalten Blumen st räuhen geschmückt sind, in denen Vie Farben blau, grün, weih vorherrschen. Ein Vergleich mit der Kleidung her Bewohner unserer Gegend zeigt, daß diese Farben auch in den zum Schmuck getragenen Kleidungsstücken sehr behebt sind. Diele alteWohn- häuser unserer Gegend tragen in die Dalken aingemeihelte Inschriften, die, in neuerer Zeit aufgefrischt, den Rachkommen von wichtigen Ereignissen berichten. In keiner Inschrift fehlt die Wiedergabe einer Stelle der Heiligen Schrift. Im Hüttenberg trifft man auch noch echte Fachwerkgebäude an, die be- * sonders für den Altertumsfreund interessant sind. Leider ist aber zu beobachten, daß man vielfach das Holzschnihwerk, die Figuren. Köpfe, Trauben und das Rankenwerk malerischer Holzbauten mit Dewurf und Tünche bedeckt und so dem Gebäude seine Schönheit "nimmt Die vermeintliche Vornehmheit des aus dem holzarmen Süden flammenden Steinbaues läßt also dem Besitzer fein Hans^ das in seinem altertümlichen Gewände eine Zierde bedeuten würde, zum nüchternen Wohnkasten verunstalten. Hoffentlich tragen diese Zeilen dazu bei, daß nicht nut im Hüttenberg, sondern auch in der weiteren Alm- gegenb die schönen, alten „Kurtrierschen" Holzbauten noch lange in ihrem Original- eteide erhalten bleiben.
Kreis Westerburg.
00 Westerburg, 7. Juli. Der dritte Areisjugendtag des Kreises Wester- Lu r g, der am Sonntag in R enne rod abge- Halten wurde, verlies in seinem ersten Teil glanzend. Dom frühen Morgen bis zur Mittagspause Sonnten sich die Augen der Zuschauer weiden •an dem turnerischen und sportlichen Wettkampf iber schulentlassenen Jugend. Im Staffettenlauf Holte sich Wallmerod den silbernen Pokal, .allerdings mit fremden Kräften, was bei solchen 'Veranstaltungen nicht vorkommen sollte. Auch bet kleine Pokal wurde ihm zuerkannt. Im Faustballspiel kämpfte Ufingen gut, war aber ■Segen die besser trainierte Mannschaft Breid- Hard unterlegen. Am Rachmittag brachten Ge- Vttterwollen reichlichen Regen, der sich nrt Strömen auf den Festzug ergoß. In der FestHalle wieS der Landrat Dr. Schieren in einer begeisterten Ansprache auf den Zweck bet Kreisjugendtage hin. — Aus besonderen Gründen sind die Kreditbedingungen bet der hiesigen Kr eis s p arka s s e erheblich verschärft worden.
Maingau.
WSR. F r a n k s u r t a. M„ 7. Juli. Der Kirchenvvrstand der katholischen Heiliggeist- pfattei im Stadtteil Riederwald hat die Erbauung einer Rotkirche mit Pfarrhaus be- 'chlossen. Die Kirche wird nach den Plänen des
Frankfurter Architekten Martin Weber, des Erbauers der Bonifatius-Jubiläumskirche in Sachsenhausen, errichtet, der aus einem beschränkten Wettbewerb als Sieger hervorging. Mit den Arbeiten soll nach Lösung der Finanzfrage begonnen werden. — Unter dem Rainen „Arbeit s- gemeinschaft Frankfurter Wirtschaft sverbände" haben sich zusammen- gc schlossen: Dank- und Dörsenverein e. D-, Handwerkerrat Frankfurt, Derband Mitteldeutscher Industrieller, Derein des Einzelhandels von Frankfurt a. M, Zentralverband des deutschen Großhandels, Bezirksgruppe Frankfurt. Der Zweck des Zusammenschlusses ist das Zusammenwirken in Fragen der Gemeindepolitik und zur Wahrnehmung gemeinschaftlicher wirtschaftlicher Interessen unter ausdrücklichem Ausschluß der Parteipolitik. Die Geschäftsführung wurde für das Jahr 1926 27 dem Derband Mitteldeutscher Industrieller Frankfurt übertragen.
WSR. H ö ch st a. M.. 7. Juli. Die Leiche des vorgestern angesichts einer großen Zuschauermenge in den Main gesprungenen Ratur- a p o st e l s ist heute vormittag etwa 200 Meter unterhalb der Unglücksstelle gdänbet worden. Die eingeleitete Untersuchung ergab, daß es sich um einen 41jährigen Mann namens Gömmerl aus Bamberg handelt. In seinen Ausweispapieren toac als Beruf Artist angegeben. Wie- weiter verlautet, soll er ein sehr eifriges Mitglied der sogenannten Häusserpartei gewesen sein. Don anderer Seite wird gemeldet, daß Gömmerl, der bekanntlich von einer riesigen Menschenmenge verfolgt wurde, nicht freiwillig in den Fluh hineingesprungen sei, sondern daß er von einigen jüngeren Burschen in das Wasser hineingestohen worden sei. Ob die letztere Lesart zutrifft, konnte bis jetzt noch nicht festgestellt werden.
Turnen, Sport und Spiel.
Hauptversammlung des D. R. A.
Tie Hauptversamml ung des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen am vierten Tag der Deutschen K a m p f s p i e l e in Köln, der, sportlich als eine Art Ruhetag eingeschaltet, der Kölner Jugend gehörte, hat Oberbürgermeister Dr. Adenauer, (dem Cxz. L e w a l d "für die großen Verdienste der Stadt Köln um die Kampfspiele dankte), Dr. B i l l st e i n , den Beigeordneten der Stadt Köln, Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg-Schwerin, Geheimrat Dumm, den bisherigen Präsidenten des Gesundheitsamtes und den Geheimen Ministerialrat Belin vom Preußischen Wohlsahrts-Ministerium zu persönlichen Mitgliedern des D. R. A. ernannt, Dr. Adenauer außerdem in den Vorstand des D. R. A. berufen. Für die Durchführung der 3. Deutschen Kampfspiele liegen Anträge von Frankfurt und Breslau vor. Bezüglich des Verhältnisses D. R. A. — D. T. wurde der Vorstand ermächttgt, wenn es die schwebenden Verhandlungen mit der D. T. 'wünschenswert erscheinen lassen, in die Satzungen eine Bestimmung einzufügen, wonach Großverbänden ein Einspruchsrecht gegen die Uebernahme grundsätzlich neuer Aufgaben durch den D. R. A. zustehen sollen.
Die Hauptversammlung beschloß ferner, folgendes Telegramm an den Reichspräsidenten zu senden: „Mit ehrerbietigstem Dank für die bei der Eröffnung der Deutschen Kampfspiele erwiesene und mit aller Begeisterung aufgenommene Kundgebung sendet die heutige Jahresversammlung des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen ehrfurchtsvolle Grüße der im Reichshauptausschuh vertretenen Verbände. Die deutsche Jugendim Geiste ihres hohen Vorbildes und Förderers zum Dienst am Vaterland zu stählen, wird uns Ziel und Aufgabe bleiben. Lewald, Do - minicus, Jarres, Linnemann."
Gerichtssaal.
Verurteilter Heiratsschwindler.
WSR. Kassel. 7. Juli. Dor der hiesigen Strafkammer hatte sich wegen Betrugs und Heiratsschwindels der langgesuchte angebliche Dr. med. Rudolf Hubertus Weber, der auch in Frankfurt ein längeres Gastspiel gegeben halte, zu verantworten. Weber, der 35 Jahre alt ist. und angeblich in Bonn Medizin studiert Hat. will auf der Insel Pap (einer früheren deutschen Kolonie in der Südsee, die durch den Friedensvertrag an Japan gefallen ist) große Reichtümer erworben haben, mit denen er nach Kriegsschluh nach Deutschland zurückgekehrt sei. Vor etwa 2 Jahren siedelte er nach Augsburg über, wo er sich mit einer jungen Dame verlobte, die bald darauf unter dunklen Alm- ständen verstarb. Wegen Vergehens gegen §218 des Strafgesetzbuches wurde er zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt, in der Berufungsinstanz aber freigesprochen. Run begann Weber ein sehr abenteuerliches Leden und betrieb in großzügiger Art und Weise den Heiratsschwindel. Durch seine Frankfurter Heiratsvermittlerin lernte er eine junge Schweizer Dame kennen, der er sich als Walter D e u t s ch l e vorstellte und mit der er Autofahrten nach Bad Homburg und Bad-Rauhe im unternahm, wobei ein alter Herr aus Mexiko, der angeblich Mitglied einer Verschwörung gegen den mexikanischen Präsidenten Obregon gewesen fei, in geheimnisvoller Weise angeschossen wurde.
Rach einem Intermezzo mit einer Schwedin, wobei er von der Schweizerin in flagranti ertappt wurde, verlobte er sich in einem Frankfurter Hotel mit der Schweizer Dame und verabredete mit ihr, sich in Amerika trauen zu lassen, wozu die Braut das nötige Kleingeld aus Basel von der Mama holte. Aus der nun folgenden Amerikareise ließ er die Braut unterwegs in Hannover sitzen und verduftete. Während seiner Anwesenheit in Bad-Rauheim knüpfte er auch mit einer Frankfurter Dame Verbindungen an, deren Paß. der bei Weber gefunden wurde, ihm zum Verräter wurde, da festgestellt wurde, daß er an dem Dokument mit Radierwasser gearbeitet hat. In Kasseler Tageszeitungen gab der Schwindler während seiner Durchreise Heiratsinserate auf. Aus den Eingängen suchte er sich eine geschiedene Frau heraus, mit der er sich bald daraus verlobte. Im Hause seiner Braut lernte er auch eine junge Oesterreicherin kennen, der er ebenfalls einen Heiratsantrag machte. Das junge Mädchen verlobte sich zum Schein mit ihm, ließ ihn dann aber in einem Kasseler Kaffeehaus von der verständigten Polizei festnehmen. Die umfangreiche Beweisaufnahme, in der zahlreiche Zeugen aus dem ganzen Reiche antraten, verlief völlig zu Alngunftcn des Angeklagten. Der Staatsanwalt beantragte eine Gesamtstrafe von 4 Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust. Das Gericht hielt den Angeklagten in allen Punkten für schuldig und versagte ihm mildernde Umstände. Es verurteilte ihn zu 3 Jahren Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverlust und 4 Wochen Haft wegen falscher Paßsührung. wobei betont wurde, daß man überhaupt noch nicht wisse, ob er wirklich Weber heiße.
Kirche und Schule.
)( Stockhei m, 6. Juli. Gestern nachmittag fand unter dem Vorsitz des Dekans Schäfer (Büdingen) eine Konferenz der evangl. Geist- iichen des Dekanats Büdingen statt. Die Konferenz wurde seitens des Leiters mit Schriftlesung und Gebet eröffnet. Pfarrer Kalbhenn (Obermockstadt) erstattete Bericht über die letzte Tagung des Landeskirchentags, der sich bekanntlich mit der schlechten finanziellen Lage der Hessischen evangl. Landeskirche befaßte. Der übrige Teil der Konferenzverhandlungen war mit geschäftlichen Angelegenheiten ausgefüllt. Das diesjhärige Gustav-Adolf- Fest des Dekanats wird voraussichtlich am 25. Juli auf dem Herrnhaag gefeiert werden. Die Festpredigt hat der Schriftführer des Zweigvereins, Pfarrer Werner (Usenborn) übernommen.
Wirtschaft.
Die Disconto-Gesellschaft zur Wirtschaftslage.
Die Direktton der Disconto-Gesellschaft führt in ihrem Bericht zur W i r t s ch a f t sl a g e u.a. aus: Die mehrfache Ueberzeichnung der deutschen Stahltrust-Anleihe in den Vereinigten Staaten wird man einmal der Tatsache zuzuschreiben haben, daß auf Grund des vorgenommenen Zusammenschlusses und seiner erwarteten Auswirkungen in der Richtung einer Verbilligung der Produkttonskosten Wert und Rentabilitätsaussichten des neuen Gesamtunternehmens sehr günstig beurteilt werden. Abgesehen hiervon wird man aber den großen Erfolg der Anleihe auch als erneuten Beweis für das Vertrauen des Auslandes zu der deutschen Wirtschaft überhaupt auffassen dürfen. In die gleiche Richtung deuten auch die Wertpapier- fäufe des Auslandes, die in den letzten Wochen und Monaten für die feste Haltung der deutschen Effektenmärkte vielfach von erheblicher Bedeutung waren.
Zweifellos spricht eine Reihe von Anzeichen dafür, daß manche Industrien in der Vereinfachung ihrer Betriebsorganisation und im Zusammenhang damit auch in der Herabsetzung ihrer Produktionskosten inzwischen erfreuliche Fortschritte gemacht haben. Das gilt natürlich in erster Linie für Fertigwaren herstellende Industrien. Ein Beispiel bietet in dieser Beziehung die Automobil-Jndu- st r i e . bei der die auf Grund weitgehender Rationalisierung möglich gewordenen Preisermäßigungen eine Belebung des Absatzes zur Folge gehabt haben.
Die wirtschaftliche Depression hat eine sehr starke Einschränkung der Zufuhren aus dem Auslande zur Folge gehabt. Diese erstreckt sich auch in erheblichem Almfang auf Rohstoffe, deren Beschaffung für eine volle Beschäftigung der betreffenden Derarbeitungsindustrien unumgänglich ist. Das gilt vor allem für die Textilindustrie, die wohl am meisten auf ausländische Rohstoffe angewiesen ist. Der Ausfuhrüberschuß, den Deutschland seit Dezember 1925 aufzuweisen hat, ist durch die starke Bremsung der Einfuhr ermöglicht worden. Seine Aufrechterhaltung hat auf die Dauer eine weitere Steigerung des Exports und als Voraussetzung für diese eine weitere Erleichterung unserer, durch inländische Produktionskosten und ausländische Zolltarifpolitik geschaffenen Wettbewerbslage zur Bedingung.
Der Ausfuhrüberschuß von 600 Millionen Rm., den die letzten sechs Monate gebracht haben, bedeutet eine sehr wirksame und erwünschte Stütze unserer Zahlungsbilanz gegenüber dem Ausland. Im Verein mit der starken
Geldflüssigkeit im Jnlcmde hat er in erheblichem Almfange die Abdeckung kurzfristiger Ausland- verbindlichkeiten und die Ansammlung von Aus- landguthaben ermöglicht. Gleichzeitig flössen im bisherigen Verlauf dieses Jahres der Aktivseite unserer Zahlungsbilanz weitere 800 Millionen Reichsmark zu, die von den ausländischen Kapitalmärkten erneut Deutschland im Anleibewege zur Verfügung gestellt wurden. Es darf aber nicht überleben werden, daß dieser Reserve infolge der Anleiheausnahme im Auslande auch für die Dauer gesteigerte Zins- und A m o r t i s a t i o n s v e r p f l i ch t u n g e n in fremder Währung gegenüberstehen.
Zusammenfassend ist zu sagen, daß trotz der namhaften Aleberschüsse in der Handelsbilanz und in Anbetracht der besonderen Verhältnisse, auf die ihr Entstehen zurückzuführen ift, außerdem aber auch wegen der starken Kreditaufnahme im Auslande die Aktivität der deutschen Zahlungsbilanz zunächst noch sehr bedingter R a t u r ist- Der Hinweis hieraus erscheint angebracht angesichts der Meldung, daß der Reparationsagent beabsichtige, demnächst die auf seinem Konto der Reichsbank sich anfam- melnden Reichsmarkgelder zum Teil in bar zu übertragen.
Organisationsveränderungen in der deutschen Industrie.
Abgesehen von technischen Fortschritten und Her- besserungen im einzelnen Betrieb ist die Erhöhung der Leistungsfähigkeit und mit ihr die lleberroin- düng der schweren wirtschaftlichen Krise vor allem mit Hilfe organisatorischer Beränderungen inner- halb der verschiedenen Industriezweige zu erreichen versucht worden. Diese Organisationsoeränderungen gehen zum Teil vor sich in der Form des Eingehens neuer kartellmäßiger Bildungen. Bekanntlich ist die Kartellentwicklung seit der Währungsstabilisierung wieder sehr stark in Fluß gekommen: es sind sogar, über den Rahmen der deutschen Volkswirtschaft hin- ausgreifende, zahlreiche internationale Neubildungen auf diesem Gebiete zu verzeichnen. Von bereits gegründeten bzw. vor der Gründung stehenden Verbänden dieser Art sind zu nennen das internationale Schienenkartell, das eine feste Kontingentierung des Auslandabsatzes der beteiligten Länder vorsieht, ein Abkommen zwischen dem Deutsch-Tschechischen Röhrenkartell und den französischen und belgischen Röh- rensabriken über gemeinsame Regelung von Ver- kaufspreisen und Absatzgebieten, ein Verband euro- päischer Emallierwerke, der die maßgebenden Werke Deutschlands, Oesterreichs, Ungarns, der Tschechoso- wakei und Polens umfaßt und die quotenmäßige Verteilung der Aufträge auf Grund der bisherigen Absatzverhältnisse zum Gegenstand hat, ein euro- päisches Holzschraubensyndikat, eine Konvention zwischen der deutschen und englischen Glühlampen- Industrie usw. Weitere internationale Kartellzusammenschlüsse sind in der chemischen, der Textil-, der Glas- und anderen Industrien teils neu geschaffen, teils wieder angebahnt worden. Wenn es sich hier auch zum Teil um weniger bedeutsame Artikel handelt, so deutet die ganze Bewegung doch darauf hin, daß der internationalen Kartellierung als Aus- weg aus den gegenwärtigen Absatznöten der euro- i päischen Industrieländer wachsende Bedeutung bei«?* gemessen wird. . \
Von viel größerer Bedeutung als die Kartelle ; sind für die Verbilligung der Produktionskosten Zusammenschlüsse innerhalb der einzelnen Industriezweige, deren Wirkungen sich unmittelbar auf die Gestaltung der Produktion erstrecken. Hier handelt es sich vor allem darum, die einzelnen Betriebe nach Möglichkeit zu spezialisieren und die speziali- fierten Betriebe zu Gemeinschaften -wsammenzu- schließen. Durch Vereinfachung des Produktionsprogramms wird es den einzelnen Unternehmen ermöglicht, sich auf die billige Herstellung von Typen und Serien umzustellen. Erschwerend wirkt hier jedoch die Beschaffung von Kapital in Serbin- düng mit vorübergehendem Rückgang der Umsätze und schwankender Beschäftigung.
Der Weg der Spezialisierung, der Vereinheitlichung und Einschränkung der Fabrikationspro- gramme ist bisher in Deutschland mit größtem Er- folg anscheinend in der Maschinenindustrie beschritten worden: hier haben sich neben umfangreichen Zusammenschließungen zahlreiche Spezialisierungsund Verkaufsgemeinschaften gebildet, innerhalb deren die Produktionsprogramme der Mitglieder (vielfach sogar der gesamte Verkauf) systematisch geregelt werden. Noch weiter als diese Organisationsformen gehen die Interessengemeinschaften, von denen allerdings im Laufe der letzten Jahre eine ganze Reihe wieder verschwunden ist. An Neubildungen aus der jüngsten Vergangenheit auf diesem Gebiet ist neben dem Abschluß einer engen Gemeinschaft zwischen der Kammgarnspinnerei Stöhr & Eo. und den Elberfelder Textilwerken sowie dem Zusammenschluß von vier Berliner Grvßmühlen $u einer Betriebsgesellschaft vor allem die Vereinigung nahezu der gesamten deutschen Linoleumproduktion zu einer Inter- essengemeinschaft zu nennen. Das markanteste Beispiel für das Fortschreiten von der Interessengemeinschaft zur Vollfusion bietet aber die I. G. Farbenindustrie und auf dem Gebiete der Montanindustrie die Gründung der Vereinigten Stahlwerke. Auch die Süddeutsche Zucker-Aktiengesellschaft in Mannheim ist vor kurzem auf die gleiche Weise entstanden, indem sechs bereits in einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossene süddeutsche Zucker- fabriten sich nunmehr zu einer einzigen Gesellschaft verschmolzen haben. Es ist damit zu rechnen, daß dieser Prozeß weiter geht.
' Die xufünftiaen Zinssätze. Durch den Beschluß der Preußischen Staatsbank (See-
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